Sternentanz

30.11.2009 um 21:00 Uhr

Noch ein Phantom

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Vergnügt
Musik: Gerard Butler - No One Would Listen

 (c) Tábata/Wikipedia

Beim Stöbern auf You Tube habe ich einen mir bislang unbekannten Schnipsel entdeckt, der wohl von der Special Edition der Musical-Filmversion stammt: Gerard Butler als Phantom intoniert "No one would listen" , gesanglich und optisch durchaus ansprechend. Ich hatte den Mann stimmlich gar nicht so gut in Erinnerung. Aber das mag daran liegen, dass ich sein Schlimme-Akne-Make-up im Film so hanebüchen fand - und mir auch erst Jahre nach dem Kinobesuch aufging, was für ein Schnittchen der gute Gerard eigentlich ist. ;-)

Edit: Cool! Die Japaner haben kein Problem damit, das Phantom mal eben mit 'ner Frau zu besetzen. Kopit & Yeston go East

29.11.2009 um 23:07 Uhr

Rezidivierende Phantomanie

von: Nimien   Kategorie: Gehört, gesehen, gelesen

Stimmung: Nostalgisch
Musik: Charles Gounod - Alerte, alerte!

Die DVD, die mir den heutigen Abend versüßte, habe ich vor Monaten mal aus rein nostalgischen Gründen gekauft. Vor vielen, vielen Jahren war ich dem Phantom-Fieber derart verfallen, dass ich das Webber-Musical in Dauerschleife laufen ließ, gerahmte Zeichnungen des maskierten Phantoms an der Wand hängen hatte und Kurzgeschichten für eine Fanzeitschrift schrieb. All das ist lange her. Die Webber-Melodien erscheinen mir heute oberflächlich und fahl, die Verfilmung von 2004 betrachte ich als einziges Desaster und meine fiebrige Begeisterung für die dunklen Katakomben der Pariser Oper ist längst anderen Interessen gewichen. Der Fernsehzweiteiler mit Charles Dance und Burt Lancaster gehört aber nach wie vor zu meinen Lieblingsadaptionen der Geschichte. Mindestens fünf Jahre dürfte es her sein, dass ich den Film zum letzten Mal gesehen hatte - und damals war es ein ziemlich selbstironisches Revival.

Umso überraschter war ich heute, dass ich derart wohlig in die Ereignisse eintauchen konnte. Weder die dramaturgischen Schwächen noch das Overacting der Hauptdarstellerin vermochten mein Vergnügen zu schmälern. Gelassen sah ich über die Naivität der Sopranistin hinweg, schmunzelte beim Anblick des schönen Phillippe (der in dieser Version den Raoul ersetzt) und freute mich an der beeindruckenden Schauspielkunst eines Charles Dance, der feinste emotionale Nuancen auszudrücken vermag, obwohl sein Gesicht während des gesamten Films von einer Maske bedeckt ist. Jetzt mal ehrlich: Der Mann hat doch tolle Augen, oder? Und die Kerkerszene aus Gounods "Faust" ist als Quartett bis heute unübertroffen.

25.11.2009 um 07:17 Uhr

Federleichte Heiterkeit

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Verschlafen, aber guter Dinge
Musik: Loreena McKennit - Banks Of Claudy

 (c) December-Girl/pixelio

Am Wochenende war ich ziemlich traurig, doch zum Glück habe ich wundervolle Freundinnen, die mir Mut zusprechen und mich auf jede nur erdenkliche Weise unterstützen. Es tut gut, so liebevoll getragen zu werden. Auch mein Schatz ist unglaublich lieb zu mir. Er hat mir einen Zotter-Adventskalender ins Büro geschickt, mich mit Liebesworten überschüttet und mich mit seinen neuen Webcam-Tools zum Kichern gebracht. Die erlauben es ihm, sich virtuell eine rosa Perücke aufzusetzen oder seine Nase enorm anwachsen zu lassen. Ich musste so lachen!

Nach der Entmutigung der letzten Tage bin ich wieder zuversichtlich und freue mich auf die Advents- und Weihnachtszeit. Nur meine Wohnung ist immer noch ungeputzt, weil ich in letzter Zeit absolut keinen Elan dafür aufbringen konnte. Ich lerne gerade, damit zu leben, und übe mich in heiterer Gelassenheit. 

