*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

22.09.2014 um 16:38 Uhr

Studium und andere Leidensgeschichten

von: Muffin   Kategorie: Mein Uniwahnsinn

 

Schade, leider haben wir die Wohnung nicht bekommen. Aber was solls? Das kann man nur hinter sich lassen und muss eben weiter schauen. Dabei hatte sie uns doch so gut gefallen und wir hatten so ein gutes Gefühl - aber andere Vermieter haben auch schöne Wohnungen. 

Gerade bin ich erkältet. Da habe ich mal zwei Wochen nicht bei meinem Liebsten geschlafen und schon werde ich krank. Zusammen zu nächtigen fördert nachweislich das Immunsystem - nämlich. Ich konnte nicht bei ihm schlafen, weil ich Praktikum bei uns am Lehrstuhl im Bereich Lebensmittelüberwachung und Hygienekontrolle machte. Das hat eigentlich Spaß gemacht, mir wurde aber auch bewusst, weshalb man es ursprünglicherweise für den Zeitraum nach dem 5. Semester ansetzt. Eigentlich wusste ich schon über alles Bescheid, wenn es um Färbemethoden, Bakterien oder PCR ging. Damit ist man semestertechnisch einfach schon vertraut gewesen im Sinne der Bakteriologie oder Virologie. Voll interessant war allerdings, dass wir z.B. am letzten Tag Fisch geräuchert (und gegessen^^) haben - sowas habe ich noch nie gemacht oder als wir in der ersten Woche an einem Wahlpflichtfach teilgenommen haben, indem es darum ging, worauf man bei einer Begehung in einem Lebensmittelunternehmen alles achten muss. Das haben wir dann erst in kleinen Grüppchen mit verschiedenen Aufgaben geübt, nachdem wir den ganzen Tag dazu Vorlesungen hatten und am nächsten Tag waren wir dann in einer Mensa, die ich hier mit Absicht nicht nenne, unterwegs und schauten uns das Ganze vor Ort an. Ich würde dieses Praktikum an unserem Institut auf jeden Fall weiterempfehlen, allerdings tatsächlich nach dem 5. Semester, für dessen Zeitraum es auch angesetzt ist.
Von denen uns vorgeschriebenen Praktika fehlen mir jetzt noch die drei Wochen auf dem Schlachthof und zwei Wochen im Veterinäramt. Ich glaube, das Praktikum auf dem Amt wird weniger das Problem werden, aber der Schlachthof schon. Jedoch nicht wegen des Schlachtens, sondern weil ich einfach noch nicht weiß, wo ich das machen kann. Wir sollten auf 100 Stunden kommen in diesen drei Wochen, es müssen Schweine und Rinder geschlachtet werden und der Schlachthof braucht eine EU-Zulassung. Das Problem dabei ist, dass man, wenn man das Praktikum irgendwo anders macht, auch irgendwo unterkommen muss und wenn ich von meinen Freundinnen höre, dass die für 3 Wochen Unterkunft teilweise zwischen 300-500€ zahlen, wird einem ganz anders. Trotzdem muss ich mir darüber langsam mal Gedanken machen.

Generell verschiebt sich mein Studium nun um ein Jahr nach hinten. Ich bin sozusagen sitzengeblieben. Gestrauchelt. Über diese ganzen Rotationszulassungsvoraussetzungen habe ich ja nun schon genug berichtet. Fakt ist, dass ich auch nach meiner Wiederholungsrunde nicht die nötigen 6 von 8 100%-Prüfungen geschafft habe. Eine fehlt. Ich habe aber schon vor dem Ergebnis der letzten Prüfung beschlossen, dass ich erst kommendes Jahr in die Rotation einsteige. Es gingen viele E-Mails mit der Studiensekretärin hin und her und so ist es für mich die beste Lösung. Hätte ich meine 6 von 8 noch geschafft, hätte ich schon noch in die Rotation einsteigen dürfen. Allerdings hätte ich es dann definitiv nicht geschafft, mit meinem Semester fertig zu werden, hätte mindestens einen Block mit dem Semester unter uns gehabt und einen Antrag stellen müssen, dass ich aufgrund dessen mein 16-wöchiges Praktikum vorziehen darf. Dies wäre mir dann aber vermutlich zu stressig geworden, weil in der Rotation selbst ja auch Prüfungen und Testate gemacht werden und ich zwar für dieses Jahr am 01. Oktober meine letzte Wiederholungsprüfung habe, aber zu Beginn kommenden Jahres zwei Drittversuche anstehen. Ich denke, ich habe die richtige Entscheidung getroffen und hätte mich sonst nur verzettelt. So habe ich genug Zeit zum lernen. 

