Nachhilfe macht doch Spass oder ?

11.06.2011 um 16:11 Uhr

Nachhilfeunterricht in der Unterschicht

Die wirklich schlimmsten beziehungsweise härtesten Fälle, die ich momentan unterrichte, kommen mal wieder aus der sozialen Unterschicht, aus zwei türkischen Migrantenfamilien. Ich habe mit der Zeit ja nun schon so einige Mal darüber nachgedacht, ob ich Kinder mit Migrationshintergrund +überhaupt noch annehmen möchte. Nicht, dass ich in irgendeiner Weise fremdenfeindliche, rassistische oder gar nationalsozialistische Gedanken hegen würde, aber ich kann meine Erfahrung ja nun nicht total außer Acht lassen.

 


 

Es ist nicht nur so, dass den Kindern in diesen Familien oft elementare Kenntnisse im Lesen oder Schreiben fehlen, weil die Eltern oftmals keinen Wert darauf legen, dass sie mit den Kindern Deutsch sprechen beziehungsweise die Kinder sich untereinander auf Deutsch unterhalten. Diese elementaren Problemen sind natürlich eine enorme Hürde für jegliche Aufgaben, die diese Kenntnisse voraussetzen und erfordert von mir natürlich zunächst eine Menge an Vorarbeit, die nicht nur enorm viel Zeit, sondern auch wirklich eine Menge Nerven kostet. Dazu kommt nämlich oftmals dann noch die Tatsache, dass Kinder aus diesen Familien enorm respektlos sind, wenn ihr mich fragt. Das gilt dann in der Regel noch ganz besonders gegenüber Frauen, die ja in den morgenländischen Kulturkreisen sowieso nur eine sehr geringe Stellung inne haben und im Prinzip nur für niedere Aufgaben vorgesehen sind.

Das spiegelt sich irgendwie auch erstaunlich oft darin wider, dass die Eltern in diesen Familien oftmals von mir erwarten, dass ich in irgendeiner Form erzieherische Tätigkeiten übernehme beziehungsweise ihnen abnehme. Aber das weise ich dann immer ganz schnell unter dem Hinweis zurück, dass ich dafür schließlich ja nicht bezahlt werde. Soweit kommt es noch, dass ich mich mit den verzogenen Bälgern mehr herumschlage, als ich müsste, das sollen die mal schön alleine machen...

29.05.2011 um 17:16 Uhr

Probleme mit den Eltern

Ich hatte letzte Woche einen Vorfall, ihr werdet es nicht glauben! Es war meine letzte Unterrichtsstunde für den Tag, und ich merke schon, die Schülerin ist zu spät. Da war ich schon mächtig sauer. So etwas kann ich überhaupt nicht leiden, denn ich denke, dass Disziplin das A und O ist, für ein erfolgreiches Lernen. 10 Minuten später sehe ich sie mit ihren Eltern kommen. Da wusste ich schon, irgendwas stimmt nun wirklich nicht. Also habe ich mich auf das Schlimmste gefasst und es war auch ganz schön schlimm. Die Mutter kam schon kreischend rein. Was ich mir denn erlauben würde, ihre Tochter so unter Druck zu setzen. Sie habe ja schon genug Druck in der Schule. Es kann ja wohl nicht wahr sein, dass ihre Tochter bereits zu Hause anfängt zu weinen, weil sie vor mir Angst hat.

Aha, dachte ich mir. Woher soll ich denn wissen, dass das Mädchen emotional so labil ist, dass sie anfängt zu weinen. Warum hat sie also geweint? Weil ich ihr gesagt habe, dass wenn sie ihre Hausaufgaben nicht macht, auch nicht zu mir kommen muss. Ist das wirklich ein Grund zu weinen? Naja, ich habe der Mutter nur erklärt, dass das Weinen eine falsche Art sei, auf die Realität zu reagieren. Außerdem fügte ich hinzu, dass sie ihre erziehungsweise für ihre Tochter sich auch durch den Kopf gehen lassen sollte. Nun, das war sehr gewagt und die Mutter kreischte noch mehr. Zum Glück ist der Vater ruhig geblieben. Ich wette, ich hätte ihn auch überzeugen können, dass meine pädagogische Weise gut ist. Er hat sich aber natürlich nicht getraut, seiner Frau zu widersprechen. Da gingen sie also. Ehrlich gesagt, geht an mir das so ziemlich vorbei. Die Schülerin war sowieso ziemlich anstrengend und erst seit einem Monat dabei.

12.05.2011 um 10:15 Uhr

Waldorfschulen

Hallo liebe Leser,

heute würde ich gerne mit Euch über dei Waldorfschule sprechen. Alle Eltern sollten wissen, was dafür und was dagegen spricht. Schließlich ist nicht jedes Kind gleich und jeder braucht eine andere Methode, um Erfolg beim Lernen zu haben.

