Königin der S@L@THERZEN

02.07.2010 um 10:48 Uhr

Der große Tag **~~ Nachlese Part One ~~***

Samstag, 12.06.2010

Gemütlich im Hotel frühstücken, Saal aufräumen. Dort tummelt sich schon bisl Familie und wir fallen mit ein paar Freunden dazu. Was total schön war: Wir hatten uns zur Hochzeit gewünscht, das sich alle duzen und allen ein Namensschild verpasst. Es waren einfach zu viele unterschiedliche Fraktionen am Start und wir dachten uns, das 'Du' macht es einfacher auf einander zuzugehen. Bingo. Da fanden sich Konstellationen, die mich zum Teil völlig verdatterten und manchmal habe ich mich echt nur kaputt gelacht. Meine Mutter hat sich mit einem meiner engsten Freunde blind verstanden, wobei meine Mutter manchmal tut, wie die Königin Mutter und der Kerl ein riesiger Heavy Metall Freak, mit Haaren bis zum Arsch ist, der meine kurze Mom, um drei Köpfe überragte. Ein Kegelkollege vom Meinigen, hat mit einer Kollegin und Freundin Gartentipps ausgetauscht, da haben sich die grünen Daumen gefunden und mein Freund aus Hamburch, fand Spülen genauso toll, wie meine Schwiegermutter. Alle haben sich angeregt unterhalten und sich einfach gefunden und auch "gesehen". Das war auch ein Geschenk, welches unbezahlbar war.

Wir verabschieden die Superschalker, verklappen Hedera zu ihrer Rückreise gen Fehmarn, mein Babba putzt wieder alles dreimal durch und dann fahren wir zwei randvoll gefühlte Wagen mit Geraffel heim. Dekogedöns, Putzgedöns und alles, was wir so im Laufe der Woche da angekarrt haben. Was ein Gelumpe. Geschenke sind beim Weddingplaner, die haben wir, als diese lange Schlange vor uns stand einfach nach hinten weitergereicht, auf das sie die Sachen sicher verstaut, da war ja Geld drinnen.

Ab nach Hause und pünktlich zum Spiel Argentinien gegen Nigeria pennen wir zu dritt friedlich auf der Couch ein, wir haben nämlich Robin noch bis Sonntags bei uns. Telefon rappelt. Weddingplaner: Sie würden grillen, Salate richten und sich auch sonst um alles kümmern, damit wir noch bisl Ruhe haben und wir sollen vorbei kommen. Unbezahlbar die Frau, genau das brauchen wir. Wir holen noch meinen Freund aus Hamburg dazu, der im Hotel hockt und sehen das erste Mal unsere Hochzeitsgeschenke. Ich habe mir jetzt auf die Fahne geschrieben, demnächst ein Werk zu verfassen, das dicker ist als die Encyclopædia Britannica mit dem Titel "Geschenkideen originell verpackt". Man, was haben sich die Leute einfallen lassen. Sagenhaft. Okay, wir brauchen am Dienstag vier Stunden, um alles anzusehen und Geldscheine von Kleber oder Draht zu befreien, aber die Ideen, die da waren. Sagenhaft.

An diesem Abend, bin ich aber zu reizüberflutet und schaue nur das eine oder andere kurz an. Dafür wollen wir uns Zeit nehmen. Mein Weddingplaner lächelt mich an und drückt mir das in die Hand, was mein schönstes Hochzeitsgeschenk werden sollte. Ein unscheinbarer grauer Pappordner* schaut mich an und auf meiner Stirn stehen dreihundert Fragezeichen. Höh? Sie hätte es sich nicht verkneifen können, da mal reinzuschauen, weil sie nicht wusste, was es ist und hätte schon ein Tränchen darüber vergossen. Damit lächelte sie über das ganze Gesicht.

An den lieben Superschalker und dem Superschalker seine Frau:

Wir danken Euch von Herzen, dass ihr alle Fußballvereine angeschrieben habt, die uns einen und diese gebeten habt, uns ein paar Zeilen zu schreiben.

Da waren Briefe mit Vereinslogo der Schalker (VOM KURANI! Mit Autogrammkarte!!!!), von St.Pauli, der Eintracht und nicht zu vergessen der Offebäscher, die uns alle namentlich zur Hochzeit gratuliert haben und bei denen überall der 11.06.2010 als Datum stand.

Unsere kleine Samstagabend-Besatzung kam aus dem Quietschen und ich aus dem Heulen nicht mehr raus. Was ist das toll. Wird einen Ehrenplatz in der Wohnung in einem riesigen Rahmen bekommen und ich werde so immer, diese liebevolle, tolle, sensationelle Geste vor Augen haben. UNBEZAHLBAR!

Dachte ich, da habe ich aber das letzte Blatt noch nicht gesehen. Dort findet sich ein besonderes Kleinod und ich kippe final aus den Latschen. Die Beiden haben sogar den Bürgermeister von dem Kaff ( satte 207 Einwohner) in Spanien angeschrieben, in dem wir uns kennengelernt haben. Wie ihr das heraus bekommen habt, ist mir ein absolutes Rätsel, es freut mich aber um so mehr.

Fühlt Euch super umarmt und gedrückt! DANKE! DANKE! DANKE! Da genügen tausend Danke nicht und obwohl ich mich wirklich über den kleinsten Kram dumm und dusselig freue, so was Schönes habe ich noch NIIIIIEEEEE zur Hochzeit bekommen. Sen-sa-tio-nell!!!!!!!!!

Okay, ab hier fehlen mir die Worte, aber wie toll ist das denn? Hach! Okay, ich höre ja schon auf. Von Eurer Karte gibt es aber ein Video. *breitlächel* Pelemount Pictures hat wieder zugeschlagen. Höhö...

Der Samstag Abend ist wundervoll. Wir sechs genießen uns richtig. Für mich ist unheimlich wichtig, dass alle so wundervoll mit meinem stark behinderten Freund umgehen, der mag es nicht, wenn er die Behindertenrolle aufgeklatscht bekommt. Aber diese Menschen dort um ihn rum, sind einfach Klasse. Mich hat das ja noch nie sonderlich gejuckt, ich muss nur immer aufpassen, das ich nicht zu eifrig bei ihm bin. Er fragt, wenn er Hilfe braucht, man soll ihn aber nicht ungefragt irgendwo hoch und runter ziehen. Das bekommen wir gut hin und alle anderen auch. So schön. Ihn am diesem Abend zu verabschieden, ist dann wieder unschön. Jetzt braust der wieder nach Hamburg. Plöth. Wir mailen zwar den halben Tag hin und her und legen Marathon Telefonate hin, aber so persönlich hat das doch ganz anderen Charakter. Als wir Drei dann schließlich und endlich zuhause sind, fallen wir wie tot, ins Bett und sind in Sekunden eingenickert. Die folgenden drei Tage wir auch noch völlig neben der Spur.....

* Naja....*grins* 

01.07.2010 um 12:45 Uhr

Der große Tag **~~ Part VIII ~~***

21:00 Uhr

Nachdem wir unsere kleine Zeremonie mit unseren Lieben hatten, stürzen wir zunächst noch mal von Arm zu Arm und dann zu diversen Kleidersäcken und auch der Trolley taucht wieder auf. Umziehen! Dalli! So wundervoll ich mein Kleid fand, ich glaube, mit dem Stoff kann man auch Wasser schöpfen, da ging nicht der leiseste Lufthauch durch. Der Meinige, in langem Hemd und Anzugjacke ist ähnlich durch den Wind und wir schmeißen uns in lockere Klamotten. Im Vorfeld hatte ich ja schon binnen weniger Sekunden, einen halben Klamottenladen geplündert und ziehe eine weiße Stoffcapri-Jeans, ein weiße Tunika und weiße Lederstegsandalen an. Ich könnte auch Flip Flops sagen, aber die Dinger haben noch runtergesetzt ein Vermögen gekostet, ich musste sie aber unbedingt haben. Darum noch einmal Lederstegsandalen, Lederstegsandalen, Lederstegsandalen. Im Laufe des Abends wurden daraus nämlich Badelatschen. :-) Mein brandneuer Gatte hüpft in kurzes Hemd, schwarze Jeans und ebenfalls Lederstegsandalen. Darf man bei Männern eigentlich Flip Flops sagen? *kopfkratz*

Endlich. Luft! Und auf geht's Party machen. Die nächsten Stunden rauschen nur so an uns vorbei. Ich habe das Gefühl, ich habe mit keinem und allen gesprochen, im anderthalb Minuten Takt kommt jemand, oder verabschiedet sich jemand, oder steht jemand neben mir und fragt etwas oder (Klassiker!) ich suche den Bräutigam oder er mich. Wir sind ständig unterwegs und kommen nicht einmal zur Ruhe. Eigentlich ganz schön, mal hier zu ratschen und mal da. Aber auch schön anstrengend, jedem wenigstens ein bisschen gerecht zu werden. Ich glaube, im Laufe des Abends stehen auf jedem Tisch zwei angetrunkene Wassergläser von mir, weil ich dann schon wieder weitergetrödelt bin. Mal hier hin, mal dahin. 

Dann kommt noch Tanzlehrerchen zu mir, babbelt ein wenig mit mir und ich soll mal mit ihm kommen. Hihi, wie schön. Ich habe mir durch die Blume bei meinem Trupp einen Auftritt auf unserer Hochzeit gewünscht, als große Überraschung für mich und alle, alle sind sie gekommen. Die Überraschung für mich: Ich soll mittanzen. Nönö, wehre ich mich. Es ist Bullenwarm und ihr seid MEINE Überraschung. Er schaut mich verschmitzt an und meint: "Du kannst doch sowieso nie die Füße ruhig halten, ob Du nun mit uns tanzt oder da hinten rumzappelst". Mist. Ertappt. Lachend entern wir die Tanzfläche, er droht uns den Hochzeitsgästen an und wir legen los. Ich verliere sage und schreibe 5 Mal fast die Schuhe, oder wenigstens einen und habe noch nie in meinem Leben so beschissen getanzt, aber wir kitzeln uns auf der Tanzfläche gegenseitig, römpeln uns an und kommen aus dem Lachen gar nicht mehr raus. Ich bin glücklich, bis zum Platzen und meine Tanzcombo freut sich mit mir, wie Bolle. UND: Die Gäste findens richtig toll. Die gehen richtig mit und viele bestätigen mir hinterher, dass der Auftritt ein richtiger Kracher war und sie das soooooo schön fanden. Und dabei haben wir wahrscheinlich den größten Knet in unserer kurzen Vereinsgeschichte zusammen getanzt. *lach* Egal, gefiel. Und wenns nicht gefallen hätte, auch egal. Wir hatten Spaß, wie Bolle und das war für uns als Gruppe auch wichtig, da sind wir ein wenig enger zusammengerückt. Einfach, weil alle happy und ausgelassen waren und nicht so angespannt, wie bei "normalen" Auftritten. Großartig. Richtig großartig! Mein Tanzlehrer musste natürlich noch in die Menge brüllen, das er die Braut für die Vorkämpfe der Deutschen Meisterschaften trainiert und ich versinke fast im Boden. Petze, elende. Mag ich nicht, so in den Mittelpunkt geschubst zu werden, ergo brülle ich hinterher, dass ich das dann aber nicht in Badelatschen mache und entkomme unter Lachen.

Die nächste Überraschung ist die Hochzeitstorte. Ich hatte mir das soooo schön und soooo lange überlegt. Aber nein, die Tortenbeauftragte, die Schwester des Meinigen, hat mir weisgemacht, ich solle mich mal überraschen lassen. Ich liebe Überraschungen ja so unheimlich. Überraschungen sind so richtig toll! Bäh! Urgs! Überraschungen! Nee, nee, geht gar nicht. Plant man aber eine Hochzeit in diesem Umfang, zuckt man selbst bei Überraschungen nicht mehr zusammen, ganz im Gegenteil, ich bin mittlerweile in der olympischen Disziplin des Schulterzuckens in der Weltrangliste unter den Top Fünf! Wegen mir, überrascht mich. Und da kommt sie schon.
Meine Schwägerin hat die Torte final doch nicht selbst gemacht, sondern einem Konditor in Auftrag gegeben, was wohl Größen- und Kühlungstechnisch besser war. Und der hat nach ihren Anweisungen der Welt schönste (Is klar, oder?) Jakobswegtorte gebastelt, die ich je gesehen habe. Kunststück, ich habe zuvor noch nie eine gesehen. Und noch ein Ründchen heulen, nee, wie schön. Sensationell. Boah. Wir schneiden sie vierhändig an, weil wir uns nicht entscheiden können, wer die Hand am Messer oben behält, blöde harmoniesüchtige Bande aber auch und stopfen sie uns gegenseitig in den Mund. Erdbeersahne. Göttlich. Und, um das noch mal für meine Enkel festzuhalten: Dat Einzige, wat die Omma zu essen gekriescht hat, an dem Abend. Stimmt nicht, ein Brötchen konnte ich zwischendurch noch dem Buffet entreißen. Aber, wie heißt es so schön: Das bisken, was wir essen, können wir auch trinken.

Und da isse schon, die nächste Überraschung: Die Kühlanlage ist aufgefallen und das Bier wird langsam aber sicher warm. Iiiiiiihhhh. *würgs* Ich bin ja echt schmerzbefreit bei vielen Dingen, aber warmes Bier? Örgs. Also kippeln wir kalten Äppler in uns rein und durch irgendein Wunder wird uns auch kaltes Bier organisiert. Es wird langsam ruhiger, viele sind gegen elf schon gegangen und auch Grace, eine Freundin und ihr Menne wollen los, sie haben den Hund im Wagen.
Da der Hund neulich einen doofen Unfall hatte, bei dem er sich die Haxen gebrochen hat und einen furchtbar langwierigen Heilungsprozess hingelegt hat, mag ich ihn auch wieder einmal sehen und gehe mit den beiden zum Auto. (Bevor sich jemand Sorgen macht: Der Wagen war ein VW-Bus, mit viel Platz, es war kühl darin und Grace und ihr Menne, waren im Halbstunden-Takt bei dem Tier. Alles gut.) Und was hat der Hund mich begrüßt. Total süß, das ist aber auch ein Toller. Und während er und ich Stöckchen werfen, sucht der komplette Saal die Braut und der Meinige bekommt Schluckbeschwerden, weil er eine Brautentführung befürchtet. Ich hab seelenruhig auf dem Parkplatz gestanden und Hund bespaßt. *lach* Und guter Hund, der er ist, macht er mir ein wundervolles Hochzeitsgeschenk. Er steht vor mir und wartet auf das Stöckchen, das ich in Händen halte. Und ich sage zu ihm: "Wenn Du Dich hinsetzt, bekommste das Stöckchen auch. Siiiitz." Macht er auch und Grace und der Ihrige fallen sich lachend und weinend in die Arme. "Was habt ihr denn auf einmal?", frage ich perplex und der Hund schaut der Frage entsprechend. Hunderl hat seit dem Unfall kein Sitz mehr gemacht, weil Bein kaputt und bei Sitz Schmerz. Jetzt hockt er neben mir, lässt sich hinterm Ohr kraulen und schaut sich Herrchen und Frauchen an, die ein wenig austickern. Das nenn ich mal Geschenk. Boah! Bis heute, eines meiner Lieblingsgeschenke. Das war eine wunderschöne Situation. Hach.... Dass mittlerweile der frischgebackene Gatte im Saal den Tod der tausend Schreie stirbt, ahne ich natürlich nicht, in dieser Idylle, aber ein Suchtrupp sammelt mich kurz darauf ein. Alles Wölkchen.

Die letzte Überraschung ist ein neuer langer Name, oder besser Namenszusatz, den ich nicht vom Meinigen geerbt habe, sondern er von mir. Aber, da der Adel seit der Weimarer Republik abgeschafft ist und Titel nur noch als Namenszusätze, respektive Nachnamen zu führen sind, brauche ich eigentlich darauf nicht näher einzugehen.

Die Feier geht dem Ende zu und gegen drei oder vier???? (Ich habe keine Ahnung, da uhrenlos unterwegs), rotten sich noch die letzten Mohikaner um einen Tisch zusammen. Das Rauchverbot wird offiziell aufgehoben und wir schwatzen noch ein Ründchen gemütlich miteinander. Wobei ich stehend k.o. bin, ich schlafe fast beim Reden ein. Wir sind seit 22 Stunden auf den Beinen und ich baue langsam aber sicher ab. Einen hammer aber noch: Erlöst mich von dieser Frisur, sonst muss der Meinige im Hotelzimmer dran glauben und damit würde er mir wirklich sehr, sehr leid tun. Dem Super-Schalker-Seine-Frau und Hedera, operieren mir beherzt 5 Kilo Haarnadeln aus der Kopfhaut und ich habe das Gefühl, ich hatte die letzten Stunden einen Helm auf, so befreiend ist das. Irgendwann, als es schon fast hell wird, versuchen wir auf diesem Kuhkaff Taxen zu bekommen und hocken paffend auf dem Bordsteinrand. Als wir wenig später im Hotel eintreffen, checken die ersten Hotelbewohner schon aus und wir sofort die Lage in der Horizontalen. Das war sie also, unsere Hochzeit. Wir haben dann noch das Wochenende als Nachlese und erst da lassen wir alles noch mal Revue passieren, uns endlich fallen und merken, wie schön, schön, schön das alles war.