Pharmakologie im Drittversuch habe ich zum Glück bestanden! Es war eine Tortur! Als würde mich ein Drittversuch nicht schon selbst wahnsinnig unter Druck setzen, bekam ich dieses Mal auch so einen gewaltigen Stress durch meine Eltern. Das war schon sehr heftig, gerade für mich Sensibelchen. Da wurde mir Druck für einen Plan B gemacht und Plan B passte dann auch nicht. Passt immer noch nicht. Dazu kamen diese enormen Zweifel, ob Tiermedizin überhaupt noch das Richtige für mich ist. Späte Erkenntnis nach 4 Jahren Studium. Obwohl ich es schon mehr als einmal sagte und es tief in mir drin auch weiß, zweifelte ich einfach daran, ob ich ein guter Tierarzt werden würde, aufgrund schlechter Leistungen im Studium. Ihr habt es mir ja auch schon oft gesagt - das eine hat mit dem anderen nicht immer zwangsläufig etwas zu tun. Trotzdem keimten in mir so enorme Zweifel heran, dass ich jeden Tag hätte heulen können und noch näher am Wasser gebaut war, als so schon, in dieser Zeit. Als ich dann das Ergebnis bekam, bestanden zu haben, fiel mir so ein gewaltiger Stein vom Herzen, dass ich meiner Frustration über meine Eltern bei Facebook Luft machen musste. Wenn dies auch nur durch ein Understatement geschah, wusste meine Mama doch genau, dass sie gemeint war. Was folgte war ein großer Streit, den wir letzten Endes aber wieder aus der Welt schaffen konnten. Mein Papa und der, dessen Name nicht genannt werden darf, waren dabei nicht minder beteiligt, weil sie mir nahelegten, meinen Sturkopf auch mal auszuschalten und nachzugeben. Eine klärendes Gespräch sorgte anschließend für mehr Verständnis auf beiden Seiten und nun ist eigentlich alles wieder gut.

Letzte Woche schrieb ich dann meine Wiederholungsprüfung (2. Versuch) in Fleischhygiene und habe unter anderem durch das Praktikum kein schlechtes Gefühl. Wie oben schon erwähnt folgt dann am 01.10. der Zweitversuch in Lebensmittelhygiene und dann war es das erst einmal für dieses Jahr. Danach fahren der Informatiker und ich erst mal nach Holland, das wurde schon vor mehr als über einem halben Jahr gebucht und ist dann auch dringend mal nötig. Trotzdem liegt noch viel Arbeit vor mir, da im neuen Jahr Wiederholungsprüfungen im Drittversuch Parasitologie und Tierernährung anstehen und auch noch ein paar andere. Für das Rotationsjahr 2015/16 wurde ich bereits eingeteilt und mal angenommen im dritten Staatsexamen würde dann alles reibungslos verlaufen, wäre ich dann eben 2017 fertig. Ein Jahr später ist keine Schande. Nur was dann mit dem Bafög wird, muss ich mal sehen. 

