*Phantasie ist wichtiger als Wissen....*

26.05.2015 um 21:37 Uhr

Every little thing gonna be alright

Man sagt, die Zeit heile alle Wunden. - Dem stimme ich nicht zu. Die Wunden bleiben. Mit der Zeit schützt die Seele den gesunden Verstand und bedeckt ihn mit Narbengewebe und der Schmerz lässt nach - aber er verschwindet nie.

Rose Kennedy  

06.03.2013 um 07:50 Uhr

Faust ist meine Bibel

 

Faust:

      Mein Liebchen, wer darf sagen:
Ich glaub an Gott?
Magst Priester oder Weise fragen,
Und ihre Antwort scheint nur Spott
Über den Frager zu sein.

Margarete:

      So glaubst du nicht?

Faust:

Mißhör mich nicht, du holdes Angesicht!
Wer darf ihn nennen?
Und wer bekennen:
»Ich glaub ihn!«?
Wer empfinden,
Und sich unterwinden
Zu sagen: »Ich glaub ihn nicht!«?
Der Allumfasser,
Der Allerhalter,
Faßt und erhält er nicht
Dich, mich, sich selbst?
Wölbt sich der Himmel nicht da droben?
Liegt die Erde nicht hier unten fest?
Und steigen freundlich blickend
Ewige Sterne nicht herauf?
Schau ich nicht Aug in Auge dir,
Und drängt nicht alles
Nach Haupt und Herzen dir,
Und webt in ewigem Geheimnis
Unsichtbar sichtbar neben dir?
Erfüll davon dein Herz, so groß es ist,
Und wenn du ganz in dem Gefühle selig bist,
Nenn es dann, wie du willst,
Nenn's Glück! Herz! Liebe! Gott
Ich habe keinen Namen
Dafür! Gefühl ist alles;
Name ist Schall und Rauch,
Umnebelnd Himmelsglut.

30.08.2012 um 15:35 Uhr

Was ist eigentlich Glück für dich?

Würde man mich nach drei Dingen fragen, die ich als Glück beschreiben würde, würde ich wohl sagen:

Goethe, Backen und eine Katze - das ist Glück für mich.

Natürlich auch Gesundheit und meine Familie, ganz zu schweigen von der Liebe und gutem Sex. Ein schönes Essen ist auch nicht zu verachten. Aber ganz einfach so, kam es mir in den Sinn: Goethe, Backen und eine Katze. Diese Dinge zählen für mich auch zum Glück :).

Was ist Glück für dich? 

25.08.2012 um 19:49 Uhr

Leben allein genügt nicht

23.07.2011 um 12:25 Uhr

Vogelstimmen

Die Zeit ist mit einer Geschwindigkeit unterwegs, die mir nicht behagt. Ich habe um Entschleunigung gebeten, schon so oft, um die Möglichkeit zur Rückkehr zum Denken. Um mich herum scheint sich alles rasant zu entwickeln, fix aufzublühen und kurze Zeit später zu verwelken, während ich ewig gleich dumm herum vegetiere und mein Leben beobachte wie Regentropfen an der Fensterscheibe. Dieses Gleichdummbleiben kommt mir vor wie Stagnation, als ob die Grenze jeder meiner menschlichen Möglichkeiten bereits erreicht wäre und irgendwo schon Game over stünde, wo ich nicht richtig hingeguckt habe, weil ich einfach zu müde bin. Die Tage zu grau, die Nächte zu schwarz, die Zwischentöne zu unsichtbar.

Sein eigenes Leben angucken zu müssen, während es sekundenschnell auf eine glatte Glasplatte tropft,rumperlt, runter fließt und irgendwann tröpfelnd verschwindet, sich aus dem eigenen Blickfeld stiehl, das ist eine Tatsächlichkeit, die ich kaum begreifen kann. Ich fühle mich dann wie ein Autist, der seine Ordnung im Leben verloren hat, der dringend eine Struktur benötigt, die die Umstände des Lebens für ihn einschätzbar und nachvollziehbar macht. Aber da das Leben mit dieser hirnrissigen und herzzerreißenden Geschwindigkeit unterwegs ist und es einfach unmöglich ist, alle mir überantworteten Informationen zu verarbeiten, fühle ich mich wie ein tief greifend entwicklungsgestörtes, stereotyp agierendes Geschöpf, das zu Überempfindlichkeit neigt. Diese Überempfindlichkeiten bewirken, dass ich sehr häufig unter den Anforderungen des Lebens einfach zusammenbreche, wie ein marodes Gebäude einstürze, meine Existenz unter mir begrabend. Aber mein Zusammenbrechen bekommt niemand mit, das findet nur in mir statt, auf ganz innigem Niveau, ohne Außenwirkung. 