23.11.2009 um 07:39 Uhr

Schlaflos

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Müde und schwer

 (c) Lamorna/pixelio

Eine unruhige, allzu kurze Nacht liegt hinter mir. Zweieinhalb Stunden vor dem Weckerklingeln bin ich aufgewacht und konnte nicht wieder einschlafen. Also bin ich schon um fünf Uhr aufgestanden und habe noch ein paar Dinge erledigt, ehe ich aus dem Haus gehe. Aber mit großem Elan bin ich nun nicht gerade unterwegs. Ich hoffe, ich komme halbwegs gut durch den Tag. Zum Glück warten heute keine wichtigen Termine auf mich.

19.11.2009 um 07:20 Uhr

Urlaubsreif

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Müde, gedämpft
Musik: Katie Melua - Shy Boy

 (c) Henning Hraban Ramm/pixelio

Ich habe viel gearbeitet in letzter Zeit. Viele auswärtige Termine, massenhaft Schreibkram und eine Menge zwischenmenschlicher Herausforderungen. Seit Juli hatte ich keinen Urlaub mehr und mein Überstundenkonto wächst weiter an. Selbst als ich kürzlich krank war, bin ich zumindest stundenweise in die Arbeit gegangen, da es ein paar wichtige Entscheidungen zu treffen galt. Der beglückende Ausgleich, den die Besuche meines Liebsten für mich darstellen, blieb mir seit Monaten versagt und die sonst so belebenden Treffen mit einer lieben Freundin waren überschattet von deren großer Not. Vielleicht war ich in der ersten Jahreshälfte aber auch zu gut organisiert, habe zu viele Projekte und Vorhaben in Angriff genommen und zu wenig auf Muße und Nichtstun geachtet. Ich bin müde und erschöpft, möchte mich am liebsten einrollen und drei Tage durchschlafen. Am vergangenen Wochenenden konnte ich mich nicht einmal mehr dazu aufraffen, meine Wohnung zu putzen, geschweige denn meinen Papierkram zu sichten. Gut fünf Wochen muss ich noch durchhalten. Dann wird mir die Zeit zwischen den Jahren endlich die dringend benötigte Auszeit schenken.

16.11.2009 um 20:37 Uhr

Wohliges Wollen

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Sinnenfroh
Musik: Howard Shore - The Bridge Of Khazad Dum

 (c) Michaela Weber/pixelio

Seit ich vor gut einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen die Pille abgesetzt habe, lodert meine Lust, die zuletzt nur noch lauwarm vor sich hin köchelte, hell wie eh und je. Ich bin erstaunt, wie oft sich dieses vulkanische Brodeln gerade um den Eisprung herum entlädt und ein zündendes Feuerwerk an erotischen Phantasien und Liebesflüstereien entfacht. Auch wenn mein Liebster nicht hier ist, um meine Glut zu stillen, genieße ich meine Sinnlichkeit und die bunt-schillernden Kapriolen meiner Imagination in vollen Zügen - umso mehr als ich weiß, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft wieder Erfüllung finden werden.

13.11.2009 um 19:55 Uhr

Das Politische ist privat

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Wochenendlich
Musik: Mary Black - Moments

 (c) Oliver Weber/pixelio

Stephanie Mayfield beschäftigt sich im Blog der Mädchenmannschaft mit dem Aufeinanderprallen zweier feministischer Generationen (der so genannten zweiten und dritten Welle der Frauenbewegung) und den Problemen, die sich daraus ergeben. Als Parole der dritten Welle formuliert sie den Slogan "Das Politische ist privat", da sie den Schwerpunkt der jungen Feministinnen in dem Bemühen sieht, Gleichberechtigung im Privatleben durchzusetzen. Im letzten Absatz ihres Artikels stellt sie fest, dass die dritte Welle keine Bewegung im eigentlichen Sinne sei, da ihr dafür der notwendige Druck fehle, und fragt sich, wie sich das ändern ließe. Für mich folgt das eine zwingend aus dem anderen. Wer sich aus dem politischen Geschehen zurückzieht und den Feminismus zur Privatangelegenheit erklärt, kann nun einmal keine Breitenwirkung erzielen. Das Kuriose ist, dass die Autorin mit dieser Parole eben jene Kritik an der dritten Welle argumentativ untermauert, die sie ein paar Absätze weiter oben als unverständlich und nicht nachvollziehbar anprangert. Genau darum geht es ja bei der guten, alten Parole "Das Private ist das Politische": Ich will nicht einfach nur mit meinem Partner streiten, wer von uns den Abwasch macht, wer nach der Geburt eines Kindes zu Hause bleibt und wer weiter arbeiten geht, ich möchte gesellschaftliche Strukturen schaffen, die es uns ermöglichen, das Ganze tatsächlich gleichberechtigt zu lösen. (Dass wir uns dann trotzdem noch darum streiten werden, wer den Abwasch macht, ist sowieso klar, hat aber nicht mehr viel mit Feminismus zu tun.)