Achter und letzter Teil? Hätten wir noch die Nachlese.


....

30.06.2010 um 14:10 Uhr

Der große Tag **~~ Part VII ~~***

19:40 Uhr

Ich habe eine Marotte. Wenn ich auf Jakobs Pfaden im fernen Spanien, gerne auch -wie unlängst geschehen- in Portugal wandele, sammele ich Pfarrer. Katholische und gerne auch evangelische Geistliche. Ich schaue die mir nicht extra aus, die laufen ja nicht im Priestergewand umher, sondern auch ganz normal im Pilgerlook. Die sind auch nicht sonderlich esoterisch oder vergeistigt, so dass man es ihnen anmerken würde und überhaupt ist der Beruf oder der Status etwas völlig Nebensächliches auf den Jakobswegen. Ich pflege dort meinen Glauben sehr, der mir hier in der Hektik manchmal abhanden kommt, vielleicht beschert mir das die Pfarrer, eine wirkliche Erklärung gibt es aber nicht. Portugal bescherte uns also Heinrich. Ein evangelischer Theologe mit Muskelproblemen, die er auf unserer Hochzeit natürlich längst nicht mehr hatte. Wir wollten aber von ihm, noch unbedingt seinen Segen für unsere Verbindung haben und haben ihn sehnlichst an diesem Abend erwartet.

Mittags auf dem Standesamt wurden wir zwar offiziell getraut, für uns war das aber nur ein bundeshoheitlicher Akt des Verwaltungsapparates. Wir haben uns folgendes überlegt: Wir heiraten uns abends vor versammelter Mannschaft noch mal! Das war uns unglaublich wichtig, auch wenn das Standesamt im Nachhinein unheimlich schön war, gefiebert haben wir doch auf den Abend. Und das war dann so.

Ich habe mir meine Nichte gegriffen und sie eingenordet. Und zwar, das sie NOCH MAL Blumendkind ist und wir NOCH MAL heiraten und das sie den und den Weg durch den Saal nehmen soll. Mittlerweile hat Weddingplaner einen Tisch mit einer weißen Brockattischdecke und ein paar Stühle publikumswirksam platziert. Ich, hab mir meine vermeintlichen Brautjungfern gegriffen. Das sind zwei super entzückende Mitarbeiterinnen, die mir seit Jahren in den Ohren liegen, das SIE sich in amerikanische Brautjungfern-Tüll-Scheißlichkeiten in lilö schmeißen, wenn wir mal endlich heiraten, die dann aber schließlich und letztlich ganz normal zur Party kamen und NULL von ihrem Glück wussten. Sie mögen bitte kurz ihre Handtaschen in die Obhut der anderen Kolleginnen geben und mir folgen. Die völlig verdutzt, die Handtaschen abgegeben und hinter mir her gedackelt, tuscheln und schulterzuckend. Vor dem Saal, haben sie zwei schöne Sträuße und ihren neuen Job bekommen. Ich hatte schon ein wenig Angst, ob die das mit durchziehen, die haben sich aber so irre gefreut, dass sie bis heute jeden Tag bei mir im Büro auftauchen, kichern und sich bedanken und darüber ratschen wollen. Total niedlich. 

Als wir alle Beteiligten beisammen hatten, um in den Saal zurückzukehren, wo NIEMAND etwas ahnte, sah unser Zug dann so aus:

-Mein Blumenkind, das fleißig seidene Rosenblätter streute
-Meine frischgebackenen Brautjungfern mit ihren kleinen Rosensträußen, die vor Freude heller strahlten als die Sonne
-Der beste Freund des Meinigen, der sein Trauzeuge war
-Meine geheimnisvolle Robin, die meine Trauzeugin war
-Der Meinige und ich
-Unser Pfarrer im VOLLEN Pilgerornat, was uns ganz, ganz doll gefreut hat


UND!!!!!!! dem allen voran: Ein Dudelsack Spieler des besten Corps von ganz Deutschland, der furchtbar gut war und unser Kommen lautstark mit einem Marsch ankündigte.

Da waren unsere Gäste erstmal ordentlich platt und ich sehe noch vier Wochen lang Sternchen, von dem Blitzlichtgewitter. *lach*

Als wir an dem Tisch Platz nahmen, hielt Heinrich die wohl schönste Traurede, die ich jemals gehört habe. Er erzählte von uns, vom Jakobsweg und von der Liebe und heimlich kullerten schon wieder die ersten Tränen. Dann sprach Robin, meine Jakobsweg-Flügelfrau, die soooo eine Angst hatte, was sie sagen sollte und vor so vielen Menschen und ich weiß, warum wir auf dem großen Jakobsweg Batman (ich) & Robin (sie) waren und bin heute noch so unendlich gerührt, wie absolut phänomenal sie über unsere Freundschaft und für unsere Ehe sprach. Der beste Freund des Meinigen hielt eine ebenso lange Rede, die eher lustig und unterhaltsam war und hatte die Lacher eindeutig auf seiner Seite. Dann bat uns Heinrich um unsere Eheversprechen. Der Meinige hatte im Vorfeld schon gesagt, das er sieben Word-Entwürfe habe, sich aber final noch nicht entschieden habe, welchen er nimmt. Mich kann man vor achthundert Leute stellen, auf das ich sie zwei Stunden bebabbele, ich mach so was, für so was brauche ich kein Script.
In diesen Minuten: Alles weg. Der Meinige hat Rotz und Wasser geflennt, mir zwei, drei Sätze zugewispert und mich geküsst. Ich glaube, ich habe es auf sensationelle vier Sätze geschafft, so verheult und so ergriffen, das uns KEIN Mensch verstanden hat. Als wir uns weinend in die Arme fielen hat der komplette Saal geheult. (Was mir erst im Nachhinein von allen Seiten gestanden wurde und was ich total verwunderlich finde. Da haben Menschen geheult, gegen die ist Chuck Norris ein Weichei!)
Heinrich bat uns schließlich und letztlich die Hände ineinander zu legen, legte darauf eine große Jakobsmuschel und darauf seine Hand. Er sprach einen Pilgersegen für uns, der in einer der ältesten Jakobskirchen am Weg über dem Altar steht und der mehrere Hundert Jahre alt ist. Danach sah man überall Taschentücher blitzen. Und während der Pfeiffer, wie Dudelsack-Spieler genannt werden, auf unseren Wunsch Amazing Grace donnerte, fiel unser kleiner Hochzeitsumzug sich lachend und heulend in die Arme. War das schön....... (Ich heul schon wieder! *schnüff*)

Und dann standen ja noch drei Überraschungen aus!

....

29.06.2010 um 10:41 Uhr

Der große Tag **~~ Part VI ~~***

16:00 Uhr und somit eine glatte Stunde zu spät

Auf ins Hotel. Ich knipse im Wagen eine SMS an die Hotelgäste, dass wir gleich vorrollen und bin gespannt, wer alles schon da ist und vielleicht noch einen kleinen Kaffee mit uns trinkt. Noch mal durchschnaufen und schon einmal einchecken, bisl nachschminken, denn es ist brüllend heiß und Schalke-Menschen begrüßen, die ich noch nie gesehen habe. *lach* Da freue ich mich sehr drauf.

Als wir vor dem Hotel ankommen, steht da einsam und alleine: Hedera! Die blondgelockte Inselschönheit. Wo issen der Rest? Die Schalker hocken in der Bar und schauen das WM-Eröffnungsspiel, einer meiner besten Freunde braucht immer wat länger, denn er ist stark behindert, der Rest duscht.

Aha! Nicht die schlechteste Idee, bei dem Wetter. Wir plumpsen peu á peu alle in die Bar und machen das einzig Vernünftige: Wir saufen Schampus. Wie weiter? Der und der, wollen alleine hoch zum Saal fahren, die und die würden gerne den Shuttle-Service nutzen, aber schlussendlich, lässt sich JEDER fahren! Zuerst die Brautleute. Okay, Hedera passt da noch rein. Aber doch nicht neben die Braut! "Hedera da hinten...." zu spät, der Meinige ist schon seufzend und lachend auf den Beifahrersitz geklettert und ab durch die Mitte.

Im Saal ist schon bisl was los, wobei man sich fragen muss, was an "ab 18:00 Uhr" so schwierig ist. Wir werden ein wenig bestürmt, was dies und jenes angeht, aber für dies und jenes stehe ich leider NICHT zur Verfügung, macht das unter Euch aus, oder fragt den Weddingplaner, dafür habe ich einen. Ich habe keine Lust, auf meiner eigenen Hochzeit die Getränkeversorgung zu koordinieren.

Kann ich nur jeder anderen Braut raten: Sucht Euch einen Weddingplaner UND einen Zeremonienmeister (gerne auch aus der eigenen Familie, die kennen die internen Abläufe), dann überlebt ihr das Ganze mit Anstand und ohne große Verzweiflung. Stehen diese beiden Personen lange vorher fest, pendelt es sich ein, dass diese gefragt werden und nicht die Braut oder der Bräutigam, die haben nämlich Gäste und zwar 120 und anderes zu tun.

Zudem muss ich auch sagen, dass es nicht immer soooo schlimm ist, eine Familie mit 25 Köpfen zu haben, die haben uns nämlich alles aus dem Rücken genommen und ziemlich gewerkelt, im Hintergrund. Aber auch Freunde halfen und so -wie uns wiederholt bestätigt wurde- war es für den Einzelnen gar nicht so wild, es hat sich wunderbar verteilt. (Tipps zur schmerzfreien Hochzeitsgestaltung jederzeit und gerne, ich glaube, ich kenne mittlerweile JEDE Verzweiflung *lach*)

Der Meinige und ich, ziehen sich noch etwas auf die Terrasse zurück. Dort geht ein kleines Windchen, wir können noch in Ruhe eine rauchen und viiiiiiieeellll Wasser trinken. Ich bin mittlerweile wirklich etwas aus dem Leim, im Saal ist es unglaublich warm und mein Kleid aus Wildseide, lässt vom stofflichen her, da sehr eng gewebt, keinen Lufthauch an meinen Körper. Meine persönliche One-Woman-Sauna. Ächz.

Jetzt noch den offiziellen Teil, dann umziehen und ganz bequem die eigene Eheschließung feiern. Es geht auf 18:00 Uhr zu und es tut einen Schlag und eine laaaaange Reihe Menschen steht vor uns, um uns zu gratulieren und uns zu feiern. Das dauert. Und dauert und dauert und dauert. Ist mal eine kurze Pause, lasse ich mich auf den nächsten Stuhl fallen und bedauere voller Inbrunst, Menschen wie die Königin von England, deren Job es ist, so etwas ständig zu machen. Ist das anstrengend.

Ich bekomme aber dann doch noch meinen ersten Weinflash, als ich in der Schlange meine dienstälteste Freundin erblicke, die ich schon wieder zwei Jahre nicht gesehen habe. Heulend fallen wir uns in die Arme und bekommen uns minutenlang nicht ein. Ich sehe auch an diesem Tag ihre kleine, entzückende Tochter zum ersten Mal, die als 650 Gramm Frühchen auf die Welt kam und um die lange gekämpft werden musste. Darum haben wir uns auch so lange nicht gesehen, zumal sie auch wirklich weit weg wohnt. Meine Tante Ju. Hach, Kinners. Ich flenn mal eben unkontrolliert weiter. Wie wundervoll!

Die Kleine von ihr beschließt im Laufe des Abends, das sie einen neuen Freund gefunden hat: Der Mann, der sie mit Fleisch gefüttert hat und anschließend mit ihr auf dem Parkplatz Fußball gespielt hat: Mein Babba. Die Beiden sind unzertrennlich, was mich über alle Maßen freut, wie schön. Diese kleinen Sachen, sind die eigentlichen Geschenke auf meiner Hochzeit gewesen. Der Blick mit dem die kleine, zarte Maus meinen Vater betrachtete, als dieser versuchte eine halbe Sau mit Sahne, in ihrem Mund unterzubringen. Dieses kindliche Vertrauen. Und die Augen meines Vaters. Diese unendliche Zärtlichkeit. Das kann kein Mensch kaufen oder einfach so verschenken. Das hat die Hochzeit so wahnsinnig wertvoll gemacht....

Zurück zu den anderen Gästen. Wer fehlt, ist der wichtigste Mann des Tages, der um PUNKT 19:00 Uhr da sein sollte. Nicht da. Schlecht. Ich schaue auf mein Handy. SMS von ihm, sein Zug hat sich verspätet. Sehr schlecht. Er kommt erst um 19:21 Uhr. Ganz schlecht. Okay, Lageplanänderung, bekommen wir hin. Doch dann steht er plötzlich vor mir und unsere kleine Idee für unsere Gäste wird endlich in die Tat umgesetzt.





28.06.2010 um 11:20 Uhr

Der große Tag **~~ Part V ~~***

13:30 Uhr

Endlich Essen! Ich habe vom Schampus schon ein wenig Schummerbirnchen und bin froh, endlich etwas zu futtern zu bekommen. Wir haben beim Küchenchef ein mehrgängiges Menu mit der Option auf a la Carte für den Hauptgang bestellt und starten mit einem wundervollen Sommersalat. Was uns noch bevor steht, sind die Reden. Mein Clan legt auf diesen formellen Quatsch ja allergrößten Wert. Also:

-Die Hochzeitsrede des Brautvaters
-Anschließend sprechen Vater oder Mutter des Bräutigams.
-Der Bräutigam erwidert
-Danach reden Trauzeugen, Familienmitglieder und Freunde.
-Die Brautleute behalten sich das Schlusswort vor.

So was, kann bei uns ganz schnell in die Hose gehen, da wir in der Familie einfach zu viele sind. Da spricht dann noch der älteste Bruder und die älteste Schwester, das älteste und das jüngste Kind und so weiter und so fort. Schön, das bei uns alle wissen, dass frühestens vor dem Hauptgang, gesprochen wird. Ich saß schon auf Hochzeiten mit knurrendem Magen nach zwei Stunden Kirche vor der Vorspeise und bin fast verhungert, weil der Brautvater nicht müde wurde Anekdötchen aus der frühesten Kindheit der Braut zu erzählen. Ganz gruselig. Vor meinen Vater muss man sich auch in Acht nehmen, der redet gerne und viel und noch schlimmer: Er dichtet. Das sieht dann so aus:

Wir sind heut alle hier,
heute Abend gibt es Bier.
Ich wünsch Euch Glück,
das gebt ihr Euch zurück.

Versmaß? Nie gehört! Und dann dieses Reim-Dich-oder-ich-schlag-Dich. Ganz bitter. Ich rufe meine Mutter an, um das Schlimmste zu verhindern:

"Du, will Papa eigentlich etwas sagen bei Tisch?"
"Aber selbstverständlich! Du kennst ihn doch!"
Eben! *grusel*
"Liegt es im Bereich des Möglichen, das er eventuell NICHT dichtet und sich zur Abwechslung mal kurz fast?"
Sie lacht: "Ehrensache!"
Simmer mal gespannt.

Nach den Vorspeisen, bittet mein Vater den Meinigen zu beginnen, er möchte erwidern. (Was blöd ist, dann muss der Meinige noch mal erwidern.) Der Meinige hat sich aber schon im Vorfeld mit Zähnen und Klauen gewehrt. Warum ICH das nicht mache? Ich wäre doch der Redner vor dem Herrn? Weil ICH, den ganzen Kram so klassisch, wie nur irgend möglich möchte. ICH wollte in Jeans heiraten! Wenn wir jetzt so einen Aufriss machen, dann bitte mit allem Schnipp und Schnapp, drunter mache ich es nicht. Hm, okay. Was er sagen soll? Nun, er soll alle noch mal willkommen heißen und noch mal die Eltern extra begrüßen und sich bei allen bedanken und bisl was persönliches und weiteres fröhliches Feiern. Sowat halt. Bekommt er hin. Alles gut. Kurz vor dem Hauptgang erhebt er sich, hält seine kleine Ansprache und dann ist mein Vater dran.

DER erheeeeeeeeeeebt sich, kruschpelt irgendwo in seinem Anzug herum, holt einen knallebunten Zettel hervor, sucht anschließend seine Briiiiiilleeeeeee, nestelt sich eben jene auf die Naaaaaaase. Dies so umständlich es nur geeeeeeeeeht, kruschpelt weiter, faltet den Zettel mal sooooo und mal soooo und räuspert sich schließlich. *schnarch*

Er liest seine Hochzeitsrede ab.  Was man nicht macht. Geht gar nicht. Hochzeitsrede: Frei, kurz, persönlich. Ich bete für alle künftigen Hochzeitspaare, dass jenes auch bei ihren Rednern ankommt. Was meinen Vater entschuldigt: Er ist übernervös, also darf er sich an den Zettel klammern und er hat ihn von oben bis unten mit roten Herzchen bemalt und schenkt ihn uns anschließend. Ist das mal OBERHAMMERSÜß??? Inhaltlich das Übliche: Gäste, Rahmen, Persönliches und ganz zum Schluss der Kracher. Er wendet sich von der Gesellschaft ab und uns zu.

"Liebe Pelegrina, lieber Pelegrina-ihr-Mann also known as Meiniger, in diesem Sinne wünsche ich Euch alles Glück der Welt und gratuliere Euch von ganzem Herzen......*lufthol* ....*tränchen wegwisch*.......zum Geburtstag!"

