Sternentanz

28.06.2007 um 21:12 Uhr

Letzte Sitzung

von: Nimien   Kategorie: Pflicht und Berufung

Stimmung: Zufrieden
Musik: Barbra Streisand - Space Captain

 (c) pixelio

Heute hatte ich meine letzte Sitzung bei uns im Frauenprojekt. Zum Ende des Monats werde ich meine Praxistätigkeit dort aufgeben. Seit September arbeite ich hauptberuflich wieder in Vollzeit, und die nebenberufliche Tätigkeit ist mir am Ende einfach zu viel geworden - ganz abgesehen davon, dass es sich irgendwann einfach nicht mehr rechnet. Ich habe meine Entscheidung getroffen, und sie ist mir am Ende sehr leicht gefallen. Die dadurch gewonnene Zeit ist mir unendlich kostbar, dem Projekt werde ich durch unsere Vereinsarbeit weiter verbunden bleiben, und die Praxis selbst ist derzeit so sehr im Umbruch, dass ich mich dort kaum noch heimisch gefühlt habe. Damit endet ein sehr schönes Kapitel meiner Berufstätigkeit in Dankbarkeit und ohne Wehmut. Und das Beste daran ist, dass ich künftig nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Geld zur Verfügung haben werde. Das kann ich gerade ganz wunderbar brauchen. Ein langer Sommer mit meinem Liebsten steht vor der Tür!

28.06.2007 um 07:05 Uhr

Siebenschläfer

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Nachdenklich
Musik: Kate Bush - A Sky Of Honey

 (c) Nolanus/pixelio

"Wenn's am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet."

Gestern war der berühmt-berüchtigte Siebenschläfertag (wobei sich die Experten über das genaue Datum nicht ganz sicher sind). Diverse Bauernregeln besagen, dass das Wetter an diesem Tag sieben Wochen lang bestehen bleibt - und zu meinem Erstaunen habe ich gestern gelesen, dass diese Regel in rund 70% der Fälle tatsächlich zutrifft. Die Wetterlage während der letzten Juni- und ersten Julitage hat eine gewisse "Erhaltungsneigung". Na großartig! Bei uns war es gestern kühl, regnerisch und stürmisch. Jetzt können wir nur noch hoffen, dass wir uns in einem der drei von zehn Jahren befinden, in denen diese Regel sich nicht erfüllt. Auf einen nassen, kalten Sommer hätte ich wirklich keine Lust.

26.06.2007 um 21:14 Uhr

Das andere Geschlecht

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Zärtlich

 (c) pixelio

"Als Frau wird man nicht geboren. Zur Frau wird man gemacht."

