Anleitung zum Entlieben

23.01.2006 um 23:57 Uhr

Crash

von: Lapared

Ich merke es natürlich wieder als Letzte. Seit Wochen liegt dieser großartige Film im Videoregal, aber weil das Cover der deutschen Verleihversion aussieht wie eine Mischung aus Edvard Munchs „Schrei“ und Renny Harlins "Exorzist", hab ich bis jetzt nie danach gegriffen: „L.A. Crash“. Von „Million Dollar Baby“-Autor Paul Higgis. Ein Ensemblefilm, ein Format, an das ich eigentlich nie geglaubt habe, weil ich dachte, ich könnte mein Herz nur einem Held pro Film schenken, aber dieser ist so spannend und ergreifend und klug und… pooh. Anschauen, falls außer mir noch jemand das bisher nicht getan hat, unbedingt anschauen. Es geht um alltäglichen Rassismus, ich weiß, das allein klingt schon hammerspannend - zumal wir alle ja ohnehin keine Rassisten sind, alles nur nicht das, wozu haben wir zehn Schuljahre lang wahnsinnig betroffen über den Nationalsozialismus diskutiert. Und wenn wir da so beim Brunchen sitzen oder beim netten Pärchenabend mit unseren Freunden aus der Medienbranche, dann sind wir ja auch wahnsinnig offen und multikulti und Birte und Jonathan haben sogar türkisch gekocht. Aber am nächsten Morgen, wenn wir verkatert und 20 Minuten zu spät auf dem Weg in die Agentur sind, und der Kleinstransporter von „Obst & Gemüse A.Ötzegür“ vor uns mit 30 über die Straße tuckert, dann hören wir uns plötzlich brüllen: „Komm in die Puschen, Kanake!“ Und darum geht´s in dem Film, was passiert, wenn wir nicht beim Brunchen sitzen. Sondern wenn wir angespannt sind, weil zuhause unser Vater liegt, der seit fünf Tagen nicht pinkeln kann. Oder weil unsere Versicherung nicht für den Einbruchsschaden zahlt. Weil zwei Halunken unser Auto geklaut haben. Oder weil wir die HornhautFEILE (sehr gut, Curd!) nicht finden – ach nee, das war ein anderer Film. In L.A. Crash jedenfalls kommt es dann – richtig! – zum Crash, es gibt jede Menge Verletzte, nicht am Körper aber in der Seele, der Würde... und ganz normale Tote gibt es natürlich auch.

Elegant, wie ich vermieden habe, über diesen herrlichen Tag zu berichten, der sich nun dem Ende neigt...

23.01.2006 um 11:25 Uhr

Curd Rck - schuld

von: Lapared

Ich hba sie gehabt, die HormhuatFEILE (dass Lchem das imnner falsch schreibn muss, tszzz), um meiim kleim Füßchme zu pflegem. umd damahc hab ich sie gegemübem im Konditotei gegem eim Rosimenshcnecke getauscht... ich glaub, davom erzähl ich bessr mnichts.

22.01.2006 um 22:21 Uhr

Lapared going mad

von: Lapared

Gestern war ich ja noch etwas besorgt darüber, dass D. mich so leicht auf die Palme bringt. Warum erfüllen mich die Spuren meines Liebsten nicht mit Zärtlichkeit, warum rücke ich ihnen mit Domestos zu Leib, dachte ich. Sollte ich nicht wehmütig lächeln, wenn ER schon längst wieder weg ist, und sein weiches blondes Haar mir zum letzten Gruße die Dusche verstopft? Und - statt wütend daran rumzureiben – offen sein für die geradezu pollocksche Schönheit seiner versprengten Rotweinflecken auf der weißen Couch? Solche Fragen habe ich mir gestern noch gestellt.

