Sternentanz

18.02.2008 um 17:44 Uhr

Die Dämme brechen

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Traurig
Musik: Robbie Williams - Misunderstood


(c) Mariocopa/pixelio.de

"Ich komme morgen!" Das war sein Versprechen heute Nachmittag. Er ist fieberfrei und es geht ihm deutlich besser. Sogar seine Koffer hat er schon gepackt (wozu er in den letzten Tagen überhaupt noch nicht in der Lage war). Diesmal stehen die Chancen wirklich gut, dass ich ihn morgen endlich wieder in die Arme schließen kann. Eigentlich müsste ich mich jetzt über alle Maßen freuen. Doch stattdessen sitze ich hier und weine. Meine Vorfreude hat sich in all dem vergeblichen Hoffen und Warten der letzten zehn Tage regelrecht erschöpft, und die Sorgen und Enttäuschungen der vergangenen Wochen liegen schwer auf meinem Herzen. Mein Mut und meine Hoffnung sind müde geworden. Ich fühle mich ratlos und weiß einfach nicht mehr weiter. Vielleicht ist das der Grund, warum mir nun die Tränen über die Wangen rollen. Jetzt, da ich weiß, dass er morgen kommt, und die Anspannung von mir abfällt, brechen alle Dämme. Ich kann den Kummer nicht mehr länger zurückhalten. Ach, wenn doch nur schon morgen wäre!

15.02.2008 um 19:57 Uhr

Wieder nix

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Seufzig
Musik: Amplitude 10 - Dreaming

 (c) UllaTrampert/pixelio.de

Nachdem er sich heute noch immer nicht in der Lage sah, seine Koffer zu packen, hat sich mein Liebster dann doch mal ein Fieberthermometer gekauft. Es zeigte entmutigende 38,5°C. Will heißen: Auch morgen ist mit seinem Besuch noch nicht zu rechnen. Er entschuldigt sich schon andauernd, weil er immer noch nicht gesund ist, aber er kann ja nichts dafür. Es hat ihn eben schlimm erwischt. Ich habe ihn auch schon gefragt, ob ich zu ihm kommen soll. Aber solange er krank ist, hat das wenig Sinn. In seiner Wohnung ist nur ein schmales Bett und insgesamt wenig Platz. Außerdem hat er, wenn er krank ist, am liebsten seine Ruhe. Es wäre wesentlich einfacher, wenn er hier wäre, aber das ist er nun mal nicht. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als weiter geduldig zu warten und auf eine Besserung seines Zustands zu hoffen. (*)

* An dieser Stelle bitte einen tiefen Seufzer einfügen.

14.02.2008 um 07:06 Uhr

Klappe, die zweite

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Hoffnungsvoll mit leisen Seufzern


(c) Marco Barnebeck/pixelio.de

Morgen um halb vier werde ich ihn vom Bahnhof abholen - genau wie es letzten Freitag geplant war. Also werde ich heute erneut das Bett frisch beziehen, die liegen gebliebene Hausarbeit erledigen und vielleicht noch ein warmes Bad nehmen, um mich auf meinen Liebsten einzustimmen, genau wie ich es vor sieben Tagen schon getan habe. Eine Woche, eine ganze Woche hat sein fiebriger Infekt uns gekostet. Gewiss, ich habe in dieser Woche viel gearbeitet. Rechnet man lediglich die Stunden wacher, gemeinsamer Zeit, so waren es vielleicht nur zwei oder drei Tage. Aber das ist es ja nicht allein. Es ist auch das schöne Gefühl, mich den ganzen Arbeitstag hindurch auf den Feierabend zu freuen, weil ich weiß, das mein Liebster daheim auf mich wartet. Wenn ich daran denke, muss ich nach wie vor seufzen. Tag um Tag hatte ich gehofft, dass sein Zustand sich bessern würde; Tag um Tag haben meine Hoffnungen sich zerschlagen. Doch nun will ich nicht länger klagen über das, was ich verloren habe, sondern mich lieber freuen, dass es endlich so weit ist. Wenigstens meine Urlaubswoche ist von all dem verschont geblieben. (Das war übrigens auch der Grund, warum er zuletzt lieber noch einen Tag länger in Graz bleiben wollte: "Ich will dich auf gar keinen Fall anstecken oder selber einen Rückfall erleiden, wenn du Urlaub hast!") Wünscht mir Glück, dass es diesmal gut geht!

10.02.2008 um 16:54 Uhr

Zu früh gefreut

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Traurig
Musik: Leonard Cohen - Waiting For the Miracle