...

Sich in der Mitte einer eigenen Existenz zu entwickeln, während um einen alles verwelkt, was vor einem schon da warm das ist eine der schwersten Aufgaben, die einem so ein Leben stellt. Man stellt fest, dass da schon einige Zeit vergangen ist, die unwiederbringbar kaputtgelebt wurde.

 

Ein paar erste Zeilen aus Dirk Bernemann's Vogelstimmen. Faszinierendes Buch. Ich hab es noch nicht durch, aber es ist meine Momentanlektüre und ständig stoße ich auf irgendwelche Textpassagen, von denen ich denke, ich müsse sie irgendwo festhalten. Das Buch ist zwar ganz Dirk Bernemann, aber doch irgendwie anders als 'Ich hab die Unschuld kotzen sehen'. Ich fühl mich teilweise als schrieb er mir dabei aus der Seele. Ich finde es unbedingt lesenswert und um das zu verdeutlichen, schrieb ich ein paar einleitende Worte ab.

 

 
BildQuelle: http://www.the-spine.de/files/covers/Vogelstimmen%20Buchcover.jpg

07.01.2011 um 23:48 Uhr

Dinge, die ich anstelle der Physikprüfungsvorbereitung tun könnte

Zum Glück ists ja noch ein bisschen hin, bis ich mich WIRKLICH damit beschäftigen muss.
 
 
 
,,Man hat den Eindruck, dass die moderne Physik auf Annahmen beruht, die irgendwie dem Lächeln einer Katze gleichen, die gar nicht da ist.´´
*Albert Einstein*

18.12.2010 um 22:08 Uhr

Ich mags ganz gerne bunt

Nur kann ich leider nicht entziffern, von wem es denn stammt.

29.06.2010 um 18:54 Uhr

Faust zum Frühstück - meine 15NP im Abitur ;)

Friedrich Christian Delius


Faust zum Frühstück
(Romanauszug)

 