Aber seit heute Morgen weiß ich, dass das alles nichts zu bedeuten hat. Dass das nichts über meine Liebe zu D. sagt. Denn heute Morgen habe ich wegen einer Hornhautpfeile geweint. Ich fand sie nicht und bin in Tränen ausgebrochen. Wegen, ich wiederhole, einer Hornhautpfeile. Nicht, dass ich kurz vor dem lange ersehnten Durchbruch als Fußmodel für Hornhautsalbe stünde oder so. Die Hornhautentfernung war keinesfalls zwingend erforderlich. Ich hab einfach losgeheult, weil ich die Hornhautpfeile nicht gefunden habe, obwohl sie hätte da sein müssen. Das finde ich ungemein beruhigend.

Es hat alles nichts mit D. zu tun, dass ich so reizbar bin. Ich liebe ihn. Ich werde einfach nur verrückt.

22.01.2006 um 14:38 Uhr

Crud Rock - Held dre Arbeit

von: Lapared

Draußem scheimt die Somme umd ich arm Curd Rock muss wieder im Büro. Eigemtlich wollt ich mit meim neu Auto am meim alt Wasser fahrm. Aber was soll mam machem. Lchem schauffft es ebme nicht ohme mich.

Gersterm Abemd, als der Staubsaugermkaputtmacherm gefahrem war, hat sie noch amgefamgen zu arbietm fürm Agentur. Als ich um vier Uhr morgems aufgewahbt umd Pipi machem gamgen bim, war sie immermoch micht fertig. Sie ist so schricklich lamgsam immer. Umd heute morgen hat sie geweimt, ich glaub, weil sie so müde war umd Angst vor diesme fiese Babsi hatte. Umd da hab ich gesagt, Lchem, mach Dich locker, lass Curd Rock mal machem.

Ja, umd nun sitz ich hier im shceiß Büro. Was eim Mamm nicht alles macht aus lievbe...

Image Hosted by ImageShack.us
Image Hosted by ImageShack.us

21.01.2006 um 23:30 Uhr

Betrdeff Staubsauberm

von: Lapared

Icgh möchte enur kalrstellem, dass Curd Rock dem Staubsauberm heile genacht hab. Eim Kimderspoile.

Aber damm kam Duck umd hat ihgm wieder kapuztt gemacht,

21.01.2006 um 23:23 Uhr

Troja

von: Lapared

Es sind nicht viele Dinge, die ich von Dick verlange: Dass er mir nicht ständig simst, wenn wir nicht zusammen sind. Dass er nicht ständig vögeln will, wenn wir zusammen sind. Und dass er verdammt noch mal seinen Dreck wegmacht.

Das kann doch nicht sein: Jedes Mal, nachdem er gefahren ist, räume ich erst mal stundenlang auf. Weil nach ein Mal Zahnpflege meines Liebsten das Badezimmer gewischt werden muss. Nach ein Mal Pasta mit D. die Küche neue Tapeten braucht. Und nach einer Nacht Sex drei Sätze Bettwäsche in die Trommel wandern. Er ist so eine gottverdammte Sau. Tut mir leid, heute habe ich einfach keinen Sinn mehr für spritzige Umschreibungen, geh mir weg mit Spritzigkeit...

Es ist so anstrengend. Seit ich Dick kenne, bestürmt er meine Grenzen wie die Griechen Troja. Immer wieder sage ich nein, aber mit irgendeinem kleinen trojanischen Pferdchen gelangt er immer wieder hinter die Mauern. Und damit meine ich gar nicht die alte nächtliche „Schwanz hoch, Spartaner raus-Taktik“. Viel entwaffnender: wenn er - wie heute Nachmittag - einen Staubsauger mit mir kaufen geht. Ich hatte noch nie, nie einen Mann, mit dem man einen Staubsauger kauft. Ich hatte Männer, mit denen man Platten kauft. Männer mit denen man Wäsche kauft. Männer mit denen man Drogen kauft. Männer, mit denen man Aktien kauft. Männer mit denen man Kunst kauft. Aber Staubsauger – noch nie. Es war herrlich. Wir haben „normal“ gespielt. Alltag. Wir standen im Mediamarkt an der Kasse wie jedes andere ganz normale glückliche Paar, das sich Samstagnachmittags im Schlussverkauf am liebsten gegenseitig zerfleischen würde. Ich - wie jede andere Frau dort - mit diesem leicht verkniffenen „Mein Mann kann nicht mal einen Staubsauger reparieren-Gesicht“. Es war herrlich.