Ich schmeiß mich weg, der Rest der Gesellschaft hinterher. *gacker* Die komplette Hochzeit liegt lachend unterm Tisch und bekommt sich nicht mehr ein. Mein Papa ist sehr entrüstet, weil er das vor lauter Nervosität gar nicht kapiert hat, was er da von sich gegeben hat. Meine Mutter souffliert ihm, das er sich versprochen habe. Als er das realisiert, fängt er auch herzlich an zu lachen und drückt und herzt uns. Der Meinige und ich, gratulieren uns im Laufe des Tages, ständig gegenseitig zum Geburtstag und freuen uns, dass wir so einen entzückenden Hochzeitspatzer haben, der allen in fröhlicher Erinnerung bleiben wird, auch meinem Vater. Ich bin mir sicher, wir werden uns auch an den Hochzeitstagen von Herzen zum Geburtstag gratulieren. *lach*

Nach dem Essen löst sich die Mittagsgesellschaft auf. Viele fahren noch mal heim, zum Umziehen. Dick & Doof machen sich Richtung Partylokation, um die Musik aufzubauen, wir düsen zu Weddingplaner, Kleid verarzten. Sache von ein paar Minuten, sag ich doch. Dann wechseln wir den Wagenlenker auf den Menne der älteren Schwester des Meinigen, der sich von diesem Augenblick weigert, den Wagen jemals im Leben wieder zu verlassen und düsen auch weiter. Da gingen sie hin, die letzten ruhigen Minuten. Ab jetzt ist RambaZamba angesagt, worauf wir uns beide ein wenig einschwören und gespannt sind, wie die Party wird. Sie wird. Und zwar gaaaaaaanz lange......... Inklusive diverser Überraschungen für unsere Gäste, die zum Teil so ankommen, wie wir es niemals gedacht hätten.

...




25.06.2010 um 10:00 Uhr

Der große Tag **~~ Part IV ~~***

 

13:00 Uhr

Wir bekommen eben im Restaurant auf der Sonnenterrasse ein Gläschen wundervollen Rheingauer Rieslingsekt in die Hand gedrückt, als sich die Ereignisse überschlagen. Mit einem Mal, geht mir auf, was mein Blumenkind da vorhin zu mir gesagt hat:  "Duuuuuuuuuu? Peleeeeeeeeee? (Bei Kindern hört man diese zehn Vokale immer so schön raus!) Hast Du mal gesehen, was das Dööfchen anhaaaaaaaaaat?" 


Habe ich. Eine Kapuzen-Sweatshirt-Jacke, auf der in Strass-Steinchen-Schrift "Victoria Bekham" auf dem Rücken steht. Wir reden NICHT von
Victoria Beckham , sondern von einem wahrscheinlich kürzlich in Tunesien (Wo die Beiden unlängst waren) getätigten Schnäppchenkauf.

Ich muss lachen und sage zu Celine: "Schatz, da sind wir aber alle mal froh, das nicht
"Pit Bull Frankfurt" , wie sonst immer draufsteht, hm?"

Da hätte ich wohl recht, kichert sie rum und noch mal: Das Kind ist 10. Ihr fällt auf, das Doof eindeutig verkehrt für diesen Anlass gekleidet ist, das fällt auch meiner Mutter und meinen sämtlichen Schwägerinnen auf, von denen Susi nebst Mom auf mich zugeschossen kommen, denn die Jacke ist nicht nur orthographisch etwas fehl am Platze, sondern auch weiß! Genauso weiß, wie ihr langes weißes Kleid, ihre weißen Schuhe, ihr weißer Haarschmuck, ihre weiße Handtasche, alles Weiß! 

Die kommt als Braut zu meiner Hochzeit! HALLO??????????? Wie Schlangen zischen Susi und Mom auf mich ein, dass ich mir das nicht betrachten soll, die sei doch nur doof! Mir steht der Mund offen und Doof fern ab des Geschehens, drinnen in der Ecke. Ich hatte sie dort noch eben angesprochen, wieso sie nicht mit hinaus käme? Da funktionierte noch der Spam-Filter in meinem Braut Hirn. Da wären lauter Fremde, mault sie mich an. Nein, da steht unsere Familie und die des Meinigen. Die KENNST du alle! Neeeee, das wärn Fremde. Nölig, wie eine verzogene Dreijährige. ‚Unn alleweil, lässte mir ma schee mei Ruh’, denkt der Hesse in mir, schreitet von dannen und mischt sich unter die Schampus Trinker. Und exakt in dem Moment, als Schwägerin und Mutter, wie zwei klingonische Raumschiffe, böse dampfend auf mich zuschießen, macht es in meinem Kopf KaaaLICK-KaLACK und ich betrachte Doof einmal von oben und dann von unten. HAT DIE EINEN KNALL????? Boah, gleich bekomme ich das große Kotzen!  

Susi und Mom hätten sich Doof schon zur Brust genommen, berichten mir die Beiden, ebenfalls ziemlich angefressen. Der Meinige stößt hinzu und sagt, ich soll mich nicht aufregen. Ich erinnere mich an die weisen Worte, meiner Kollegin HERTA, bei welcher der Name Programm ist: "Die Braut, darf an dem Tag alles, alle annern haltens Maul!" und sage zu Susi und meiner Mutter, sie sollen mir Doof aus den Augen schaffen, sonst bekomme ich Halsschmerzen vom Kopfschütteln! Es war sowieso gedacht, das sich alle noch mal nach dem Standesamt, zu dem alle todschick erschienen sind umziehen, weil abends ja lockere Party war. Da musste sich keiner im feinen Ornat einen Abschwitzen. Wegen mir, kommt in Bermudas.

DAS schaue ich mir allerdings keine fünf Minuten länger an! Ich glaube, es geht los!!!!!!! Das weiß man doch! Wieso sagt mein Bruder Dick denn da nichts? Wieso nicht seine bescheuerte Ex-Freundin, die -in Ausübung ihres Berufes als Friseurin- Doof die Haare hochgesteckt hat? Und nicht IRGENDWIE hochgesteckt hat, sondern auch noch mit weißen Blümchen verziert hat? Isch kriesch Blutdruck! Mein Clan schafft Doof weg. Ich köchel noch ein wenig weiter. Muss mal dieser Tage heraus bekommen, was die Doof genau gesagt haben. Ich habe auch schon mit dem Gedanken gespielt, sie anzurufen und zu fragen, ob sie mir eventuell eins auswischen wollte und was -verdammt noch mal- ICH ihr angetan habe?????

Der Meinige hat Recht: Du musst sie behandeln, wie Du eine zurückgebliebene 5-jährige behandelst. Dann klappts auch mit dem Nachbarn! Die Frau wird nächste Woche 30. In Worten: DREISSIG!!!!!! Ich kann die nicht behandeln, wie eine Vollidiotin, ich MUSS sie behandeln, wie eine Vollidiotin, ich bekomms aber nicht hin. Wobei das bei ihrem Gatten, seines Zeichens mein Bruder, wunderbar funktioniert. Der hat eben andere Lebensziele als ich, ist nicht der Schlauste und schnallt so manches nicht sofort. Aber er ist mein Bruder und ich liebe ihn. Punkt. Da wird er auch dann auch nicht so gefordert, oder veräppelt. Bruder. Punkt. Aber wie kann man denn so doof sein? Ich komme aus dem Augen rollen gar nicht mehr raus, während der weibliche Teil des Clans kocht und das nicht wenig. ICH würde mich ungern von meiner Mutter UND Susi zusammenfalten lassen. *schüttel* Da fällt mir Netteres ein: Blutend in ein Haifischbecken, nackt in einen Kakerlakensarg, unbewaffnet nach Offebach. DIE Zwei auf einem Haufen, beim Zur-Schnecke-Machen? Nicht für alles Geld der Welt!!!!! Muah!!!!!! 

Ich brauche ´ne Zigarette und drücke mich hinter der Terrassentür rum. (Warum? Weil ich keine Bilder "Braut mit Kippe" haben möchte und da X Kameras lauern) Die Frau meines zweitältesten Bruders drückt sich zu mir. Ob ich einen Fleck dort am Brautkleid habe? Und wieder wird die Aufregung groß. Ich habe den Brautstrauß auf dem Standesamt, auf dem Schoß liegen gehabt. Und damit wohl eines der Rosenblätter zermatscht, aber nicht eines der lachsfarbenen, das kann ja jeder. Nööööö, schön eines der Blutroten und ein Fleck in Größe eines Fünf-Mark-Stückes ziert in Höhe Mitte-Oberschenkel mein Brautkleid. Tiefrot. Man sieht mich begeistert.

"Sieht man kaum", meint Schwägerin und pafft sich auch eine. Nächste (meiner SIEBEN!!!) Schwägerin stößt dazu: "AH! Hast Du da einen Fleck?????" Jaja, sieht man kaum. Gnarf... Mittlerweile ist Hektik ausgebrochen und ich schicke Schwägerin Susi nach einem hochprozentigen klaren Schnaps und schnappe mir eine Stoffserviette. So schlimm ist das schon nicht, obwohl es schon doof aussieht. Leider steckt mich aber die allerhellste Aufregung der weiblichen Familienmitglieder schon ein wenig an und es fallen Worte wie: Ruiniert! Nie mehr wieder gut! Alles so schrecklich!

Susi und ich tupfen ein wenig mit einer Wodka getränkten Serviette daran rum: Nix zu machen. Dann machen wir in das Röckchen doch einfach ein Rüschchen mehr rein, sind ja schon paar drin. Merkt kein Mensch! Man reiche mir eine Sicherheitsnadel. Merke: Gehe als Weddingplaner NIE ohne Sicherheitsnadel auf eine Hochzeit. NIE! Irgendwas ist IMMER! Sie hat keine. Okay, das bedeutet, dass wir nach dem Essen einen Umweg fahren müssen und bei ihr eine Sicherheitsnadel holen und reinbasteln müssen. Ich bin da guter Dinge, das bekommen wir hin. Allein, die Zeit läuft uns davon......schlecht.

In diesem Moment, werden wir zu Tisch gebeten und ahnen noch nicht, dass mein armer, armer Vater dort für den Hochzeitskalauer des Jahres sorgen wird, über den wir noch bei der Goldenen lachen werden.....*weglach*.....war das cool.....  ... 

24.06.2010 um 10:47 Uhr

Der große Tag **~~ Part III ~~***

12:00 Uhr

Der junge höfliche Mensch, der eben noch neben unserer Frau Öl mein Gefummel mit der wilden Hand beobachten durfte, bittet die Familie Van de Emt zur Trauung. Der Meinige und ich, die wir da so schön Händchenhaltend standen, starten Überraschung Nummero Uno. Wir drehen uns auf dem Absatz um, der Meinige schnappt sich seine Mama, ich harkte mich bei meinem völlig verdutzten Vater unter und bitte ihn, seine Tochter zum Traualter zu führen. Was machen unsere Oldies? War klar: Heulen los. Mein Vater ist so ergriffen, dass er in den folgenden drei Tagen nur EIN Thema hat: Er durfte die Braut zur Trauung führen und das hat ihn soooooooo stolz gemacht. Ist das rührend. *lächel*

Unser Trausaal ist wunderwunderhübsch und richtig witzig ist, das unsere Familie, die hinter uns sitzt, uns beobachten kann, denn hinter der Standesbeamtin hängt ein großer Barocker Spiegel. Frau Öl legt los und kommt nach kurzem Intro auf irgendein Gleichnis, das doch die Ehe, wie eine Flussfahrt sei. Oder wie ein Kanu? Oder ist die Ehe der Fluss? Ich bekomme NULL KOMMA NICHTS mit. Dann und wann dringen Worte, wie Strömung und Strudel an mein Ohr, aber irgendwie rauscht alles links und rechts an mir vorüber, bis sie darum bittet, dass sich alle erheben.

Es ist ein großartiger, wundervoller, einzigartiger, nicht zu beschreibender Moment, vor all diesen Menschen, meiner Familie und meiner neuen Familie Mann und Frau zu werden. Während der Meinige das "JA!" sehr, sehr ernst und laut von sich gibt, wispere ich mehr und habe größte Angst, überhaupt ein Wort rauszubekommen. Wir strahlen uns an und haben beide eine Träne im Knopfloch, Frau Öl bittet meine Nichte -wie vorab abgesprochen- um die Ringe. Die kommt mit dem Schmuckkästchen nach vorne, drückt es mir komplett in die Hand und will wieder abziehen. Erstes Gekicher. Ich bitte sie zurück, dass Kästchen zu öffnen und zu halten und der Meinige und ich entnehmen die Ringe. Nichte weiß nicht wohin mit dem Kästchen, drückt es Frau Öl in die Hand und zieht endgültig ab. Wieder Gekicher. Währenddessen versuchen der Meinige und ich uns die Ringe über die warmen, dicken Finger zu drücken, die uns das Wetter beschert hat und unter Zuhilfenahme kurzer aber heftiger Gewalt sitzen sie auch. Wieder strahlen wir uns an und ich weiß, so sieht Glück aus, DAS IST GLÜCK. Ist das schön. Das ist so, so schön. Schön. Einfach nur schön.

Die Standesbeamtin räuspert sich irgendwann, schmunzelt und sagt: "Also, Herr Van de Emt, Sie dürfen ihre Frau auch gerne küssen!" Wieder Gekicher. Stimmt, da war ja noch was. IHRE FRAU! Hach, wat schön. Wir fallen uns in die Arme und knutschen uns ab. Kleiner Szenenapplaus, dann muss ich das erste Mal ein Dokument (Was war das noch? *kopfkratz*) mit neuem Namen unterzeichnen. Mit so viel Schwung, wie möglich und einer Hand, die NICHT zittert -hat offenbar ihren Einsatz verpasst, das dumme Ding- male ich schwungvoll VAN DE EMT unter den Kaufvertrag eines Grundstückes in der Slowakei, oder was immer das war.

Dann gibt es noch eine kleine Tombola. Wir bekommen in einer schicken Mappe mit Stadtwappen, alle Papiere, die man für ein solches Event zusammentragen muss und anschließend noch einige drauf, die man in Zukunft haben muss. Das Ganze ist dann so dick, wie das Telefonbuch von New York. Dann unser schönes Stammbuch, welches NICHT ausschaut, wie ein Beerdigungsregister und zu guter Letzt -Kracher- einen Porzellan-Teller des Vorörtchens, wo wir geheiratet haben, mit dem Abbild eines kläglichen Restes von irgendeinem Römerbau, den sie um die Ecke ausgebuddelt haben.

Was kein Kunststück ist, in Wiesbaden wird am laufenden Band irgendein Römerdingens ausgebuddelt, aber dieser Teller ist so sensationell unschön, das ich mir auf die Lippen beißen muss, um nicht loszuprusten, was aber nicht heißt, das die hinteren Ränge nicht schon wieder kichern. Frau Öl überreicht diesen kleinen Ausbund an Hässlichkeit, auch noch in solch einer Inbrunst, als hätten wir bei der Olympiade gewonnen. Im Laufe des Nachmittags, wird der Teller sämtlichen Verwandten als nächstes Geschenk angedroht, weil wir uns immer wieder darüber beömmeln.

Frau Öl gratuliert uns feierlich und dann dürfen uns alle abküssen, herzen und drücken. Meine zwei neuen Schwägerinnen trällern:"Frau Van de Emt, Frau Van de Emt! *lalalala*". Schwager Schrammi bricht in Spontantränen aus und zerquetscht mich fast. Mein Vater murmelt: "War das schön......das ich Dich zur Trauung führen durfte!" Schnüfft und vergisst das Gratulieren und anschließend werden wir vor dem Standesamt mit 15 Kilo Reis beworfen, der mir noch morgens um halb fünf aus dem Haar rieselt.

Schrammi fährt den Wagen vor, -der, so habe ich den leisen Verdacht, der eigentliche Star des Tages ist- und wild hupend machen wir uns Richtung Restaurant auf. Wir fahren die hintere Verdunklung und die Fenster runter und winken Hinz & Kunz und allen Menschen, die das Pech haben von uns behupt zu werden. An einer Ecke, an welcher der komplette Clan eine rote Ampel überfährt, um beisammen zu bleiben, fängt ein älteres Männlein an zu weinen und ruft: "Viel Glück Euch beiden!" Und der Anblick ist so rührend, das ich spontan ein wenig mitweine. Ein wenig später, bringt eine Frau in ihrem Wohnhaus gerade Müll zur Tonne (schwer romantisch), kommt ans Hoftörchen gesaust und ruft: "Alles Gute zur Hochzeit und Gottes Segen!". Ich flenn munter weiter, winke huldvoll mit dem Brautstrauß und brülle "DANKE!" zurück, worauf meine Nichte, die zwischen uns sitzt, erwidert: "Klasse, jetzt bin ich taub!" Wir lachen und weinen und lachen und irgendwie brausen wir quer durch Wolke Sieben und gleichzeitig in Warpgeschwindigkeit durchs All. Jetzt bin ich doch aufgeregt. Positiv aufgeregt. Angeregt, aufgedreht. Glücklich. So ein Glück. Alles fällt von mir ab und in meinem Bauch ist rosa Zuckerwatte. Hach......

Das hält leider nur bis zum Restaurant. Dort erwartet mich aber nicht nur ein Schrecken, sondern *trommelwirbel* gleich zwei. Nee, oder?

