Anleitung zum Entlieben

07.01.2006 um 21:54 Uhr

Lapared vom Planeten 119

von: Lapared

Siehste, da geht´s nämlich schon los. Es war schön. Ich meine, richtig schön. Das Lämpchen strahlte, als wolle es sich als Flutlicht bewerben (mein sprachlicher Tribut ans WM-Jahr). Ich selbst war auch ständig wie blöd am Grinsen. Und beim Sex beschäftigte mich nach dem kleinen Malheur vor allem die Frage, auf welche Uni das Baby mal gehen soll, anstatt, wo ich die Pille danach herkriege. Ein echter Meilenstein in unserer Beziehungsgeschichte also. Aber kann ich das schreiben? Kauft mir das irgendwer ab? Heute, einen Tag nach der „Affäre N.“. Eben. Also schreibe ich einfach nur, dass es nett war. Ich meine, richtig nett.

Das Thema Blog war überraschend schnell vom Tisch. D. präsentierte sich im Büßerhemd. Einem ganz knappen. Es sei alles seine Schuld, ihm müsse ich böse sein, nicht N.. Sie habe es zwar herausgesucht („herausgesucht“, eine freundliche Umschreibung für diesen heimtückischen Spionageakt) und ihm erzählt, was drin steht (super, eine Nacherzählung, mein prickelnder Witz, all die sprachlichen Bonmots, die ich versprühe, bleiben folglich ungewürdigt). Aber er, er habe zugehört. Wie süß. Ich hasse Männer in Röckchen Schrägstrich Hemdchen. Ich wette, in spätestens einer Woche sitzen die beiden wieder in trauter Runde beim Häkeln. Oder was immer sie zusammen tun. Da fällt mir ein: Wollte ich nicht, dass sie sich wieder vertragen...? Hmpf.

Zu dem, was er von N. gehört hatte, sagte er übrigens nur das. Er könne mich nun viel besser verstehen. Er wisse jetzt, dass ich von ganz weit weg komme. Und dafür wären wir schon ganz schön weit gekommen. DAS fand ich nun wirklich süß. Hm. Ich komme von ganz weit weg… - kann man wohl sagen. Lapared vom Planeten 119. Und manchmal will ich immer noch "nach Hause telefonieren". Vor Weihnachten war es ganz schlimm, aber seit Weihnachten denk ich eigentlich kaum noch dran. Und gestern Nacht habe ich sogar den Stecker raus gezogen. Er liegt immer noch daneben.

Die andere Sache haben wir dann auch gleich geklärt. Ich hab D. gefragt, ob er selbst auch von weit weg kommt, und… nein. Im doppelten Sinne nein. M. ist eine Nachbarin. Keine große Liebe. Nur ein nahe liegende. Ich hab nicht gefragt, bis wann er die Nachbarschaft ähäm gepflegt hat. Und er hat nicht gefragt, ob ich noch oft ähäm nachhause telefonieren will. Es ist alles ein Geben und Nehmen.

Es war ein – wie man so sagt - gutes Gespräch. Vor allem war es ein – Gott sei Dank - kurzes Gespräch. Und danach waren wir beide sehr entspannt. Irgendwie ist es gut, dass es endlich raus ist. Muss ich N. am Ende noch dankbar sein? Na, wir woll´n mal nicht gleich übertreiben.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenEllaken schreibt am 08.01.2006 um 16:07 Uhr:Ich glaube, Du hast ein neues Zuhause gefunden.

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