Und wem das nun alles etwas konfus vorkommt... Ich bin konfus. In einem Moment möchte ich ihn umbringen. Und im nächsten gemeinsam mit ihm begraben werden.

20.01.2006 um 17:06 Uhr

Curd Rck - gamz Mamm

von: Lapared

Dem Stsaubsaufer repareir IHC für Lchem. Die Hollämder habem dcoh keim Ahmung vom Techmik. Höm Höm Hömhömhöm....

20.01.2006 um 15:20 Uhr

Von Sternen und Staubsaugern

von: Lapared

Wenn ich meine Wohnung so durchschreite, stieben links und rechts von mir die Wollmäuse in die Höhe. Das macht im Prinzip nichts, welche Frau sorgt nicht gern für ein bisschen Aufruhr. Aber weil D. doch heute kommen will (Säugling ist schließlich nicht Arschgeige oder so), dachte ich, ich sollte mal wieder saugen. Pustekuchen. Staubsauger kaputt. Mit lautem Fanfarenchor erschließt sich mir endlich, in meinem auslaufenden dritten Lebensjahrzehnt, der Sinn eines Besens. Aber ich habe keinen. Und Zeit für Einkäufe erst recht nicht.

Schlimm, schlimm, denke ich. Doch schon packt mich wieder der alte, gut gelaunte Optimismus. Aber dafür haste einen Mann, der dich liebt, sag ich mir. Der alles für dich tun würde. Der dir die Sterne vom Himmel holen würde. Schick ihn einfach einen neuen Staubsauger kaufen! Gesagt, versucht. „Dick“, flöte ich, „Du fährst doch an diesem Makro-Markt vorbei, kannst Du mir einen Staubsauger besorgen? Ich komme nicht dazu und es wäre doch hübsch, wenn wir beim Knutschen keine Atemmasken tragen müssten.“ Ich fand meine Argumentation genial.

Aber irgendwie… irgendwie war das ein Riesenproblem. Irgendwie war es ihm unmöglich. Einen neuen Staubsauger kaufen, irgendwie gehört das nicht zu Dicks natürlichemVerhaltensrepertoire. Stattdessen entwickelte er zahlreiche Theorien, was dem kaputten Sauger wohl fehlen könnte und begann gedanklich schon, ihn auseinander zu bauen. Was hatte ich erwartet, er ist ein Mann. „Dick“, versuche ich es dennoch, denn ich bin eine Frau, „Dick, mein Sauger ist schon ziemlich alt, nächstes Jahr kommt er auf´s College, hol mir bitte einen Neuen, bitte! Das Geld kriegst du selbstverständlich sofort zurück.“ Aber D. sträubt sich: „Vielleicht liegt es nur an dem x, dann kostet die Reperatur fast nichts, oder an dem y oder an dem z, das ist wirklich nur ein Klacks!“. – „Bestimmt“, sage ich, „bestimmt. Aber kauf doch trotzdem einen Neuen, wenn der Alte wieder heile ist, freut er sich über Gesellschaft.“ – „Das ist doch Blödsinn!“ sagt Dick - und ich muss zugeben, dass er Recht hat. Natürlich hat er Recht. Sehnsüchtig schaue ich hinauf zu den Sternen. Aber es ist ja schon heller Tag, da gibt´s keine Sterne. Natürlich nicht...

