MJ and toothpaste

21.09.2011 um 17:53 Uhr

Die Alienfrau und die Sache mit der Einsamkeit

Ich kann es ihm so nachfühlen. Wenn es einen überrollt. Dieses Gefühl der Einsamkeit. Und man sich von der ganzen Welt verlassen und unverstanden fühlt. Man reflektiert sein Umfeld und fühlt sich komplett alleingelassen. Sie nennen sich deine Freunde. Kommen und gehen und hinterlassen ein Gefühl der Leere, sobald die Tür hinter ihnen ins Schloss fällt. Für einen kurzen Moment ist man über das wohlvertraute Gefühl dankbar, da obwohl man sie sich gewünscht hat, einen auch die Nähe fast erdrückt. Es ist ein Teufelskreis des Alleinfühlens und Zuvielfühlens. Manchmal möchte man laut, schreien weil die Unerträglichkeit unaushaltbar ist. Doch man ist verdammt dazu diese Realität hinzunehmen. Und die Optimistiker mögen behaupten, dass man sich diese Realität selbst schafft. Dass man Einsamkeitsempfinden selbst beeinflusst und die Sicht auf die Dinge selber verändern kann. Die Bekannte halb-voll, halb-leer Glastheorie. Ist es tatsächlich so einfach? So sagte mir kürzlich eine Frau - sie hätte genausogut ein Alien von einer ganz anderen Welt, als der meinen sein können - dass ein Mensch, der melancholisch veranlagt ist, egal wieviele Therapien er Zeit seines Lebens über sich ergehen lassen würde, diese Veranlagung nie ganz verlieren würde. Sich immer tief im Herzen einsam fühlen würde. Sind ja fantastische Aussichten! Abgestempelt...Schublade zu. Dankeschön! Sie hatte es auf ihn bezogen....sie konnte ja nicht wissen wie sehr sie damit auch mich verurteilte und schubladisierte.

Doch was soll man schon von einer Person halten, die ihm eine andere Stimme geben würde. Weil sie ihr zu "hoch" war. Und sie tiefe, männliche Stimmen lieber mochte. Da hatte ich auch meine Schubladen, in die ich sie schliessen konnte. Und schwubbs war sie drin und kam nicht mehr hinaus. Dort war es nicht schön. Kein Ort, wo man sein wollte. Dort waren sie alle, die nicht-über-den-Horizont-hinaus-Denker. Die, die nicht im Gleichtakt meines Herzens schwangen und fristeten ein langweiliges Dasein. Verdrängt und vergessen - auf Nimmerwiedersehen! Und ich ...ich liess mich in der Zwischenzeit wieder mit Elfenstaub berieseln und flog mit ihm über die satten Wiesen Neverlands...wem es wohl besser ging? Mir...der Spinnerin...unverbesserliche Träumerin, die nicht müde wurde an die Güte seines Herzens zu glauben und ihm zustimmte...niemals erwachsen werden zu wollen...niemals die Farben der Fantasie und ein Auge für das Schöne zu verlieren...?

Ihm eine andere Stimme geben? Ja war sie denn von allen guten Geistern verlassen? Wenn Worte sich in Waffen wandeln liessen, dann wäre ich erdolcht in der Ecke liegend gefunden worden. Hätte sie gesagt, das sei nicht ganz ihr Geschmack gewesen, das konnte man ja akzeptieren. Aber ihm das Absprechen zu wollen, das ihn ausmachte, das kam einer Kriegserklärung gleich. Seine Stimme war es, die mich verzauberte, in den Schlaf wiegte als Kind, mit mir Abenteuer bestritt, mich tröstete, mit mir Kämpfe austrug gegen den Rest der Welt, mich auf den Prinz mit gelocktem Haar und Schnallenhosen ins Abendrot reitend, träumen liess...Nein...seine Stimme war über all die Jahre in denen sich sein Äusseres änderte eine Konstante, die unabdingbar war. Seine Stimme...und ...seine Augen. Und es gibt Millionen da draussen, die das unterschreiben würden. Und auch wenn nicht...ich hätte für diese Stimme alles getan...die Alienfrau gehörte auf den Planeten geschossen von dem sie herkam!

 

 

 

 

 

05.09.2011 um 21:28 Uhr

Wie entfernt man den werbeblock über seinem Blogtitel?

Das ist ja widerlich!!!!! Ich will das weghaben!!! Hallo?

05.09.2011 um 21:20 Uhr

Bilder, die mehr sagen als tausend Worte

\" 

14.03.2011 um 09:01 Uhr

Hass

Stimmung: Zusammenbruch

Gestern war mein Geburtstag. Meine Mutter hat ihn natürlich vergessen. Beziehungsweise will nicht in den Spiegel sehen, und schreibt um 23:59 ...eine Minute bevor mein Geburtstag rum ist:

Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag. Ich wünsche dir alles liebe auch wenn du das nicht glaubst und genauso wenig, dass ich dich lieb habe. Du und ich sind nur zwei unterschiedliche Menschen aber immer Mutter und Tochter. Ich bin noch nicht fertig mit deinen 156 Seiten aber ich bin bemüht dir bald zu antworten. Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und viel Zeit füreinander. Deine Mami

Ich bin einfach nicht in der Lage mich über ihre Worte zu freuen. Zu tief sitzt der Schmerz und ich lese nur die eine Zeile:

Ich bin noch nicht fertig mit deinen 156 Zeilen....

...und zum ersten Mal spüre ich, wie sich Hass in meine Verletztheit schleicht...und ich will diesen Hass nicht zulassen, solch ein Gefühl in mein Herz lassen und ich weiss es gehört gemäss Psychologie zum Heilungsprozess diesen Hass zu empfinden und durchzumachen...doch ich wollte ihm nie Raum lassen...aber ich bin am Ende bin wo ich nach Entschuldigungen für sie und ihr Verhalten suche und kann einfach nicht mehr... ich schreibe zurück:

Wie unterschiedlich wir sind zeigt sich einfach in Allem. Unterschiedlich zu sein entschuldigt aber nicht alles. Ich habe 33 Jahre damit verbracht mir dein Verhalten zu erklären und alles mit deiner Verletztheit und deiner Kindheit und Lebensgeschichte zu entschuldigen. Ich könnte es wieder tun indem ich sage, ja sie hat mein Geschriebenes nicht gelesen, denn sie weiss da kommt so einiges, dass nicht einfach sein wird. Es ist nicht einfach in den Spiegel zu sehen und konfontiert zu sein mit den Dingen, die andere Menschen oder das eigene Kind verletzt haben.

und mit Tränen im Gesicht schreibe ich weiter:

Du liest eine Agatha Christie an einem Sonntag Nachmittag. Es ist nun mir überlassen zu denken was ich will darüber, dass du meine 156 oder 300 oder 50 000 Seite nicht gelesen hast. Und ich danke dir, dass du das SMS erst um 23:59 geschrieben hast, denn so musste ich in meinem Herzen nicht das spüren, was ich ich jetzt fühle nach deinen Zeilen. Ich glaube dir, dass du mir alles Gute wünschst und vielleicht kannst du irgendwann wirklich verstehen, dass es nicht Hass ist, der dir da entgegenschlägt sondern die Verzweiflung eines Kindes dass sich ungeliebt gefühlt hat.

Ich weiss es nicht was du tun kannst, dass mich nicht verletzt. Vielleicht ist es ein Prozess, den ich durchmachen muss? Ich weiss nur, dass ich zur Zeit nicht bereit bin mir Gedanken darüber zu machen, ob du vielleicht krank bist oder grade viel zu tun hast, keine Zeit hast oder es dir sonst nicht gut geht oder sonst eine Enschuldigung suche für die Dinge die du tust, wie sie du nunmal tust. Andersartigkeit lasse ich nicht gelten. Nicht zur Zeit. Mach mit den 156 Seiten, die es dir wert waren zu zählen aber nicht zu lesen, was du willst. Spül sie das Klo runter. Wird am besten sein.