Ich las Simone de Beauvoirs Klassiker "Das andere Geschlecht". Oder besser, ich las es bis zur Hälfte. Mehr ließ zum einen die Verlängerungsfrist der Stadtbibliothek nicht zu, und zum anderen fehlte mir die nötige Geduld. Denn die Autorin ist sehr verliebt in das eigene Wort. Gewiss, sie entwickelt die Rolle der Frau und das Bild ihrer Unterdrückung durch den Mann vor dem Hintergrund biologischer, historischer, mythischer und individueller Faktoren ungemein klug und detailgenau. Ich habe selten eine so umfassende philosophische Abhandlung zu diesem Thema gelesen. Doch gerade der Umfang der Arbeit öffnet der Wiederholung Tür und Tor. Seitenweise beleuchtet Beauvoir denselben Sachverhalt, bald aus dieser, bald aus jener Perspektive, aber doch ohne wesentlichen Erkenntnisgewinn. Auf mich wirkte das streckenweise sehr ermüdend. Hinzu kommt, dass das Buch ganz klar ein Kind seiner Zeit ist. Wenngleich die wichtigsten Gedanken zeitlos sind und ich mich in der Beschreibung einiger bedeutsamer weiblichern Prägungen auch heute noch wiedergefunden habe, so erscheinen mir andere Passagen doch erstaunlich altmodisch und angesichts des heutigen Erkenntnisstandes regelrecht überholt. Insbesondere kann ich mich Beauvoirs Klagen über die Einschränkungen und Härten der weiblichen Biologie (sie bezeichnet die Menstruation gerne als "Unwohlsein") keineswegs anschließen. Wenn man ihre Zeilen liest, könnte man zuweilen den Eindruck gewinnen, es sei ein wahrer Fluch, mit einem weiblichen Körper geschlagen zu sein. Das empfinde ich ganz und gar nicht so, und auch die Medizin weist den Frauen mittlerweile durchaus die robustere Konstitution zu. Dennoch gebe ich ihr Recht, dass die Tatsache, dass es nun einmal die Frauen sind, die schwanger werden und Kinder gebären, ein biologisch bedingtes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern erzeugt. Dass sie sich hingegen so viel Mühe macht, das psychoanalytische Konstrukt des "Penisneides" zu entkräften, erscheint angesichts dessen heutiger Bedeutungslosigkeit im wissenschaftlichen Diskurs geradzu unfreiwillig komisch. Ansonsten kommt der Humor bei Beauvoir leider viel zu kurz. Hin und wieder hatte ich das Gefühl, dass sie sich an der Schwere und Tiefgründigkeit ihrer philosophischen Betrachtungen fast verschluckt. Ein wenig Ironie und Leichtigkeit hätten dem Werk gut zu Gesicht gestanden. Aber vielleicht unterschätze ich als Tochter der postfeministischen Ära ja auch die Notwendigkeit einer gewichtigen, knochentrockenen Abhandlung über Sitte und Sexus der Frau für die Leserschaft der 50er Jahre. Unumstritten bleibt, dass die Autorin ein für ihre Zeit bahnbrechendes Werk vorgelegt hat, das unzählige Feministinnen inspirierte und ihnen wohlformulierte Argumente lieferte. Merci, Simone!

24.06.2007 um 13:04 Uhr

Klassische Musik hautnah

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Zärtlich
Musik: Karen Matheson - Rithill Aill

Gestern Abend war ich zu einem privaten Musikabend eingeladen, in dessen Rahmen junge Musikerinnen Cello-Sonaten von Schostakowitsch und Prokofiev interpretierten. Ich habe selten Gelegenheit, klassische Musik derart hautnah zu erleben und so lauschte ich den beiden Stücken mit großer Freude. Den spröden, kontrastreichen und brüchigen Tonkompositionen Schostakowitschs standen die geradezu romantischen Melodien Prokofievs gegenüber, die vor allem das Cello zum Strahlen brachten. Ich liebe den weichen, warmen, sinnlichen Klang des Cellos, vor allem wenn er sich mit den perlenden, kraftvollen Tönen eines Flügels mischt. Besonders interessant war, dass der private Rahmen uns die Möglichkeit bot, uns im Anschluss an den Musikgenuss noch über die Stücke und unsere damit verbundenen Empfindungen auszutauschen. Zwar war dies ein heikles Unterfangen, da bisweilen die emotionale Erfahrung gegenüber rationalen Analysen in den Hintergrund zu treten drohte, doch es war auch faszinierend zu sehen, wie unterschiedlich die beiden Stücke auf die Anwesenden wirkten und welche Bedeutung sie für die Künstlerinnen hatten. Alles in allem war es eine wunderschöne Art des Musikerlebens, die ich sehr genossen habe.