19.01.2006 um 22:19 Uhr

Morgens zwischen acht und halbneun

von: Lapared

Morgens zwischen acht und halbneun sollte man mich auf keinen Fall stören. Keine Anrufe, keine Besuche, ich rate dringend von jeglichen Versuchen der Kontaktaufnahme abzusehen. Jedem. Selbst wenn die Lottofee mit 10 Millionen vor der Tür stände, um diese Zeit würde ich sie ohne Vorwarnung erschlagen. Morgens zwischen acht und halbneun bin ich stets 10 – 15 Jahre behind schedule und reagiere auf jegliche Ansprache stressbedingt gereizt. Das nur mal so.

Zu einem ganz anderen Thema. D. hat mich gefragt, ob ich mit ihm in Urlaub fahre. Ausgerechnet heute morgen zwischen acht und halbneun. „Klar Schatz“, sage ich, „das machen wir. Irgendwann.“ Das reichte Schatz natürlich nicht, und im Prinzip hat er ja Recht, so einen Urlaub muss man planen. „D. ich bin sehr in Eile, können wir das vielleicht später besprechen?“, frage ich. Aber D. will es unbedingt sofort wissen, so isser. „Ich kann Dir nicht sagen, ob das klappt, im Februar bin ich noch optioniert." (Ja, Babsi schließt mich allmählich richtig ins Herz.)

Als D. beschließt, dass die Agentur sich gefälligst heute noch zu entscheiden habe, ob sie die Option wahrnehmen will… und nebenbei erwähnt, dass ich ohnehin viel selbstbewußter auftreten müsse, denn dann würde man mich auch mehr respektieren… als gleichzeitig die Uhr auf Sechsunddreißig springt und ich eine weitere morgentliche Schlacht um at least tendenzielle Pünktlichkeit verloren geben muss… da platze ich.

Wenn ich platze, wird es immer erstmal einen Moment lang ganz still. Ich hole tief Luft. Und dann werde ich, und das hasse ich an mir, grundsätzlich. Anstatt zu sagen: „D., in der Werbung herrschen andere Regeln als in der Kunst, die Kreativen sind keine Diven sondern Dienstleister, und die Agenturen können sich, wenn die wollen, erst am 31sten um 12 Uhr nachts entscheiden, ob sie ihre Option für den nächsten Monat wahrnehmen oder nicht“… anstatt ihm also freundlich zu vermitteln, dass er auf dem Gebiet keinen Schimmer hat, sage ich: „D., Du verhälst Dich wie ein Säugling. Du verspürst ein Bedürfnis, und dann muss es sofort erfüllt werden. Und falls Du glaubst, ich finde das süß, muss ich Dich enttäuschen. Ich finde es nervig.“ Kra-wummmm. Ich hasse das an mir, ich hasse das wirklich.

Das kommt, weil meine Psychohygiene mangelhaft ist, ich altes Ferkel. Weil meine Agressionsventilation verstopft ist. Weil ich Dinge, die mich ärgern, viel zu lange mit mir rumtrage, angucke und analysiere, anstatt damit gleich rauszukommen. Ich sammel sie und suche nach Mustern, und wenn ich die dann gefunden habe, folgt bei der nächsten Kleinigkeit, die ins Muster passt, der Brachialschlag. „Säugling“. Voll in die Eier. Dann beanstande ich kein Verhalten sondern gleich den kompletten Mensch. Das muss ich mir dringend abgewöhnen.

Oder morgens zwischen acht und halbneun das Telefon abschalten.

P.S. Wenn D. morgen kommt (wenn er noch kommt) werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen. Irgendwas Nettes, um mich einzuschleimen. Ein kleines Geschenk, vielleicht, z.B.… eine Windeltorte!
Das ist ja das Hinreißende an ihm, er würde darüber lachen.

19.01.2006 um 10:36 Uhr

Curd Rock außerm sihc vorm Eiersuchtf

von: Lapared

Ich brimg ihm um!

Image Hosted by ImageShack.us
Image Hosted by ImageShack.us
Image Hosted by ImageShack.us

Wegem so eim hässlcihe Häkelwurst hätte ich nir beimah die Hämde schmutzig gemahct...