10.03.2011 um 18:12 Uhr

Ich kann nicht weinen

Stimmung: Xavier Naidoo

Ich Kann Nicht Weinen :

http://www.youtube.com/watch?v=W9hcdLhIRjk

Das müsst ich spüren..
Das müsste ich fühln..
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Ich hab meine Ängste längst verlorn,
sie sind mit allen anderen Gefühlen damals erfrorn.
Doch jetzt bin ich in der Lage zu bereun,
glaube mir, ich würde mein Leben gern erneuern.

Denn das müsst ich spüren...
Das müsst ich fühln..
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Sag mir, siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Wohin wird diese Reise mich wohl führn?
Denn nichts und niemand kann mich mehr berührn.
Mir ist kalt, die Kälte kommt von innen
Und mir scheint mein Leben zu zerrinnen.

Denn das müsste ich spüren...
Das müsste ich fühln...
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Wahnsinn, wie das Leben mit uns spielt.
Womit habe ich dieses Leben eigentlich verdient?
Wenn ich es so mit Füssen trete...
ich kann froh sein das ich noch lebe..
Du fehlst mir so,
ich lebe für Dich mit.
Du fehlst mir so,
ich bring Dir etwas mit.

Denn jetzt kann ich’s fühlen...
Jetzt kann ich’s spürn...
Ich muss jetzt weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich kann jetzt weinen,
Du fehlst mir so sehr!

Das müsst ich spüren..
Das müsste ich fühln..
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Ich hab meine Ängste längst verlorn,
sie sind mit allen anderen Gefühlen damals erfrorn.
Doch jetzt bin ich in der Lage zu bereun,
glaube mir, ich würde mein Leben gern erneuern.

Denn das müsst ich spüren...
Das müsst ich fühln..
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Sag mir, siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Wohin wird diese Reise mich wohl führn?
Denn nichts und niemand kann mich mehr berührn.
Mir ist kalt, die Kälte kommt von innen
Und mir scheint mein Leben zu zerrinnen.

Denn das müsste ich spüren...
Das müsste ich fühln...
Ich kann nicht weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich möchte weinen,
doch ich kann es nicht mehr.

Wahnsinn, wie das Leben mit uns spielt.
Womit habe ich dieses Leben eigentlich verdient?
Wenn ich es so mit Füssen trete...
ich kann froh sein das ich noch lebe..
Du fehlst mir so,
ich lebe für Dich mit.
Du fehlst mir so,
ich bring Dir etwas mit.

Denn jetzt kann ich’s fühlen...
Jetzt kann ich’s spürn...
Ich muss jetzt weinen,
doch ich kann nichts dafür.
Siehst du die Engel?
Siehst du das Meer?
Ich kann jetzt weinen,
Du fehlst mir so sehr!


 

10.03.2011 um 17:59 Uhr

Im Stillen

Stimmung: wartend

 

 

In meinem Herzen warte ich auf dich
doch ich weiss der Realität entspricht es nicht
In meinem Herzen warte ich auf dich
Nur im Verborgenen bis es bricht 

Unter Tränen weinte ich um dich
Ich wartete und Tränen nässten meine Kissen
ich weiss es ist nur Illusion
aber mein Herz will davon nichts wissen
 

In meinem Herzen warte ich auf dich
doch ich weiss der Realität entspricht es nicht
In meinem Herzen warte ich auf dich
Nur im Verborgenen bis es bricht

Nun kann ich nicht mehr weinen
Ich lebe ohne deine Liebe
nun kann ich nicht mehr fühlen
nur in meinen Träumen bist du mir geblieben

In meinem Herzen warte ich auf dich
doch ich weiss der Realität entspricht es nicht
In meinem Herzen warte ich auf dich
Nur im Verborgenen bis es bricht

 

04.02.2011 um 18:08 Uhr

heute habe ich eine Frage an Euch...

Stimmung: ?

 

 Es gibt die Theorie, dass sich die Seele des Menschen nach dem Sterben vom Körper befreit und in einer anderen Form weiter existiert. Man sagt, dass die Seelen sich nach dem Tod eine gewisse Zeit in der Zwischenwelt, zwischen unserer Realität und derjenigen in die sie gehen sollen leben.

Wenn dann die Hinterbliebenen nicht loslassen können, geschehe es manchmal, dass die Seele nie seinen Frieden findet?

Was denkt ihr?

Ich mache mir Sorgen, dass ER wegen all dieser Millionen, die ihn betrauern und festhalten wollen, nie Frieden findet.... :-(

11.01.2011 um 09:03 Uhr

Where is Mike?

Stimmung: gelandet

 

Vorgängig hatte sie sich bei Mike per Email gemeldet und ihm die genaue Ankunftszeit mitgeteilt. Mike bot an die beiden abzuholen. Für die ersten Tage hätte er aber noch seine beiden Kinder über Nacht bei sich zu Hause. Sie hatte eine Buchung in einer Art Jugenherberge vorgenommen. Und wollte dann ein paar Tage später in Mike’s Haus wechseln. Ein Mietauto hatten sie noch nicht organisiert. Sie hatte keinen Schimmer wie wichtig sowas in Los Angeles war. In New York war es ja kein Problem von A nach B mit einem Cab zu kommen. L.A. ist da ganz anders!

Schon im Flugzeug überlegte sie laut: „Was wenn er nicht auftaucht? Wenn wir dastehen wie bestellt und nicht abgeholt und er sich einfach nicht blicken lässt?“ Babsi meinte: „Jetzt mal mal nicht den Teufel an die Wand. Bis jetzt hat er doch alle Versprechen gehalten, oder nicht?“ Ja, das stimmte. Sie musste Babsi Recht geben. Sie atmete einmal tief durch und schob die Befürchtungen von sich.

Als sie nach etlichen Stunden endlich landeten war es Nachmittag in Los Angeles. Sie machten sich auf Richtung Baggage-claim und passierten die Passkontrolle. Ging alles ganz easy. Dann suchten sie nach dem Ausgang. Auf dem Parkplatz angekommen hielten Sie Ausschau nach Mike. Sie wählte seine Nummer, doch es ertönte nur die Voicemail.
Sie hinterliess ein Nachricht: „I guess you are already on your way? Just letting you know we have arrived. Pls call me back as so I know you get this message. Bye.” Sie warteten knapp ne Stunde. Doch Mike meldete sich nicht zurück und tauchte auch nicht auf. Ihr Herz sank merklich in die Hose. Und jetzt? Sie wählte erneut seine Nummer und liess es klingeln. Sie wählte erneut. Irgendwann hob ein entnervter Mike ab. „This is Mike!
Who’s this?“ Einwenige eingeschüchtert antwortete sie: „It’s Chantal, hey! Trying to reach you over and over. Where are you?”

Mike: “Was meinst du wo ich bin? Ich bin in Frisco.”
SIE: „Waaaaaaaas??? Wieso denn? In San Franscico???!!!“
Mike: „Wieso? Was meinst du? Du solltest noch gar nicht hier sein. Bist du in L.A.? Du hast mir ein anderes Datum gegeben!“
SIE voller Inbrunst der Überzeugung und mit vorwurfsvollem Ton: „Mike?! Nein, ich hab dir das heutige Datum durchgegeben. Wir sind vor einer Stunde gelandet!“
Mike: „Sweety, you gave me a completely different date. Sorry, I will get back this evening. You have to find a way to your hostel yourself. I will try to drive back to L.A. as soon as I can. Oh lord ….” seufzte es auf der anderen Seite der Leitung….

 

10.01.2011 um 10:11 Uhr

Fortsetzung... Richtung L.A.

Stimmung: reiselustig

Mike hatte ihr nach einer Durststrecke von 16 Jahren zu IHREM Traum verholfen. Und sie hatte es nicht vergessen. Dass er nun nach Ausscheiden aus dem MJ-Team sogar sein Haus als Übernachtungsmöglichkeit anbot, war für SIE ein wundervolles  Zeichen seiner Freundschaft.