Ansonsten beschäftigt mich meine Omi gerade sehr. Sie ist ja nun mehr seit fast drei Jahren im Heim, weil sie dement ist und fühlt sich dort auch sehr wohl. Die ganze Zeit, seitdem sie dort ist, befand sie sich auf einem gleichbleibenden Level, was ihre Demenz betrifft. Doch jetzt scheint irgendetwas geschehen zu sein, was ihren Zustand extrem verschlechtert. Vielleicht ein Schub? Vielleicht nur eine Krankheit? Vielleicht durch die Grippeimpfungg bedingt?
Es geht ihr jedenfalls überhaupt nicht gut. Sie scheint seit einer Woche gute und schlechte Tage zu haben. An den schlechten, weiß sie nicht mehr, wer sie ist und wo sie ist. Ich habe immer zu ihr gesagt, sowohl bei Besuchen, als auch bei Telefonaten, dass es alles halb so schlimm sei, solange sie noch wisse, wer sie ist und wer wir sind. Nun scheint sie das teilweise nicht mehr zu wissen. Genauso ist sie momentan ans Bett gebunden, sinnbildlich, darf nicht raus und das ist für meine Omi überlebenswichtig. Sie geht so gerne raus, hasst die anderen Bewohner im Heim fast schon dafür, dass sie sich mittags lieber hinlegen. Ich weiß, dass das sehr hart für sie sein muss. Sie kann anscheinend auch nicht mehr alleine aufs Klo, hat unter sich gemacht und muss teilweise gefüttert werden. Meine Eltern haben mich gestern angerufen und mir davon berichtet, weil sie meine Oma seit einer Woche nicht erreicht haben. Ich habe auch vor ungefähr einer Woche versucht, sie anzurufen, aber als sie nicht dran ging, habe ich mir nichts schlimmes dabei gedacht, habe aber auch nicht daran gedacht, sie noch einmal anzurufen. Nachdem ich dann gestern mit meiner Familie telefonierte, habe ich es sofort bei meiner Oma versucht und hatte Glück. Sie hörte sich so schlimm an, hatte ernsthafte Wortfindungsstörungen und weinte am Telefon, sodass auch mir die Tränen kamen. Ich habe wirklich Angst, bin mir aber auch der Realität bewusst, dass sie nicht ewig leben kann. Ich will nur nicht, dass sie leiden muss, aber sie leidet gerade.
Ich hoffe nur das Beste für meine Lieblingsoma, für die Frau, die mich praktisch mit groß gezogen hat, der ich vieles zu verdanken habe und die ich über alles liebe - egal, was das Beste für sie sein mag. Eigentlich darf sie noch nicht sterben. Wir haben doch ausgemacht, dass sie zumindest noch erleben muss, wie ich Tierarzt werde oder sie Uroma wird...

02.09.2014 um 19:21 Uhr

Zukunftspläne, Klappe die Zweite

2014 ist ein Jahr des unregelmäßigen bloggens. Dabei habe ich seit 2011 keine längeren Pausen mehr gemacht. Vielleicht gibt es ja dieses Jahr einfach nicht so viel zu erzählen, vielleicht fehlt aber auch nur die Zeit - oder die Lust, was nicht verwunderlich wäre, seit des Shitstorms, der über mich in Form von Kommentaren hereinbrach, bei meinem letzten Eintrag. Aber das wollte ich ja auf sich beruhen lassen.
Jedenfalls wird es mal wieder Zeit zu schreiben, so vieles ist passiert in den letzten Monaten und ich möchte die Traurigkeit und den Schmerz, den mein letzter Eintrag im Juni beinhaltet, nicht mehr ganz oben auf meiner Seite stehen haben. Es ist Zeit für etwas Fröhlichkeit und bessere Nachrichten. Fangen wir mit den Liebesangelegenheiten an, der Rest folgt...

