Kollegin sinniert gerade darüber, dass sie sehr gerne flasch an Stelle von falsch schreibt. Ich schreibe gerne nud an Stelle von und, sinniere ich mit. Ergo nuden und flaschen wir hier gerade wild rum, denn wir sind immer noch sooooooo müde. Greift um sich, ist scheinbar ansteckend. *schnarch*
Wochenende:
Schuhe shoppen
Probe-Essen für Hochzeit Teil siebenhundertdreiundzwanzig.
Meisterschaft guggen.
Pennen.
Nein, meine Mutter redet immer noch nicht mit mir.
Freitag hocken wir hier in der Firma mit satten drei Mann, gehen uns gegenseitig mit immerwährender Gähnerei auf den Keks, können keinen Schabernack treiben, denn dazu sind wir zu müde und beschließen alle um Punkt drei anzuhauen.
Das beschließt der Meinige dann auch und des Weiteren, beschließt er neue Kegelschuhe haben zu wollen. Außerdem hat sich das Geburtstagskind, das einen funkelnagelneuen Weber-Kugel-Grill bekommen hat, einen Weber-Kugel-Grill-Holzkohle-Vorglüher-respektive-Anzünder gewünscht. Und ab ins Einkaufsparadies. Anzünde Dingens gekauft und dann noch -angesteckt, von Buchzeiger- eine Samenmischung "Bienenschmaus" gekauft, Hummelhotel muss ich auch noch bauen. Aber erst die Schuhe.
Wer jetzt denkt, das seien einfach so Turnschuhe, der irrt. Das sind Turnschuhe mit Kautschuksohle, damit die armen Kegelbahnen Deutschlands ja keine hässlichen schwarzen oder weißen Streifen von hundsgewöhnlichen Turnschuhen bekommen. Klasse, find die mal! Wir klappern vier Geschäfte ab und laufen vor diesem vierten -und wie wir beschließen- letzten, Schwägerin Susi in die Arme. Gut so. Die wollte ich sowieso anrufen. Aber jetzt so auf dem gemütlichen Parkplatz im kalten Wind, schnackt es sich doch viel beschaulicher.
Mein Weddingplaner hat sich nämlich in den Kopf gesetzt, ALLE mit ins Boot zu nehmen, damit jeder das Gefühl hat, er hätte etwas zur Feier betragen. Und ALLE fanden das supi toll (Bis auf meine Mutter, ich bin aber auch so schrecklich undankbar)
Und bis auf Susi, die weiß nämlich noch nichts von ihrem Glück, weil sich mir alle Nackenhaare hochstellen, wenn ich an den Murks denke, den sie so fabriziert.(JA, ich bin ein Erbsenzähler!) Sei es Hochzeitstorte für Dick&Doof. (WAAAH!!!!!!) oder die HochzeitsBILDER von Dick&Doof (WAAAH!!!!!!). Aber nein, sie kann ja besser fotografieren als ich, Jaja... Und besser backen kann se auch. Mhm...
Egal, ich habe mich jedenfalls standhaft geweigert, sie da durch irgendein Schlupfloch rein zu lassen. Aber, einsichtig und gut, wie ich bin, spreche ich sie drauf an, ob sie uns nicht auch einen Salat machen will. Macht sie. Freut sie. Und erzählt von Ostersonntag, wo alle bei ihnen aufeinander gehockt haben. Wie es war? Nett, sagt sie mit einem verkniffenen Gesichtsausdruck und sie meint wahrscheinlich damit genau DAS nett. Die kleine Schwester von Scheiße! Und wahrscheinlich sterbenslangweilig, aber ich hatte uns ja davon frei geflunkert. (Kinder, das darf man eigentlich ist. In absoluten Notfällen, geht das maaaaal. Es war ein Notfall!!!) Außerdem hätte meine Mutter erzählt, dass ich Zoff mit ihr hätte. Erstens hat sie Zoff mit mir und zweitens soll die mal ihre Klappe halten und nicht überall damit hausieren gehen, verdammte Axt. Ich hätte da am liebsten abends angerufen und gesagt: Weißte was: Betrachte diesen Anruf bitte als formelle Ausladung! Und das BEVOR, sie mich zusammenfaltet, wie schrecklich undankbar ich bin. Was resch isch mich uff? Pföh!
Also kleines Intermezzo mit meiner "lieben" Schwägerin, alles gut, alles nett, alles toll. Bis auf die Tatsache, das meine Mutter durch die Gegend läuft und behauptet, wir seien immer noch zerstritten, also Susi und ich, aber was resch isch mich uff? Pföh?
Samstags vermückt sich der Meinige zur Kegelbahn, die Vorentscheide für die hessischen Meisterschaften stehen an und er hat Aufsicht. Ich muss in die Stadt. Hochzeitsunterwäsche shoppen und *grummel* mir die Fortsetzung zu "Gut gegen Nordwind" kaufen, das mir ein Blogchen (Blogger-Medchen => Medchen frei nach Heidi Klum) mit den Worten "Mir gefiels nicht!" aufs Auge gedrückt hat. Und ich alte Romantikerin stürze los und muss augenblicklich die Fortsetzung haben. An besagte Dame: Ich habe es noch am selben Tag durchgelesen, willste ham? Und ich fands gut.