Trotzdem, sie hatte schon oft von der oberflächlichen Freundlichkeit der Amerikaner gehört, die in Tat und Wahrheit oft im Nichts endete. Mehr Schein als Sein ist grade in Hollywoods Welten meist an der Tagesordnung. Als sie einmal während der Laufbahn, die ihre Karriere nahm, mit dem Gedanken spielte für einige Zeit in den Staaten zu arbeiten, wollte es der glückliche Zufall, dass der CEO der amerikanischen Partnergesellschaft des Unternehmens in dem sie tätig war, bei  einem Geschäftsanlass anwesend war. Im Verlauf des feuchtfröhlichen Abends kam sie unerwartet ins Gespräch mit dem aufgeschlossenen Big Boss. Während er ansonsten vor allem von karrieregeilen Yuppies umgeben war, die allzu offensichtlich um seine Gunst und Aufmerksamkeit rangen, empfand er es vermutlich als erfrischend anders, dass sie mit ihm eine ganz belanglose Unterhaltung führte. Sie war damals 21 Jahre alt und fasziniert von der grossen weiten Welt, den USA im Besonderen – wen wundert’s? - und fand natürlich im Laufe des Gesprächs einmal mehr den Weg zu MJ…

Er war ganz angetan von ihrer Art, erzählte von seinem Heimatland und insbesondere vom headquarters seiner Gesellschaft, die – halleluja – in Los Angeles stationiert war. Sie spann den Faden in Gedanken weiter: Hach, wie schön wäre es über diesen Herrn an eine Anstellung zu kommen. So nah bei IHM. Es sollte nur eine Träumerei bleiben. Doch auch hier steht die Frage im Raum, ob es Zufall war, dass der CEO ihr seine Karte gab mit Emailadresse und Cellphonenumber, genau wie Mike es später tun würde. Jedenfalls konnte der Vize-Abteilungsleiter, der seinen beruflichen Aufstieg mit allen Anstrengungen vorantreiben wollte, seinen Neid nicht verbergen. „Er hat dir seine Karte gegeben? Hast du überhaupt eine Ahnung, welche Türen sich dir hier gerade öffnen?“ Nein, mit 21 Jahren hatte sie es natürlich nicht und traute sich auch fast zwei Jahre lang nicht, dem freundlichen Herrn zu schreiben. Als sie es tatsächlich tat, weil sie nun konkrete Pläne Richtung „Arbeiten in den USA“ schmiedete, antwortete dieser natürlich nicht mehr auf Ihre Email.

Sie tat sich deshalb schwer zu glauben, dass Mike sie tatsächlich am Airport in LAX abholen würde….

Dennoch, sie hatte ihm in Berlin versprochen, zumindest im Ansatz irgendwie wieder gut zu machen was er für sie getan hatte. Sie hatte ihr Versprechen nicht vergessen. Sie kannte aber Mike’s Geschmack in Sachen Geschenke nicht gut genug und überlegte hin und her was ihm denn gefallen würde. Sie dachte sich, dass die meisten Männer Freude an einer teuren Uhr haben würden. Eine Schweizer Uhr? – Das könnte hinhauen. Sie blätterte einiges auf den Tisch für dieses schöne Exemplar, dass sich nun mit im Handgepäck befand. Sie freute sich riesig auf sein strahlendes Lachen beim Öffnen der Schachtel. ….

Bei ihrem Transitaufenthalt in Paris Charles-de-Gaulles – ein überhaupt nicht empfehlenswerter Flughafen – Chaos pur – traf sie sich mit Babsi, die aus dem Österreichischen anreiste. Die Franzosen hatten es nicht so mit Organisation. Fast hätten sie ihren Anschlussflug verpasst. Denn ihr Flug war am falschen Gate ausgeschrieben worden. Irgendwann wurde in aller Stille auf der Anzeigetafel die Korrektur vorgenommen. Kein Aufruf – rein gar nix. Lediglich die immer leerer werdende Wartehalle liess sie stutzig werden. In letzter Sekunde entdeckte sie das Malör und rannte ans richtige Gate. Als Letzte wurden die Beiden geboardet. Uff, das war knapp!

06.01.2011 um 18:30 Uhr

So wie der Wind die Gebete in die Welt hinausträgt...


Taschi ist fünf Jahre alt, und als an diesem Morgen die Sonne aufgeht, hat sie ihre Kindheit verloren, irgendwo in den eisigen Höhen des Himalaya. In der Nacht ist ihre wollene Jacke zu Eis erstarrt und ihre Handschuhe sind so steif gefroren, dass sie keinen Finger mehr bewegen kann. Die Beine schmerzen und die Füsse spürt es kaum noch, doch das Mädchen weiss,  es darf nicht weinen. Es darf nicht weinen, denn jede Träne würde gefrieren, und jedes Innehalten um sie wegzuwischen, könnte den Tod bedeuten. Hier oben, in über 5000 Metern Höhe auf dem Dach der Welt, kennen die Götter keine Gnade und so wird Taschi weitergehen, noch viele Tage lang, einem undefinierbaren Traum entgegen – einem Ziel, das Freiheit heisst….

Taschi ist eines von 1500 Kindern, die jedes Jahr aus Tibet flüchten – ihre Eltern schicken sie fort, meist mit drei, vier oder fünf Jahren, um den gefährlichsten Treck der Welt anzutreten. Ihre Route führt durch die scheinbar unüberwindbaren Pässe des Himalaya-Gebirges, knapp 1600 Kilometer von Lhase über Nepal nach Indien. Dort, in Dharamsala, sollen die Kinder die Schulen und Klöster des Dalai Lama besuchen, des geistigen Oberhaupts aller Tibeter, das seit 1959 in dem kleinen Ort seiner Exilregierung unterhält.

Es ist ein stummer erbitterter Widerstand gegen die chinesische Besetzung Tibets: Die Gesetze der Besatzer verbieten die Erziehung der Kinder nach den alten Traditionen – sie wachsen auf ohne jede Chance, ohne jegliche Erinnerung an ihre Kultur und ihre Sprache.  Und so zahlen ihre Eltern umgerechnet fast drei Monatsgehälter, um einen Führer zu engagieren, der die Kinder durch die eisige Hölle schleust. Es ist ein Abschied für immer: Aus Angst vor Verfolgung und Folter müssen die Familien alle Bande kappen – Fluchtversuche aus der besetzten Heimat werden mit einer Gefängnisstrafe von acht Jahren geahndet, selbst im Nachbarland Nepal lauern noch Kopfgeldjäger, die 100 Euro pro gefasstem Flüchtling kassieren. Ob ihre Kinder jemals Indien erreichen -  das erfahren die meisten Eltern nie, denn jeder Kontakt ist lebensgefährlich.

Seit 16 Tagen ist Taschi unterwegs Ihre Gruppe besteht – wie die meisten – aus ihr und vier anderen Kindern und dem Führer. Sie sprechen kaum, denn jede Bewegung kostet beinahe übermenschliche Kraft. „Deine Eltern lieben dich“, hatte der Führer ihr am zweiten Tag ihrer Reise gesagt, während einer der kurzen Pausen. „Sie glauben ganz fest an Dich, und du musst tapfer sein. Weil sie es auch sind.“ Immer, wenn sie jetzt vor Kälte nicht schlafen kann, denkt sie an diese Worte: tapfer sein.

Die kleine Gruppe wandert in der Dunkelheit, manchmal 17 Stunden am Stück, aus Angst vor chinesischen Grenzpatroullien und Gebirgsjägern. Die meisten Trecks starten im Frühjahr oder Winter – wenn der Schnee am höchsten liegt und die Temperaturen auf bis zu minus 40 Grad fallen, trauen sich die feindlichen Soldaten nur selten hinaus in die Berge. Doch die Gefahr bleibt: Keine Taschenlampe weist in der Dunkelheit den Weg, kein einziges Feuer wird entfacht, um Wärme zu spenden oder die eingefrorenen Wasservorräte aufzutauen. Es ist paradox: Ausgerechnet hier: im ewigen Eis des Himalaya, verdursten ganze Karawanen – denn in diesen Höhen ist der Schnee so trocken, dass er nicth als Wasser getrunken werden kann, weil er einfach nicht mehr schmilzt.

