Sternentanz

02.11.2009 um 23:04 Uhr

Verheißung

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Berührt, glücklich, dankbar
Musik: Robbie Williams - One For My Baby

 (c) Verena N./pixelio

HIE - DIE BEFREIUNG.

Hie beschreibt die Befreiung von Hindernissen und Gegensätzen. Nach dem Konflikt kommt die Lösung, nach den Wehen die Geburt. Hier wird die Befreiung von Druck und Frustration beschrieben. Das Rad dreht sich, alles wird leichter, eine Zeit der Gefahr endet mit Erleichterung. Das Hexagramm beschreibt eine plötzliche Erleichterung in einer Stresssituation. Die Erhabene Frau kehrt erfrischt zu ihren täglichen Verrichtungen zurück. Sie hat neue Kraft, großes Gewicht ist von ihr genommen.

Ein Sturm mit Regen klärt die Atmosphäre. Der Donner verklingt, der Regen versiegt, die Erde ist gereinigt und beginnt einen neuen Zyklus. Die Erhabene Frau lässt ihre früheren Einwände fallen und befreit sich von alten Hemmnissen. Sie dreht sich in der Spirale weiter und ist erleichtert. Aus dem Ende kommt ein Neuanfang: Ein Regenbogen erscheint am Himmel.

AM ANFANG EINE SECHS:
Heilung und
Erholung.
Befreiung.

Eine Zeit der Blockierungen, der Frustration und der Hindernisse ist vorbei. Die Erhabene Frau ist von allen Kämpfen befreit, sie leidet nicht mehr und findet köstlichen Frieden. Sie lässt Heilung in sich einfließen. Sie ruht.

GUI ME - ZUSAMMENLEBEN

Dschen und Dui stellen den Donner über dem See dar. Zwei Menschen erwachen in Liebe zueinander, sind voller Freude und Lust und wollen ihre Leben zusammenfließen lassen. So gründen sie eine Gemeinschaft. Indem sie zusammenleben, teilen sie ihr Wissen und ihre Gefühle, lernen voneinander und übereinander, und jeder Tag bringt Neues. Es mögen stürmische Tage kommen, wie es Dschen, der Donner andeutet, aber die Liebe fügt alles wieder zusammen. Wenn zwei Menschen ihre Liebe zueinander entdecken, endet die Einsamkeit.

DAS ZENTRUM
Zusammenleben. Segen.

Zusammenleben.
Zwei schaffen sich ein Heim.
Sie sind gesegnet.

Liebende zieht es zusammen, sie finden einen Platz, an dem sie gemeinsam leben. Sie schaffen sich einen lebendigen Ort, an dem sie alles gemeinsam neu entdecken. Ihre Bücher stellen sie zusammen und teilen alles, was sie einbringen. Am Morgen wachen sie auf und freuen sich an ihrem gemeinsamen Leben, das erste, das sie sehen, ist die geliebte Person. Ihre Liebe und Freude ist überschäumend.

DAS BILD

Donner und Freude.
Liebende leben zusammen.
Sie machen gemeinsam in Liebe weiter.

Donner und Freude erwachen: Liebende leben ein neues Leben zusammen. Liebe überwindet alle Hindernisse und Probleme. Liebende folgen und führen zugleich. Sie bleiben wach und aufmerksam für ihre gegenseitigen Bedürfnisse und bauen sich liebevoll und vorsichtig ihre gemeinsame Grundlage. Ihre Beziehung spiegelt die Liebe, die sie füreinander empfinden. Sie wollen zusammenbleiben.

(Alle Texte aus: Diane Stein, I Ging für Frauen)

23.09.2009 um 22:41 Uhr

Mabon - Erntedank

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Gedankenschwer
Musik: Loreena McKennit - La Serenissima

 (c) momosu/pixelio

In der Mitte ein Kranz aus Geranien, Petunien, Solanum und Kosmeen, bunte Tüchter und flackernde Kerzen. Daneben ein Bündel aus sieben Kräutern - Basilikum, Salbei, Minze, Liebstöckel, Oregano, Thymian und Rosmarin. Der Duft von Benzoe und Kardamom liegt in der Luft. Wir ziehen den Kreis, rufen die vier Elemente und laden die Göttin zu uns ein. Heute ist sie die Schwarze, die weise Alte, die Begleiterin in die Dunkelheit und den Tod. Doch ehe wir durch das Tor gehen, das uns in die Unterwelt führt, würdigen wir die Ernte des vergangenen Jahres - unsere Kämpfe, Prüfungen und Verluste ebenso wie unsere Erfolge, die Liebe in unserem Leben oder die Fülle und den Reichtum gewonnener Erfahrungen. Dann rufen wir die Kräfte, die wir für unsere Wanderung durch die dunkle Jahreszeit benötigen - Klarheit, Kraft und Gelassenheit, Achtsamkeit, Liebe, Verbundenheit und natürlich Glück. Reich beschenkt kehren wir aus der Zwischenwelt zurück, bereit, uns den Herausforderungen der Dunkelheit zu stellen. Blessed Be.

