Lauras Veilchen

24.05.2009 um 19:42 Uhr

wie auch des Lebens Würfel fällt

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Stimmung: gut

 

Wie auch des Lebens Würfel fällt,
dankt denen, die euch heiter machen.
Nichts ist gesünder auf der Welt,
als ab und zu sich krank zu lachen

Gerlinde

22.06.2008 um 06:44 Uhr

Träume sind Schäume

von: Laurali   Kategorie: Spaß


 

Mallorca

Träume sind Schäume

Vielleicht ist ein kleines Wort

erfüllen sie sich
Meine stille Liebe
ein bisschen Träumen
das muss erlaubt sein
ein bisschen Wehmut
nach fernen Ländern
ein bisschen Melancholie
nach Verlorenem
ein bisschen Sehnsucht

© Laura


 



 

 

 

Seifenblase
Schillernder Traum zart,
durchsichtig empfindliche Illusion
Spiegelt Buntheit
Regenbogenfarben unvergleichlich schön
Wunderbares Gebilde
lebt für die Phantasie als Illusion
Hergezaubert aus dem Nichts
verschwunden im Nichts
Die Schönheit und Nutzlosigkeit
dieses schillernden Wunders
berührt meine Seele

Dietlinde Heider

 

 

Seifenblasen sind wie Träume,
die leicht durch den Wind schweben.
Wünsche,
die in bunten Farben schillern -
große Gefühle, glitzerndes Glück
in der kurzen Schönheit
des Augenblicks.

Verf. unbek.




 

25.11.2007 um 10:11 Uhr

SCHWEIN GEHABT

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Schwein gehabt
Es gibt Glücksschweine,
miese Schweine,
arme Schweine,
Stachelschweine
und es gab

unsere Schweine

 

fOTO: meine Cousine mit unseren Schweinen,

darauf waren meine Eltern immer mächtig stolz!

 

 

 

 

12.11.2007 um 09:14 Uhr

die Eule

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Die Eule

Ob Glitzersterne funkeln,
ob sich der Mond bedeckt,
die Eule sieht im Dunkeln.
Und nichts bleibt ihr versteckt.

Wenn sich die Tagesreise
bis morgen früh vertagt,
dann fliegt die Eule leise
auf Pirsch und Mäusejagd.

Ihr Hochsitz: eine Buche.
Die Brille wird poliert.
Damit die Nahrungssuche
auch zu Erfolgen führt.

Die Nacht wird ausgeblendet.
Die Eule u-u-uht, das heißt:
"Die Brotzeit ist beendet.
Ich habe g-u-u-uht gespeist!"

Nun flattert sie bedächtig
zurück zu ihrem Nest.
Dort wird am Tag genächtigt.
(Denn was sich eult -
hat bis zum Abend: Hausarrest.)

© Roman Herberth

31.10.2007 um 06:57 Uhr

Das Leben ist ein Kartenspiel

von: Laurali   Kategorie: Spaß

 


Der Wetterfrosch


Lieber Wetterfrosch verschone
uns vor einer Tiefdruckzone.
Sende warme Meeresluft.
Leicht gewürzt mit Blütenduft.
Lass die Winde mäßig wehen,
dass sie nicht dem Wetterhahn
auf dem Kirchturm nebenan,
gar zu arg den Kopf verdrehen.
Sei hübsch überwiegend heiter,
steig hinauf auf deine Leiter.
Dass es nicht vom Himmel gießt
und uns den schönen Tag vermiest.

Roman Herberth

* * *


Auch mein Wunsch
Laura

 

* * *


Das Leben ist ein Kartenspiel;
wir spielen rauf und runter.
Wir bluffen und wir zocken viel;
nur zu gewinnen ist das Ziel,
das hält uns fit und munter.
Das Leben ist ein Karussell,
wir fahren stets im Kreise.
Wir glauben fest das sei reell,
dabei macht's jeder generell
auf seine eigne Weise.
Das Leben ist ein Würfelspiel,
wir würfeln ohne Ende.
Doch wird das Würfeln mir zuviel,
dann such ich mir ein anderes Spiel.
Mach mit - spuck in die Hände!
von Signau

27.10.2007 um 06:27 Uhr

Kleine Morgengymnastik

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Kleine Morgengymnastik
von Hans Kruppa

Ich stehe mit dem
richtigen Fuß auf,
öffne das
Fenster der Seele,
verbeuge mich vor allem,
was liebt,
wende mein Gesicht
der Sonne entgegen,
springe ein paarmal
über meinen Schatten
und lache mich gesund.