„Wir gehen übe den Nangpa La“, hatte ihr Führer ihr gesagt, und auf einen Pass gedeutet, der wie eine Zahnlücke neben dem Mount Everest klafft. Ein Pass von 5716 Metern Höhe, die offizielle Grenze zu Nepal – ein eisiges Tor zur Freiheit. Ein heiliger Stein markiert den Scheitelpunkt des Passes und unter jedem kleinen Felsen klemmen die weissen Kata-Schals früherer Flüchtlinge. Sie sollen allen Reisenden Glück bringen und nun wehen sie hundertfach im Wind. Es ist ein gutes Zeichen: Von hier aus kann man den Blick frei schweifen lassen – Tibet hinter ihnen, Nepal zu ihren Füssen und irgendwo in der Ferne Indien. Ab jetzt, das weiss Taschi, ist das Schlimmste vorbei. „Lha Gyallo!“ ruft ihr Führer – „Sieg den Göttern!“ Der Abstieg beginnt.

Zehn Tage später hat die kleine Gruppe das schier Unmögliche geschafft: Sie erreicht Indien – und nach 13 Stunden Busfahrt Dharamsala. Stumm und staunend besichtigt Taschi an diesem Abend die grossen, bunt gestrichenen Steinhäuser, in denen die Flüchtlingskinder mit ihren neue Pflegeeltern leben. Es sind feste Familienverbände und die Eltern nehmen bis zu 30 kleine Flüchtlinge auf. Jedes Kind besucht eine Schule, später vielleicht ein Kloster. Die Kinder wachsen auf um erzogen zu werden nach den alten Traditionen Tibets – und um eines Tages, wenn alle Hoffnung sich erfüllt, zurückzukehren, in eine freie Heimat, deren Kultur sie gegen jede Chance bewahrt haben.

Taschi wird eines dieser Kinder sein. Ein Kind Tibets – ein Kind des Himmels. In diesem Momentaber ist sie einfach nur ein kleines Mädchen von fünf Jahren und in ihren Gedanken hört sie die letzen Worte, die ihre Mutter sprach:

„So wie der Wind die Gebete der Menschen in die Welt hinausträgt, wird er für immer meine Gedanken zu dir tragen….“

 

  Source: Happinez, Ausgabe Nummer 1 2011, Text: Dorothee Teves

29.12.2010 um 22:41 Uhr

*heul

Stimmung: unendlich traurig

Die verdammten Scheiss Medien! Wie ich sie hasse. Ich könnte nur heulen heute.

Sie haben echt nichts besseres zu tun als gute Gedanken und Taten zerstören zu wollen. Ich dachte immer MJ übertreibt masslos wenn er im wahrsten Sinne des Wortes Lieder darüber sang wie sich die Medien wie Aasgeier über die negativen Schlagzeilen hermachen.

Eigentlich wollte ich erst später darüber berichten, dass eine Freundin und ich nach SEINEM Tod ihm zu Ehren um seinen Gedanken weiterzuführen ein Kinderhilfswerk gegründet haben. Wir haben Spenden gesammelt, eine Webseite aufgezogen, alles rechtlich abgesichert und waren nun nachdem wir wusste wieviele Spendengelder zusammengekommen sind am Überlegen wen wir aqurieren. Wir haben uns an Spitäler gewendet und an Mütterhilfeorganistionen aber bis jetzt hatten wir noch kein geeignetes Projekt gefunden.

Ich buchte es noch nicht als aussichtlos ab, sondern dachte mir, naja, aller Anfang ist schwer, bis man halt bekannt ist und die Leute einen Vertrauen und wissen die Gelder kommen wirklich da an wo man verspricht und mit seinem Namen dafür bürgt. Ich überlegte heute Nachmittag, ich bräuchte dringed die Hilfe der Medien. Dass diese vielleicht einen Aufruf an bedürftige Menschen oder an Projekte, die nicht wissen wie sie sich finanzieren sollen, starten würden.

Ich schrieb eine Emai. Hey, Leute wisst ihr was, wir haben Geld und keiner will es. Bewusst provokativ. Dann schrieb ich, ich suche nach einem Journalisten, der unsere Geschichte aufgreift und einen Aufruf startet. Und was macht die nette Frau Journalistin? Sie meldet sich und bittet um ein Interview. Ich freue mich riesig endlich endlich was bewegen zu können und als ich heute Abend den Bericht auf deren Onlineportal anhören kann trifft mich der Schlag.

Sie haben eine Story zusammengeschnitten in der ein "dubioser neu gegründeter Verein" Spenden gesammelt hat und nun nicht weiss wohin damit, dann noch einige andere Hilfsvereine dazu interviewt, die natürlich volle Kanone auf uns losschiessen, dass das natürlich sehr unglaubwürdig sei und auch abfärben könne auf so superseriöse Institutionen wie sie selbst. Die grossen von denen die Gelder in Werbung und Mitarbeiter zum grössten Teil fliessen, zerschmettern meine ganze Arbeit mit einem Satz.

Ich bin am Boden zerstört und kann es immer noch nicht fassen wie herzlos Menschen sein können. Da sammeln zwei Menschen Gelder um helfen zu wollen und bevor es anfängt wird der Ruf der Hilfsorganistion gleichmal zerstört!

Ich bin echt fertig :-(

29.12.2010 um 14:33 Uhr

Gustav Klimt und der Gedanke ein eigenes "Hideout" zu schaffen

Stimmung: bedauernd

Über die Weihnachtszeit unterhielt ich mich grade noch darüber, dass es schon erstaunlich ist, wie sehr das Thema „Sucht“ sich in meinem Leben immer und immer wiederholt. Auch wenn ich versuche dieses bewusst auszuschliessen und abzuwenden. Es scheint eines der Themen zu sein, die ich in meinem Leben als Bewältigungsaufgabe mit in die Wiege gelegt bekommen habe. Mein Onkel heroinabhängig, meine Mutter verschiedenste Drogen und auch ab und an einen Schwenker zum Alkohol und mein Vater hochgradiger Alkoholiker. Warum? Was soll ich bloss lernen?

Ich selber bin auch süchtig. Ja, zwar nicht von Betäubungsmitteln, aber mein Körpergewicht hat sich massiv gesteigert innerhalb von 15 Jahren. Backwaren, Süsses, ich esse zuviel und gerne. Wow! Ich habe es zum ersten Mal zugegeben. Dass man Schokolade gerne mag, ja das gibt man gerne zu. Dass man aber ein Problem hat, nicht. Gut, ich kann ohne mich schämen zu müssen sagen, dass ich vermutlich wirklich eine gute Futterverwerterin bin. Denn schon als Kleinkind setzte mich der Arzt auf eine Diät, weil ich vom normalen Muttermilchersatzs-Shoppen arg zunahm. Ob sich diese Futterverwertung aber ausgewachsen hat, hab ich nie nachgeprüft, denn es ist ein unwahrscheinlich schönes Verteidigungsargument gegen alle bösen Zungen, die mir vorwerfen ich würde mich falsch ernähren und zuviel zu mir zu nehmen.

Aber im stillen Kämmerlein, weiss ich ja selber dass ich immer dann zu meinen süssen Helferlein greife, wenn’s mir grade nicht so gut geht oder ich unter Strom stehe. Eine schöne Belohnung, die sich auch schon schön auf meinen Hüften abgezeichnet hat. Und auch wenn man erkannt hat, dass man etwas tun könnte – der liebe Schweinehund, der meint es sei doch alles noch nicht so schlimm. Aber nackt in den Spiegel sehe ich ganz ungern seit der Geburt meines Kindes. Denn zu aller Schande sind die angefressenen Pfunde mit dem Geburtsvorgang nicht geschwunden. Grade mal 4 oder 5 Kilo weniger war ich nach dieser anstrengenden Prozedur in der mein Engel das Licht der Welt erblickte. Nun denn, deshalb oute ich mich heute offiziell auch als Süchtige. Erstes von Essen und meine zweite Sucht kenn ihr ja schon: MJ.

Heute ass ich übrigens unwahrscheinlich lecker. Bei meiner Arbeit um die Ecke hab ich eine Oase der Erholung getarnt als marokkanisches Restaurant gefunden. Da gibt es so herrliche Dinge, mit denen man seine Gaumen verwöhnen kann.

Ich sass so da und genoss in vollen Zügen, dabei meine allerneuste Entdeckung in der Hand. Eine neue Zeitschrift, die monatlich zum horrenden Preis von Euro 5.70 im Handel erscheint, für den sich aber jeder Cent bzw. Rappen für uns Schweizer lohnt: HAPPINEZ.