18.01.2006 um 23:13 Uhr

Fifis Rache

von: Lapared

Hab ich eigentlich schon mal von Fifi erzählt? Fifi war das erste Stofftier meines Lebens, der Legende nach ein weißer Spitz, doch das erkennt man nicht mehr, heute hält nur eine wurstförmige blaue Umhäkelung seine Reste zusammen. Ach Fifchen. Er war meine erste große Liebe, mit der - bzw. der peinlichen blauen Wurst, die von ihr übrig ist - ich nebenbei gesagt bis heute jede Nacht das Bett teile.

Ich nahm Fifi überall hin. Eingeklemmt in meine linke Armbeuge schlief, spielte und aß er mit mir, man hätte mir den Arm brechen müssen, um uns zu trennen.

Meine Eltern versuchten die Verbindung natürlich zu untergraben. Sie schenkten mir andere Stofftiere, aber die interessierten mich nicht, auch wenn sie tausend Mal schöner waren, drauf geschiffen. Ich setzte alles auf eine Karte. Ich war überzeugt: Wenn ich Fifi ganz doll lieben würde, dann würde er eines Tages lebendig. Er würde sich in einen Menschen verwandeln und mir alles, alles zurückgeben.

Manchmal kommt es mir so vor, als wäre genau das nun eingetreten. Und als wäre Dick dieser Mensch. Der Mensch, der mir fast 40 Jahre unaufgeforderte Liebe gnadenlos heimzahlt. Der mich umklammert wie ein Stofftier, mich an sich presst und ganz fest lieb hält, egal ob ich will oder nicht. Immer wieder sag ich ihm: D., tu das nicht! D., ich bekomm keine Luft! D., drück bitte nicht so, Du tust mir weh! Aber er hört mich nicht, er hört mich einfach nicht. Und wenn ich nicht aufpasse, ende ich irgendwann als von Liebe deformierte blaue Häkelwurst.

Der aktuelle Grund meiner Beklemmung: Als vertrauensfördernde Maßnahme hat D. offensichtlich beschlossen, sein SMS-Bombardement wieder aufzunehmen. Er scheint zu glauben, dass ich nach diesem Anruf von M. mindestens habstündlich Liebesversicherungen und Treueschwüre brauche. Ich bitte ihn, damit aufzuhören, aber in seiner Angst mich zu verlieren, umklammert er mich nur noch fester.

Fifi, nützt es noch was, wenn ich mich entschuldige?

17.01.2006 um 23:18 Uhr

Grenzpathologie

von: Lapared

Meine Schwester, meiner Meinung nach pathologisch eifersüchtig und zweifellos wahnsinnig gewieft, wenn es um das Sammeln belastenden Indizien geht, rät dringend zur verdeckten Observation. „So weit kommt es noch“, sag ich. Das Eifersuchtsgen, obwohl elterlicherseits dominant vererbt, ist bei mir durch einen Geburtsschaden weitgehend deaktiviert.

Mein Schwester, ihrerseits der Meinung, dass Eifersucht „der Schatten des Herzens“ und ihr eigener Schatten auf jeden Fall subklinisch sei, sieht ganz andere Defekte. „Keine Eifersucht, keine Liebe“, sagt sie, und redet mein eben noch stolz strahlendes Lämpchen fast wieder in einen manifesten Minderwertigkeitskomplex.

