Sternentanz

24.07.2007 um 21:15 Uhr

Harmonie

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Glücklich
Musik: Clannad - Sinil A Run


(c) Bredehorn.J/pixelio

Sommerliche Zweisamkeit. Sein Poloshirt hängt über der Lehne des Sessels, das gebrauchte Geschirr sorgfältig drapiert neben der Fernbedienung, seine Socken und Schuhe malerisch verteilt auf dem Teppich. Der Fernseher steht mitten im Wohnzimmer, und aus den iPod-Boxen klingt Trip-Hop-Musik. Im Tiefkühlfach stapeln sich die Fertiggerichte, der Kühlschrank platzt aus allen Nähten. Überall Plastikflaschen mit exotischen Getränken. Im Altpapier leere Pizzakartons.

Dazwischen: Seine Augen, liebevoll und zärtlich. Sein schelmischer Humor. Die Selbstverständlichkeit, mit der er sich an der Hausarbeit beteiligt. Aufmerksamkeiten der besonderen Art ("Ich habe extra deinetwegen den Bio-Lachs genommen!"). Die Wärme seines Körpers. Seine Freude an den kleinen Dingen des Lebens. Wie überraschend gut ihm Lila steht! Augenzwinkernde Demonstrationen von Männlichkeit. Die tiefe Zuneigung, die mich tagtäglich umfängt. Tage und Nächte voller Liebe. Der Duft seiner Haut. Sein unerschütterlicher Wille zur Versöhnung. Hände, die kaum von mir lassen wollen. Bezaubernde Komplimente. Ein Gefühl von Zuhause.

Sagte ich schon, dass ich glücklich bin?

12.07.2007 um 22:42 Uhr

Morgen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Leise schimmernde Vorfreude
Musik: Loreena McKennit - Annachie Gordon


(c) Axel Müller/pixelio

Da mein Liebster und ich morgen unseren gemeinsamen Sommer eröffnen, möchte ich mich an dieser Stelle vorerst von euch verabschieden. Ich werde in den kommenden Wochen sicher ganz und gar in die irdische, greifbare Welt eintauchen, werde im Zauber der Zweisamkeit versinken und nur wenig Zeit für Blogeinträge, Kommentare und virtuelle Diskussionen haben. Euch allen, die ihr hier mitlest und mein Blog durch eure vielschichtigen Erfahrungen und Gedanken bereichert, wünsche ich eine schöne Zeit - bis zum nächsten Wiederlesen!

09.07.2007 um 23:49 Uhr

Ich bin Feministin. Aber was für eine?

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Ratet mal!
Musik: Sting - Moon Over Bourbon Street

Das hochinteressante Dossier über Biologismus in der aktuellen "Emma", ein Beitrag von Ingrid Jahn auf "tage und nächte" und einige anregende Gespräche mit Frauen aus meinem persönlichen Umfeld haben mich veranlasst, meine Position innerhalb der Frauenbewegung noch einmal zu präzisieren und meine Haltung zu begründen. Um meine Gedanken auch für Menschen verständlich zu machen, die sich noch nicht eingehender mit den unterschiedlichen Strömungen des Feminismus befasst haben, möchte ich meinen Ausführungen ein paar allgemeine Definitione voranschicken. (Und da ich zu faul war, mir eigene Formulierungen aus den Fingern zu saugen, habe ich im Folgenden hemmungslos bei Wikipedia geklaut.)

Innerhalb des Feminismus unterscheidet man im Wesentlichen zwei Strömungen: den Universalismus und den Differenzfeminismus. Die Universalistinnen gehen davon aus, dass es im Grunde keine relevanten Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, also kein "typisch männlich" und "typisch weiblich", sondern nur durch geschlechtsspezifische Sozialisation und Aufgabenteilung, sowie gesellschaftliche Machtstrukturen begründete Verhaltensunterschiede. Ziel der Universalistinnen ist die Aufhebung sämtlicher geschlechtsspezifischer gesellschaftlicher Unterschiede, um es den Menschen zu ermöglichen, nach ihren individuellen Fähigkeiten und Vorlieben zu leben, statt nach gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrollen. Prominente Vertreterinnen dieser Strömung des Feminismus sind Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer.

