Anleitung zum Entlieben

16.10.2005 um 22:23 Uhr

Taxi! Taxi!

von: Lapared

So sehr das Piepen in meiner Handtasche mich persönlich strapaziert - andere Männer scheint es anzulocken. Plötzlich finde ich mich in Situationen, da habe ich das Gefühl... scheiße, das bin doch nicht ich! Was im Prinzip ja schon mal ein sehr guter Ansatz ist.

Es ist komisch. Ich glaube, ab einem gewissen Alter sind Frauen das genaue Gegenteil von Taxis. Taxis sind entweder frei, dann ist das Licht an, und man winkt ihnen zu, oder besetzt, dann ist es aus, und es interessiert keine Sau. Ganz anders bei Frauen über 30. Wenn sie frei sind, duckt sich jeder, sobald sie vorbeikommen. Und wenn das Licht aus ist, weil sie besetzt sind, steht an jeder Ecke irgendeiner und winkt. Ich kenne das, beides.

Bevor ich 119 kennenlernte, war ich lange Zeit Single, so lange, dass ich schließlich aufhörte, jedem zu erzählen, dass ich nichts, aber auch gar nichts vermisse, und anfing, niemandem zu erzählen, dass ich das wirklich nicht tat. Ja, SO lange.
Ich sah sie nicht mal mehr! Du hättest Robbie Williams nackt neben mich in die S-Bahn setzen können, ich hätte wahrscheinlich aus dem Fenster geguckt und Telefonmasten gezählt. Aber bevor ich dieses höchste Single-Stadium der völligen Bedürfnislosigkeit erreicht hatte, habe ich jene Erfahrung selber gemacht: Dass Männer panisch in Sicherheit hechten, als hätte jemand eine Handgranate gezündet, sobald eine Frau aufkreuzt, deren Freizeichen brennt. Na, und jetzt mache ich irgendwie gerade die umgekehrte Erfahrung. Kaum habe ich beschlossen, mich auf Dick einzulassen, es wirklich mit ihm zu versuchen und das Licht auf dem Dach einfach mal auszuschalten: Männer, Männer, Männer ... an jeder Ecke. Lichtumflutet von der goldenen Herbstsonne, das Haar, wenn noch vorhanden, weht sanft imWind, lächelnd winken sie mir zu: Taxi! Taxi! Ja. Ja. Jetzt kommt ihr angeschissen. Ausgerechnet jetzt.

Und so sitze ich hier nach einem betulichen Sonntag in den Sport & Spa-Anlagen meines Besserverdiener-Fitnessclubs und mache die Logistik für die kommenden Woche. Morgen, 13.00 Uhr: Käffchen mit dem Wirtschafts-Journalisten aus dem Schwimmbecken. Morgen, 17.00 Uhr: Kuchen mit Freddy vom benachbarten Stepper. Aber was um Himmels Willen mache ich, wenn – wie er eben gesimst hat – morgen auch ganz spontan Dick kommt? Hm, hm, hm.

Teufel, bin ich ein Vamp.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenEllaken schreibt am 17.10.2005 um 01:22 Uhr:Recht so. Du bist frei. Für Käffchen und Kuchen allemal. Und die Geschichte mit 119 war - so wie Du sie beschreibst - finster genug. Warum gleich für den nächsten die Lampe ausschalten?
  2. zitierenchero schreibt am 17.10.2005 um 08:07 Uhr:Aber verwirre uns Curdchen nicht zu sehr;)

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