zum Gedenken an Victor Jara (Opfer von Pinochet) und tausende anderer Chilenen
Die grosse Band U2 hat einen Song geschrieben namens "One Tree Hill". In diesem Song kommen die folgenden Zeilen vor:
And in the World a heart of Darkness / A fire zone / Where Poets speak their heart / Then bleed for it / Jara sang, his song a weapon / In the Hands of Love / You know his blood still cries / From the ground
Jara (Victor Jara) war ein chilenischer Folk-Sänger, der in den frühen 70ern sehr berühmt war in Chile. Seine Songs beinhalteten vor allem Sozialkritik und riefen zum Aufstand auf. Er wurde respektiert von den intellektuellen Führern der sozialistischen Regierung. Aber als Pinochet mit einem Staatsstreich die Regierung stürzte, folterte er Victor Jara zu Tode, indem er im beide Hände abschnitt und ihn dann zwang zu singen und Gitarre zu spielen. Wir wollen hier, Victor Jaras grossen Opfers gedenken.
Nur kurz als Anmerkung, es gibt noch zwei U2-Songs über die Zeit von Chile unter Pinochet : "They dance alone" und "Mothers Of The Disappeared".
Nun, wer war Pinochet und was geschah damals? Sternenschein hat dies schon sehr gut erklärt und ich kopiere es - etwas aufbereitet und mit ihrer Erlaubnis - so hierher.
Pinochet hatte eine
Militaerausbildung und ein Jurastudium. In den 50 Jahren hat der Staatschef von
Chile, Videla, die kommunistische Partei verboten und Konzentrationslager
eingerichtet. Pinochet wurde KZ Kommandant.
1970 gewann die sozialistische Opposition bei Wahlen die Mehrheit, Salvadore
Allende wurde Staatschef. Das passte den Amerikanern nicht wirklich.
Pinochet war auch zwischenzeitlich mal Attache an der Chilenischen Botschaft in
Wahington, nahm an Kursen der US Army teil. Daher hatte er wohl gute Kontakte
zum CIA und zur US Armee.
1973 streikten in ganz Chile die Transportgewerkschaften, vom CIA unterstuetzt,
um Allende zu Fall zu bringen.
Das fatale war, Allende hatte Pinochet vorher noch zum Divisonsgeneral ernannt,
und das Kommando ueber die Heeresgarnison Santiago de Chile uebergeben.
So putschte Pinochet 1973, liess den Praesidentenpalast bombardieren und griff
Allende an. Dieser verteidigte sich noch eine Zeitlang, bevor er sich selbst
erschoss.
Pinochet uebernahm die Macht, liess alle Regierungsmitglieder, Sozialisten und
Aehnliches verhaften und in Konzentrationslager sperren.
Pinochet ernannte sich zum Praesidenten auf Lebenszeit. Baute seine Macht auf
Verschwinden-lassen und Folterung von Menschen auf, wobei die deutsche
Siedlung, Colonia Dignidad, wohl auch eine Rolle als Folterzentrum spielte.
1990 musste Pinochet zuruecktreten, blieb aber noch Senator.
Vor einigen Jahren wurde er in London verhaftet, sollte wegen
Menschenrechtsverletzungen angeklagt werden, wurde aber wegen seniler
Haftunfaehigkeit dann doch nach Chile zurueckgeschickt. Er starb gerade vor
kurzem.
Trotzdem er Angst und Schrecken in seinem Land verbreitete, wurde er von den
Amerikanern, den reichen Chilenen und dem Mittelstand unterstuetzt.
Allendes Nichte Isabel Allende hat den ganz und gar beruehmten Roman "Das
Geisterhaus" über diese Zeit geschrieben, er wurde auch verfilmt.
Und der Pinochet wurde ja vom
amerikanischen Geheimdienst gefoerdert... wahrscheinlich haben sie die Plaene
fuer den Umsturz und die Ermordung von Allende geplant.
Aus alle Faelle standen die Amerikaner sehr hinter Pinochet, haben ihm noch
Ausbildner fuer die Folterknechte geschickt..damit sie dieses Handwerk besser
beherrschen.
Und als sie Pinochet vor Gericht stellen wollten..da macht er einen auf
senil...pah..Senator auf Lebenszeit, nicht anklagbar. Aber vor dem Den Haager
Gericht fuer Menschenrechte, oder Kriegsverbrechen, wollte ihn auch keiner
wirklich stellen.
Viele sozialistische Chilenen haben übrigens damals Asyl in der DDR gefunden.