11.11.2009 um 23:38 Uhr

Aufräumen

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Friedlich
Musik: Loreena McKennit - Tango to Evora


(c) Thomas Max Müller/pixelio

"Du räumst aber gerade gewaltig mit der Vergangenheit auf!", sagte eine Freundin zu mir. Tatsächlich stolpern dieser Tage gehäuft Begebenheiten vergangener Tage in mein Leben. Offene Fragen finden eine Antwort, lose Enden werden verknotet und so mancher Nebel lichtet sich. Hie und da gilt es, einen Schlussstrich zu ziehen, andernorts darf ich mit warmem Lächeln auf reiche Ernte zurückblicken. Die spannende Frage aber ist: Wozu das alles? Wenn die Geister der Vergangenheit ihren Platz räumen - womit wird das Leben die neu gewonnenen Räume füllen? (Ist ja nicht so, dass ich diesbezüglich keine Ideen hätte. Aber psst, wir wollen es nicht verschreien...)

10.11.2009 um 07:45 Uhr

Zerfallende Strukturen

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Verschnupft
Musik: Helen Sjöholm - Gabriellas Song

 (c) Rike/pixelio

Vor einigen Jahren lebte ich eine Weile in einer alternativen Gemeinschaft , die zwar inhaltlich sehr auf meiner Linie lag, mir aber aufstieß, weil mir die subtilen Machtstrukturen dort missfielen. Aus diesem Grund kehrte ich dem Gemeinschaftsleben bald den Rücken und habe es nie bereut. Gestern nun traf ich zufällig ein Mitglied dieser Gemeinschaft - und nicht nur irgendeines, sondern jemanden, der damals zum engsten Kreis gehört hatte. Er erzählte mir, dass er sich ebenfalls von der Gemeinschaft getrennt habe und diese mittlerweile sogar in Auflösung begriffen sei, da sein Weggang die Lager gespalten habe. Er habe in letzter Zeit öfter an mich gedacht und daran, dass ich die damaligen Machtstrukturen mit denen einer Sekte verglichen hätte. "Du hattest absolut recht." Nun muss man wissen, dass ein Gespräch mit eben jenem Mann damals den Entschluss in mir hatte reifen lassen, mich aus dem Netzwerk zu verabschieden. Zu jener Zeit hatte er noch versucht, mich auf Linie zu bringen und mich auf subtile Weise dafür pathologisiert, dass ich mich erdreistete, das Gemeinschaftsgeschehen kritisch zu hinterfragen. Ansonsten war er ein feiner Kerl, aber seine überheblichen Äußerungen hatte ich ihm damals doch übel genommen. Und so konnte ich mich einer gewissen Genugtuung nicht erwehren, als ich mich nun gerade von ihm in all meinen Wahrnehmungen und Empfindungen bestätigt sah.

09.11.2009 um 22:02 Uhr

Revolution des Gesundheitssystems

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Schmunzelnd
Musik: Craig Armstrong - Closing Credits: Bolero

 (c) Jetti Kuhlemann/pixelio

Vor einiger Zeit traf ich mich mit einem Bekannten. Wir waren mongolisch essen. Zwischen Fisch und Sojasprossen erklärte er mir seine Vision unseres Gesundheitssystems. Sämtliche Krankenkassen sollten abgeschafft werden, die Kosten für notwendige Behandlungen sollten stattdessen die Verursacher der Krankheiten selbst tragen. Wer zu viel rauche oder sich ungesund ernähre, sei selbst für daraus resultierende Erkrankungen verantwortlich. Wer hingegen neben einem Handymast wohne und daher strahlenbedingte Schäden davontrage, könne das benötigte Geld von der zuständigen Telekommunikationsfirma einfordern (sofern er selbst kein Handy besitze). Natürlich müsse es einen Sozialfond für genetisch bedingte Krankheiten geben. Ansonsten solle das frei werdende Geld zum einen in die Ursachenforschung und zum anderen in die schulische Gesundheitsaufklärung und -prävention fließen.