....

 

23.06.2010 um 11:11 Uhr

Der große Tag **~~ Part II ~~***

11:00 Uhr

Ich klammere doch ein wenig am Telefonhörer. Was ist nur passiert? Ich bin mir seiner sicher. Er hat nicht das Land verlassen und auch egal, was sonst ist, wir wuppen das. Wir sind ein Team, wir können alles!

Wir konnten leider nicht aufhalten, dass sein Vater, morgens aus den Schuhen gekippt ist. Ach, Du Schreck. Die Eltern sind schon ewig getrennt, haben aber ein gutes Verhältnis zueinander. Der Vater hat schon seit 23 Jahren eine neue Ehefrau. Nur leider sind diese Beiden schon etwas tatterich und auch nicht mehr die Gesündesten. Und zu diesem schönen Tage, beschloss der Kreislauf des alten Herrn auszusteigen und der Notarzt in diese Szenerie einzusteigen. Alles nicht soooo wild, die Aufregung, das schwüle Wetter, aber sie werden nicht zur Trauung kommen können.

Okay, wenn das die heutige statistische "irgendwas geht immer schief-Tageskatastrophe" ist und bleibt, dann kann ich damit leben. Schade, das es dem armen Kerl so schlecht geht. Nicht zu ändern, aber verschmerzbar. Das Verhältnis ist nicht so wahnwitzig innig. Durchatmen, weiter.

Viertel nach elf. Gut, wir kommen dann so langsam mal in die Gänge. Bruder und bald Schwägerin, noch Freundin fangen an. Problem: Er kann keinen Schlips binden. Ich muss da ewig nachdenken, diese Zeit haben wir aber nicht, der Rest kann's nicht. Ich entnehme der reichhaltigen Pelegrina Bibliothek das Werk "Krawatten und Tücher elegant binden", Problem gelöst.

Weddingplaner geht ins Schlafzimmer, packt Kleidung aus, geht ins Bad. Katze schmeißt sich auf Designerkleid von Weddingplaner, wälzt sich herum und hinterlässt dreitausend Katzenhaare. Braut entdeckt Malheur zeitig, bürstet Kleid aus, jagt Katze raus, stellt sich gegenüber Weddingplaner ahnungslos, Problem gelöst.

Als nächstes wird die Braut ins Kleidchen gebastelt und mehrfach ermahnt, mal endlich den Kaugummi aus dem Mund zu nehmen, was dann aber irgendwie doch ständig untergeht. *flöt* Schuhe an, noch eine rauchen. Ob ich schon was gegessen hätte, fragt Weddingplaner? Nö, aber zwei Liter Kaffee getrunken. Trotzdem bin ich cool, immer noch nicht aufgeregt und mein größtes Problem ist: Welche Perlenkette werde ich tragen? Ich stehe wieder mal auf dem Balkon und paff mit Brüderchen eine, da fährt der Brautwagen vor.

Das ganze Geraffel, was mir mein baldiger Gatte gelassen hat, nebst jenem, welches ich noch mitzuschleppen trachte, versenke ich in den todschicken Taschen, die man bekommt, wenn man in Wiesbaden auf der Yuppiemeile Schuhe kauft. (Und die Hälfte davon ist HEUTE noch in der einen Tasche! Also Hochzeitsgeraffel, keine Schuhe=> Wir ham doch keine ZEIT!!!!) Aber: Tasche bleibt Tasche und beladen, wie ein Maulesel werden die ersten Videoaufnahmen von mir gemacht. Bin ich jetzt schon gespannt, wie bekloppt das aussehen wird. Mein Weddingplaner hatte zwar die Geistesgegenwart IHR ganzes Geraffel sofort fallen zu lassen und mir meine schönen Tüten zu entreißen, ich denke aber, dass war eine Sekunde zu spät. UND: Es ist soooo typisch Pelegrina. Passt schon. *grins*

Der Wagen ist wunderschön geschmückt und ich stecke im Geiste noch eine Kerze für den Gott der Floristen an, MEINE Floristin ist mir nämlich am Tage zuvor, heulend und fluchend in die Arme gefallen, es wurden nämlich keine crémefarbenen Rosen geliefert, sondern weiße mit einem lachsfarbenen Schimmer. Und während der Meinige sich die Sonne beim Kaffeeröster unseres Vertrauens, auf den Bauch scheinen ließ und sich gefragt hat, wo ich stecke, ich wollte doch nur eben ums Eck, zur Blumenmadame, habe ich eben jene eine Viertelstunde trösten müssen, dass die weißen Rosen mit dem lachsfarbenen Schimmer TOTAL in Ordnung sind, davon die Welt nicht untergeht (und mir das so was von scheißegal ist!) und das sie sich nicht so aufregend soll. Ächz........ War die neben der Kapp, nicht zu fassen.

Zurück zum Wagen. Ich habe mir meinen zukünftigen Schwager Schrammi als Chauffeur gewünscht, der Meinige wartet mit meinem Brautstrauß vor dem Standesamt. Brüderchen klemmt sich nebst Freundin in seinem Wagen hinter uns und ab durch die Mitte. Während der Fahrt treffen wir noch meine Eltern und hupend und lachend rollen wir vor dem Ort der Entscheidung vor, wo schon der Meinige mit der (fast) kompletten Familie steht und heller strahlt, als alle Sonnen.

Er sieht phantastisch aus, in seinem Anzug, sieht mich das erste Mal im Kleid und....heult. Ach, weh. Ist der süß. Ich freue mich soooooo ihn zu heiraten, aber von Aufregung immer noch keine Spur. Wenigstens habe ich den Kaugummi mittlerweile rausgenommen. Der Brautstrauß besteht aus dunkelroten und lachsfarbenen Rosen, die zu einem kleinen kompakten halben Ball fest gebunden sind und ist wirklich sehr, sehr hübsch geworden. Alles da, alle bereit? Dann los. Wie? Susi & Strolch fehlen? Die werden schon noch aufschlagen, wir werden dann schon mal kurz rein gehen und die letzten Formalitäten klären.

Witzigerweise sind wir immer noch keine Geschwister und müssen das Frau Öl nochmals bestätigen. Einmal der Meinige hier unterschreiben und dann ich dort. Und in diesem Augenblick passiert etwas Seltsames. Meine rechte (Schreib-) Hand fängt so unkontrolliert an zu zittern, dass ich den Geschwisterkram nicht unterschreiben kann. Das Ding macht, was es will und ist völlig außer Rand und Band. Der Meinige lächelt und freut sich wahrscheinlich diebisch, dass ich auch endlich mal mit dem Aufgeregtsein beginne, Frau Öl säuselt "Lassen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich Zeit...." Ich starre meine Hand an und frage: "Wem gehört diese Hand? Wer ist das?" Meine ganzer Körper ist ruhig, locker und tiefenentspannt, nur diese Hand tanzt Samba. Aber WIE! Ich starre weiter die Hand an, der Meinige lächelt weiter, Frau Öl säuselt weiter. Gibbet doch garnich! Tief Luft holen, Stift aufs Papier rammen, Pelegrina hinschmieren, muss genügen, für dieses letzte Mal mit ollem Namen. Die Hand verkauf ich auf ebay, oder geb sie ins Heim! Was macht die denn? Isses denn wahr? Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand prophezeit, dass jenes den GANZEN Tag anhält, ich hätte mir das eiskalte Händchen an den Oberschenkel gebunden. Zwischendurch versuche ich sie mit bösen Blicken zur Ruhe zu zwingen, beeindruckt sie nicht, ich kann nämlich a) nicht wirklich böse gucken und b) scheint Händchen Gefallen an diesem Geeier zu finden. Nur diese eine rechte Hand! Was ist das?

Wir dürfen noch mal in die Sonne und werden gerufen, wenn es losgeht. Als wir eben hinaus schreiten, stürmen Susi & Strolch den Hof. Alle da. Es ist luftig und sonnig, wir haben alle Papiere, alle Verwandten, ich fühle mich gut, alles Wölkchen. Meine Nichte, die unser Blumenmädchen ist, bekommt letzte Instruktionen und mogelt sich anschließend neben mich. Sie weist mich auf einen Umstand hin, den ich zunächst überhaupt nicht richtig realisiere, denn auf einmal geht es los und unser kleiner Trupp formiert sich, es wird geheiratet und erst eine halbe Stunde später, merke ich, was dieses 10jährige Kind da vorhin von sich gegeben hat und tatsächlich erweist sich DAS, als das größte Unglück des Tages und der Braut entfährt ein: "Boah, gleich bekomme ich das große Kotzen!"

Was war ich sauer!!!!!!!! Und damit war ich nicht alleine!!!!

...

22.06.2010 um 16:40 Uhr

Der große Tag **~~ Part I ~~***

Wir schreiben den 11.06.2010, morgens 05:30 Uhr.

Während die Braut des Tages noch friedlich ins Kopfkissen rüsselt, hält es den "etwas" aufgeregten Bräutigam nicht mehr in den Federn. Er macht Kaffee, kruschelt rum, schmeißt den PC an, kruschelt weiter und hat nach wenigen Minuten die Braut soweit, das sie auch aufsteht. *schnarch* Erst einmal ins Bad. Was liegt denn da auf der Ablage? In einem geöffneten Schmuckkästchen, strahlen mich zwei reinweiße Perlen-Ohrringe an und ich strahle spontan mit. Sind die schön! Uih! Die sind aber auch wirklich hübsch. *strahl*
Also erstmal ins Schlafzimmer eilen und das versteckte Geschenk für den Bräutigam holen. Ich habe ihm von unserer Goldschmiedin des Vertrauens eine goldene Jakobsmuschel als Kettenanhänger schmieden lassen, die sensationell schön geworden ist. Unter Tränchen packt der Meinige sie auch aus und legt sie sofort an. Ebenso, wie ich die Perlen auch zur Trauung tragen möchte.

Er hat aber noch etwas und drückt mir einen Umschlag in die Hand. Karten für "Lord of the dance", vorderste Reihe, damit man richtig was mitbekommt! Wie toll ist das denn? Hach, wir fliegen uns in die Arme und vergießen ein paar Tränchen. Er bekommt NOCH ein Geschenk, das aber erst abends vor versammelter Mannschaft und weiß zu diesem Zeitpunkt noch nichts von seinem Glück. Hihi...

Kaffee, Kippchen, was schaut er denn da am Computer? Aha, Wetter.com. Es wird eben hell und........es regnet in Strömen. Na, Klasse. Wie bestellt. Was sagt das Internet? Ab späten Vormittag bis zu 34 Grad, sieben Sonnen und gefühlte 170 % Luftfeuchtigkeit. Börgs. Naja, Augen zu und durch, wir können fast alles ändern, das Wetter aber auf gar keinen Fall. *schulterzuck*

Plan für heute:

07:40 Weddingplaner holt mich ab, um mich zum Schteilisten zu chauffieren
08:00 Schteilist reist mir an den Haaren herum, währenddessen geht der Bräutigam zum Schwager um die Ecke und lässt sich von ihm Händchen halten.
11:30 Brautwagen mit Chauffeur fährt vor und sammelt Braut und Weddingplaner ein
12:00 Trauung
13:00 Uhr Sektempfang
13:30 Mittagessen
15:00 spätestens!!!!! Abflug ins 40 Kilometer entfernte Partyasyl, einchecken im Hotel, rüber zum Saal, Fußball gucke
ab 18:00 Hundert Gäste begrüßen
bis 20:30 Dies und Jenes an Progrämmelchen
danach: PARTY!!!!!!

Soweit der Plan.

Wir duschen und mir fallen siedendheiß meine Haare ein. Schteilist hat befohlen, sie abends zu waschen, Haarschaum reinzukneten und luftzutrocknen, damit sie morgens zum frisieren "Griff haben". Gut, hab sie zwar gestern gewaschen, aber nicht mehr dieses Chemiezeuch reingeknetet. Damit zu Bett gehen? Nönö, das holen wir einfach jetzt nach. Sprachs und schubbelte sich zwei große Hände "Extra strong" ins trockene Haar. Resultat: Ich habe das Gefühl, Kaugummi auf dem Kopf zu haben. Iiiiiihhhh. Also anfeuchten. HAH! Macht alles nur noch schlimmer. Dann föhnen. Besitzen wir einen Föhn? Irgendwo muss doch einer sein?

Ich sehe aus, wie Catweazle, als Weddingplaner klingelt und mich kritisch bei meinen Aktionen beäugt. Ist es echt schon sooooo spät? Args. Wir müssen los! Ich greife Hemd und Cargo-Hose und schaue eher aus, wie ein Pilger auf Sonderurlaub, denn eine Braut und sause mit Weddingplaner zum Haare machen. Der Meister selbst übergibt mich Tabea (oder so ähnlich), die hätte die meisten Fortbildungen im Haarehochstecken. Aha, was es all gibt? Tabea greift mir ins Haar und fragt, was -verdammte Axt- ich da reingeschmiert hätte?????? Ich rede mich über den Regen raus, sie frisst es nur halb und rächt sich mit einer eher unbarmherzigen Kämm- und Föhnaktion. Fortan reißt sie über eine Stunde an meinem Kopf rum, versprayt 3 Dosen Haarlack und jagt mir dreihundert Haarnadeln, direkt unter die Kopfhaut. Ich sitze da und schaue auf den Regen. Und es regnet und regnet und regnet. Ich dösel rum, soweit jenes bei dieser Aktion geht, fühle mich ruhig und ausgeglichen und irgendwann kommt das alles erlösende: SO! Machen wir es kurz: Ich fühle mich, wie ein Re-Import aus Griechenland, einwandfrei deutsche Wurzeln, aber die Haaaaareeee! *lach* Mein sonst sportlicher Pferdeschwanz ist Modell Breakfast at Tiffanys gewichen, ich wollte es schließlich so haben und ebenfalls weiße Perlen schmücken diese dunkle Haarpracht noch mehr. Schick! Sehr schick. Ungewohnt und ein wenig befremdlich mit den Cargo Klamotten, aber definitiv sehr schick. Und...genau in diesem Augenblick hört es auf zu regnen! Strike.

Wir zockeln gemütlich heim, da kommt der erste Schrecken: Der Meinige hat ALLE Kleidersäcke und den Koffer eingesammelt und sich zum Schwager gemacht. Blöd nur, dass im Koffer noch Utensilien waren, die ich jetzt dringend bräuchte. Und Kleidung wollte ich auch noch draufschmeißen. Okeeeee, trete ich halt mit fünf Plastiktüten zur Hochzeit an und nutze meine verbliebene Zweitausstattung in Sachen Cremes und Tiegelchen. Passiert. Alles ruhig, alles cool, alles Wölkchen.

Wir trinken Kaffee, empfangen meinen Schweizer Bruder, den der Meinige großzügig zu uns bestellt hat und NICHT ins Haus seines Schwagers, mit dem simplen Argument: Da weiß er doch, wo es ist! Erschlagende Logik. Was soll man da entgegensetzen? Bruder hat neue Freundin dabei. Nette Freundin, auf die war ich gespannt. Sehr angenehme Dame. Ich hab da ja einen kleinen Hau, was Schwägerinnen angeht, woher nur? Aber die ist wirklich eine Liebe. Bruder und ich stehen auf Balkonien und paffen. Kurz vor elf. Noch ewig hin. Telefon klingelt, der Meinige: "Schatz, ich muss Dir etwas sagen, es ist etwas Schlimmes passiert!"

.......

21.06.2010 um 15:22 Uhr

Hochzeit....der Tag davor.....

Wie war das noch, wie war das noch? Wir haben wirklich Schwierigkeiten, die Tage en detail zu betrachten, fangen wir also letzte Woche Donnerstag an. Auf dem Programm stand: Den Saal für den Abend fertig eindekorieren. Am Vortag hatten wir schon fleißig Stühle und Tische so gerückt, wie es uns gefiel, was eine irre Arbeit war, es war nämlich sauwarm und wir haben wirklich schön geschuftet. Meine Eltern halfen dabei und wollten donnerstags auch noch mal aufschlagen, zwecks End-Hand-Anlegung. Dazu wollten wir auch die Mutter des Meinigen holen. Meine Eltern und seine Mutter kannten sich nämlich noch nicht. Das Kennenlernen, sollte in den Wochen vor der Hochzeit bei diversen Probe-Essen geschehen, aber da war meistens nur die künftige Schwiegermutter mit an Bord. So was aber auch.

