Anleitung zum Entlieben

15.08.2010 um 14:30 Uhr

Beim nächsten Karl...

von: Lapared

Männer haben es natürlich auch nicht leicht. (Das ich so noch mal einen Eintrag beginnen würde – ich werde alt…) Sonst würden sie sich ja nicht dermaßen zum Idioten machen. Ich frage mich jedenfalls, ob ich nicht auch ein bisschen Schuld bin, dass dieser Mann aus dem Schwimmbad (nennen wir ihn Karl) sich so bekloppt verhalten hat.

Die Geschichte geht jetzt eigentlich schon seit zwei, drei Jahren. Karl ist regelmäßiger Schwimmer wie ich und versucht regelmäßig, mich im Becken in Plaudereien zu verwickeln. Ohne Erfolg. Ab und zu passt er mich am Beckenrand beim Verschnaufen ab und fragt, hallo, wie geht´s und ich sage, gut, danke und selbst und bin schwupp wieder weg. Genug verschnauft. Ja, ich weiß, ich habe immer gesagt, ich würde meinen Mann im Wasser finden. Aber er ist es nicht, da bin ich ganz sicher. Zwar ist er ein durchaus attraktiver Mann, aber schlicht und einfach nicht mein Typ. Sorry, Karl.

Einmal traf ich ihn dann nach dem Schwimmen auch im Pennymarkt. Damals war ich noch so naiv zu glauben, dass das ein Zufall war. Karl wollte mich zu einem Kaffee einladen. Aber ich sagte freundlich nein danke, ich möchte keinen. Denn er ist, erwähnte ich das schon, nicht mein Typ.

Trotzdem fühlte sich Karl gemüßigt, mir seine Telefonnummer zu geben. Falls ich es mir mal anders überlege. Um mit seinem Anliegen nicht in Vergessenheit zu geraten, steckte er mir manchmal Klümpchen in die Schwimmtasche am Beckenrand und tollte ausgelassen neben meiner Bahn herum wie eine junge Forelle. Süß. Ich rief ihn trotzdem nicht an, denn eins sollte ich vielleicht erwähnen: Er ist nicht mein Typ.

Dann - vor ein paar Wochen - hatte ich zusammen mit meinem Schwimmstil auch meine Schwimmgewohnheiten fundamental geändert. Ich schwamm nicht mehr regelmäßig mittags, sondern täglich zu anderen Zeiten. Das neue Lchen: flexibel, flink, dynamisch. Karl fürchtete wohl, mich aus den Augen zu verlieren und fühlte sich in die Offensive getrieben. Sodass es eines Tages an der Haustür klingelte. Blumen für Frau Lpunkt, sagte ein Stimme. Ich dachte sofort an Frau Kpunkt, der ich das Auto geliehen hatte, ahnte Böses, doch es kam schlimmer. Zwei Minuten später stand er vor meiner Wohnung: Karl. Mit Blumen. Auf die Frage, woher er wisse wo ich wohne, sagte er, er sei mir nach dem Schwimmen gefolgt - und laut ertönten die Alarmsirenen über meinem Gehirngelände, STALKSTALKSTALK! Was für eine Unverschämtheit! Was für ein Übergriff! Und das bei Penny war auch kein Zufall! Mein Puls schnellte auf 780.

Aber dann dachte ich, nun bleib mal auf dem Teppich, Lchen. Ich überlegte mir, wie viel Mut es diesen Mann gekostet haben musste. Und dass ich dasselbe Verhalten von George Clooney oder einem anderen Mann, der mein Typ wäre, vielleicht nicht dreist und übergriffig fände, sondern kühn und verwegen. Ich überlegte mir, wie oft in meinem Leben Männer mir wohl noch nachfahren und Blumen schenken würden. So toll bin ich auch nicht und man wird ja nicht jünger. Und davon abgesehen wollte ich den schüchternen Karl vor den kernigen Handwerkern, die den Hausflur für die Fernwärme aufstämmten, nicht so blamieren. Also habe ich zumindest kurz mit ihm geplaudert, mich nett bedankt und ihn dann freundlich verabschiedet: Also dann, man sieht sich bestimmt irgendwann mal beim Schwimmen. (Kein: Ich ruf dich an, kein: Wir wollten doch immer mal einen Kaffee trinken…) Und Tschüss.

Finden Sie den Fehler?