18.10.2007 um 08:48 Uhr

Gehirnjogging

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Gehirnjogging

*

Wie bleibe ich geistig optimal fit?

Gehirn einschalten auf Schritt und Tritt.

Man erfreut sich seiner Talente

und genießt die lichten Momente.

Was verarbeitet die kleine Denkerstirn?

Trainiere ich noch mein Gehirn?

Ich wußte nicht, daß ich im Stehen

viel intelligenter dann beim Gehen!

Oh, das ist der helle Wahnsinn!

Bring ich den Körper dann ins Schwitzen

bin ich verfolgt von Geistesblitzen,

so kommt mein Gehirn in Schwung!

Die Regel gilt für alt und jung.

Wer seinen Geist nur wenig nutzt,

ist eines Tages ganz verdutzt,

erkennt er sich ganz dusselig,

vergesslich und auch schusselig.

Lebt das Leben nicht im Schlummer,

lös` Probleme, sei kein Dummer.

Es endet manch` kleiner Pfiffikus,

im Alter dann als Genius!

@ Laura

18.10.2007 um 05:17 Uhr

Ich liebe

von: Laurali   Kategorie: Spaß

 

 

 

 

Ich liebe...:
Ich liebe meine Kinder und Enkelkinder über alles,
ich würde zum Tiger, wenn man ihnen Böses antäte!
Ich liebe meine Heimat unser altes Haus
Ich liebe kleine Elfchen, Teddybären, Bücher
und Poesie
Ich liebe die Wolken, den Horizont
und das Meer
Man erkennt mich an...:
denn ich bin eine Stierfrau
Stiere sind behäbig,
ordnungsliebend( ich freue mich wie doof,
wenn ich etwas wieder finde.....),
treu,(ist ja klar)
bodenständig. Ich lebe mein ganzes Leben
schon im selben Haus, es ist das Haus meiner
Eltern,

 


Wenn
unser altes Haus sprechen könnte,
würde es eine Menge erzählen.

 


Doch manchmal schwebe ich auf einer
rosa Wolke, es ist wie eine Flucht
auf eine kleine Insel,
auf der ich dann einfach abschalte,
ab und zu purzele ich dann
wieder auf die Erde und muss zum Doktor!
Leider bin ich nicht ganz gesund.
Oft frage ich mich, warum ich, warum?


 

Weißt du,
warum der liebe Gott
den Menschen zwei Augen gegeben hat? -
Damit man auch
mal eines zudrücken kann!

Verf.unbek.

30.09.2007 um 09:38 Uhr

Das Eichhörnchen

von: Laurali   Kategorie: Spaß




Das Eichhörnchen


Eichhörnchen kleiner Kobold
Springt von Ast zu Ast
Tarnfarbe ist rotgold
Kennt keine Ruh und Rast
Sucht Nüsse zum Verscharren
sollt Wintervorrat sein
Eichhörnchen lässt sich narren
Nuss um Nuss
ganz ohne Plan
kaum eine findet es wieder,
es ist der helle Wahn.
 
Laura

27.09.2007 um 19:53 Uhr

Der Schmetterling

von: Laurali   Kategorie: Spaß

 


Der Schmetterling

Es war einmal ein buntes Ding,
ein so genannter Schmetterling,
der war ein Falter
recht sorglos für sein Alter.

Er nippte hier und nippte dort,
und war er satt, so flog er fort,
flog zu den Hyazinthen
und guckte nicht nach hinten.

Er dachte nämlich nicht daran,
dass was von hinten kommen kann.
So kam's, daß dieser Schmetterling
verwundert war, als man ihn fing.

Heinz Erhardt

 


 


Nichts ist so flüchtig wie eine Wolke von Duft,
ein Hauch, der vorüberweht.
Nichts ist so unsichtbar wie der Duft einer Rose
und doch berührt er tief unser Herz.
Wir können die Düfte nicht fassen,
nicht festhalten.
Wolken aus Duft
wir können uns nur dem
Zauber des Augenblicks hingeben,
wenn Schönheit und Vergänglichkeit
so eng zusammenliegen,
dann spiegeln sie sich in unserer Seele
und berühren diese tief.
Ein Sonnenstrahl auf einem Tautropfen,
ein Schmetterling,
der die Blumen schaukelt, ein Blick,
eine zarte Berührung,
der Duft einer Blume,
sie lehren uns die Schönheit des Moments
und der Veränderung.
Wir können loslassen und entdecken
die Kunst des Augenblicks,
der uns zeitlos geworden mit Heiterkeit erfüllt.

gelesen in Poesie der Düfte

 

 

 

 

 

