*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

24.05.2014 um 21:22 Uhr

Lichtblicke

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Nachdem ich im gesamten April nix von mir hören ließ - sagen wir, es war ein Frühlingstief daran Schuld - habe ich nun eigentlich so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

Vielleicht ja bei der Uni, immerhin habe ich damit aufgehört. Nachdem ich das letzte Mal schrieb, gab es kurz vor Verkündung der Parasitologieergebnisse eine Ankündigung des Studiensekreteriats, dass es dieses Semester eine Ausnahmeregelung gebe, die besagt, dass man auch in die Rotation darf, wenn man nur 5 von 8 Prüfungen bestanden hat. Hat man nur 4 von 8, so darf man vorerst nicht an der Rotation teilnehmen, bis man die erforderliche Anzahl bestanden hat. Sollte dies nach der ersten Wiederholungsrunde nicht der Fall sein, darf man erst ab nächstem Jahr rotieren.

Nehmen wir die Spannung gleich vorweg - ich habe die eine Prüfung, auf die es ankam, nicht  bestanden. Das bedeutet, dass ich vorerst nicht rotieren darf. Eigentlich dachte ich nun, dass jetzt wieder diese Sonderregelung eintritt, dass man 6 von 8 haben muss, aber anscheinend ist dem nicht so. Mein Kumpel war auch in derselben Situation und hat jetzt eine Nachprüfung bestanden, hat somit 5 von 8 und darf nun ab nächster Woche unter Vorbehalt in die Rotation. Wenn ich nun also meine nächste Prüfung am 18.06. bestehe, kann es gut sein, dass ich ab Ende Juni/Anfang Juli auch rotieren darf. Dann könnte ich das alles vielleicht doch noch in der regulären Zeit schaffen und muss nicht damit rechnen, dass sich mein Abschluss um ein Jahr verschiebt. Harren wir mal der Dinge, die da kommen werden.

Mein Praktikum in der Tierklinik hab ich dann aber trotzdem gemacht, also das kleine kurative Praktikum. Das war wirklich spitze! Ich durfte in dieser Zeit Hautnähte machen, intubieren, bei OP's zugucken und helfen - und da gab es wirklich eine Menge zu sehen - Bandscheibenvorfälle, TPLO's, Milztumor, Kaiserschnitt, Perianalhernien, Fremdkörper verschluckt, Gastroskopien, endoskopische Kastrationen, normale Kastrationen und und und. Das Team hab ich in diesen vier Wochen auch furchtbar lieb gewonnen und bin am Ende mit einem lachendem und einem weinendem Auge gegangen. Aber es gibt ja noch das große kurative Praktikum, das dann über 16 Wochen, also ein ganzes Semester geht. Vielleicht werde ich zumindest einen Teil davon wieder dort absolvieren. Was ich allerdings schade fand ist, dass ich in dieser ganzen Zeit noch immer nicht gelernt habe, eine Flexüle zu schieben und auch nicht selbst kastrieren durfte, wie es in meiner ersten Woche gesagt wurde, dass ich das VIELLEICHT darf. Trotzdem war es auch mal interessant, einen tiefen Einblick in die Chirurgie zu bekommen, denn bei meiner Famulatur bin ich ja nur in der inneren Medizin tätig. 

Interessant fand ich auch für mich, wie ich mich in diesen vier Wochen weiter entwickeln konnte. Bei meiner ersten Hautnaht, der sogenannten Reverdinnaht, habe ich gezittert, wie ein Alkoholiker und die Auzubis mussten mir dabei helfen. Auch bei der zweiten Naht sah das nicht viel besser aus. Zwar musste ich da nicht mehr so viel zittern, aber Hilfe benötigte ich dennoch. Letztes Wochenende habe ich die Naht dann erst noch einmal bei YouTube gesucht und mir ein Video dazu angesehen und dann unter erschwerten Bedingungen an meiner Wäsche geübt. Erschwerte Bedingungen, weil ich keinen Nadelhalter hatte und meinen Faden mit einer Schere gehalten habe. Wenn man da nicht aufgepasst hat, war der Faden ganz schnell durch...schult aber das Fingerspitzengefühl. Immerhin konnte ich in meiner letzten Woche dann eine gute Naht ganz alleine machen und vielleicht ist das später einmal Alltag, über den man nicht mehr groß nachdenkt, aber für den Moment war es ein großer Schritt auf den ich sehr stolz bin :) Eben ein großer Schritt für mich, nicht für die Menschheit. 

Dieses Praktikum hab ich übrigens zu Hause gemacht, im selben Ort, in dem ich Abi machte. Während dieser Zeit habe ich bei einer Freundin gewohnt und zum Glück lief das alles sehr harmonisch ab, selbst wenn ich glaube, dass wir beide auch etwas froh sind, dass die Zeit jetzt um ist.  An den Wochenenden war ich dann immer zu Hause bei meinen Eltern und meinen Katzen :) Naja und nun heißt es am Montag wieder Abschied nehmen, denn dann gehts zurück nach München und von da gibt es natürlich auch einiges Neues, große Neuigkeiten, zu berichten, aber das dann an anderer Stelle.