Kauft Euch dieses Heft! Ich kann es wärmstens empfehlen. In unserer so hohlen und künstlichen Welt, wo nichts als Aussehen und Schönheit zählt und die Magazine überhäuft sind mit Dingen, die die Frau nicht braucht aber unbedingt kaufen sollte, ginge es um die Meinung der Werbefritzen, bringt HAPPINEZ Balsam in die gestresste Seele. Erzählt vom wirklichen Sinn im Leben, glänzt mit inhaltlich wertvollen und fürs Herz rührende Geschichten und berichtet von den neuesten Kenntnissen rund um alle seelenwärmenden Errungenschaften und wissenschaftlichen Kenntnissen. Ich schwärme seit dem Tag als ich dieses Heft entdeckt habe nur noch in den höchsten Tönen davon und habe seitdem jede Ausgabe haben müssen. Wenn ich mich ganz ausgelaugt und gestresst fühle nehme ich mir 15-20 Minuten Auszeit und schmöckere darin und mein Herz fühlt sich gleich wieder besser.
 

Heute las ich über Mittag in meiner marrokkanischen Wohlfühloase einen Artikel in Happinez über den Maler Gustav Klimt. Mit Feingefühl geschrieben, wie alle Artikel dieser Ausnahmsjournalisten. Und es überkam mich dieses Gefühl des Bedauerns. Des Bedauerns, dass ich es versäumt habe eine Rolle im Leben meines Vaters gespielt zu haben. Ebenfalls Kunstmaler. Im Porträt wurde das letzte Bild Klimts gezeigt „Die Braut“, welches er nie vollendet hatte und grade deshalb unheimlich interessant für mich war. Denn ich spüre meine Kreativität im inneren Schlummern. Es wartet gradezu darauf endlich ausbrechen zu dürfen. Frührer sass ich stundenlang in meinem Zimmer und zeichnete oder schrieb und irgendwann überkam mich diese Blockade und nichts ging mehr.

Ich wünschte ich hätte von meinem Vater mehr über Kunst gelernt und ich beneide meinen jüngeren Bruder, der mit Selbstverständlichkeit von den verschiedenen Malstilrichtungen erzählte und den Dingen, die mein Vater geschaffen hatte. Ich war nie Teil davon. Als ich ihn eines Tages besuchte, zeigte er mir einige seiner Werke und ich war erschlagen von seinem Wissen und seinem Talent. Ich fühle im Inneren, dass da auch etwas in mir ist – und ich denke es müsste von ihm kommen, denn meine Familie mütterlicherseits ist weniger kreativ veranlagt. Es ist einfach schade, haben wir diese Zeit versäumt und vermutlich hat er – mein Vater – heute keinen Nerv und kein Interesse mehr daran mich in seine Welt einzuführen. Er ist genau wie meine Mutter zu sehr mit seinen Gegenwartsproblemen beschäftigt. Ich hätte so gerne mehr über ihn gewusst und hätte mir so gewünscht er hätte mich experimentieren lassen, mich gelobt und mir Tipps und Tricks gegeben mein eigenes Talent zu entwickeln. Vermutlich hätte er dies im wahren Leben nie getan – aber ich finde die Vorstellung einfach wunderschön. Genauso wie ich auch gerne von MJ gelernt hätte. Kleine Maus im Tonstudio oder Tanzraum gewesen wäre. Ist es nicht eine spannende Vorstellung von solchen Talenten zu lernen, zu beobachten und selbst zu wachsen?
 

Und manchmal wünschte ich mir einen Abendkurs für Handarbeit, oder Töpfern oder Malen zu besuchen. Wenn es die Zeit und das Verständnis meines Mannes erlauben würde. Ich merke, dass ich die Lust daran wieder verspüre und immer mehr mit dem Gedanken spiele mein eigenes kleines Atelier, meinen Zufluchtsort für Auszeiten, zu kreieren. Ich hege den heimlichen Gedanken mir eine Art Hobbyraum zu mieten – meinen „Hideout“ wie MJ ihn genannt hätte – von dem niemand weiss und nur für mich da ist. Den würde ich mir so gestalten, dass ich einerseits basteln und kreativ sein könnte. Mich in allen Dingen versuchen könnte, die mir im Kopf rumschwirren und andererseits ein Raum für Medidation, Selbstfindung, Erholung wäre und zudem Platz liesse für die Dinge rund um MJ, die ich momentan in „unserer“ wirklichen Wohnung in Schubladen und Schachteln verschwinden lassen habe – dem Ehefrieden zuliebe.

 

28.12.2010 um 21:02 Uhr

slave to the rythm

Stimmung: MJ goes House <3

 

 

http://www.youtube.com/watch?v=T6ksglEDjmI

 

liebt heute mal ausnahmsweise ein Housemix!
(im inneren Ohr muss man sich diesen unfertigen Track einfach fertig vorstellen....
....geil geil geil!!!!)

25.12.2010 um 22:40 Uhr

eine Geschichte, nicht aus meiner Feder...

 

   

 

     http://www.sodahead.com/entertainment/for-the-mj-fans-a-true-christmas-story-about-michael/question-1396889/

25.12.2010 um 22:17 Uhr

hab den Schritt getan...

Stimmung: mutig-ängstlich

Hab den Schritt getan, den ich schon so lange tun sollte....

...hab gestern 164 Seiten gedruckt, sind auf dem Weg zu meiner Mutter,

entweder ist das das Ende vom Lied oder ein neuer Anfang.

Ich habe zwar etwas Bamel, aber Alles ist mir lieber als das,

was ich bis jetzt hatte.

Wünscht mir Glück.

Und frohe Weihnachten Euch allen.

L.O.V.E.

http://www.youtube.com/watch?v=hstB9RlHd6M&feature=related

22.12.2010 um 20:23 Uhr

...weil sie meine Mutter ist <3

Stimmung: liebend

Eigentlich wollte ich doch schon ganz woanders angelangt sein…Weihnachten steht vor der Tür. Der Jahreswechsel naht und ich hatte mir diese Idee im Kopf zurecht gerückt mit allen alten Kamellen und Verletzungen bis hier bereits abgeschlossen zu haben, sie mir von der Seele geschrieben zu haben. Aussortiert und schön gebündelt um ihr zu überreichen. Seit Muttertag letztes Jahr habe ich es immer noch nicht geschafft, obwohl ich ne zeitlang wie eine Verrückte schrieb. Es waren Schreibergüsse, gefolgt von Blockaden. Innere und äusserliche Tränen. Tränen der Freude, Trauer, Heilung und Verletzung. Zeiten der Besinnung und Reflektion, Analyse und Selbstbemitleidung. Zeiten der Melancholie und romantischen Träumerei von Vergangenem. Glückseligkeit und Urvertrauen, gefolgt von Zweifeln und Selbsthass.

Alles das bin ich. Ein Mensch. Auf dem Weg und auf der Suche nach der Mitte, dort wo alles ruht – in mir drin. Danke Anna!
 

Bereits als ich zu Schreiben begann beängstigte mich der Gedanke so zu schreiben wie alles wirklich ist und war. Ich fürchtete mich vor den Schubladen in die man mich stecken würde, den Zeilen dazwischen, die überlesen werden. Und irgendwann auf meinem Weg gelang ich zur Überzeugung, dass diese Ängste das Falscheste sind überhaupt. Und dass ich vermutlich diese viel gepriesene  Mitte finden würde, wenn ich diese endlich beiseite liesse und mich als Erstes einmal selbst so akzeptierte wie ich war, bevor ich es von Anderen erwartete. Dazu gehörte sich für Nichts zu schämen. Die Hosen runterzulassen, wie man in der Umgangssprache sagen würde.

Nichts auszulassen. Keine Angst zu haben und sich nicht immer zu überlegen wie man es dem Gegenüber recht macht und keine Missverständnisse entstehen. Denn ich erkannte, umgekehrt überlegt mein jeweiliges Gegenüber nämlich meist auch nicht dreimal, was es mir unter die Nase reibt und ob auch jeder Satz taktvoll genug war. Wieso sollte ich dies also immer aus meinem eigenen, falschen Harmoniebedürfnis tun? Denn unterschwellig kocht die Suppe und niemand will sie auslöffeln. Und nun bin ich angekommen – habe eine Entscheidung gefällt  - die lautet: Friss oder stirb! Nein, das ist schon fast zu hart ausgedrückt. Nicht wirklich mein Stil. Sagen wir mal eher: Steh zu dem was du bist und denkst und riskier, dass es unüberbrückbare Differenzen geben mag.

