Noch ein Kreis ums Gesäß
Dick meint, ich sei ein gesegneter Mensch. Oder vielleicht sollte ich anders beginnen. Vielleicht noch mal mit seinem Hintern. Ein Hintern ist immer ein guter Anfang.
Dick hat einen Propeller im Hintern. Meine ich. Er ist wirklich den ganzen Tag in Bewegung. Wenn man bei ihm zuhause ist, so wie ich in den vergangen anderthalb Wochen, hört man ihn durch die Stockwerke brummen wie eine freundliche alte Stubenfliege. Manchmal, für wenige Augenblicke, wird es plötzlich ganz still, dann sitzt er irgendwo an einer Scheibe, schaut in die Wolken und macht einen Plan. Für den nächsten Ausflug natürlich. Aber nur ganz kurz, dann brummt er neu beseelt weiter. Dreht eine Runde durch die Küche, durchs Schlafzimmer, und wenn die Tür der Veranda offen steht auch durch den Garten, mit einer Extrarunde übers Blumenbeet. Selbst wenn er zuhause ist, ist Dick den ganzen Tag unterwegs.
Ich hingegen... na, das muss ich nicht mehr sagen. Ich bin ein Stubenhocker. Sitze so da, schaue höchstens mal auf, hinaus aus dem Fenster, und bin heilfroh, dass ich drinnen bin.
Dick, vermutlich weil meine Art so fremd für ihn ist, bewundert das. Und meint, wie gesagt, das sei im Prinzip ein großer Segen. Denn mir drohe in dieser Welt keine Strafe. Selbst dann nicht, wenn ich, wonach mir heute deutlich wäre, Frau Vino umlegen würde, meine Steuerberaterin, die eine Flasche Bormelunder ans Finanzamt geschickt und meine Steuerunterlagen in ihr Eisfach gelegt hat (vermute ich, denn die Unterlagen sind – wie ich dem nachösterlichen, unverzüglich bearbeiteten Posthaufen entnommen habe – beim Finanzamt nie eingegangen). Selbst bei einem eiskalten Tötungsdelikt also, würde mir, begeistert sich Dick, keine wirkliche Strafe drohen, sondern im Gegenteil: die staatlich finanzierte - sofern Vorsatz nachgewiesen werden kann - sogar lebenslängliche Sicherung meines präferierten Lebensstils: dem Aufenthalt in einem geschlossenen Raum. Sitzend, genau genommen einsitzend, auf meinem propellerlosen, bleischweren Hintern.
Hübsch, wie sich der Kreis dieses ansonsten schmucklosen Tagesberichts mit dem Arsch wieder schließt, gell?
Dick hat einen Propeller im Hintern. Meine ich. Er ist wirklich den ganzen Tag in Bewegung. Wenn man bei ihm zuhause ist, so wie ich in den vergangen anderthalb Wochen, hört man ihn durch die Stockwerke brummen wie eine freundliche alte Stubenfliege. Manchmal, für wenige Augenblicke, wird es plötzlich ganz still, dann sitzt er irgendwo an einer Scheibe, schaut in die Wolken und macht einen Plan. Für den nächsten Ausflug natürlich. Aber nur ganz kurz, dann brummt er neu beseelt weiter. Dreht eine Runde durch die Küche, durchs Schlafzimmer, und wenn die Tür der Veranda offen steht auch durch den Garten, mit einer Extrarunde übers Blumenbeet. Selbst wenn er zuhause ist, ist Dick den ganzen Tag unterwegs.
Ich hingegen... na, das muss ich nicht mehr sagen. Ich bin ein Stubenhocker. Sitze so da, schaue höchstens mal auf, hinaus aus dem Fenster, und bin heilfroh, dass ich drinnen bin.
Dick, vermutlich weil meine Art so fremd für ihn ist, bewundert das. Und meint, wie gesagt, das sei im Prinzip ein großer Segen. Denn mir drohe in dieser Welt keine Strafe. Selbst dann nicht, wenn ich, wonach mir heute deutlich wäre, Frau Vino umlegen würde, meine Steuerberaterin, die eine Flasche Bormelunder ans Finanzamt geschickt und meine Steuerunterlagen in ihr Eisfach gelegt hat (vermute ich, denn die Unterlagen sind – wie ich dem nachösterlichen, unverzüglich bearbeiteten Posthaufen entnommen habe – beim Finanzamt nie eingegangen). Selbst bei einem eiskalten Tötungsdelikt also, würde mir, begeistert sich Dick, keine wirkliche Strafe drohen, sondern im Gegenteil: die staatlich finanzierte - sofern Vorsatz nachgewiesen werden kann - sogar lebenslängliche Sicherung meines präferierten Lebensstils: dem Aufenthalt in einem geschlossenen Raum. Sitzend, genau genommen einsitzend, auf meinem propellerlosen, bleischweren Hintern.
Hübsch, wie sich der Kreis dieses ansonsten schmucklosen Tagesberichts mit dem Arsch wieder schließt, gell?
