Anleitung zum Entlieben

13.11.2005 um 20:35 Uhr

War ich allein oder war ich allein?

von: Lapared

Eine Frage, die mich wirklich umtreibt... Soll ich Dick etwas erzählen von, naja, den verbotenen Zahlen?

Mein Instinkt sagt mir: „Bist Du bekloppt? Dafür ist es zu früh! Damit warte mal schön bis Deine Dir selbst nicht geheueren Gefühle über den nur allzu nahe liegenden Übergangsliebe-Verdacht erhaben sind! Mensch L., denk doch mal nach...“

Andererseits. Dick fragt (blöder Fehler!). Seitdem ich einmal gesagt habe, dass ich über meine Ex-Beziehungen lieber nicht sprechen möchte (saublöder Fehler!), entwickelt er – wie leider an allem, dass ich ihm verweigere – ein enorm gesteigertes Interesse ausgerechnet daran.

Was soll ich ihm also sagen? Da war nichts? Als Du mich trafst, war ich nach mehrjähriger Beziehungs-Abstinenz 200% altlastenfrei und psychologisch quasi Jungfrau? Um dann, wenn der Verdacht, nur eine desperate Übergangsliebende zu sein, nach sagen wir 2 Jahren und fünf Babys endlich vom Tisch ist, beichten zu müssen, dass ich dafür eine notorische Lügnerin bin? Mit fast noch warmen Leichen im Keller?

Eben zum Beispiel, am Telefon...

Dick: Ich habe Bilder von der Insel gesehen, die Du so magst.
Ich: Sylt?
Dick: Sylt, genau. Wann warst Du da?
Ich: Im Frühjahr. (Ich Rindvieh!)
Dick: Alleine?
Ich: Ja, alleine. (Wohl wahr. Sehr alleine. So allein wie noch nie in meinem Leben.)
Dick: Fahren wir da mal zusammen hin?
(Oh Gott, nein!)
Ich: Ja. Ja klar. Irgendwann...
(Pause, ich weiß nicht, was ich sagen soll, ein Ereignis von historischer Seltenheit...)
Dick: Mit wem warst Du alleine da?
Ich: Ich möchte lieber nicht darüber reden... Noch nicht.
Dick: Okay, shatje, kein Problem.
(Sprachs und setzte es auf seine Liste „Things I abso-fucking-lutely have to know about L.“. Und wer dachte, misstrauischer hätte ich ihn nicht machen können, lese und staune...)
Ich: Und wie ist das Wetter in Toulouse?


Ich weiß, ab jetzt wird Dick-Darling keine Ruhe mehr geben. So ist er, ein Jäger, und er hat Witterung aufgenommen. Andererseits, wenn er nicht so wäre, wäre ich heute noch, was ich lange genug war... käsetortengeil. Und allein.