Denn ich bin einfach müde Dinge zu begraben, die dann doch irgendwann wieder mit einer unkontrollierbaren Kraft an die Oberfläche schiessen. Ich bin es einfach leid. Es ist Ballast den ich nicht mehr weiter für die nächsten 50 Jahre mit mir Herumtragen will. Natürlich sind Aussprachen etwas Wunderbares, aber halt auch nur dann, wenn danach ein Heilungsprozess entstehen kann. Ich beginne mich damit abzufinden, dass grade meine Mutter vermutlich nicht dazu in der Lage ist. Ein kleiner Hoffnungsschimmer blinkt immer noch am Horizont….aber jede Konfrontation in der Realität schmälert mein Optimismus.
 

 

Bei allen Schilderungen bleibt zum Schluss dennoch eines. Ja, Du hast mich verletzt, müsste ich ihr sagen. Vermutlich wird mein Sohn mir irgendwann auch meine Fehler aufzeigen und ich werde die „Eltern sind nicht perfekt“-Pille schlucken müssen. Aber eines hoffe ich aufrichtig, erstens, dass mein Herz offen und zweitens, meine Bereitschaft dasein wird, Zuzuhören. Denn das Schlimmste ist die Verdrängung. Keine Verletzung ist schlimmer als dieses stetige zur Tagesordnung übergehen und so tun wie wenn nie was geschehen wäre. Und dennoch, was bleibt – was bleibt in meinem Herzen ist Liebe. Ich habe nie aufgehört sie zu lieben. Sie ist meine Mutter. Ich wünsche ihr Glück und Frieden im Herzen. Ich wünsche ihr, dass sie gesund bleibt bzw. wird. Ich sorge mich um sie. Und ich liebe sie für die Dinge, die sie richtig gemacht hat.

Das Eine schliesst das Andere nicht aus. Die Verletzungen sind da und nagen an mir. Trotz allem erinnere ich mich voller Freude und Liebe daran, wie sie mich wochenlang als Kleinkind pflegte, als ich ein – nein, sogar zwei – starke Lungenentzündungen hatte. Noch heute sehne ich mich nach meiner Mutter, wenn ich krank bin. Ich möchte dann immer am liebsten Heulen und in ihre Arme sinken. Nach ihrer sanften und langsamen Stimme. Denn nur sie wusste wie sie mit mir reden musste, wenn ich hohes Fieber hatte. Nur sie wusste, dass ich es nicht ertrug, wenn man in normalem Ton sprach, ich das Gefühl hatte, dass man mir direkt  ins Trommelfell brüllt. Nur sie wusste, dass sie langsamer und flüsternd Sprechen musste, da mir alles x-mal schneller vorkam im Fieberdelirium.

Ich erinnere mich daran, wie sie an meinem Kinderbettchen „Guten Abend, Gutnacht.“ sang und mir die Geschichte vom „Riis, Vögeli und Zwergli“ erzählte. Drei Freunde, die sie selbst – ähnlich wie J.K. Rowling „Harry Potter“- erfunden hatte und die zusammen für mich einmalig spannende Abenteuer erlebten.

Ich erinnere mich an Ihre Vanilleguetzli, die nur so wie sie sie machte, am Besten schmeckten. Und ich habe nicht vergessen, dass sie dies vergangene Weihnachten am 25. in aller Früh bei uns zu Hause wiederholte. Sie hinterliess mir als sie ging eine ganze Guetzlibox voll mit Vanilleguetzli und ich ass allesamt ganz alleine, bis mir schlecht davon wurde.

Ich erinnere mich an die vielen Reisen, die wir unternahmen. Meinen Teddybär, denn sie mir überall hinterher schleppte.

Ich erinnere mich an eine schöne Kindheit, auch wenn ich heute, reflektierend sagen muss, dass ich eine sorglose Mutter hatte, die mich Dinge tun liess und Risiken einging, die ich selbst als Mami niemals verantworten könnte. Aber ich hatte eine schöne Kindheit bis ich ca. 8 Jahre alt war.

Heute sehe ich manchmal wie sie in diesem liebevollen Tonfall mit anderen kleinen Kindern spricht und sie weiss es nicht, aber jedes Mal verspüre ich einen Stich im Herzen. Fühle mich von ihr abgelehnt und verlassen, bin eifersüchtig auf ein kleines Kind, das diese Zuneigung von ihr erhält. Ich fühle mich dann wie wenn sie mich durch ein neues kleines Mädchen ersetzen wolle, weil ich grösser geworden und nicht mehr so liebenswert bin, wie ich es bis acht war. Da ist es wieder das Selbstmitleid. Hallo, Selbstmitleid, fühle dich als einer meiner Charakterschwächen akzeptiert und willkommen! Hurra, hurra, Selbsttherapieversuch geglückt.

Um zum positiven Zurückzukehren erinnere mich zuguter Letzt an einer der intensivsten und Schönsten und ausserdem aktuellsten, positiven Erlebnisse, die ich mit ihr erst kürzlich teilen durfte. Die Geburt meines Sohnes. Ich bin so Dankbar, dass sie an jenem Tag zu mir fuhr und mich durch jeden meiner Wehen begleitete. Dass sie mir den Rücken massierte und die richtigen Griffe tat, wo mein Mann kläglich versagte. Ich war so unglaublich froh und glücklich haben wir diesen Moment miteinander geteilt. Es war einer meiner glücklichsten Momente mit ihr und ich liebe sie für immer dafür und weil sie meine Mutter ist.

13.12.2010 um 18:23 Uhr

a friend in need....as always Prince-charming <3

Stimmung: grosszügige GastFREUNDschaft

In L.A. brauchte man im Gegensatz zu New York zwingend ein Auto und demzufolge auch unbedingt einen Führerschein. Babsi war Feuer und Flamme für IHRE Reisepläne und hatte zum Glück einen, im Gegensatz zu IHR. Kurzerhand beschloss man gemeinsame Sache zu machen. Man formte gerne zweckmässige Verbindungen um das gemeinsame Ziel günstiger verfolgen zu können. Nicht immer entstanden intensive Freundschaften, aber zumindest sympathisch musste man sich schon sein, um einer harmonischen Zeit entgegen sehen zu können.

Nun gings darum wie organisiert man so eine Reise. Sie hatte keinen Plan wie sie vorgehen solle. Sie kannte die Distanzen nicht, wusste nicht wie sie herausfinden konnte, welches ein gutes und günstiges Hotel oder Motel wäre und wie man von A nach B kommt. Und vor allem, wie man nach Neverland kommt. Sie war etwas aufgeschmissen.

Sir James Mattew Barrie, hätte eine ganz simple Anwort auf diese Frage gehabt:
 

 

Second star to the right, and then straight on till morning.   

 

Aber in der Wirklichkeit, auch wenn ER Sterne und Zeiten von IHREM Leben entfernt war, gab es doch tatsächlich eine Wegbeschreibung. Sie fand sie im Internet. Damals gab es noch keine Navi’s. Sie hatte sich an eine simple Beschreibung einer Person, die die Reise vor IHR gemacht hatte, zu halten.

Wo übernachten? „Gute Frage.“ Meinte Babsi. Auch sie war etwas überfordert.

„Meinst du Mike könnte uns vielleicht einen Tipp geben? Du hast doch noch seine Karte, oder?“ - Sicher hatte sie die noch! Und ausserdem war der Kontakt während den vergangenen Monaten auch nie wirklich abgebrochen.

Doch die Zeiten hatten sich geändert. MJ schien tatsächlich Geldprobleme zu haben. Denn er beschloss einige seiner besten Leute zu entlassen. Zu den Betroffenen gehörte auch Mike. Er habe einfach zuwenig flüssige Mittel, meinte Mike entschuldigend. Geld hat er, aber alles was er hat ist fix angelegt und was er in die Hände bekommt, gibt er aus wie wenn’s keine Probleme gäbe.