18.04.2009 um 09:02 Uhr

Tarotblog

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Unruhig
Musik: Capercaillie - Nuair a chi thu caileag bhoidheach

 (c) Günter Hartmann/pixelio

Ich experimentiere gerade bei Wordpress ein bisschen herum, habe mir dort einen Account zugelegt und ein Blog eingerichtet. Selbiges werde ich nutzen, um schrittweise das Tarotskript zu veröffentlichen, an dem ich seit Jahren arbeite. Oder besser: Ich habe vor vielen Jahren damit begonnen und nun liegt es schon seit einer halben Ewigkeit auf Eis, weil andere Dinge wichtiger geworden sind. Trotzdem bin ich jedes Mal, wenn ich wieder in den alten Texten schmökere, positiv überrascht von dem, was ich da zu Papier gebracht habe. Für meine eigenen Tarotdeutungen ziehe ich die Texte nach wie vor zu Rate. Leider sind sie bruchstückhaft und unvollständig. Ich denke schon länger darüber nach, mich einfach mal dahinter zu klemmen und das Projekt zu Ende zu bringen. Es muss ja nicht über Nacht geschehen. Aber vielleicht kann das neue Blog mich anspornen, dran zu bleiben, und die fehlenden Karten irgendwann nachzuliefern. Im Augenblick bin ich damit beschäftigt, die bereits vorhandenen Deutungen nach und nach hochzuladen. Das allein wird sicher noch eine Weile in Anspruch nehmen. Wer trotzdem schon mal einen Blick riskieren will: Bitte sehr!

02.02.2008 um 11:28 Uhr

Imbolc

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Wohlig und entspannt
Musik: The Beatles - Sun King


(c) Momo111/pixelio

Seit langer Zeit mal wieder ein Ritual mit meiner lieben C. Unser Atem verbindet uns mit der Erde. Der Rauch reinigt uns vom Ballast des Alltags. Der magische Kreis zentriert unsere Kräfte. Unsere Stimmen beschwören die vier Elemente und das Antlitz der Göttin herauf. Dann nehmen wir uns Zeit, die guten und schlechten Erfahrungen des vergangenen Jahreskreises in den Kessel hineinzurühren, um sie schließlich dem Feuer, der Luft, dem Wasser und der Erde zu übergeben. Aus der neu gewonnen Energie formen sich unsere Wünsche und Visionen für das kommende Jahr. Eine Orakelkarte weist uns den Weg. Dankbar verabschieden wir die guten Geister, die uns auf unserer Reise zwischen die Welten begleitet haben, und öffnen den Kreis.

"Was du brauchst, kannst du rufen. Was du rufst, kommt." (Luisa Francia)

21.11.2007 um 17:42 Uhr

Orakel

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Dankbar
Musik: Clannad - Robin

GO - Die Umwälzung

Staatliche Umwälzungen sind etwas überaus Schweres. Man darf sie nur im äußersten Notfall vornehmen, wenn kein anderer Ausweg übrig ist. Nicht jeder ist dazu berufen, sondern nur der, der das Vertrauen des Volkes hat, und auch erst dann, wenn die Zeit erfüllt ist. Man muss dabei in der rechten Weise vorgehen, dass man das Volk erfreut und durch Aufklärung Ausschreitungen verhindert. Man muss dabei ganz frei von selbstsüchtigen Zielen sein und wirklich der Not des Volkes abhelfen. Nur dann hat man nichts zu bereuen. (I Ging, Das Buch der Wandlungen, Übersetzung von Richard Wilhelm)

SECHS AUF DEM ZWEITEN PLATZ:
Umwälzungen
Zur eigenen Zeit.
Beginnende Aktionen.

Es ist die Zeit der Umwälzungen, die Kraft der Frauen wird stärker, und die Schwestern sind bereit. Jede Handlung muss gut überlegt sein. (Diane Stein, I Ging für Frauen)

NEUN AUF DEM DRITTEN PLATZ:
Dreimal
Im Kreis.
Veränderung.

In einer Zeit der Umwälzungen muss besonders vorsichtig und bedacht gehandelt werden. Frauen müssen die Situation genau analysieren und dürfen nicht die Zeichen der Zeit missachten. (I Ging für Frauen)

Weder zu rasches, rücksichtsloses Vorgehen, noch übertriebenes Zögern sind heilsam. Man darf nicht auf jede Rede hören, die nach Änderung des Bestehenden ruft. Aber man darf wiederholte und wohlbegründete Beschwerden auch nicht überhören. Wenn dreimals das Wort vom Wechsel an einen kommt und man es wohl überlegt hat, dann mag man ihm Glauben schenken und darauf eingehen. (Übersetzung von Richard Wilhelm)

DUI - Das Heitere

Das ist das Bild von Frauen, die freudig zusammenhalten. Sie nähren sich gegenseitig und helfen einander zu verstehen und zu wachsen. Schwestern lernen zusammen, ihre Fülle fließt zusammen. Sie regen sich an, geben einander Impulse, tauschen Ideen und Energien aus und entwickeln neue Fähigkeiten. (I Ging für Frauen)

Wahre Freude beruht darauf, dass im Innern Festigkeit und Stärke vorhanden sind, die nach außen hin weich und milde auftreten. (Übersetzung von Richard Wilhelm)

21.06.2007 um 23:53 Uhr

Sonnwendrosen

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Zutiefst glücklich und voller Liebe
Musik: Dich berühren heißt erkennen...

 (c) Ernst Rose/pixelio

"Was bewirkt eine Rose? Eine Rose bewirkt, dass das Herz aufgeht." (Schwester Fidelis)

Unser Altar ergibt sich von selbst: Ein großer Strauß roter Rosen ziert die Mitte. Singend verbinden wir uns mit der Erde, rufen die Elemente in den Kreis, verwurzeln uns in der Mitte. Süßer Rauch steigt auf und hüllt uns zärtlich ein. Die Göttin erscheint heute in ihrer Gestalt als Große Liebende und Mutter allen Lebens. Wir feiern die Liebe in unserem Leben und widmen jeder einzelnen Liebesbeziehung eine Rose. Unsere Worte beschreiben unsere vielfältigen Liebesgefühle nicht nur, sie beschwören sie geradezu herauf. Welch ein Reichtum! Welch eine Fülle! Unser Dank kommt aus tiefstem Herzen. Und nun heißt es, diesen Segen in die Welt hinauszutragen. Was für eine wunderschöne Aufgabe!

