Plateforme

29.02.2008 um 01:46 Uhr

Geburtstag

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Im Grunde möchte ich mich ja gerade über unsere hervorragende Sozialpolitik aufregen, aber da das so viele tun, und es eh wenig bringt, lasse ich es mal.

Ich hatte es erwartet, schließlich bekam ich im November vergangenen Jahres die Information des Amtes, meine Miete wird nicht mehr voll bezahlt. Mein Anwalt riet mir damals, abwarten und Tee trinken. Und der Bescheid lautete dann auch ganz anders. Eine neuerliche Information gab es nicht. Man hätte also hoffen können. Man hätte auch nur.

Wie ich es erwartet hatte, deshalb war es auch keine Überraschung für mich, konnte ich heute auf meinem Monitor lesen, das Amt hat mir ca. 50,00 Euro weniger überwiesen. Prima! Ich habe noch nicht nachgerechnet, wie man auf diese Zahl kommt. Ich weiß es erst seit ein paar Minuten,. wollte mir ja den Tag nicht versauen und habe erst jetzt nachgeschaut.

Nun werde ich, habe ja auch sonst nichts weiter zu tun, nächste Woche also den Anwalt aufsuchen. Ich sehe es ja immer noch nicht ein. Probieren kann man es ja, selbst wenn der Erfolg gering sein sollte. Einfach aus Prinzip sehe ich es nicht ein. Ich habe keine Luxuswohnung. Bei meinem letzten Besuch hatte ich dem Anwalt ja schon versprochen oder gedroht, kann man sehen, wie man will, wir sehen uns mit Sicherheit wieder.

Heute hatte nun Paulchen Geburtstag. 23. Es war ein entspannter Nachmittag. Vormittags rief er mich noch an, natürlich nur mit der Ansage, bitte ruf sofort zurück. Man spart ja Geld. Söhne halt ;-) Ich sollte ihm eine Sexzeitung besorgen. Manchmal kommen sie wirklich auf Ideen. Habe ich dann auch getan. Ich war dann auch ziemlich bepackt, 2 Pizzen, 2 Kuchen, Zeitungen, CD, DVDs usw. Auf Arbeit war ich auch  kurz, zumindestens in der Verwaltung und habe mein wöchentliches Geld geholt. Das trägt alleine schwer. Kann man sich ja denken. Die liebe Kollegin war dann auch ganz gestreßt und erstaunt, wieso ich denn heute komme, schließlich könne sie sich nicht alles merken. Hatte ich doch vergangene Woche gesagt, ich würde gern schon donnerstags erscheinen. Sie hatte es sich notiert. Die Dame ist ca. 25, also eine Altersvergeßlichkeit kann nicht vorliegen.

Bei Paulchen gab es Kaffee und Kuchen. Ihm geht es gut. Er ist etwas enttäuscht, weil seine jetzige Flamme und Ex-Freundin mal wieder hat eine Woche nichts von sich hat hören lassen. Das ist nicht so ganz neu, schließlich hatte sie sich schon vor ca. 1,5 Jahren auf ähnliche Weise verabschiedet. Ich habe sie übrigens kennengelernt, sie war vergangene Woche mal kurz hier. Hat was geholt, da sie ihn besuchen wollte. Ich kann ihn  gar nicht verstehen, so schön finde ich sie gar nicht. Egal, in Beziehungen mischt man sich nicht ein. Mütter sollten das eh unterlassen. Zumal es eine reine sexuelle Beziehung ist, obwohl man sich hätte mehr vorstellen können. Solche Aussagen muss man nicht wirklich verstehen. Ich höre da Änderungen in den Ansichten raus, auf einmal führt auch mein Herr Sohn sexuelle Beziehungen. Abgefärbt!? Und nicht nur eine, denn in der Klinik gibt es auch noch eine Dame, die ich aber bisher nicht kennengelernt habe. Er könne sich doch daran gewöhnen. Ich staune. Ehrlich.

Bin gespannt, wie das weitergeht mit den Beziehungen. Außerdem, ob sich sein Vater melden wird. Hoffnungen machte ich ihm nicht.

