Anleitung zum Entlieben

29.06.2005 um 12:00 Uhr

Geständnis eines Kneifers

von: Lapared

Ich glaube, ich sollte was beichten. Die Job-Anfragen gestern, die haben sich nicht "zerschlagen". Ich habe abgesagt. Ich hatte einfach zu viel Schiss. Super, was?! Wo soll das nur hinführen...

Meine Schwester sagt, wenn ich so dermaßen die Hosen davor voll hatte, war es gut die Jobs abzusagen, weil ich sie sonst wahrscheinlich selffullfilling-prophecy-gemäß tatsächlich verkackt hätte. Vielleicht hat sie Recht. Andererseits fürchte ich, wird die Verkack-Angst durch Kneifen nicht kleiner. Und mit der Zeit kommt dann auch noch der finanzielle Druck hinzu. Hm. Nein, ich fürchte, das war nicht gut, gar nicht gut.
Meine Schwester sagt außerdem (und das nicht zum ersten Mal), ich soll in einen dieser besseren Sportclubs eintreten, mir einen netten Mann suchen, der mich liebt und keine Bindungsängste hat - und idealerweise etwas Patte, damit er mir auch finanziell ein bisschen Sicherheit geben kann. Sie muss es wissen, sie ist die Ältere. Und sie meint es wirklich ernst, jetzt will sie mir sogar den Monatsbeitrag bezahlen. Man muss wissen, meine Schwester hatte auch mal eine 119. Eineinhalb Jahre ging die Quälerei, ein schlimmes Elend war das, aber hallo. Bis sie im Fitnesscenter einen Anderen kennenlernte, in den sie sich verliebt hat. Der war zwar ein Idiot sondergleichen, aber zum Glück dauerte es ein paar Monate, bis sie das bemerkt hat. Und bis dahin war sie über ihre 119 hinweg. Es lebe der Sport.

Aber irgendwie geht mir ja diese rein theoretische Frage noch nicht aus dem Kopf... mit der ich mich natürlich ohne weiteres auch dann beschäftigen könnte, während ich in einem gepflegten Fitnesscentern gleichzeitig meine erschlaffenden Gesäßmuskeln trainiere. Hm.

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