Richtig, freundlich, freundlich war falsch. Das merkte ich ein paar Tage später. Da klingelte es und eine Stimme unten an der Haustür: Päckchen für Frau Lpunkt. Und ich falle wieder drauf rein. Schließlich erwartete ich noch immer den weißen Sommerrock, den ich Anfang Juni online bestellt hatte (in M nicht in L), und den ich nach der wochenlangen Umtauschaktion nun eigentlich nicht mehr brauche. Doch wer war es? Nicht der Hermes-Bote sondern Karlo Casanova schon wieder, den brauche ich noch weniger.

Aber diesmal war ich klüger. Diesmal weigerte ich mich, das Päckchen anzunehmen. Ich sagte einfach nein danke und machte Karl die Tür vor der Nase zu. Handwerker hin, Demütigung her. Dann drückte ich mein Ohr an die Tür und lausche. Der geistreiche Kommentar des Chef-Maurers ließ nicht lange auf sich warten: „Frauen… Erst sind sie freundlich und dann lassen sie dich plötzlich abblitzen.“ Natürlich, Männer halten zusammen. Und eine andere Stimme, ich erkannte die vom schüchternen Karl, sagte: „Blöde Kuh.“

Und was lernt man daraus:

Zwischen Frauen und Männern mit Blumen hat Freundlichkeit nichts zu suchen. Entweder man steht auf sie oder man haut sie ihnen gleich um die Ohren. Nein, nein, ist gar nicht wahr… Ich hätte einfach sagen müssen: Danke Karl, sehr nett, sehr mutig, aber… DU BIST NICHT MEIN TYP. Auch das kann man ja freundlich sagen. Klare Botschaften, Lchen, klar und freundlich! Na, vielleicht beim nächsten Karl, sollte noch einer kommen…

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenJuna schreibt am 15.08.2010 um 15:22 Uhr:Lustig erzählt, aber eigentlich ist es nicht lustig. Ich würde ausflippen, wenn mir einer hinterherfahren würde, nachdem ich ihm schon gesagt habe, dass ich KEINEN Kaffee mit ihm trinken möchte. Dann brauche ich auch keine Blumen und Päckchen ebenso nicht. Ich denke nicht mal, dass es mutig ist, dir so auf die Pelle zu rücken. Mit einer klaren Frage im Schwimmbad hätte er gleich gewusst, dass nix zu machen ist. Ich finde es grenzwertig, was er gemacht hat. Keinerlei Senisibilität dafür, dass er nicht gewollt ist.

    Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis: auf einem beruflich bedingten Empfang mischte sich ein Mann in unser Grüppchen. Am Ende des Abends tauschte ich mit einer Frau Visitenkarten aus, er wollte auch gleich eine. Ich behauptete, das sei meine letzte gewesen. Ich solle ihm meine Tel.-Nr aufschreiben. Ich schrieb meine Büronummer auf und nur den Vornamen (war schon außergewöhnlich blöd von mir). Er rief am nächsten Tag an, hatte meinen Chef dran und der Trottel nannte ihm beflissen meinen vollständigen Namen.Über drei Jahre bekam ich immer wieder Anrufe von diesem Kerl. Anfangs sagte ich freundlich, ich wünsche keinen Kontakt und keine weiteren Anrufe. Dann brüllte ich ihn an, er solle mich in Ruhe lassen. Dann legte ich nur noch wortlos aus und dankte Gott, dass ich wenigstens meine Adresse nicht im Telefonbuch veröffentlicht hatte. Ich bekam richtug Schiss vor dem Typen. Eines Tages begegnete ich ihm sogar zufällig noch am Bahnhof, mir brach der Schweiß aus. Er quatschte mich sofort an und ich sagte, er solle mich gefälligst in Ruhe lassen. Und dann wurde er widerwärtig und bedrohlich. Ich bin im getreckten Galopp zu meinem Auto, dabei hätte ich kühlen Blutes zur Bahnhofspolizei gehen sollen.

