Anleitung zum Entlieben

17.02.2008 um 13:27 Uhr

Seite 12

von: Lapared

Ach, bis so ein Sch...buch mal fertig ist. Zur Zeit rangeln wir um die Inhaltsangaben, „der Verlag“ und ich. Ich bin da ja etwas schwierig, sag ich mal. Ich will zum Beispiel nicht, dass auf dem Buchrücken steht, dass Lapared sich einen Mann angelt. Ich mag eigentlich keine Frauen, die sich einen Mann angeln. Aber bestimmt verkaufen sich Bücher, auf denen steht, dass Frauen sich Männer angeln. Ja, das ist alles so was...
Und die Korrekturen vom Feinlektorat sind auch da. Da bin ich fast hinten rüber geschlagen. So viel. Und bei jeder Korrektur überlege ich stundenlang. Hin und her. Her und ich. Ich darf die Korrekturen nämlich annehmen oder ablehnen. Aber bei einer Ablehnung muss ich dazu schreiben, warum ich sie ablehne. So was. Wie soll ich begründen, dass ich „Beziehung“ an einer bestimmten Stelle besser finde als „Verbindung“? Warum muss ich begründen, dass ich Seelenverwandtschaft „entlarvt“ sehen möchte und nicht „ausgewiesen“? Oder dass ich lieber „chice“ sagen möchte als „hippe“??? Aber ich versuche es natürlich. Braves Lpünktchen. Und je nach Gemütsverfassung schwanken meine Begründungen zwischen einem kurzen, zugeknöpften g.m.n. für gefällt mir nicht. Und einer detaillierten Ausbreitung der möglichen Ursachen meines Missfallens, beginnend mit der freundlichen Würdigung des an sich absolut erwägenswerten Vorschlags… gefolgt von der Darlegung der meiner Meinung nach mitschwingenden, und von mir persönlich aus den und den Gründen nicht ganz so gewünschten Bedeutungen der abgelehnten Formulierung… endend mit einem knappen, sachlichen und alles noch mal zusammenfassenden ICH HASSE ES!!! Kurzum, ich habe noch nicht so ganz zum richtigen Ton und Umgang mit diesen Korrekturen gefunden. Aber ich bin ja auch erst auf Seite 12. Von insgesamt 320...
Neues auch aus Paderborn, der Stadt meiner Lesung. Buchhändler Linnemann überlegt, ob die Räumlichkeiten seiner Buchhandlung ausreichen, um den erwarteten Besucheransturm zu fassen, oder ob man in die Aula des benachbarten Gymnasiums ausweichen soll. Darauf hingewiesen, dass es mein erstes Büchlein ist und dass mich im Grunde niemand kennt, meinte er vergnügt: Natürlich kennt niemand die Autorin, aber jeder hier kennt ihre Mutter. Das stimmt. Meine Mutter ist in der SPD und im Erzbistum Paderborn kennt man die Mitglieder der SPD. Alle vier. Ich überlege jetzt, ob ich selber vorlese, oder ob ich das lieber meine Mutter machen lasse...

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenOliver schreibt am 17.02.2008 um 16:46 Uhr:Laß die Mama mal ran. Du wirst sehen, es kommen noch so viele Lesungen. Die erste Lesung von der Mama finde ich eine geniale Idee. Besser gehts nicht!
  2. zitierenlaura schreibt am 18.02.2008 um 12:12 Uhr:komm doch auch mal nach SChweinfurt, kenne eine Buchhändlerin, vielleicht lässt sich da was machen =)

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