Dich berühren heißt erkennen
Dich bei deinem Namen nennen
Rührt an Körper, Geist und Seele

30.04.2007 um 21:27 Uhr

Beltane

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Voller Liebe
Musik: Loreena McKennit - Highwayman

 (c) Angelika Lutz/pixelio.de

Glaub an Zauber
Er ist Teil von dir
Wunder sind ganz nah
Liebe zaubert und ist wahr
Sie ist wunderbar

Ein Kreis aus tanzenden Frauen, erhellt von flackerndem Kerzenlicht. Flieder, Farn und Quittenzweige. Girlanden aus weißen Spiräen. Blaue Iris und rote Tulpen, dazwischen maigrünes Laub. Aus der bunten Vielfalt der Natur weben wir unseren Zauber, segnen unsere weibliche Kraft und vertrauen der Göttin die üppige Fülle unserer Herzenswünsche an. Jetzt im Mai nehmen unsere Visionen klare Gestalt an. Wir geben ihnen eine konkrete Form, kleiden sie in Worte, beschwören das bunte Leben herauf. Und wieder einmal merke ich: Zum Wünschen braucht es Mut - und Klarheit. Nicht umsonst heißt es im Buch der Hexen: "Bedenke gut, worum du bittest: Die Göttin könnte es dir gewähren". Wenn ich nicht klar und eins mit mir bin, kann ich nicht weise wünschen. Dann ist es heilsamer, das vielfarbige Knäuel meiner Gefühle vertrauensvoll der Schicksalsweberin in die Hände zu legen und sie allein das Muster bestimmen zu lassen. Der beste Wunsch von allen: Heitere Gelassenheit. Ich fühle mich frei und leicht. Weshalb mir den Kopf zerbrechen über Dinge, die ich nicht kontrollieren kann? Warme, wohlige Freundinnenmagie erfüllt den Raum. Es ist vollbracht. Gesegnet sei es.

20.03.2007 um 20:30 Uhr

Ostara

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Erschöpft
Musik: Loreena McKennit - Bonnie Portmore

 (c) Templermeister/pixelio.de

Inmitten des heiligen Kreises segnen wir unsere Fähigkeit, Widerstände und Hindernisse zu überwinden und uns aus beengenden Schutzmauern zu befreien, die uns längst zum Gefängnis geworden sind. Erfüllt mit der wilden Kraft der Jägerin durchtrennen wir die Fessel - bereit, nun unsere Wünsche zu benennen und sie im Feuer zu verwandeln. Die Mädchengöttin schenkt mir klare Beherztheit, die Mutter liebendes Annehmen und die dunkle Alte die Weisheit, im rechten Moment das eine vom anderen zu unterscheiden. Ein weißes, ein rotes und ein schwarzes Ei, gezeichnet auf Papier, flackern nacheinander im Feuer auf, um schließlich zu Asche zu zerfallen. Asche, die wir einer ganz besonderen Göttin schenken: Der Isar. Gereinigt und gestärkt treten wir den Heimweg an, erfüllt von der Energie eines kurzen, klaren und prägnanten Rituals, das die Visionen der Lichtmesszeit in konkrete Ziele verwandelte.

Wildnis - die Jägerin ist da
Sie ruft uns, geheimnisvoll und klar
Ihr Feuer füllt uns mit warmer Glut
Verwandelt und schenkt uns neuen Mut

01.02.2007 um 20:53 Uhr

Brigid

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Feurig, glühend, inspiriert
Musik: Loreena McKennit - Marrakesh Night Market

 (c) Mensi/pixelio.de

Brigid ist die keltische Göttin der Dichtkunst, der Schmiedekunst und der Heilkunst. Die "Helle" oder die "Strahlende" wird sie genannt, aber auch die "Streiterin" oder "Leuchtender Pfeil". Eng verwandt ist sie mit der Percht, der uralten Göttin des Alpenraumes. Sie ist die Göttin des Sternenhimmels, der Kreativität und der Künste, der Hellsichtigkeit und der Weissagung. Ihr Gefährte ist der Bär, ihre Elemente Feuer und Wasser. Sie reitet auf einem Hirsch, weckt die schlummernden Samen und rüttelt die Bäume wach. Somit verkörpert sie die ungezähmte Kraft der Mädchengöttin, die Kräfte des Ostens und des neuen Morgens. Als kleines Kind schlief sie in einem Feuermeer, ihr feuriger Pfeil ist der erste Sonnenstrahl des Frühlings. An Brigid ist der Tag schon wieder eine Stunde länger als zur Zeit der Wintersonnwende. Das wachsende Licht ist deutlich spürbar. Zeit für ein Ritual!

Eine Spirale aus flackernden Lichtern windet sich aus dem Zentrum des Kreises nach außen, angefüllt mir Visionen für das kommende Jahr. Und wie lebhaft sie sprudeln! Erstaunt stellen wir fest, dass es uns zu zweit mühelos gelingt, die Spirale vollständig zu entflammen. An Eingebungen mangelt es uns nicht. Berufliche Visionen und Visionen für unsere Beziehungen, Visionen für unseren Körper und für unsere Seele, aber auch Visionen für unsere Verbundenheit mit der Welt - sie alle funkeln in der Dunkelheit, beschützt von Brigids Segen.

Wir singen ein Lied aus leuchtender Kraft
das uns ein Netz in der Dunkelheit schafft.
Sternennetz der Dunkelheit
spinn um die Welt ein neues Kleid.

Weben, weben, das ist unser Leben
Spinnen, spinnen, unser Werk beginnen
Band um Band, Hand über Hand
Web den Saum, beginn den Traum.

