Anleitung zum Entlieben

15.11.2005 um 23:17 Uhr

Knieprobleme

von: Lapared

Als Kind hat man mir beigebracht, mich nach einem Pfennigstück zu bücken, das auf dem Gehweg liegt, denn „wer denn Pfennig nicht ehrt...“. Bis heute kann ich so ein kleines Kupferding nicht zwischen den Pflastersteinen blitzen sehen, ohne vollautomatisch in die Knie zu gehen (Die Einführung des Euro und der Cent- statt Pfennigstücke brachte auch in dieser Hinsicht keinen Gewinn.) Dabei geht es gar nicht um den realen Gegenwerts des Fundstücks (mir reichen die 3 Kilo Blech, die ich ständig im Portemonnaie mit mir rumschleppe). Es ist das, was diese verlorenen kleinen Münzen rufen, ja-ha, sie sprechen (sogar Deutsch), aber nur besondere Menschen, besonders bescheuert infolge einer ähnlichen pädagogischen Historie wie meiner, können sie hören: "Bück Dich! Bück Dich! Für Geld, egal wie viel oder wenig, bückt man sich, wenn nicht, sag ich’s den fetten Scheinen, und die kommen dann nie zu Dir, nie! Du bleibst für immer eine arme Sau!"

Eben auf dem Nachhauseweg sah ich sogar zwei Centstücke auf dem Gehweg funkeln – und ich hab sie funkeln lassen, alle beide. Irgendwas ist wohl mit meinen Knien. Irgendwie fällt es mir immer schwerer, mich für Geld zu bücken. Das Alter?!
Vielleicht war es nach 14 Stunden auch einfach genug.

P.S. Das Boot hat gehalten ;-)

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenlucha schreibt am 16.11.2005 um 21:27 Uhr:Für Geld bück? Ich laß mich sogar für Geld treten und bin kein Masochist, einfach nur Realist!!! Das Leben kann echt hart sein!!!

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