Bullifahrer
Derselbe liebe Gott hat auch Sir Christopher Gent mit so einem begnadeten Gehirn ausgestattet, dass er die Triptane erfunden hat (oder einen Angestellten seines Pharmakonzerns, Gents Gehirn beschäftigt vermutlich nur die Frage, wie man aus einem Dollar zehn machen kann.) Triptane sind das wunderbare Zeug, das ich mir bei den ersten Migräne-Anzeichen gnadenlos in den Po injiziere oder in die Nase pumpe, sodass von der hammerharten Migräne eigentlich kaum mehr übrig bleibt, als das Bedürfnis, in einem abgedunkelten Raum auf dem Bett zu liegen und ohne Ton Die Reise der Pinguine zu gucken. Und dabei immer leise vor mich hin zu murmeln: Bin ich froh, dass ich nicht reisen muss… Bin ich froh, dass ich nicht reisen muss… Jeder Antrieb erlahmt, kein Ort der Welt scheint mir angenehmer als mein Bett. Und ich würde nicht mal im Traum daran denken, nach Sharm el Sheikh zu fliegen. Soviel zu dem Reisethema.
Aber Soest ist auch eine hübsche Stadt. Meine Schwester wohnt dort herrlich ruhig direkt neben einer Seniorenresidenz. Genau der richtige Ort für Lchen, um mal ein paar Tage auszuspannen. Sobald die Migräne abgeflaut war, startete meine kleine Besuchstournee mit einem Kurzbesuch im hübschen Soest, von da aus ging es dann weiter zu einer Freundin nach München, dann zu einer anderen Freundin in Zürich, und nun bin ich wieder da. Aber von meinen Reiseerlebnissen muss ich ein anderes Mal in Ruhe erzählen, ich bekomme nämlich gleich – huhuhuuuu!!! - Besuch.
Richtig. Naja, Besuch ist zu viel gesagt. Gerry kommt um halbacht vorbei und wir wollen gemeinsam ein paar alte Regalbretter in seinen Bulli wuchten, die er dann morgen mit zum Recyclinghof nimmt. (Ich habe beschlossen, ihn hier im Blog Gerry zu nennen.) Gerry ist Bullifahrer. (Das klingt doch viel besser als Dieter ist Bullifahrer.) Ich hatte noch nie einen Bullifahrer als Freund. (Und jetzt auch nicht, Gerry ist nur ein Nachbar, der mir einen Gefallen tut.)
Früher wollte ich immer einen Bullifahrer haben. Bullifahrer waren die Lässigen mit den guten Bodies, die morgens lächelnd in die Sonne blinzeln und den Teebeutel vom Vortag von der Leine nahmen, Surfer eben. Ich werde ihn mal fragen, ob er Surfer ist. Wenn er wirklich Gerry hieße, wäre er es. Aber wenn nicht, ist auch nicht schlimm. Ich bevorzuge mittlerweile Kaffee zum Frühstück, sehr guten, starken Kaffee mit viel warmer geschäumter Milch und ein Glas O-Saft, bitte, frisch gepresst wäre fein – auf frisch gepressten O-Saft kann man bei einem Surfer lange warten, vor allem wenn er Gerry heißt, allerdings, wenn er Dieter hieße… Oh Gott, ich denke schon wieder viel zu viel. Er will nur meine Regalbretter entsorgen. Manmanman.

das ist ja schön, dass du deine Migräne überwunden hast!
Bei mir ist es immer eine dicke Erkältung, die mich heimsucht, wenn anstrengende (Abgabe-)Tage hinter mir liegen. Da freut man sich darauf, endlich mal wieder raus an die Luft zu können nach dem Stress und dann schnappt man maximal nach Luft auf dem Sofa, weil die Nase dicht ist. Ätzend!
So einen Bullifahrer zu haben ist schon praktisch. Bei mir eher, um 2,36 m hohe Pax-Schränke von Ikea in meine Wohnung zu transportieren, die in meinen Fiat 500 nicht hineinpassen. Außerdem ist es praktisch, weil man dann immer gleich jemanden zum Mittragen hat. (c:
Erhole dich gut! Mit Gerry oder Dieter oder sonstwem... und grüße mit Curd.
LG Martina
Schade, dass wir uns nie sehen.
Warum nur?
Lieben Gruß, deine Cousine!
PS. Ich liebe deinen Blog (und die Lippenbekenntnisse)...
Ich freu mich für Dich! Ich bleibe dabei: bei Gerry hab ich
ein gutes Gefühl! Vielleicht hat er auch nichts dagegen, wenn
Du ihn auch Gerry nennst ;o) Ob Surfer oder Nichtsurfer, Kaffee-
oder Teetrinker, schau ihn Dir ruhig mal näher an. Eine Chance
hat er auf jeden Fall verdient, denk an die halbe Isomatte...
Herzliche Grüße
Shellie
Das Migräneprob habich auch. Merkwürdig, dass das echt immer ist, wenn der Streß vorbei ist. Bei mir also am WE. Ätzend.
Alles Liebe aus HH.
Tina