Anleitung zum Entlieben

13.05.2007 um 12:53 Uhr

Zum Muttertag

von: Lapared

Ups, eine kleine Missstimmung im Liebesnest.

„Wolltest Du nie Kinder?“ Oh. Das Kinderthema. Der ideale Pausenfüller zwischen zwei Geschlechtsverkehren (doch, das ist der korreckte Plural, vertrauen Sie mir), von dort geht es dann weiter zu Und warum hast Du nie den Richtigen getroffen? über Kann es nicht sein, dass es an Dir liegt? oder wahlweise Bist Du etwa beziehungsunfähig? bis hin zu Findest Du Dich nicht ziemlich egoistisch? Das kann dauern.

„Nö“, antworte ich also, um das Ganze abzukürzen, „für Kinder bin ich zu egoistisch.“ Er überrascht mich: „Egoismus ist das häufigste Motiv, Kinder zu wollen. Sie geben dem eigenen Dasein Sinn… wenn du sonst nichts kannst, hast du trotzdem was zu tun… sie lieben dich instinktiv, selbst wenn freiwillig keiner drauf käme, weil Du ein Arsch bist – das Ende von Egoismus und Selbstbezogenheit kommt erst dann, wenn sie da sind. Wenn man ihnen die Windel wechselt, statt im Vergrößerungsspiegel nach Mitessern zu suchen. Aber das ist dann auch kein Verdienst sondern instinktiv.“ - „Findest Du im Vergrößerungsspiegel nach Mitessern suchen so egoistisch? Findest Du es egoistischer als z.B. im Alltag unbenötigte Schultermuskulatur zu trainieren oder ohne Not vor Fischessern Gitarre zu spielen? Warum ist Egoismus bei kinderlosen Frauen ein Thema, aber bei Männern, die ihr Leben lang nichts anderes tun, als ihren Hobbies, ihrem Beruf oder ihrer vermeintlichen Berufung nachzugehen, nicht?“ – „Keine Ahnung, vielleicht weil Frauen einfach biologisch dazu bestimmt sind, Mutterinstinkte zu entwickeln, die tickende Uhr und so, da braucht´s schon eine Portion Egoismus, um dagegen anzusteuern. Bei Männern tickt nichts, die machen einfach, was sie machen, mit Egoismus hat das nichts zu tun.“ Und wieder bin ich überrascht, noch zwei Zentimenter bis zur Steinzeit… Jäger… Brüter… ich reiße das Steuer rum. „Verstehe. Ich sagte ja schon, ich bin egoistisch, warum erötern wir das trotzdem?“ – „Weil Du offensichtlich möchtest, dass ich Dir widerspreche.“ – „Aber nicht so. Nicht mit dieser Biologiesülze…“ – „Dann schreib mir doch vorher den Text, Süße, Du bist doch Texterin.“ – „Heute ist Sonntag, Süßer, ich hab frei.“ – „Dann beschwer Dich nicht.“ Ich überrasche ihn: „Ja, ich wollte Kinder, eine Zeit lang, aber da hat es nicht geklappt. Froh war ich darüber nicht, aber ich bzw. wir waren wohl biologisch nicht dazu bestimmt.“ So, und jetzt schäm Dich. „Ich sag doch, es liegt an der Biologie, siehste, wir sind uns einig.“ Er grinst.

Zurück zur Harmonie im Liebesnest.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierencat schreibt am 13.05.2007 um 14:21 Uhr:ts,ts lchen - und das am muttertag! ich würde gerne noch mehr kinder bekommen, es ist ja eigentlich so einfach das mit einer wahnsinns karriere zu vereinbaren, trotzdem regelmäßig ins fitnesscenter zu gehen und jede nacht zumindest 8stunden zu schlafen. alles was ich dafür tun müsste wäre eine kleine geschlechtsumwandlung - sobald das geklappt hat bin ich bereit für's nächste kind!

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