24.06.2007 um 12:43 Uhr

Die Trägheit des Sommers

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Wohlig und zufrieden
Musik: Secret Garden - Nocturne

 (c) pixelio

Verglichen mit dem Frühling oder Herbst ist der Sommer eine eher träge Jahreszeit. Die Vegetation wuchert vor sich hin, die Bäume ergehen sich einem gleichmäßigen, leicht ermatteten Grün und die Landschaft präsentiert sich ohne allzu große Kontraste. Gewiss, in Gewittern und Hagelstürmen zeigt auch der Sommer sein Temperament. Doch während die Natur im Frühling oder Herbst mich zutiefst anrührt und bewegt, ist sie mir im Sommer vor allem ein Bild satter, schläfriger Zufriedenheit. In den warmen Nächten allerdings, wenn die Stadt sich in den betörend süßen Duft der Lindenblüten hüllt, oder am frühen Morgen, wenn die Wärme des beginnenden Tages schon zu erahnen ist, entfaltet der Sommer seinen besonderen Zauber. Ich liebe die langen Tage und die hellen, weiten Nächte, die mich nur zart umhüllen, anstatt sich wie eine schwere Decke auf mein Gemüt zu legen.

21.06.2007 um 23:53 Uhr

Sonnwendrosen

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Zutiefst glücklich und voller Liebe
Musik: Dich berühren heißt erkennen...

 (c) Ernst Rose/pixelio

"Was bewirkt eine Rose? Eine Rose bewirkt, dass das Herz aufgeht." (Schwester Fidelis)

Unser Altar ergibt sich von selbst: Ein großer Strauß roter Rosen ziert die Mitte. Singend verbinden wir uns mit der Erde, rufen die Elemente in den Kreis, verwurzeln uns in der Mitte. Süßer Rauch steigt auf und hüllt uns zärtlich ein. Die Göttin erscheint heute in ihrer Gestalt als Große Liebende und Mutter allen Lebens. Wir feiern die Liebe in unserem Leben und widmen jeder einzelnen Liebesbeziehung eine Rose. Unsere Worte beschreiben unsere vielfältigen Liebesgefühle nicht nur, sie beschwören sie geradezu herauf. Welch ein Reichtum! Welch eine Fülle! Unser Dank kommt aus tiefstem Herzen. Und nun heißt es, diesen Segen in die Welt hinauszutragen. Was für eine wunderschöne Aufgabe!

Dich berühren heißt erkennen
Dich bei deinem Namen nennen
Rührt an Körper, Geist und Seele

20.06.2007 um 19:23 Uhr

Männer halten hormonelle Verhütung nicht aus

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Voller Tatendrang
Musik: Loreena McKennit - Seasons

 (c) Karina Sturm/pixelio

Noch vor ein paar Wochen frohlockte ich angesichts der Nachricht, dass es bald auch hormonelle Verhütungsmittel für unsere männlichen Mitmenschen auf dem Markt geben werde. Auch die Mehrzahl meiner Leserinnen und Leser begrüßte diese neue Verhütungsmethode. Heute nun las ich mit Bedauern, dass Schering die Verhütungsspritze für den Mann als gescheitert betrachtet. Der Grund dafür ist grotesk: Während das Mittel sich in einer europaweiten Studie an 350 Versuchspersonen als zuverlässig und gut verträglich erwiesen hatte, überraschten die Männer mit ihrer empfindsamen Psyche. Die Herren der Schöpfung klagten über starke Stimmungsschwankungen. Das Verrückte daran: Diese Nebenwirkung trat auch bei jenen Testpersonen auf, denen gar keine echten Hormone, sondern ein reines Placebopräparat verabreicht worden war. An den Wirkstoffen selbst kann es also nicht liegen. Vielmehr stellen die Stimmungsschwankungen offenbar eine irrationale Reaktion der Männer auf die vermeintliche Einnahme von Hormen dar. Genialer Trick! Und überaus wirksam: Schering wird alle Forschungen in diese Richtung fallen lassen und stattdessen auf die "zuverlässigeren und robusteren" Frauen setzen (Zitat: sueddeutsche.de).

16.06.2007 um 08:52 Uhr

Die Liebe und die Zeit heilen alle Wunden

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Wohlig-heitere Wochenendestimmung
Musik: Ich vermisse Pandora!