    Also wie gesagt, lustig ist das nicht und eins sage ich dir noch: solche Karls braucht die Menscheit nicht. Und er wird definitiv nicht der letzte sein, der von dir hingerisen sein wird.
  2. zitierenphash schreibt am 15.08.2010 um 16:51 Uhr:mittlerweile glaub ich auch, dass freundlichkeit das blödeste ist, was man in so einer situation bringen kann, da anscheinend vielen karls dieser welt das gefühl dafür fehlt, ob der andere an einem kontakt interessiert ist. ich hab auch gerade so einen kleinen 'stalker'. er versucht es aber über die freundschaftsschiene, was es mir sehr schwer macht 'nein, danke' zu sagen. wie soll man denn jemandem eine freundschaft abschlagen? mittlerweile bin ich richtig gereizt, wenn ich ihn nur von weitem auf der straße sehe. fühl mich irgendwie hilflos...
  3. zitierenkaddelkat schreibt am 15.08.2010 um 21:14 Uhr:lchen mit mgröße, hast mich am sonntagabend zum lachen gebracht! und nehms nich so bierernst. aber nehm doch folgendes mit: dass es kerle gibt, die sich ins zeug legen. o-kay, er hätts beim schwimmbad belassen solln. grenze überschritten, nem 110-anruf noch mal davongekommen. und ja, klar: klar!!!! und freundlich is die richtige art. eben fair und trotzdem respektvoll. sind wir alle nich mal so verstrahlt, dass man die winks mit dem zaunpfahl nich sehen will bzw. kann?! und ja, nimms für dein ego mit, für den nächsten karl, der sich vielleicht dann als nen kerl rausstellt, zu dem du klar und freundlich "ja gerne, nen kaffee wär prima!" sagen magst...kaddelkat
  4. zitierenMinerva schreibt am 15.08.2010 um 23:09 Uhr:versteht dich da völlig! =)
    Aber lass es dir gesagt sein, mit einer ehrlichen Aussage,
    wie "Du bist wirklich nicht mein Typ!",
    kann man auch noch einiges falsch machen..
    Kenne da leider Typen, die danach noch denken
    "Hach, sie sagt das nur so... das ist ein vielleicht.. jetzt streng ich mich mehr an.."
    Man(n) verstehen fällt schwer =)

    Liebe Grüße
  5. zitierenKarl schreibt am 16.08.2010 um 09:22 Uhr:Du bist auch nicht mein Typ.
  6. zitierenjenny schreibt am 16.08.2010 um 09:32 Uhr:Ohja... sowas kenne ich auch, nur ein bisschen anders: Ein Kollege war wohl sehr angetan von mir. Eigentlich hatte wir eine nette, freundschaftliche Beziehung aber er wollte mehr. Nur das er auch überhaupt nicht mein Typ war. Ich glaub ich hätte ihn nur anpusten müssen und er wäre wie ein Baum umgefallen. Aber er hatte nicht lockergelassen. Nachdem er mir in der Ubahn vor allen Leuten seine Liebe erklärt hat und dabei auch noch kräftig auf die Tränendrüse gedrückt hatte, war es einfach zuviel. Freundschaft hin oder her, aber eine verbale Kastration musste her: "Das find ich ja ganz lieb von Dir, aber das wird nichts. Für mich bist Du wie ein kleiner Bruder." Sein schmerzverzehrtes Gesicht werde ich niemals vergessen, ebenso die blöden Gesichter der anderen Leute. Tat mir ja auch leid, aber auf emotionale Erpressung kann ich einfach nicht.
  7. zitierenLapared schreibt am 16.08.2010 um 09:54 Uhr:@Karl: Halleluja!
  8. zitierenHedera schreibt am 16.08.2010 um 10:55 Uhr:ja komisch gell, dass es Menschen gibt (ich behaupte mal dreis, zu 99,99999% Männer, die nicht erkennen können, wann man nur zu höflich ist direkt die Verbalpeitsche rauszuholen (Verpiss dich!) und annehmen wollen, dass da doch noch was geht. So nach dem Motto, sie ziert sich extra also bagger ist bis sie mir verfallen MUSS. Man merkt doch direkt, ob einem jemand wirklich freundlich zugetan ist und interesse hat und wann nicht. Aber Karl gehört definitiv zur Liga der Nichtmerker. Und nachgehen (ohne das du es gemerkt hast) und vor der Tür rumlungern (wahrscheinlich dachte er, dann KANN sie ja nicht nein sagen) - das ist wirklich schon fast beängstigend.
    Hoffentlich bist du ihn wirklich "los"!!!
  9. zitierenKarl schreibt am 16.08.2010 um 11:14 Uhr:@Lapared: aber darum geht´s doch auch gar nicht. Trotzdem tut´s mir leid, wenn ich dich belästigt haben sollte. Ein Stalker bin ich aber deswegen noch nicht.
  10. zitierenIrodeschi schreibt am 16.08.2010 um 12:12 Uhr:Ich finde, man kanns auch beim nächsten Mal immer noch zuerst mit Freundlichkeit versuchen. Ich fand den Verlauf völlig in ordnung so und man muß ja nicht wirklich jeden gleich anzicken. Klare Ansagen kann man immer noch treffen, wenn´s einem zuviel wird.
  11. zitierenGast schreibt am 16.08.2010 um 14:59 Uhr:
    Karl:Du bist auch nicht mein Typ.