Na ja, das ist einfach so. Sie haben bei mir einen Stein im Brett. Sie glauben gar
nicht, wie mich das überrascht hat damals. Das hab ich nie vergessen, unser
Gespräch bei dieser Tagung an der Nordsee, wie lang ist das her? … Nicht zu
fassen, ich dachte fünf Jahre oder sieben höchstens … Beim Frühstück über das
Faustische reden, das kommt ja auch nicht alle Tage vor. Das hat mir schon mal
gefallen, dass da einer, so ein junger Kerl, diese Stelle in meinen Memoiren
nicht überlesen hat. Und wissen Sie noch, was Sie dann zu mir gesagt haben? …
Nein, nein, ich hab das besser in Erinnerung, wörtlich: Faust ist doch ziemlich
humorlos, aber Sie sind es nicht, haben Sie gesagt. Zuerst hab ich nicht gewusst,
ob Sie mir schmeicheln oder mich auf den Arm nehmen. Schließlich, muss ich
zugeben, fand ich den Gedanken doch ganz nützlich. War schade, dass wir das
abbrechen mussten, ich hatte keine Zeit mehr für den Spaziergang zum
Leuchtturm, aber auf der Rückfahrt ist mir das lange im Kopf geblieben … Seit
neun Jahren haben wir es nicht geschafft, das nachzuholen, mal sehn, wie weit
wir heute damit kommen. Ich hab mich jedenfalls vorbereitet und die alte
Schwarte aus dem Regal geholt. Ich hab meine Hausaufgaben gemacht und den
Faust noch mal gelesen und den Faust Zwei zur Hälfte. Wer tut so was schon
freiwillig, ich meine, wenn er nicht vom Fach ist … Ja, eins hab ich dabei
gelernt, und das sag ich Ihnen gleich: dass Ada (4) nicht mein Gretchen ist, sondern
meine Helena, wenn schon … Das sag ich Ihnen gleich zu Anfang, damit Sie bei
Ada nicht auf falsche Gedanken kommen, so ein schäbiger Hund wie der Faust
bin ich dann doch nicht … Nein, später … Kurz und gut, Sie sind der Einzige,
nehmen Sie das ruhig als Kompliment, junger Mann, der meine Gedanken zum
Faust verstanden, nein, der sie bemerkt hat. Ob Sie mich verstanden haben, ist
eine ganz andere Frage, da hab ich eher meine Zweifel, das werden wir
vielleicht herausfinden heute Abend. Alle andern haben darüber hinweggelesen
in meinen Erinnerungen, obwohl ich im Vorwort, deutlicher geht es ja nicht, die
Leute mit der Nase drauf gestoßen habe. Kein Mensch hat mich je auf die Faust-
Frage angesprochen in all den Jahren, in fünfzig, in mehr als fünfzig Jahren
nicht. Alle lachen nur über den Faust, Schulkram, abgedroschen … Und
deshalb, Sie verstehen schon, muss ich Sie ins Vertrauen ziehen, wen denn
sonst? Ich sag es mal so: Wer den Faust in mir versteht oder ihn wenigstens
bemerkt, der versteht auch die Ada in mir … Nein, nachher … Ich möchte heut
gar nicht viel über den Computer-Erfinder sagen, sondern über die Leidenschaft
des Computer-Erfinders, über seine Gefühle, den Antrieb. Nicht über die
Mathematik, sondern über faustische Energie, über die Lust am Erfinden. Es
hört sich immer so aufgeplustert, so pathetisch an, wenn man vom Faustischen
spricht, von der faustischen Seele, und ich will gar nicht aufgeplustert
daherreden … Sie verstehen wenigstens, was ich meine, das hoff ich jedenfalls.
Bei meinen Freunden und Bekannten mach ich mich lächerlich, wenn ich mit
dem Faust anfange … Die wollen einfach nichts davon hören, dass der alte
Goethe etwas verstanden hat – von mir, ich sag es mal so frei heraus … Manche
von denen schauen mich schon so an, mit dem Doktorblick: Senil? Debil?
Fragil? Als müssten sie prüfen, ob ich wirklich noch der gute alte
Formelfummler bin, der liebe und nette Erfindergreis. Ich gebe zu, ich mach es
den Freunden nicht leicht, ich mute ihnen schon meine Kunst zu. Dass ich male
auf meine alten Tage, nicht etwa pinsele wie ein Rentner sich seine Freizeit
auspinselt, sondern ernsthaft male und ringe mit meiner Kunst, das ist eigentlich
eine Frechheit von mir. Und wenn ich denen dann auch noch mit Dr. Faust
komme, mit faustischer Leidenschaft für den Fortschritt, dann seh ich, wie sie
innerlich abwinken … Ja, Sie hören richtig, bei mir ist das Wort Fortschritt noch
nicht aus der Mode … Wer immer strebend sich bemüht, das ist doch kein
Schülerkram, da steckt der ganze Ernst des Daseins drin, oder auch der Witz des
Daseins, wie Sie wollen. Na ja, und lächerlich mach ich mich erst recht vor den
jungen Computer-Narren, ich sag nicht gern Computer-Freaks, da sehen Sie, wie
altmodisch ich bin, und vor den Effizienz-Enkeln, wie ich sie nenne, vor den
Betriebsblind-Wirten, den Informatik-Idioten – ich darf das sagen als Nestor der
Informatiker, ich hab da ein kleines Arsenal von Schimpfwörtern für jede
Gelegenheit. Auch dieser Orden muss provoziert werden, und außer mir traut
sich ja keiner. Als wenn es unter den Informatikern weniger Idioten und
Scheuklappenträger gäbe als anderswo. Diese Generation, die kennt das Stück
schon gar nicht mehr, die haben das nicht mal in der Schule gelesen … Es ist
eine Schande, wie wir mit unserem Know-how umgehen. Auch Goethe ist für
mich Know-how und Wachstumsmotor und Multiprozessor für Geist und Seele
und Innovation. Zugegeben, Geist und Seele sind auch nicht gerade in Mode.
Hin und wieder bei Vorträgen oder beim Dankeschön zum soundsovielten
Doktorhut sag ich was in diese Richtung. Aber wenn die mich, den Alten, vom
uralten Goethe reden hören, dann bin ich sowieso schon von gestern. Und wenn
ich nur den Namen Faust ausspreche oder Mephistopheles, schalten die gleich
ab, es ist eine Schande … Ich seh das förmlich an ihren kurzhaarigen Köpfen,
wie sie den Impulsgeber umschalten … Und wer was vom Faust versteht, die
Fachleute von der Literatur, wie heißen die noch mal … Germanisten, ja,
Germanisten, die sind sich zu fein, mit einem Dilettanten wie mir über ihren
Gott Goethe zu reden. Ich kenn ja solche Leute eigentlich nicht, nur einmal hab
ich einen getroffen auf einem Empfang in Heidelberg, ich dürfte also nicht
verallgemeinern. Ich hab nur gemerkt, der wollte gar nicht sehen, der wollte gar
nicht verstehen, dass es auch heute die Faust-Problematik gibt. Sogar in
Heidelberg! Ich sage nur: Biochemie! Die Stammzellen und was da alles auf uns
zukommt. Auch heute gibt es Erfinder und Entdecker, die das Faust-Drama in
ihrer Brust austragen und den kalten Hauch einer Mephisto-Gestalt neben ihrem
Schreibtisch spüren … Ich hab Ihnen doch gesagt, Sie sollen mir ins Wort
fallen, wenn ich sentimental werde, und natürlich sind das Sentimentalitäten,
woher hab ich das mit dem kalten Hauch? Bestimmt ein Zitat, also passen Sie
auf, passen Sie besser auf mich auf! … Nein, verstehen Sie mich bitte richtig,
ich hoffe doch auf Sie, auf Ihr Faust-Verständnis, weil Sie weder zu den
Computer-Narren noch zu den Goethe-Narren gehören, wenn ich das richtig
sehe. Genau deshalb hab ich Sie auf den Stoppelsberg bestellt … Nicht ganz so
hoch wie der Brocken, aber auch hier ließe sich eine hübsche Walpurgisnacht
zaubern, was meinen Sie? Ich bringe meine Dame mit, und welche Hexen
brauchen Sie? …