Ich halte diese Ausführungen für Unsinn. Zum einen glaube ich nicht daran, dass wir die Ursachen von Krankheiten je prozentual bis auf die Nachkommastelle genau werden festlegen können. Und zum anderen missfällt mir der Gedanke, dass Krankheit in erster Linie die Folge eines Fehlverhaltens sein und dieses dann auch noch bestraft werden soll. Das ist mir viel zu nah am alten Schuld-und-Sünde-Denken der kirchlichen Prediger. Viel besser gefällt mir die Annahme, dass Krankheiten nun mal ein integraler Bestandteil des Lebens sind, etwa weil Viren auch eine Daseinsberechtigung haben oder bei natürlichen Evolutionsprozessen gelegentlich etwas schief gehen kann. Natürlich gibt es Krankheiten, die ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen würde. Aber das ändert nichts daran, dass die entscheidende Frage im Falle einer Erkrankung nicht "Warum?" ist, sondern "Was nun?". Das gilt sowohl für die geeignete Behandlung, die im Idealfall zur Genesung führen sollte, als auch für die innere Einstellung, mit der wir diesen Prozess begleiten. 

Ich habe ja den Verdacht, dass die oben beschriebene Vision eines auf Prävention und Prophylaxe basierenden Gesundheitssystems das Ergebnis einer tiefsitzenden Angst ist: der Angst vor der Unkontrollierbarkeit des Lebens. Für die Finanzierung des heutigen Gesundheitssystems habe ich allerdings, das gebe ich zu, auf Anhieb auch keine schlaue Lösung parat.

08.11.2009 um 10:34 Uhr

Menstruationshütte

von: Nimien   Kategorie: Frauenbewegt

Stimmung: Seufzig
Musik: Silje Nergaard - There's Always A First Time

Im Blog der Mädchenmannschaft war ein ironischer Kommentar über die Menstruationshütte verlinkt, die nun schon zum dritten Mal in Folge während der Adventszeit in Wien aufgestellt wird. Die Bloggerin kritisierte den esoterischen Hintergrund dieser Aktion und die biologistisch geprägten Denkansätze der Differenzfeministinnen, die der weiblichen Menstruation per se ein besonderes Potential zusprechen. Für mich war der Artikel Anlass, mich auf der Homepage des Projekts "Menstruationshütte" näher umzusehen. Vor allem unter "Events" gibt es zahlreiche Fotos zur Ansicht. (Auf einigen davon ist auch Luisa Francia zu sehen.) Die Bilder sprechen mich an: Rote Tücher und Gewänder, Rasseln, Kerzen und Granatäpfel zaubern eine magische, kraftvolle Stimmung. Diese Art der Würdigung und Zelebrierung von Weiblichkeit ist mir sehr vertraut, da ich jahrelang Frauenrituale gefeiert habe, in Frauenprojekten tätig war und die Bücher von Luisa Francia geradezu verschlungen habe. Ich mag solche Rituale und die Atmosphäre, die in Frauenräumen entsteht. Und dennoch verstehe ich die Kritik der Universalistinnen an solchen Veranstaltungen. Die magische Verklärung biologischer Tatsachen und die daraus entstehende Abgrenzung weiblicher von männlicher Wirklichkeit zementieren leider die Mauern in unseren Köpfen und erlauben es uns, Frauen weiterhin als das "andere Geschlecht" zu verstehen. Nicht umsonst erfreut sich der Differenzfeminismus auch bei manchen Männern großer Beliebtheit.

