Anleitung zum Entlieben

06.09.2005 um 16:12 Uhr

Fortschreitende Übelkeit

von: Lapared

Der Holländer arbeitet sich den Arsch ab. Aber irgendwie kann ich nicht mehr.

Er kocht... ich esse nicht (egal, er stellt die Tuppa-Dosen in mein Gefrierfach, alle drei Gänge). Er kauft Blumen... ich besitze keine Vase (die kauft er dann eben auch, gleich zwei). Er kommt aus Amsterdam, um mich zu besuchen... und verbringt die meiste Zeit allein (er sagt, das stört ihn nicht). Er ist verliebt... ich nicht (er weiß es und macht trotzdem weiter).

Als er vorhin los zog, um ohne mich in das Schwimmbad zu gehen, wo wir uns kennen gelernt haben, dachte ich plötzlich: Gratulation. Ich bin 119.

06.09.2005 um 11:15 Uhr

Leichte Übelkeit

von: Lapared

Um im Bild zu bleiben. Mit wird übel. Es ist zuviel. Aber ich...

Wie die Nachkriegsdeutschen lege ich mir die gute (holländische!) Butter fingerdick aufs Brot, werde fett, feist aber trotzdem nicht satt. Natürlich nicht. Man kann es nicht nachholen. Versäumten Schlaf, vorenthaltene Liebe, vermisste Butterbrote. Egal, wie sehr man danach aus dem Vollen schöpft.

Aber was soll´s. Es muss ja weiter gehen. Selbst wenn man vielleicht nie wieder ganz satt wird - gar nicht mehr essen, geht ja auch nicht. Wir wollen schließlich noch ein bisschen bleiben, stimmt´s.

05.09.2005 um 18:00 Uhr

Fastenbrechen

von: Lapared

Habe ich je von meinen Fastenerfahrungen erzählt? Ich glaube. Ich im Kreise die Seele reinigender, ganzheitliche entgiftender Moppelchen, die allesamt auf Schwarzwälder-Kirschtorte geschworen hätten, dass sie keinesfalls fasten um abzunehmen?

Jedenfalls... Das Schönste am Fasten, egal ob nach Dr. Buchinger, Dr. Mayr, Dr. Soundso, ist das so genannte Fastenbrechen. In einem gerne Kerzenlicht beschienenen Ritual sitzen dann all die entgifteten Brummer - nach 7 Tagen Brühe bis zu 200 Gramm leichter - rein und elfengleich vor einem halben geschälten Äpfelchen, und beteuern sich nach einem viertel geschälten Äpfelchen gegenseitig, wie satt sie sind. Also, so ging es mir nicht. Ich konnte selbst nach 14 Tagen Fasten ohne Äpfelchen und Aufbautag (Tag mit Leichtverpflegung zum Wiederangewöhnen) übergangslos eine doppelte Portion Pommes verdrücken und empfand das mitnichten als zuviel. Kein Rumoren, kein Übergeben. Mein Magen schrumpft ganz offensichtlich nicht. Nie. Mein Magen gibt die Hoffnung nicht auf. Mein Magen hält sich auch in Dürrezeiten stets bereit für die Blitzschlacht am kalten Büfett.

Weshalb ich das alles erzähle? Ich glaube, der Rest von mir tickt ähnlich. Zwei Jahre Fasten nach Dr. 119 und trotzdem ertrage ich den vor Verliebtheit fast platzenden Holländer erstaunlich gut. Ein leichtes Völlegefühl, aber... Er ist klug. Hat´s gemerkt und zieht heute Nachmittag alleine durch die Galerien.

Und noch ein kurzer Blick zur Couch.Deutliche Fortschritte...

04.09.2005 um 13:17 Uhr

Und was die Spielware angeht

von: Lapared

... die tut sich auch nicht leichter.