Schmetterlinge
wer schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie wolken schmecken.
der wird im mondschein, ungestört
von furcht, die nacht entdecken. ...
der wird zur pflanze,
wenn er will.
zum tier, zum narr, zum weisen.
und kann in einer stunde
durch das ganze weltall reisen. ...
der weiß, dass er nichts weiß,
wie alle anderen auch nichts wissen.
nur weiß er, was die anderen,
und auch er noch lernen müssen. ...
wer in sich fremde ufer spürt
und mut hat sich zu recken;
der wird allmählich, ungestört
von furcht, sich selbst entdecken.
abwärts zu den gipfeln seiner selbst
blickt er hinauf.
den kampf mit seiner unterwelt
nimmt er gelassen auf. ...
wer mit sich selbst in frieden lebt,
der wird genauso sterben:
und ist selbst dann lebendiger
als alle seine erben.

(Novalis)

 

 



27.09.2007 um 19:36 Uhr

Rezept

von: Laurali   Kategorie: Spaß


Kakao sorgt für
ein entspanntes Gefühl und gute Laune.

Täglich 3 große Tassen Schokolade
Pro Portion 1 leicht gehäuften EL (10g) Kakaopulver (schwach entölt) nach und nach mit ¼ l kalter Magermilch anrühren, damit er nicht klumpt. Unter Rühren erhitzen. Reiner Kakao enthält mehr als 400 zum Teil sehr wertvolle und lebenswichtige Stoffe. Darunter viel blutbildendes Eisen. 25 g Kakao-Pulver decken bereits den Tagesbedarf.
Eine Tasse Schokolade bremst den Appetit bei den Mahlzeiten, macht durch seinen Theobromin-Gehalt munter und aktiv. Gleichzeitig lässt Schokolade den Serotoninspiegel im Gehirn steigen, das sorgt für ein entspanntes Gefühl und gute Laune.
Wichtig: Kakao Mischgetränke und Instant- Kakaoprodukte enthalten bis zu 90 % Zucker und haben nicht denselben Effekt wie reiner Kakao.

Ja, der Körper braucht Theobromin zum Glücklichsein, ist ja auch in Schokolade, das lässt den Serotoninspiegel im Gehirn steigen . Das sorgt für ein entspanntes Gefühl und gute Laune.

Man könnte noch Gewürze hinzufügen: z.B. eine Prise Cayennepfeffer, Zimt oder Vanillepulver, l Sternanis oder gepulverte Kardamonsamen im Kakao sorgen für zusätzliche Push-Effekte. Sie aktivieren den Kreislauf, der Stoffwechsel wird angekurbelt . Die Folge, der Körper verbrennt leichter Fett.
Wichtig Kakao Mischgetränke und Instant Kakaoprodukte enthalten bis zu 90 % Zucker und haben nicht denselben Effekt wie reiner Kakao.

14.09.2007 um 07:13 Uhr

Geschenktes Lächeln

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Ich weiß das graue und nasse Wetter
wird nicht anhalten
die Sonne hat sich nur
hinter den Wolken versteckt

Laura 

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
Heut will ich einmal traurig sein.
Heut hab ich keine Lust zu lachen.
Heut bleib ich bloß mit mir allein,
heut will ich keine Witze machen.

Und wer mich tröstet, ist gemein,
der kann gleich wieder gehen.
Ich will heut einfach traurig sein,
das wird man doch verstehen.

Ich will nur mit dem Hut am Kopf
in einer finstern Ecke hocken,
will drehn an meinem Hosenknopf,
will schmollen, mürrisch sein und bocken.

Und wer mich tröstet, ist gemein,
der kann gleich wieder gehen.
Ich will heut einfach traurig sein,
das wird man doch verstehen.

Will nicht an roten Rosen riechen,
will keinem lieben Freund begegnen.
Ich will mich nur in mich verkriechen
und draußen soll es regnen!

Und wer mich tröstet, ist gemein,
der kann gleich wieder gehen.
Ich will heut einfach traurig sein,
das wird man doch verstehen.

Anonymus


Traumwunsch

Manchmal wünsch ich mir
Ein paar Flügel
Wie ein kleiner Schmetterling
Oder stolz der alte Condor
Schweben über uns dahin
Und die Leute schauen dumm
Wenn ich mit den Armen schlage
Träum des Nachts und nicht am Tage
Wann werd ich endlich Flügel haben
Oder sollt ich ewig hoffen
Immer nur ein Tänzer sein
Fliegt für mich ihr Schmetterlinge
Fliegt, ich werde für euch träumen
Ulrich P. Hinz

 

 

 

Geschenktes Lächeln
Nachhaltiger Sonnenstrahl
Sehnsuchtsmelodie

25.08.2007 um 08:18 Uhr

Katzenmanier

von: Laurali   Kategorie: Spaß





 
 
 
Katzenmanier


Die Mieze träumt
wenn sie drinnen, von draußen,
von Vögeln nachsteigen,
vom Jagen nach Mäusen.