(c) Paul-Georg Meister/pixelio

Einst haben wir uns geliebt. Später versuchten wir, Freunde zu sein. Doch die Wurzeln der Verletzungen, die er mir zugefügt hatte, saßen tief. Sie nagten an mir und höhlten mich innerlich aus, vor allem in Augenblicken der Schwäche und des Zweifels. Schließlich, als er mich wieder einmal durch kaltschnäuzige Bemerkungen gekränkt hatte, brach ich den Kontakt ab. Ein Jahr lang Funkstille. Dann eine Karte zu meinem Geburtstag, als wäre nichts geschehen. Ich redete Tacheles. Er zeigte sich betroffen und bat um ein klärendes Gespräch. Mein Zorn verrauchte, doch die alte Nähe schien für immer dahin. Ich blieb vorsichtig und zurückhaltend. Wies ihn in seine Schranken, wenn er allzu vertraulich wurde. Irgendwann merkte ich, dass ich auf Komplikationen keine Lust mehr hatte. Die Vergangenheit war längst verblasst. Die Liebe des Mannes an meiner Seite hatte die Wunden alter Tage vollständig geheilt. Da war nichts mehr, was schmerzte. Also beschloss ich, das Geschehene hinter mir zu lassen und diese Beziehung als das zu nehmen, was sie war: Eine Freundschaft, die sicher nicht mehr allzu tief reichte, aber dennoch ihre Momente hatte. Mein letzter Brief an ihn war freundlich und versöhnlich. Und als wir uns gestern nach vielen Monaten wiedersahen, da verlief auch dieser Abend leichtfüßig und unbeschwert. Manche Knoten lösen sich irgendwann wie von selbst. Wie schön!

15.06.2007 um 22:37 Uhr

Ein Pirat namens Jack

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Verliebt
Musik: Max Steiner - Tara

Es war einmal, vor vielen, vielen Jahren, ein unbekannter Piratenfilm, in dem Johnny Depp die Hauptrolle spielte. Da ich ein Faible für Piraten habe und auch besagten Hauptdarsteller zu schätzen weiß, beschloss ich, mit meinen Schwestern ins Kino zu gehen. Doch auf das, was nun folgen sollte, war ich in keiner Weise vorbereitet: Das war kein netter Unterhaltungsfilm, sondern ein mehr als zweistündiger Angriff auf mein Zwerchfell. Ich habe mich fast weggeschmissen vor Lachen! Dieser Captain Jack Sparrow, von dem man nie so recht wusste, ob er nun betrunken, bekifft oder einfach schwul war, und der nichtsdestotrotz einen gewitzten Charme und einen hellen Kopf besaß, war einfach eine Wucht. Nicht umsonst gehört der Film zu den wenigen, die ich je auf DVD erwarb. Als ich hörte, dass der Film fortgesetzt werden sollte, stand ich dieser Nachricht jedoch mit zwiespältigen Gefühlen gegenüber: Einerseits freute ich mich, Captain Jack Sparrow wieder auf der Leinwand zu sehen, andererseits war mir klar, dass wir diese Fortsetzung einzig und allein dem Klingeln der Kassen zu verdanken hatten. Tatsächlich wurde der zweite Teil für mich eine herbe Enttäuschung. Ich fand ihn unübersichtlich, eklig und belanglos - und in all dem Kuddelmuddel ging der Captain völlig unter.

Am Mittwoch nun war ich im Kino, um aller Skepsis zum Trotz den dritten Teil anzuschauen. Der war zwar deutlich besser als der zweite, aber von einer Glanzleistung immer noch meilenweit entfernt. Die Handlung war nach wie vor ziemlich verschwurbelt; dafür gab es tolle Musik und beeindruckende Bilder. Immerhin war Captain Jack Sparrow wieder halbwegs in Form, das versöhnte mich einigermaßen mit den Entgleisungen des zweiten Teils. Erwähnenswert erscheint mir "At World's End" trotzdem nur, weil er eine verdammt harte Fernbeziehung zu bieten hat: Sich alle zehn Jahre für nur einen Tag zu sehen, ist wahrlich ein böses Schicksal für zwei Liebende. Verglichen damit leben mein Herzensliebster und ich geradezu im Paradies. (Und ich lasse jetzt einfach mal unerwähnt, dass man den bösen Fluch mit Hilfe einiger mit Meerwasser gefüllten Badewannen ganz leicht hätte umgehen können.)