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ich erinnere mich, dass ich .. vor langer Zeit .. eine LP von Victor Jara hatte.
Ich denke auch, was damals in Chile passiert ist, darf nie vergessen werden.
*Verbeug*
liebe Gruesse
es sollte sich vor allem nicht wiederholen, in dieser oder aehnlicher Form...aber leider...
Wann lernen die Menschen endlich aus dem geschehenen?
Aus den Diktaturen die vergangen sind..wie die in Deutschland, Spanien, Portugal, Griechenland, Tuerkei...die Liste liesse sich fortsetzen......
Liebe Gruesse
Viel wichtiger waere es, eine Bruecke zum Leben der Menschen dieser Zeit zu bauen, um mit Emotionen Verbindungen dazu herzustellen. Denn Emotionen vergessen wir nicht so leicht, wie Zahlen und reine Daten.
Es stoert mich auch, dass vieles im Geschichtsunterricht auf Eroberungen und Kriege beruht, von Feldherren und maechtigen Kaisern etc. gesprochen wird.
Die Menschen die friedlich waren, sich fuer andere einsetzten kommen da eher weniger vor..ausser sie heissen Ghandi, Mandela oder Mathin Luther King...die zweifellos alle ihre hohen Verdienste hatten. Die man bewundern kann, fuer ihr Lebenswerk.
Liebe Gruesse
LG
Ich wäre auch dafür, dass so manches Unterrichtsfach anders angegangen würde. Nämlich zuerst die Hintergründe, wie es den Menschen ging und so weiter (das ist auch eigentlich wichtiger als diese Daten, meine ich), dann würde ich mich automatisch fragen, wie man so etwas "legal" veranstalten könnte, und so wäre das Lernen umso leichter. Aus der Geschichte lernen, nicht die Geschichte lernen. Was habe ich davon, wenn ich weiß, wann welches Gesetz von wem erlassen wurde.
Chile hatten wir auch nicht (Martin Luther King auch nur in Englisch), eigentlich so gut wie nichts, was nach den Nachkriegsjahren nach dem 2ten Weltkrieg kam, aber eigentlich war ich da ganz froh drüber (ieeeh, das hätte man alles lernen müssen, och näh), es ist einfach zu wenig Zeit und zu viel zu lernen ... und dann hat man ja eventuell noch andere Fächer *g*. Okeh, natürlich liegt das größtenteils an mir, weil ich einfach nicht effektiv lernen kann. Bei mir dauert das lange und bringt wenig (siehe Liberte, Fraternite, äääh Egalite, oder so *harr* ...). Ach, scheiß Schulsystem!
Ich finde aber, dass es andere Fächer noch zusätzlich geben sollte (oder man schafft andere einfach ab *waahahaha*) ... sowas wie ... ähh, wie man lernt z.B. ... oder wie man mit Menschen umgeht, wie man besser lebt ... Also Grundsätze vermitteln, wie "Leben" geht. Das meiste lernt man darüber zwar nicht in der Schule, sondern indem man eben "lebt", aber es gibt da bestimmte Dinge, die ganz hilfreich sind, wenn man sie weiß. Mich haben Ethik und Philosophie da sehr geprägt (und wozu hatte ich 11 Jahre Religion? Gelernt habe ich daraus jedenfalls nichts).
Ich find ja die Idee der Schule, die Nena da mit anderen Veranstaltet ziemlich gut :). Blahhblaaaah blaaah *g*.
Jedenfalls, guter Beitrag, hab ich zwar schon gelesen, aber so manch anderer wahrscheinlich nicht. Ich finde es wichtig, dass man auch von solchen "Stars" hört oder liest, die "wirklich" etwas geleistet haben, oder immer noch leisten. Solche Vorbilder bräuchten wir ... hachjah.
Liebe Grüße
Ich kenne das mit dem lernen.... ;) Bist nicht die einzige, Rougenoir.
Lebenskunde! Das wäre etwas, ganz genau. Das wäre wirklich wichtig! Ethik und sowas. Und auch praktisches.
Danke für den Kommentar :)
Leider haben da viele Eltern Angst vor und die Schulen/Lehrer wohl auch zum Teil.
Dann koennte doch kein Lehrer mehr sagen: *mehr Blödheit geht schon garnicht*, wie ich es gerade in einem blog hier gelesen habe. Denn dieses wiederspraecher doch seinem Umterricht ueber Ethik und Lebensfragen.
Liebe Gruesse
Ah okay *nachgelesen hab* Du meinst Ceauşescu und dessen Frau Elena, die '89 in Rumänien erschossen wurden.
