Ein Fremder
Ein Fremder
Ein Fremder hat mir ein Lächeln geschenkt,
an einem Regenmorgen,
es streifte mein Herz,
das angstvoll bedrängt,
und linderte meine
Sorgen.
Ich wollt es
behalten,
ich Egoist,
doch begriff ich,
mit einem Mal heiter,
dass man in der Fülle großzügig ist-
und ich gab es an den
Nächsten weiter.
So trat es seine
Wanderung an,
durch Strassen, Plätze und Gassen,
durch Omnibus, Tram und Untergrundbahn,
so greifbar- und doch
nicht zu fassen.
Am Abend, als ich nach Hause ging,
da bückt ich mich plötzlich nieder
und sah wie ein kleines, strahlendes Licht,
mein Lächeln auf
einem Kindergesicht-
und ich nahm mir es
und hatte es wieder.
Verf. unbek.
