Sternentanz

27.11.2007 um 20:41 Uhr

Tapfer

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Erschöpft, zufrieden und erleichtert
Musik: Queen - Bohemian Rhapsodie

 (c) S. Hofschlaeger/pixelio

Der Tag verlief anders, als ich es erwartet hatte. Auf einmal sah ich mich in der Situation, selbst den Kampf bestreiten zu müssen, den eigentlich die Führungskräfte über mir hätten austragen sollen. Wobei das Wort "Kampf" hier nicht passt, weil das Gespräch in einer Atmosphäre großen Wohlwollens geführt wurde. Und doch: Ich sah mich mehrmals in der schwierigen Situation, bedeutende Ansinnen einer wichtigen Person an mich klar und entschieden zurückzuweisen. Puh! Das war alles andere als einfach. Und doch gab es für mich keine andere Möglichkeit als ein Nein. Um meine Visionen aufblühen zu lassen, brauche ich den nötigen Freiraum, und um mir diesen zu sichern, muss ich frühzeitig seine Grenzen schützen. "Da waren Sie aber tapfer!" sagte einer aus der Führungsriege später anerkennend zu mir. Ja, das finde ich auch.

26.11.2007 um 20:45 Uhr

Zwischen gestern und morgen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Unruhig und angespannt
Musik: Barbra Streisand - Tomorrow

 (c) joujou/pixelio

Ein sehr schönes, geruhsames Wochenende liegt hinter mir - eines der wenigen in den Wochen vor Weihnachten, an denen ich keine beruflichen oder anderweitigen Verpflichtungen hatte. Endlich war Zeit, die letzten Tulpenzwiebeln in die Erde zu setzen und Garten und Balkon winterfest zu machen - gerade noch rechtzeitig, ehe in der Nacht Schneeflocken und Graupelschauer vom Himmel stoben. Am Samstag war ich in Rosenheim beim Café Dinzler in der Kunstmühle, wo ich mit Constanze drei wunderbar nahe Stunden verbrachte und außerdem köstlich speiste und trank (Spaghetti vegetaria, Ingwer-Bionade und belgische heiße Schokolade!). Und am Sonntag kam meine Schwester zum Abendessen, wir plauderten gemütlich bei Brokkolisuppe und ayurvedischem Milchreis, und ich genoss es wie immer sehr, meine Zeit mit ihr zu verbringen.

Der heutige Tag war vor allem Warten. Ein gespanntes, nervenaufreibendes Warten auf morgen. Denn der morgige Tag wird hoffentlich vieles bereinigen, das in den letzten Wochen verschwommen und unklar war. Gewiss, er birgt auch große Herausforderungen und trägt das Potential heftiger Konflikte in sich. Doch alles ist mir lieber als dieser nebulöse Zustand, der meine Energie lähmt und mich in meinem Handlungsspielraum einschränkt. In mir ist alles bereit. Alle Vorarbeiten, denen ich mich bis zu diesem Zeitpunkt widmen konnte, sind längst getan. Ich warte nur noch auf diesen einen Moment der Klarheit, der es mir ermöglichen wird, endlich loszugehen und meine Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Wünscht mir Glück!

23.11.2007 um 21:06 Uhr

Moya Brennan

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Fröhlich
Musik: Moya Brennan - Ce Leis

Erinnert ihr euch an meinen Eintrag über "Robin Hood"? Die Serie lebte nicht zuletzt von ihrer atmosphärischen Filmmusik. Gesungen und komponiert wurde sie von Clannad, einer irischen Musikgruppe. Moya Brennan, die Sängerin dieser Gruppe, ist die Schwester von Enya und seit einigen Jahren ebenfalls auf Solopfaden unterwegs. Am vergangenen Dienstag hatten wir das Vergnügen, sie hier in München auf der Bühne zu erleben. Sie sang einige Lieder aus ihrem neuen Album, aber auch einige Traditionals und Songs aus ihrer Zeit mit Clannad. Ich mag diese Art von Musik, und besonders schön finde ich es, wenn sie live dargeboten wird. Wir hatten das Glück, ganz nah an der Bühne zu stehen und den Musikern beim Spielen unmittelbar auf die Finger schauen zu können. Sie sprühten geradezu vor Talent und Spielfreude, und ihr Enthusiasmus war überaus ansteckend. Besonders beeindruckt hat mich ein junger Mann namens Eamonn Galldubh, der so ziemlich aus allem Musik machte, in das man hineinblasen konnte. Allein an diesem Abend wechselte er zwischen mindestens vier oder fünf verschiedenen Blasinstrumenten hin und her. (Das Ding, das er auf dem Foto in der Hand hält, hat er auch des öfteren gespielt. Das ist eine Uilleann Pipe, ein irischer Dudelsack.) Es war eine helle Freude und ein wunderschöner Abend!