„Ich bin eifersüchtig“, sagt ich, „rasend eifersüchtig. Sobald ich weiß, dass ich wirklich Grund dazu habe!“ – „Himmel, Du hast nicht mal das Wesen der Eifersucht kapiert“, stöhnt meine Schwester, „Eifersucht, jedenfalls gehobene, phantasievolle Eifersucht wie in unserer Familie üblich, ist eine Angst und keine primitive Gewissheit. Es ist die Furcht vorm Zahnarzt nicht der Schmerz, wenn er tatsächlich bohrt. – „Hübsche Metapher“, nicke ich und straffe die Schulter, „aber Dick bohrt nicht, da bin ich ganz sicher.“ – „Und wieso?“ – „Weil er es sagt. Und weil er alles hätte erklären könnte, wenn ich ihn ein einziges Mal mehr als drei Worte hätte sagen lassen!“ – „Du bist nicht meine Schwester, Du kannst unmöglich meine Schwester sein. Ich wette, Mutter hatte was mir dem Briefträger!“

Pathologisch, hab ich´s nicht gesagt?!

Aber um das noch mal zu betonen. Ich glaube wirklich, dass D. mich nicht betrügt. Vielleicht bin ich nur so auf ihn los gegangen, weil es so gut tat, einmal nicht die Böse zu sein, die, die immer noch viel zu oft an einen anderen denkt. Aber tief in meinem Innern weiß ich, D. ist ein Guter, ganz sicher. Die Frage, wann Naivität pathologisch wird, klären wir dann beim nächsten Mal.

16.01.2006 um 22:47 Uhr

Yoko Ono

von: Lapared

Love ist the answer, wie John Lennon so treffend sagte.

Aber stellen wir uns mal vor, Johns Ex-Flamme hätte Yoko Ono angerufen und ihr erklärt, dass sie, also die Flamme, einzig und allein die große Liebe vom guten John ist. „John, sage mal...“, hätte Yoko Ono vielleicht vorsichtig gefragt, „woher hat die miese Schlampe überhaupt meine Telefonnummer?“ - „I love you“, hätte John da mit zottelbärtigem Friedenslächeln gesagt, denn love is ja the answer. „John-Hase…“ daraufhin Yoko Ono, „das Mädchen klang verzweifelt aber nicht bekloppt, kann es sein, dass Du durch irgendein Verhalten ihre Annahme, sie sei Deine große Liebe, unterstützt – zum Beispiel durch Geschlechtsverkehr?“ Und John wieder: „I love you“, denn love is the answer. Ich wette, spätestens da hätte lovely Yoko ihrem Johnboy dermaßen eine mit der Bratpfanne gezimmert, dass er nur noch Give Peace A Chance geflötet hätte. Ich hingegen… ich habe im Vergleich dazu gestern Abend sehr gemäßigt reagiert. Im Gespräch mit D., das Curd Tratschelse Rock zwar richtig gehört aber etwas zu POintiert zusammengefasst hat.

Im Ernst, so böse war ich wirklich nicht. Es stimmt ja. Natürlich beantwortet es alle Fragen, wenn er sagt, dass er mich liebt. Im Prinzip. Aber Frauen denken eben manchmal sehr viel praktischer.

Irgendwie ist es verrückt. 119 hat immer gesagt, dass er mich nicht liebt. Aber ich war die einzige, die er nicht liebte. Da bin ich mir ganz sicher.

So Curd Rock, und jetzt komm bitte aus der Palme, oder Du heißt ab jetzt Tarzan Rock.

16.01.2006 um 13:26 Uhr

Curd Rock wieder im Sicheheit

von: Lapared

Zweim excellmetne Verstecke, da fimdet sie mich mie...

Image Hosted by ImageShack.us
(Curd Rock qusasi umsichtbar himter Wäschertopcknmer)

Image Hosted by ImageShack.us
(Curd Rock perpefkt getarmt im Topffplamze)

15.01.2006 um 22:46 Uhr

Curd Rock im Gefhar!!!

von: Lapared

Jetz habe ich richtig Amgst vor ihr. Gamz böse ist sie! Eim Furie! sie hat nämlich doch mit D. gespreochem, ich hab´s´gamz genau gehört, umd dabei hat sie geweimt umd gesagt, er soll sich seim I love you im Popo schiebem. Ich glaub, ich versteck mirch. Wemm ich mich im drei Tagem nicht melde bitte imformierem Scottlamd Yart.