Donnerstag also: Drachenzähmung. Okay, meine Mutter kann auch in aller Vorbildhaftigkeit glänzen, aber Zähne auf den Haaren hat sie trotzdem und die Mutter des Meinigen ist vor allem eines: Stur. Lieb und stur, aber stur. Da kann man sich die Lippen franselig reden, wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hat, zieht sie es auch durch.
Da hat sie bei meinem Vater genau den Richtigen getroffen, der ist nämlich zu Zeiten bockig und stur. Herrliche Mischungen. Waren wir gespannt, wie DAS ausgeht. Machen wir es kurz: Nach kurzem Beschnuppern und Betrachten, waren alle drei ein Herz und eine Seele. Wer hätte das gedacht? Aber besser so, als wenn sie sich angezickt hätten. Ich hab mich da völlig rausgehalten, die kamen zwar immer an "Pelegrina hier, Pelegrina da" aber ich konnte ihnen doch glaubhaft machen, dass sie zwei erwachsene Damen sind, die auch mal selbst entscheiden können, wie die Servietten gefaltet werden, hm? Waren sie happy, dass sie das selbst entscheiden durften. Was hat mein Vater getan? Geputzt. Der hat -glaube ich- drei Tage lang geputzt. Treppauf, treppab. Und obwohl er das (???) wirklich sehr, sehr gerne macht, gemeckert. War klar. Egal. In aller Harmonie haben wir gehübscht und geschmückt und festgestellt, was fehlt. Bretter, um das Stangenweißbrot zu schneiden. „Bringt sie mit“, tönt zukünftige Schwiegermama. Die wollte aber zur Trauung mit der S-Bahn vorfahren und kein Mensch der Welt (War klar!) konnte sie davon abhalten. Sie hätte sich also zwei Bretter, auf die auch so ein großes Brot passt, unter den Arm geklemmt, wäre in die S-Bahn geklettert (MUAH!) und damit (Könnt ich mich wegschmeißen!) auch zum Standesamt gekommen? Nee, oder? Doch, sagt sie und verschränkt die Arme. Nöö, sag ich. Doch, meint sie. Args. Sie möchte sich auch Spülhandschuhe mitbringen!

"Und die steckste Dir in die Handtasche und wenn Du auf dem Standesamt ein Tränchen drückst, nimmste die erstmal raus, drückst sie der Braut in die Hand und kramst dann nach den Taschentüchern? Schwiegermama, Du machst mich bekloppt.", sage ich und lasse mich auf den nächsten Stuhl plumpsen. Da musste sie doch Lachen und nimmt unseren Vorschlag an, den Krempel eben daheim bei uns zu holen. So haben wir den Raum/Saal fertig, düsen 40 Kilometer heim, packen alles ein, rauchen eine, düsen wieder dahin und machen uns auf zu den Linedancern. Fix und fertig, wenn ich das mal eben betonen darf, dreimal auseinander und wieder zusammen geschmolzen, aber happy und guter Dinge. Himmel, war das warm und drückend.

Noch nicht richtig bei den Linientänzern, fängt mein Handy einen Samba an. X Anrufe, wegen Kleidung oder sonstwas. Es war wirklich zu warm und wir schwören die Leute ein, locker und luftig zu kommen, der Saalanbau hat ein Flachdach und es ist dort wirklich muckelich. Freund aus Hamburg hockt auch schon im Hotel, ob wir mit ihm zusammen zu Abend essen? Gegenfrage: Ob er mal Line Dance life sehen wolle? Zu futtern gibt es auch was? Das interessiert ihn, der Meinige sammelt ihn ein und ich erkläre dem verdadderten Anfängerkurs, dass sie mein höchstpersönlicher Polterabend wären, ich keinen Fuß rühre und das sie tanzen sollen. Für mich! *mit der Pistole auf den Saloon Boden feuer* 

Es war ein schöner Abend. Die Anfänger haben sich noch mit einem Geschenk bedankt, haben ihrerseits eine Kleinigkeit als Erinnerung bekommen und da ging er hin, mein erster Anfängerkurs. *schwer seufz* Hach, war das schön. :o)
Den hanseatischen Freund haben wir dann wieder im Hotel verklappt, noch mit ihm ein wenig die Sonne genossen und schon war er da, unser letzter Abend als Unverheiratete. Also nichts, wie heim und unserem neuen Hobby frönen: Kleidersäcke packen. Ein Muss für jeden Katzenbesitzer und eine Selbstverständlichkeit, wenn man auf der eigenen Hochzeit möglichst knitterfrei erscheinen will. In einen kleinen Trolley wandert dann noch Kleinkram, wie Kleidung und Wäsche für den Samstag, Creme und Duschzeug und anderes Kleinvieh. Das können wir ja dann nach Trauung und Mittagessen, schön im Hotel einchecken und dann gemütlich zu unserer Feier gehen. Doch es sollte ganz anders kommen....


14.06.2010 um 12:16 Uhr

Es grüßt als Frischvermählte

 

Gräfin Pele Pelegrina van de Emt zu Burghaven

 

Hah! Knüller, oder? Ich war gerade beim Ämtchen, einen neuen Personalausweis beantragen. Die Dame vom Amt, hat nicht EINMAL mit der Wimper gezuckt. (SKANDAL!) Bin gespannt, was unser türkischer Bring-Chines dazu sagt, wenn wir das nächste Mal Pizza bestellen. *lach* 

 

Jetzt haben wir noch ein wenig Flurbereinigung vor uns, dann hocken wir uns ein Ründchen zum Kaffeeröster unseres Vertrauens zum babbeln und dann packen wir 700 Geschenke aus. Ich habe schon ein Lieblingsgeschenk. *lächel*

 

Allen, die uns so lieb gratuliert haben, ein dickes Tag DANKE von uns. Wenn es sich hier wieder eingenordet hat und im Rahmen der Normalität läuft, gibt es auch Berichte.

 

DANKE!   DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE! DANKE!

 

 

 

11.06.2010 um 07:14 Uhr

Tag X

Dann gehen wir mal heiraten...Fröhlich

09.06.2010 um 22:26 Uhr

3 Tage und der Äppler.....

Der Meinige schlug heute morgen die Augen auf und das Erste, was er sagte war: "Übermorgen heiraten wir!" In Anbetracht, DIESER Tatsache, ließ er fortan alle relevanten Verben und Adjektive in seinen Sätzen fort und fuhr etwas verwirrt Auto. Als erstes habe ich ihm den Auto Schlüssel weggenommen und dann mein Deutsch-Meinigerianisch, Meinigerianisch-Deutsch Modul angeworfen. Auf die Frage, "Schatzerle, wir müssen noch an den Sonnenschirm für das Rauchereck draußen denken, falls ein paar Tropfen herunterkommen, den mieten wir doch mal eben vorne noch am Getränkemarkt, oder?", bekam ich die Antwort: " Für Morgen da machen!" Simultanübersetzung, während er hektisch Hindernisse auf der Schnellstraße umkurvte, die ich nicht sah: "Das machen wir morgen und nehmen den anschließend mit rüber zum Räumchen."

Noch mal für mich: Dieser Mann ist sehr intelligent, er hat einen sehr hohen Posten in einer sehr wichtigen Firma und sehr viele wichtige Kontakte zu sehr vielen wichtigen Menschen. Er spielt in der Bundesliga, sieht in Anzug, wie in Sportklamotten sensationell gut aus und benimmt sich auch sonst, seines Standes angemessen und im Bereich der Normalität. Ich liebe ihn für seine kleinen Macken, die wir alle haben, für die Art und Weise, wie er mit mir und seinen Mitmenschen umgeht und einfach auch um seinetwillen. Oder gerade deswegen! Er ist toll. Toll, toll, toll. Momentan dreht er leider "etwas" durch. *seufz* Aber, wir können drüber Lachen, auch wenn es gerade etwas hektisch ist und werden gefälligst nicht durchdrehen, vor dem großen Tag. (Insgeheim könnte ich mich wegschmeißen, über meinen künftigem Gatten und da er meinen Blog liest, werde ich gleich einer Kitzelattacke ausgesetzt sein. Hihi...) Schatz, ich liebe Dich! Um das noch mal klarzustellen. *lächel* )

Was war noch? Mercedes hat angerufen, wir würden den Wagen bereits ab Dienstag zur Verfügung gestellt bekommen. Der Meinige gefragt, ob ich mitkomme, er gurkt dahin, lässt seinen Wagen da und sackt die S-Klasse ein. Nöööö, wieso? Dann fahre ich mit meinem Auto ihm hinterher? Nöö, zu viel Umstand, mach mal. Ich rödel noch bisl in der Firma, werde nicht fertig, delegiere alles, was auch sehr charmant angenommen wird => Da nich für, Pele, geh heiraten, machen wir doch gerne. Und alle, alle sind so bezaubernd, das mir das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht weichen mag. Hach... Daheim angekommen, rollt wenig später der Meinige auf den Hof. Um mal meine Affinität für die Marke Mercedes völlig unter den Tisch fallen zu lassen und es sehr damenhaft auszudrücken: Heilige Scheiße! Was eine geile Karre! Ich soll nicht "Karre" sagen, interveniert der Meinige und grinst: Cool, oder?


Ich sitze am Abend noch am PC am Konfigurator und schaue mir die S-Klasse noch mal genauer an. Irgendjemand bei Mercedes hat bei allen, BEI ALLEN teuren Zusatzpaketen ein Häkchen gemacht und diesen Wagen im Wert eines Einfamilienhauses zusammen gestellt. Schon mal mit Rückfahrkamera gefahren oder DVD als Beifahrer geschaut, während der Fahrer nur das Navigationssystem sieht? Boah. Ich schleiche sehr, SEHR andächtig um dieses weitere Werk deutscher Ingenieurkunst und mache das, was man mit einem solchen Gefährt tut: Ich faa bei Aldi und auffe Post. *lach* Und habe ein sauschlechtes Gewissen, weil ich überhaupt keine Ahnung habe, wie ich das dem Wabenzi (Kisuaheli für Mercedes, geil, oder? Studierte eine Freundin von mir. Könnt ich mich wegschmeißen!!!!), wo war ich? WIE um Himmels Willen danke ich das dem Wabenzi-Team????? Auf dem Rücksitz schlummert eine sündhaft teure Flasche Champagner und ein verdächtig dicker Umschlag. (Dürfen wir das jetzt schon öffnen? Egal, wir machen es einfach.) Der Meinige wurde bei Benz darauf gebrieft, dass wir (So sorry, die waren wirklich betrübt!!!!!) kein teures Geschenk erhalten dürfen, von wegen Bestechlichkeit und Unvoreingenommenheit. Frei nach dem Motto: Schenkt ihr uns nix Teures, schreibe ich Scheiß-Fahrberichte. Im Umschlag sind sündhaft teure Theaterkarten (ALTER!!!!!!), eines Theaters, welches wir tatsächlich gerne heimsuchen. Ich bin platt. Unn jetzt? Schicken wir denen Dankeskarte und gut? Back ich für alle 100 Muffins? Neeeee, das kann  ich nie mehr gut machen. Und jetzt komme ich mir vor, wie ein Großkotz und weiß nicht, wie ich das danken soll. Seufz.... Die haben das so lieb gemeint. Das ich so eine liebe Bande. Und ich habe ein schlechtes Gewissen. *weiterseufz*

Und der absolute Hit: Das Wagen ist schwarz. UND UUUUUHUUUUUND: Es gab die Mega-Entschuldigung, für das Nummernschild. An dieser Stelle, hoffe ich, das mir ein gewisser Herr außerordentlich verzeiht: Es ist ein Offebäscher Nummerschild drauf. Ich hab fast auf dem Bordstein gekniet vor lachen. *wuahahaha* Ist das mal cool??? Hihihi.... Wie ich gerade erfahre, musste dieser Wagen EXTRA aus der Offebäscher Niederlassung abgeholt werden, allderweil der die beste Ausstattung hat. Ein Weißer und ein Flintgrauer standen auf dem Hof, waren den Wabenzis aber nicht gut genug. *schluck* Ich strick für alle Socken, oder so.....wuah! Wohin? Wohin?

Der Mittwochvormittag plätschert so dahin, wir regeln dies und jenes und flätzen uns irgendwann ins Café des KUV (Kaffeerösters unseres Vertrauens). Dieser jene hat zwanzig Jahre lang in der Gastronomie gearbeitet, bevor er diesen (HIMMLISCHEN!) Schritt in die Selbstständigkeit gewagt hat. Es ist nicht so viel los und irgendwann hockt er draußen bei uns, lässt sich die Sonne auf den Bauch scheinen und -wie es der Teufel will- landen wir ratzfatz bei Hochzeit & Co. UND bei der Getränkebestellung. Langer Rede, gar kein Sinn: Wir sind uns ziemlich schnell einig, das wir zwar mit Bierchen über die Runden kommen, nicht aber mit Wasser und Apfelwein (aka Äppler), DA hätten wir ja mal gnadenlos zu wenig. Wir diskutieren hin und her. Fazit: Natürlich hat er Recht, es ist zu wenig. Ergo kaufen wir NOCHMAL Getränke. (Alles auf Kommission, keine Panik), ordern Wasser nach, stellen fest, das die Bieranlage im Eimer ist und nicht kühlt, die Floristin Mittwochs früher Feierabend macht und verfallen trotzdem nicht in Panik, weil alles irgendwie gut wird. Generalprobe schlecht, Vorstellung gut.

Morgen, sagen wir dann: Morgen! Morgen heiraten wir. *lächel*

Bis dahin lernen sich aber noch die Schwiegermütter kennen, wird das Bier kalt, sind meine Nägel lackiert und findet sich die Hochzeitsgesellschaft im SELBEN Hotel wieder. Alles wird gut. 





08.06.2010 um 14:13 Uhr

4 Tage und der André....

Wenn schwimmen schlank macht, was machen Blauwale dann falsch?

Weiß ich auch nicht, ich weiß aber, dass der der schippt, der André ist. Noch immer völlig schmerzbefreit, zuckeln der Meinige und ich gestern Richtung Biergarten, der Sommer ruft und wir folgen. Was sollen wir auch permanent auf Excel Listen starren, wir wissen sowieso nicht mehr, was noch fehlen könnte. Auf dem Weg Richtung Biergarten: Baustelle. Die typisch deutsche Baustelle. Einer babbelt ins Handy, einer hockt auf einem Bagger, dessen Motor aus ist. Einer stützt sich auf eine Schaufel. Mindestens fünf Leute haben die Hände in der Tasche und starren in ein Loch und in dem Loch steht André und schippt. Da habe ich schon länger ein Bild auf Halde, was der Meinige nicht kennt und außerdem ist das immer so! Und das stelle ich jetzt exklusiv für den Meinigen ein. Der, der schippt, ist der André. Immer! Voíla!

André

Des Weiteren sind wir unspektakulär, wie immer, während um uns herum alles durchdreht und aufgeregt ist. Meine kürzeste Mitarbeiterin begrüßte mich heute Morgen mit den Worte: "Und? Panik? Hach, das ist ja alles so aufregend!!!!!" Ich und Panik. Ich frage mich, was passieren müsste, damit ich in Panik verfalle. Wir gehen mehrere spektakuläre Dinge durch und beschließen, dass ich nicht der Mensch für Panik bin.

Wie auch immer. Was tut sich in Sachen Hochzeit? Ich habe gestern meine Schuhchem eingelaufen und die sind sowas von sensationell bequem, wie ein Schuh mit sieben Zentimeter Absatz nur sein kann. Außerdem sind sie sensationell hubsch, was sich auch so gehört. Dann habe ich noch beschlossen, meine Brautjungfern reinzulegen, die kichern mir zuviel hinter meinem Rücken, die hecken doch was aus! DAS kann ich aber schon lange, na warte. Höhö....Der Meinige gesteht, das er doch ein wenig aufgeregt ist und ich merkte ein Kribbeln im Bauch, als ich heute morgen zur Arbeit fuhr und jenes das letzte Mal mit altem Namen und Familienstand machte. Ab morgen habe ich frei und kehre dann Mitte nächster Woche mit neuem Namen und verheiratet zurück. Da habe ich doch ganz schön strahlen müssen. :o)

Morgen fangen wir an, das Räumchen wo wir feiern, ein wenig herzurichten und wenn ich Petrus richtig verstanden habe, wird es der heißeste Tag der Woche und wir werden fluchen, wie die Großen, wenn wir Tisch und Stuhl rücken und 1 Billionen Hektoliter Getränke anschleppen müssen. Donnerstag haben wir nix vor, außer abends meinen ersten Linientänzeranfängerkurs zu verabschieden. Und mit denen ein wenig abfeiern. Die dürfen dann für mich tanzen und ich trink mir ein Bier. Schließlich sind die so etwas, wie mein Polterabend. Tza und Freitag haben wir ja dann auch Programm.

Anyway:

Wir haben die Buchungsbestätigung für unsere HOCHZEITSREISE!!!!!! Ich hatte es ja schon einmal geschrieben, aber keiner ist drauf angesprungen. Skandal. Es geht

*trommelwirbel*

AN DEN POLARKREIS!!!! Wir haben tatsächlich die Hurtigrouten gebucht, Außenkabine, versteht sich und werden uns jeden Fjord einzeln betrachten. 11 Tage lassen wir uns von Bergen nach Kirkenes und wieder zurück schippern und sind total gespannt, was wir alles zu sehen bekommen. (Man merkt schon, das ich heute so gar keinen Bock hier habe, oder?) Vorher machen wir einen Tag Bergen unsicher und danach vielleicht nochmal einen Tag Oslo, wir werden sehen.

Wat warn noch?

Nüscht! Alles eher ruhig, momentan. Also ich empfinde es als ruhig, obwohl die Menschen um mich herum reihenweise frei drehen. Da halte ich mich aber so gut es geht raus und das scheint gut zu funktionieren. *däumchen dreh* Erkältung ist fast weg, bis Freitag haben wir das im Griff. *dummdidumm* Soeben war Kollegin Nummer 115.987 im Büro und hat gefragt, ob ich aufgeregt sei. Die Sonne scheint. Mir geht’s gut und ich glaube, ich geh jetzt heim. Keinen Bock mehr……

02.06.2010 um 12:15 Uhr

11 Tage and we are Family....

Immer noch krank.
Mit Mutter vertragen.
Noch mehr Sondertraining
Meine Familie spinnt.