15.01.2007 um 08:19 Uhr

Achtsamer Morgen

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Meditativ

Viel Zeit am Morgen. Einfach sitzen und wahrnehmen. Die Atemzüge beobachten. Gedanken kommen und gehen. Der Tee in meiner Tasse duftet. Sein Aroma schmiegt sich sanft an meinen Gaumen. In meinen Augen spiegelt sich das warme Licht der Kerzen. Süßer Rauch steigt auf. Die Rassel erklingt und meine Stimme tut es ihr gleich. Draußen liegt weißer Reif über den Wiesen. So kann die Woche beginnen!

14.01.2007 um 14:37 Uhr

Tanzende Sterne

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Inspiriert
Musik: Barbra Streisand - Prisoner

Die neu entstandenen Freiräume machen sich bereits positiv bemerkbar. Gestern Abend habe ich seit langem mal wieder einer uralten Leidenschaft gefrönt: Der Kunst der Sterndeutung. Ich war 13 oder 14 Jahre alt, als ich zum ersten Mal mit dieser Materie in Berührung kam. Damals machte meine Mutter einen Astrologiekurs an der Volkshochschule und ich erinnere mich noch, dass ich an diesen Abenden stets ungeduldig in meinem Bett darauf wartete, bis sie nach Hause kam, nur um ihr dann sofort die Handzettel mit den Informationen aus den Tierkreiszeichen aus der Hand zu reißen. "Irgendwie bin ich viel mehr Jungfrau als Wassermann", dachte ich beim ersten Überfliegen. (Wenig später sollte sich herausstellen, dass mein Aszendent in der Jungfrau liegt.)

Bald darauf saß auch ich in meinem ersten Astrologiekurs und sog das Wissen, das mir dort vermittelt wurde, begierig in mich auf. Natürlich war ich damals ein geeignetes "Opfer" für jede Form esoterischer Welterklärung: Selbstunsicher, nachdenklich, anders als die anderen und sehnsüchtig auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Dementsprechend tappte ich, nachdem ich die Antwort gefunden zu haben glaubte, auch in die typischen Fallen der Astrologie - allen voran jene, mein Wissen gefragt oder ungefragt so ziemlich jedem aufs Auge zu drücken und in vereinfachender Schubladisierung die Komplexität menschlicher Beziehungen auf astrologische Strukturen zu reduzieren. Es dauerte Jahre, bis ich mich innerhalb des astrologischen Denkens emanzipierte und die Freiheit entwickelte, der Sternenkunde mit Heiterkeit und spielerischer Leichtigkeit zu begegnen, anstatt mit missionarischem Eifer.

Obwohl ich der klassischen Esoterik irgendwann den Rücken kehrte, blieb ich den Sternen doch treu. Die Astrologie berührte einerseits meine Begeisterung für Zahlen, Tabellen, präzise Berechnungen und komplexe Zusammenhänge, andererseits nährte sie meine Freude an der reichen Bilderwelt der menschlichen Seele, mein Staunen und meine Hingabe an die Magie und das Geheimnis des Lebens. Längst war mir bewusst, dass die Thesen der Astrologie sich jeder wissenschaftlichen Überprüfbarkeit entzogen, ich kannte den Barnum-Effekt und wusste um die Neigung des menschlichen Geistes, Denkfehlern und irrationalen Verzerrungen zu unterliegen. Und dennoch fühlte ich mich mit der Astrologie rundum wohl. Anstatt sie als absolute Wahrheit zu verstehen und ihren empirischen Anspruch zu verfechten, näherte ich mich ihr als einer Quelle der Inspiration und der Poesie.

Das Bild, dessen ich mich bediene, wenn ich versuche, das Wesen der Astrologie zu erklären, ist das der Musik. Ich betrachte die Sterne nicht als stumm und leblos, sondern als eingebunden in jenes große, wunderbare Geschehen fortwährender Verständigung, das wir "Leben" oder Dasein" nennen. Die Planeten singen bei unserer Geburt, sie flüstern, murmeln und raunen, während wir heranwachsen und manchmal schwillt ihr Gesang an zu einem großartigen Chor. Das Geburtshoroskop verstehe ich dementsprechend als eine Art Notenblatt, denn wer gelernt hat, darin zu lesen, kann die Lieder heraushören, mit denen die Sterne unsere Geburt begleitet haben. Ich stelle mir vor, dass diese Lieder noch heute in uns nachklingen. Jede einzelne Zelle unseres Körpers, jeder Gedanke und jede Gefühlsregung singt und summt in dieser Harmonie - mal lauter, mal leiser, mal in Einklang, mal in Dissonanz mit den Melodien anderer Lebewesen.

Die Planetenkonstellationen mit ihren Aspektlinien sind wie ein Energiemuster, durch das wir unser individuelles Wesen zum Ausdruck bringen. Sie sind wie ein Tanz, den wir uns entschließen zu tanzen, aber wir können, wenn wir wollen, auch jederzeit in die Mitte des Kreises zurückkehren und dort einfach sitzen und atmen. Dann sind wir alle Tanzfiguren, alle Melodien und alle Harmonien auf einmal. Aus diesem Grund ist die Astrologie, so wie ich sie verstehe, in erster Linie ein Tanz, ein Spiel. Sie mag heilsam sein und uns helfen, uns so anzunehmen, wie wir sind. Sie eröffnet uns tiefe Einsichten, zeigt uns die Energiemuster auf, entlang derer wir unser Leben weben, und schenkt uns das Gefühl, eingebunden zu sein in den Kosmos, verwoben mit dem Tanz der Gestirne. Aber all diese Geschenke eröffnen sich uns nur, wenn wir die Deutung eines individuellen Horoskops nicht überbewerten.