Meine Menstruation geht Monat für Monat völlig unspektakulär über die Bühne. Keine PMS, keine Menstruationsbeschwerden, keine Stimmungsschwankungen, kein hormongeschwängertes Verhalten. Blutung, Tampon, fertig! Natürlich habe auch ich schon Menstruationsrituale gefeiert, bin aber wieder davon abgekommen, weil die Monatsblutung einfach keine große Relevanz in meinem Leben hat. Sie gehört so selbstverständlich zu meinem Alltag wie Zähne putzen und Haare kämmen. Hätte ich eine Tochter, würde ich ihr dies vermutlich genauso vermitteln wollen. Früher dachte ich mal, wie toll es doch wäre, mit jungen Mädchen Menarcherituale zu feiern, wenn sie zum ersten Mal ihre Menstruation bekommen. Mittlerweile bin ich da ziemlich skeptisch. Ich habe schon von einigen Mädchen gehört, deren Mütter das gemacht haben und denen das eher peinlich war. Schließlich stimmt es auch nicht, dass Mädchen mit Einsetzen der Menstruation zur Frau werden. Der Weg vom Mädchen zur erwachsenen Frau ist lang und beginnt zwar in der Pubertät, reicht aber bis weit in die Zwanziger, manchmal sogar bis in die Dreißiger hinein. (Wie auch Jungen eine ganze Weile brauchen, um wirklich zu erwachsenen Männern zu werden.) Die Menarche ist der Beginn der Fruchtbarkeit, die jungen Mädchen sollten also über die Vorgänge in ihren Körpern und die sich daraus ergebenden Konsequenzen Bescheid wissen. Alles andere dürfen sie ganz in Ruhe im Laufe der folgenden Jahre selbst entdecken. Wenn sie dabei liebevolle Bezugspersonen an ihrer Seite haben, mit denen sie sich vertrauensvoll austauschen können, umso besser. Das muss aber nicht zwangsläufig in Menstruationshütten oder Frauenkreisen stattfinden, sondern gelingt durchaus auch im Dialog zwischen Männern und Frauen. 

Ansonsten gilt: Jede nach ihrer Faςon. Ich finde es gut, dass es solche Frauenräume gibt, weil sie für einige Mädchen und Frauen genau der richtige Zugang sind, Stolz und Selbstbewusstsein zu entwickeln. Und gleichzeitig habe ich überhaupt kein Problem damit, wenn Frauen so rein gar nichts mit diesem "esoterischen Krimskrams" anfangen können und vielleicht sogar lieber ein Hormonpräparat schlucken, das sie völlig von der Monatsblutung entbindet. Frau-Sein hat eben so viele Facetten, wie es Frauen gibt.

07.11.2009 um 10:41 Uhr

Das Recht auf Muße

von: Nimien   Kategorie: Anders leben

Stimmung: Wohlgemut
Musik: Robbie Williams - Come Undone

 (c) Gerhard Giebener/pixelio

Auf sueddeutsche.de las ich gestern ein interessantes Plädoyer für das bedingungslose Grundeinkommen und den modernen Sozialstaat. Ausgehend von der uralten Devise "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen", die in ihrer heutigen Form "Wer nicht arbeitet, dem sei wenigstens die Muße versalzen" lautet, erläutert der Autor (oder die Autorin) die Crux der modernen Gesellschaft, die ihr Selbstverständnis auf Arbeit gründet, jedoch nicht genug Jobs für alle hat. Als mögliche Lösung des Dilemmas taucht erneut das bedingungslose Grundeinkommen auf, doch B. Müller bricht auch eine Lanze für den bereits bestehenden Sozialstaat. Entlang des Artikels entspann sich eine hitzige Diskussion unter den Kommentatoren, die von düsteren "Trabi und Rotkäppchen"-Rufen bis hin zu begeistertem Applaus für den Artikel alles zu bieten hatte.

Ich persönliche finde ja die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens höchst inspirierend. Insbesondere gefällt mir die Philosophie, die dahinter steht: Jeder Mensch bekommt genug Geld, um zu leben, und wird dadurch frei, sein Leben darüber hinaus nach seinen Wünschen und Visionen zu gestalten. Niemand mehr muss einer Arbeit nachgehen, die ihm zutiefst widerstrebt, oder bekäme für unangenehme Arbeiten zumindest so viel Geld, dass er sie nicht 40 Stunden pro Woche ausüben müsste. Der fremdbestimmten Leistung stünde die eigenengagierte gegenüber. Ich sehe in meiner Arbeit, welch großen Einsatz Menschen zu bringen bereit sind, die sich für eine Sache begeistern können, die sich einer Idee verbunden fühlen, die motiviert sind, weil sie selbst Verantwortung übernehmen und das Geschehen aktiv mitgestalten dürfen, und die sich von den Führungskräften geachtet und wertgeschätzt fühlen. Gleichzeitig böte ein bedingungsloses Grundeinkommen den Menschen auch die Möglichkeit, ihr Leben - zumindest phasenweise - der Muße und dem Nichtstun zu widmen, ohne sich dadurch nutz- und wertlos zu fühlen. Schöne Idee.