Und sie ist dann draußen,
so will sie nichts missen,
den Ofenplatz nicht,
und die weichen Kissen.

Am besten sind Häuser
mit offenen Türen,
um drinnen zu sein
und das Draußen zu spüren.

Mal raus- und mal reingehen
ganz nach Plaisir
so hat sie es gern,
das ist Katzenmanier.

Ziska Redau





 

23.08.2007 um 05:53 Uhr

Mein Urgroßvater und ich von James Krüss

von: Laurali   Kategorie: Spaß

 

 

laura,

Mein Urgroßvater und ich

Mein Urgroßvater war ein weiser Mann. Als er fünfundsechzig Jahre alt war, zog er das Boot und die Fangkörbe, mit denen er sei Leben lang Hummer gefangen hatte, an Land und fing zu drechseln an. Er drechselte Drehkreisel und Gedichte für Kinder, was - wie jeder zugeben muss - eine weise Beschäftigung ist.
Zu meiner Zeit, das heißt, als ich zehn Jahre zählte, war mein Urgroßvater bereits vierundachtzig. Aber er drechselte immer noch- allerdings mehr Gedichte als Drehkreisel.



Er wohnte auf dem Oberland der Insel Helgoland bei seiner Tochter, die meine Großmutter war und die ich, weil sie oben auf dem Felsen Helgolands wohnte, die Ober-Großmutter nannte.

Meine andere Großmutter, die auf dem Unterland am Fuße des Felsens wohnte, nannte ich Unter-Großmutter, aber die kommt erst später dran. Jetzt will ich von meiner Ober Großmutter reden, bei der mein Urgroßvater wohnte. Sie hatten ein Haus in Trafalgarstraße auf dem Oberland. Aber mein Urgroßvater verbrachte fast alle Tage vom frühen Morgen bis zu späten Abend in der Hummerbude, die dem Wohnhaus gegenüber auf der anderen Straßenseite stand. Hier besuchte ich ihn, so oft ich konnte. Wir drechselten dort zusammen, aber keine Kreisel, sondern Reime.

Eines Tages bekamen meine Schwestern Anneken und Johanneken Masern. Das ist zwar eine ärgerliche Krankheit, aber Anneken und Johanneken, die bald kein Fieber mehr hatten und gar keine Schmerzen, fanden die Masern am Ende ganz hübsch. Sie brauchten nicht zur Schule zu gehen, konnten den lieben langen Tag mit ihren Puppen spielen und bekamen obendrein noch Leckereien von Nachbarn und Verwandten.



Den größten Vorteil von den Masern aber hatte ich. Weil es nämlich eine ansteckende Krankheit ist, wurde ich umquartiert. Man schickte mich in Trafalgarstraße zu meiner Ober-Großmutter und meinem Urgroßvater.
„ Hallo, Boy!" rief er, als ich mit Sack und Pack dort angezogen kam. „Willst du das Schiff wechseln?"
„Jawoll Käptn!" antwortete ich und legte die linke Hand an die Pudelmütze.
„ Man grüßt mit der rechten Hand", sagte mein Urgroßvater. Er zeigte auf meine Ober- Großmutter, die darüber verdrießlich den Kopf schüttelte und „dummes Zeug" brummte.
Meine Ober-Großmutter, die oben auf dem Inselfelsen wohnte, war eine ernste Frau. Seitdem ihr Mann, mein Großvater, einen richtigen Motorkutter gekauft hatte und damit zwischen unserer Insel und dem Festland hin- und her fuhr, war sie noch viel ernster geworden.
„Der Kutter frisst uns noch die Haare vom Kopf" sagte sie, als wir nach dem Mittagessen in der Küche saßen. „Früher, als wir bloß die Schaluppe hatten, brauchten wir jedes Jahr ein Knäuel Tauwerk, ein paar Planken, zwei Eimer Farbe und ein paar Flicken für das Segel. Aber was wir jetzt alles brauchen, du meine Güte, das kostet jeden Monat ein Vermögen!"
„Dafür verdient ihr fünfmal soviel wie früher", lachte mein Urgroßvater.