Nach meinem letzten Eintrag haben der Informatiker und ich uns wieder zusammengerauft. Ich war zwar nach unserem Streit lange Zeit zu Hause und ein paar Tage des Nichtwissens, woran man ist, gab es auch, aber alles in allem haben wir es wieder hinbekommen. Auch auf die Gefahr hin, dass es vielleicht wieder Kritik hagelt - Ich bin kein Mensch, der einen Vertrauensbonus gewährt. Ich bin misstrauisch. Ich bin eifersüchtig. Und ich kann meine Vergangenheit, meine Sorgen und meine Ängste nur schwer hinter mir lassen und nehme sie zwangsläufig mit in eine neue Beziehung. Vertrauen ist etwas, das sich bei mir erst entwickeln muss. Ich muss das Gefühl haben, meinen Partner zu kennen - wie einen Lieblingsfilm, den ich mitsprechen kann oder ein Lieblingsbuch, das man beinahe auswendig kann. Allein das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit. Kurzum - ich werde nicht aufhören, zu schnüffeln. Zu oft hat mich die Vergangenheit gelehrt, dass ich immer fündig werde, wenn ich nur suche. Der Unterschied ist nur, dass nicht jeder Mann dieselbe Absicht hat. Ich denke, der Unterschied zwischen dem Informatiker und dem Friesen ist konkret, dass der Friese oft Dinge bewusst getan, bewusst verheimlicht, bewusst gelogen hat und der Informatiker diese Dinge aus seiner Vergangenheit zum Teil einfach noch hat, weil er zu faul war, sich hinzusetzen und die Dinge bewusst auszusortieren. Er ist chaotisch, was Ordnung und System anbelangt. Und mit dieser Tatsache, dass er so ist, wie er eben ist und ich so bin und nicht anders, damit müssen nur wir beide klar kommen, denn nur wir führen diese Beziehung.
Es fiel mir schwer, dennoch glaube ich ihm, dass die Liebe seines Betthasens nur einseitig bestand. Außerdem fällt es anderen Leuten vielleicht leichter, die drei Worte aufzuschreiben und zu sagen, als mir mittlerweile. 
Seit diesem großen Knall läuft es besser, denn je, zwischen uns. Klar, die klitzekleinen Reibereien des Alltags bleiben bestehen, aber einen ernsthaft bösen Streit gab es seitdem nicht mehr zwischen uns.
Konsequenzen sollte es dennoch geben - auch wenn diese sich mittlerweile fast schon wieder in Wohlgefallen aufgelöst haben. Beispielsweise habe ich beschlossen, dass er meinen Wohnungsschlüssel vorerst nicht wieder bekommt - und den hat er bis heute auch nicht wieder. Immerhin habe ich auch keinen Schlüssel für seine Wohnung. Was das Zusammenziehen anging, ruderte der Informatiker erst arg weit zurück, sagte was von in ein paar Jahren, während ich es auf Beginn des kommenden Jahres verschieben wollte. Notgedrungen und vielleicht auch ein bisschen gewollt - ;) - ist dieses Vorhaben schon wieder hinfällig. Der Streit mit seiner Vermieterin droht so zu eskalieren, dass beide Parteien mittlerweile Anwälte eingeschalten haben und wir beide nur noch aus dieser Wohnung weg wollen. Da ich es persönlich aber als Schwachsinn empfinde, dass sich der Informatiker jetzt für ein paar Monate alleine eine Wohnung nimmt und er selbst sagt, dass er sehr gerne jetzt mit mir zusammenziehen möchte und sich darauf freut, suchen wir nun doch schon wieder gemeinsam nach Wohnungen.
Ein bisschen Herzbluten hatte ich auch schon deswegen. Vor ein paar Wochen haben wir uns so eine wunderschöne Wohnung angesehen und waren auch in der engeren Auswahl, doch dann waren andere einfach schneller, als wir, weil sie die Wohnung ein paar Tage früher besichtigten. Aber da muss man sich Hakuna Matata sagen und einfach weiter machen! 
Am Wochenende haben wir uns auch wieder eine wunderschöne Wohnung angesehen und wurden von den Mietern bei der Hausverwaltung als Favoriten genannt. Am kommenden Montag haben wir dann vermutlich ein Gespräch bei besagter Verwaltung und wenn wir denen auch zusagen, könnte es schon geklappt haben. Da ist magisches Blogigo-Daumdrücken angesagt :). Wenn wir denn die Auserwählten wären, dann dürften wir zum 01.11. umziehen, wobei wir den Vormietern sagten, dass wir da flexibel sind. Der Informatiker hat aufgrund der Gegebenheiten mit der furchtbaren Vermieterin jederzeit das Recht, fristlos zu kündigen und im Wohnheim hat man zwar theoretisch auch drei Monate Kündigungsfrist, aber Zimmer werden hier immer gebraucht und zur Not könnte ich mein Zimmer auch noch für ein paar Monate untervermieten. 
Auf das Abenteuer zusammen wohnen, freue ich mich nach wie vor! Meine Einstellung dazu, das genau dieser Schritt der Beginn einer eigenen, neuen Familie ist, hat sich nicht verändert. Es ist die ultimative Probe aufs Exempel. Meine Mama sagte immer, dass man einen Menschen erst richtig kennenlernt, wenn man mit ihm zusammenwohnt und ich denke, dass das stimmt. So einen Schritt habe ich vorher noch nie gewagt. Für ihn dagegen ist das ja kein Neuland mehr, aber vielleicht trotzdem noch ein bisschen aufregend, das hoffe ich zumindest. Ach, da fällt mir ein: Mein Informatiker ist nun endlich geschieden :) Zeit wurde es! 
Trotzdem habe ich jetzt auch Angst vor dem Zusammenziehen, gerade wegen unseres Streits, auch wenn es seitdem gut läuft. Aber lassen wir uns überraschen, was die Zukunft so bringen mag. Ich bin gespannt und freue mich darauf!