Demgegenüber gehen die Differentialistinnen von einer grundsätzlichen Verschiedenheit der Geschlechter aus. Sie setzen einen zeitlosen naturgegebenen Unterschied zwischen Männern und Frauen voraus, der unser Leben von Anfang an bestimmt. Demnach besitzen alle Frauen naturgegebene Wesenszüge, die sie unabhängig von Kultur und Geschichte gemeinsam haben. Im Gegensatz zur patriarchalen Ideologie, die im Grunde auf genau derselben Annahme beruht, die weibliche Andersartigkeit jedoch herabwürdigt, betonen die Differentialistinnen die Überlegenheit weiblicher Eigenarten gegenüber den männlichen. Sie betrachten die weiblichen Eigenschaften als etwas Besonderes, das gefeiert werden sollte. Der Differenzfeminismus geht häufig mit esoterischen oder magischen Anschauungen einher. Eine bekannte Vertreterin dieser Richtung ist Luisa Francia.

Als ich selbst im zarten Jugendalter anfing, mich mit Frauenfragen zu beschäftigen, war ich eindeutig eine Vertreterin des Differenzfeminismus. Jahrelange esoterische Praxis, die Lektüre der "Nebel von Avalon", das Studium des Jungianischen Animus-Anima-Konzepts, vermischt mit den Einflüssen fernöstlicher Lehren, ließen es mir selbstverständlich erscheinen, dass Männer und Frauen grundsätzlich verschieden waren und es Ziel einer jeden Frauenbewegung sein musste, die angemessene Aufwertung und Würdigung weiblicher Qualitäten und Fähigkeiten in einer männlich dominierten Welt zu erreichen. Als ich einige Jahre später auf die Bücher von Luisa Francia stieß, erlebte ich ihre Frauenkraft und ihre gezielten Seitenhiebe auf die Männer als ungemein wohltuend, auch und gerade angesichts meiner damaligen Liebeskümmernisse. Ohne Frage hat Luisa mein weibliches Selbstbewusstsein ungemein gestärkt. Doch schon damals nistete sich ein leiser Zweifel bei mir ein, ob es wirklich so eine gute Lösung war, die Kluft zwischen Männern und Frauen noch zu verstärken, anstatt sie zu überbrücken.

Hinzu kam, dass ich in dieser Zeit Psychologie studierte und schon vor 15 Jahren die Evidenz verhaltenswissenschaftlicher Forschung in eine eindeutige Richtung wies: Gravierende und grundlegende Unterschiede zwischen Männern und Frauen ließen sich fernab simpler biologischer Tatsachen einfach nicht festellen. Zwar gab es hie und da signifikante Mittelwertsunterschiede, diese wurden jedoch immer kontrastiert von einer beeindruckend großen Bandbreite der Fähigkeiten und Merkmale innerhalb der Geschlechter. Selbst wenn sich "im Schnitt" Unterschiede zwischen den Geschlechtern nachweisen ließen, so gab es doch immer noch eine erstaunlich große Überschneidung zwischen den beiden Gruppen. Lediglich die Spitzenwerte an beiden Enden waren dann eindeutig männlich oder weiblich dominiert.

Ich möchte das einmal an einem kleinen Beispiel veranschaulichen (und wähle jetzt bewusst eines der wenigen, bei denen sich tatsächlich ein durchgehender Geschlechtsunterschied nachweisen ließ): Erfasst man die Neigung einer Person, in Konfliktsituationen mit körperlicher Aggression zu reagieren, so erweisen sich die Männer im Schnitt als aggressiver als die Frauen. Die höchsten Werte finden sich fast immer bei Männern, die niedrigsten bei Frauen. Auch der Durchschnittswert der Männer liegt höher als jener der Frauen, und zwar in einer Größenordnung, die es unwahrscheinlich macht, dass dieser Unterschied rein zufällig durch eine ungünstige Wahl der Stichprobe zustandegekommen ist. Dennoch gibt es selbst bei diesen Untersuchungen immer eine große Überschneidung zwischen Männern und Frauen, d.h. viele Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Neigung zu körperlicher Aggression überhaupt nicht, während sowohl die Frauen, als auch die Männer innerhalb ihrer eigenen Bezugsgruppe in hohem Maße verschieden sind. Es gibt also sowohl Männer, die stark zu körperlicher Aggression neigen, und solche, die kaum oder gar nicht dafür anfällig sind, als auch Frauen, für die genau dasselbe gilt. Was sich angesichts solcher Studien überhaupt nicht aufrechterhalten lässt, ist die Annahme, dass Frauen etwa eine naturgegebene Friedfertigkeit innewohnt, während Männer von Natur aus kämpferisch veranlagt sind.