Delius, Friedrich Christian: Die Frau, für die ich den Computer erfand. Berlin 2009, S. 29 – 33.

__________________________________________

(4) hier: Ada Lovelace (1815 – 1852), berühmte Mathematikerin und Muse des Computer-
Erfinders. Wegen ihrer schriftlichen Kommentare zur mechanischen Rechenmaschine
Analytical Engine wird Ada Lovelace als erste Programmiererin bezeichnet. Die
Programmiersprache Ada wurde nach ihr benannt.

 

22.06.2010 um 22:16 Uhr

Traumsterilisation

Endlich sind die Prüfungsaufgaben aus diesem Jahr online gestellt worden und da ich grade so ein bisschen darin stöbere und ja auch sagte, dass ich meine Prüfungsaufgabe mal reinstellen werde, stell ich jetzt erstmal die Interpretationsaufgabe aus dem Grundkurs online, weil ich finde, dass sie einen zum Nachdenken anregt - über die Zukunft und was uns noch alles erwarten könnte. Außerdem passt sie hervorragend zum Rahmenthema: "Wer keine Kraft zum Träumen hat, hat keine Kraft zum Handeln."

 

Daniela Wolf


Traumsterilisation


Kritisch hob die Bibliothekarin hinter dem Computerbildschirm ihren Blick und
musterte den unsicher wirkenden Jugendlichen über die Auskunftstheke hinweg.
„Haben Sie diese Woche neue Alpträume hereinbekommen?“, fragte er und
knetete dabei seine Finger.
Manche Fragen hörte man so oft, dass jede Antwort vollkommen 5 automatisch
abgespult wurde. Innerlich mit den Augen rollend wies Christiane auf die
Regale hinter sich. „Die Neuerwerbungen stehen hier. Alpträume findest du
unter Horror ... suchst du denn etwas Bestimmtes?“
Der Junge schüttelte den Kopf, während er sich schon an der Auskunftstheke
10 vorbei schob und den Ausstellungstisch inspizierte.
Christiane runzelte die Stirn. So jung, wie er aussah, waren Alpträume sicher
nicht angemessen. Hoffentlich kam bald ein Gesetz zur Altersbeschränkung der
Traumausleihen.
Seufzend sah sie sich um, ob noch weitere Kunden eine Antwort verlangten,
15 bevor sie ihre Aufmerksamkeit wieder dem Computerbildschirm widmete.
Neben dem Gerät stapelten sich die Traumdiscs, die alle erfasst werden mussten.
Doch noch immer hatte sie nicht damit begonnen.
Unwillkürlich legte Christiane ihre Hand auf die Hosentasche, in der bleiern die
Traumdisc lag, die sie eingesteckt hatte. Einfach so.
20 Vor ihr landete auf der Theke wie aus dem Nichts eine Zeitung.
„Sieh dir das an“, schüttelte ihre Kollegin Julia fassungslos den Kopf, „die Zahl
der Traumsterilisationen ist weiter gestiegen. Unglaublich ... warum machen
Menschen so etwas? Allein der Gedanke, dass irgendjemand in meinem Kopf
herum werkelt ...“. Es schüttelte sie sichtbar.
25 Christianes Hand spielte unbewusst mit der Computermaus: „Manche wollen
nicht, dass ihre Träume gespeichert und der Öffentlichkeit bereitgestellt
werden.“
Allein in dieser Stadt wurden jede Nacht beinahe dreißigtausend Träume
gespeichert, wovon die meisten nur wirre Schnipsel waren, in denen keiner mehr
30 etwas erkennen konnte. Die etwas verständlicheren Träume wurden von
Kontrolleuren aussortiert und an die Bibliothek weiter gereicht, wo sie in die
Datenbank eingepflegt und suchbar gemacht wurden. Träume hatten höhere
Ausleihquoten als Bücher und Filme zusammen ... der Hauch Realismus machte
sie für die Leute interessant.
35 In einer theatralischen Geste warf Julia die Hände in die Luft: „Ja, aber warum
nicht? Das ist das, was ich nicht begreife. Die einzigen, die damit Probleme
haben könnten, sind diejenigen, die etwas zu verbergen haben und nicht wollen,
dass es sich unbewusst in ihren Träumen zeigt.“ Sie beugte sich vor und tippte