23.12.2006 um 17:11 Uhr

Die Grundpfeiler meiner Spiritualität

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Ausgeglichen
Musik: Mary Black - Adam At The Window

Müsste ich Begriffe finden, die das Wesen meiner Spiritualität am besten beschreiben, ich würde wohl auf die folgenden vier zurückgreifen. Die vier Worte, die ich gewählt habe, beschreiben Grundhaltungen und damit eine bestimmte Art, zu denken, zu fühlen und zu handeln. Natürlich stellen sie ein Ideal dar - ich bin weit davon entfernt, diese vier Prinzipien in meinem Leben vollständig verwirklicht zu haben.

Achtsamkeit: Wach und mit allen Sinnen wahrnehmen, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt präsent sein, mir meiner selbst bewusst und gleichzeitig offen und empfänglich für alles, was um mich herum geschieht - das ist für mich Achtsamkeit. Achtsamkeit ist das Gegenteil von Selbstvergessenheit, Trance und Traumtänzerei, die aber nichtsdestotrotz ebenso ein wichtiger Bestandteil meiner Spiritualität sind. Doch die Achtsamkeit gibt mir Halt und Wurzeln, ohne die ich mich nur allzu leicht in der Traumzeit verlieren würde.

Liebe: Ich möchte an dieser Stelle ganz bewusst nicht zwischen den verschiedenen Aspekten und Facetten der Liebe unterscheiden, denn sie alle gehören für mich zu diesem Gefühl tiefer Zuneigung, inniger Verbundenheit und uneingeschränkter Wertschätzung, die einem Menschen ebenso gelten kann, wie allen anderen Lebewesen, Dingen, Orten, Tätigkeiten und natürlich der Erde selbst. Der Kern einer jeden Liebeserfahrung ist die Liebe zu mir selbst. Mich selbst liebevoll anzunehmen mit all meinen Stärken und Schwächen, mir meine Fehler zu verzeihen und gut für mich zu sorgen ist in meinen Augen eine wichtige Voraussetzung dafür, mich der Hingabe an Menschen, Tiere, Pflanzen, Situationen oder Tätigkeiten widmen zu können. 

Würde: Aus der Liebe ergibt sich ganz von selbst das Element der Würde, die den innewohnenden Wert eines jeden Menschen beschreibt. Sie spiegelt sich für mich sowohl in der Erfahrung von Selbstachtung, als auch der Achtung vor anderen - und im weitesten Sinne vor allem Lebendigen. Im weiteren Sinne ist Würde eine innere und äußere Haltung. Würde bedeutet nicht, über allem zu stehen und in jeder Situation gelassen und souverän zu bleiben, sondern mir in allem, was ich tue, treu zu bleiben, mich den Herausforderungen des Lebens zu stellen und die Verantwortung für mein Handeln zu übernehmen.

Verbundenheit: Die Verbundenheit mit allem Lebendigen ist ein zentraler Aspekt meiner Spiritualität. Wenn ich mich nicht als getrennt von meiner Umwelt erlebe, ergibt sich für mich ein vollständig anderes Bild von der Welt, das auf mein Denken, Fühlen und Handeln nachhaltige Auswirkungen hat. Es ist dann unerlässlich, bei allem, was ich tue, mein Eingebundensein in ein größeres Ganzes zu berücksichtigen und nicht nur meine persönliche Perspektive vor Augen zu haben. Handlungsrichtlinien wie Ökologie, Nachhaltigkeit oder soziale Gerechtigkeit ergeben sich daraus wie von selbst.

Es sind Ideale, Ziele und Visionen, die ich hier beschrieben habe, Orientierungspunkte und Leitlinien, die mir den Weg weisen, keine Selbstverständlichkeiten. Ich ertappe mich selbst oft genug dabei, mich in den Wirren des Alltags zu verstricken und dabei das Wesentliche völlig aus den Augen zu verlieren. Aber wann immer ich mich auf die eine oder andere Weise mit diesen vier Grundpfeilern meines Daseins verbinde, sei es im Denken, Fühlen oder Handeln, fühle ich mich innerlich reich, glücklich, kraftvoll und in Harmonie mit mir und der Welt. 

21.12.2006 um 22:33 Uhr

Wintersonnenwende

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Glücklich und dankbar
Musik: Pansy Division - Spiral

Verwurzelt zwischen Himmel und Erde dehnen wir uns aus in Raum und Zeit. Flüchtige Spiralen aus würzigem Rauch hüllen uns ein. Wir ziehen den Kreis, rufen die Himmelsrichtungen und benennen das, was uns heilig ist: Die Liebe, die Wahrhaftigkeit, der Kreislauf der Jahreszeiten, der Fluss des Lebens und die heilende und verwandelnde Kraft menschlicher Seelen. Der Boden ist bereitet. Jetzt ist der Moment, die Göttin zu uns einzuladen. Zu dieser Zeit des Jahres ist sie die Dunkle, die Schwarze, die uns hineinführt in die Erfahrung von Konzentration und Stillstand, einem Zustand wirbelnder Zeitlosigkeit, in dem die Erlebnisse des vergangenen Jahres sich auflösen und sich zur Essenz eines neuen Jahres verdichten. Stetig und unermüdlich rühren wir unsere Erinnerungen in den Kessel, erzählen uns noch einmal unsere Geschichten - nur um voller Freude und Dankbarkeit festzustellen, dass wir uns gegenseitig stets durch alle Höhen und Tiefen unseres Lebens begleitet haben, beständig teilgenommen haben am Schicksal der jeweils anderen. Ich rühre ein Jahr voller Liebe und beglückender Veränderungen in den Kessel, voller innerer und äußerer Auseinandersetzungen und neu gewonnener Erkenntnisse und Einsichten. All das löst sich auf in Stille und Dunkelheit. Mein Atem trägt mich durch den Geburtskanal, während sich aus dem Spiralnebel der vergangenen zwölf Monate eine klare Vision für den neuen Jahreskreis formt. Ich taste danach, suche behutsam nach Worten, gebe dem Saatkorn eine Gestalt und einen Namen. Es ist an der Zeit, das Licht wieder zu entzünden. Am Ende flackern zwei kleine Flammen im Kessel der Verwandlung, tragen den Keim der Zuversicht ins neue Jahr hinein. Tiefer Friede. Liebe. Dankbarkeit.