15.01.2006 um 22:36 Uhr

Anwesende wie immer ausgeschlossen

von: Lapared

Ich arbeite, wie man so sagt, in der Dienstleistungsbranche. Deshalb muss ich häufig abends lange arbeiten und auch am Wochenende sehr oft ran. Der Kunde wartet nicht gern, das finde ich ganz normal. Was ich nicht normal finde: Warum müssen andere Dienstleister das nicht? Warum ist es mir, wenn ich arbeite, völlig unmöglich, mal zu „meiner Bank“ zu gehen? Oder zum Amt? Oder zur Post, um dieses verfluchte Päckchen abzuholen? Die machen um neun auf, da habe ich schon drei Meetings und zwei Einläufe hinter mir, und um achtzehn Uhr dicht, da hab ich Bergfest. Und über Mittag machen diese Schwerstarbeiter auch noch ein Stündchen Siesta. Um ja nicht dem Sturm der gestressten Idioten ausgesetzt zu sein, die die Mittagspause für Erledigungen nutzen wollen und dabei diese wirklich fiese Unruhe verbreiten. Wo man sich als Postbeamter doch mal gemütlich über sein burn-out-Syndrom ausbreiten will. Und bei den Kollegen Rat einholen, welcher Arzt einen besonders wachen Blick dafür hat.

Zum Hintergrund. Heute Vormittag habe ich mal einen vorsichtigen Blick in meinen Briefstapel geworfen. Tausend Sachen, die ich machen müsste, aber zu denen ich nicht komme. Wie schaffen andere das nur? Muss ich wirklich, wie Curd Rock meint, einfach nur eher aufstehen? Aber wozu? Um durch die verschlossene Tür dem Afrikaner zuzusehen, der seit vier Uhr morgen für 6 Euro die Stunde in irgendwelchen Behörden die Böden schrubbt? Und der nichts lieber täte, als mir stattdessen um acht Uhr mein Päckchen zu geben?

Nein, ich hatte heute keinen Crash mit Babsi. Und mit D. habe ich auch nicht gesprochen, das kann warten, bis wir uns persönlich sehen. Es ist einfach nur… es ist einfach nur… ist doch wahr.

15.01.2006 um 13:39 Uhr

Im gute Hämde abtugebem

von: Lapared

Bezaubermde Curd Rock,, chamrant, gepfelgt, gebilldet, famtastisch aussehmend sucht neue Bliebe. Der neu Besizter sollte eim groß Sofa habem, passemd zu meim schöm groß Augem (unzugskartombraum) umd mein karrierte Mäntelchem. Viel Zeit gamz für kleime liebeCurd Rock alleim. Umd eim Pool.

Bewebrumben mti Lichtblid von Pool bitte am_:

Curd Rock
Große Haus gemgemüber vom Konditorei
3. Etagem, wießes Sofa
Riesigem Stadt

15.01.2006 um 09:02 Uhr

Curd Rock im Bezsiehumgskrise

von: Lapared

Sie pemmt umd pemmt und pemmt,,,.,... Und dammsteht sie gelcih auf, um muss gamz schnellm zu Arbeit... umd keim Wort, keim Blick frü Curd Rock… das ist doch keim Beziehumg…

Ich bim so allleim.

Aber wemigstems hat sie nichtr die Luft so schelcht riechem gemahct.

15.01.2006 um 06:05 Uhr

schom 5 nahc sechz

von: Lapared

Sie hatte es nir verbprochem! Aber sie pemmt eimfach wieter. Ich bim böse...

