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Musik: Empyrium - A gentle grieving farewell kiss
..und würdest von deiner Gottheit
wissen wollen, wann denn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, so würde
sie dich fragen: “Was ist das, Zeitpunkt?”
Wie ein in
Schutt und Asche gelegtes Haus, lag er nun da. Die Arme verschränkt und
doch von sich geschoben, als gehörten sie nicht zu ihm. Wie denn auch,
er hatte keine Kontrolle mehr über sie und darüber was sie taten. Er
spürte sie nicht mehr - fühlte Schmerzen, doch sah keine Wunden. Nicht
wenn er sich ansah. Es war nicht diese Art von Schmerzen die man
heilen konnte. Wie ein Dämon, gefangen in der Gefühlswelt seiner Seele,
der sich schleichend doch unter Höllenqualen durch den Geist fraß, bis
das Bewusstsein und seine Eindrücke wie ein Scherbenhaufen in einem
ruhte und sich bei jedem Schritt mit Schmerzen in der Brust zu Wort
meldete. Er hatte das alles nicht gewollt, doch nun kamen die Gefühle
und Taten, die er zur falschen Zeit den falschen Personen gegenüber
zeigte, wie eine riesige Welle auf ihn zurück. Karma nennen es die
Einen, Schicksal die Anderen. Doch in Wirklichkeit, war es nur die
reinste Form der Gerechtigkeit. Das hatte er verstanden, und das war es
auch, was ihn ohne zu klagen diese Demontur seiner Schale, Nacht für
Nacht ertragen lies. Stark sein hieß, es sich nicht anmerken zu lassen,
es über sich ergehen zu lassen und für all das zu büßen was man getan
hatte. Stark sein hieß zu schweigen, auch wenn das Gegenüber verstand.
Doch manchmal, da schaffte auch er es nicht mehr alleine. Schaffte es
nicht, zu ertragen und seine Tränen zu verbergen - seinen Schmerz in
die Welt hinaus zu schreien. Selbst wenn seine Würde dagegen ankämpfte.
Alte Narben, die sein Herz zierten, rissen durch neue Wunden wieder auf
und galten in jenen Nächten, in denen auch der Stärkste, Schwäche
zeigte, desinfiziert zu werden. Die Teufel in einem mussten gezügelt,
eingesperrt werden, wenigstens für die kurze Zeit in der das betäubende
Gefühl der Leere, seiner Seele eine Atempause einbrachte. Selbst, wenn
dies mit der Gewissheit geschah, dass die Vergeltung hierfür mit
doppelter Härte folgen würde.
Komisch, dass er all die Jahre
dachte ein guter Mensch gewesen zu sein und dabei nicht bemerkte wie
viel Hass in ihm steckte. Wie viele unverzeihliche Fehler er begannen
hatte. Ja, sie waren wahrlich unverzeihlich und sie rückgängig zu
machen, wäre auch nur wieder ein vergeblicher Versuch den Zorn der Welt
zu besänftigen. Seine Worte, Entschuldigungen - das alles zählte nichts
mehr. Hatten seinen Wert verloren. Zu oft hatte er gelogen. Zu oft
wurde er belogen. Zu oft hatte er betrogen. Zu oft wurde er betrogen -
Nicht oft genug. Zwei Schläge musst du einstecken um den einen, von dir
angebrachten vergessen zu lassen. Das hatte das Leben ihn gelehrt. Doch
nicht nur das. Auch wusste er mittlerweile festzuhalten - an
Erinnerungen, an Menschen, an Gefühlen die real waren. Sie waren es, die
ihn einst in den Ruin stürzten doch auch sie sind die einzigen die das
alles wieder aufbauen konnten. Größer, schöner und prachtvoller als
jemals zuvor. Und jeder, noch so kleine Moment, der einem im Gedächtnis
geblieben ist, war das alles hier Wert.
Er wollte doch gar
nicht aufgeben.
Das Ziel immer noch vor Augen, wenn auch
in weite Ferne gerückt.
Auch wenn der Teufel auf seine
Schultern drückt.
