Wo gehssu, Lchen?
Mir geht es ja nicht anders. Als Curd, meine ich. Ich weiß doch auch nicht, was jetzt kommen soll. Seufzzzz.
Irgendwas sagt mir, dass ich nicht ewig als Lchen weiterschreiben kann. Ich muss mir auch mal Figuren ausdenken, sonst bin ich doch keine Schriftstellerin, nicht mal ein Autorin, nur eine Selbstdarstellerin bin ich dann. Pfui.
Eine wie Paris Hilton - mit Milliömchen statt Millionen. Oder wie Daniela Katzenberger - mit Reality-Romanen statt Reality Soap. Das kann doch nicht alles sein, da darf man doch nicht stehen bleiben. Künstlerisch. Also stellt sich die Frage: Quo vadis, Lchen? (übers.: Wo gehssu, Lchen?)
Ich wollte eigentlich immer nur ein Buch schreiben, eins. Eins, das so gut sein sollte, dass ich mich danach zur Ruhe setzen kann. So war der Plan. Jetzt sind es schon drei geworden. Drei Bücher, bei denen ich mir jedesmal die Seele aus dem Leib geschrieben und meine komplette Zeit investiert habe, von morgens bis abends, Samstag, Sonntag, immer - aber so richtig davon leben kann ich nicht. Ja, so sieht es aus. Shame on me.
Einen richtigen Künstler dürfte das natürlich nicht stören. Ein richtiger Künstler würde immer weiter weiter weiter machen, weil er es müsste, weil ES raus müsste - ES! Die Kunst! Hin! Aus! - und nebenbei würde er kellnern. Aber ich weiß nicht, ich weiß nicht, ich weiß nicht… Wenn ich schon 100% Herzblut in eine Sache stecke, dann will ich nicht nebenbei Milch schäumen. Sonst bin ich doch auf dem falschen Dampfer, sonst bin ich nicht gut genug - so seh ich das. Manchmal jedenfalls. Zur Zeit.
Zweifel nagen an allen Ecken. Und neben dem beruflichen Nichts, in das wir starren, mein Co-Autor Curd Rock und ich, ist da ja noch unser kleines Privat-Nirwana. Sie wissen schon. Ein Privat-Nirwana eben. Und auch da die Frage: Wo gehssu, Lchen, alte Pfeife?
Und wie stets beantworte ich diese Frage mit einem fröhlichen: schwimmen. Lchen geht schwimmen. Höm.
P.S. Sie sollten meine Arme mal sehen! Das sind mal Arme! Und vor einem Jahr hatte ich noch Streichhölzchen!

Und Curd als Model...
Ich lese wirklich viel. Aber deine Bücher gehören zu den wenigen, die ich öfter lese. Und die ich weiterempfehle. Also mir würde ohne diese Bücher richtig was fehlen :-)
Ich freue mich schon seitdem ich weiß, dass im Sommer der dritte Band herauskommt, wie Bolle auf ihn.
Du musst dir keine Figuren ausdenken, ich finde deine Geschichten mit Curd klasse und würde euch zwei vermissen.
Einfach weiterschreiben..... (c:
leser/innen deiner bücher nicht enttäuschen darfst.
tja, mit der Literatur und dem Anspruch an selbige - vor allem an die eigene - ist das so eine Sache. Da schreibt man sich das Seelchen aus dem Leib, schlägt sich Tage und Nächte um die Ohren, und wenn das Werk dann im Buchhandel liegt, bleibt nur das wohlige Gefühl des eigenen Namens auf dem Buchcover, denn der Kontostand gibt nicht die Menge an Blut und Schweiß wider, die eigentlich hinter den Zeilen steckt. Schreiben ist nicht selten brotlose Kunst - außer man heißt Günter Grass und kennt sich mit dem Häuten einer Zwiebeln aus. Insofern kann ich Deine Grübeleien sehr gut nachvollziehen. Auch das "Da muss doch noch mehr gehen"-Gefühl kenne ich aus eigener Erfahrung nur zu gut. Die eigene Schreibe selbstkritisch zu hinterfragen ist glaube ich beim (cleveren) Autor völlig normal.
