Nexis' Web-Tagebuch

16.08.2008 um 23:09 Uhr

Die S-Bahn und meine Beobachtungen

von: Nexis   Kategorie: Privates Tagebuch   Stichwörter: Bahn, Bahn, Kunst

Wenn man wie ich es tue mit der S-Bahn täglich fährt läuft man Gefahr sich all zu sehr nur auf sich zu konzentrieren und das drum herum nur beim Ein/Aussteigen wahr zu nehmen. Wenn man die Augen jedoch öffnet entdeckt man oft mehr als nur das enge Sichtfeld des Alltags. Mit einem Mal fällt mir auf, dass der Fußboden nicht durchgehend ist, sondern Längsstreifen hat die kurze Abschnitte unterteilen, welche völlig wahllos gewählt schienen. Es scheint gerade so als sei man Teil eines neumodischen Kunstwerks. Ein wenig erinnert mich dies an einen Künstler, einen Maler, welcher eine Ausstellung mit 4 Bildern einer Außenansicht einer Regionalbahn gestaltet hat. Nur in Abschnitten versteht sich, so ergibt sich kein Gesamtbild, sondern die Phantasie formt dieses. Jeder kennt schließlich die Züge der Deutschen Bahn. Leider ist mir der Name dieses Künstlers entfallen und ich konnte die Bilder auch nicht im Internet finden.
Ich schweife jedoch nun ab und das soll ja nicht der Fall sein. Nicht nur der Boden mit den willkürlichen Rillen/Linien bedarf einmal der Aufmerksamkeit. Nein, das wohl wichtigste Gut ist der Fahrgast. Jenes scheue Wesen, dass sich täglich in diese Sardinenbüchse der Moderne in Rot zwängt und mit scheinbarer stoischer Gelassenheit seine Strecken fährt. Oft handelt es sich um Menschen die dies tun um ihr tägliches Brot damit zu verdienen, aber in den Ferien und an den Wochenenden kommen die Touristen und die Außenstädler hinzu. Diese Sorte von Fahrgast hat leider die Angewohnheit sich so gar nicht als „Gast“ aufzuführen. Der allgemeine Pendler nimmt Verspätungen als MVV gegeben hin und knurrt evtl. nur Mißmutig. Der Urlauber/Außenstädler hingegen wittert nun die Gefahr! Er meint Opfer einer Verschwörung zu sein, der nur er anheim fällt. Flüge würden verpasst, genauso Züge, da der Reiseplan eng und passend gewesen sei. Komisch nur das diese Fahrgäste die Variablen in ihrer Gleichung ausklammern oder Tilgen, so dass das Ergebnis ohne Umwege gelingt und gradlinig ist.
Nun während sich diese, zumeist deutschen Reisenden, ärgern kann man auch andere Nationalitäten beobachten. Dabei fällt mir auf das sich das Klischee von handybewaffneten türkischstämmigen Deutschen durchaus bestätigt und mir drängt sich die Frageauf ob wohl alle Dolce & Gabbana Linien und Louis Vitton Taschen in der Türkei verkauft werden und nur wir hier in Deutschland zu horrenden Preisen diese erlesene Kostbarkeit erwerben können. Nach den Personen, die nun wirklich vielfältig in der S-Bahn zu finden sind haben wir da noch das wohl spannendste, die Gespräche! Wahrlich exzellente Dialoge, für die Daily Soap Schreiber töten würden wollen! Dialoge wie der folgende Monolog am Handy ist vor allen an Wochenenden, in den Ferien und am Schulende zu hören.
Sie am Handy:
Hast du schon gehört XY war schwanger!...Ja klar ist krass....Sie hat echt es weg machen lassen, stell dir vor voll krass! ....Kann man gar nicht glauben, ging mir auch so..... Ich hätte das aber auch gemacht ey, die ist immerhin erst 14 und die Eltern haben es auch gesagt....Jo ich muss dann mal wieder, ach kommst du zur Party von XY?... Okay bis dann.

15.08.2008 um 18:32 Uhr

Eine rasante Karriere und Freizeit

von: Nexis   Kategorie: Privates Tagebuch   Stichwörter: Arbeit, Karriere, Freizeit

Stimmung: Ausgeglichen

Derzeit scheint sich einmal mehr abzuzeichnen, dass ich geboren bin um zu arbeiten und das mit Profession. So habe ich heute den gerontopsychiatrischen Wohnbereich im Hause als Leitung zu meiner anderen großen Station übernommen. Eine Aufgabe die ich wohl mehr oder minder mit Freude übernehme, da der kleine Bereich mit maximal 25 Bew. ein Kleinod, wenn nicht sogar ein ungeschliffener Diamant ist.

Es scheint also das ich  mich immer mehr in den Workaholic Kreis bewege. Ich bin derzeit mehr auf der Arbeit als hier in meiner WG. Aber wenn ich hier bin genieße ich es. Mit Sabrina und ihrem Freund Tom komme ich äußerst gut klar, die Gespräche sind anregend und vor allem Ablenkend zu dem ganzen Kram der sich auf der Arbeit zuträgt und ich möchte nur perifär zu Hause über die Arbeit nachdenken müssen. Mir macht zwar das ganze außerordentlich viel Spaß, aber ich möchte mich nicht auspowern, davon hat dann nämlich niemand was.

