Anleitung zum Entlieben

15.09.2005 um 23:29 Uhr

Also gut. Montag.

von: Lapared

15.09.2005 um 11:32 Uhr

Notwehr

von: Lapared

„Und ich? Richte mich auf den nächsten Besuch des Holländers ein.“ Sehr schön. So kann man das auch sagen.

Oder so: Der Herbst ist da. In der Küche bullert die Heizung. Im Flur über dem Stuhl hängt ein Bikini, sein Schwarz von der Sonne verblichen, und man kann sich kaum vorstellen, dass man ihn vor nicht ganz einer Woche noch getragen hat. Jetzt futtert man warmes Brot mit gesalzener Butter, süße Mandeln, tiefschwarze Schokolade mit Erdbeeren und Pfeffer... nimmt eine Decke, schlurft mit schwerem Bauch auf dicken Strümpfen in eine gut geschützte, vertrauenswürdige Ecke und kugelt sich dort leise schnarchend ein. So klingt es eigentlich auch ganz nett, oder?

Aber die Wahrheit ist die: Ich fresse. Ich fresse mich aus der Affäre. Das ist nichts Neues, das ist meine gute alte, hundertfach bewährte Strategie mich Situationen, die mir nicht geheuer sind, quasi gewissenlos zu entziehen. Charmant lächelnd (mit einem gedachten „That´s beyond my control“ wie in Vollendung von John Malkovich in „Dangerous Liaisons“ vorgetragen, als er Michelle Pfeiffer abserviert), unverrückbar aber mit einem kleinen, traurigen Hauch von Bedauern, streiche ich mir dann über mein bis zum Platzen gefülltes, von Nahrungszufuhr diesen Ausmaßes total überraschtes, überfordert glucksendes Bäuchlein... und sage gnadenlos alles ab, was angesagt war. So auch den Besuch des Holländers. Er wird sich noch ein paar Tage gedulden müssen. Und 119, auch Dich kann ich auf diese Weise leider leider nicht erhören.

Die ganze Wahrheit ist das wohl auch noch nicht. Die ganze Wahrheit ist ein kleines bisschen weniger witzig. Zumal ich gleich Stunden auf dem Stepper rackern werde, um Bäuchlein, nachdem es seine Funktion brav erfüllt und mich vorerst aus allen Affären gezogen hat, schleunigst wieder los zu werden. Ich kann Bäuchlein nämlich nicht ausstehen. Ich könnte schreien, wenn ich es sehe.

Ach ja, und bei Curd will es auch nicht richtig heilen: Bei seinem etwas zu ausgelassenen Morgenyoga ist seine Naht wieder aufgeplatzt. Er wird sich mit seinen Spielverabredungen wohl ebenfalls noch ein wenig gedulden müssen.