Unser Urlaub auf Menorca
Wer ans Mittelmeer möchte, aber die ganz große Hitze nicht mag, dem sei die Insel Menorca im Mai empfohlen. Wir verbrachten dieses Jahr hier einen unvergesslichen Urlaub. Menorca liegt im Nordosten der Balearengruppe und ist nach Mallorca die zweitgrößte dieser Inseln. 1993 wurde sie von der UNESCO zum Reservat der Biosphäre erklärt. Nahezu die Hälfte der Insel steht unter Natur- oder Landschaftsschutz. So besitzt sie relativ viele unverbaute Strände und naturbelassene Gegenden. Der Tourismus wurde behutsam an die Natur angepasst.
Während im Norden steile Felsküsten mit Kiesel- und roten Sandstränden dominieren, findet man im Süden weite weiße Sandstrände in romantischen Buchten, die von vielen Schluchten - „barrancos“ - unterbrochen werden. Hier dehnen sich auch naturbelassene Feuchtgebiete aus. Hohe Berge gibt es auf Menorca nicht. Der Monte Toro im Innern der Insel ist nur 357 Meter hoch.
Die beiden größten Städte Menorcas sind Mahon und Ciutadella. Ciutadella ist eine typisch mediterrane Bischofsstadt und liegt an einer tiefen Bucht im Westen der Insel. Die Kathedrale an der Plaza Catedral ist das älteste christliche Gebäude Menorcas. Um das Jahr 1300 wurden die Mauren vertrieben, ihre Moschee zerstört und auf deren Grundmauern die Kathedrale errichtet. Die Hauptstadt Mahon im Osten besitzt den zweitgrößten Naturhafen der Welt. Die englische Kolonialzeit hat nicht nur Spuren am Baustil der Häuser hinterlassen. Auch das Gin-Brennen unten am Hafen haben die Engländer eingeführt.
An über tausend Stellen Menorcas kann man Spuren aus prähistorischer Zeit finden: Rätselhafte Tische („taulas“) aus riesigen Findlingen, runde Steintürme („talayots“) und schiffsförmige „navetas“ - vermutlich Grabstätten – um nur die wichtigsten zu nennen. Wie es die Menschen vor rund 4.000 Jahren geschafft haben, diese großen Steine zu bewegen und aufeinander zu heben, hat man bis heute nicht herausgefunden.
Ein Menorca-Urlaub ist um diese Zeit besonders reizvoll. Zwar hatten wir zwischendurch auch mal einen stürmischen Regentag, aber wir konnten trotzdem sehr viel unternehmen: Wir haben mit dem Mietwagen Tagesausflüge gemacht, sind an der Küste entlang gewandert und mit Leihrädern quer über die Insel gefahren – vorbei an unvergleichlich üppigen Blumenwiesen mit den schönsten Wildblumen: bunten Gladiolen, rotem Mohn, weißen Margeriten usw. Die Strände und Hotels waren teilweise noch für die Hauptsaison in Vorbereitung. Unsere Unterkunft, das Apartment-Hotel „Pueblo Menorquin“ in Son Xoriguer, einem typischen Touristenort im Südwesten Menorcas, war aber schon in Betrieb. Dieses „Pueblo“ (Dorf) besteht aus einem Hauptgebäude im Kolonialstil mit Empfang, Bar und Speisesaal. Die ein- bis zweistöckigen Ferienhäuser liegen – angeordnet wie ein Dorf – in einem schönen großen Gartengelände. Jedes dieser kleinen Häuser erhält durch individuelle Pflanzen seinen eigenen Stil. Man findet nicht nur Palmen, Zitronen- und Orangenbäume, sondern auch Oleander, Engelstrompeten, Bougainvillea, Kapuzinerkresse und sonstige bunte Blumen. So entsteht nicht der Eindruck einer eintönigen Ferienkolonie.
Der Speisesaal im Hauptgebäude bot eine gepflegte Atmosphäre mit sauber gedeckten Tischen und sehr reichhaltigem Buffet. Zum Frühstück gab es verschiedene Brötchen und Brotsorten sowie allerlei Gebäck, Aufstrich und Belag in Hülle und Fülle. Auch für Gesundheitsbewusste war mit diversen Cerealien und Früchten bestens gesorgt.
Beim Abendessen hatte man Suppe, zweierlei Vorspeisen und drei Hauptgerichte zur Auswahl. Irgendwann hing mir nur das Hähnchen zum Hals raus. Natürlich gibt es am Meer auch immer hervorragenden Fisch. Allerlei Salate, Desserts, Obst, Eis, Käse und ein Extra-Buffet für kleine Gäste rundeten den vollkommenen Genuss ab.
Alles in allem war dies ein gelungener Urlaub. Im Herbst fahren wir an den Ortasee . Aber dann heißt es: Adios Menorca – wir kommen ganz bestimmt wieder.
