Anleitung zum Entlieben

14.09.2005 um 11:47 Uhr

Verletzung in der Naht und... Vom Arschgeigigsein

von: Lapared

Bevor sich die Stoff-Tierschützer formieren. (Obwohl Curd sich vehement gegen Stofftier wehren würde, auf seiner verzweifelten Selbstfindungsodyssee stapft er mit „seine kleine Füße“ immer noch tapfer die Fährte vom Lichtwesen aus einer anderen Galaxie entlang, wegen der spanischen Blitzlichtbilder eben, und heute Nacht hat er mit einer Nagelschere zornig sein „Made in China SURFACE WASHABLE“- Schildchen herausgetrennt und sich wegen seiner feinmotorischen Defizite, die trotz der täglichen Tippübungen keine bemerkenswerte Fortschritte machen, natürlich dabei verletzt - zum Glück nur in der Naht, das werden wir mit ein paar Stichen nähen müssen, das gibt ein Theater...)

Also, bevor sich die Stoff-Tierschützer formieren. Curd hat ein bisschen auf die Kacke gehauen. Ich will seinem kleinen roten Feuerwehrauto nichts. Ja, ich habe ihn „neurotisches Arschloch“ genannt, aber nur, weil ich Curd sein ihm selbst rätselhaftes Betragen gegenüber Hope verständlich machen wollte. Da habe ich ihm gesagt, dass eben in jedem von uns eine kleine, arschgeigige 119 steckt, die mal mehr und mal weniger unser Verhalten bestimmt, je nach dem, an wen wir geraten. Ich habe ihm erklärt, dass Dick mit seinem blöden Gesimse meine 119 weckt und Hope mit den unkontrollierten Signalen ihrer Denkknubbel offensichtlich seine. Dass wir manchmal vielleicht selbst 119 sein müssen um über 119 hinwegzukommen. Aber dass es drauf ankommt, dass man der Arschgeige in sich nicht auf Dauer die Kontrolle überlässt, und nicht anfängt, Spaß am Arschgeigigsein zu finden, sondern irgendwann eine Entscheidung trifft.

„Findest Du Hope tendenziell eher gut oder eher scheiße, Curd?“ hab ich ihn gefragt. Und Curd meinte, er wüsste noch nicht, und ob ich Hope nicht mal wieder den Flur runter zu ihm bringen könnte. So für einen Nachmittag. So ein, zwei Stündchen. Er würde ihr gerne mal sein kleines rotes Feuerwehrauto zeigen, mit der tollen ausfahrbaren Drehleiter. „Na klar, Curd“ habe ich gesagt und ihm kopfschüttelnd seine geknickten Empfängerchen gekrault, „was tu ich nicht alles für mein kleines neurotisches Arschloch...“

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenEllaken schreibt am 14.09.2005 um 12:34 Uhr:Liebe L. Ich finde das okay. Sei ruhig ein bisschen nachsichtig mit Curd... und mit Dir selbst. Wie Du sagst, eine Zeit lang darf man das mal. 119 sein. Nicht wissen wollen, was man will. Und nicht zu vergessen: Hope und Dick habe ja auch einen eigenen Kopf. Vielleicht passen sie besser auf sich selbst auf, als Du es mit 119 konntest. Letztlich gehören immer zwei dazu, einer der´s macht. Und einer, der´s mit sich machen lässt.

    Es ist zwar nett, wenn in einer Beziehung der Stärkere für den Schwächeren mitdenkt (Du weißt, wie ich da meine)... aber von einer Hardcore-119 wie Deiner 119 kannst Du das nicht erwarten. Du bist jedenfalls keine Hardcore-119... und Curd ganz sicher auch nicht. Das merkt man jetzt schon.
  2. zitierenEllaken schreibt am 14.09.2005 um 16:18 Uhr:Ach und Curd, gute Besserung mit Deiner Naht...

Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.