Sternentanz

30.11.2008 um 18:59 Uhr

Österreichisches Eherecht

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Amüsiert
Musik: Sir Edward Elgar - Serenade for Strings


(c) Viktor Schwabenland/pixelio.de

Ich habe heute in Erfahrung gebracht, dass man in Österreich noch schuldig geschieden werden kann. Als mögliche Gründe des Verschuldens finden sich bei Wikipedia unter anderem die Vernachlässigung des Haushalts und die Verweigerung der "ehelichen Beiwohnung". Auf einer österreichischen Seite zum Scheidungsrecht wurden auch noch "Zanksucht oder Hysterie" und "ständige alleinige Freizeitunternehmungen" als Gründe genannt. Ich wusste gar nicht, dass die Österreicher eherechtlich noch derart hinter dem Mond leben. Allerdings hieß es in besagtem Wikipedia-Artikel auch, dass rund 90% aller Ehen in Österreich einvernehmlich geschieden werden - eben weil die Beteiligten es vermeiden wollen, ihre Schmutzwäsche vor dem Scheidungsrichter auszubreiten. So gesehen hat die altmodische Gesetzesregelung in einer modernen Gesellschaft wohl auch ihr Gutes.

P.S.: Großer Gott! Wenn man bei Pixelio das Wort "Ehe" eingibt, muss man sich erst 20 Seiten lang durch triefenden Kitsch wühlen, bis man mal was halbwegs Brauchbares findet.

30.11.2008 um 18:29 Uhr

Winterruhe

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Ruhebedürftig
Musik: June Christy - It Don't Mean A Thing (If It Ain't Got That Swing)

 (c) soquett/pixelio.de

Ich bin müde. Heute erst merke ich, wie sehr die vergangenen Tage mich angestrengt haben. Am liebsten würde ich mich auf meinem Sofa einkuscheln und Winterruhe halten. Nichts mehr hören, nichts mehr sehen und einfach durchschlafen, bis in zwei Wochen mein Liebster nach München kommt. Natürlich geht das nicht. Gerade die Zeit bis zu meinem Urlaub ist noch angefüllt mit zahlreichen Verpflichtungen und Terminen, die mir sehr am Herzen liegen. Doch ich spüre mein Bedürfnis nach Ruhe so deutlich wie schon lange nicht mehr. Herunterschalten, langsamer werden, meinen ureigenen Rhythmus wiederfinden - das ist es, wonach ich mich sehne.

29.11.2008 um 19:58 Uhr

Der große Knall

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Zufrieden
Musik: Sheena Easton - For Your Eyes Only


(c) Marco Barnebeck/pixelio.de

Das war sie nun also, die lang erwartete Konfrontation. Sie fiel genauso hässlich aus, wie ich es befürchtet hatte. Wenn dein Gegenüber fast eine Stunde lang Gift und Galle über dich auskippt, hilft nur noch eine schmutzabweisende Schutzhülle. Die meine hat sich zu meinem großen Erstaunen sehr bewährt. Gefertigt war sie aus dem Vertrauen in meine Kompetenz, der Freude über das, was wir gemeinsam gestaltet haben, und dem Wissen um die Persönlichkeit meiner Gegnerin. Ich habe es geschafft, nichts von dem, was sie sagte, persönlich zu nehmen, sondern jede einzelne ihrer Beschimpfungen als das zu erkennen, was sie war: Ausdruck ihrer Herrschsucht und ihrer akuten Bedrängnis. Wer es ein Leben lang gewohnt war, den Kurs zu bestimmen, der verträgt es nur schlecht, plötzlich Grenzen gesetzt zu bekommen.

Ich will gar nicht behaupten, dass ich die Schlacht gewonnen habe. Es gab in diesem Gefecht keine Sieger. Doch mein Ziel war nicht der Sieg. Mein Ziel war es, den Sturm unbeschadet zu überstehen, und das habe ich ohne Frage geschafft. Ich fühle mich wie nach einem reinigenden Gewitter: heiter, klar und gelassen. Die Fronten sind geklärt. Es gibt nichts mehr zu befürchten, denn schlimmer kann es nicht mehr werden. Nun kann ich stolz und mit erhobenem Kopf die nächsten Schritte gehen und mit großer Entschlossenheit tun, was notwendig ist.