05.11.2006 um 22:41 Uhr

Hexenneujahr - Ahninnenfest

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Machtvoll und sinnlich
Musik: Kitaro - Cloud

Sieben rote Lichter erhellen flackernd die Fotos unserer Ahninnen. Ein Kreis aus Tarotkarten hüllt sie schützend ein. Süßer Rauch steigt auf und nimmt alle störenden Gedanken und Gefühle mit sich fort. Wir erden uns, schaffen heiligen Raum und rufen die Geister. Erzählen uns Geschichten von unseren verstorbenen Angehörigen, von Menschen, die unser Leben tief berührt und beeinflusst haben, von Menschen, die wir liebten. Wir würdigen sie, danken ihnen, erbitten ihren Segen. Ein Stein und eine Schale mit Wasser machen die Runde. Alte Gefühle und Bindungen, unbeantwortete Fragen, unerfüllte Wünsche, uralte Ängste und Hoffnungen finden ihren Weg in den Stein, um schließlich im Wasser gelöst und gewandelt zu werden. Tarotkarten begleiten diese Verwandlung. Ihre feurige Energie spiegelt meine lustvolle Eigenmacht, meine Fähigkeit, die Gegenwart zu gestalten und meine Visionen durch mein Handeln sichtbar werden zu lassen. Meine beiden Großmütter, meine Patin und meine wichtigste Lehrerin schenken mir ihren Segen. Wir verabschieden die Geister und öffnen den Kreis. Das Rad dreht sich. Ein neues Hexenjahr beginnt. Und in meinem Schoß brodelt die Kraft der Göttin.

Hekate, Cerridwen
Dunkle Mutter, nimm uns hin
Hekate, Cerridwen,
Lass uns wiederkehrn

17.10.2006 um 22:01 Uhr

Die Worte der Sternengöttin

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Höret die Worte der Sternengöttin,
an deren Füßen himmlischer Staub haftet
und deren Leib das Universum umspannt:

Ich, die ich die Schönheit der grünen Erde bin,
die weiße Mondin unter den Sternen
und das Mysterium der Wasser,
ich rufe eure Seelen, sich zu erheben
und zu mir zu kommen.

Denn ich bin die Seele der Natur,
die das Universum lebendig macht.
Aus mir gehen alle Dinge hervor,
und zu mir müssen sie zurückkehren.

Ehret mich fröhlichen Herzens, denn seht,
alle Akte der Liebe und der Freude sind meine Rituale.

Laßt in euch walten
Schönheit und Stärke, Macht und Mitgefühl,
Ehre und Demut, Heiterkeit und Ehrfurcht.

Und ihr, die ihr mich erkennen wollt, wisset,
dass euer Sehnen und Suchen vergeblich sein wird,
es sei denn, ihr kennt das Geheimnis:
Solange ihr das, was ihr sucht, nicht in euch findet,
werdet ihr es auch niemals außen finden.

Denn seht, ich bin bei euch gewesen von Anbeginn,
und ich bin es, zu der ihr am Ende eurer Wünsche gelangt.

(Doreen Valiente, adapted by Starhawk)

16.10.2006 um 23:24 Uhr

Meine Spiritualität

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Erfüllt
Musik: Sissel - Sarah's Song

Nach längerer Zeit wieder einmal ein Freundinnenabend. Wir redeten lange, kreisten um verschiedene Themen und landeten schließlich bei der Feststellung, dass es Probleme gibt, die sich aus eigener Kraft kaum lösen lassen. Wenn ich zurückdenke an die großen Krisen meines Lebens, an die Zeiten des Liebeskummers, als ich verzweifelt und mit wund gescheuertem Herzen versuchte, halbwegs wieder auf die Beine zu kommen, dann gab es letztlich nur eine Sache, die mir jedes Mal den Mut gab, das alles zu überstehen: Meinen Glauben. Die schlimmste Krise hatte ich daher auch folgerichtig, als durch ein schlimmes Erlebnis mein Glauben ins Wanken geriet und alles, was ich bis dahin für gut und richtig gehalten hatte, mir plötzlich zweifelhaft erschien. Das war die erste und einzige Zeit in meinem Leben, in der für mich nachfühlbar wurde, warum Menschen sich umbringen.

Wenn ich von Glauben spreche, dann meine ich kein konfessionelles Bekenntnis. Ich bin katholisch getauft, jedoch vor vielen Jahren schon aus der katholischen Kirche ausgetreten. Meine religiösen Wurzeln finde ich seither in einer sehr individuellen, erdverbundenen und frauenzentrierten Spiritualität, in deren Zentrum die Göttin steht. Doch auch die Göttin ist nur ein Bild oder ein Symbol für mich, ein Symbol für das tiefe, unendliche Geheimnis des Lebens, ein zaghafter Versuch, dieses in irgendeiner Weise greifbar und erfahrbar werden zu lassen. Die Göttin ist die Erde, die Mutter Natur, und sie ist der nachtdunkle Sternenhimmel, der unseren Träumen eine Heimat gibt. Sie ist Wind und Feder, Woge und Welle, Feuer und Glut, Felsen und Stein - die Mutter allen Lebens. Doch sie ist auch in mir, denn in den tiefsten, verborgensten Winkeln meiner Seele begegne ich immer wieder ihrer Weisheit. Die Erfahrung von Spiritualität ist für mich letztlich die Erfahrung von Verbundenheit, die Erfahrung, in ein größeres Ganzes eingebettet zu sein, dem ich zutiefst angehöre.