„Verdienen?" schrie meine Ober-Großmutter. „Nennst du das verdienen, wenn ich jede Mark, die er mir bringt, gleich wieder hergeben muss für Proviant? Ich möchte wissen, wer diese Berge von Proviant auf dem Schiff eigentlich verzehrt! Davon könnten siebenundsiebzig ausgehungerte Klabautermänner satt werden!"
„O je" flüsterte mein Urgroßvater mir zu.



„ Wenn sie von Klabautermännern anfängt, dann hört sie erst beim Jüngsten Gericht wieder auf. Komm wir verdrücken uns!"
Er stand und sagte: „Ich geh' drechseln, Margaretha, und den Kleinen nehme ich mit!"
„Ja, macht ihr euch nur aus dem Staube und lasst mich mit meinen Sorgen allein", rief sie. „Das verstehen alle Männer. Und bring das dem Jungen nur zeitig bei, damit er auch so ein Taugenichts wird wie du!"
Ich mischte mich in den Streit der Alten nie ein. Ich sagte: „Tschüss, Ober-Großmutter" und wutschte hinter dem Urgroßvater zur Küchentür hinaus.
„Wenn ihr Kaffee mit heißen Wecken haben wollt, müsst ihr um vier Uhr rüberkommen!" schallte es hinter uns her; „ Ich setze keinen Fuß in euer Sodom und Gomorra."
„Was ist denn Sodom und Gomorra, Urgroßvater?"
„Das waren zwei Städte, in den alles drunter- und drüber ging Boy. Du kannst es in der Bibel nachlesen."
„Aber was meint denn die Ober-Großmutter mit Sodom und Gomorra?" fragte ich.
„So nennt sie meine Werkstatt, Boy! Und nun setz' deine Pudelmütze auf. Wir müssen über die Straße.
Auf der Insel war immer Wind, und in die Trafalgarstraße konnten die Winde vom Meer her ohne Umweg hineinpusten. Im Herbst, wenn die Nordoststürme über die Insel fegten, war der Wind in den Gassen so stark, dass ein kleines Kind wie ich sich bequem dagegen lehnen konnte, ohne umzufallen.

An diesem Tage allerdings war es nicht so schlimm, denn wir hatten - obwohl es Ende September war -
mildes Wetter. Trotz dem waren meine Backen windgerötet, als ich die vier Schritte über die Straße gegangen und mit dem Urgroßvater in seine Hummerbude eingetreten war.



Ich wollte gleich die kleine Holztreppe hinauf klettern zur Drechselwerkstatt im ersten Stock. Aber mein Urgroßvater sagte: "Zurück Boy! Wir bleiben unten."
„Ich will mir nur ein paar Kreisel zum Spielen holen", rief ich und kletterte weiter die Leiter hinauf.
„Vorsicht! Die Lederne Lisbeth ist oben!" sagte mein Urgroßvater,
„Die Lederne Lisbeth" rief ich erschrocken. Und Schritt für Schritt stieg ich wieder abwärts.
„Du weißt doch, dass unser Hummerboot am Strand liegt" sagte mein Urgroßvater. Und wenn das Boot nicht auf dem Wasser ist, wird die Lederne Lisbeth in der Hummerbude untergebracht. Stimmt's?"
„Ach ja" sage ich und kletterte schnell die letzten Sprossen hinunter.


Die Lederne Lisbeth war eigentlich keine schlimme Frau. Sie war eine lebensgroße Puppe aus Leder, die mein Urgroßvater auf dem Hamburger Dom, dem Jahrmarkt, für viel Geld gekauft hatte. Sie lag seit vielen, vielen Jahren in der kleinen Kajüte des Hummerbootes, das natürlich auch Lederne Lisbeth hieß. Die Puppe war so eine Art Schutzgeist für das Boot und daher eine achtbare Person. Aber die Erwachsenen erzählten uns Kinder oft so gruselige Geschichten von ihr, dass sie uns nicht ganz geheuer schien. Nur mein Urgroßvater, der erzählte keine unheimlichen Geschichten. Er sagte „Das ist lauter dummer Schnickschnack. Das Ding ist eine Puppe und weiter nichts. Basta!"
Trotzdem hatte er mir eben, als ich auf der Leiter stand, ein bisschen bang machen wollen. Aber ich wusste schon, warum: Er wollte mich in die Tienerbude locken. Denn wenn ich einmal oben in der Drechselwerkstatt war, ließ ich mich so leicht nicht wieder herunter holen.
Ich folgte meinem Urgroßvater nun in die Tienerbude, in der runde oder viereckige Körbe aus Holz und Tau standen, die mir damals bis fast an die Brust reichten. Das waren die Tiener, mit denen man Hummer fängt. Sie werden an langen Schnüren auf den Meeresgrund herunter gelassen, und dort bleiben sie eine Nacht lang stehen. Durch die lange Leine, an der sie sozusagen hängen, findet man sie leicht wieder. Die Leine ist nämlich mit lauter Korkstücken besetzt.