04.09.2005 um 12:42 Uhr

Nur noch mal gucken

von: Lapared

Übrigens. Vom so genannten moralischen Standpunkt aus: Nein, ich fühle mich NICHT schlecht. Ich habe kein schlechtes Gewissen, den netten Holländer in ein Bett steigen zu lassen, dass zwar gewaschen aber quasi noch warm ist. Komfortabler als sein Schlafsack ist es alle mal. Und noch was. Das macht man so. Wenn ein Neuer anklopft, muss man sich unbedingt den Alten noch mal angucken. Ein letztes Mal, um sicher zu gehen, dass das Bild, das man von ihm hat, richtig ist. Manchmal führt das dazu, dass man dem Neuen nicht aufmacht. Dass man im Flur steht, das Klopfen hört, aber man schafft die zwei Meter zur Tür nicht.

Na, man wird sehen. Neun Stunden bleiben mir noch. Es klopft erst gegen zehn. Bis dahin muss die Bude aufgeräumt sein, zumindest der Flur. Damit ich aufmachen kann.

04.09.2005 um 11:13 Uhr

Die Sonne schon wieder

von: Lapared

Scheint nach Katastrophen eigentlich immer die scheiß Sonne?

Katastrophe, hu-hu... welch großes Wort für einen kleine ausgelutschte unglückliche Liebe. Für eine ganz normale Nacht, nach der man sich trennt, weil alles gesagt ist, zum zweihundertsten Mal, und weil das bisschen körperliche Anziehung, dass sich angestaut hatte, weil man davor schließlich auch schon getrennt war, mehr als verbraucht ist...

Man spült die Gläser, man zieht das Bett ab, stellt die Waschmaschine an. Zum Abschwellen der Lider setzt man die blaue Augenmaske aus dem Gefrierfach auf, ein bisschen schief, damit man darunter herschielen kann und beim Absaugen der Couch die teilweise schon ergrauten kurzen Haare erwischt, die IHM ein bisschen zu viel und zu leicht ausgehen, an einer Stelle ist er schon ganz kahl, aber wie alle Männer, weiß er das ganz gut zu kaschieren. Der Staubsauger dröhnt und man erinnert sich an frühere Trennungen, bei denen die Haare noch nicht grau waren und bei denen man sie noch mit der Hand abgelesen, einzeln beweint und verwahrt hat. Man drückt noch ein Tränchen unter der blauen Kühlmaske ab, eins für alle, rein aus Sentimenalität, weil das Leben so ist. Und man macht weiter. Die Maschine ist durch. Man hängt das Bettzeug auf und denkt, wie gut, dass heute die Sonne scheint. In zwei drei Stunden wird das alles getrocknet sein. Schließlich kommt heute Abend ein Anderer.

Wenn der Andere ins Bett steigt, wird er wahrscheinlich sein Gesicht ins Kissen drücken und mit Rudi-Carell Charme sagen: "Du hast das Bett gewaschen, das riecht schön." (Er ist einer von denen, die so was bemerken.) Und ich werde lächelnd antworten: “Aprilfrisch. Von Lenor.“

03.09.2005 um 04:07 Uhr

Schluss

von: Lapared

Schuldigung. Habe ich eigentlich einen an der Mütze? Curd allein war ja so eben noch erträglich. Aber jetzt auch noch Hope? Wie alt bin ich? Wo sind wir? Bei Karstadt Spiel & Sport? Diese ganze infantile Scheiße hat jetzt ein Ende.

03.09.2005 um 02:03 Uhr

hopeless

von: Lapared

Und weil ich grad soch schlöm einen ien der krone habe uidn schriebe wie curd, obwohl ich es bin, höstbersönlicn, Madame Vollklatzsche Laprared: Ich habe mcoh mti 1119 getroffen.

Es war so kalt. so routiniert. ich bin so dämlich.

03.09.2005 um 01:31 Uhr

Little Hope

von: Lapared

Meine Schwester. Wenn ich sie nicht hätte. Wenn WIR sie nicht hätten.