Dass ich nächste Woche eine ambulante Op habe, wollte er nicht hören. Er macht sich unnötig Sorgen. Wenn ich das höre, denn stelle ich fest, er ist halt in vielen Dingen wie ich. Wenn ihm auch äußerlich immer bescheinigt wird, er sähe aus wie sein Vater. Ich habe ja meine Schönheit auch noch. Ich selbst sehe den Eingriff zwar gelassen entgegen, aber ob man wieder aufwacht, wer weiß das schon.

Ich erhielt heute eine SMS von Ronald. Vor 14 Tagen rief er schon mal an, aber wie immer war ich auf Arbeit und auch ansonsten wäre nichts möglich gewesen. Warum wohl. Jedenfalls hatte ich ihm gesagt, dass ich frei habe und nicht wirklich damit gerechnet, dass er sich meldet. Er hat aber dann nur per SMS abgesagt. Mein Glück, ich saß gerade in der Klinik und wartete darauf, dass ich vom Pfleger abgeholt werde. An der Prozedur hat sich nichts geändert, da Paulchen mal wieder umgezogen ist, auf eine Station, die ihm nicht wirklich gefällt, ist der Weg durchs Labyrinth sogar noch länger geworden.

Besuchstermine wurden nicht ausgemacht. Nächste Woche ist ja mehr oder weniger verplant. Dann muss ich erst mal sehen, wie ich mich danach fühle. Den Eingriff vor ca. 10 Jahren verkraftete ich gut. Allerdings fand damals das auch noch stationär statt mit einer Woche Klinikaufenthalt und ein paar Tagen Krankschreibung danach.

Dienstag gibt es bei mir eine Premiere. Ob man es nun glaubt oder nicht, ich fahre zu einem Gewinnversprechen einer obskuren Firma. Ich weiß schon, dass es Quatsch ist. Aber da Nessi unbedingt mal bei solchen Sachen teilnehmen wollte und die Fahrt könne ja man machen, fahren wir wirklich einen Tag mit dem Bus weg. Die Buchungsbestätigung ging schon zu. Ich bin wirklich gespannt, was das wird. Lustig wird es bestimmt, schließlich fallen wir in der Regel immer auf und bei einer Kaffeefahrt mit vielen Rentnern - naja! Geld kann von mir sowieso niemand erwarten, denn ich habe keines. Dabei fällt mir noch ein, Nessi gehört nicht mehr zu den Hartzlern, mit ihrem jetzigen Gehalt ist sie über den Satz (1.100 brutto!).


28.02.2008 um 02:10 Uhr

Durchwachsen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Lang lang ist es her. Aber was lange währt oder so. Fakt ist, heute hatte ich DAS Gespräch. Lange habe ich es vor mich her geschoben. Ob es nun sinnvoll war oder nicht, weiß ich immer noch nicht. Und ob es was bewirkt, noch viel weniger. Was sollte es bewirken. Eine Lösung hatte ich nicht parat. Sonst hätte ich sie präsentiert und nicht nur die Fakten genannt.

Ich kann gar nicht sagen, ob ich übersensibel reagiere. Die Tatsache bestand schon seit langem, ich fühle mich nicht wohl. Gründe dafür mag es viele geben. Auch ganz andere, die mit der eigentlichen Situation, mit der Arbeit nur wenig zu tun haben. Manchmal möchte man behaupten, jeder Hartzler solle froh sein, nicht berufstätig sein zu müssen. Es erspart einem auch manchen Kummer, manche Demütigung, manchen Frust. Und da ist es wieder, ist man nur übersensibel, sieht man Dinge, die vielleicht gar nicht so sind, wie man sie sieht / sehen möchte?! Wenn man darauf immer eine Antwort hätte, wäre so vieles einfacher.

Sich als 5 Rad am Wagen zu fühlen, ist alles andere als optimal. Ist nicht mal suboptimal, wie unser Ex- Bundeskanzler es mal formulierte. Konkrete Beispiele zu finden, fällt nicht schwer, birgt aber die Gefahr, dass es ins Persönliche, in Infantilismus abschweift. Das würde zu sehr nach persönlicher Kränkung klingen.