21.11.2007 um 17:42 Uhr

Orakel

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Dankbar
Musik: Clannad - Robin

GO - Die Umwälzung

Staatliche Umwälzungen sind etwas überaus Schweres. Man darf sie nur im äußersten Notfall vornehmen, wenn kein anderer Ausweg übrig ist. Nicht jeder ist dazu berufen, sondern nur der, der das Vertrauen des Volkes hat, und auch erst dann, wenn die Zeit erfüllt ist. Man muss dabei in der rechten Weise vorgehen, dass man das Volk erfreut und durch Aufklärung Ausschreitungen verhindert. Man muss dabei ganz frei von selbstsüchtigen Zielen sein und wirklich der Not des Volkes abhelfen. Nur dann hat man nichts zu bereuen. (I Ging, Das Buch der Wandlungen, Übersetzung von Richard Wilhelm)

SECHS AUF DEM ZWEITEN PLATZ:
Umwälzungen
Zur eigenen Zeit.
Beginnende Aktionen.

Es ist die Zeit der Umwälzungen, die Kraft der Frauen wird stärker, und die Schwestern sind bereit. Jede Handlung muss gut überlegt sein. (Diane Stein, I Ging für Frauen)

NEUN AUF DEM DRITTEN PLATZ:
Dreimal
Im Kreis.
Veränderung.

In einer Zeit der Umwälzungen muss besonders vorsichtig und bedacht gehandelt werden. Frauen müssen die Situation genau analysieren und dürfen nicht die Zeichen der Zeit missachten. (I Ging für Frauen)

Weder zu rasches, rücksichtsloses Vorgehen, noch übertriebenes Zögern sind heilsam. Man darf nicht auf jede Rede hören, die nach Änderung des Bestehenden ruft. Aber man darf wiederholte und wohlbegründete Beschwerden auch nicht überhören. Wenn dreimals das Wort vom Wechsel an einen kommt und man es wohl überlegt hat, dann mag man ihm Glauben schenken und darauf eingehen. (Übersetzung von Richard Wilhelm)

DUI - Das Heitere

Das ist das Bild von Frauen, die freudig zusammenhalten. Sie nähren sich gegenseitig und helfen einander zu verstehen und zu wachsen. Schwestern lernen zusammen, ihre Fülle fließt zusammen. Sie regen sich an, geben einander Impulse, tauschen Ideen und Energien aus und entwickeln neue Fähigkeiten. (I Ging für Frauen)

Wahre Freude beruht darauf, dass im Innern Festigkeit und Stärke vorhanden sind, die nach außen hin weich und milde auftreten. (Übersetzung von Richard Wilhelm)

19.11.2007 um 21:32 Uhr

Ausgebremst

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Traurig
Musik: Annie Lennox - Into the West


(c) Angelika/pixelio

Da sitze ich nun, innerlich sprühend und sprudelnd inmitten all der wirbelnden Visionen, die mich erfüllen, und spüre zum ersten Mal die hemmende und verlangsamende Kraft der Erdgöttin, die in diesen Tagen einen wichtigen Punkt in meiner Seele berührt. Ein bedeutsamer Termin, dem ich seit Wochen entgegenfiebere, ist noch einmal um zwölf Tage verschoben worden. Mein steifer, schmerzender Rücken - Ergebnis einer übermütigen Tollerei mit meiner kleinen Nichte - bremst mich körperlich aus. Und auch in meiner Liebesbeziehung spüre ich gerade winterliche Kargheit. Früher oder später kommt er immer, der Zeitpunkt, an dem ich unsere Telefonate mit Tränen in den Augen beende, weil ich meinen Liebsten so schrecklich vermisse und das Telefon ihn mir keinen Deut näher bringt. An manchen Tagen scheint es die Distanz zwischen uns eher noch zu vergrößern, als sie zu vermindern.