    xD
  12. zitierenVolker schreibt am 16.08.2010 um 15:56 Uhr:Ich bin ein Mann, der sich gut in Karls Haut hineinversetzen kann.
    Karl, ich möchte dir hiermit mein Mitgefühl ausdrücken.
    Du hast nichts falsch gemacht, du hast einer Frau, in die du dich verguckt hast, nach allen Regeln der Kunst den Hof gemacht.
    Und was ist der Lohn? Die blöde Kuh lässt dich abblitzen vor Publikum. Diese Erniedrigung.
    Die Frauen im Blog machen sich lustig über dich. Das ist nur halb so schlimm.
    Absolut pervers ist jedoch, dass du, ein absolut harmloser, liebestoller, schüchterner Mensch, eiskalt in die Kategorie "Stalker" gepackt wirst. Zu einem Horrorwesen, einem Kriminellen aufgeblasen wirst.
    Das ist verkehrte Welt, Hysterie in Reinkultur.
    Ich würde es dir nicht übelnehmen, wenn du jetzt denkst: "Geschieht der blöden Kuh recht, dass sie keinen Kerl findet"
    Ich drücke dir die Daumen, dass du dich nach zwei/drei Monaten der schlimmsten Selbstzweifel, der Depressionen wieder einigermaßen gefangen hast.
    Schreib doch ein Buch, wenn du drüber hinweg bist. "Anleitung zum Entlieben. Für Männer"
  13. zitierenKarl schreibt am 16.08.2010 um 15:58 Uhr:@Irodeschi

    Vielen Dank! So hochgezüchtete Nordluftzicken sollte man nie ohne Aufsicht unters Volk lassen. Meine Meinung und Gott sei Dank gibt´s noch andere die so denken und auch andere Mütter mit schicken Töchtern.
  14. zitierenfortuna schreibt am 16.08.2010 um 17:19 Uhr:Wo sind denn die ganzen Curd Bilder hingekommen?
  15. zitierenFriedrich schreibt am 16.08.2010 um 19:35 Uhr:@Volker: Den Hof gemacht? Nachspionieren ist nicht den Hof machen. Wenn eine Frau keinen Kaffee mit Dir trinken will und Dich nicht anruft, obwohl sie Deine Telefonnummer hat, dann solltest Du sie in Ruhe lassen.
  16. zitierenLapared schreibt am 16.08.2010 um 19:44 Uhr:@fortuna: Ich tippe auf einen Sabotagakt ;) Im Ernst, ich weiß es auch nicht... ich komme gar nicht mehr an meinen Bildaccount... ;((
  17. zitierenMinerva schreibt am 16.08.2010 um 20:11 Uhr:@ Irodeschi:
    Scheinbar hat er vorher nicht gemerkt, dass es ihr schon zuviel WURDE!

    Bei einer klaren Ansage, bekommt Frau oft sehr vulgäre Ausdrücke an den Kopf geworfen. (Eigene Erfahrung)

    Fakt ist, Zuneigung kann man nicht erzwingen, und wenn es das männliche Ego nicht verkraftet, mal nicht "gewollt" zu werden, dann wird gleich scharf geschossen.
    Armutszeugnis!
  18. zitierenMartina schreibt am 16.08.2010 um 20:20 Uhr:Tja, wenn man der/die ist, der/die nichts will, kann es nervig und manchmal auch sogar beängstigend sein - habe ich auch schon erelebt -, aber es sind nicht immer nur die Männer die es nicht schnallen.

    Seien wir doch mal ehrlich Mädels....

    Wenn wir wirklich verknallt sind, dann kriegen wir die Zeichen doch auch nicht oder nur sehr langsam mit, oder?
    Er meldet sich nicht auf eine SMS oder ruft nicht/erst nach Tagen zurück?
    Naja, er hat halt viel zu tun.