Ebenfalls interessant fand ich die Tatsache, dass unter gesellschaftlichen oder auch nur experimentellen Rahmenbedingungen, welche die Unterschiedlichkeit von Männern und Frauen betonen, meist größere Mittelwertsunterschiede gefunden wurden, als an Schauplätzen, in denen die grundsätzliche Gleichheit der Geschlechter bekräftigt wurde. So schnitten Frauen, denen man zu Beginn einer Reihe von Rechenaufgaben erklärt hatte, dass sie von Natur aus weniger begabt für Mathematik seien als Männer, bei diesen Aufgaben deutlich schlechter ab als jene, denen man erzählte, dass beide Geschlechter gleich gut rechnen könnten. Und derlei Untersuchungsbefunde gab es viele. Ich musste zugeben: Die Universalistinnen hatten eindeutig die besseren Argumente - zumal mir noch keine Differentialistin (und auch kein Mann, der diese These vertrat) wirklich zufrieden stellend hatte erklären können, worin der grundsätzliche, wesenhafte Unterschied zwischen Männern und Frauen denn nun eigentlich bestand. Dennoch pendelte ich, fasziniert von der Idee einer "urweiblichen Kraft", noch eine ganze Weile zwischen den beiden Strömungen hin und her.

Den entscheidenden Impuls, mich endgültig vom Differentialismus zu verabschieden, erhielt ich schließlich bei der Begegnung mit einer Gruppierung, die in hohem Maße differenzfeministische Positionen vertrat und diesen auch in einer matriarchal inspirierten Spiritualität Ausdruck verlieh. Anfangs war ich begeistert von der Idee, bei der Feier der Jahreskreisfeste immer tiefer in das Geheimnis von Männlichkeit und Weiblichkeit einzutauchen. Doch je länger ich dabei war und je mehr Rituale ich miterlebt hatte, umso mehr hinterließen diese bei mir einen schalen Nachgeschmack. Es widerstrebte mir, bei den rituellen Inszenierungen auf die weibliche Rolle festgelegt zu sein - und dabei war es mir völlig egal, dass die Frauen dabei die Göttin repräsentierten, während die Männer als deren gehörnter Gefährte "nur" die Menschenwelt vertraten. Ich fühlte mich eingeengt und bevormundet von einer festgelegten Vorstellung weiblicher und männlicher Aufgaben innerhalb des spirituellen Geschehens, stieß mich an den männerfeindlichen Witzen, die gerne bei unseren Zusammenkünften erzählt wurden, und konnte mit neunmalklugen Allgemeinplätzen wie "Wir Männer sind auf Frauen verwiesen" immer weniger anfangen. Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass ich im Grunde meines Herzens längst zu den Universalistinnen übergelaufen war.

Doch um jetzt nicht von der Schublade erschlagen zu werden, in die ich mich selbst einsortiert habe, möchte ich an dieser Stelle noch einmal explizit erklären, was für mich bedeutet, Universalistin zu sein. Als solche leugne ich nämlich keineswegs bestehende Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Einer der schwerwiegendsten ist ohne jeden Zweifel die Tatsache, dass Frauen im Allgemeinen über die Fähigkeit verfügen, in ihrem Körper neues Leben heranwachsen zu lassen, Kinder zu gebären und sie während der ersten Lebensjahre aus sich selbst heraus zu nähren. Diesen Umstand zu ignorieren, hieße blind und taub zu sein für die Realität. Ebenso wenig verschließe ich mich der Tatsache, dass aus diesem Sachverhalt unterschiedliche Rahmenbedingungen für Männer und Frauen entstehen. (Ob man diese positiv oder negativ bewertet, steht auf einem anderen Blatt.) Wenig überzeugend erscheint mir allerdings die Annahme, aus diesem biologischen Unterschied erwüchse Frauen und Männern ein grundlegend verschiedenartiges Wesen. Diese These ist beim derzeitigen Stand der Forschung schlicht nicht haltbar. Selbst wenn man anerkennt, dass manche Eigenarten bei Männern und Frauen unterschiedlich akzentuiert sind, so gibt es doch niemals eine eindeutige Trennlinie zwischen den Geschlechtern, und zahlreiche Hinweise deuten darauf hin, dass die noch bestehenden Unterschiede in hohem Maße auf familiären oder gesellschaftlichen Prägungen beruhen.

