Heinz Erhardt
»Ich bin heute aber auch wieder ein Schelm...«
Heinz Erhardt
Nach so vielen Regenwochen
kamst du endlich vorgekrochen,
froh sind Menschen, Tier und Gras!
Schein auf unsre Mutter Erde,
daß sie wieder trocken werde,
liebe Sonne, tue das!
Trockne sie und unsre Tränen
und den Kuckuck, der ganz naß!
Schick uns nach den langen Qualen
deines Fehlens alle Strahlen -
und besonders diese netten,
diese ultravioletten!
Liebe Sonne, schein' uns was!
Heinz Erhardt
Wahrheit
Die schlechtesten Bücher sind es nicht,
an denen Würmer nagen,
die schlechtesten Nasen sind es nicht,
die eine Brille tragen.
Die schlechtesten Menschen sind es nicht,

Die Augen
Die Augen sind nicht nur zum Sehen,
sind auch zum Singen eingericht'-
wie soll man es denn sonst verstehen,
wenn man von Augenliedern spricht.
Heinz Erhardt
Die Nase
Wenngleich die Nas, ob spitz, ob platt,
zwei Flügel - Nasenflügel - hat,
so hält sie doch nicht viel vom Fliegen,
das Laufen scheint ihr mehr zu liegen.
Heinz Erhardt
Birnen sind die schönsten Früchte,
die ein Denkerhirn erfunden,
denn mit ihrem weißen Lichte
schenken sie uns Tagesstunden
wieder, die wir sonst versäumen-
doch sie stören uns beim Träumen.
Deshalb Schluss, wir drehn am Schalter!
Und die Sonne seines Lebens
sucht der arme graue Falter
in der Finsternis vergebens...
* * *