Auf dem Weg in die Stadt erblicke ich einen ganz bestimmten Laden und so leid, mir das jetzt an dieser Stelle tut: Allen Bloggern und Blogchen, die zur Hochzeit kommen, versaue ich hiermit eine der Überraschungen und plaudere nun en detail die Hochzeitstorte aus. Wers nicht wissen will: Den roten Text überlesen, danach geht es "normal" weiter.
Hochzeitstorte:
1. Macht die eine Schwester des Meinigen, die hat das gelernt, die kann das.
2. Wird viereckig in einem Backrahmen gemacht, so groß, wie ein Backblech. (Sonst passt es nicht in den Ofen. Logisch, oder?)
3. Wird kein weißer, ekliger, knabschsüßer Fondantmist, wird eine Käse-Sahne-Torte. Das mögen wir beide sehr!
4. Es kommt ein großer Marzipanaufleger drauf, mit einem Airbrushbild von Spanien, auf dem der Jakobsweg eingezeichnet ist und der einen großen roten Dutz da hat, wo wir uns kennengelernt haben. (=> Itero de la Vega, eigentlich Hontanas, Geschichte kommt noch. Du hast MICH geküsst!) Alles zum Verzehr geeignet. Gibts im Internet zu bestellen => Tortenaufleger.
5. Auf diesen Jakobsweg kommen zwei kleine Wanderer aus dem Modelleisenbahn Zubehör. Dieser Laden sprang mich an und zeitgleich auch die Idee. Die Wanderin ist zwar noch blond, die färbe ich aber um und die Rucksäcke sind eher Tagesrucksäcke, keine Pilgerrucksäcke und der Mensch in diesem Laden war auch noch so entzückend, dass er mir mit ein wenig Modelliermasse die Rucksäcke aufpimpem wollte, aber wir haben doch keine Zeit und für mich zählt die Geste, nicht der Rucksack. Die blonden Haare kommen trotzdem weg.
Noch ein Laden hüpft mich an: Ein Brautladen. Und Pelegrina, immer noch in Mission: "Finde einen orthopädischen Brautschuh", muss da sofort rein. Jetzt sind Brautläden ja immer abgesichert, wie Fort Knox und man muss IMMER klingeln. Okay, da hängen ein paar Werte, aber fünf Schlösser? Ob ich Termin hätte? Hab ich nicht, aber ob ich einen kleinen Blick auf die Schuhe werfen dürfe? Darf ich. Kurz: Alle doof! Zu spitz, zu hoch. Außerdem alle aus Seide, da die Braut von heute, sich den Kram in GENAU der Farbe des Brautkleides umfärben kann, respektive MUSS. Da muss man kleinlich sein, hier geht es um die Liebe zum Detail. Welche Farbe ich bräuchte? Créme, gebe ich von mir. DIE WÄREN ALLE créme. (Sind se nicht, die sind weiß!) Ob ich schon die Lederschuhe gesehen hätte?
Habe ich nicht, stehen zwei Mädels in meinem Alter davor. Ich stoße hinzu. Zu weiß, zu hoch, zu spitz. Eine Verkäuferin kommt, wie aus dem nichts angerauscht, als ich gerade zu den Lederschuhen stoße, reißt der einen Dame einen Schuhkarton aus der Hand und schimpft: Das ginge garnicht, das sich hier wer selbst bedient, sie ausschließlich würde die Sachen angeben! Was gesucht würde? Wir drei sind alle baff. Eine der anderen Damen findet als erstes die Sprache wieder: Sie würde Tanzschuhe suchen, am besten oben noch mit einem Riemchen für besseren Halt. Hätte sie nicht, faucht der Brautschuhdrachen, ihre Schuhe wären zu fein und nicht stabil genug für Turniertanz. Und was ich wolle. Äh, ich sage, das ich das Gleiche wollte und wir drei verziehen uns. Vor dem Laden stellen wir fest, dass das aber mal ein ganz schöner Drachen war und hecheln danach alle Schuhgeschäfte in der Stadt durch, die etwas haben könnten. Die eine ist nämlich auch Braut und wollte bequeme Schuhe, wir lachen uns kaputt und ziehen gemeinsam gen Innenstadt. Lustig waren die, bis ich in den obigen Laden abbiegen möchte, sind wir eine witzige Kleingemeinschaft, mit denen wäre ich auch weiter Schuhe shoppen gegangen. Ich will aber anschließend noch zu Oxfam, die mag ich sehr und bekomme dort tatsächlich noch zwei fette Maeve Binchy Bücher für je drei Euro. Hah! Mit der Unterwäsche Dame für Hochzeit meines Vertrauens, werde ich mir schnell einig, das trete ich hier aber nicht breit, hier lesen Buben mit. Und außerdem geht DAS nur den Meinigen was an. ;-) Noch in den Buchladen, wieder heim, auf den Meinigen warten, ab zum Probe essen in einen schicken Laden.