21.11.2008 um 21:42 Uhr

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Müde
Musik: Sarah McLachlan - Full of Grace

 (c) Karin Wuelfing/pixelio.de

"Denn Zeit ist Leben. Und das Leben wohnt im Herzen." (Michael Ende)

Dieser Tage habe ich viel zu oft "keine Zeit". Zumindest empfinde ich es so, es stimmt natürlich nicht wirklich. Meine Tage haben nach wie vor 24 Stunden, und meine Woche umfasst sieben Tage. Doch diese reichen nicht annähernd aus, um alle Facetten meiner Seele gleichermaßen zu nähren. So vieles spukt mir im Kopf herum, das ich gerne tun würde, doch es gelingt mir lediglich einen Bruchteil davon umzusetzen. Dabei würde ich keineswegs sagen, dass ich meine Zeit sinnlos vergeude oder sie an Aktivitäten verschwende, die mir keine Freude bereiten. Mitnichten: Da mich mein Beruf sehr erfüllt, verbringe ich einen Großteil des Tages mit Herzensangelegenheiten - und auch in den verbleibenden Stunden tue ich mir genug Gutes. Das Problem ist eher, dass mein Geist tagtäglich mehr Impulse und Inspiration empfängt, als ich in einer Woche meines Alltagslebens auch nur annähernd verarbeiten kann. Manchmal sehne ich mich nach einer kleinen Auszeit: einem geschenkten Monat, um all die Gedanken, Bilder und Vorstellungen in meinem Hirn aufs Papier fließen zu lassen und sie in Ruhe und Muße zu ordnen und daraufhin zu überprüfen, ob sich aus ihnen brauchbare Lebensgewohnheiten machen lassen. Vielleicht würden ja schon ein oder zwei Wochen genügen, um meinen Verstand auszulüften. Doch leider habe ich dafür keine Zeit, denn meine weihnachtlichen Urlaubstage sind wie immer für meinen Liebsten reserviert (und das von Herzen!). So ist mein empfundener Zeitmangel letztlich eine Folge der Prioritäten, die ich in meinem Leben gerade setze. Hier und heute stürze ich mich mitten hinein ins aktive Tun, in meinen Beruf, meine Partnerschaft und die Notwendigkeiten des Alltags. Kontemplation, Reflexion und Nabelschau müssen demgegenüber zurücktreten. Und bei aller Sehnsucht, die das in mir weckt, hat es doch auch sein Gutes: Ich habe kaum noch Zeit, um mir Sorgen zu machen.

17.11.2008 um 23:00 Uhr

Weltliche Tage

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Novemberneblig
Musik: Judy Garland & Barbra Streisand - Get Happy/Happy Days Are Here Again


(c) dirk s. triebel/pixelio.de

Dieser Tage gibt es wenig Raum für Spiritualität in meinem Leben. Beruflich bin ich sehr stark eingespannt, und wenn ich abends nach Hause komme, steht mir der Sinn eher nach weltlicher Zerstreuung. Ich verbessere die spröde Beziehung zu meinem Fernseher und erfreue mich an Büchern über Gartengestaltung, Innenarchitektur und Schriftstellerei. Wenn es mich zu besinnlicheren Aktivitäten hinzieht, wartet schon mein Tagebuch auf mich. Für Yoga, Meditation, Orakel oder Rituale bleibt da nur wenig Platz. Ich habe auch gar kein Bedürfnis danach. Andere Dinge sind mir im Augenblick wichtiger und liegen mir mehr am Herzen. Es fühlt sich gerade rundum stimmig so an, wie es ist. Alles hat seine Zeit, und die Quellen meiner Spiritualität sind keineswegs verschüttet, sondern schlummern nur. Wann immer mir der Sinn danach steht, kann ich sie wiederbeleben und von neuem aus ihnen schöpfen. Und wer weiß, vielleicht ist auch dieses Wissen schon eine Art von Spiritualität.

13.11.2008 um 22:42 Uhr

Ansteckender Miesepeter

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Heiter
Musik: Sarah McLachlan - Full of Grace

Der Mann, den ich liebe, verändert mein Leben. Jahrelang war ich ein eingefleischter Fernsehmuffel, doch in letzter Zeit hat mein Liebster mich mit einem hoch ansteckenden Serienvirus infiziert. Es handelt sich um den House-Diagnostik-Virus aus der Familie der Krankenhaus-Serien. Schuld daran ist ohne Zweifel die Angewohnheit meines Freundes, sich seine Lieblingsserien auf DVD zu bestellen. Dadurch war er in der Lage, mich schon früh einer hochkonzentrierten Dosis des Krankheitserregers auszusetzen. Der Beginn der Infektion verlief dennoch schleichend. Mein Immunsystem hielt erstaunlich lange stand und es herrschte ein Gleichgewicht der Kräfte, das nur donnerstags zu sichtbaren Symptomen führte - dann nämlich, wenn "Dr. House" werbefrei im ORF gesendet wurde.