Von vorne. Rotznase ist weg, dafür habe ich aber immer noch sensationell die Stimmbänder entzündet, höre mich an, wie die hessische Ausgabe von Bonnie Tyler und hab Halsschmerzen, wie Hund. Egal, alles besser, als die Matschebirne, mit der ich Montagabend noch meine Mutter in diesen heiligen Hallen empfangen durfte. Machen wir es kurz. Sie hat drei Stunden lang versucht, mir das Wort im Mund rumzudrehen, es aber nicht geschafft, dann hatse geflennt, sich entschuldigt und wollte anschließend ALLES über die Hochzeit wissen. Alles Wölkchen.

Danach durfte ich mir anhören, wer in der Familie alles sauer auf uns ist, auch das ist kurz und knapp erklärt, es sind nämlich alle. Aha? Okay. Während wir uns 12 (!!!!) Wochen rar gemacht haben (und diese ruhigen Zeiten noch bitter vermissen werden), haben die unsere Hochzeit hinter unserem Rücken geplant und sich wiedermal so lange falsch verstanden, bis es nur noch ein Resultat geben konnte: Pelegrina und der Ihrige sind doof und gemein.

Beispiel: Meine Schwägerin Doof, ihrerseits die Gattin meines Bruders Dick, ist eine schüchterne, zurückhaltende Person. Wir haben stundenlang gedreht und gewälzt, wie wir sie irgendwo einbinden können, wir brauchen nämlich die Hilfe von allen, ICH stelle mich nicht an die Geschirrspülmaschine, da darf gerne die buckelige Verwandtschaft mal ran. Ergo haben wir Doof vor drei Monaten (!!!!) gefragt, ob sie sich zutrauen würde, eventuell hie und da schmutziges Geschirr einzusammeln und in die Küche zu bringen? Würde sie machen, kein Problem. Wir einen Harken gemacht und uns den nächsten Kandidaten vorgenommen. Wir haben uns jeden betrachtet, wer kann dies gut, wer jenes und alle haben ein Plätzchen bekommen und alle waren happy.

Bis wir uns ausgeklinkt haben und keine Einflüße mehr auf Gespräche hatten, die dann schick im Hintergrund liefen. Aus Doofs Geschirreinsammelei machte irgendjemand: Die soll den ganzen Abend bedienen! WUAH! Auf so eine Idee würden wir nie kommen, der Clan beschloß aber, das wir total doof sind, der armen Frau SOWAS aufs Auge zu drücken, das wäre fies, gemein und ungerecht. Final gipfelte es darin, das sich Doof und Susi (die Frau von meinem Bruder Strolch) am Ostersonntag auf dem von Susi gegebenen Brunch (um das ich uns klugerweise herumgeflunkert habe) angebrüllt haben, wie die Hyänen, was wir uns eigentlich einbilden und sowieso und überhaupt. Ächz.....

Wir also gestern bei denen angerufen und versucht, das gerade zu rücken. Dick am Telefon: Jo, wär okay, hätte wohl irgendjemand was falsch verstanden. Zehn Minuten später, nochmal im Display: Dick & Doof. Hat er was vergessen, der Gute? Ich ran. Meine Schwägerin. Meine ERBOSTE Schwägerin, die mich anbrüllte, dass sie das nicht mache, sie könne das nicht!!!!! Während ich den Hörer auf Armlänge von mir weg halte, den Meinigen fragend anschaue, haben wir keine Ahnung, was nun schon wieder ist??? Nach guten zwanzig Minuten habe ich Doof soweit auf dem Boden, dass sie sich erklärt. Sie habe es nicht so, mit unter fremde Menschen mischen, sie habe da zuviel Bammel. Aha. Dann lassen wir das halt. Punkt. Ob ich sauer wäre? Öhm, nö. Aber sie braucht bei mir nicht rumbrüllen, da steh ich garnicht drauf und außerdem weiß sie, dass sie mit mir über alles reden kann. Stimmt, sagt sie. Ach, stimmt ja..... MUAH!

Wir ratschen noch ein wenig und ich rufe anschließend Susi & Strolch an. Die verstehen mich auch wieder grundfalsch Und selbst dreimalige Wiederholungen in astreinem Hochdeutsch und langsam, wie im Kindergarten, bringen nicht den erwünschten Erfolg, wie ich eben von meiner Mutter höre.

Hier geht es darum, dass der Meinige und ich zwar die komplette Dekoration für den Saal am Abend stehen haben, aber nicht wußten, wohin mit Susi. Ergo bin ich schleimscheißen gegangen, bevor sie sich übervorteilt fühlt und habe gefragt, ob sie als Deko-Quenn, vielleicht nochmal drüber schauen möchte, ob ihr dazu vielleicht noch was einfällt? Wenn nicht, wäre auch nicht so schlimm, wenn ja, sausen der Meinige und ich nochmal los und besorgen jenes, was sie vorschlägt. Man sieht sich ja Donnerstag zum Brunch bei Muttern, dann legen wir Probe-Deko vor. SCHREIT die mich an, dass eine Woche Vorlauf für eine komplette Deko viel zu wenig wäre und das uns das ja schön früh einfalle, SO GINGE DAS NICHT!!!!! Höh? Nochmal: Deko steht, aber vielleicht hat noch jemand eine Idee, könnte ja sein, nüch? Eben ruft meine Mutter an, der Gatte von Susi habe sich beklagt, dass wir seine Frau die ganze Deko machen lassen. Ähm.... Ich gebs echt auf.

Und so ziehen sich etliche rote Fäden durch den ganzen Clan, jeder hat sich seine eigene Wahrheit zurecht gemauschelt und wir hängen nur noch am Telefon, um Wogen zu glätten. Theoretisch könnte ich sagen: Leute, das ist UNSERE Hochzeit. Lasst mal stecken, mit EUREN Ideen und eurer Fleischwurst im Nudelsalat. Es wird gemacht, was WIR uns wünschen. Basta! Aber, nein. Wir spielen wieder die Hobbypsychologen für Arme, damit jeder seinen Willen bekommt. Auf UNSERER Hochzeit. Ich gebs wirklich bald auf. Wir wandern einfach nach der Hochzeit aus.

Sonst wenig Spektakuläres. Ich habe mit meinen Tanztrainern noch mehr Sondertreinig vereinbart. Die kleine belgische Praline hat mir mein fuschneues St.Pauli Hemd geschrottet. Der ein Jahr alte Computer hat pünktlich zur Hochkonjunktur der Mails (Alle bißl uffgerescht, wegen Heirat und so), das Zeitliche gesegnet und ich arbeite da wieder mit ultra Zeitlupen Geschwindigkeit am ollen PC. Also schicke ich den kaputten Kram nun endgültig an diesen Vollpfosten zurück und kauf mir was Gescheites. Erbitte Tipps, welcher Computer gut und pfeilschnell ist. Nein, Apple kommt mir nicht ins Haus. Das muss es dann doch nicht sein. Hochzeitsreise ist gebucht. (HAH!) Urlaub dafür ist genehmigt. Und wenn die hier so weiter machen, kommen wir nie wieder. Braucht jemand eine neue Familie? 

20.04.2010 um 16:20 Uhr

52 Tage und Ruckediguh, Blut ist im Schuh.....

Naja, ganz so wild isses nicht, aber doch irgendwie anstrengend: Die Suche nach einem crèmefarbenen Brautschuh. Von vorne: Ich hocke hier in der Firma und habe einen sieben Zentimeter Absatz an, weil ich heute einen Termin bei dem Ober-Boss von dem Verein hier hatte. Termin ist verschoben, da wichtige Teilnehmer sonst wo, wegen dieser Aschewolke stecken, der Schuh bleibt. Und alle, die mir deswegen auf den Bauchnabel starren müssen, starren anschließend auf den Schuh und fragen: Neu? Nee, nicht neu. Jugend trainiert für Hochzeit, wiedermal. Außerdem gibt es außer einem tiefen Ausschnitt nichts, mit dem man seinen obersten Boss nachhaltiger bei sinnlosem Dahergefasel beeindrucken kann, als lange Beine in schönen Pumps. Und da es sich um den allerobersten Boss handelt, wäre der tiefe Ausschnitt doch zu offensichtlich gewesen.

Was mit dem Brautschuh wäre, fragen die resolute M. (Hedera, das is ´ne Kollegin) und Grace. Da kippt mir doch spontan der Kopf auf die Tischplatte und wo ich gerade da bin, kann ich ja auch ein wenig dran knabbern! Es erweist sich als der Kampf gegen Windmühlen, in diesem Jahr DEN Pelefee-Traum-Brautschuh zu ergattern. Alles zu weiß, zu spitz, zu pfennigabsatzig, zu sonstwasig.

Mittlerweile haben der Meinige und ich schon alle riesigen Schuhläden auf der grünen Wiese abgeklappert, denn er sucht auch noch einen eleganten Herrenschuh, der nicht zwei Tonnen wiegt und gefälligst eine Ledersohle hat. Jede Schuhverkäuferin Deutschlands fragt sich jetzt: 'Und was träumt ihr nachts?' SO schwer kanns dann aber doch nicht sein, oder? Grace und die resolute M. (Hedera, das ist..ich hör ja schon auf. Hihi…) bieten spontan Internetsuchhilfe an und schmettern die Tür zu. Was ich will: Crémefarben. Kein Pfennigabsatz, eher breiter. Kein Peeptoe. Kein SchnickSchnack, eher schlicht. Kein höher gelegter Turnschuh (Scheint jetzt in zu sein). Nicht ZU spitz. Nicht zu brav. Kein Knöchelbändchen. Keine Sandaletten.

Aufruf: WO GIBT ES DIE???????

Die resolute M. schwört auf den Versandhaus Schuh bei den Ottos, Bauern und Neckermännern dieser Welt. Und siehe da: Die haben riesen Auswahl, sind günstig und haben so ziemlich alles, was der Herz begehrt, auch Brautschuhen, die so spitz sind, dass man dafür einen Waffenschein braucht. Die sehen bei mir besonders schlimm aus, da ich die eine Nummer größer brauche und dann sind wir bei 42 und die muten an, wie Kajaks. Wir schauen hier und dort, aber alles eher weiß als crème. Anschließend resignieren wir ein Ründchen kollektiv. Alles nicht so einfach, aber wir müssten mal in die Stadt, die ganzen schicken Schuhläden durchkämmen, inklusive Tanzschuhladen. Vorher schaue ich aber noch mal bei dem großen Internetbuchladen, der mit A... anfängt. Die haben ALLES! Die MÜSSEN Brautschuhe haben. Nach fünf Minuten habe ich Augenkrebs, als mich diese Modelle anschauen:

Das ist doch nicht wahr, oder? Wie willsten auf den Dingern eine Hochzeit durchstehen??????

Öhm: Ist eine Krankenschwester anwesend?

DIE fand man auch unter Suche "Pums" & "weiß". Was hab ich denn jetzt schon wieder verpasst????

Der Fisch ist NICHT echt!!!!!!

Zur besseren Darstellung in rot. WAS IST DAS??????? 

Ich kaufe mir diesen weißen Brautschuh, mit dem stehe ich das ganze Wochenende durch! Höhö...








Und dann war da noch:

Der Herr Froschmann:
Ein gut befreundeter Versicherungsmensch, dem ich die Geschichte launig darbiete, erklärt mir, dass die mich noch nicht mal anrufen DÜRFEN! Dafür brauchen die meine Genehmigung. (Ham se nich!) Und das ist nicht deutsches Recht, das ist EU-Recht. Außerdem erzählt er mir noch andere Revolvermethoden, dieser Versicherung und wird bisl stinkig, wie die vorgehen. Okay, rufen wir den also morgens um vier an....

Meine Mutter:
Kommt demnächst ein eigener Eintrag, denn Dank eines spanischen Herren bin ich auch etwas stinkig, und nein: Sie hat immer noch nicht angerufen!

Die Ringe:
Zu klein. Waren Sonntag bei der ersten Anprobe und sie haben nicht gepasst. Sind auch Mords Dinger geworden, richtig breites Gold, darum haben wir sie nicht über die Knöchel bekommen. Wir nehmen das als gutes Omen, denn in unsere Rolle als Eheleute müssen wir auch reinwachsen. Außerdem blieb so mehr Zeit, für das einzig vernünftige, was man am Sonntag machen konnte: NICHT zur Eintracht gehen! Um Himmels willen. *schäm* Sondern stehenden Fußes in den nächsten Biergarten und dort bis halb zehn zu ratschen, lachen und zu freuen, was wir tolle Freunde haben. Schee wars.

Vulkan:
Herr der Vulkane -wegen mir auch Gott der Vulkane- lass nun nicht auch noch den anderen isländischen Vulkan ausbrechen. Das ist mir jetzt schon zuviel doschenanner!


12.04.2010 um 18:36 Uhr

60 Tage oder ist das flasch?

Kollegin sinniert gerade darüber, dass sie sehr gerne flasch an Stelle von falsch schreibt. Ich schreibe gerne nud an Stelle von und, sinniere ich mit. Ergo nuden und flaschen wir hier gerade wild rum, denn wir sind immer noch sooooooo müde. Greift um sich, ist scheinbar ansteckend. *schnarch*

Wochenende:
Schuhe shoppen
Probe-Essen für Hochzeit Teil siebenhundertdreiundzwanzig.
Meisterschaft guggen.
Pennen.
Nein, meine Mutter redet immer noch nicht mit mir.

Freitag hocken wir hier in der Firma mit satten drei Mann, gehen uns gegenseitig mit immerwährender Gähnerei auf den Keks, können keinen Schabernack treiben, denn dazu sind wir zu müde und beschließen alle um Punkt drei anzuhauen.
Das beschließt der Meinige dann auch und des Weiteren, beschließt er neue Kegelschuhe haben zu wollen. Außerdem hat sich das Geburtstagskind, das einen funkelnagelneuen Weber-Kugel-Grill bekommen hat, einen Weber-Kugel-Grill-Holzkohle-Vorglüher-respektive-Anzünder gewünscht. Und ab ins Einkaufsparadies. Anzünde Dingens gekauft und dann noch -angesteckt, von Buchzeiger- eine Samenmischung "
Bienenschmaus"  gekauft, Hummelhotel muss ich auch noch bauen. Aber erst die Schuhe.
Wer jetzt denkt, das seien einfach so Turnschuhe, der irrt. Das sind Turnschuhe mit Kautschuksohle, damit die armen Kegelbahnen Deutschlands ja keine hässlichen schwarzen oder weißen Streifen von hundsgewöhnlichen Turnschuhen bekommen. Klasse, find die mal! Wir klappern vier Geschäfte ab und laufen vor diesem vierten -und wie wir beschließen- letzten, Schwägerin Susi in die Arme. Gut so. Die wollte ich sowieso anrufen. Aber jetzt so auf dem gemütlichen Parkplatz im kalten Wind, schnackt es sich doch viel beschaulicher.
Mein Weddingplaner hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, ALLE mit ins Boot zu nehmen, damit jeder das Gefühl hat, er hätte etwas zur Feier betragen. Und ALLE fanden das supi toll (Bis auf meine Mutter, ich bin aber auch so schrecklich undankbar)
Und bis auf Susi, die weiß nämlich noch nichts von ihrem Glück, weil sich mir alle Nackenhaare hochstellen, wenn ich an den Murks denke, den sie so fabriziert.(JA, ich bin ein Erbsenzähler!) Sei es Hochzeitstorte für Dick&Doof. (WAAAH!!!!!!) oder die HochzeitsBILDER von Dick&Doof (WAAAH!!!!!!). Aber nein, sie kann ja besser fotografieren als ich, Jaja... Und besser backen kann se auch. Mhm...

Egal, ich habe mich jedenfalls standhaft geweigert, sie da durch irgendein Schlupfloch rein zu lassen. Aber, einsichtig und gut, wie ich bin, spreche ich sie drauf an, ob sie uns nicht auch einen Salat machen will. Macht sie. Freut sie. Und erzählt von Ostersonntag, wo alle bei ihnen aufeinander gehockt haben. Wie es war? Nett, sagt sie mit einem verkniffenen Gesichtsausdruck und sie meint wahrscheinlich damit genau DAS nett. Die kleine Schwester von Scheiße! Und wahrscheinlich sterbenslangweilig, aber ich hatte uns ja davon frei geflunkert. (Kinder, das darf man eigentlich ist. In absoluten Notfällen, geht das maaaaal. Es war ein Notfall!!!) Außerdem hätte meine Mutter erzählt, dass ich Zoff mit ihr hätte. Erstens hat sie Zoff mit mir und zweitens soll die mal ihre Klappe halten und nicht überall damit hausieren gehen, verdammte Axt. Ich hätte da am liebsten abends angerufen und gesagt: Weißte was: Betrachte diesen Anruf bitte als formelle Ausladung! Und das BEVOR, sie mich zusammenfaltet, wie schrecklich undankbar ich bin. Was resch isch mich uff? Pföh!
Also kleines Intermezzo mit meiner "lieben" Schwägerin, alles gut, alles nett, alles toll. Bis auf die Tatsache, das meine Mutter durch die Gegend läuft und behauptet, wir seien immer noch zerstritten, also Susi und ich, aber was resch isch mich uff? Pföh? 