14.01.2006 um 19:47 Uhr

Working Girls

von: Lapared

„Vielleicht sind wir einfach diese Generation Frauen, die noch nicht auf lebenslängliches Arbeiten programmiert ist", sage ich. „Unsere Mütter waren noch ganz selbstverständlich Hausfrauen, unsere Töchter werden ganz selbstverständlich ihr Leben lang ihre Jobs machen, nur wir, wir sind diese Hybriden dazwischen“. Meine Schwester seufzt, sie ist genauso erledigt wie ich. „Stimmt“, sagt sie, „uns hat man zwar beigebracht, dass Frauen genauso einen guten Beruf und Erfolg haben sollten, das schon, aber nur bis wir dann irgendwann einen Mann mit noch besserem Beruf und noch mehr Erfolg gefunden haben, der uns ernährt, während wir uns zurücklehnen, und schnell, bevor die Zeit ausläuft, noch ein paar Stammhalter rauspressen.“ – „Eben. Und deshalb geht uns auch um die 40 irgendwie die Puste aus im Job, wir sind auf länger nicht eingestellt, wir haben unser Pulver verschossen, wir sind abgegangen, wie die Raketen, haben bewiesen, was zu beweisen war, aber nun möchten wir bitte für den Rest unseres Lebens leise summend Kackwindeln wechseln. Und endlich Frieden haben.“ – „Ich bin so müde“, sagt meine Schwester. – „Ich auch“, sage ich. – „Hast Du wenigstens morgen frei?“ – „Nee, Du?“ – „Nee.“ – „Vielleicht haben wir auch einfach nur die falschen Jobs.“ – „Kann auch sein.“ – „Weißte noch, früher, da wollten wir Skilehrerin werden!“ – „Und einen Skilehrer heiraten, mit dem wir dann eine kleine Pension irgendwo hoch in den Bergen hätten“ – „Und zwei kleine Mädchen, die morgens den entzückten Gästen das Frühstück servieren.“ – „Während wir noch pennen! Mensch, warum haben wir das eigentlich nicht gemacht?“ …

Ja, so hört sich das an, wenn working girls langsam in die Jahre kommen. Aber nach diesem Anruf gestern von M., fühle ich mich in der Tat plötzlich sehr erschöpft. So als wenn dich in der Nacht nach dem Supermarathon plötzlich einer weckt und sagt: Aufstehen! Weiter laufen! Ich meine, dass D. nicht der Mann ist, der mich vom Joch der Erwerbstätigkeit befreit… okay, gebongt. Ich werde schon einen Job finden, für den die Puste auch die nächsten zwanzig Jahre noch reicht. Vielleicht, weil er einfach Spaß macht. Aber das Bedürfnis, mich zurückzulehnen, das hatte ich trotzdem. Nicht zum „Nachkommen rauspressen“ unbedingt. Sondern, weil ich nach all den Jahren wirklich müde bin und gehofft hatte, ich wäre endlich angekommen. Endlich zuhause, das wär zu schön gewesen. Aber ich weiß nicht, ob es ein gutes Zuhause ist, in dem von Anfang an die Nachbarin stört. Frau M. von nebenan, die mich an meinem heiligen Freitagabend rausklingelt und behauptet, dass mein Zuhause ihr Zuhause ist. Und dabei so verzweifelt ist, so herzergreifend traurig, dass ich sie beinahe rein bitten möchte, ich blöde Kuh. Anstatt mein Zuhause zu verteidigen. Anstatt ihr die Tür vor der Nase zuzuhauen. Wie man das tut, wenn man sich wirklich sicher ist, dass es das eigene verdammte Zuhause ist.

Genial. Wie schaffe ich das nur? Am Ende bin immer ich das Problem. He, Lpunkt, das ist immer noch seine Affäre nicht Deine. Und das eigentlich Interessante ist doch, ob ER ihr die Tür vor der Nase zuhaut, oder?

Umd vor allmen ist das keim Grumtd, Deim Mitbewohmer zu vergipftem umd wieder zu raucchem. Das schadet meim teint und aucch dem kleim Baby bom Nil.

Ich lass es wieder Curd, versprochen.

Umd das Saupfme auch.

Das auch.

Und morgem stehs tu um sechz auf umd gehst vorm Arbeit mit mir zum alt Wasser.

Um sechz. Jawohl.

Höm.