Dass die Krankheit sich unbemerkt ausgebreitet hatte, bemerkte ich erst, als ich mich dabei ertappte, nach einer verpassten Folge dem darauf folgenden Dienstag entgegenzufiebern, um das Versäumte auf RTL nachzuholen. Der endgültige Zusammenbruch erfolgte am vergangenen Wochenende. Offenbar geschwächt von vorangegangenen Konflikten und einem Ansturm sorgenvoller Gedanken streckte mein Immunsystem gänzlich die Waffen und ergab sich. Ich schnappte mir die gesammelten DVDs der 3. Staffel, die mein Liebster in heimtückischer Absicht in München zurückgelassen hatte, und knallte mich vor den Fernseher. Die Krankheitsdauer umfasste das gesamte Wochenende und die beiden sich anschließenden Feierabende. Danach war die Staffel-Box zu Ende und meine Sorgen hatten sich in Luft aufgelöst. Das letzte Mal, als ich mich einem derartigen DVD-Marathon hingegeben hatte, hatte ich mir immerhin gerade die drei Extended Editions des "Herrn der Ringe" gekauft. Mit einer Fernsehserie war mir das bis jetzt noch nie passiert. 

Vermutlich hat "Dr. House" eine geradezu kathartische Wirkung auf mich. Den ganzen lieben, langen Tag über bin ich freundlich, diplomatisch, unterstützend und einfühlsam (oder versuche es zumindest), versetze mich in die Perspektive meines Gegenübers und bemühe mich, dessen Irrungen und innerseelische Verwicklungen auf sanfte Art zu entwirren. Da ist es unheimlich entspannend, am Abend einem Arzt zu begegnen, der sarkastisch, zynisch und bärbeißig ist, alle ihm nahestehenden Menschen bedenkenlos vor den Kopf stößt und seine Patienten durch und durch respektlos behandelt. Natürlich schadet es nicht, dass er außerdem hochintelligent, gebildet, musikalisch, gutaussehend und ein brillanter Diagnostiker ist. Jedenfalls hat er mir am vergangenen Wochenende, als alle anderen Hilfsmittel versagten, schnell und effektiv geholfen, abzuschalten und das Gedankenkarussell in meinem Kopf zum Stillstand zu bringen. Danke, House!

09.11.2008 um 18:30 Uhr

Zehn Dinge, die ich an ihm liebe

von: Nimien   Kategorie: Listenspielereien

Stimmung: Zärtlich
Musik: Barbra Streisand & Bryan Adams - I Finally Found Someone

 (c) digitalice/pixelio.de

Weil ich gerade darüber gestolpert bin: Zehn Dinge, die ich an meinem Schatz liebe (völlig wahllos und spontan und ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

  • Seine Herzenswärme, Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit
  • Seinen wachen, klaren Blick für die Welt um ihn herum
  • Seinen unbedingten Willen zur Versöhnung und seine Nachsicht
  • Sein Wissen, wenn es um Politik, Geschichte oder Geographie geht
  • Seine Freude an den kleinen Dingen des Lebens
  • Seine Klugheit und seinen Scharfsinn
  • Seine Fähigkeit, die Dinge so zu nehmen, wie sie sind
  • Seine polititsche Gesinnung
  • Seine Zufriedenheit, Heiterkeit und Sorglosigkeit in vielen Bereichen des Lebens
  • Die Klarheit, mit der er unserer Liebe oberste Priorität in seinem Leben einräumt

08.11.2008 um 09:28 Uhr

Konfrontation

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Aufgewühlt
Musik: Katie Melua - Blame It on the Moon