Die Theorie der Universalistinnen ist mir aber noch aus einem anderen, sehr subjektiven und emotionalen Grund sympathisch: Ich bin eine Anhängerin der wunderbaren Vielfalt, und mir gefällt der Gedanke, dass sowohl Männer, als auch Frauen gleichermaßen aus dieser Vielfalt schöpfen können - und zwar in ihrer gesamten Mannigfaltigkeit und Fülle. Da, wo die Biologie unserer Körper eventuellen Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten Vorschub leistet, begrüße ich alle Versuche, diesen entgegenzuwirken und sie durch ein erweitertes Spektrum an Handlungsalternativen wettzumachen, anstatt sie durch Rollenzuschreibungen zu zementieren. Ich wünsche mir, dass Männern und Frauen die Welt gleichermaßen offen steht und beide jederzeit aus dem gesamten Reichtum der Möglichkeiten wählen können. Der Differenzialismus erscheint mir schlicht nicht als der geeignete Weg, dieses Ziel zu erreichen, da er die Distanz zwischen den Geschlechtern eher vergrößert. Ich aber wünsche mir eine Annäherung, ein Miteinander, eine Welt, in der wir alle in erster Linie Menschen sind, und unsere Hautfarbe, unsere Nation, unsere Religion, unsere Bildung und unser Geschlecht nur Facetten in einem einzigartigen Mosaik sind. Denn erst dann, wenn sowohl Männer als auch Frauen aus dem gesamten Spektrum ihrer seelischen Anlagen schöpfen können, ohne Häme, Spott, Unterdrückung und Ausgrenzung befürchten zu müssen, sind wir wirklich frei, einander von Angesicht zu Angesicht als Menschen zu begegnen.

06.07.2007 um 07:42 Uhr

Sieben

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Glücklich

 (c) pixelio

Nur noch sieben Tage! Schon in einer Woche kommt mein Liebster. Mir wird gerade in seiner ganzen Größe bewusst, was das bedeutet, und mein Herz sprudelt über vor lauter Vorfreude. Nur noch sieben Tage, bis ich ihn endlich wieder in den Armen halten, ihm in die Augen schauen, den Duft seiner Haut einatmen und die Wärme seines Körpers spüren kann. Nur noch sieben Tage, bis mein Dasein als alleinstehende Frau sich in einen Sommer der Zweisamkeit verwandelt. Und angesichts der zahlreichen Termine und Verbindlichkeiten, die sich zwischen mich und die Ankunft meines Liebsten schieben, wird die Zeit sicher wie im Flug vergehen. Ach, wenn ihr wüsstest, wie glücklich ich bin! Ich könnte geradewegs singend und jubelnd durch die Straßen tanzen.

05.07.2007 um 20:44 Uhr

Geschwätzigkeit kennt kein Geschlecht

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Übersprudelnd vor Liebe
Musik: Dan Ar Braz - Mi Le M'Uilinn

 (c) qay/pixelio

Eine aktuelle amerikanische Studie hat herausgefunden, dass Frauen keineswegs mehr reden als Männer. Sie verfügen offenbar auch nicht über einen ausgefeilteren Wortschatz. In beiden Punkten konnten bei den untersuchten Personen keinerlei Geschlechtsunterschiede nachgewiesen werden. Womit wieder einmal ein Klischee aus der männlich-weiblichen Klamottenkiste vom Tisch wäre...