Sie sieht aus wie eine Kette, auf der man Kümmelbrötchen aus Kork aufgereiht hat. Oben über Wasser läuft die Leine in einen großen runden Korken aus, auf dem ein bunter Wimpel flattert.
Mein Urgroßvater hat in seinem Leben viele Tiener angefertigt. Er hat sie auch oft repariert, wenn die Stürme sie beschädigt hatten. Die Werkstatt, in der er sie herstellte und ausbesserte, hieß die Tienerbude, und hier machten wir es uns jetzt gemütlich. „Setz dich auf die Korken, Boy!" sagte mein Urgroßvater.
Da ließ ich mich auf die länglichen aufgestapelten Korkplatten nieder, aus denen man die Kümmelbrötchen für die Tienerleinen schnitzt. Mein Urgroßvater nahm eine andere Korkplatte, die an der Wand lehnte, holte sich das kurze, breite Messer und begann, Korken zu schnitzen, die er in einen Wäschekorb warf.
„Ich habe Krischon Hinker einen Korb voll Tienerkorken versprochen", sagte er, „Dabei können wir uns unterhalten und meinetwegen auch reimen, wenn du willst!"
„O ja, reimen wir was!" sagte ich.
„Erst erzähle ich dir eine Geschichte", sagte mein Urgroßvater. "Anschließend reimen wir zur Erholung ein bisschen. Du hast doch Lust auf eine Geschichte?"
O ja, die hatte ich. Mein Urgroßvater könnte nämlich hübsch erzählen.

Die Geschichte von den drei Geschichtenerzählern

In alter Zeit lebten in der Stadt Üsküb drei Geschichtenerzähler, die sich schlecht und recht von ihren Talenten ernährten. Täglich gingen sie auf den Basar, um Zuhörer und vielleicht ein paar Piaster zu gewinnen. Weil aber zu jener Zeit der Handel mit Stambul immer schwieriger wurde (denn eine Räuberbande lauerte den Kaufleuten auf), so wurden die Waren teuer und das Geld knapp, und die drei Geschichtenerzähler wussten bald nicht mehr, wovon sie sich und ihre Familien ernähren sollten.
Das beschlossen, dass fortan nur noch einer von ihnen Geschichten erzählen solle und dass die anderen beiden Badediener oder Wasserverkäufer werden sollten.
Sie versicherten einander durch Handschlag,
dass derjenige von ihnen Geschichtenerzähler bleiben dürfe, der in den folgenden drei Tagen am meisten Zuhörer um sich versammele, und sie versprachen einander, nur Geschichten von Dieben zu erzählen.....usw.usw.usw.


Und morgen geht es weiter, versprochen

Laura

22.08.2007 um 09:48 Uhr

Gedicht für ein Gedicht

von: Laurali   Kategorie: Spaß


Gedicht für ein Gedicht
Kein Reim ist mir zu weit
um ihn für dich zu finden
kein Wort ist mir zu fern
um es an dich zu binden
Kein Vers ist mir zu lang
um ihn für dich zu gehen
kein Satzbau mir zu klar
um ihn nicht zu verdrehen
Kein Sinn ist mir zu klein
um ihn für dich zu geben
keine Strophe mir zu kurz
um sie für dich zu leben
Und bist du dann vollendet
mit allem drum und dran
reim' ich dir eine Schwester
und fang' von vorne an


VERF UNBEK

 

 

In den weisen Büchern habe ich gelesen:
Alle sieben Jahre wandelt sich Dein Wesen.
Alle sieben Jahre, merket Mann und Weib,
wandelt sich die Seele, wandelt sich der Leib.
Wandelt sich Dein Hassen, wandelt sich Dein Lieben.
Und ich zählte heimlich: drei Mal, vier Mal sieben.
Ach, die Geister kamen. Und mein Ohr vernimmt:
Alle sieben Jahre ... Siehe da, es stimmt.
Sorgenvoll betracht ich alle Liebespaare.
Ob sie es wohl wissen: Alle sieben Jahre!
Selbst in Deinen Armen fragt mein Schatten stumm:
Wann sind wohl, Geliebter, unsre sieben um?

Mascha Kaleko
 
 
 
*   *  *

 

Ein Träumer ist jemand,
der seinen Weg im Mondlicht findet
und die Morgendämmerung
vor dem Rest der Welt sieht.

