Anleitung zum Entlieben

09.01.2007 um 19:39 Uhr

Die Saunatat

von: Lapared

Ohne Schwimmkostüm kein ungeteiltes Schwimmvergnügen, erfasse ich blitzschnell die veränderte Situation. Ich koche, Saunieren wäre damit auch überflüssig. Eigentlich. Doch da meldet sie sich – auferstanden aus Ruinen - die Lapared´sche Renitenz: Wenn Männer mich nicht im Bikini sehen sollen, liebster HK, dann sehen sie mich eben nackt! Sprachs und verwandelte wenigstens die Saunapläne in… die Saunatat.

Keine zwei Minuten im Ofen, halluziniere ich. „Moin, Lchen!“ Meine Halluzination kann sprechen. „Moin, 119!“ – „Na?“ – Na?“

Meine Halluzination transpiriert. Ich mutmaße, sie ist echt. Zwecks Verifizierung klopfe ich ihr kameradschaftlich die Schulter. „Gut siehst Du aus!“ Wo sonst kommt das so überzeugend, wie in der Sauna. „Du auch!“ Ja, ästhetisch haben wir uns einander angenähert, zwei Hungerhaken. „Optisch würden wir jetzt toll zusammen passen“, begebe ich mich – das muss mir bei 100 Grad erst mal wer nachmachen – prompt aufs Glatteis. „Stimmt, unsere Rippen würden sich beim Sex wie Puzzelsteinchen ineinander fügen!“ er grinsend hinterher. Sie sehen die Kür der Paare. „Was macht die Liebe?“ Wobei die meisten Eislaufpaare ja privat getrennte Wege gehen.

Zeit für eine kalte Dusche. Stolz berichte ich von - haha! – meinem neuen Glück. Jawohl, Glück. Noch ein neues Wort. Glück, Finca, Glück, Finca, ich protze mit meinem neuen Vokabular. Ach ja, HK, mein Licht, mein Augenstern... ich strahle. Alkoholismus, kein neues Wort, aber ein neuerdings sehr präsentes, erwähne ich geflissentlich nicht. 119 sagt, er beneidet mich. Er beneidet ihn hätte trotz getrennter Wege mehr, na ja, sagen wir… mehr Charme gehabt. Ein winzig kleines bisschen feine leise Schadenfreude kann ich mir trotzdem nicht versagen. Und das wäre Ihr Preis gewesen! höre ich Harry Wijnvoord, den unvergessenen Slim Fast-Promotor, vollmundig durch mein Großhirn schmettern, eine traumhaft schöne, nigelnagelneue… „Obwohl“, 119 mischt sich noch mal ein, „dass er trinkt, ist natürlich nicht so toll.“ …Taschenlampe!!! brüllt Harry. Mein Glückstrahlen gefriert. Zeit für den zweiten Saunagang.

„Äh, ich dachte…“ ich Rindvieh dachte wirklich, „…Du liest mein Blog nicht mehr.“ – „Och, gelegentlich.“ Verfluchte Scheiße, schon wieder, ich Wiederholungs-Rindvieh! „Gelegentlich, das freut mich.“ Freundlichst, Ihr Lapared-Leserservice. „Deshalb bin ich ja hier. Hab gesehen, Du gehst saunieren, und dachte… mal hören, wie´s mit Suffkopp TG wirklich, hihi, läuft.“ TG sind seine wahren Initialen. Oh, scheiße. „Ja, wie gesagt, super.“ BESTENS! „Und übrigens, das mit dem Alk ist natürlich frei erfunden…“ ABER GANZ FREI! „... jedenfalls, also, der Spiegel, der ist in Wahrheit echt niedrig…“ SUPER NIEDRIG! „…und im Blog nur, Du verstehst, dramatisch überhöht.“ – „Weiß doch sowieso jeder, dass der säuft!“ Ich nicht. Ich wusste es nicht.

Die zweite kalte Dusche. Ich nehme 119 das Versprechen ab, nichts zu sagen (NICHTS ZU NIEMANDEM, Du hast es versprochen!), drohe vorsichtshalber noch mit Preisgabe seiner eigenen Identität („Mir doch egal, ich finde mich in Deinem Blog bei weitem am sympathischten, höm!“ – „Ja, aber das kann ich als dessen endsympathische Autorin ganz schnell ändern, HÖM!“) und gehe nach Hause. Im glücklichen Schein meiner wunderschönen, nigelnagelneuen… Taschenlampe.

 

P.S. Ach, ja. Und was die Interpretation der Träumchen angeht... da stimmte Stöckchen natürlich 100%ig mit mir überein.

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 09.01.2007 um 19:57 Uhr:pfeif auf stöckchen! deine männer sind in ihrer gnadenlosen offenheit viel interessanter. (was wiederum dich interessanter macht. - übrigens solltest du mehr essen. du bist wirklich schrecklich dünn. ;)
    was übrigens macht hk´s eifersucht?
  2. zitierenBon Anza schreibt am 10.01.2007 um 17:18 Uhr:Fein, wirklich feines Stück. Ich muss lachen.

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