In vielen Gesellschaftsschichten ist die Waldorfschule nahezu verpönt, aber was macht sie wirklich aus? Auch wenn es viele denken, aber Waldorfpädagogik ist nicht nur ein deutsches Phänomen, sondern international anerkannt. In Deutschland sind sie nur staatlich anerkannt. Ja, diese Art von Pädagogik ist auf einem bestimmten esoterischen Menschenbild aufgebaut und wurde von Spiritualismus und Ganzheitlichkeit insperiert. Dennoch, die Methodik muss deshalb nicht schlecht sein. Beispielsweise stehen die Schüler nicht so unter Leistungsdruck und müssen nicht nur Leistungen bringen, die man von der gewöhnlichen Schule kennt. Die Schüler werden viel mehr auch sozial, emotional und motorisch gefördert unabhängig von dem Grad ihrer Begabung. Bis zur 8. Klasse gibt es auch keinerlei Notenvergabe, daher müssen sich die Schüler nicht ständig untereinander vergleichen. Klar hat die Schule viele Nachteile. Mir sind aber selbstbewusste und emotional gesunde Schüler wichtiger. Denn die Schüler, die zu mir kommen, leiden bereits unter vielen Komplexen und trauen sich viele Sachen gar nicht mehr zu. Und da scheitert es schon. Egal wie intelligent sie eigentlich sind und wie egal, wie ich versuche ihnen zu helfen, sie werden niemals so gut sein wie selbstbewusste Schüler.

Natürlich hängt es viel vom Charakter ihres Kindes ab. Für manche ist Waldorfschule überhaupt nicht geeignet. Trotzdem manchen Eltern würde ich echt raten auch diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen. So wächst ihr Kind gesünder auf, mit dem Wissen, was es kann und nicht kann.

 

 

27.04.2011 um 12:08 Uhr

Aller Anfang ist schwer

Ich habe jetzt eine neue Schülerin bekommen, die große Probleme in Physik hat . Sie ist so eine typische Schülerin, 14Jahre, Schule ist ihr egal und sie will mal Musik machen. Ihr Handy ist ihr Leben, lebt völlig an der realen Welt vorbei usw usw

Das ist genau mein Fall. Solchen jungen Menschen möchte ich helfen und wieder auf den richtigen Weg führen. In der ersten Stunde gab es natürlich Ärger. Denn als erstes habe ich das Handy eingezogen. Sie bekommt es ja nach der Stunde wieder, aber ich finde ja sowieso sollten Kinder in diesem Alter kein Handy besitzen. Sie vergeuden ihre Zeit und haben noch keine Vorstellungen von finanziellen Werten und was das alles kostet. Aber die Eltern entscheiden das eben letztendlich. Und viele bevorzugen ein Handy-abhängiges Kind als sich selbst mit dem Kind zu beschäftigen. Jeder wie er es braucht. Nur dürfen wir Lehrer es dann ausbaden, wenn das Kind realitätsfern lebt. Aber das ist ein anderes Thema, sonst reg ich mich gleich wieder auf.

Diese Schülerin jedenfalls hat dann nach einer langen Diskussion ihr Handy ausgemacht und in die Tasche gesteckt, das war zumindest ein Anfang. Dann ging es aber auch schon weiter à la Physik braucht sie nie wieder und wir kennen das ja alle ;)
Ich habe ihr versucht zu erklären, dass sie Physik im leben benötigt und wenn nicht die gerade behandelte Formel, so doch ein gewissen Grundverständnis der Materie. Außerdem schadet es nicht das Gehirn mal etwas zu fordern. 
Am Ende der Stunde haben wir dann zumindest ihre Hausaufgaben hinbekommen, aber ich muss wirklich bei Null anfangen. Das wird eine harte Nuss. Ihren Hefter haben wir uns auch vorgenommen, damit es überhaupt erstmal einer wird. Unfassbar diese Unordentlichkeit und Schlamperei. Ich werde das ändern und später wird sie mir mal dankbar sein. Sind sie das nicht am Ende (fast) alle? :)

15.04.2011 um 10:30 Uhr

eigene Materialsuche

Viele Kinder scheuen sich ja in die Nachhilfe zu kommen. Ich sehe das ganz anders. Nachhilfe heißt nicht, dass man "zu blöd" ist, im Gegenteil, es bedeutet, dass man intelligent genug ist zu erkennen, dass man es allein nicht schafft und Hilfe sucht. Leider wird das Hilfesuchen oft als Schwäche angesehen in der heutigen Gesellschaft, dabei ist es doch natürlich, dass man nicht in allen Dingen perfekt sein kann, auch "gut" muss man nicht in allen Dingen sein. Es ist nur wichtig dies zu erkennen und sich qualifizierte Hilfe zu suchen. Und bei Problemen in der Schule eignet sich unser Lernzentrum in Frankfurt/ Bockenheim. Es ist zentral und hat nach Absprache sogar bis 19.30Uhr geöffnet. Falls Interesse besteht, kann ich gern vermitteln.

Aber auch, wenn nicht gleich Nachhilfestunden angestrebt sind, kann man sein Kind oder die Schüler unterstützen. Oftmals hilft auch das richtige Lehrmaterial. Wenn das nötige Kleingeld fehlt (wie ich das aus Familien in Frankfurt nur zu häufig kenne), findet sich im Internet auch Second Hand Ware unter den Büchern und Lehrmitteln. Eine meiner Nachilfeschülerinnen, Claudia, hat mir berichtet, dass sie ein Mathe-Übungsbuch bei Ebay Kleinanzeigen sehr günstig kaufen konnte. Sie sollten allerdings auf das Jahr achten, indem das Buch gedruckt wurde. Es sollte nicht älter als 2-3 Jahre sein, außer es handelt sich um ein allgemein gültiges Werk wie eine Formelsammlung oder Physikbücher. Schauen Sie doch mal,vielleicht findet sich ein spannenderes Buch als das aktuelle Lehrbuch der Schule. Zugegeben sind die nicht immer gut aufgebaut und es lohnt sich ab und zu ein weiteres Buch anzuschaffen, welches das Wissen einfacher und klarer strukturiert vermittelt.