Oscar Wilde

 

 

Nur im Alleinsein
können wir uns selber finden.
Alleinsein ist nicht Einsamkeit,
sie ist das größte Abenteuer!

H. Hesse




Weicher Weg
in die Nacht
spür die Nähe der Sterne
Gedanken werden leicht
streicheln mirTräume
auf die Haut
ich ahne die Sonne
weil derMorgen
aufgehen wird

Sheera 

 

 

16.08.2007 um 11:41 Uhr

meine kleine (h)erz macht tick tack

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Zärtliche Umarmung
Verborgene Gefühle
und Träume zeigen
Das Eis ist gebrochen
Streicheleinheit
Vertrauen wächst
Danke für Dein Lächeln
und Deine Liebe

© Laura




 

meine kleine (h)erz macht tick tack



Lied

Es ist der Wind um Mitternacht,
Der leise an mein Fenster klopft.
Es ist der Regenschauer sacht,
Der leis an meiner Kammer tropft.

Es ist der Traum von meinem Glück,
Der durch mein Herz streift wie der Wind.
Es ist der Hauch von deinem Blick,
Der durch mein Herz schweift regenlind.

 

 

Friedrich Nietzsche

*


Nicht sich verstecken
Vor den Dingen
Der Zeit
In die Liebe

Aber auch nicht
Vor der Liebe
In die Dinge
Der Zeit

Erich Fried


07.08.2007 um 08:32 Uhr

Der Einsame

von: Laurali   Kategorie: Spaß


Der Einsame

Wer einsam ist, der hat es gut,
Weil keiner da, der ihm was tut.
Ihn stört in seinem Lustrevier
Kein Tier, kein Mensch und kein Klavier,
Und niemand gibt ihm weise Lehren,
Die gut gemeint und bös zu hören.
Der Welt entronnen, geht er still
In Filzpantoffeln, wann er will.
Sogar im Schlafrock wandelt er
Bequem den ganzen Tag umher.
Er kennt kein weibliches Verbot,
Drum raucht und dampft er wie ein Schlot.
Geschützt vor fremden Späherblicken,
Kann er sich selbst die Hose flicken.
Liebt er Musik, so darf er flöten,
Um angenehm die Zeit zu töten,
Und laut und kräftig darf er prusten,
Und ohne Rücksicht darf er husten,
Und allgemach vergisst man seiner.
Nur allerhöchstens fragt mal einer:
Was, lebt er noch? Ei, Schwerenot,
Ich dachte längst, er wäre tot.
Kurz, abgesehen vom Steuerzahlen,
Lässt sich das Glück nicht schöner malen.
Worauf denn auch der Satz beruht:
Wer einsam ist, der hat es gut.

Wilhelm Busch (1832-1908)

 
 

 
 

 
 
Selige Einsamkeit!
Wo Seen und Wälder,
Wolken und Felder,
wo Mond und Sterne,
alle Nähe und Ferne
ihr Schweigen brechen
für dich
und ohne zu sprechen
das Tiefste sagen -
da wird dir wahrlich
Glück zugetragen.

Dr. Carl Peter Fröhling

28.07.2007 um 18:07 Uhr

Ein Mensch

von: Laurali   Kategorie: Spaß


Ein Mensch, der manches liebe Jahr
Zufrieden mit dem Dasein war,
Kriegt eines Tages einen Koller
Und möchte alles wirkungsvoller.
Auf einmal ist kein Mann ihm klug,
Und keine Frau ihm schön genug.
Die Träume sollten kühner sein,
Die Bäume sollten grüner sein,
Schal dünkt ihm jede Liebeswonne,
Fahl scheint ihm schließlich gar die Sonne.
Jedoch die Welt sich ihm verweigert,
Je mehr er seine Wünsche steigert.
Er gibt nicht nach und der rumort,
Bis er die Daseinsschicht durchbohrt.
Da ist es endlich ihm geglückt -
Doch seitdem ist der Mensch verrückt.

(Eugen Roth)
 
 
 
*   *  *
 
 

Die Menschen machen
weite Reisen um zu staunen
über die Höhe der Berge,
über die riesigen Wellen
des Meeres, über die Länge der Flüsse,
über die Weite des Ozeans
und über die Kreisbewegung
der Sterne.
An sich selbst aber
gehen sie vorbei,
ohne zu staunen.