Ich ahne, dass die gegenwärtige Verlangsamung ihren Sinn und ihre Bedeutung hat. Wenn die Inspiration mich am Wickel hat, neige ich dazu, mich ihr allzu sehr hinzugeben, ganz und gar einzutauchen in die Welt meiner Gedanken und Ideen und meinen Körper mit all seinen Bedürfnissen darüber zu vernachlässigen. Ich vergesse dann, hin und wieder einen Schritt zurückzutreten, mir einen Atemzug Pause zu gönnen und einfach mal zu schauen, wie die Dinge sich ohne mein Zutun weiterentwickeln. Am liebsten möchte ich alles auf einmal erledigen - und das natürlich sofort. Doch manche Dinge brauchen Zeit, um zu reifen und zu wachsen. Vor allem darf ich nicht der Versuchung erliegen, alles kontrollieren zu wollen. Es gibt viele Hände, die dieses Projekt tragen, und es erscheint lohnend, ihnen zu vertrauen. Ach, Hände! ... Wie sehr vermisse ich jetzt die warmen Hände meines Liebsten, die mich umfangen und aus luftiger Höhe auf die Erde zurückholen. Doch es hilft alles nichts: Ich bin allein. Auch das ist wohl ein Teil des großen Themas.

08.11.2007 um 22:42 Uhr

Übrigens

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Sehnsüchtig seufzend

 (c) pixelmax/pixelio

Dass ich dieser Tage so sprühe und strahle, liegt übrigens auch daran, dass ich immer noch tierisch verliebt bin. Wollte ich nur mal so einwerfen.

07.11.2007 um 22:22 Uhr

Sprühen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Hellwach, sprühend und lebendig
Musik: Maire Brennan - Perfect Time

 (c) kunstart.net/pixelio

Längst vergangen sind die Tage der ayurvedischen Innerlichkeit. Momentan sprühe ich nur so, sitze stundenlang am Computer, um meine Gedanken zu Papier zu bringen, und musste mich heute in der Arbeit regelrecht zwingen, nach Hause zu gehen. Meine Inspiration hätte sicherlich noch für zwei Stunden gereicht, aber das wollen wir gar nicht erst einreißen lassen! Immerhin saß ich daheim dann auch noch eine Weile an der Tastatur, um meine Vision des kommenden Wochenendes in eine geeignete Form zu gießen. Auch das hat mich belebt und beflügelt. Ich fühle mich jetzt ganz frisch und wach, obwohl ich gestern Nacht nur wenig geschlafen habe. Wie sagte eine Frau aus unserer Council-Runde so schön zu mir: "Wenn du von deiner Arbeit erzählst, klingt das wie eine neue Liebesgeschichte. Du hast dasselbe Strahlen in den Augen wie damals, als du frisch verliebt warst." Und genauso fühle ich mich auch!

05.11.2007 um 21:29 Uhr

Harry Potter und Mrs. Dalloway

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Sehnsüchtig
Musik: Metallica with the San Francisco Symphony Orchestra - Nothing else matters

 (c) pixelio (Fotograf unbekannt)

Unterschiedlicher hätten die beiden Bücher kaum sein können, die ich in den letzten Wochen gelesen haben. Da wäre zunächst Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway" aus der SZ-Bibliothek - und auf der anderen Seite der letzte Band der Harry-Potter-Serie, "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes". Es ist kaum möglich und sicherlich auch nicht angemessen, diese beiden Bücher zu vergleichen. Und dennoch liegen diese beiden Leseerfahrungen für mich so nah beieinander, dass sich die eine in der anderen spiegelt. "Mrs. Dalloway" ist zweifellos hohe Literatur, poetisch, kunstvoll und mit großer Sorgfalt aus Worten gewoben, die sich spiralig und mäandernd zu einer Geschichte formen. Doch es war anstrengend, dieses Buch zu lesen. Oft lag es tagelang unberührt auf meinem Nachtisch, weil ich nicht in der Stimmung war, die Lektüre fortzusetzen. Ich kann nicht bestreiten, dass der Roman eine gewisse Faszination auf mich ausübte. Vor allem die Darstellung der wahnhaften Erkrankung eines der Protagonisten beeindruckte mich. Und doch war es nicht die pure Leselust, die mich bei der Stange hielt, sondern eher ein grundlegendes Interesse am Werk Virginia Woolfs. Ich weiß nicht, ob ich durchgehalten hätte, wenn das Buch 800 Seiten dick gewesen wäre.

