Die lieben Kollegen....
Firma. Wir müssen Büros umziehen. Genauer gesagt, werden die resolute M. und ich um- und gleichzeitig weggezogen. Die ist nämlich nicht mehr Frau Pelegrinas Vorzimmerdame, nein -genau Hedera- das ist jetzt eine Kollegin mit allen Rechten und Pflichten.
Genau genommen ist sie das schon länger, es hat auch -in diesem Zusammenhang- keinen Menschen gejuckt, dass wir uns hier in der Firma, auf ordentlich Quadratmetern breitmachen. Bis einer kam, den das juckte. So ein schnöseliger Schnösel, der seit neuestem irgendeinen englischen Titel hat, der in der Futterkette höher als meiner hängt. Soll er doch, mir doch egal, was hab ich mit dem zu tun? ABER, er will mein Büro, genau genommen, will er ein Stückchen meines Büros.
Das funktioniert auch -in so ´nem Plattenbau, wie hier- da werden einfach Wände verpflanzt. Gesagt, getan. Es wird umgebaut, die resolute M. und ich, ziehen in ein Zweier-Büro, drei Kollegin, die fachlich zusammen in einem Räumchen residierten, bekommen unsere olle Butze und der schnöselige Schnösel, nimmt unserem neuen Büro zwei Meter weg, die uns nicht zustehen. Manchmal, frage ich mich, was die Menschen für Schmerzen haben. Er HAT nämlich bereits ein Zimmer mit Vorzimmerdame, will aber auf biegen und brechen diese zwei Meter von mir. Bekommt er, soll er sich ein Ei drüber backen. Arbeitet er dann besser? Arbeitet der überhaupt was? Egal. Außerdem ziehen noch vier Kollegen einfach in ein anderes Büro, das frei wird. Soweit, so gut.
Eine der drei Kolleginnen, die unser ehemaliges Büro beziehen ist.....hm....."etwas" anstrengend. Da gab es in der Vergangenheit unzählige Beispiele, die allesamt nicht hierhergehören, also machen wir es kurz: Sie nervt. Normalerweise habe ich echt ein dickes Fell und eine Einstellung, wie ein Stuhl: Ich komme mit jedem Arsch zurecht, wahlweise auch: Die ist so unwichtig, die ignoriere ich noch nicht mal, da spare ich mir meine Kräfte lieber fürs Katze streicheln.
Und auch diese Dame geht mir zehn Meter an meinem entzückenden Hintern vorbei, obwohl sie dreimal am Tag UNTER meinem Schreibtisch herumkrabbelt und schaut, wo sie welches PC-Kabel einstöpseln kann. Dabei haut sie mir auf die Füße, brüllt: "Mach Platz!" und reagiert nicht darauf, das derzeit die Arbeit wirklich vom Tisch läuft. Was wohl bei jedem so ist, aber bei ihr scheinbar nicht, denn zehn Minuten später ist sie wieder da und haut nicht auf dem Fuß, sondern ans Bein, weil sie dann mit einem aufgemalten Plänchen anrückt, unter den Schreibtisch krabbelt und alles noch mal überprüfen muss. Dann geht sie, ändert etwas am Plänchen, kommt wieder und so weiter und so fort. Ächz, anstrengend.
Nun ist diese Dame eine Teilzeitarbeitskraft, da sie Sohnemann Kevin im zarten Alter von knapp sechs Jahren noch daheim zu bespaßen hat. Sie ist weder morgen noch übermorgen da, wo sich hier alles in eine grandiose Baustelle verwandeln wird, noch nächste Woche, wo es ein wirres Umziehen gibt. Wobei letzteres kein Problem ist, wir rollen die Büroschreibtische von A nach B und die Bürocontainer ebenso. Alles, was rumfliegt, wird auf den Schreibtisch geworfen und hinfort gerollt. Soweit der Plan. Die resolute M. und ich sehen es locker. Nicht aber diese Annemarie, die macht seit sage und schreibe zwei Wochen die Leut rebellisch.
-Hier, Pele, häng ma Deine Poster ab!"
Antwort: "Nein, Annemarie, ich habe Arbeit, die trage ich in zwei Wochen, wie sie sind drei Räume weiter und hänge sie -wahrscheinlich im gleichen Atemzug- wieder auf."
-"Häng die doch jetzt schon ab!"
Antwort: "Nööö."
Hin, her, hin, her. Sie treibt das soweit, bis die Leute und zum Teil auch meine Mitarbeiter ihre Poster wirklich abhängen, einfach damit sie nicht weiter nervt. DANN aber, marschiere ich in die Büros und schimpfe mit der Annemarie, dass sie meine Leute bitte arbeiten lassen soll, es sei viel los.
Daraufhin (war klar) das große Wehklagen, sie sei ja nicht da beim großen Umzug. Wir erinnern uns? Da werden neun Schreibtische herum gerollt und finito! Wir bauen keine mittelalterliche Kirche, Stein für Stein ab, um sie jenseits des zu flutenden Tales -oder gerne auch in Japan- wieder aufzubauen. Alles und alle cool, die dreht durch. Das ruft meine Mitarbeiter auf den Plan, unter denen doch tatsächlich zwei sind, denen das gewaltig auf die Nerven geht. Die sind sauer. Richtig sauer. Tza, was soll ich da schon großartig machen? Die Dame untersteht mir nicht, ich kann zwar hie und da beruhigen, aber was ich noch besser kann: Darüber lachen. Sollen die anderen auch und der Satz: "Rächt Euch doch!", kommt mir lachend über die Lippen.
Also, gesucht wird: Ein kleiner, aber harmloser Bürostreich, der dieser Dame zeigt: "Schatzerle, Du hast es ein wenig übertrieben." Nein, wir werden keine Kresse-Samen in die Tastatur streuen und zwei Tage lang kräftig gießen. Das hat zwar die resolute M. im Kindergarten leidenschaftlich gerne gemacht, aber hier ist das immerhin noch Sachbeschädigung, wenn auch wirklich lustig.
Rollt ihr Schreibtisch versehentlich ganz woanders hin? Hm, eher schwierig, dann trifft es die Umzugsmenschen und das wünsche ich Ihnen nicht. Irgendwas verschwinden lassen? Den PC, oder so? Schwierig, sie hat heute Morgen schon krakelt, sie sei bestohlen worden. (Später habe ich mitbekommen, dass sie das Teil in ihren Umzugskartons wiedergefunden hat. Hat sie das rumkrakelt? Nein. Äh, naja...)
Alsooooooooo: Haben wir hier jemanden mit kleinen aber feinen Ideechen, die niemandem so wirklich wehtun? Meine Leute haben auf jeden Fall, seit dieser Idee bessere Laune, aber die sind derzeit recht gehässig, da hätte ich gerne was Harmloseres. Meine -doch eher sanftmütigen- Ideen finden se doof.