„Weißt du wie viel Geld er letzte Weihnachten für Geschenke ausgegeben hat?“ fragte Mike sie einmal.
„Was fragst du mich, sag schon.“ Meinte SIE.
„Pfffffhhhhh…..“ seufzte er „er ist einfach unglaublich grosszügig. Es war echt der Wahnsinn…, sicher eine halbe Million Dollar, nur für Geschenke!!!! Für Freunde, für jeden den er mochte.“

Boah….! Sie war sprachlos. Aber nicht wirklich erstaunt, sie kannte seine Grosszügigkeit bereits.
SIE: „Mike, wir – d.h. eine Freundin und ich kommen demnächst nach L.A.“
Mike: „Wow….nice!
Will we see eachother again, sweety?“ fragte Prince-charming.
Sie: „Of course! I am looking forward to it. I just wanted to ask if its ok for you?”
Mike: “Anytime….we are friends, aren’t we, Miss Swiss.”
Sie:“Of course we are, Mike. …There is another thing.”
Mike: “yeah…go on…”
Sie: “Do you know any recommendable motels or youthhostels…”
Mike: “OH…dear! You are seriously planning to stay in a motel? For how long?”
Sie: “For about two weeks.”
Mike: “Why don’t you come and stay over at my house?”
Sie: “Really????”
Mike: “Well…tell me the excact date you are planning to come and if it matches with my schedule, of course. You are always welcome!”

Mike hatte sie gerade zu sich nach Hause eingeladen. Sie konnte seine Freundschaft und seine Herzlichkeit nicht fassen!












11.12.2010 um 12:37 Uhr

Wie hört man einen MJ Song als Fan?

Stimmung: ♥7♥7♥7♥
Musik: http://www.simfy.ch/#/artists/3913-Michael-Jackson/albums/732349-Michael

Als erstes schliesst man dazu die Augen und hört in sein Herz hinein.

Dann lässt man den Song hinein.


Zuerst die Melodie, dann SEINE Stimme, fühlt sich zu Hause. Dann hört man den Song erneut. Entdeckt die Einzelheiten, die versteckten kleinen Dinge hier und da, die Dinge, die einen Michael Jackson-Song einzigartig machen und ihm den letzten Schliff gaben. Diejenigen Dinge, die kein Producer je ohne sein Mitwirken hinbekommen hätte. Und dann weiss man was tatsächlich ER und was ein Fake ist. Ich liebe diese übereinander gelegten Stimmen in verschiedenen Tonlagen. Ich liebe diese treibenden Beats und Rythmen, die dich mitreissen. Ich liebe seine Stimme, die einen rauf und runter im Karrusell der Gefühle manövriert. Ich sterbe, wenn ich in den Backings höre, wie er den Beat selbst accapella mit Beatboxings - hee hee und aoows abfüllte und gerate in Verzücken über seine typischen Schluchzer beim Luftholen, die einen an einen Schluckauf erinnern, - eben mein Michael. Ich liebe jede dieser kleinen Perlen und die Magie, dessen, was nur er schaffen konnte. Und das macht den Unterschied zwischen seiner Kreativität und derer, der Leute, die versucht haben etwas fertigzustellen, was er verworfen hat.


Always with L.O.V.E. ♥
Eure makeawish777

 
..., die das neue Album aus ethischen Gründen nicht gekauft hat, aber dennoch alle Songs kennt und vorallem eins den ganzen Morgen rauf und runter spielt:

 
Behind the mask.

09.12.2010 um 12:28 Uhr

Kann man Vergangenheit als das akzeptieren was es ist - vergangen?

Stimmung: alte Verletzungen


Zwei Wochen bevor der „Vogel“ sie über den Ozean fliegen und hin zu ihrer Projektionsfläche für alle tiefen Sehnsüchte tragen sollte, hörte sie rein gar nichts mehr von der Mutter. Sie fragte mal ganz vorsichtig nach:

SIE: „Wie sieht’s nun aus mit dem Geld, dass du dir geborgt hast? Der Flug steht demnächst an, weißt du?“ 
Mutter: „Mach dir keine Sorgen, ich hab dir ja versprochen, du kriegst dein Geld schon noch? Ich habs bloss noch nicht.
SIE:“ Ähm….wie bitte? Aber Mami, du weißt schon ich habe dir damals gesagt, dass ich das Geld wirklich dringend benötige im August! Was soll ich jetzt machen, wenn du mir das Geld nicht gibst?
Mutter: „Was erwartest du nun von mir? Soll ich vielleicht anschaffen gehen, damit du dein Geld bekommst? Ich habs momentan nicht, aber ich tue was ich kann, ok? Mach dir keine Sorgen, egal was ich tun muss damit du in deine Ferien fliegen kannst. Du kriegst dein Geld. Und jetzt lass mich damit in Ruhe!“

Heute versteht die Tochter die Verteidigungsmechanismen der Mutter nur zu gut. Diese Gegenangriffe kamen immer aus dem Nichts und überfuhren das Gegenüber, bevor man die Möglichkeit hatte, auf das jeweilige Verfehlen hinzuweisen. In die Ecke gedrängt, schoss sie mit scharfen Pfeilen um von sich selbst abzulenken und ihr Gegenüber zu verunsichern. Und um sich der Verantwortung nicht stellen zu müssen, kam nach der Angriffsstrategie, gleich der Rückzug getarnt durch ein abruptes Aufhängen des Telefons oder einer Anschreitirade, gefolgt vom Wunsch nun in Ruhe gelassen zu werden und dem Vorwurf man wäre selbst ein unmöglicher und egoistischer Mensch. -> Es war ihre Überlebenstaktik.

Damals funktionierte die über Jahre antrainierte Einschüchterungstaktik bei dem Mädchen noch gut. Die Tonart, mit der die Antwort kam, liess sie einmal mehr verstummen. Sie hoffte inständig darauf, sie würde vor ihrem Abreisetermin noch etwas von ihr hören. Sie wusste es war eine illusorische Wunschvorstellung, aber sie hatte keine andere Option

Drei Tage vor dem Abreisedatum wurde SIE wirklich nervös. Sie rief die Mutter, die ihr keine andere Wahl als die der Konfrontation liess, erneut an.

Die entnervte Antwort folgte auf den Fuss:: „Ich weiss das du das Geld brauchst. Ich gebs dir schon noch, hör endlich auf mich zu nerven!!!“
SIE „Mami, was heisst hier, ich geb’s dir schon noch? Ich fliege in drei Tagen!!! Ich brauch das Geld morgen.“
Mutter: „Ich hab’s aber momentan noch nicht. Du kriegst es am Nachmittag vor deinem Flug. Ich bringe es dir vorbei.“


Sie versprach es in den Briefkasten zu werfen. In einem Umschlag. Doch als sie zu Hause ankam, war kein Umschlag da. Die Tochter durchsuchte die Werbepost und die restlichen Umschläge, die an jenem Tag im Briefkasten waren, mehrmals – NICHTS. Die Mutter gab vor sie hätte das Geld aber gebracht und es müsse mit Sicherheit gestohlen worden. Vielleicht hätte ihr Freund ja den Briefkasten geleert und das Geld an sich genommen.  

Da stand sie nun. Ohne Geld. Der Flug nahte. Sie war am Boden zerstört.

Es ging ihr niemals ums Geld. Es ging um die Enttäuschung. Das Gefühl ihrer Mutter vollkommen egal zu sein. Die Verletzung, dass sie ihr vorwarf sie sei egoistisch und selbstsüchtig.

Die ganzen Giftpfeile trafen sie tief im Herzen. Sie weinte bitterlich.
Wieso tut sie mir das immer wieder an? Wieso bin ich ihr so egal? Wieso ist sie nicht wie andere Mütter, die ihr Kind bestärken in den Träumen, die sie haben? Wieso betrügt und belügt sie mich, ihre eigene Tochter, wegen so etwas Lapidarem wie Geld? Gut, sie hatte sie um Geld gebeten. Gut, sie hatte versprochen es zurück zu zahlen. Sie tat es einmal mehr nicht. Aber musste sie sie nun auch noch derart belügen? Konnte sie nicht zumindest so ehrlich sein, ihr gegenübertreten und sagen: „Ich weiss ich hab dich enttäuscht. Ich hab dir versprochen es zurückzugeben, aber ich habe es verbockt. Ich bin nicht in der Lage und es tut mir unglaublich leid?“
Stattdessen verletzte sie einem noch mehr, versuchte die Wahrheit immer so zu drehen, dass alle anderen Schuld waren, ausser sie selber.