Ganz anders "Harry Potter". Joanne K. Rowling hat eine flotte Schreibe, einen trockenen Humor und ein besonderes Talent, Handlungsfäden zu spinnen und auf geschickte Art und Weise miteinander zu verknüpfen. Eine große Dichterin aber ist sie nicht. Beim Lesen drängten sich mir mit schöner Regelmäßigkeit Querverweise zu anderen Werken auf - sei es "Star Wars", "Mission Impossible" oder "Der Herr der Ringe" - und hie und da war mir die Handlung dann doch zu unwahrscheinlich oder allzu sehr an den Haaren herbeigezogen. Dennoch habe ich das Buch in einem Rutsch verschlungen. Ich lag gemütlich auf der Couch und habe einen ganzen Tag lang nichts anderes getan als zu schmökern. Am Ende packte mich die Geschichte derart, dass ich mit Tränen in den Augen weiterlas, und wäre das grässlich-kitschige Schlusskapitel nicht gewesen, ich hätte das Buch vollauf befriedigt zur Seite gelegt. Aber das war's dann auch. "Harry Potter" ist für mich jedes Mal ein kurzes, aber intensives Lesevergnügen, das keine großen Spuren hinterlässt. (Ganz anders als beispielsweise "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende, die ja auch der Kinderbuchliteratur entstammt, mich aber auf Jahre hinaus völlig verzaubert hat.)

Unterm Strich ist mir Virginia Woolf ein wenig zu versponnen und Joanne K. Rowling auf Dauer doch zu seicht. Meine Lieblingslesewelten liegen irgendwo in der Mitte. Ich liebe mitreißend erzählte Geschichten in prächtig fabulierter Sprache, mal fein und zart, mal satt und saftig. Max Frisch ist so einer, der mich zu fesseln vermag, obwohl auch er keineswegs der linearen Erzählweise frönt. Michael Ende, Jane Austen oder Isabel Allende gehören ebenfalls zu meinen Favoriten. Die großen Geschichtenerzähler sind es, die mich am meisten in ihren Bann schlagen, denn ich liebe es, in eine Geschichte einzutauchen und mich auf den Schwingen der Phantasie davontragen zu lassen. Und wenn mich dann auch noch die Sprache begeistert, in der diese Geschichte erzählt wird, ist mein Glück vollkommen.

03.11.2007 um 14:51 Uhr

Schon wieder Abschied

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Traurig


(c) Jürgen Acker/pixelio

Soeben habe ich meinen Liebsten zum Zug gebracht. Es waren nur eine relativ kurze Zeitspanne, die wir diesmal miteinander verbringen konnten, doch die Stunden der Zweisamkeit waren schön und kostbar wie immer. Diesmal hat mein Schatz mich wirklich überrascht, denn er kam ganz spontan einen Tag eher als erwartet. Genau genommen saß er sogar schon im Zug, als er mich anrief, um mir seine vorgezogene Ankunftszeit mitzuteilen. Ich habe mich riesig darüber gefreut. Und vorhin, als wir uns am Bahnsteig voneinander verabschieden mussten, habe ich geweint. Natürlich weiß ich, dass wir die sechs Wochen bis zu unserem Wiedersehen gut überstehen werden. Vermutlich werden sie sogar wie im Flug vergehen, da wir beide bis Weihnachten viel zu tun haben. Und doch bin des Abschiednehmens müde. Wie viel lieber würde ich meinen Alltag, meine Wohnung und mein ganzes Leben mit diesem Mann teilen! Aber es nützt alles nichts: Bis auf weiteres geht es nicht anders. Also werde ich mich jetzt jetzt mit einer Tasse Tee auf mein Sofa zurückziehen und meinen Kummer im neuen "Harry Potter" ertränken.