Nachhilfeunterricht in der Unterschicht
Die wirklich schlimmsten beziehungsweise härtesten Fälle, die ich momentan unterrichte, kommen mal wieder aus der sozialen Unterschicht, aus zwei türkischen Migrantenfamilien. Ich habe mit der Zeit ja nun schon so einige Mal darüber nachgedacht, ob ich Kinder mit Migrationshintergrund +überhaupt noch annehmen möchte. Nicht, dass ich in irgendeiner Weise fremdenfeindliche, rassistische oder gar nationalsozialistische Gedanken hegen würde, aber ich kann meine Erfahrung ja nun nicht total außer Acht lassen.
Es ist nicht nur so, dass den Kindern in diesen Familien oft elementare Kenntnisse im Lesen oder Schreiben fehlen, weil die Eltern oftmals keinen Wert darauf legen, dass sie mit den Kindern Deutsch sprechen beziehungsweise die Kinder sich untereinander auf Deutsch unterhalten. Diese elementaren Problemen sind natürlich eine enorme Hürde für jegliche Aufgaben, die diese Kenntnisse voraussetzen und erfordert von mir natürlich zunächst eine Menge an Vorarbeit, die nicht nur enorm viel Zeit, sondern auch wirklich eine Menge Nerven kostet. Dazu kommt nämlich oftmals dann noch die Tatsache, dass Kinder aus diesen Familien enorm respektlos sind, wenn ihr mich fragt. Das gilt dann in der Regel noch ganz besonders gegenüber Frauen, die ja in den morgenländischen Kulturkreisen sowieso nur eine sehr geringe Stellung inne haben und im Prinzip nur für niedere Aufgaben vorgesehen sind.
Das spiegelt sich irgendwie auch erstaunlich oft darin wider, dass die Eltern in diesen Familien oftmals von mir erwarten, dass ich in irgendeiner Form erzieherische Tätigkeiten übernehme beziehungsweise ihnen abnehme. Aber das weise ich dann immer ganz schnell unter dem Hinweis zurück, dass ich dafür schließlich ja nicht bezahlt werde. Soweit kommt es noch, dass ich mich mit den verzogenen Bälgern mehr herumschlage, als ich müsste, das sollen die mal schön alleine machen...
