Anleitung zum Entlieben

12.02.2006 um 17:01 Uhr

Curd Rock- Romanticker

von: Lapared

Sie will ems nicht zugebme, aber es ist so. Sie leibt nur mich. Gemau wie ich. Gemeimsamkeiten simd ebem das Wichtigste im eimer Bezieuhumg. Höm.

Ich werde iHr eoim gamuz schömes Valemtinsgeshcmek machen. Ich demke am ein Karte. Har har. Spass nuss seim...

°__° (meim neu LOgo)

12.02.2006 um 16:54 Uhr

Valentinstag - Spezial

von: Lapared

„Dick“, sage ich, „ich habe gestern drei Karten von Dir bekommen, vielen Dank! Was Du drauf geschrieben hast, ist sehr, na ja… surreal, aber die Bilder sind hübsch.“ – „Echt, die ersten drei sind schon da?!“ – „Die ersten drei…?“ – „Ich habe Dir dreißig Postkarten zum Valentinstag geschickt! Sie sind durchnummeriert, unten links die kleine Zahl, den Text liest Du am besten, wenn alle da sind.“ – „Dreißig? Das ist ja, puuhhh… das ist viel… das ist…das ist…“ – „Zuviel?“ – „Naja, ich wundere mich ein bisschen, ich meine… es ist sehr lieb, wirklich, aber… vor zwei Tagen, erinnerst Du Dich, vor zwei Tagen da hattest Du mir versprochen… ich hatte Dich gebeten, ein bisschen weniger zu machen, weißt Du noch, weniger SMS, weniger I love you, weniger please, call me…“ – „Soll das heißen, ich darf Dir keine Karten schreiben? Was stört Dich an Karten?“ – „Tut mir leid, vergiss es, sorry…“ – „Was soll ich denn noch tun?“ – „Entschuldige, ich bin nur ein bisschen… das ist süß mit den Karten.“ – „Nein, sag schon, was soll ich noch tun?“ – „... …“ – „WAS?“ – „NICHTS, verdammt! Dick, begreifst Du denn nicht? Ich bitte Dich, dass Du mich ab und zu einfach in Ruhe lässt! Du versuchst ständig, durch irgendetwas meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Meistens durch sehr liebe Sachen, hinreißende Sachen, aber Gnade mir Gott, wenn ich darauf nicht reagiere, hoho! Dann hagelt es SMS, und die sind dann nicht mehr so nett, die sind fordernd und vorwurfsvoll oder - wenn das nicht hilft - wahnsinnig dramatisch. Du willst mich zwingen zu reagieren, Du willst mich zwingen, Dich anzurufen, wenn schon nicht, weil mich die Zärtlichkeit übermannt, dann eben weil ich vor Wut platze, Hauptsache ich melde mich. Aber Dick… das ist in meinem Falle eine ganz beschissene Strategie, hörst Du, ganz beschissen, das Falscheste, was Du machen kannst!“ – „Gemau! Lchem arbietet Tag umd Nacht, , sie hat michmal Zeit für mich!“ – „Curd, halt Dich daraus! Und Du Dick…“ – „Du bischt wie eim Baby!“ – „Schnauze, Curd! Dick…Alles, worum ich Dich bitte, ist, ab und zu einfach mal NICHTS zu tun!“ – „Du mervst umheinlihc!“ –„Curd!… Im Ernst Dick, wenigstens während ich arbeite, ein, zwei Tage einfach mal NICHTS, ist das zuviel verlangt?“ – „Aber es ist doch Valentinstag!“ – „Genau, Valentinstag, und jetzt weißt Du ja, wodurch Du mir eine Freude machen kannst.“ – „Durch NICHTS, hm?“ – „Nichts wäre ein Traum, Liebling.“ - „Aber die anderen 27 Karten sind unterwegs!“ – „Macht nichts. Dann vielleicht nächstes Jahr...“

Das ist es, was ich meine. Ich rufe an und will einfach nur ein bisschen nett reden. Aber irgendwie funktioniert es nicht. Und das Anstrengenste ist nicht das Telefonat an sich. Sondern dass es mich hinterher noch Stunden beschäftigt. Weil ich denke, man Lchen, Du Rindvieh, davon träumen viele Frauen bestimmt, dreißig Postkarten zum Valentinstag! Und das nach fast vierzig Jahren ohne eine einzige, nicht eine (oder zählt ein post-it „Tag der Liebenden… wanne fuck? R.“). Also warum freue ich mich nicht einfach, dass da oben endlich irgendwer bemerkt hat, dass ich bisher nichtmal auf der Nomierungsliste für Valentinskarten stand, und dass er versucht, diesen skandalösen Schnitzer auszubügeln?

„Weil Du mur mcih gamz alleim liebst, mur mich!“ – „Fresse, Curd.“