Sie war so verzweifelt und verletzt. Sie konnte einfach nicht verstehen, dass die eigene Mutter so sein konnte. Dazu kam ihr stetiger Wunsch, ihre Sehnsucht, sie möge im Ansatz verstehen, wieso diese Reise so wichtig war. Sie dachte sich,: Verdammt, wenn es nur Badeferien gewesen wären, ich hätte es verschmerzen können. Den Flug abgesagt und die Ferien gestrichen. Es wäre ärgerlich gewesen, sicherlich wäre sie auch enttäuscht gewesen, aber niemals so tief enttäuscht, wie jetzt. Denn es ging um ihren Kindheitstraum. Es ging darum, dass sie es schon nie verstanden hatte, nie zugehört hatte als sie davon erzählte wie es war IHN zu treffen, zu berühren, in seiner Nähe zu sein. Und nun wollte sie dahinreisen wo sie sich hingeträumt hatte in ihren einsamen Träumen und sie verstand NULL was sie im Herzen fühlte. Und wie schlimm es für sie war, dass ihre Mutter diesen Wunsch nun bewusst zerstörte. Und dass sie dies tat ohne mit der Wimper zu zucken.

Sie musste ihr einfach völlig gleichgültig sein. Sie war kein geliebtes Kind. Dies waren die Momente, wo sich ihre Befürchtungen für sie bestätigten.

Sie erzählte ihrem Lebenspartner davon was vorgefallen war und bat ihn ihr finanziell auszuhelfen. Sofort war er einverstanden. Er schenkte ihr den verloren gegangenen Betrag und wünschte ihr mit einem liebevollen Kuss eine wunderschöne, erfüllende Reise. Er nahm sie in die Arme und trocknete ihre Tränen. Sie erfuhr das Gefühl von  Familie von ihm mehr, als sie es in ihrer eigenen jemals kennen gelernt hatte.

Als sie ihrer Mutter nach der Reise einmal wieder im Bus begegnen sollte, wurden die bizarren Vorwürfe von ihr noch getoppt mit dem Kommentar: „Vermutlich hast du den Umschlag  doch im Briefkasten gefunden und mir bloss gesagt, es wäre nichts drin gewesen. Du wolltest doch nur den doppelten Betrag von mir bezahlt haben.“

Danach war SIE so am Ende mit den Messerstichen, die sie im Rücken fühlte, dass SIE den Kontakt für über ein Jahr abbrechen musste. Als sie wieder miteinander redeten, wurde dieser Vorfall nie mehr angesprochen. Das Geld hat sie bis heute nicht zurückbekommen. Es wurde einfach so getan, wie wenn nie etwas geschehen wäre. Und auch wenn sie den finanziellen Aspekt verschmerzen kann, so weiss sie einfach nicht, wohin mit dem Schmerz, den sie im Herzen noch heute verspürt. – Kann man wirklich einfach sagen: „Was vergangen ist, ist vergangen? Man muss die Vergangenheit als das akzeptieren, was sie ist? – Vergangenheit? – ohne ein Wort der Entschuldigung? Ohne ein Wort des Bedauerns?  - Sie weiss es nicht.
 



07.12.2010 um 23:56 Uhr

follow your dreams.... (Klappe, die zweite)

Stimmung: gutgläubig

Als SIE nun Jahre später, beschloss sich ihren zweiten grossen Traum im Jahr 2003 zu erfüllen und zum ersten Mal nach Los Angeles zu fliegen, da konnte sie noch nicht ahnen wie einmal mehr das liebe Geld zum grossen Fiasko werden würde!

Seit ihrer Reise nach Berlin waren nun schon einige Monate vergangen und sie fühlte sich irgendwie schuldig (dem lieben Tim sei Dank!)  und konnte trotzdem nicht gegen ihre Sehnsucht an, IHN wiedersehen zu wollen. ER kündigte einmal mehr sein Erscheinen an einer Fan-Party in seiner Heimatstadt an. Man wollte seinen 45sten Geburtstag feiern am 29. August.

Sie hatte zum ersten Mal die Möglichkeit tatsächlich nach Los Angeles zu fliegen. Hinaus zu fahren Richtung Los Olivos. Entlang der Figuera Mountain Road. Der Strasse, die sie Dank B.R.A.V.O, Adlersaugen und Hilfe ihrer Tante als Mädchen ausfindig gemacht hatte. – Entlang der Figuera Mountain Road, dorthin wo sie sich immer hinsehnte in ihren Mädchenträumen, wenn die Seele weh tat:

  

N.E.V.E.R.L.A.N.D.

– in SEINE Arme.

 

Sie sparte seit November auf diese Reise hin. Sie hatte nicht gerade viel auf die Seite gelegt. Aber der Flug war gebucht und bezahlt und was sie für Übernachtung und Verpflegung eingeplant hatte, war schön beiseite gelegt. Sie war bereit für diese Reise, die sie sich wenn sie damals mit 12 die Augen schloss hunderte, nein, tausende von Malen vorgestellt hatte.

In der Zwischenzeit tat sie so menschliche Dinge wie arbeiten um sich über Wasser zu halten. Sie zählte die Monate.

Während dieser Zeit traf sie manchmal überraschend in der Stadt auf Ihre Mutter. Die jedes Mal um einen Hunderter bat, da sie grade wieder knapp bei Kasse war. „Ich gebs dir bald wieder.“ Sagte sie immer. Meist sah sie das Geld nie mehr. Es war ihre Mutter. Sie verdiente nicht schlecht und es juckte sie nicht mehr gross. Sie half ihr ab und an gern aus. Auch wenn es sie ärgerte, ging ihre Mutter damals ja selbst einer Arbeit nach und hatte trotzdem nie genug „zum Leben“, wie sie selbst sagte. Manchmal schämte SIE sich geradezu vor allem wenn sie sich lauthals an der Bushaltestelle vor allen fremden Leuten mit ihrem Bruder an den Händen beklagte, sie habe noch nicht einmal genug Geld um Essen fürs Wochenende zu kaufen. Sie gab ihr meist mehr, als worum die Mutter bat. Und erinnerte sie kaum mal daran, dass sie ihre Versprechen es zurück zu zahlen nicht einhielt.

Verblüffenderweise gabs dann urplötzlich wieder Tage wo sie dann doch mal einen Fünfziger wieder zahlte. Aber man konnte sich einfach nie sicher sein.

Nur dieses eine Mal hatte sie gehofft es möge keine solche Anfrage kommen. Innerlich hatte sie aber schon fast damit gerechnet. Sie dachte sich, so einen oder zwei Hunnies würde sie schon verkraften. Doch die Bitte, die dann kam, übertraf ihre Befürchtungen.

„Wieviel brauchst du denn?“ hörte sie sich fragen und hoffte einen kleinen Betrag zu hören.
„Mit wie viel kannst du mir denn aushelfen?“ kam es zurück.
„Das ist jetzt echt blöd. Naja.“ Sagte sie ehrlich „also ich hab schon was, was ich dir geben könnte, wenn’s ganz ganz dringend ist, aber diesmal bräuchte ich das Geld wirklich wieder zurück bis Mitte August.“
„Bis August? Ja, das ist sicher kein Problem“ versprach die Mutter.
„Bis dahin hast du das Geld längst wieder.“
„Ich muss mich aber wirklich darauf verlassen können, Mami.“ betonte SIE erneut.
„Es ist mein Geld für die Reise nach L.A.,ok? Bitte bitte vergiss das nicht, sonst weiss ich nicht wie ich da unten leben soll.“
„Hey, bitte, hör schon auf. Hab ich dir jemals was nicht zurück bezahlt?“
--------- ähm….JA?! – hätte sie wohl antworten müssen. Sie liess es bleiben und lächelte nur etwas gezwungen.

Sie gab ihr fast das gesamte Ersparte.

Der aufmerksame Leser wird vermutlich schon erahnen, wie die Geschichte weitergehen sollte…