demonstrativ auf die Schlagzeile: „Niemand sollte Geheimnisse haben. Das ist
der Grundstock unserer Gesellschaft ... wo kämen wir denn 40 da hin, wenn ein
Personalchef so gut wie nichts über seine Mitarbeiter wüsste?“ Es war schwer,
Julia Einhalt zu gebieten, wenn sie ein Thema gefunden hatte, bei dem sie ihre
Meinung kundtun konnte.
Christiane ließ ihren Blick zur Ausleihtheke am anderen Ende des Raumes
45 schweifen, vor der sich zu ihrem Glück eine Schlange zu bilden begann. „Der
Andrang ist ziemlich groß, du solltest besser wieder zurückgehen“, meinte sie.
Ihre Kollegin wandte sich um und verzog dann das Gesicht: „Ich hasse den
Thekendienst.“ Während sie den Raum durchquerte, warf sie ihr über die
Schulter noch ein kurzes „Bin gleich wieder da!“ zu.
50 Erleichterung breitete sich in Christiane aus, als sie alleine war. Noch immer
blinkte ihr der Cursor auf der Eingabemaske höhnisch entgegen, aber sie konnte
es nicht über sich bringen, die Traumdisc aus der Tasche zu nehmen und sie
ordnungsgemäß zu katalogisieren.
Genau genommen war es nicht einmal Diebstahl, schließlich handelte es sich um
55 ihren eigenen Traum. Das jedenfalls versuchte sich Christiane einzureden.
Mehr als je zuvor wünschte sie sich, ihren Dienst an der Auskunftstheke fallen
lassen zu können, um sich in ein Büro zurückzuziehen. So aber musste sie die
Zeit aussitzen, obwohl ihr schlechtes Gewissen sie von innen heraus
aufzufressen drohte. Wieder und wieder zuckten ihre Hände, als sie mit sich
60 rang, ob sie die Disc nicht doch katalogisieren sollte. Aber dann fiel ihr wieder
ein, wovon sie geträumt hatte.
Warum nur, warum musste sie jetzt von ihrer Jugendliebe träumen? Seit sechs
Jahren war sie verheiratet, nie hatte sie einen Gedanken an jemand anderen
verschwendet und auf einmal kamen diese Träume. Was nur, wenn ihr Mann die
65 Disc auslieh? Er konnte ziemlich eifersüchtig werden ... „Hey!“, Julias Stimme
ließ sie zusammenzucken, „gehen wir nachher gemeinsam Mittagessen?“
Offensichtlich hatte sich die Schlange schneller aufgelöst als erwartet.
„Ähm“, Christiane stolperte über ihre eigenen Gedanken, „tut mir leid, ich
bleibe hier. Ich muss noch was erledigen.“ Ihre Kollegin zuckte mit den
70 Schultern: „Na gut, wie du meinst.“
Während Julia wieder auf ihren Platz zurückkehrte, nahm Christiane die
Traumdiscs und begann, sie zu katalogisieren. Ihr Herz pochte laut und sie
fürchtete schon, jemand könnte es hören. Der Entschluss, der in ihr gereift war,
ließ ihre Hände schwitzig werden. Es war schwer, die letzte halbe Stunde ihres
75 Thekendienstes zu überstehen, bevor sie endlich abgelöst wurde und in ihr Büro
verschwinden konnte. Normalerweise ließ sie die Tür sperrangelweit offen
stehen, aber heute war sie dazu nicht in der Lage. Sie verbarrikadierte sich
regelrecht dahinter und zog dann die Traumdisc hervor, um sie in die tiefste
Ecke ihrer Handtasche zu stopfen.
80 Mit zittrigen Knien ließ sie sich auf ihren Drehstuhl nieder. Apathisch starrte sie
auf die Tasche, als könnte sie die Disc durch das Leder hindurch sehen. Wie die
meisten Menschen hatte sich Christiane nie etwas zu schulden kommen lassen.
Sie hatte nie in der Schule abgeschrieben, nie falsch geparkt und immer ihre
Steuern rechtzeitig bezahlt. Sie befand sich damit in guter Gesellschaft, denn
seit Träume archiviert und veröffentlicht wurden, war die 85 Kriminalitätsrate
drastisch gesunken ... was zur Folge hatte, dass jedes Vergehen wochenlang die
Schlagzeilen der Zeitungen dominierte.
Christiane sah es schon vor sich, wie die Überschrift zu ihrem Fall aussehen
würde. Erschreckend kurz und nüchtern, irgendwas in der Art wie
90 „Bibliothekarin stiehlt Traumdisc“. Drei Worte, die ausreichten, um ihr Leben
zu zerstören.
Was nur, wenn sie nicht nur von ihrer Jugendliebe, sondern auch vom Diebstahl
träumte? Sie konnte nicht jede Disc stehlen, irgendwann würde jemand anderes
die Katalogisierung übernehmen. Außerdem würde es auffallen, wenn ihre
95 Träume niemals in die Bibliothek gelangten.
Es gab nur einen Ausweg.
Mit schweißnassen Händen fuhr sie ihren Rechner hoch und öffnete den
Internetbrowser. Nach einer kurzen Suche fand sie die Nummer der Klinik.
Vielleicht konnte man sie schon am Samstag operieren – wenn sie am Montag
100 zur Arbeit kam, würde sie nie mehr träumen.
Welch eine herrliche Vorstellung.