06.11.2009 um 17:49 Uhr

Was du rufst, kommt

von: Nimien   Kategorie: Liebeszauber

Stimmung: Klar, hoffnungsvoll, zuversichtlich
Musik: John Williams - Tales Of A Jedi Knight

 (c) Franz Haindl/pixelio

Ich habe beschlossen, nie mehr über das Seufzen und Sehnen unserer Fernbeziehung zu schreiben, nie mehr über Vorfreude und den Schmerz beim Abschied und auch nicht über die enttäuschten Hoffnungen, die unseren Weg säumen. Dazu ist längst alles gesagt, wiederholt und zur Genüge. Von nun an werde ich nur noch von den gelebten Momenten berichten, von der greifbaren Wirklichkeit, den echten Augen-Blicken - bis zu jenem Tag, an dem sich die Verheißung erfüllt und mein Liebster seine Umzugskartons über meine Schwelle trägt.

06.11.2009 um 08:09 Uhr

Durststrecke

von: Nimien   Kategorie: Seelenspiegel

Stimmung: Betrübt
Musik: Barbra Streisand - I Have A Love/One Hand, One Heart

 (c) Dieter Schütz/pixelio

Mein Liebster ist immer noch krank, so dass auch das kommende Wochenende für uns ins Wasser fällt. Mich selbst hatte es diese Woche auch erwischt, doch zum Glück konnte ich mich wieder berappeln. Geblieben ist mir nur ein leichter Schnupfen. Er hingegen hat immer noch Fieber, so dass an eine sechsstündige Zugfahrt gar nicht zu denken ist. Im letzten Dreivierteljahr wurden unsere Geduld und unser Durchhaltevermögen besonders hart auf die Probe gestellt. Schon im Frühsommer hatten wir uns zweieinhalb Monate lang nicht gesehen und diesmal könnten glatt drei Monate ins Land gehen, bis wir einander endlich wieder in die Arme schließen können. Wir entfernen uns immer weiter von unserem einstmals angestrebten Vier-Wochen-Rhythmus. Das liegt vor allem daran, dass ich seit zwei Jahren wesentlich mehr Termine und Verpflichtungen habe als früher. Ich muss meine Verabredungen frühzeitig festlegen, um sie einhalten zu können. Mein Liebster hingegen kann nur sehr kurzfristig planen, so dass es oft schwierig wird, uns aufeinander abzustimmen. Da ist es natürlich umso bitterer, wenn uns am Ende ein Virus einen Strich durch die Rechnung macht. Aber es lässt sich nun einmal nicht ändern. Es bleibt uns nur, geduldig darauf zu hoffen, dass die Zeit der Trennung irgendwann ein Ende haben wird.

02.11.2009 um 23:04 Uhr

Verheißung

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Berührt, glücklich, dankbar
Musik: Robbie Williams - One For My Baby

 (c) Verena N./pixelio

HIE - DIE BEFREIUNG.

Hie beschreibt die Befreiung von Hindernissen und Gegensätzen. Nach dem Konflikt kommt die Lösung, nach den Wehen die Geburt. Hier wird die Befreiung von Druck und Frustration beschrieben. Das Rad dreht sich, alles wird leichter, eine Zeit der Gefahr endet mit Erleichterung. Das Hexagramm beschreibt eine plötzliche Erleichterung in einer Stresssituation. Die Erhabene Frau kehrt erfrischt zu ihren täglichen Verrichtungen zurück. Sie hat neue Kraft, großes Gewicht ist von ihr genommen.

Ein Sturm mit Regen klärt die Atmosphäre. Der Donner verklingt, der Regen versiegt, die Erde ist gereinigt und beginnt einen neuen Zyklus. Die Erhabene Frau lässt ihre früheren Einwände fallen und befreit sich von alten Hemmnissen. Sie dreht sich in der Spirale weiter und ist erleichtert. Aus dem Ende kommt ein Neuanfang: Ein Regenbogen erscheint am Himmel.

AM ANFANG EINE SECHS:
Heilung und
Erholung.
Befreiung.