    Er hat keine Zeit für ein Treffen?
    Naja, der Job ist schon hart und nächste Woche liegen wichtige Termine an.

    Wenn er sich dann doch mal (aus Höflichkeit) meldet, dann lodert gleich das große Feuer auf und wir denken, dass er es jetzt endlich geschnallt hat, dass wir die Nummer 1 für ihn sind und gedanklich schmieden wir schon große Pläne.

    Mal ganz ehrlich! Hat das noch keine von euch bei sich und/oder einer Freundin erlebt?
  19. zitierenJuna schreibt am 16.08.2010 um 22:13 Uhr:@ Martina

    Na klar kennen wir das. Aber verfolgen wir Männer bis nach Hause, nachdem wir im Schwimmbad schon oft erlebt haben, dass er sich auf kein Gespräch einlässt? Wenn wir uns bei Penny eine Abfuhr holen, weil er keinen Kaffee mit uns trinken will, drängen wir ihm dann noch unsere Telefonnummer auf? Verfolgen wir ihn dann bis vor die Haustür und stehen dann mit einem Blumenstrauß vor der Tür? Gehen wir ein paar Tage später wieder hin, um ein Geschenk abzuliefern? Nö, das tun wir nicht.

    Es ist ddoch eine ganz andere Preisklasse, was der gute Karl da veranstaltet, als auf Anrufe zu warten und dem nach Tagen erfolgten Anruf überzuinterpretieren.
  20. zitierenGast2 schreibt am 16.08.2010 um 23:13 Uhr:Karl, Karl, Karl, ..., wenn Du es denn bist und nicht nur ein anderer peinlicher Vertreter dieser gewissen Spezies. Schon mal was von Souveränität gehört? Nein? Dacht ich mir. Denn wenn Du die gezeigt hättest, dann hätte das Lchen vielleicht zumindest ein ganz klein wenig beeindruckt. Nicht soweit, dass ihr zusammen gekommen wäret, das hängt nun mal auch von anderen Dingen ab (z.B. Gefühl, Sympathie, das gewisse Etwas etc.). Aber vielleicht hätte sie dann wenigstens gedacht "Er nimmt's wie ein Mann".

    @Volker: Warum hasst Du Karl eigentlich? Was hat er Dir getan, dass Du ihm so einen Bullshit-Rat gibst? Warum willst Du, dass er bei der nächsten Frau wieder auf die Nase fällt, anstatt er was draus lernt? Man, man, man ...
  21. zitierenJuli schreibt am 16.08.2010 um 23:59 Uhr:Mich regt was ganz anderes auf: Lchen, warum nimmst du den Mann sofort in Schutz, warum suchst du den Fehler bei dir? Diese Frage ist so typisch weiblich: Was habe ich falsch gemacht, dass ER sich so blöd verhält? Die könnte von meiner Mutti sein. Und schon gar nicht sollte man gleich so einsteigen. Die gesunde Reihenfolge ist: Aufregen, Schimpfen, Losdonnern - und dann ganz zum Schluss einräumen, dass man selbst vielleicht auch Fehler gemacht hat, vielleicht.
  22. zitierenLeonie schreibt am 17.08.2010 um 14:00 Uhr:sich klar und freundlich ausdrücken führt aber meist dennoch dazu, dass der werte Herr gekränkt und eingeschnappt ist. Allerdings lässt er dich dann auch meist in Ruhe.

    Zum Thema Hartnäckigkeit: An sich eigentlich lobenswert, aber Man(n) sollte auch mal drauf achten, wann er Perlen vor die Säue schmeisst oder sogar noch viel schlimmer: Sich selbst ins AUS oder in die Rolle eines Stalkers manövriert. Ich gebe zu, die Grenze ist sehr schmal, aber wenn Man(n) ein bischen Sensibilität im Körper hat, sollte er das schon merken. Und wenn nicht, dann muss er sich nicht wundern, wenn man ihm die Tür vor der Nase zuwirft.
  23. zitierenIrodeschi schreibt am 17.08.2010 um 15:59 Uhr:Hm, hm....