Samstags vermückt sich der Meinige zur Kegelbahn, die Vorentscheide für die hessischen Meisterschaften stehen an und er hat Aufsicht. Ich muss in die Stadt. Hochzeitsunterwäsche shoppen und *grummel* mir die Fortsetzung zu "Gut gegen Nordwind" kaufen, das mir ein Blogchen (Blogger-Medchen => Medchen frei nach Heidi Klum) mit den Worten "Mir gefiels nicht!" aufs Auge gedrückt hat. Und ich alte Romantikerin stürze los und muss augenblicklich die Fortsetzung haben. An besagte Dame: Ich habe es noch am selben Tag durchgelesen, willste ham? Und ich fands gut.
Auf dem Weg in die Stadt erblicke ich einen ganz bestimmten Laden und so leid, mir das jetzt an dieser Stelle tut: Allen Bloggern und Blogchen, die zur Hochzeit kommen, versaue ich hiermit eine der Überraschungen und plaudere nun en detail die Hochzeitstorte aus. Wers nicht wissen will: Den roten Text überlesen, danach geht es "normal" weiter.

Hochzeitstorte:
1. Macht die eine Schwester des Meinigen, die hat das gelernt, die kann das.
2. Wird viereckig in einem Backrahmen gemacht, so groß, wie ein Backblech. (Sonst passt es nicht in den Ofen. Logisch, oder?)
3. Wird kein weißer, ekliger, knabschsüßer Fondantmist, wird eine Käse-Sahne-Torte. Das mögen wir beide sehr!
4. Es kommt ein großer Marzipanaufleger drauf, mit einem Airbrushbild von Spanien, auf dem der Jakobsweg eingezeichnet ist und der einen großen roten Dutz da hat, wo wir uns kennengelernt haben. (=> Itero de la Vega, eigentlich Hontanas, Geschichte kommt noch. Du hast MICH geküsst!) Alles zum Verzehr geeignet. Gibts im Internet zu bestellen => Tortenaufleger. 
5. Auf diesen Jakobsweg kommen zwei kleine Wanderer aus dem Modelleisenbahn Zubehör. Dieser Laden sprang mich an und zeitgleich auch die Idee. Die Wanderin ist zwar noch blond, die färbe ich aber um und die Rucksäcke sind eher Tagesrucksäcke, keine Pilgerrucksäcke und der Mensch in diesem Laden war auch noch so entzückend, dass er mir mit ein wenig Modelliermasse die Rucksäcke aufpimpem wollte, aber wir haben doch keine Zeit und für mich zählt die Geste, nicht der Rucksack. Die blonden Haare kommen trotzdem weg.



Noch ein Laden hüpft mich an: Ein Brautladen. Und Pelegrina, immer noch in Mission: "Finde einen orthopädischen Brautschuh", muss da sofort rein. Jetzt sind Brautläden ja immer abgesichert, wie Fort Knox und man muss IMMER klingeln. Okay, da hängen ein paar Werte, aber fünf Schlösser? Ob ich Termin hätte? Hab ich nicht, aber ob ich einen kleinen Blick auf die Schuhe werfen dürfe? Darf ich. Kurz: Alle doof! Zu spitz, zu hoch. Außerdem alle aus Seide, da die Braut von heute, sich den Kram in GENAU der Farbe des Brautkleides umfärben kann, respektive MUSS. Da muss man kleinlich sein, hier geht es um die Liebe zum Detail. Welche Farbe ich bräuchte? Créme, gebe ich von mir. DIE WÄREN ALLE créme. (Sind se nicht, die sind weiß!) Ob ich schon die Lederschuhe gesehen hätte?

Habe ich nicht, stehen zwei Mädels in meinem Alter davor. Ich stoße hinzu. Zu weiß, zu hoch, zu spitz. Eine Verkäuferin kommt, wie aus dem nichts angerauscht, als ich gerade zu den Lederschuhen stoße, reißt der einen Dame einen Schuhkarton aus der Hand und schimpft: Das ginge garnicht, das sich hier wer selbst bedient, sie ausschließlich würde die Sachen angeben! Was gesucht würde? Wir drei sind alle baff. Eine der anderen Damen findet als erstes die Sprache wieder: Sie würde Tanzschuhe suchen, am besten oben noch mit einem Riemchen für besseren Halt. Hätte sie nicht, faucht der Brautschuhdrachen, ihre Schuhe wären zu fein und nicht stabil genug für Turniertanz. Und was ich wolle. Äh, ich sage, das ich das Gleiche wollte und wir drei verziehen uns. Vor dem Laden stellen wir fest, dass das aber mal ein ganz schöner Drachen war und hecheln danach alle Schuhgeschäfte in der Stadt durch, die etwas haben könnten. Die eine ist nämlich auch Braut und wollte bequeme Schuhe, wir lachen uns kaputt und ziehen gemeinsam gen Innenstadt. Lustig waren die, bis ich in den obigen Laden abbiegen möchte, sind wir eine witzige Kleingemeinschaft, mit denen wäre ich auch weiter Schuhe shoppen gegangen. Ich will aber anschließend noch zu Oxfam, die mag ich sehr und bekomme dort tatsächlich noch zwei fette Maeve Binchy Bücher für je drei Euro. Hah! Mit der Unterwäsche Dame für Hochzeit meines Vertrauens, werde ich mir schnell einig, das trete ich hier aber nicht breit, hier lesen Buben mit. Und außerdem geht DAS nur den Meinigen was an. ;-) Noch in den Buchladen, wieder heim, auf den Meinigen warten, ab zum Probe essen in einen schicken Laden.

Mit dabei, Schwester und Männe des Meinigen und die zukünftige Schwiegermutter. Wir essen, alle finden es toll, nur ich nicht, wir machen Termin für ein Hochzeitsvorgespräch aus und reservieren für den 11.06. DA ist uns aber leider schon ein anderes Brautpaar zuvor gekommen, die haben sich schon den schöneren Raum geschnappt und mit dem anderen bin ich nicht wirklich zufrieden. Börgs. Und mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, bin ich auch nicht zufrieden. Fällt uns aber alles auch wirklich schön früh ein.
Am nächsten Tag frage ich den Meinigen, ob er da wirklich, WIRKLICH hin will. Nö!, kommt, wie aus der Pistole geschossen und wir schauen uns im Internet andere Restaurants in der Nähe an. Ich werde schnell fündig, wir packen uns zusammen und dackeln dahin. Dort: Kommunionfeier, geschlossene Gesellschaft. Mit meinem entzückendsten Wimpernaufschlag, frage ich, ob wir einen Kaffee und ein Stück Kuchen bekämen, sofort anschließend den Bettel-Blick. Ein Lächeln, wir dürfen. Gefällt uns der Laden, auch wenn wir hinten in der Ecke am Katzentisch sitzen. Und noch BEVOR wir Milchcafé und Käsekuchen bekommen, lässt der Meinige den Chef kommen, wir würden Hochzeit feiern wollen. Und zwar hier! Aha, ich schaue ihn an. "Öhm, Schatz, wir haben hier noch nie gegessen?" Und?, fragt der zurück, alles besser, als der blöde SchickiMicki-Laden mit den Kinderportionen. Ja, aber...? Was aber? Naja, ich dachte eigentlich, ich werde in diese Diskussion mit eingebunden, ich bin die Braut! Aber auch ich fühle mich wohl und schon kommt Cheffe an unseren Tisch. Der ist superlieb, super toll. Hat eine sehr liebevolle und auch sachverständige Art und Weise von Speisen und Weinen zu sprechen und wir wollen gar nicht mehr weg. Also, feiern wir jetzt da. Wenn wir nicht noch mal alles umschmeißen. Wir sind halt so. (Ich weiß, eines schönen Tages wird Robin hier kommentieren. Das wir ihr schon den halben Jakobsweg auf die Nüsse gegangen sind, weil wir uns NIE entscheiden konnten. *grins*)

Anschließend düsen wir weiter zu den Vorentscheiden für die hessische Meisterschaft im Kegeln. Der beste Freund des Meinigen kegelt sich Richtung Deutsche Meisterschaft, das wollen wir nicht verpassen. Und wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mich mal auf einer Kegelbahn wohlfühlen würde, den hätte ich den Vogel gezeigt und ihn anschließend verhauen. War spannend. Hat sich qualifiziert, der Gute. Hat er schön gemacht! Warum der Meinige nicht mitkegeln würde, werde ich gefragt. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, nach den Vorentscheiden, sagt er nämlich mehrfach, dass er sich auch hätte qualifizieren können. Mist, mist, mist. Und ja: Hätte er, warum hat er nicht? Er dachte, das kollidiere mit unserem Hochzeitstermin. Also, die Deutschen Meisterschaften. Wäre lustig gewesen, er auf den Vorentscheiden zur Deutschen im Kegeln, ich auf den deutschen Verbandsmeisterschaften im Tanzen. Abends hätten wir uns getroffen und hätten uns gefragt, wer was gewonnen hat.

Wenn man sich unser Umfeld so anschaut, das sehr viele Meister und Siegertypen hat und wenn man dann noch an uns runterschaut, dann wird eines schnell klar: Da tummelt sich einiges an hochdekorierten Sportlern. Ich frage ihn, ob wir leistungsorientiert wären und woher diese Konditionierung kommt. Bei mir eindeutig aus dem Elternhaus. Wehe!!!!!!!!, ich war schlechter als ´ne Eins. Dann hats aber gescheppert. Der Meinige meint, was Mannschaftssport angeht, wäre er sehr ehrgeizig, bei den Einzeln eher weniger. Braucht keinen Schrank voller Pokale. Ist bei mir mittlerweile auch so, stelle ich für mich fest. Früher musste ich immer siegen und hab trainiert, wie eine Doofe. Inklusive keine Freizeit und keine Zeit für Freunde mehr. Heute mache ich die Sachen, weil ich Freude daran habe. Aber siehe, die Deutschen. Da kribbelt es immer noch bei mir. Bald ist es soweit und ich bin soooooooo gespannt. Als Zuschauer. Der Meinige hat sogar ein AMG-Fahrertraining platzen lassen und das will mal was heißen. Obwohl, der ist sowieso nicht bei mir, der hockt bei den Keglern.
Gestern himmeln wir nach der glorreichen Quali vom Meinigen-Freund, noch unsere Hochzeitsreise an, das wird schöm. Und machen uns Gedanken über Herrn Froschmann*. Da ist etwas völlig kurioses passiert. Aber das erzähle ich morgen. Da muss uns noch etwas einfallen. :-)


*Name von der Redaktion geändert.














08.04.2010 um 16:35 Uhr

64 Tage und das tapfere Schneiderlein

Das Reh springt hoch, das Reh springt weit, warum auch nicht, es hat ja Zeit.



Wenn wir ja wirklich alles haben, Zeit hammer keine. Damit aber Hedera nicht naggisch zu unserer Hochzeit kommt und als Erinnerung fürs Familienhochzeitsalbum, meine ganz persönliche Erfahrung, bei der Schneiderin meiner Wahl.

Stoff hatte ich ja schon bei der Stoffdealerin meines Vertrauens gekauft. "Vorlage"-Ballkleid auch eingetütet, also nichts, wie hin da. So geschehen, Mittwoch vor einer Woche. Und während ich da so vor mich hintucker gen tiefste Prärie, im nahen Ausland (Rheinland-Pfalz), fällt mir etwas auf. Etwas äußerst merkwürdiges. Sehr, sehr seltsames. Ich bin aufgeregt! Sonderbar. Warum nur? Weil mir eben diese Dame nun aus diesem traumhaften Stoff mein HOCHZEITSKLEID schneidert? Okay, ich könnte auch sagen: Mach ´ne Hose draus, die ich auch beim Beach Volleyball tragen kann. Nö, sie soll ja schon Kleidchen schneidern. Der Stoff wird ihr auch gefallen. Ich habe einen exorbitant guten Geschmack. *hüstl* Und der Schnitt erst recht. Also wieso kribbelt es überall? Ich kanns mir nicht erklären und parke schlecht vor einer schnieken Villa ein. Ich parke normalerweise einen Panzer mit Anhänger, auf vier Briefmarken ein, mit hinten und vorne drei Millimeter Platz. Da ist die ganze Straße frei, ich steh trotzdem schief. Immer noch aufgeregt. Egal. Rein da.

Es öffnet eine Dame, die aussieht, wie eine späte, ergraute Audrey Hepburn. Klein, drahtig und früher bestimmt eine äußerst gut aussehende Dame. Heute auch noch sehr gut aussehend! Wir stehen auch schon quasi mitten im Atelier und zwei junge Damen nähen und bügeln angestrengt vor sich hin. Grüßen aber höflich, während ich ins Wohnzimmer durch gewunken werde. "Sind Sie das Hochzeitskleid?" (Nein, ich bin die Pommes rot-weiß!).

Dort angekommen, fragt sie, um was es geht. Ich erzähle von Stoff und Kleid, wir packen den Stoff aus UND sie ist hingerissen! Hach, sowas Schönes! Sowas Tolles. DAS würde sie wirklich selten sehen! Hach, hach, hach. Und wie er da so liegt, endlich mal in voller Gänze ausgebreitet und nicht nur auf dem bisken Tisch der Stoff-Grace, da strahlt er mich schon wieder an und ich zurück.
Als nächstes kommt das Ballkleid dran. Wieder begleitet von Achs und Hachs und wie schön das wäre und die tollen Details und und und. Wir sprechen noch ein paar Sachen durch, dann soll ich mal in das Ballkleid schlüpfen. Problem: Ich habe zugenommen. Ich habe einen Wohlstandsbauchi. Nein, ich sehe nicht aus, wie ein Walfisch, ich fühle mich aber so! Aber -oh Wunder- das Kleid passt! Wie gehtn des? Man sieht aber meinen Bauchi. Schmoll-Lippe: AN! Die Schneiderin tanzt um mich herum und ich ganz entzückt. Auch von der Länge (Dreiviertel)  und die macht NICHT alt!

Dann: Ausziehen. Ich stehe in Unterwäsche vor einem riesigen Spiegel und werde von oben bis unten vermessen. Bei den Beinen misst sie vorne hinten, links, rechts und meint dann, ich wäre ganz gerade gewachsen. Wir lachen uns halb kaputt. Sie will an die Taille, ich frage: Welche Taille? Wir lachen uns krank. Aber, wo die überall so herummisst! Wer braucht eigentlich die Länge zwischen meinen Schulterblättern und meinem Hals? Häh? Ich darf mich nach dreihundert Maßeinheiten wieder ankleiden und entdecke vor dem Kamin eine Miezekatze, zu der ich mich geselle, während wir weiter quatschen. Sie macht noch diesen und jenen Vorschlag, die ich alle samt super schön finde, ich teile ihr meine Bedenken bezüglich des Ausschnitts mit, die verwirft sie aber, das sei Quatsch. Die Stoffgrace sagte nämlich, ein spitzer Ausschnitt würde noch mehr strecken und ich sei sowieso schon so groß und riet davon ab. Nun bin ich aber eine Dame, die ihre Größe Länge mit allergrößter Würde trägt und ich kenne mich nur erhobenen Hauptes, aber damit hat sie mich doch verunsichert. Die tapfere Schneiderin kann mich beruhigen und zielt auf ein tolles Dekolleté ab und ich bin happy. Tolle Frau, tolle Katze, tolles Kleid, alles toll. Sie nennt mir einen Pi mal Daumen Preis, wo wir ungefähr rauskommen. Habe ich mit gerechnet, auch toll.

Dann holt sie einen dünnen weißen Baumwollstoff und sagt, dass aus diesem nun die Nesselprobe angefertigt würde. Nesselwas? Nie gehört. Mal davon ab, deckt sie mich während des anderthalb Stunden langen Gespräches, mit Stoff-Fachbegriffen ein, die ich noch nie in meinem Leben gehört habe und wahrscheinlich auch nie mehr brauchen werde! Sie erklärt, dass die Nesselprobe, das quasi schon fertige Kleid sei, nur noch nicht mit dem eigentlichen Stoff. An der Probe werden alle Änderungen vorgenommen, dann könne man vorab schon einmal schauen, wie was aussieht und dann wird das wieder aufgetrennt und der Schnitt für das eigentliche Kleid davon abgenommen. Aha. Anprobe Nesseldingens in zwei Wochen. Und wehe ich nehme danach noch ab! Öhm.... hatte ich schon noch vor, okay, wir reden dann nochmal. 
Und dann ruft sie die jungen Damen von nebenan aus dem Atelier herbei, ob sie mal einen tollen Stoff sehen wollen. Wollen sie und kieksen und quietschen vergnügt mit uns mit. Dann holt sie noch das silberne Ballkleid hervor und breitet es vor den Damen aus, die klatschen in die Hände und freuen sich: Keine Torte! Keine Torte! Öhm? Höh? Naja, sie würden sehr oft Änderungen an diesen riesigen weißen Hochzeitskleidern vornehmen und die fänden sie alle mittlerweile so grottenlangweilig und doof, dass sie die Ungetüme Torten nennen würden. Von meinem Kleidchen und meinen Ideen sind sie ganz begeistert, werden es aber nicht nähen dürfen, das macht die Meisterin selbst und freut sich schon, wie Bolle und ich mich auch. Und ehe ich mich versehe, stehe ich auch schon wieder auf der Straße, vor meinem sauschlecht geparkten Auto und strahle und habe klitzekleine Tränchen in den Augen, weil die sich so gefreut haben. Ich wieder.