13.06.2007 um 18:06 Uhr

Her name is Barbra

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Schwärmerisch
Musik: Barbra Streisand - A Piece Of Sky

Gestern Nacht bin ich komplett auf You Tube versumpft. Versunken klickte ich mich von einem Clip zum nächsten und lauschte den Darbietungen einer der größten Sängerinnen unserer Zeit. Ich liebe Barbra Streisands Stimme, ihre Bühnenpräsenz und ihre unverwechselbare Art, Songs zu interpretieren. Vor allem ihre frühen Werke aus den 60er- und 70er-Jahren schätze ich sehr, aber auch einige ihrer späteren Aufnahmen gehören zu meinen Favoriten. In den letzten Jahren frönt sie für meinen Geschmack ein wenig zu sehr dem Kitsch, doch nach wie vor vermag sie mit grandiosen Melodieführungen und kraftvollen Rhythmen zu überraschen. Ihr Film "Yentl" gehört noch immer zu meinen Lieblingsfilmen, und über ihr komödiantisches Talent in "Is' was, Doc?" kann ich herzlich lachen. Darüber hinaus habe ich mir gestern einige Interviews mit ihr angehört und war höchst angetan von ihren Ansichten zu verschiedenen Themen. Insbesondere ihr politisches und feministisches Engagement gefällt mir sehr, aber auch ihre Art, persönliche Empfindungen preiszugeben. Auf die Frage, ob sie sich denn vorstellen könne, noch einmal zu heiraten (gestellt in einem Interview von 1993), antwortete sie zunächst, ob wir uns denn nicht alle wünschen würden, mit anderen Menschen verbunden zu sein. Als die Journalistin nachhakte "That means: yes, maybe?", erwiderte sie entschieden: "No, it means: of course." In diesem Moment wurde ihre Sehnsucht nach einer beglückenden Liebesbeziehung mehr als deutlich. (Und ich freue mich sehr für sie, dass sich diese mittlerweile erfüllt hat!) Abgesehen davon halte ich Barbra Streisand für eine sehr attraktive Frau - wenn man einmal von der katastrophalen Dauerwelle absieht, die sie in den Tagen von "Evergreen" trug. Aber hey, es waren die 80er! Warum soll nicht auch eine Diva darauf ausrutschen?

12.06.2007 um 23:02 Uhr

Only Love

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Sehnsüchtig und voller Liebe
Musik: Barbra Streisand - The Way We Were

 (c) Piak33/pixelio

Ich liebe ihn so sehr. Er ist weit weg, und es wird Wochen dauern, bis wir uns wiedersehen. Manchmal, inmitten von Konflikten und Schwierigkeiten, wenn wir uns gerade eine Weile angeschwiegen haben und ich ratlos bin, wie es nun weitergehen soll, verschlägt es mir plötzlich den Atem, und mein Herz wird so weich und warm vor Zärtlichkeit, das es beinahe weh tut. Es ist nicht immer einfach mit uns beiden, und es gibt noch so manchen Punkt, an dem unsere Beziehung sich bewähren muss. Aber ich liebe diesen Mann. Ich liebe ihn von ganzem Herzen.

10.06.2007 um 21:28 Uhr

Fühlen und Handeln

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Sehr, sehr dankbar
Musik: Edith Piaf - La vie en rose


(c) Dieter Poschmann/pixelio

Ich nehme meine Eifersucht zwar sehr genau und differenziert wahr, doch erlaube ich ihr nicht, mein Handeln zu bestimmen. Zum Glück! Denn dadurch wurden mir gestern und heute einige wunderschöne Stunden voller Liebe geschenkt. Ich spürte ganz genau, dass auch ich geliebt werde und jeder Vergleich im Angesicht dieser Liebe hinfällig wird. Was kümmert es mich, ob einer anderen Person, gemessen an der Häufigkeit und Intensität der Liebesbekundungen, womöglich eine größere Zuneigung zufließt als mir, wenn ich in den entscheidenden Momenten einfach nur glücklich bin? Schließlich duften die Rosen in meinem Garten nicht weniger, nur weil sie beim Nachbarn üppiger und prachtvoller blühen.