    Vielleicht bin ich ja völlig weltfremd und lebe in fernen Universen. Oder habe keine Ahnung, warum eine harmlose Flirterei, die nicht gleich nach dem ersten Rückschlag aufgegeben wird, sooo schrecklich ist, dass der arme Kerl gleich mit Zeter und Mordio rechnen muß. Ich finds schon niedlich, was er da veranstaltet hat und ok, er hat nicht gleich gemerkt, dass er chancenlos ist (wer will das schon gerne sofort verinnerlichen). herrjeh...steinigt ihn, den haltlosen Menschen, der sich wahrscheinlich mit hochroten Wangen schwört: Nie wieder! Und was habt ihr dann? Jungs, die nach dem ersten schüchternen Versuch gleich die Flinte ins Korn werfen. Auch nicht gut? hm? Ja, was nun? Ist doch nix passiert, meine Güte, man kann sich auch künstlich echauffieren. und entschuldigt meine Reaktion, aber manchmal kann ich diese abwertenden Äußerungen, die hinter jedem Menschen nur das Ärgste und Schlimmste vermuten, nicht mehr lesen. Wenn man nicht ein kleines bißchen Vertrauen in das Gute im Menschen hat...ja, was hat man dann noch? Pures Mißtrauen? Stalker...also wirklich. Das sind ganz andere Kaliber....
  24. zitierenNesrin schreibt am 17.08.2010 um 16:31 Uhr:Es gibt auch kulturelle Unterschiede. Manche Männer finden es ganz normal, dass sie von einer Frau erst fünfzehn Mal abgewiesen werden. Ist er ein Karl oder vielleicht wirklich ein Carlo?
  25. zitierenMinerva schreibt am 17.08.2010 um 16:34 Uhr:Erst ist hier die Rede von Männern, plötzlich sind sie gekränkte Jungs, die nie wieder die Füße auf den Boden der Tatsachen bekommen, weil sie einen Korb bekommen haben.
    Ein NEIN, heisst NEIN!
    Wenn danach weiter versucht wird Nähe aufzubauen,
    ist es für mich aufdringlich und nicht niedlich,
    noch übersehe ich dann das "Gute im Menschen" - sondern nur noch das männliche Ego, welches ein NEIN einfach nicht akzeptieren will..
  26. zitierensuamokedeid schreibt am 17.08.2010 um 18:21 Uhr:Hallo Lchen, du hast mir heute meinen Tag gerettet. Endlich hatte ich mal wieder was zu lachen. Ich bin hier auch im Blog tätig und das eigentlich auch nur, weil ich deine beiden Bücher letztes Jahr in windeseile voller Begeisterung verschlungen habe und deinem Beispiel gefolgt bin, mir meinen Frust hier von der Seele zu schreiben.
    Da dieser Karl wohl mittlerweile verstanden hat, dass er bei dir nicht erwünscht ist, darf ich ja darüber lachen. Allerdings haben es die Kerle (und auch die Mädels) heute nicht leicht, jemand Interessantes anzusprechen. Die Angst vor einer Abfuhr schwingt doch irgendwie immer mit. Bei mir jedenfalls.
    Heute musste ich z.B. zu einem Orthopäden. Widererwarten kam dann aber kein bierbäuchiger, glatzköpfiger Gelehrter zu mir in den Behandlungsraum, sondern ein überaus attraktiver junger Arzt, um sich meinen Arm anzuschauen. Wow, dachte ich nur. War ich doch bisher der Meinung, dass solche Kaliber nur bei "grey´s anatomy" herumlaufen. Na, jedenfalls hellte sich sofort meine Stimmung auf und ich suchte unbewusst nach einem Ring an seinem Finger. Keiner da. Sein Lächeln war einfach umwerfend und ich hätte ihn am liebsten gefragt, ob er mir seine ärztliche Verordnung nicht bei einem gemeinsamen Abendessen näher veranschaulichen könne. Ich habe es nicht getan. Stattdessen habe ich mich den ganzen Heimweg über mein zurückhaltendes Verhalten geärgert. Wahrscheinlich hätte ich mir sowieso nur eine Abfuhr eingefangen, aber... das kann ich natürlich auch nur vermuten, weil ich es nicht probiert habe.
    Was ich damit sagen will, ist, dass ich in diesem Fall froh gewesen wäre, wenn er mich angequatscht hätte. So unterschiedlich sind also die Bedürfnisse und Wünsche.
    Aber du wirst sicherlich bald einem Karl begegnen, von dem du gerne angesprochen wirst und uns fröhlich locker davon erzählen. Ich freue mich jedenfalls schon darauf und werde deinen Blog weiterhin neugierig verfolgen. Und nochmal vielen Dank für deine Einträge. Wirklich toll! :-) LG suamo...
  27. zitierenMartina schreibt am 18.08.2010 um 00:53 Uhr:@ Juna, 16.08., 22:13 Uhr