Mit dabei, Schwester und Männe des Meinigen und die zukünftige Schwiegermutter. Wir essen, alle finden es toll, nur ich nicht, wir machen Termin für ein Hochzeitsvorgespräch aus und reservieren für den 11.06. DA ist uns aber leider schon ein anderes Brautpaar zuvor gekommen, die haben sich schon den schöneren Raum geschnappt und mit dem anderen bin ich nicht wirklich zufrieden. Börgs. Und mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis, bin ich auch nicht zufrieden. Fällt uns aber alles auch wirklich schön früh ein.
Am nächsten Tag frage ich den Meinigen, ob er da wirklich, WIRKLICH hin will. Nö!, kommt, wie aus der Pistole geschossen und wir schauen uns im Internet andere Restaurants in der Nähe an. Ich werde schnell fündig, wir packen uns zusammen und dackeln dahin. Dort: Kommunionfeier, geschlossene Gesellschaft. Mit meinem entzückendsten Wimpernaufschlag, frage ich, ob wir einen Kaffee und ein Stück Kuchen bekämen, sofort anschließend den Bettel-Blick. Ein Lächeln, wir dürfen. Gefällt uns der Laden, auch wenn wir hinten in der Ecke am Katzentisch sitzen. Und noch BEVOR wir Milchcafé und Käsekuchen bekommen, lässt der Meinige den Chef kommen, wir würden Hochzeit feiern wollen. Und zwar hier! Aha, ich schaue ihn an. "Öhm, Schatz, wir haben hier noch nie gegessen?" Und?, fragt der zurück, alles besser, als der blöde SchickiMicki-Laden mit den Kinderportionen. Ja, aber...? Was aber? Naja, ich dachte eigentlich, ich werde in diese Diskussion mit eingebunden, ich bin die Braut! Aber auch ich fühle mich wohl und schon kommt Cheffe an unseren Tisch. Der ist superlieb, super toll. Hat eine sehr liebevolle und auch sachverständige Art und Weise von Speisen und Weinen zu sprechen und wir wollen gar nicht mehr weg. Also, feiern wir jetzt da. Wenn wir nicht noch mal alles umschmeißen. Wir sind halt so. (Ich weiß, eines schönen Tages wird Robin hier kommentieren. Das wir ihr schon den halben Jakobsweg auf die Nüsse gegangen sind, weil wir uns NIE entscheiden konnten. *grins*)
Anschließend düsen wir weiter zu den Vorentscheiden für die hessische Meisterschaft im Kegeln. Der beste Freund des Meinigen kegelt sich Richtung Deutsche Meisterschaft, das wollen wir nicht verpassen. Und wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich mich mal auf einer Kegelbahn wohlfühlen würde, den hätte ich den Vogel gezeigt und ihn anschließend verhauen. War spannend. Hat sich qualifiziert, der Gute. Hat er schön gemacht! Warum der Meinige nicht mitkegeln würde, werde ich gefragt. Ich habe nicht die leiseste Ahnung, nach den Vorentscheiden, sagt er nämlich mehrfach, dass er sich auch hätte qualifizieren können. Mist, mist, mist. Und ja: Hätte er, warum hat er nicht? Er dachte, das kollidiere mit unserem Hochzeitstermin. Also, die Deutschen Meisterschaften. Wäre lustig gewesen, er auf den Vorentscheiden zur Deutschen im Kegeln, ich auf den deutschen Verbandsmeisterschaften im Tanzen. Abends hätten wir uns getroffen und hätten uns gefragt, wer was gewonnen hat.
Wenn man sich unser Umfeld so anschaut, das sehr viele Meister und Siegertypen hat und wenn man dann noch an uns runterschaut, dann wird eines schnell klar: Da tummelt sich einiges an hochdekorierten Sportlern. Ich frage ihn, ob wir leistungsorientiert wären und woher diese Konditionierung kommt. Bei mir eindeutig aus dem Elternhaus. Wehe!!!!!!!!, ich war schlechter als ´ne Eins. Dann hats aber gescheppert. Der Meinige meint, was Mannschaftssport angeht, wäre er sehr ehrgeizig, bei den Einzeln eher weniger. Braucht keinen Schrank voller Pokale. Ist bei mir mittlerweile auch so, stelle ich für mich fest. Früher musste ich immer siegen und hab trainiert, wie eine Doofe. Inklusive keine Freizeit und keine Zeit für Freunde mehr. Heute mache ich die Sachen, weil ich Freude daran habe. Aber siehe, die Deutschen. Da kribbelt es immer noch bei mir. Bald ist es soweit und ich bin soooooooo gespannt. Als Zuschauer. Der Meinige hat sogar ein AMG-Fahrertraining platzen lassen und das will mal was heißen. Obwohl, der ist sowieso nicht bei mir, der hockt bei den Keglern.
Gestern himmeln wir nach der glorreichen Quali vom Meinigen-Freund, noch unsere Hochzeitsreise an, das wird schöm. Und machen uns Gedanken über Herrn Froschmann*. Da ist etwas völlig kurioses passiert. Aber das erzähle ich morgen. Da muss uns noch etwas einfallen. :-)
*Name von der Redaktion geändert.