08.06.2007 um 23:26 Uhr

Eifersucht

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Niedergeschlagen
Musik: Bob Dylan - It's All Over Now, Baby Blue

Nur um etwaigen Missverständnissen von vornherein vorzubeugen: Ich spreche in dem nachfolgenden Beitrag nicht von meiner Partnerschaft.

Die Eifersucht gehört im Reigen meiner Gefühle nicht gerade zum engsten Kreis. Ich neige nicht zu eifersüchtigen Reaktionen und hatte in meinem Leben bislang nur selten Anlass dazu. In den wenigen Fällen, in denen ich einen Anflug von Eifersucht verspürte, war diese lediglich der sichere Vorbote eines bevorstehenden Abschieds. Insofern basierte sie auf einem untrüglichen Gespür für subtile Signale, die ich zu jenem Zeitpunkt nur noch nicht deuten und einordnen konnte, und war Ausdruck einer realen und berechtigten Wahrnehmung. Umso schwieriger ist es für mich, mich nun in einer Situation mit diesem Gefühl konfrontiert zu sehen, in der ich es als absolut unangemessen und unangebracht empfinde. Sie gilt nicht nur jemandem, dem ich einzig und allein mit bedingungsloser Liebe begegnen möchte, sondern bringt mich auch noch in Konkurrenz zu einer Person, die meinem Herzen sehr nahe ist. Ich fühle mich albern und kindisch dabei, und doch kann ich es nicht ändern: Wenn ich sehe, wie viel spontane, überschäumende Zuneigung ihr entgegenflutet, während ich daneben verblasse und verstumme, dann macht mich das traurig - und der subtile Triumph in ihrer Stimme (von dem ich mir nicht einmal sicher bin, ob ich ihn mir nicht nur einbilde) weckt meinen Zorn.

Dabei gibt es kaum eine Situation, in der Eifersucht absurder wäre. Ich sehe ganz nüchtern die Gründe für die unterschiedliche Aufmerksamkeit, die mir und ihr zuteil wird. Es ist eine Frage von Zeit und Energie, von Intensität und Präsenz, aber auch von Witz und Ideenreichtum. In all diesen Punkten ist sie mir weit voraus, und ich werde sie niemals einholen. Es ist auch eine Folge von Entscheidungen, die auf meiner Seite häufig anders ausgefallen sind als auf der ihren. Und nicht zuletzt ist Liebe ein Geschenk, das nicht errungen oder erkämpft werden kann. All das weiß ich und es hilft mir, meiner Eifersucht Einhalt zu gebieten. Und trotzdem fühle ich mich gerade auf schmerzliche Weise einsam, ausgeschlossen und zurückgewiesen.

08.06.2007 um 07:29 Uhr

Was für ein Erfolg!

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Kopfschüttelnd

 (c) Maren Beßler/pixelio

Frau Merkel hat es dank ihres gemeinsamen Mittagessen mit Herrn Bush, bei dem sie "bis an die Grenzen des Zumutbaren" gegangen war, doch glatt geschafft, diesen dazu zu bewegen, eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes seines Landes bis 2050 "ernsthaft in Betracht" zu ziehen. Wenn das mal kein revolutionärer politischer Durchbruch ist! Dafür hat es sich doch wirklich gelohnt, einen Millionen teuren Schutzzaun zu errichten und ganze Bataillone von Polizisten an die Ostsee abzubeordern. Weiter so, meine Damen und Herren!