    Naja, ICH würde es sicher nicht machen, da ich für solche übertriebenen Aktionen viel zu stolz, und es mir peinlich wäre, aber ich bin mir genauso sicher, dass es auch Frauen gibt, die da - sagen wir mal vorsichtig - "überreagieren".
    Ich glaube nur, dass Frauen subtiler vorgehen. Die fallen nicht gleich mit der Tür (und Blumenstrauß oder Geschenk) ins Haus, sondern versuchen zufällige Treffen zu arrangieren, checken, ob er bei Skype/im Netz online war/ist, gehen zufällig mal bei der Lieblingsbar vorbei oder schauen, ob das Auto vor der Tür steht, Licht in der Wohnung ist.

    Frauen sind da in ihrem Verhalten meistens etwas anders sozialisiert, unsere "Rolle" ist bei solchen Spielchen anders vorgegeben.

    Und wenn ich mir die ganzen weiblichen Fans anschaue, die ihren Stars hinterher reisen und vor Hotels in Eiseskälte campieren, dann hat das doch auch kranke Züge, oder?

    Das eigentliche Problem ist doch nur, dass es meistens die falschen Karls sind, die erhört werden wollen! (c;
  28. zitierenFlo schreibt am 18.08.2010 um 10:52 Uhr:@ Karl

    Aus leidvoller Erfahrung lieber Karl darf ich dir ein offenes Geheimnis verraten, das deine Sichtweise hoffentlich wieder zurechtrückt. Damen die sich auf diese Weise den Hof machen lassen, wie du es halluzinierst, lassen sich später den Hof auch gründlichst kehren. Also selbst im Falle eines "Erfolges" wird diese Tour nur zu deinem Sargnagel. Immer alles zu Ende denken...