Wolf, Daniela: Traumsterilisation. In: Nagelprobe 23. München 2009, S. 46 ff.


... welch eine schreckliche Vorstellung...

 

 

 

01.06.2010 um 17:58 Uhr

Momentaufnahmen

Moment-Aufnahmen

die Zeit einen Augenblick anhalten
dem Alltag eine kurze Pause gönnen
die eigenen Gefühle spüren

ein Moment des Lebens

 

 

 

27.05.2010 um 23:33 Uhr

Weißt du, wie der Sommer...?

Sommer
von
Ilse Kleberger

 

Weißt du, wie der Sommer riecht?
Nach Birnen und nach Nelken,
nach Äpfeln und Vergissmeinnicht,
die in der Sonne welken,
nach heißem Sand und kühlem See
und nassen Badehosen,
nach Wasserball und Sonnencrem,
nach Straßenstaub und Rosen.


Weißt du, wie der Sommer schmeckt?
Nach gelben Aprikosen
und Walderdbeeren, halb versteckt
zwischen Gras und Moosen,
nach Himbeeren, Vanilleeis
und Eis aus Schokolade,
nach Sauerklee vom Wiesenrand
und Brauselimonade.


Weißt du, wie der Sommer klingt?
Nach einer Flötenweise,
die durch die Mittagsstille dringt,
ein Vogel zwitschert leise,
dumpf fällt ein Apfel in das Gras,
ein Wind rauscht in den Bäumen,
ein Kind lacht hell, dann schweigt es schnell
und möchte lieber träumen.
 
http://view.stern.de/de/picture/1177326/Sonnenuntergang-Sonne-Strand-Sommer-Sommer-Braun-Natur-510x510.jpg

 

11.08.2009 um 16:34 Uhr

Ignoranz

Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, daß man sie ignoriert.

*Aldous Huxley*


 

 

............Probleme übrigens auch nicht!

27.06.2009 um 23:00 Uhr

Vorliebe

...für George Bernard Shaw

 

 

Vom Leben nichts zu erwarten,
ist das Geheimnis aller echten Heiterkeit...

 

Das größte Übel, das wir unseren Mitmenschen antun können,
ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein.
Das ist absolute Unmenschlichkeit...

 

Auch Schlafen ist eine Form der Kritik,
vor allem im Theater...

 

Ich glaube nicht an Zufall. Die Menschen, die in der Welt vorwärtskommen, sind die Menschen, die aufstehen und nach denen von ihnen benötigten Zufall Ausschau halten...

 

Um die Wahrheit zu erfahren,
muß man den Menschen widersprechen...

 

Menschen, die sich überall zu Hause fühlen, wenn sie verreisen, verdienen auch sonst nicht viel Vertrauen...

 

Es kommt darauf an, sich zu unterscheiden – ein Engel im Himmel fällt niemandem auf...

 

Sich selbst zu erkennen ist nicht nur die schwierigste Sache der Welt, sondern auch die unbequemste...

 

Was in einem Menschen wirklich wertvoll ist,
ist der Teil, den wir noch nicht verstehen...

 

Du kannst nicht Schlittschuhlaufen lernen, ohne dich lächerlich zu machen....
Auch das Eis des Lebens ist glatt...

 

Die Menschen lassen sich lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik verbessern...

