Anleitung zum Entlieben

23.11.2006 um 23:27 Uhr

Geständnisse eines Legehuhns

von: Lapared

In dem Garten weht ein scheiß eisiger Wind. Und dafür bin ich, man muss es einfach so sagen, nicht warm genug angezogen. Einfach nicht gut genug. Einfach nicht frei genug. Einfach nicht kühn genug. Nach einem Leben in der Legebatterie, trage ich den Käfig längst im Kopf. Und das lässt sich auch nicht – wie etwa der Mangel an Talent, mit dem ich mich sonst rumschlage – durch Fleiß und Ausdauer wettmachen. Kurz und gut, diesen Job werde ich gründlich verkacken.

Aber Arbeit, Leistung, Erfolg, das ist ja zum Glück nur eine Dimension meiner schillernden vielschichtigen Existenz. Ansonsten gibt es da ja noch… noch… noch… Eben war ich zum Beispiel auf der Abschiedsparty eines Freundes, der kein Freund war, bis zu dem Zeitpunkt, da er beschloss, diese Stadt und mein Leben zu verlassen. Hatte vergessen, vorher zu essen, und war nach einem Bier quasi voll. Auf dem Rückweg bin ich dem schwarzen Hund begegnet, der immer alleine in der Straße spazieren geht, und dabei stets ein kleines Stoffnilpferd in der Schnauze trägt. Er kam an und hat es mir vor die Füße gelegt. Ich war stark geschmeichelt und aufrichtig erfreut - aber ich wusste nicht recht, was ich damit anfangen soll.

Tut mir leid... vielleicht waren es auch zwei Bier.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenBürger B. schreibt am 23.11.2006 um 23:56 Uhr:Stell doch mal eine kleine Knobelaufgabe ins Netz - vielleicht kann man das so verfremden, dass die Anonymität gewahrt bleibt.Und wenn das geht, kommt ja vielleicht was Brauchbares dabei heraus. Ich bin mir sicher, dass es hier eine Menge Leute gibt, die nicht wollen, dass Du den Job "verkackst".
  2. zitierenAiHua schreibt am 01.12.2006 um 04:18 Uhr:Hey, den Hund gibt es wirklich, jedenfalls gab es ihn vor Jahren in Hamburg, wobei ich dachte er hatte einen Teddy... vielleicht gibt es ihn doch nicht. Aber schwarz war er und er lief im alten Schanzenvirtel herum, meine ich... vielleicht... hm.

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