07.06.2007 um 17:00 Uhr

Vertrauen

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Leise seufzend
Musik: Cesaria Evora - Mar azul

 (c) Wotan's Mama/pixelio

Ich fürchte, die Zeit bis zu unserem nächsten Wiedersehen wird auch diesmal schwer. Die letzten Wochen der Trennung vor dem gemeinsamen Sommer sind kritisch: Die Verpflichtungen, denen mein Liebster sich gegenüber sieht, und die Art, wie er damit umgeht, machen ihn einsiedlersch und wortkarg. Das ist in einer Phase, in der wir wochenlang ausschließlich aufs Telefon angewiesen sind, alles andere als leicht. Hinzu kommt, dass seine Handlungen und Entscheidungen eine wichtige Bedeutung für unsere gemeinsame Zukunft haben, denn sie bestimmen über den Zeitpunkt, an dem unsere Fernbeziehung sich in eine Nahbeziehung verwandeln kann. Ich selbst habe keinerlei Einfluss darauf. Nur er allein kann durch die Bewältigung seiner gegenwärtigen Pflichten die Voraussetzungen dafür schaffen. Mir bleibt nichts zu tun, als geduldig zu warten und darauf zu vertrauen, dass er entschlossen sein Ziel verfolgt. Angesichts der Tatsache, dass ich es gewohnt bin, die Angelegenheiten meines Lebens selbst zu regeln und den Lauf der Dinge nach meinen Wünschen zu beeinflussen, ist dies für mich eine große Herausforderung.

05.06.2007 um 22:45 Uhr

Adieu, kleine Katze!

von: Nimien   Kategorie: Herzensbegegnungen

Stimmung: Leise und verhalten
Musik: Robbie Williams - Eternity

 (c) Marion Löffler/pixelio

Gestern ist eine der beiden Katzen meiner Eltern gestorben. Sie erlag einer schweren Infektion, die sie sich durch einen Rattenbiss zugezogen hatte, und musste am Ende eingeschläfert werden. Während der letzten drei Tage ihres Lebens hatte sie große Schmerzen, und so war der Tod vermutlich eine Erlösung für sie. Dennoch kam das Ende sehr plötzlich, nachdem zunächst Hoffnung auf eine Genesung bestanden hatte. Vor allem meine Mutter und meine kleine Schwester trauern um das Kätzchen. Sie haben es von Geburt an begleitet und in seinen fast 13 Lebensjahren ist es ihnen doch sehr ans Herz gewachsen. Die kleine Katze war immer ein Struwwelpeter. Sie war lange nicht so schön wie ihre Schwester, hatte ein eingerissenes Ohr, war etwas tolpatschig, über Jahre viel zu dick (ehe sie in den letzten Monaten ihres Lebens plötzlich abmagerte), roch eher unangenehm und konnte nicht einmal richtig miauen. Aber sie war zutraulich und ungemein verschmust. Im Gegensatz zu ihrer eleganten Schwester suchte sie die körperliche Nähe der Menschen und war gerade aufgrund ihrer kleinen und großen Unzulänglichkeiten überaus liebenswert. Mir selbst stand sie nicht mehr so nahe, da ich bereits ausgezogen war, als sie geboren wurde. Dennoch berührt es mich sehr, die Trauer meiner Lieben mitzuerleben. Meine Schwester hatte heute Morgen ganz verquollene Augen und konnte das Haus nur mit einer großen Sonnenbrille verlassen - und ich vermute, meine Mutter sah kaum besser aus. Die Trauer im Augenblick des Verlusts ist mir nur zu vertraut, auch wenn meine Tränen eher verlorenen Liebesbeziehungen galten. Das Binden und Lösen ist ein wesentlicher Bestandteil der Magie meines Lebens, und vielleicht gehen mir die Tränen des Abschieds gerade deshalb so nahe. Schlafe sanft, kleine Mietz!