 (c) Ernst Rose/pixelio.de

Lange Zeit schwelte der Konflikt unter der Oberfläche, war nur schwer zu greifen und überdeckt von geheuchelter Harmonie, so dass ich phasenweise schon an meiner Wahrnehmung zu zweifeln begann und mich für übertrieben paranoid hielt. Doch seit gestern ist es offenkundig: Das, was seit Wochen und Monaten nur subtil spürbar war und von Gerüchten aus zweiter Hand genährt wurde, kam endlich ans Tageslicht. Nun liegt es offen ausgesprochen da und ich weiß, woran ich bin. Ich mache mir gar keine Illusionen, was den weiteren Fortgang der Ereignisse betrifft. Mir ist klar, dass schwierige Zeiten und belastende Auseinandersetzungen auf uns zukommen. Das wird kein Spaziergang, sondern eine echte Herausforderung. Und dennoch bin ich erleichtert. Seit gestern habe ich keinerlei schlechtes Gewissen mehr, wenn ich Grenzen setze, sondern bin mir sicher, dass mir keine andere Wahl bleibt, wenn ich uns und unsere Arbeit schützen möchte. Ich sehe klar und verspüre eine berechtigte Wut, die mich zwar aufwühlt und mir den Schlaf raubt, mich aber auch stärkt und ermutigt für das, was vor mir liegt. Außerdem fühle ich mich bestens unterstützt von all den kraftvollen, wunderbaren Frauen, die mich umgeben - und von einem Mann, dessen Klarheit und natürliche Autorität mir immer wieder Halt gibt. Was auch immer da kommen mag: Ich bin bereit.

04.11.2008 um 00:11 Uhr

Und außerdem...

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Erstaunlich wach ... und ein bisserl sentimental
Musik: Moya Brennan - Tara

 (c) A.Dreher/pixelio.de

... gehe ich dieser Tage meistens viel zu spät ins Bett.

03.11.2008 um 23:11 Uhr

Bei Wind und Wetter

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Zufrieden
Musik: John Williams - Lumos! (Hedwig's Theme)


(c) Klaus-Uwe Gerhardt/pixelio.de

Erinnert ihr euch? Noch vor zwei Jahren klagte ich darüber, dass ich mich so gar nicht dazu aufraffen könne, regelmäßig Sport zu treiben. Tatsächlich kam ich über das Stadium kläglicher Versuche meist nicht hinaus und konnte selbst meine Begeisterung für Yoga-Übungen immer nur kurzfristig aufrechterhalten. Doch ebenso, wie ich in den vergangenen Jahren das Kochen mehr und mehr für mich entdeckt habe, ist nun auch in Sachen Bewegung ein kleines Wunder geschehen. Auslöser war die Erkenntnis, dass ich angesichts der gestiegenen Belastung in meinem beruflichen Alltag dringend etwas für meine Gesundheit tun musste. Doch es war mein Liebster, der meinen guten Vorsätzen letztlich zum Durchbruch verhalf. Während ich mir früher immer gesagt hatte, dass ich mir angemessene Sportbekleidung kaufen würde, wenn ich eine Weile beim regelmäßigen Training durchgehalten hätte, ging er den umgekehrten Weg. Er schleppt mich zu "Runners Point", um mir geeignete Laufschuhe zu verpassen, und drängte mich anschließend dazu, mich in diversen Sportabteilungen großer Kaufhäuser von Kopf bis Fuß einzukleiden. Und siehe da, es funktionierte: Angesichts der horrenden Summen, die ich der Sportbekleidungsindustrie in den Rachen geworfen hatte, fühlte ich mich geradezu verpflichtet, meinen Vorsatz auch umzusetzen. Außerdem erleichterte es mir den Einstieg entschieden, dass mein Liebster an meiner Seite war, um mit mir gemeinsam das Trimm-dich-Programm zu absolvieren. Wir kauften uns ein kluges Buch von Herbert Steffny und rannten los. Oder besser: Ich marschierte los, denn im klugen Buch stand, dass untrainierte Einsteiger es am Anfang doch lieber mal mit Walking versuchen sollten. Das war wirklich ein fantastischer Tipp, denn sonst war ich offenbar immer viel zu schnell losgerannt, um dann schon nach wenigen hundert Metern müde und frustriert zu konstatieren, dass Jogging mir entschieden zu anstrengend war. Noch heute bin ich erstaunt, wie langsam ich laufen muss, um meinen empfohlenen Maximalpuls nicht zu überschreiten. (Oh ja, eine Pulsuhr habe ich mir mittlerweile auch gekauft!) Noch mehr aber erstaunt mich die Tatsache, dass ich seit nunmehr drei Monaten durchhalte und dreimal die Woche Laufen gehe. Nicht einmal die Abreise meines Liebsten oder die Tatsache, dass ich an den letzten beiden Wochenenden mein Programm nicht ganz konsequent durchhalten konnte, haben mich vom Weg abgebracht. Ich bin sogar schon im Dunkeln und bei kaltem Nieselregen gelaufen. *stolz* Was mich aber am meisten verblüfft ist die Tatsache, dass es längst kein Pflichtprogramm mehr ist. Nein, es macht mir richtig Spaß! Wenn das so weiter geht, melde ich mich irgendwann noch zum Marathon an.