Eine Zeit der Blockierungen, der Frustration und der Hindernisse ist vorbei. Die Erhabene Frau ist von allen Kämpfen befreit, sie leidet nicht mehr und findet köstlichen Frieden. Sie lässt Heilung in sich einfließen. Sie ruht.

GUI ME - ZUSAMMENLEBEN

Dschen und Dui stellen den Donner über dem See dar. Zwei Menschen erwachen in Liebe zueinander, sind voller Freude und Lust und wollen ihre Leben zusammenfließen lassen. So gründen sie eine Gemeinschaft. Indem sie zusammenleben, teilen sie ihr Wissen und ihre Gefühle, lernen voneinander und übereinander, und jeder Tag bringt Neues. Es mögen stürmische Tage kommen, wie es Dschen, der Donner andeutet, aber die Liebe fügt alles wieder zusammen. Wenn zwei Menschen ihre Liebe zueinander entdecken, endet die Einsamkeit.

DAS ZENTRUM
Zusammenleben. Segen.

Zusammenleben.
Zwei schaffen sich ein Heim.
Sie sind gesegnet.

Liebende zieht es zusammen, sie finden einen Platz, an dem sie gemeinsam leben. Sie schaffen sich einen lebendigen Ort, an dem sie alles gemeinsam neu entdecken. Ihre Bücher stellen sie zusammen und teilen alles, was sie einbringen. Am Morgen wachen sie auf und freuen sich an ihrem gemeinsamen Leben, das erste, das sie sehen, ist die geliebte Person. Ihre Liebe und Freude ist überschäumend.

DAS BILD

Donner und Freude.
Liebende leben zusammen.
Sie machen gemeinsam in Liebe weiter.

Donner und Freude erwachen: Liebende leben ein neues Leben zusammen. Liebe überwindet alle Hindernisse und Probleme. Liebende folgen und führen zugleich. Sie bleiben wach und aufmerksam für ihre gegenseitigen Bedürfnisse und bauen sich liebevoll und vorsichtig ihre gemeinsame Grundlage. Ihre Beziehung spiegelt die Liebe, die sie füreinander empfinden. Sie wollen zusammenbleiben.

(Alle Texte aus: Diane Stein, I Ging für Frauen)

02.11.2009 um 09:42 Uhr

Denkste!

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Wohlig und entspannt
Musik: Craig Armstrong - Bolero

 (c) Joujou/pixelio

Man soll den Monat nicht vor dem Zweiten loben. Der goldene November von gestern war nur eine Maskerade. Heute zeigt er uns sein wahres Gesicht. Trübe und nassgrau schaut er zum Fenster herein und verbreitet grießgrämige Stimmung. Auch gut. Dann gehe ich eben nicht in den Garten, sondern ziehe mich mit einer Tasse Tee und meinem Tagebuch auf die Couch zurück. Heute muss ich erst mittags in die Arbeit und bin wild entschlossen, den freien Vormittag gebührend feiern.

01.11.2009 um 19:07 Uhr

Goldener November

von: Nimien   Kategorie: Naturbetrachtungen

Stimmung: Gelöst und heiter
Musik: Howard Shore - The Grey Havens

 (c) AngelaL/pixelio

Der November hat heute einen Einstand gehalten, der dem Oktober die Schamesröte ins Gesicht getrieben haben dürfte. Als ich auf dem Balkon Gartengeräte und Blumentöpfe reinigte, war es so warm, dass ich schon bald meine Jacke auszog und meine Arbeit im langärmligen Shirt fortsetzte. Ich lockerte den Boden zwischen den Stauden und jätete Unkraut. Sorgsam entfernte ich das mit Sternrußtau befallene Laub von den Rosen. Die verblühten Astern kappte ich dicht über dem Boden und warf sie klein gehäckselt in den Kompost. Ich stach die Rasenkante ab und sammelte mit dem Rechen das Laub ein, das ich schon bald auf den Beeten verteilen werde. Während mein Garten im Hochsommer stundenlang in der vollen Sonne liegt, wirft die Hainbuchenhecke um diese Jahreszeit so lange Schatten, dass zwei Drittel der Beete davon bedeckt bleiben. Das Gartenjahr geht zur Neige. Es ist deutlich zu spüren. Nicht einmal das leuchtend bunte Laub, das sich noch beharrlich an den Ästen hält, oder die späten Rosen können darüber hinwegtäuschen.