02.06.2007 um 17:48 Uhr

Spazierengehen statt Radfahren

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Heiter
Musik: W. A. Mozart - Klavierkonzert Nr. 10

 (c) pixelio

Es gab eine Zeit, da war ich bevorzugt mit dem Fahrrad unterwegs. Es ist ja auch praktisch, sich mal eben auf den Drahtesel zu schwingen und in wenigen Minuten von hier nach dort zu sausen. Doch in letzter Zeit bin ich zur überzeugen Fußgängerin geworden. Das hat mehrere Gründe:

  • Irgendetwas ist an meinem Fahrrad immer kaputt. (Im Augenblick schleifen mal wieder die Bremsen, obwohl ein Freund sie erst kürzlich repariert hat.) Da ich keine große Lust habe, meine Zeit mit der Wartung und Reparatur zu verbringen, ist das ausgesprochen lästig.
  • Wenn ich zu Fuß gehe, kann ich einfach loslaufen und muss nicht erst das Fahrrad aus dem Keller holen, es aufschließen oder die Reifen aufpumpen. Und ich muss mir am Zielort keine Gedanken machen, wo ich das Fahrrad am besten anschließen kann, damit es nicht gestohlen wird.
  • Ich bin wesentlich unabhängiger in der Wahl meines Weges, kann einfach mal über die Wiese laufen oder zwischen den Bäumen durchschlüpfen und bin nicht auf gut befestigten Untergrund angewiesen.
  • Es ist die natürlichste Art, sich fortzubewegen, und es ist ein schönes Gefühl, beim Gehen den Kontakt der Füße zum Boden zu spüren.
  • Als Fußgängerin kann ich wesentlich leichter meinen Gedanken nachhängen, mich davonträumen oder mich in einen meditativen Zustand begeben. Ich muss längst nicht so konzentriert auf den Verkehr achten wie mit dem Fahrrad.
  • Gleichzeitig nehme ich die Details am Wegrand viel bewusster wahr. Ich kann jederzeit stehenbleiben, mich umschauen, Dinge berühren und Tuchfühlung mit ihnen aufnehmen.
  • Ich bekomme ein besseres Gespür für reale Entfernungen und das, was mein Körper leistet, wenn er große Strecken zurücklegt.
  • Mein Liebster ist ein überzeugter und eingefleischter Fußgänger. Das färbt ab.Wenn er da ist, legen wir größere Strecken mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurück und gehen ansonsten immer zu Fuß - manchmal stundenlang.
Natürlich ist es beim Transport von Lasten angenehmer, ein Fahrrad zur Verfügung zu haben. Aber wenn dieses durch einen technischen Defekt mal wieder mehr Ärger als Freude macht, finden sich ebensogut andere Mittel und Wege, Dinge von hier nach dort zu schaffen - zum Beispiel mein gutes, altes "Oma-Wagerle", das zwar bei einer Frau meines Alters lustig aussieht, sich aber schon des Öfteren als ungemein praktisch erwiesen hat.

01.06.2007 um 18:31 Uhr

Sehnsuchtstage

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Sehnsüchtig und ein wenig traurig
Musik: Celine Dion - Je ne vous oublie pas

 (c) Daniel Hannes/pixelio

Was ist das nur? Auf einmal bricht in mir die Sehnsucht hervor, so stark wie schon lange nicht mehr. Und das, obwohl ich in dieser Woche lieben Besuch habe und gar nicht allein bin. Aber vielleicht ist es gerade das: Die Anwesenheit jenes Freundes erinnert mich allzu sehr daran, wie es sich anfühlt, wenn mein Liebster bei mir ist. Unruhig und ungeduldig fiebere ich unserem gemeinsamen Sommer entgegen - jenen wundervollen Monaten, die wir Seite an Seite verbringen dürfen. Doch es sind noch viele Wochen bis dahin. Die längste Durststrecke des Jahres liegt vor uns, und es fällt mir gerade furchtbar schwer, ihr entgegenzusehen. Ich weiß selbst nicht, woher diese Sehnsucht plötzlich kommt. Ich weiß nur, dass ich ihn schrecklich vermisse.