Meine Schwester meint, Curd hat Angst. Meine Schwester meint, Curd ist eifersüchtig. Meine Schwester meint, Curd braucht eine Holländerin (die nicht notwendigerweise aus Holland sein muss). Meine Schwester hat ein Paket geschickt.

Mit Hope. (Hope ist brombeerfarben, hat drei Gehirne und immer Hunger. Curd beobachtet die kleine Hope hinter seinem Kissen und scheißt sich in die Hose...)





Und ich hab grad auch mächtig einen in der Krone... Dieser Holländer simst mir Sachen! Sachen! Am Montag will er kommen.

01.09.2005 um 23:16 Uhr

Beweiisfotpo

von: Lapared

Ich bin neicht der, für den man mcivh hält. Ich kormme von weit, weit weg. Und ich habe eime Mission... So.


(Barcelkona 26.008.05, 6.17 Uhr: Curd Rock empgängt Signale)

01.09.2005 um 22:55 Uhr

Curds Mission

von: Lapared

Vorhin sage ich zu Curd: „Alle Achtung, Curd. Vor ein paar Monaten hat 119 Dich samt Herz und kleine Füße für unter 30 Euro bekommen und vom Holländer verlangst Du jetzt drei Kilometer Strand.“ - „Tja!“ sagt Curd. - Und ich: „Ehrlich Curd, das nenn ich mal einen Wertzuwachs, wie machst Du das, mein Selbstwert ist durch die Sache total abgeschmiert?!" - „Tja!“ sagt Curd.
Ich dachte schon, er hätte heute wieder einen seiner Clint Eastwood-Tage (Curt liebt Clint, besonders diese arschcoole, wissende Einsilbigkeit), aber dann schaut er mich an und sagt: „Ich bin nicht der, für den Du mich hälst. Ich komme von weit, weit weg. Und meine Mission ist es, Dich vor kleine holländischen Tulpenkäfern zu beschützen.“ Na toll, denke ich, das hat man davon, wenn man jemanden zum Psychiater schickt, jetzt spinnt er völlig. Aber das sage ich natürlich nicht, ich sage: „Curd, das ist ja super, große Klasse, diese kleinen holländischen Tulpenkäfer nerven mich total.“ Er sieht mich an und schüttelt den Kopf: „Du lügst. Das ist ja eben. Du siehst sie ja gar nicht!“ Und dann fing er plötzlich ganz leise an zu weinen. Ich hab ihm ein wenig seine Empfängerchen gekrault (neuerdings besteht er auf der Bezeichnung Empfänger statt Ohren) und ihm dabei zu geflüstert: “Doch Curd, ich sehe sie, wer Angst hat, sieht sie, und mir macht diese Holländersache genauso Angst wie Dir.“- „Ehrlich?“ fragt Curd. „Ehrlich!“ sage ich. Curd schöpft Hoffnung: „Dann verlang doch auch drei Kilometer Strand, zusammen haben wir sechs, wir können eine Strandpromenade bauen und Kurtaxe nehmen!“ - „Du meinst, ich soll etwas verlangen, dass er unmöglich hat?“ Curd nickte begeistert. „Aber Curd“, sage ich, “niemand würde auf der Promenade gehen, wir würden ganz alleine sein.“ Da meinte Curd nur, er wolle jetzt Harald Schmidt sehen.
Ich stellte ihm den Fernseher an, und danach ging ich ans Telefon, dass wie neuerdings jeden Abend um diese Uhrzeit klingelte. Wie neuerdings jeden Abend um diese Uhrzeit war es der Holländer.

01.09.2005 um 11:07 Uhr

Heh Tulfpenmamn...

von: Lapared

...wo bleibt emin Strandf?

01.09.2005 um 00:21 Uhr

Diagnose

von: Lapared

Der Psychiater sagt, Curd hat Angst vor dem Holländer. Der Psychiater sagt, Curd will 119 nicht loslassen. Der Psychiater sagt, Curd glaubt trotzdem, dass der Holländer ihm etwa geben kann.

Curd sagt, zu dem Psychiater will er nicht mehr hin.