Anleitung zum Entlieben

12.01.2013 um 14:15 Uhr

Wegen Emsigkeit (!) schon heute

von: Lapared

Nachdem ich letzte Woche so vollmundig meine neue Zufriedenheit heraus posaunt hatte, rief mich meine gute alte Freundin an. Ganz aufgebracht. „Lchen, wenn ich als gute alte Freundin das mal sagen darf… Für mich klingst du nicht zufrieden, sondern latent depressiv!“ – „Ach, was?!“ – „So pseudomild und antriebsarm. Wenn du mich fragst, tut dieser Half dir nicht wirklich gut.“ – „Nicht?“ – „So weit ich das sehe, hat die Misere mit ihm angefangen!?“ – „Äh, welche Misere jetzt genau…?“ – „Du schreibst keine Bücher mehr, verdammt! Dein Blog dümpelt dahin wie eine Segeljolle auf dem Ozean der Langeweile! Deine einzigen Ziele im Leben sind schwimmsportlicher Art! Und früher warst du so ein heißes Teil, bissig wie ein Yorkshireterrier!“ – „Wuff!“ – „Im Ernst! Was hat der Typ mit dir gemacht! Ich vermisse das gute alte, ewig unglückliche Lchen, den grundaggressiven Wadenbeißer, die fleißige Biene! Was soll dieses Sternschnuppen- und Gesundheitsgefasel? Du klingst wie die Lieblingsautorin der Frauen aus Stepford!“ Meine Freundin schimpfte sich warm.

Ich weiß natürlich, dass ein Körnchen Wahrheit in ihren Schmähungen schlummert. Kummer macht mich anscheinend kreativer als Friede Freude Eierkuchen - wem geht das denn nicht so?! Trotzdem bin ich nicht so unproduktiv, wie es aussieht, das möchte ich mal betonen. Gleich zum Beispiel fahre ich nach Berlin und treffe eine tolle Regisseurin. Jawohl. (Deshalb poste ich ausnahmsweise auch schon heute, morgen bin ich emsig.) Es gibt zwar noch keinen neuen Roman, aber Lpunkt schläft nicht. Lpunkt hat, wie man heute so sagt, spannende Projekte. Und irgendwann schreibe ich auch das nächste Buch, versprochen. So lange dümpel ich hier ein bisschen weiter. Wer möchte, macht mir die Freude und dümpelt mit.