 

 

 

 

08.03.2009 um 13:00 Uhr

Traumland

http://www.naturverstand.at/BILDER_GALERIE/BILDERGR/1174637012traumland_gr.jpg
Ingrid Bruckmüller - Thomas Ockermüller
Ich träume mich in ein Land - das Traumland. Dort scheint die Sonne so hell und die Vögel zwitschern. Es ist angenehm warm. Doch das Wichtigste ist, dass es dort im Traumland keine Tränen gibt. Es gibt auch keinen Streit und alle sind glücklich. Die Liebe ist dort vorherrschend. Wobei herrschen nicht das richtige Wort ist. 
Aber alle sind glücklich -
Kein Streit-
Keine Tränen-
Nur Du und Ich -
glücklich.
Wie gerne wäre ich jetzt mit Dir in diesem Land! 

20.02.2009 um 16:35 Uhr

Zum Wochenende

Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren alle Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe dort.

Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe.

Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: "Reichtum, kannst du mich mitnehmen?"
"Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich."

Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. "Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?"
"Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen", antwortete der Stolz, "hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen."

Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: "Traurigkeit, bitte nimm du mich mit."
"Oh Liebe", sagte die Traurigkeit, "ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss."

Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief.

Plötzlich aber rief eine Stimme: "Komm Liebe, ich nehme dich mit."

Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen.

Später fragte die Liebe das Wissen: "Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?"
"Ja sicher", antwortete das Wissen, "das war die Zeit."

"Die Zeit?" fragte die Liebe erstaunt, "Warum hat mir die Zeit denn geholfen?"

Und das Wissen antwortete: "Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist."

17.01.2009 um 18:28 Uhr

über Liebe und Macht...


 

Liebe ist die stärkste Macht der Welt, und doch ist

sie die demütigste, die man sich vorstellen kann.

 

Mahatma Gandhi

11.01.2009 um 15:23 Uhr

Ich finde es passt irgendwie zum neuen Jahr und den ganzen guten und ach so tollen Vorsätzen^^

Der Traum von Freiheit und Glück

 

 

Drei Freunde stehen beisammen und unterhalten sich über das Leben.

"Wisst Ihr", sagt der eine, "in 10 Jahren werde ich 50. Dann möchte ich mich zur Ruhe setzen und das Leben nur noch genießen. Die Kinder sind versorgt, mein Ältester übernimmt meine Firma. Dann möchte ich mit meiner Frau verreisen, die Welt sehen, richtig lange unterwegs sein, Spaß haben, es mir gut gehen lassen. Bis dahin muss ich noch viel arbeiten, um mir alles zu ermöglichen. Doch dann bin ich endlich frei. Dann beginnt endlich das richtige Leben."

Eine Woche später sagt ihm der Arzt, dass er Krebs hat.

Der andere denkt sich: Mensch, das Leben ist kurz und voller Überraschungen. Das soll mir nicht passieren. Ich werde es besser machen. Ich werde jetzt beginnen zu leben. Nicht später. Ich verkaufe die Firma sofort, ziehe in den Süden, verlasse meine Frau und suche mir eine hübsche junge Freundin. Ich werde all meine Träume jetzt sofort leben, all das, was ich immer schon wollte und mich nicht getraute. Ich werde es jetzt tun.

Da kommt ein Bus vorbei und überfährt ihn.

Der dritte Mann hatte dem Gespräch still zugehört und das Geschehene still beobachtet. Er macht einfach weiter wie bisher. Er arbeitet und führt ein ganz gewöhnliches Leben.

Ein anderer fragt ihn: "Sag, hast du nicht Angst, dass dir das gleiche widerfährt, wie deinen Freunden? Willst du jetzt nicht auch dein Leben verändern und es noch besser machen?"

Der Mann lächelt, sieht den Wolken nach und antwortet nach einer Weile: "Ich wüsste nicht, wozu ich anders leben sollte, als ich es bisher tue. Ich wüsste nicht, wohin ich gehen sollte, um etwas zu suchen, was ich nicht ohnehin schon habe. Ich schließe die Augen und finde unendliche Freiheit. Ich schließe die Augen und finde sprudelndes Leben. Ich schließe die Augen und finde immense Zufriedenheit, Erfüllung und Glück. Ich schließe die Augen und finde Wahrheit. Ich schließe die Augen und finde mich. Sag mir, was mehr kann es geben?"

