Alle Jahre wieder
.....den Winter beschwatzen,
dass er endlich geht.
Aber alle Jahre wieder
Spaziert er eitel in Reifröcken
Quer durch den Februar
Hüllt sich in bleiches Gewölk
Schaut mit eisgrauen Augen
Dem Fastnachtstreiben zu
Und wirft statt Kamellen
Späte Hagelkörner in die Menge.
Alle Jahre wieder
Unsere vergebliche Hoffnung,
Dass er endlich mit dem Januar anbandelt
Und Arm in Arm mit ihm
übers Meer verschwindet.
Auf Nimmerwiedersehen...
Ingrid Möller
Zeit, vom Faden genommen
Die Zeit, sie eilt, sie steht, sie geht.
Ach wirklich?
Sind nicht wir es einfach,
die wir eilen statt verweilen?
Weil unsre Wurzeln noch nicht greifen,
stehen wir nicht still.
Die Zeit, wie wir sie verstehen,
ist nur gedacht:
Ein Faden für unseren Verstand,
den beschränkten,
als Abfolge unserer Taten -
und unserer Unterlassungen.
Die Zeit ist flüchtiges Bewusstsein.
Wir wollen sie messen und geben ihr eine Dimension.
Aber eben nur eine.
Dabei ist das Endlose der Zeit nicht bedrohlich.
Sondern ein Trost.
Es war alles schon da und es kommt alles wieder.
Verändert, neu und doch vertraut.
Wie der Baum, der steht, und Wurzeln bildet.
Und blüht wenn er soll und welkt, wenn er gewesen sein soll.
Die Würde, die wir im Baum erkennen,
ist die Würde des Einklangs mit seiner Zeit.
Thinkabout
Was für einen Sinn
hat es,
Über etwas unglücklich zu sein,
das behoben werden kann?
Und wenn etwas nicht behoben werden kann,
Dann gibt es immer noch keinen Grund,
unglücklich zu sein.
Shantideva
indischer Meister