Da es nun mal gerade so schön wuppt, gehe ich noch Schuhe shoppen. Nach einer Stunde die Feststellung: Es gibt auf diesem Planeten keine crémefarbenen Pumps, in denen man eine Hochzeit ohne Orthopäden überlebt, also steuere ich schnurstracks auf die schicken grauen Chucks zu. Meine Größe! Hah! Runtergesetzt! Hah!
Jetzt gehe ich noch Jeans kaufen, die Dinger vom letzten Mal, schlabbern schon wieder (Und das ist gut so!), das lasse ich dann aber doch, man soll das Glück nicht herausfordern. Aber da der weltbester Kater, mein ein und alles, Geburtstag hat, kaufe ich ihm noch im Zoogeschäft einen schönen sprudeligen Katzen-Trinkbrunnen. Das wird ihn freuen, Brunnen fand er schon immer toll. Was ist, als ich den daheim zusammenbastele: Er schaut ihn mit dem Fell-Arsch nicht an. Dafür hat aber der kleine belgische Prinz Waschbär-Gene und ist binnen zwei Minuten komplett geduscht. Kunststück, wenn er immer mit der Pfote die Düse zuhält, bis ihm alles entgegen gequatscht kommt. Nein, sieht toll aus, die ganzen nassen Katzendappen auf dem Parkett. Schön! Wie in der Whiskas Werbung! Und eine nasse Couch macht mir auch nix, ach woher. Auf den Schoß? Okay, dann komm halt. *lächel* Rings herum ein runder gelungener Tag. Bin gespannt auf die erste Anprobe.

Und damit ich es nicht vergesse:

-Seit gestern ist die vierte und letzte Überraschung in Sack und Tüten. Etwas kostenempfindlich, aber wir wollten es nicht anders! Schön wird das! *freu* Und das Ganze auf hohem Niveau. Weltmeisterlich sozusagen. Eigentlich sind es für unsere Gäste ja nur zwei Überraschungen, aber da ich mich weigere, irgendjemandem etwas über das Kleid konkret oder die Hochzeitstorte (Hehe) zu erzählen, rechne ich die einfach kackfrech dazu!

-Nein, meine Mutter hat NICHT zurückgerufen.

-Ja, ich habe mit Schwägerin Doof zwei Stunden über Kunst gesprochen. Braucht jemand zufällig Fensterbilder? Fische, oder so?

-So, jetzt kaufen wir erst mal die Weber Grill Bibel. Höhö....







07.04.2010 um 14:48 Uhr

65 Tage und der ganz normale Wahnsinn

Der Vetriebscontroller, ist der natürliche Feind des Bereichscontrollers.
In Marmor geschlagenes Gesetz!


Nein, ich fress den jetzt nicht auf! Ich hau den auch nicht. Aber kann mir mal EIN Mensch erklären, warum der mir Erlöse umbucht, wo er doch nur Kosten buchen darf? Und ich hock hier im Dorschenanner. Egal.
Gibt super vieles, was ich gerne festhalten möchte, ich bin aber schreibfaul. Und angefressen. Wiedermal. Stichwort: Mutter. Ich hab da in einem Anflug von Größenwahn angerufen. Hat natürlich keiner abgenommen. Mir auch wurscht, ich kann mich auch unheimlich gut alleine über mich selbst ärgern. Sollte sie sich jetzt noch melden (was ich nicht denke), darf sie gerne auf meiner Hochzeit zuhause bleiben. Seit vier Wochen ist da Sendepause und sie wartet IMMER noch, dass das Kind angekrochen kommt. Und ich dumme Nuss, gestern in einem Anfall von Sentimentalität, mach das auch noch! WAAAAAH! Was reg ich mich auf, die rufen sowieso nicht zurück. Oder sind die im Urlaub? Mir auch egal. Hätte sie sich vorher melden können. Sensationell: Ich bin da immer noch stinkig. Und zu faul zum schreiben!

-Ich bin müde!

-Meine Schneiderin ist toll. In einer Woche darf ich die erste Nesselprobe anprobieren.

-Ich bin müde!

-Unsere Goldschmiedin ist toll. Sie hat meinen Ring schon fertig und ein Bild geschickt, ob es genehm wäre. Ist es. Aber so was von! Hach.... Ich bau jetzt das Bild hier ein, zum anhimmeln.

  



-Die Familie des Meinigen ist toll. Dank zweier bald neuer Schwager, habe ich die Lust aufs fotografieren wieder entdeckt. Dauert etwas, aus meinem kreativen Loch rauszukrabbeln, aber ich bin auf einem guten Weg. Stichwort: Erdbeeren in Mineralwasser. Toll!

-Ich bin müde!

-Meine Familie habe ich angeflunkert. Osterbrunch? Oooooh, da habe ich schon etwas vor. *rumheuchel*  Die könne mich bald alle mal. Ich bin jetzt Hunde-Groupie, das ist viel toller. Komm mir doch keiner mit Menschen!

-Ich bin müde!

-Unser Ostermarkt der Linedancer war ein voller Erfolg, wir haben es schon wieder mit einem sensationell schlecht geschriebenen Artikel in die überregionale Presse geschafft. Wieso lese ich den Dreck überhaupt noch? Außerdem sind wir dank sinnflutartiger Regengüsse gnadenlos abgesoffen. Was der guten Stimmung keinen Abbruch tat, es sei denn, man musste mal auf stille Örtchen. Höhö....

-Ich bin müde!


-Der Milka Schmunzelhase wurde entführt! DAS war wirklich sehr interessant.

-Ich bin müde!

-Wir haben heute hier richtig hohen Besuch. Aber keiner von uns konnte einen Blick auf ihn erhaschen. So ein Jammer. Dafür hatte ich dieser Tage mit diesem
Herrn zu tun und das ist in echt ein ziemlicher Langweiler. *schnarch* 

-Die Sonne scheint, es sind 18 Grad. HURRA!

-Ich bin müde!


30.03.2010 um 17:53 Uhr

73 Tage und der Name der Rose...

Quatsch: Die Zeichen der Hochzeit! Wir waren ja das ganze Wochenende in Sachen Hochzeit unterwegs. Mehr oder weniger erfolgreich.....

Shorty:

Habter Ringe? Öhm. Jain!
Haste Hochzeitskleid? Öhm. Jain.
Habter Überraschung? Aber sowas von. *strahl*

Von vonne: Wir freitags zur Goldschmiedin unseres Vertrauens (GUV) getuckert. Oder vielmehr erstmal ich. Der Meinige, musste nämlich die Blödman-Märkte dieser Welt unsicher machen, er möchte einen BlueRay-Player. Darf er aber nicht alleine kaufen, denn ich bin die technische Leitung in den Heiligen Hallen, sprich zu Hause. Gucken, ja. Kaufen, nee, echt nicht. Sonst kauft er wieder Blödsinn, wo die wichtigsten Anschlüsse fehlen, aber Hauptsache das Design stimmt. Trotz Kaufverbotes kommt er also zu spät und ich habe schon der GUV unsere Wünsche unterbreitet.
Geplant war: Reinhupsen (Wir ham doch keine Zeit!), ihr die derzeitigen Verlobungsringe vor die Füße werfen, die soll sie in Gold nachschmieden, raushupsen (Wir ham doch keine Zeit!), finito. Sauwitzisch.....wenns mal so einfach wäre. Wir tragen als Verlobungsring einen Reif. Sprich, einen in sich runden Ring. Und den wollten wir eins zu eins, als Ehering in Gold. Ginge nicht, sagt GUV, müsse sie einschicken und gießen lassen. ODER, sie fertigt ihn, dann gießt sie aber keinen Reif, sondern einen Stift, dengelt den zurecht und lötet ihn zusammen, dann hammer Lötstelle. Einschicken lassen, wollen wir nicht, können wir ja gleich zu Gold Krämer oder so Verbrechern gehen. Lötstelle? Also, wegen mir auch nicht..hm. Mal schauen, was der Meinige sagt.
Wo steckt der eigentlich? DER ist nämlich der Romantiker in unserer kleinen Familie (Auch, wenn ich den Hochzeitsantrag gemacht habe) und DER will neue Ringe. Ich sach noch: Wieso? Die Alten sind doch noch gut? Der Blick darauf: Unbezahlbar. Außerdem will ER, unbedingt eine Gravur. Wieso eigentlich? An dem Tag, als die WM angefangen hat!? Kann man sich doch merken? Okay, DER Blick war dann mehr als Gold wert. Männer.... Auf jeden Fall würde das auch nicht gehen, dazu ist die Ringschiene zu schmal, das müsse sie dann unten breiter machen, damit man es überhaupt lesen könne, dann wäre es aber kein Reif mehr. Gnarf.... Der Meinige schlägt auf und darf sich alles, inklusive
Bombierung und Co.  noch einmal anhören. Entscheidung: Andere Ringe. GUV legt uns gefühlte hundert Prospekte vor. Darf sie gleich wieder wegnehmen. WIR und Entscheidungen! Nönö, je kleiner die Auswahl, umso weniger Wochen brauchen wir! Stimmt dann aber auch nicht: Wir landen beide recht fix, bei ein und den gleichen zwei Exemplaren und bekommen nun *trommelwirbel* einen Ring, der Merkmale von beiden beinhaltet. Und das sieht richtig schön aus. Und das macht die liebe GUV mit ihrem tollen Menne. Und die freut das stark. Und uns freut das stark. Alles gut! *breitlächel*
Als nächstes präsentiert uns der Herr des Hauses...........ihr neues..........KINO!!!!! Ich werd ja noch bekloppt. Immer mehr Menschen in unserer Umgebung leisten sich Beamer & Co., werkeln lustige Sachen, in leerstehenden Räumen und knallen ihr eigenes Kino rein. So richtig schick, mit tollen Sesseln und rotem Teppich an den Wänden Jetzt die auch noch. Und der Meinige natürlich große Augen bekommen, will er auch haben. Bekommt er. Ich baue mir ein Haus, um eine 90 qm Küche und er darf sich ein Kino einrichten. Irgendwann, irgendwo, irgendwie. Das bekommen wir hin und wenn es das letzte ist, was ich tue. Aber: Kommt Zeit, kommt Kino, kann noch was dauern. Wir bekommen bei unseren lieben Freunden aber eine bomfastionöse Privatvorstellung, mit einem Zusatz Kurzfilm auf der DVD Ratatouille (Den ich mir noch am gleichen Abend kaufen musste!!!! Soooo schön!!!!) Wer die DVD hat: Ansehen. *gacker* Und von wegen kurz: Wir waren über zwei Stunden da, kein Wunder, das wir mit unserem Terminkalender nicht hinterherkommen!

Samstag: Kleid! (wiedermal....ächz) Die weltbeste Weddingplanerin, mein ein und alles, ohne die ich mich schon längst aufgehängt hätte, war wiedermal rührig. Und das ist gut so. Aber vorneweg sind zwei Sachen passiert. Zum einen, waren wir zwischenzeitlich noch bei einem andere Brautmoden Ausstatter, der die gefühlte Fläche vom BASF-Betriebsgelände mit weißen Träumen vollhängen hatte und den fand ich plöth. Der sagte nämlich zu mir, als ich äußerte, dass ich ein dreiviertel langes Kleid haben möchte, sehr nasal: 'Das macht alt! Sieben/achtel wäre okay'. Womit er bei mir natürlich verschissen hat, bis in die Steinzeit. Ergo habe ich den Folgetermin da auch gecancelt. Ich glaub der spinnt!

Diese Absage, soooooooo kurz vor der Trauung, brachte zwei italienische Mitarbeiterin auf den Plan, oder vielmehr in helle Aufregung, „weile alese schone so späd ißt!" Schock, schwere Not! Und ich habe aus Flachs gesagt:
"Dann heirate ich den Burschen eben in meinem silbernen Ballkleid, das kennt er noch nicht, so what, was soll ich mir einen Kopp machen?"
Was sie natürlich auch nicht sooo toll fanden, aber Himmel, warum eigentlich nicht? Daheim gehe ich in mich. Ich liebe diese Robe. Das Kleid ist schlichtweg ein Traum, ich fühle mich sauwohl damit (Und das ist die Hauptsache!!!!!), kann darin sitzen, gehen, mich mal eben runterbeugen, laufen wär auch drin, aber das geziemt sich nicht, ich fühle mich einfach wohl, wohl, wohl! Also fasse ich den Entschluss, genau dieses silberne Kleinod, mit zwei, drei Veränderungen, die ich haben möchte, nachschneidern zu lassen. Und zwar in crémeweiß. Punkt. Nix mehr tuntige Brautausstatter, oder dieser Hexenkessel, wie im ersten Brautladen. *vogelzeig*

Gesagt, getan. Mein Weddingplaner macht sich auf, der Welt besten Stoffladen zu suchen UND findet ihn auch. Sagte ich, dass sie eine Göttin ist? Schneiderin (Hehe...) steht übrigens parat. Und so finden wir uns am Samstagmorgen, im Reich der tausend Stoffe wieder und kruschpeln vergnügt durch Wildseide & Co. Ich bin restlos begeistert! Was es da alles gibt. Diese Stoffe, die Farben! Und die Inhaberin erst! Eine zweite Grace, die SO einen Spaß an der Sache hat, dass wir drei flugs zwei Stunden um haben und Pelegrina wundervolle Stoffe wegträgt, die einfach nur schön, schön, schön sind.
Dieser Tage habe ich einen Termin mit der Schneiderin und die macht dann aus diesem Brautkleid-Bausatz einen Traum, für eine Traumhochzeit. *schwelg*
Außerdem mache ich jetzt, mit meiner Kollegin Grace einen Nähkurs und keiner dieser Traumstoffe wird mir entwischen. Ich könnte sofort als Ballkleid/Brautkleid Designerin anfangen. Durch diese tollen Stoffe habe ich Ideen bekommen! Wahnsinn. So kenne ich mich gar nicht. Aber die Kleidersaison ist definitiv gerettet. Hach........Samstagabend waren wir noch zu einem Essen mit Jamie Oliver-Gerichten eingeladen und wer noch nie gefüllte Zitronen mit Ziegenkäse überbacken gegessen hat, sollte das schleunigst nach holen. Was für ein runder Tag. Hach... Samstagnacht kein Heimkino mit "Ich bekomme einfach alles kaputt-Emmerich" und seinem 2012. Wir haben uns schlichtweg verbabbelt und das ist gut so. (Wieder so welche mit Kino daheim..grrr)

Sonntagmorgen, acht Uhr raus und ab auf die Bahn, gen Norden. Unterwegs, die Hochzeitreise Frage. Hatten wir die nicht durch? Öhm.... Also Hawaii is jetzt doch nicht. 24 Sunden Flug, nur um dann wieder drei Tage Jetlag zu haben? Außerdem ist das auch nur ´ne Insel, da sind wir auf Tobago schon fast bekloppt geworden.
Wir haben uns auch zwischenzeitlich mal ganz verliebt angeschaut und uns gesagt, das WIR doch eigentlich auf den Jakobsweg gehören. Und so schön der Gedanke ist, die Spanier haben Sommerferien (Da läuft alles!), es ist heiliges Jahr (Da läuft alles!) und außerdem sind es dann schön über 40 Grad in der Meseta (Da läuft alles und schwitzt!). Öhm, eher nicht. Im Herbst dann wieder.
Sodele, jetzt haben wir ein neues Ziel. Und das machen wir jetzt auch! Haben wir uns die Hand drauf gegeben. Die resolute M. rollt mit den Augen: "Jo, und morgen schmeißt ihr wieder um!" HAAR-GE-NAU! Höhö...bleibt spannend. NOCH habe ich nicht gebucht!

Unser sonntäglicher Besuch führt uns in weite nördliche Gefilde, zu einer Hochzeits-Überraschung, mit der wir persönlich reden wollten. Hätten wir auch am Telefon machen können, wollten wir aber nicht. So bekommen wir nun nicht nur das gewünschte persönliche Gespräch, sondern auch einen schicken Gang durch Heidelandschaft und einen interessanten Vortrag darüber, wie man eben diese wieder aufforstet. Find ich gut. Besuch war toll. Wir hatten alle irrsinnig viel Spaß aneinander. Und die geplante Überraschung wird schön. Als ich spät am Abend mit meiner Trauzeugin darüber rede, die jetzt Hauptgeheimnis-Trägerin Nummer Eins (Neben Weddingplaner) ist, findet die das das auch so, so toll und ist so begeistert, dass wir zwei Hübschen noch mehr begeistert sind, auch wenn Eigenlob zehnmal stinkt! Hach, hach.... Wird das schön. :o)

Und nachdem wir nun in einer Woche 2100 Kilometer, um den Blog Block geeiert sind, haben wir uns gestern einen Tag frei genommen, obwohl da die Terminplanung schon mehr als heikel war und wir fünf (!) Anläufe gebraucht haben, um EINEN freien Tag zusammen zu haben und sind in die Therme gegangen. Chillen, saunen, wellnessen und schlafen, dösen, lesen, bis zum abwinken. Ich bin nämlich auch gut in der Sauna, kann ich stundenlang! :o)