Asmita Pistorius

 

 

 

 

http://i237.photobucket.com/albums/ff286/eisfee_album/Gedichte%20-%20Weisheiten%20-%20Reime/glueck.jpg

 

22.07.2008 um 19:15 Uhr

13 Zeilen für das Leben

13 Zeilen für das Leben von GABRIEL GARCÍA MÁRQUEZ ...

 

1.  Ich mag dich nicht, weil du bist wer du bist, sondern dafür, wer ich bin, wenn ich mit dir zusammen bin.

2.   Keine Person verdient deine Tränen, und die, die sie verdienen werden dich nie zum
       Weinen bringen.
 

3.   Nur, weil dich jemand nicht so liebt, wie du es dir wünschst heißt das nicht, dass 
      er dich nicht mit ganzer Seele liebt.

4.   Ein wahrer Freund ist der, der deine Hand nimmt, aber dein Herz berührt.

5.   Die schlimmste Art jemanden zu vermissen ist die, an seiner Seite zu sitzen und zu wissen,
       dass er nie zu einem gehören wird.

6.   Höre nie auf zu lächeln, auch dann nicht, wenn du sehr traurig bist, denn du weißt nicht 
       wer sich vielleicht in dein Lächeln verliebt.

7.   Du kannst für die Welt nur eine Person sein, aber für eine Person die ganze Welt
       bedeuten.

8.   Verbringe deine Zeit nicht mit jemandem, der sie nicht mit dir verbringen möchte.

9.   Vielleicht möchte Gott, dass du im Laufe deines Lebens viele falsche Menschen
      kennen lernst damit du, wenn du die richtigen triffst, sie auch zu schätzen weißt und 
 dankbar für sie bist.

10. Weine nicht, weil es vorbei ist, lache weil es überhaupt passiert ist.

11. Es wird immer Menschen geben, die dich verletzen, also musst du weiter vertrauen 
      und nur in Zukunft vorsichtiger sein wem du ein zweites Mal vertraust.

12. Werde ein besserer Mensch und vergewissere dich zu wissen, wer du bist, bevor 
       du jemand anderen kennen lernst und darauf wartest, dass er weiß, wer du bist.

13. Strenge dich nicht so an, denn die besten Dinge passieren, wenn du sie am 
       wenigsten erwartest.


 

21.07.2008 um 13:15 Uhr

Duineser Elegie I

 

 Wer, wenn ich schrie, hörte mich denn aus der Engel
Ordnungen? und gesetzt selbst, es nähme
einer mich plötzlich ans Herz: ich verginge von seinem
stärkeren Dasein. Denn das Schöne ist nichts
als des Schrecklichen Anfang, den wir noch grade ertragen,
und wir bewundern es so, weil es gelassen verschmäht,
uns zu zerstören. Ein jeder Engel ist schrecklich.
Und so verhalt ich mich denn und verschlucke den Lockruf
dunklen Schluchzens.

 

Max Ernst: Der Hausenegel, 1937

 

 


 

Duineser Elegien ist der Titel einer Sammlung von zehn Elegien des Dichters Rainer Maria Rilke, die 1912 begonnen und 1922 abgeschlossen wurde.

Rilke befand sich auf einer Reise nach Schloss Duino bei Triest, um dort die Gräfin Marie von Thurn und Taxis zu besuchen. Als er an einer Stelle an den Klippen vorbeizog, soll er angeblich eine Stimme gehört haben, die die Worte "Wer, wenn ich schriee, hörte mich denn aus der Engel Ordnungen?" rief. Von diesem Ereignis inspiriert, begann er seine Erste Elegie mit eben diesen Worten. Die Fertigstellung der zehn Elegien zögerte sich durch Rilkes Kampf mit der Depression und seinem Leiden an den Ereignissen des Ersten Weltkriegs über zehn Jahre hin, sodass sie erst bei seinem Aufenthalt im Rhônetal 1922 vollendet wurden.

Aufgrund ihrer Reichhaltigkeit und Komplexität sind die Duineser Elegien einer raschen Lektüre kaum zugänglich. Hilfreich bei der Lektüre sind in jedem Fall eine gute Kenntnis der Motive von Rilkes Dichtung und die unter den Literaturangaben genannten Interpretationen.

18.07.2008 um 19:37 Uhr

Der Mann, der die Zeit anhalten wollte

von Georg Danzer

 

Es war einmal ein Mann, der wollte die Zeit anhalten.
So ging er auf den Hügel vor der Stadt und rief: ‘Zeit, steh still.’

 
Da kam ein Ritter des Weges und sprach:
‘Wenn dies dein Wunsch ist, so sei er dir erfüllt.’
Er zog seinen Degen und stach ihn dem Mann in die Brust.
Zu dem Toten sagte er dann:

 
‘Es gibt nur eine Zeit; deine Zeit. Und ihr Wesen ist Wandlung. Und wer die Veränderung nicht will, der will auch nicht das Leben.’