Ui ui, Deine Geschichtskenntnisse überfordern mich. ;)
ich muss lachen..Ceauscesco...
da haette ich am liebsten auch drueber geschrieben..aber wird zu viel Politik.
Sein Volk musste hungern und frieren, waehrend er Prachtbauten in Bukarest bauen liess, aber alles immer mehr rationierte.
Lachen ueber das Bild, wie er oben, auf dem Parlamentsdach neben seiner Frau steht, eine Rede haelt.
Hat sich extra mit Bussen aus ganz Rumaenien ergebene Funktionaere herankarren lassen. Der Platz unten ist voll mit Menschen. Waehrend er spricht, fangen die unten an, Freiheit und seinen Sturz zu fordern..er bekommt es erst garnicht mit!! Er schaute so was von befremdet. Die Geheimdienstleute wollen ihn von der Balustrade wegziehen..er wehrt sich noch ein wenig..glaubt immer noch, die Menschen jubeln ihm zu. Die ersten stuermen schon das Gebaeude, als die Security Leute ihn wegziehen und mit seiner Frau in einen auf dem Dach bereitstehenden Hubschrauber verfrachten. Fort ist er.
Am selben Abend wird der Fernsehsender gestuermt, etliche Maenner in alten Pullovern erklaeren Cseauscesko fuer abgesetzt, ein Kommitee hat die Macht uebernommen.
Zwei Tage lang kommt es noch zu Schiessereien in Bukarest, zwischen Securitate Leuten und der Armee. Denn der Geheimdienst fuerchtete um den Verlust seiner allumfassenden Macht.
Die Armee stellte sich auf Seiten der Bevoelkerung.
Einige Tage spaeter, oeffnete sich eine Panzerluke und ganz verdutzt schauend wird er und seine Frau aus diesen Panzer gezogen, um verhaftet zu werden.
Gut, die Gerichtsverhandlung, gegen ihn, entsprach nicht der EU Norm, aber das entsprach sie, unter seinem Regime, ja auch niemals.
Es half ihm nichts, dass er seinen Blutdruck, zur Feststellung seiner Verhandlungsfaehigkeit, nicht messen lassen wollte. Und auch nicht, dass er versuchte, dem Richter Befehle zu geben, mit den Worten, ich bin Dein rechtmaessiger Praesident.
Er wurde verurteilt und gleich im Hof erschossen. Da lag das Ehepaar nun, und die Bilder gingen um die Welt.
Ein Land war befreit.
Liebe Gruesse
man mag das ende alles in allem vielleicht für barbarisch halten,dennoch halte ich es für eine gerechte strafe,auch wenns hart klingen mag.so ist die sache konsequent abgehakt,ohne dass diese art verbrecher noch jahrelang im knats dem land geld kostet.
Eigentlich finde ich es ziemlich seltsam, dass so viele an dem alten System festhalten wollen. Vor allem Lehrer. Denen geht es doch auch nicht gut damit (aber sie haben einen festen Job, auch was *lol*). Und die Regierung ... die hätten auch Ethik in der Schule haben sollen. Vielleicht würden sie dann verstehen, dass man, sobald es aufgefallen ist, dass die deutschen Schüler weniger wissen als viele andere *hehe*, die Schuld nicht auf die Schüler, die Eltern, oder sonstwen schieben sollte, wenn man ein Land regiert, welches mit am wenigsten für Bildung ausgibt. Alle Schuld liegt da natürlich nicht begraben ... ich würde sagen, jeder trägt (s)eine Teilschuld und das Schulsystem ... äh, am meisten *haha*.
Oh hilfe, Geschichtliche Fakten *wegrenn*, allerdings sehr viel interessanter gestaltet, als ich das sonst kenne ;).
Zur Todesstrafe ... nungut, einerseits ... kostes sowas tatsächlich Geld, aber ein Henker sein, wollte ich trotzdem nicht. Dazu gehört nicht nur die "ausführende Gewalt" *harr* (ich meine den, der schießt, spritzt etc.), sondern die, welche dafür verantwortlich sind (Richter ...). Ich sach immer, Gleiches mit Gleichem vergelten ist nicht das Wahre. Das macht einen nicht "besser".
Grundsätzlich bin ich nicht für die Todesstrafe, aus gleichem Grunde wie Rougenoir... aber manchmal bin ich doch ganz "froh", dass es dadurch kam, wie's gekommen ist. Siehe Ceauscesco & Co.