Augustinus 
 
 
 

27.07.2007 um 07:34 Uhr

Fünfter Streich Max und Moritz

von: Laurali   Kategorie: Spaß

 

 

 

Der Humor ist keine Gabe des Geistes,
er ist eine Gabe des Herzens.
(L. Börne)


 

Fünfter Streich
Max und Moritz


Wer in Dorfe oder Stadt
Einen Onkel wohnen hat,

Der sei höflich und bescheiden,
Denn das mag der Onkel leiden.

Morgens sagt man: "Guten Morgen!
Haben Sie was zu besorgen?"

Bringt ihm, was er haben muss:
Zeitung, Pfeife, Fidibus.

Oder sollt' es wo im Rücken
Drücken, beißen oder zwicken,

Gleich ist man mit Freudigkeit
Dienstbeflissen und bereit.

Oder sei's nach einer Prise,
Dass der Onkel heftig niese,


Ruft man:"Prosit!" alsogleich.
"Danke!" - "Wohl bekomm' es Euch!"

Oder kommt er spät nach Haus,
Zieht man ihm die Stiefel aus,


Holt Pantoffel, Schlafrock, Mütze,
Dass er nicht im Kalten sitze.


Kurz, man ist darauf bedacht,
Was dem Onkel Freude macht.

Max und Moritz ihrerseits
Fanden darin keinen Reiz.

Denkt euch nur, welch schlechten Witz
Machten sie mit Onkel Fritz!

Jeder weiß, was so ein Mai-
Käfer für ein Vogel sei.

In den Bäumen hin und her
Fliegt und kriecht und krabbelt er.


Max und Moritz, immer munter,
Schütteln sie vom Baum herunter.

In die Tüte von Papiere
Sperren sie die Krabbeltiere.

Fort damit und in die Ecke
Unter Onkel Fritzens Decke!

Bald zu Bett geht Onkel Fritze
In der spitzen Zippelmütze;

Seine Augen macht er zu,
Hüllt sich ein und schläft in Ruh.

Doch die Käfer, kritze, kratze!
Kommen schnell aus der Matratze.

Schon fasst einer, der voran,
Onkel Fritzens Nase an.

"Bau!" schreit er. "Was ist das hier?"
Und erfasst das Ungetier.

Und den Onkel, voller Grausen,
Sieht man aus dem Bette sausen.

"Autsch!" - Schon wieder hat er einen
Im Genicke, an den Beinen;

Hin und her und rundherum
Kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.

Onkel Fritz, in dieser Not,
Haut und trampelt alles tot

Guckste wohl, jetzt ist's vorbei
Mit der Käferkrabbelei!

Onkel Fritz hat wieder Ruh
Und macht seine Augen zu.

Dieses war der fünfte Streich,
Doch der sechste folgt sogleich.

Wilhelm Busch

20.07.2007 um 12:40 Uhr

Hanns Dieter Hüsch sagte:

von: Laurali   Kategorie: Spaß

Hanns Dieter Hüsch sagte:

Dass der Niederrheiner nix weiß
Aber alles erklären kann
Dat wissen Se ja
Un oft genug weiß er nix Genaues
Un sacht dann einfach:
So ähnlich jedenfalls
Und da uns dat aber zu kurz vorkommt
Hängen wer an das "So ähnlich jedenfalls"
Noch ein "Immerhin" dran
Und um den Satz vollends abzurunden
Sagen wer dann noch ein "Naja" hinterher
Oder "weiß ich auch nich so genau"
Das kommt auch oft daher natürlich
Weil wir Niederrheiner immer ein bissken
Abwesend sind
Nich richtig zuhören
Un dann isset passiert
Dann wissen wer nich weiter
Un stehen höchst verloren inne
Gegend herum
Un dann sagen wer meistens einfach nur:
"Jedenfalls öh"
Mehr nich
Da kommt dann nix mehr
Einfach nur: "Jedenfalls öh"
Wir wollen dann den Satz
Auch gar nicht mehr fortsetzen
Dem Niederrheiner reicht das
"Jedenfalls" völlig
Damit haben wir alles gesacht
Vielleicht dass wir dann noch nach einer Pause sagen:
"Immerhin wie gesacht"
Aber zu mehr können wir uns dann nich aufraffen
Aber damit haben wir die ganze Welt gemeint
Mit diesem "Immerhin"
Damit meinen wir Niederrheiner
Alle Säugetiere
Alle Naturgewalten
Und auch den ganzen Kosmos
Wenn wir "Jedenfalls immerhin" sagen
Mehr brauchen wir das wirklich nicht zu sagen
Höchstens dass wir dann nach einer Pause noch sagen:
"Wie gesacht"
Um das "Jedenfalls" noch ein bisschen
Zu unterstreichen
Immerhin
Sach ma nix