Anleitung zum Entlieben

05.06.2008 um 17:02 Uhr

Drei Highlights

von: Lapared

So. Wo fang ich an. Ein aufregendes Ereignis jagt ja hier das nächste, und ins Freibad muss ich auch noch... Puuuh.

Die Lesung. Ja, das war was, das war was.

Es waren so etwa hundert Menschen da. Neunundneunzig mehr als ich normalerweise um mich haben kann, ohne heimlich Fluchtpläne zu schmieden. Aber dies waren ja besondere Menschen. Menschen, von denen keinerlei Gefahr ausging. Menschen, von denen niemand ankommen und Na, Du auch hier? sagen würde. Ich hasse es, wenn man zu mir Na, Du auch hier? sagt. Auf Partys zum Beispiel. Da wäre es mir lieber, jemand würde mich mit Hi, erklär mir mal den Zitronensäurezyklus ansprechen, das brächte mich weniger ins Stottern, ich bin doch so eine Smalltalk-Pfeife, aber diesmal hatte ich meinen Text ja dabei. Im Buch. Und niemand würde zum Autor während der Lesung Na, Du auch hier? sagen, da war ich ziemlich sicher. Herrlich, nie war ich entspannter in so großer Runde (und gleichzeitig nüchtern). Schade nur, dass WE nicht dabei war. Er wollte lieber zuhause bleiben, weil er sich dort „viel besser aufs Daumendrücken konzentrieren könne“. Verständlich. Trotzdem schade, irgendwie.

Dann das Interview.

Das Interview mit brigitte.de. Hätte ich doch bloß nicht geschrieben, dass ich mich auf die Couch setze und Selbstgespräche führe. Frau Lpunkt, ich hab gelesen, Sie haben sich selbst interviewt, was haben Sie sich denn gefragt? eröffnete die charmante Journalistin das Gespräch. Och, na ja… wissen Sie, das kommt drauf an... Schon stand ich auf dem Schlauch. Ich hatte mich doch kurzfristig umentschieden, dass die beste Interview-Vorbereitung ein Nickerchen wäre. Um die Gehirnzellen für die kommenden Herausforderungen zu schonen. Mist. Aber es ging dann trotzdem irgendwie.

Und je länger es dauerte, desto mehr kam ich in Plauderstimmung. Und fühlte mich angenehm zurückversetzt in die herrliche Zeit mit Stöckchen. Damals. Sie erinnern sich? Stöckchen, meine liebenswerte Analytikerin. Und Stöckchen II hatte sogar alles, was ich an Stöckchen I immer vermisst hatte: Freundlichkeit, Zeichen von aufrichtigem persönlichem Interesse, Puls… Kurz: eine sehr angenehme Begegnung, ich konnte 90 Minuten nur über mich reden (da steh ich ja drauf, das muss ich Ihnen nicht sagen!), ohne die störende Verpflichtung irgendwann „Und selbst?“ zu fragen. UND ohne die Verpflichtung, irgendwann 92,50 Euro zu zahlen (wir erinnern uns: Stöckchens Stundensatz). Wunderbar.

Also, zwei echte Highlights in meiner kleiner Welt, und WE hat sogar „Na, wie war´s gefragt?“ UND war beim Interview fast dabei. In nur 300 Metern Entfernung hat er am Hafen gesessen, gewartet und Daumen gedrückt. Drei Highlights also, genau genommen.