Mich diesem Geheimnis anzuvertrauen mit all meiner Sehnsucht, meiner Ohnmacht und meiner Verzweiflung - mich ganz und gar hinzugeben und fallenzulassen im tiefen Vertrauen, aufgefangen und verwandelt zu werden, war in den schwierigen Phasen meines Lebens manchmal meine letzte Rettung. Es war, als würden durch diesen Schritt Kräfte in mir frei, die mir vorher verschlossen waren, als würden Dinge in Gang gesetzt, die ich anders nicht zu bewegen wusste. Und auch heute noch greife ich in Zeiten der Bedrängnis immer wieder auf diese Kraftquelle zurück, verbinde und verbünde mich mit ihr und vertraue mich ihr an. Ich wüsste nicht, was ich täte, hätte ich diesen Zugang nicht. Und manchmal frage ich mich, woraus Menschen ihre Kraft schöpfen, die keinerlei spirituellen Hintergrund haben. Ein lieber Freund, der ohne religiöse Erziehung aufgewachsen ist, sagte mir erst kürzlich, er beziehe diese Kraft aus der Liebe zu seiner Freundin. Ich kann das zutiefst nachfühlen und es berührt mich sehr, doch wenn ich daran denke, wie brüchig und vergänglich die Liebe in meinem eigenen Leben stets war, wäre ich an dieser Kraftquelle vermutlich eines Tages verzweifelt.

Doch meine Spiritualität ist mir nicht in erster Linie Krücke in schweren Zeiten. In der überwältigenden Mehrheit der Tage ist sie ein reiner Ausdruck meiner Lebensfreude und meiner tiefen Liebe zum Dasein. In meinen Ritualen feiere ich das Leben mit seinen ewigen Zyklen von Geburt, Wachstum, Blüte, Reife und Verfall. Sie sind Ausdruck der Demut und der Dankbarkeit ebenso wie der überschäumenden erotischen Kraft und des unbezähmbaren Stolzes. (Und die beiden wunderschönen Bilder, die meinen Eintrag heute begleiten, fand ich bei Spirit of Old. Leider, leider, leider sind diese Figur nicht mehr erhältlich. Ich hätte sonst auf der Stelle überlegt, sie mir zu kaufen.)

14.10.2006 um 13:10 Uhr

Orakelweisheit

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Froh und dankbar
Musik: Loreena McKennit - Breaking The Silence

Heute Vormittag habe ich mir Zeit genommen, auch die Tarotkarten noch einmal nach den Hintergründen meiner Erkrankung und nach möglichen Heilungswegen zu befragen. Die Antwort der wunderschönen Karten von Margarete Petersen hat mich auch diesmal wieder tief berührt. Besonders beeindruckend war für mich, wie sehr die Aussagen der Karten sich mit dem deckten, was ich in den letzten Tagen auch schon selbst erfühlt und überlegt hatte. Ich fand die Weisheit meiner eigenen Seele widergespiegelt und meine Wahrnehmungen bestätigt. Es geht um das Fließen und Loslassen, um Freiheit und Loslösung und ein tiefes Vertrauen in das Leben. Wie sagte Margarete Petersen bei einer der Karten so schön: "Wenn die Blinde auf der Spur der Angst vor Verlust bleibt, wird sie sehend." Und tatsächlich hat mir meine krankheitsbedingte Auszeit der letzten Tage auf ganz wunderbare Weise die Augen geöffnet.

20.09.2006 um 23:13 Uhr

Mabon - Zeit der Ernte

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Glücklich
Musik: Kate Wolf - Medicine Wheel

Karg und schlicht war diesmal unsere Feier der Herbst-Tagundnachtgleiche. Wir konzentrierten uns allein auf unsere Ernte und beschränkten uns in allen Anrufungen und einleitenden Zeremonien auf das Wesentliche. Überraschend reich und vielfältig war das, was ich einbringen durfte, und es erstaunt mich, wie sehr sich mein Leben doch verwandelt hat, seit wir zuletzt dieses Fest begangen haben. In all den Monaten habe ich Abschied genommen von einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte und dafür eine wundervolle neue Liebe gewonnen - eine, die nicht mehr allein dem Himmel angehört, schillernd und flüchtig wie ein Regenbogen, sondern die sich in meinem Leben und in meinem Herzen fest verwurzelt hat und dort reiche Früchte trägt. Der ganze Jahreskreis stand unter dem Zeichen dieser Liebe - und dennoch gibt es noch allerlei anderes zu feiern:

Meine Freundschaft zu C. hat sich weiter vertieft und gehört nach wie vor zu den schönsten Geschenken, die das Leben mir je gemacht hat. Ebenso durfte ich die Beziehung zu meiner jüngsten Schwester nach einer langen Zeit der Konflikte und Missverständnisse wieder aufblühen sehen. Unser Verhältnis ist zwar derzeit durch neue Schwierigkeiten getrübt, doch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass wir auch diesmal eine Lösung finden werden. Ganz allgemein sind die Menschen in meinem Leben - allen voran meine Familie und meine Freunde - ein reicher Schatz, für den ich jedes Jahr von neuem dankbar bin.

Ich habe es in diesem Jahr geschafft, eine schwere Last abzuwerfen, die mich zehn Jahre lang begleitet hat: Im Februar konnte ich mich über meine bestandene Doktorprüfung freuen. Fast auf den Tag genau sechs Monate später flatterte mir mein Vertrag über eine unbefristete Stelle ins Haus, so dass ich meiner weiteren beruflichen Zukunft zufrieden und voller Zuversicht entgegensehe. Ein Wochenende zur Visionssuche im vergangenen November hat mir diesbezüglich einige wundervolle Samen ins Herz gestreut, die im Moment noch ruhen, aber gewiss zur rechten Zeit aufgehen werden.