    Sowas bringt nie etwas. Besser du fischt wieder in klaren Gewässern.
  29. zitierenBritt schreibt am 19.08.2010 um 11:08 Uhr:"Danke Karl, sehr nett, sehr mutig, aber… DU BIST NICHT MEIN TYP.", hilft auch nicht immer. Nicht bei den ganz hartnäckigen. Ich hatte über Jahre hinweg einen Stalker an der Backe, der diese Botschaft einfach ignorierte. Anfangs hab ich es genau wie du gemacht, merkte aber bald, dass er nicht kapieren wollte. Selbst als ich auch die Freundlichkeit wegließ - es klemmten weiterhin Rosen im Briefkasten, Zettelchen hinter'm Scheibenwischer und er höchstselbst hinter der nächsten Häuserecke, sobald ich auf die Straße ging. Ich zog in ein anderes Bundesland und achtete darauf, dass meine neue Anschrift nicht im Telefonbuch steht. Ab da bekam meine Oma die Päckchen und Geschenke, mit der Bitte, sie an mich weiterzuleiten. Ich frage mich heute noch, wie er die Wohnadresse meiner Oma rausgefunden hat - denn sie hat einen komplett anderen Nachnamen als ich und wohnt in einer anderen Stadt (wahrscheinlich durch hinterherfahren).
    Nachdem Oma auf meinen Wunsch hin mehrere Pakete postwendend und kommentarlos zurückgeschickt hatte und einige Jahre ins Land gegangen waren, gab er auf. Und erst dann gestattete ich mir eine Homepage mit Kontaktdaten. Wobei ich manchmal heute noch ein unsicheres Gefühl dabei habe.
    Ich hoffe wirklich, Karl ist keine so harte Nuss!
  30. zitierenOlicia schreibt am 19.08.2010 um 11:24 Uhr:hehe...also ich hab mir das nett sein durch obige ähnliche Erfahrung schon lange abgewöhnt...es bringt nämlich nix PUNKT! Jeder dreht sich die Welt wie sie ihm gefällt und Karl hat´s einfach nicht gecheckt, der brauch das wie die Spalt-Werbung immer sagte "direkt und schnell" Außerdem mal anders herum gedreht wie sind denn diese Scheißkerle zu uns wenn sie und´s nicht wollen, sie ignorieren uns nach Strich und Faden und wir warten auf Facebook, Handy und wo noch nicht alles auf ein kleines Lebenszeichen....also um zum Ende zu kommen Männer haben die blanke Wahrheit verdient!
  31. zitierensuamokedeid schreibt am 19.08.2010 um 15:45 Uhr:Hey Leute... hat schon mal jemand den Film "Er steht einfach nicht auf dich" gesehen? Da geht es unter anderem auch um das "Wann habe ich mir eine Abfuhr eingefangen?", "Wann muss ich nochmal nachhaken?", oder "Lohnt es sich, mich immer wieder ins Zeug zu schmeißen? Vielleicht überlegt er es sich ja nochmal."
    Dabei hatten die Frauen und die Männer gleichermaßen Schwierigkeiten, den Unterschied zu erkennen.
    Und wenn wir (Männlein und Weiblein) mal ehrlich sind, hat bestimmt jeder schon mal so ein Ding erlebt: Man verguckt sich in jemanden, und das vielleicht sogar ganz heftig. Man spricht ihn an, bekommt eine negative Reaktion. Völlig niedergeschlagen zieht man sich zurück. Und dann... der Typ lässt einen aber nicht los. Ein neuer Plan muss her. Vielleicht habe ich mich nicht genug angestrengt, hatte schlechten Atem oder habe vor lauter Aufregung zu künstlich aufgekichert. Man versucht also, es beim nächsten Mal besser zu machen. Es könnte ja immerhin möglich sein, dass der Funke beim Angebeteten etwas später überspringt. Sicher, meistens stellt sich beim vierten, fünften oder sechsten Versuch heraus, dass man es besser beim ersten Versuch hätte belassen sollen. Aber manchmal... manchmal klappt´s nach dem sechsten Versuch.
  32. zitierenOlicia schreibt am 19.08.2010 um 18:40 Uhr:@ suamokedeid >> sind wir nicht alle ein bisschen karl?>> ;-)
  33. zitierenTina schreibt am 20.08.2010 um 19:53 Uhr:Also wenn ein Kerl auf ne SMS nicht antwortet oder zurückruft, kann das ja auch wirklich verschiedene Gründe haben.. vielleicht ist er schüchtern, gerade vergeben(aber mag einen dennoch), schlecht drauf oder sonstwas... aber uneingeladen die Adresse rausfinden ist dreist. Er hätte ihr die Blumen ja auch im Schwimmbad geben können.... für mich ist das Stalking und hätte auch echt Angst.
  34. zitierenlady_bright schreibt am 27.08.2010 um 07:47 Uhr:Das Blumenorakel trügt selten. Wenn eine Frau, der Du nach einer ersten flüchtigen Begegnung Blumen schickst, nicht einige davon ansteckt, solltest Du es aufgeben.
    Carl Hagemann, (Lebensdaten nicht eindeutig zuzuordnen), deutscher Schriftsteller des 19./20. Jhs.
    Quelle : »Aphorismen zur Liebesweisheit«, 1921

    :)
  35. zitierenAmanita schreibt am 28.08.2010 um 23:49 Uhr:Hatte mal einen sehr netten kleinen Stalker. Es fiel mir wirklich schwer, ihn abzuweisen, weil er immer so frendlich war. (Er war nicht mein Typ, aber sehr nett.) Doch er tauchte immer öfter in meinem Umfeld auf, als gehöre er da hin, und versuchte zu den unmöglichsten Tageszeiten mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich sauste immer weg, wenn ich ihn sah, und rief: "Keine Zeit!", aber das nützte nichts. Eines Tages stand er um Punkt 7 Uhr (morgens, nicht zur Ausgehzeit) vor meiner Wohnung. Da sah ich rot und brüllte ihn an, er solle verschwinden. Das wirkte (aber nur 1 Woche lang). Ich musste handeln und schaute mich nach Begleitkerls um, die mich von der Arbeit nach Hause begleiteten. Das wirkte viel besser, vor allem, wenn der Begleitkerl groß und stark war. Irgendwann hörte der Spuk von selbst auf - vermutlich hatte sich mein Stalker ein anderes Opfer ausersehen. Was geht in diesen Jungs vor? Glauben die, sie können einen durch permanente Anwesenheit weich klopfen?

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