Am Dienstag so sieht es aus, werd eich mich mit einer Chatbekanntschaft noch einmal in die Ausstellung Female Trouble begeben und diesmal ein wenig auf Kunstkritiker machen. Ich meine wenn ich schon 9,50 € zum zweiten Mal ausgebe, so willich es wenigstens nutzen. Ich bin mal gespannt auf Sylvia, immerhin ist sie die erste die ich auf so schnelle und äußerst interessante Weise bei Knuddels kennengelernt habe. Vor allem im Kontext das wir uns nicht über fadenscheinige Dinge unterhalten haben sonder direkt über Kunst und Kultur in München, daß ist leider eine Seltenheitbzw. war bis jetzt noch nie der Fall in dem Chat.

Morgen also am Samstag habe ich das erste Treffen für die Gruppe "Lokalisten for Charity". Viele werden evtl. wissen das ich bei den Lokalisten ein L-Helfer bin, der dort Fragen und Probleme von Usern beantwortet und weiterhilft.  Ich bin nun einen Schritt weiter gegangen und habe die o.g. Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich morgen das erste Mal trifft und Aktionen planen wird. Ich und auch andere möchten die Lokalisten Community nicht als Nährboden für etwaige Pädophile oder rechtsradikale bzw. fanatische dastehen lassen und wollen daher den Charity Gedanken aktivieren. In der Community gibt es viele Menschen die sich angagieren wollen und ich werde euch gerne auf dem laufenden diesbezüglich halten.

Am Sonntag ist dann ebenfalls ein Treffen der Lokalisten, hier geht es jedoch um ein Lokalisten-Radio. Viele werden sich noch erinnern, dass ich früher moderiert habe und dies gut und gerne gemacht habe. Dieses Webradio jedoch soll 24h am Tag und durch Redaktion usw. abgedeckt werden. Von daher ist das ganze auf 2010 angelegt als grobe Richtschnur der Veröffentlichung. Ich bin also gespannt ob das auch so hinhauen wird.

Ich denke das reicht erstmal fürs erste, ist es doch ein ziemlich umfangreicher Text heute geworden, aber hey ist doch schön wenn ich wieder Dinge zu berichten hab die interessant genug sind das man sie erzählen kann *g*

 

13.08.2008 um 01:26 Uhr

Neuanfang - Und das mit Kunst

von: Nexis   Kategorie: Privates Tagebuch   Stichwörter: Female, Trouble, Kunst, München

Stimmung: Ausgeglichen und Glücklich
Musik: La Venexiana

So nach langer Überlegung hab ich mich dazu entschlossen endlich wieder das Schreiben anzufangen und hier bin ich also wieder.

Als erstes einmal möchte ich lobend erwähnen das ich nun nicht mehr im zwar schönem Garmisch-Partenkirchen wohne, sondern in das defizil provinziellere Kirchseeon gezogen bin. Hier ist es zwar nicht viel anders als in GAP, jedoch bin ich von hier aus in wenigen Minuten in der Münchner City und bei meinen Freunden.Ich habe in der Zwischenzeit eine stattliche Anzahl von Büchern gelesen und meine Freude darüber immer noch mehr lesen zu wollen ist einfach ungetrübt. Ich habe früher schon gerne gelesen, aber nun täglich an die 3 Std. zu lesen und das wirklich täglich hat was für sich.

Heute war ich zudem mit einer liebreizenden Frau in der Ausstellung "Female Trouble" in der Pinakothek der Modern, in der ich im übrigen das erste Mal war, und war hin und weg von so einigen Bildern.

Die Bilder der Comtesse de Castiglione z.B. waren trotz ihres Alters (enstanden im Ende des 19 Jhdt.) äußerst eindrücklich.

 

"Io + gatto", also "Ich + Katze", heißt das wohl bekannteste Werk der italienischen Fotografin Wanda Wulz. Bei diesem Foto aus dem Jahr 1932 legte die Künstlerin ihr Gesicht unter das Bild einer Katze und verschmolz die beiden Motive zu einem Bild. Mit dieser Montage spielt sie mit dem Klischee der Frau als Katze.

Wanda Wulz (1903-1984) lernte das Fotografie-Handwerk von ihrem Großvater. Der hatte schon 1866 ein Fotoatelier eröffnet und als Familienunternehmen geführt. Anfang der 1930er Jahre waren ihre Arbeiten in mehreren Kunst-Ausstellungen zu sehen, gegen Ende des Jahrzehnts wendete sie sich jedoch dem kommerziellen Porträt zu.

 

Wie gesagt haben es mir eher die alten Bilder angetan, auch wenn die neueren Bilder ebenso ansteckend waren und interessant zudem.
Ich freue mich darauf nun öfters auch über solche Themen berichten zu lönnen und nicht nur stupide vor mich hin zu sinieren, über Dinge die keinen so wirklich interessieren ;)