03.08.2006 um 23:41 Uhr

Schnitterinnenfest

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Magisch - und dankbar
Musik: Hayley Westenra - Never Saw Blue

Inmitten all der partnerschaftlichen Zweisamkeit ein Abend, der ganz der Liebe unter Freundinnen gewidmet war. Fest verwurzelt mit der Erde, ruhig und tief in den Bauchkessel atmend, lassen wir uns umschmeicheln und reinigen von duftendem Rauch. Wir ziehen den Kreis und rufen die vier Elemente, deren Kraft wir in den langen Wochen der trockenen Hitze so deutlich spüren konnten - in der Entbehrung wie auch im Übermaß. Wir rufen die Göttin und ihren Gefährten, den Gehörnten, der durch Tod und Wiedergeburt den Fortbestand des Lebens sichert. In einer langen, zärtlichen Umarmung bekräftigen wir die Heiligkeit unserer Körper und Seelen: "Du bist die Göttin." Dann wenden wir uns den mitgebrachten Kräutern zu: Frauenmantel und Salbei, Basilikum und Pfefferminze, Rosmarin und Thymian, Schafgarbe und Lavendel und die zart duftende Zitronenmelisse. Wir benennen die Kräuter, befühlen und betrachten sie, kosten von ihrem Aroma. In der sinnlichen Begegnung beschwören wir Bilder und Erinnerungen herauf, wecken Gefühle und Eindrücke, die für uns mit den Pflanzen verbunden sind, oder sprechen unser Wissen um die Heilwirkung und Zauberkraft der Kräuter, sowie ihren Einsatz in der Küche aus. Singend, tanzend und zischend laden wir sie schließlich mit magischer Kraft auf. Die Energie konzentriert sich in unserem Zauberraum, brodelt im großen, imaginären Kessel, den wir durch unsere Eingangsrituale geschaffen haben, und sammelt sich schließlich in dem kleinen Kräuterstrauß, der zu unseren Füßen liegt. Das Werk ist vollbracht. Unsere Zauberkräuter werden uns mit ihrer schützenden, heilenden, stärkenden und verwandelnden Kraft durch die dunkle Zeit des Jahres begleiten. Wir schauen uns an, umarmen uns noch einmal und spüren auch die Magie unserer Freundschaft, das unerschütterliche Band, das uns verbindet und trägt. Was für ein Geschenk!

09.07.2006 um 17:21 Uhr

Die Erde ist die Mutter

von: Nimien   Kategorie: Magie und Geheimnis

Stimmung: Erfüllt und reich beschenkt
Musik: Bette Midler - That's How Heartaches Are Made

Nach vier Jahren wieder ein Wochenende mit Starhawk! Ein Wochenende, das Mutter Erde gewidmet war - und wie es so Starhawks Art ist, schöpfte sie bei der Auswahl ihrer Übungen aus ihrem reichen rituellen, psychologischen und politischen Erfahrungsschatz. Sie erzählte uns Märchen und Geschichten, berichtete von ihren politischen Aktionen, brachte uns Lieder bei, ließ uns die Natur beobachten und das, was wir gesehen hatten, bei den Anrufungen der Himmelsrichtungen in Worte oder Gesten fassen, lehrte uns, die feinen Energiemuster wahrzunehmen, die Lebewesen umgeben, führte uns durch Trancereisen und schickte uns los, einem Pflanzengeist zu begegnen. Wir setzten gemeinsam ein heilendes Gebräu an und luden es durch Tänze, Gesänge und Klänge mit magischer Kraft auf, ehe wir es der Erde und ihren Kindern zugute kommen ließen.

Am schönsten und bewegendsten war für mich der Samstag Abend, an dem Starhawk uns die Geschichte von der Entstehung des Lebens auf der Erde erzählte und uns einlud, singend und tanzend daran teilzuhaben. Sie begleitete unsere Trance mit einem stetigen Trommelrhythmus, während wir mit jubelnden Gesängen die Geburt des Lebens, die Entstehung des Chlorophylls und der Photosynthese und die Erfindung der Atmung feierten oder in wilden, leidenschaftlichen Bewegungen dem Tanz der Flammen folgten. Ich war zutiefst berührt und bewegt vom Wunder des Lebens, das sie mit ihrer Erzählung heraufbeschworen hatte, und am Ende standen mir sogar die Tränen in den Augen.

Starhawk versteht es wirklich, die persönliche Spiritualität mit einem Bewusstsein für das große Ganze zu verbinden. Wieder einmal hat sie in mir das dringende Bedürfnis geweckt, mich noch stärker in der Erde zu verwurzeln und ihrem Wohlergehen noch mehr Energie zu widmen. Unglaublich schön fand ich auch unsere Spiraltänze und Gesänge, die Klangteppiche, die wir gemeinsam webten und auf denen ich durch die Welt der inneren Bilder und Empfindungen flog, sowie die bunte Vielfalt der Anrufungen, die wir an diesem Wochenende kennen lernen durften. Starhawk hat einen köstlichen Humor und ein gutes Gespür für Gruppenprozesse. Sie gehört für mich zu jener seltenen Spezies von Führungspersönlichkeiten, die es verstehen, eine Gruppe zu inspirieren und zu leiten, ohne dabei der Versuchung zu erliegen, den Gruppenmitgliedern die eigene Weltsicht aufzudrängen. Das macht sie für mich zu einer ausgesprochen wichtigen Lehrerin.

Edit: Für all jene, die sich für Starhawks Arbeit interessieren, habe ich ihre Seite und die ihrer Gemeinschaft ("Reclaiming") bei meinen Favoriten verlinkt. Viel Spaß beim Schmökern!