Dabei darf man nur eines nicht vergessen (das hat mir mein "Schreiblehrer" mal irgendwann gesagt): Jede Literatur hat ihre Berechtigung. Ob nun Franz Kafka oder Lchen (sogar der bekloppte Fantasyautor, dessen wirklich unterirdisches Manuskript ich kürzlich lesen musste). Und wenn ich so auf die Besucherzahlen hier auf Deinem Blog schaue (derzeit 617244) und das Verkaufsranking Deiner Bücher betrachte (und ich bin sehr gespannt, wie sich der neue Roman platziert), finde ich, Du hast alles, aber auch alles richtig gemacht!
Lchens Bücher stehen bei mir im Regal gleich neben Orhan Pamuks "Schnee" - Nobelpreis und so. Ich mag sie alle. Aber bisher habe ich offen gestanden noch nie Orhan Pamuk weiter empfohlen, sondern immer nur Lchen und Curd.
Mit all dem Geschwafel will ich sagen: Es ist bestimmt angebracht, sich vom beruflichen wie privaten Nirwana abzuwenden, um nicht hineinzustolpern. Und vielleicht bedeutet das, etwas anderes zu machen, als aus Curds und Lchens Leben zu berichten. Zweifelsohne gibt's für Dich noch viel viel mehr im Leben, als Bohne-mit-Milchschaum-Barista sehe ich Dich auch nicht. Aber an Deinen Fähigkeiten solltest Du nicht zweifeln, denn Deine Leser und all die Kommentare hier beweisen doch, dass es dafür keinen Grund gibt.
Grüßle von Kasi, die den neuen Roman gar nicht abwarten kann.
Aber soviel schreiberische Kreativität will doch raus, drum las sie raus, wir wollen lesen, da sind doch dann die richtigen beieinander!!
Nur Mut!!!
Auch Mutter Theresa war die Wirkung Ihres Dasein lieber als Milliömchen auf dem Konto, obwohl ich es euch gönnen würde. In Köln sagen wir dazu: man muss auch gönne könne.
Erfinde kleine Geschichten, oder wir schicken dir alle Männer mal vorbei und du schreibst ein Buch darüber, wie man sie am Besten aussiebt und den richtigen findet :-D Ich habe auch festgestellt, dass so manche online Portal, wo man angeblich so tolle Männer kennenlernen könnte, genügend Stoff für dreihundert Bücher noch geben würde. Nur keiner könnte das soooo schreiben wie du es vollbringst.
Bitte macht weiter.
LG aus dem Rheinland
P.s. gibt es euch auch in Facebook, für milliömchen Daumen hoch?
Das zusammen erspart mir den Gang zum Psychologen. You make my day.
Alles Liebe aus Berlin.
P.S.: Schon mal ans Fernsehen gedacht? Zwei so telegene Persönlichkeiten wie ihr könnten doch gute Ratschläge und/oder eine Glosse auch vom Bildschirm aus verbreiten ... Das würde das Finanzielle etwas auffangen. Um Curd zum Leben zu erwecken bräuchte es neben den Texten von Lchen vielleicht noch einen Puppenspieler (z.B. die Ernst Busch-Schauspielschule in Berlin-Mitte bildet aus, u.a. den "Maulwurfen"-Erfinder René Marik.http://www.youtube.com/watch?v=rZddPasDsWQ
Da müsste doch auch ein Puppenspieler für Curd dabei sein.) Es muss ja nicht gleich eine ganze Sendung sein, aber ein fester Magazin-Beitrag, z.B. in frauTV, z.B. über Männer, würde doch reichen?! Lisa Ortgies vor! Toi, toi, toi!
PPS: Ich kenne das Problem gut, vom Schreiben allein nicht leben zu können ...