04.07.2007 um 22:27 Uhr

Kontrastprogramm

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Leselaune
Musik: Kate Bush - Wuthering Heights

Auf den Spuren britischer Autorinnen des 18. und 19. Jahrhunderts las ich dieser Tage Jane Austens "Emma" und anschließend "Wuthering Heights" von Emily Brontë, zwei Romane, wie sie trotz ihrer zeitlichen und räumlichen Nähe unterschiedlicher kaum sein könnten. Jane Austen weiß wie immer mit ihrer geschliffenen Sprache, ihrer feinsinnigen Ironie und ihrer unübertroffenen Personenzeichnung zu begeistern (auch wenn ich diesmal ihre raffinierten Kniffe und Wendungen schon sehr früh durchschaute). Demgegenüber kommt "Wuthering Heights" geradzu roh und ungeschlacht daher. Die Geschichte handelt von drei Frauen, die alle denselben Fehler machen: Sie verlieben sich in grässliche Männer und gehen Ehen ein, bei denen von vornherein klar ist, dass sie in einer Katastrophe enden werden. Die Charaktere sind grob und überzeichnet: entweder wild, ruchlos, brutal und jähzornig oder blond, blass, verstiegen und verzärtelt. (Gelegentlich finden sich auch Mischungen dieser beiden Extreme.) Einzig die Erzählerin der Geschichte, die Haushälterin Miss Nelly Dean, strahlt eine wohltuende Bodenständigkeit aus. Der männliche Protagonist hingegen, der berühmt-berüchtigte Heathcliff, wirkte auf mich keineswegs wie ein charismatischer Bösewicht, sondern schlicht wie ein schwer gestörter Psychopath. Ich konnte bis zum Ende keine rechte Sympathie für ihn aufbringen. Dennoch wusste mich der Roman durchaus zu fesseln, wenngleich ich die Passagen der zweiten Hälfte, nach dem Tod der guten Cathy, streckenweise recht mühselig fand. Besonders faszinierend aber war es für mich festzustellen, wie viele Verfilmungen dieses Stoffes es bereits gibt und wie viele andere Künstler davon inspiriert worden sind. Und wer noch nie Kate Bushs exzentrischen Ausdruckstanz zu ihrem Nummer-Eins-Hit "Wuthering Heights" gesehen hat, der sollte das schleunigst nachholen.

02.07.2007 um 22:57 Uhr

Starke Wurzeln

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Ruhig und gleichzeitig rastlos.
Musik: Natalie Merchant - Wonder

 (c) Richard/pixelio

Der Countdown läuft. Ich weiß zwar noch nicht genau, wie er gerade tickt, aber dass mein Liebster irgendwann Mitte/Ende nächster Woche hier eintrudeln wird, steht mittlerweile fest. Den genauen Zeitpunkt werde ich vermutlich erst kurz vorher erfahren, denn der Mann meines Herzens hat eine tiefsitzende Abneigung dagegen, sich frühzeitig terminlich festzulegen. Und so beginnt es wieder, das alte Spiel zwischen Vorfreude und rastloser Ungeduld. Bisher hat er es noch beinahe jedes Mal geschafft, mich warten zu lassen - egal wie früh oder spät er auch immer gekommen ist. Ob ich je den Tag erleben werde, an dem er völlig überraschend eine Woche früher als erwartet auf meiner Türschwelle steht? "Mitte nächster Woche", so lauteten seine Worte, und was für mich Mittwoch bedeutet, heißt für ihn Donnerstag oder Freitag. Also stelle ich mich lieber gleich auf den Freitagabend ein, um der Enttäuschung vorzubeugen, die für mich schon so oft mit seiner zwanglosen Terminplanung einherging.

Verglichen mit dem letzten Jahr habe ich eindeutig dazugelernt: Ich bezähme mein Herz durch die Stimme der Vernunft und kühle meine Leidenschaft mit leiser Ironie. Dass er es sich niemals erlauben würde, auf den Schwingen der Sehnsucht zu reisen, nehme ich längst nicht mehr persönlich. Immerhin zwingt mich diese Liebe, indem sie mich regelmäßig auf mich selbst zurückwirft, die Beziehung zu meinen eigenen Kraftquellen sorgsam zu pflegen. Sie verführt mich gar nicht erst zu der illusionären Vorstellung, dass ich in meinem Liebsten mehr Halt finden könnte als in mir selbst. Nach wie vor tanzt die leuchtende Flamme der Liebe in meinem Herzen, doch sie nährt sich in erster Linie aus den Wurzeln meiner eigenen Seele. Das ist noch immer neu und ungewohnt für mich. Aber es fühlt sich großartig an.