 (c) Daniel Stricker/pixelio.de

Da hab ich meinen Eintrag vorgestern wohl zu früh verfasst. Mein Liebster ist krank und liegt mit Fieber im Bett - und zwar daheim in Graz, nicht etwa hier bei mir in München. Wann er wieder auf die Beine kommt und zumindest soweit genesen ist, dass er guten Gewissens die sechsstündige Zugfahrt antreten kann, ist noch ungewiss. Es ist das erste Mal, dass uns gesundheitliche Aspekte einen Strich durch die Rechnung machen und unerbittlich an unserer gemeinsamen Zeit nagen. Gewiss, uns bleibt immer noch der Rest vom Februar. Aber wenn man sich nur alle sechs Wochen sieht, fällt jeder verlorene Tag schwer ins Gewicht. Wieder einmal verfluche ich diese Fernbeziehung, die so gar kein Ende nehmen will und sich jedem Versuch entzieht, sie zeitlich zu fassen. Es ist die fehlende Perspektive, die mir so zu schaffen macht. Wenn ich wüsste, dass ich noch genau ein Jahr zu warten hätte, bis wir endlich zusammenziehen, dann fiele es mir leicht, zu warten. Aber die Tatsache, dass der Lichtstreif am Horizont nicht im Geringsten näher rückt, sondern im Gegenteil Jahr um Jahr weiter zurückweicht, geht mir an die Substanz. Ob wir es je schaffen werden, unserer Liebe, die auf der Herzensebene so schön und üppig blüht, auch in der irdischen, materiellen Realität ein fruchtbares Fundament zu verleihen?

08.02.2008 um 19:35 Uhr

Abtauchen

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Leise Vorfreude
Musik: Loreena McKennit - Bonnie Portmore

 (c) DEKOTINA/pixelio.de

Morgen kommt mein Herzallerliebster! Er wollte eigentlich schon heute hier sein, aber ist er krank geworden, und weil ich morgen ausnahmsweise auch am Samstag arbeiten muss, waren wir uns einig, dass es klüger ist, wenn er seine Anreise noch einmal vertagt. Doch wenn ich morgen aus der Arbeit komme, wird er wohl schon auf mich warten. Für mich heißt das erneut eintauchen in eine Zeit der Zweisamkeit, die mich neben meiner Arbeit voll und ganz in Anspruch nehmen wird. Ich verschwinde also mal wieder für ein Weilchen von der Bildfläche. Eine schöne Zeit euch allen!

04.02.2008 um 21:26 Uhr

Feng Shui

von: Nimien   Kategorie: Pflicht und Berufung

Stimmung: Vergnügt
Musik: Queen - We Are the Champions

Am Freitag bin ich aus meinen alten, großen, hellen Büro in ein kleineres, dunkleres gezogen, das aber eine wesentlich repräsentativere Lage hat. Letztlich ausschlaggebend war für mich nicht das Repräsentieren, sondern vielmehr die Tatsache, dass zwei meiner Kolleginnen aus Platzgründen zusammenziehen mussten und einfach einen größeren Raum brauchten. Was tut man nicht alles, um seinen Mitarbeiterinnen optimale Rahmenbedingungen zu verschaffen! Heute allerdings saß ich ziemlich wehmütig in meinem neuen Büro und fühlte mich auf merkwürdige Weise unwohl. Ich hätte gar nicht so genau sagen können, was es war, aber irgendwas stimmte nicht. Als ich am Abend meiner Schwester davon erzählte und ihr den Grundriss des Raumes sowie die Position der Möbel aufzeichnete, war für sie die Sache sehr schnell klar: Das Chi stimmte hinten und vorne nicht. Sie schnappte sich Papier und Bleistift und begann, einen neuen Entwurf zu zeichnen, bei dem der Schreibtisch schräg im Raum stand und ein kleines Sideboard die Sitzecke abschirmte. Noch während sie ihre Überlegungen skizzierte, hatte sie mich überzeugt. Tatsächlich ist die Anordnung meiner Büromöbel Ursache meines subtilen Unbehagens. Ich sitze an meinem Schreibtisch mit dem Rücken zum Fenster und direkt gegenüber der Zimmertür wie auf dem Präsentierteller. Der Entwurf meiner Schwester wirkt wesentlich wohliger und gemütlicher, gibt mir Halt im Rücken und öffnet mir den Blick in alle Richtungen. Gleich morgen werde ich den Grundriss und das Mobiliar ausmessen, um zu überprüfen, ob sich ihre Ideen tatsächlich so umsetzen lassen. Und dann heißt es Möbel rücken! Die Handwerker und die Computertechniker werden einiges zu tun bekommen, aber das ist es mir wert. Ich verbringe so viel Zeit in der Arbeit, dass ich mich dort auch rundum wohl fühlen will.

02.02.2008 um 11:28 Uhr

Imbolc

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Wohlig und entspannt
Musik: The Beatles - Sun King


(c) Momo111/pixelio

Seit langer Zeit mal wieder ein Ritual mit meiner lieben C. Unser Atem verbindet uns mit der Erde. Der Rauch reinigt uns vom Ballast des Alltags. Der magische Kreis zentriert unsere Kräfte. Unsere Stimmen beschwören die vier Elemente und das Antlitz der Göttin herauf. Dann nehmen wir uns Zeit, die guten und schlechten Erfahrungen des vergangenen Jahreskreises in den Kessel hineinzurühren, um sie schließlich dem Feuer, der Luft, dem Wasser und der Erde zu übergeben. Aus der neu gewonnen Energie formen sich unsere Wünsche und Visionen für das kommende Jahr. Eine Orakelkarte weist uns den Weg. Dankbar verabschieden wir die guten Geister, die uns auf unserer Reise zwischen die Welten begleitet haben, und öffnen den Kreis.

"Was du brauchst, kannst du rufen. Was du rufst, kommt." (Luisa Francia)