Naturseele

20.02.2018 um 15:56 Uhr

Es gibt eine Sorte

Stimmung: kämpferisch
Musik: Deutschland, Deutschland über alles!



Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,

Die will zum Volk nicht gehören,

Sie sind auch nur der Tropfen Gift,

der uns um Blute soll gären.

 

Und weil der lebenskräftige Leib

Sie auszuscheiden trachtet,

So hassen sie nach Vermögen ihn

Und hätten ihn gern verachtet.


Und was für Zeichen am Himmel,

Licht oder Wetterwolke,

Sie gehen mit dem Pöbel zwar,

Doch nimmer mit dem Volke.

Theodor Storm

 

 

20.02.2018 um 10:24 Uhr

Das Reich muß uns doch bleiben

Stimmung: hervorragend
Musik: keine

 

Gedicht geschrieben anläßlich der französischen Ruhrbesetzung


Es geht eine Schlacht, eine stumme Schlacht

um Rhein und Ruhr, über Halde und Schacht.

Zähne gebissen, Fäuste geballt,

Trotz den Generalen, Trotz der Gewalt!

Über dem Lande Qualm, Ruß und Rauch,

und lautloser Schwur eines jeden Gesicht:

Brecht ihr den Frieden auch, uns brecht ihr nicht.

Wir kennen das Eisen, wir im eisernen Land,

und halten Stand.


Unser Mühen, unsrer Hochöfen Glühen,

unser Schweiß und unser Schaffen

gegen eure Waffen!

Pocht auf Tanks, Kanonen und Schwerter,

gehämmertes Eisen wird immer nur härter.

Mit Eisen wollt ihr uns niederringen?

Wir sind gewohnt, das Eisen zu zwingen.


Es geht eine Sage, ein uralter Traum

durch unseren Gau von Mund zu Mund

und tut alles kund

von einer Schlacht unter dem Birkenbaum.

Der Baum steht hier,

roter Erde entsprossen,

von Glanz und lichter Zukunft umflossen.

Ihn hüten wir!


Rennt an mit Schmeicheln oder Drohn.

Wir trotzen stumm,

wir lassen nicht davon!

Ihr könnt uns nicht vertreiben

von unsrer Wacht am Rhein,

und führt ihr Streich auf Streich:

Das Reich,

das Reich muß uns doch bleiben,

und frei muß Deutschland sein!


Karl Bröger

deutscher Arbeiterdichter  aus meiner Geburtsstadt Nürnberg

- vergessen von der SPD - wie auch ich vergessen wurde -

geachtet von den nationalen Deutschen der Gegenwart

mehr über ihn:

https://de.wikipedia.org/wiki/Karl_Br%C3%B6ger


20.02.2018 um 09:50 Uhr

Unter Feinden

Stimmung: normal
Musik: keine

 

Dort der Galgen, hier die Stricke

und des Henkers roter Bart,

Volk herum und gift´ge Blicke -

nichts ist neu dran meiner Art!


Kenne dies aus hundert Gängen

schrei´s euch lachend ins Gesicht:

"Unnütz, unnütz, mich zu hängen!

Sterben? Sterben kann ich nicht!"


Bettler ihr! Denn euch zum Neide

ward mir, was ihr - nie erwerbt;

zwar ich leide, zwar ich leide -,

aber ihr - ihr sterbt, ihr sterbt!


Auch nach hundert Todesgängen

bin ich Atem, Dunst und Licht -

"Unnütz, unnütz, mich zu hängen!

Sterben? Sterben kann ich nicht!"


Friedrich Nietzsche

14.02.2018 um 15:15 Uhr

Ernst Moritz Arndt: Vaterlandslied

Stimmung: normal
Musik: keine


Der Gott, der Eisen wachsen ließ,
Der wollte keine Knechte,
Drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
Dem Mann in seine Rechte,
Drum gab er ihm den kühnen Mut,
Den Zorn der freien Rede,
Dass er bestände bis aufs Blut,
Bis in den Tod die Fehde.

The god who made iron grow
Did not want slaves;
Therefore he gave saber, sword and spear
To man in his right hand;
Therefore he gave him bold courage,
The rage of free speech,
So that he would prevail to the last drop of blood,
Even unto death, in the struggle.

So wollen wir, was Gott gewollt,
Mit rechten Treuen halten,
Und nimmer um Tyrannensold
Die Menschenschädel spalten;
Doch wer für Tand und Schande ficht,
Den hauen wir in Scherben,
Der soll im deutschen Lande nicht
Mit deutschen Männern erben.

What God desires, we desire to maintain
With righteous loyalty,
And never to split men's skulls
For tyrant's wages;
But whoever fights for trumpery and shame,
Him we cut into bits.
He shall not inherit in the German land
With German men.

O Deutschland, heil'ges Vaterland!
O deutsche Lieb' und Treue!
Du hohes Land! Du schönes Land!
Wir schwören dir aufs Neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht,
Der speise Kräh'n und Raben!
So ziehn wir aus zur Hermannsschlacht
Und wollen Rache haben.

O Germany, holy fatherland!
O German love and truth!
You high land! You beautiful land!
We swear to thee anew:
To the rascal and slave, watch out!
Let him feed crows and ravens!
Thus we advance for
Hermann's battle,
And want to take revenge.

Lasst brausen, was nur brausen kann,
In hellen lichten Flammen!
Ihr Deutsche alle, Mann für Mann,
Zum heil'gen Krieg zusammen.
Und hebt die Herzen himmelan
Und himmelan die Hände
Und rufet alle, Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende.

Let roar whatever can roar,
In bright radiant flames!
You Germans, all, every man,
To the sacred war together!
And raise your hearts toward heaven,
And toward heaven your hands,
And call, all, every man:
Slavery has an end!

Lasst klingen, was nur klingen kann,
Die Trommeln und die Flöten!
Wir wollen heute, Mann für Mann,
Mit Blut das Eisen röten,
Mit Feindesblut, Franzosenblut,
O süßer Tag der Rache!
Das klinget allen Deutschen gut,
Das ist die große Sache.

Let resound whatever can resound,
The drums and flutes!
We want today, every man,
To redden iron with blood,
With enemy blood, French blood,
O sweet day of revenge!
That sounds good to all Germans,
That is the great cause.

Lasst wehen, was nur wehen kann,
Standarten weh'n und Fahnen!
Wir wollen heut uns, Mann für Mann,
Zum Heldentode mahnen.
Auf! Fliege, hohes Siegspanier,
Voran den kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
Den süßen Tod der Freien.

 Let flutter whatever can flutter,
Banners flutter and flags!
We want today, every man,
To urge ourselves to heroic death.
Up! fly high, victory banner,
Before the bold ranks!
We conquer or die here
The sweet death of free men.

Ernst Moritz Arndt

Background in english for my british readers:

Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Vaterlandslied_(Arndt)