Anleitung zum Entlieben

16.03.2006 um 23:48 Uhr

Lapared beim Arzt

von: Lapared

Manchmal, wenn ich mich in der Agentur zu sehr langweile, gehe ich einfach zum Arzt. Es gibt da einen um die Ecke… mein Lieblingsarzt. Er findet immer irgendwas und hat ein totchices Wartezimmer extra für Privatpatienten. Mit einem großen Rolf Benz Sofa, zeitgenössischer Kunst an der Wänden, Kaffee, Spritzgebäck und einem wirklich exklusiven, internationalen Zeitschriftensortiment. Schon nach ein paar Minuten in dieser erlesenen, kassenprollfreien Oase fühlt man sich besser - ist das ein guter Arzt oder ist das ein guter Arzt?

Das war die Hollywoodversion. Und nun das ganze nochmal im Reality-Kanal...

Ich bin also heute in der Mittagspause zum Arzt gehetzt, dem, den die Agentur in ihren „gelben Seiten“ empfiehlt, weil er nur zwei Minuten entfernt ist und von so außerordentlichem Renommee, dass man auch ohne Termin jederzeit hingehen kann, sofern man bereit ist, des Meisters Unwillen in Kauf zu nehmen, darüber, dass man ihn beim Popeln stört. In den unendlichen Weiten seiner großporigen, bläulich schimmernden Alkoholikernase.

„Haben Sie einen Termin?“, fragt er mürrisch. „Nein, Sie?“, frage ich zurück, nach einem Vormittag mit Babsi lasse ich meinem natürlichen Charme die Zügel. „Nein“, sagt er etwas irritiert. „Schön, wenn Sie nichts anderes vorhaben, könnten Sie sich vielleicht mal meine Hinterwaden ansehen!?“

Ich schlüpfe aus Schuhen und Strümpfen und präsentiere ihm das Elend. Meine Waden, vor allem hinten, sind von eigenwillig geformten großen, roten Pflecken übersäht, als hätte King Kong ein bisschen zu fest meine Unterschenkel umfasst, als er mich beim morgentlichen Abstauben der Wolkenkratzer als Feudel benutzt hat. Was im Übrigen auch meine Frisur erklären würde, die, egal wieviel Mühe ich mir gebe, bei dieser scheiß Luftfeuchtigkeit immer was von einem Putzutensil hat. Aber zurück zu meinen Hinterwaden.

Ich war selbst ein wenig erschrocken, als ich es entdeckt habe. Es juckt nicht, brennt nicht, ich fühle nichts davon. Nur wenn ich drauf drücke, ist es es ein bisschen so, als teste man einen ehemals blauen inzwischen nur noch zart gelbbraungrünlichen Fleck. Ein ganz bisschen weh tut es noch.

„Das ist nicht gesund“, meint die Säufernase trocken. "Oh." - „Das sollte sich ein Dermatologe ansehen.“ Und nach kurzen, traurigen Popeln: „Bald.“

Hat Lapared kranke Hinterwaden? Rächt sich Curd Rocks geschmackloser Scherz mit den abgefrorenen Füßchen? Kann L. den Klischee-Posten Schuhe bald für immer von ihrer Großstadt-Shopping-Liste streichen?

Mit diesem sauspannenden Cliffhanger verabschiede ich mich für heute und hoffe, dass Sie auch morgen wieder reinklicken, wenn es heißen wird „Lapared beim Dermatologen“.

P.S. Und noch eine kurze Notiz von der Dick-Front. Er will über seine Wut reden, simst er. Am Wochenende, wenn wir Zeit haben. Super, da freue ich mich riesig drauf.

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