Das Gespräch mit dem Vorgesetzten wurde gesucht. Sicher hätte man es auch anders machen können, hätte man seine Empfindungen, seine Befindlichkeiten direkt an Ort und Stelle benennen können. Aber siehe oben, das birgt die Gefahr, dass es in persönlichen Anschuldigungen endet und die kann und will man gar nicht benennen. Ich kann gar nicht wirklich sagen, ob er nun genervt war oder ob er die Dinge ähnlich sieht, ob er vielleicht schon von anderer Stelle von Unzulänglichkeiten meiner Person hörte, ob er es auf Grund neuer Strukturen in der Gruppe bzw. im Team erwartet hatte, das hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Hatte nicht den Eindruck, dass er überrascht war. Hatte auch nicht den Eindruck, dass er meine Befindlichkeiten ausschloss, dass er sie nicht ernst nahm. Lösungen hat aber wieder mal keiner. Es ist selten so einfach.

In den nächsten Tagen wird er darüber nachdenken, vielleicht mit meinem Kollegen, der (pro forma) als Teamkoordinator fungiert, reden und nach Lösungen suchen. Vielleicht gibt es ja einen Aufgabenbereich, mit dem ich glücklich werden könnte, in dem ich Kompetenz, Verantwortlichkeit und Selbstständigkeit zeigen könnte, die ich so sehr vermisse. Wahrscheinlich ist es genau dieser Anspruch, der falsch ist. Wahrscheinlich sollten meine Ansprüche, die Kompetenz, die Selbstständigkeit, die Verantwortung weniger bewertet werden, vielleicht sollte man mit dem zufrieden sein, was da ist. Weniger Verantwortung, Kompetenz zu haben, ist nicht zwangsläufig negativ ?!

Im Grunde ist es egal, ob es nur mein Anspruch ist oder ob die Dinge objektiv genauso sind, wie ich sie empfinde. Tatsache ist, dass ich mich nicht wohl fühle, dass mich die Situation nervt.

Wie die Lösung aussieht, weiß niemand. Ob nun eine Lösung im Team gefunden wird, ob nun eine Umbesetzung oder gar eine Meldung an das Amt erfolgt. Paulchen hat gesagt, es gibt keinen Rückzug. Das wäre untypisch für mich, ich solle mich nicht entmutigen lassen. Finanziell gesehen, ist ein Rückzug auch schwierig. Eigentlich nicht machbar. Die Kinder würde ich vermissen.

Trotzdem bin ich erst mal froh, dass es ausgesprochen wurde.

Die nächsten Tage habe ich frei. Und auch das ist eine Sache, die mir zwar gut tut und mehr als nur wichtig ist, aber auch einen negativen Touch bekommen wird. Negativ daran ist schon, dass ich an meinen wenigen freien Tagen, so viel zu erledigen habe, dass auch diese im Grunde nur streßig sind. Morgen hat Paulchen Geburtstag, eines ist dafür zu erledigen. Am Freitag steht ein lange aufgeschobener Besuch bei einer ehemaligen Kollegin an. Dany hat auch schon geäußert, ich hätte zu wenig Zeit. Letzten Freitag habe ich sie mal wieder besucht, es war ein entspannter Abend, der gezeigt hat, wie sehr sie jemanden zum Reden benötigt.

Der andere negative Touch ist der, dass, was ich immer sagte, drei Erwachsene im Dienst mindestens einer zuviel ist, so dass ab März geplant ist, dass die Praktikantin, die übrigens am 3. März ihren ersten Arbeitstag in der Gruppe haben wird,  und ich uns wochenweise ablösen werden. Was mir daran nicht gefällt? Nun zum Einen komme ich so nie auf meine Stunden, zum Anderen verliere ich so den Kontakt zu den Kindern, den Überblick zu den Ereignissen, Befindlichkeiten etc. Sicher ist es schön, wenn man immer mal eine Woche zu Hause ist, aber man verfällt in dieser Zeit auch schnell in alte Gewohnheiten.

So ist zwar offiziell der Plan, inoffiziell ist mir aber was anderes zu Ohren gekommen. So ganz hintenrum. Da klang nichts mehr nach Abwechslung. Das klang danach, dass die Praktikantin dann ab ihren ersten Arbeitstag den neuen Jungen, der zum 29. Febr. in die Gruppe kommt, nach dem Umzug von Andy ist das ja möglich, ab vormittags täglich betreuen soll.

Die Gruppensituation hat sich im Übrigen etwas verändert, was nicht zwangsläufig bedeutet, dass es nach dem Umzug von Andy ruhiger geworden ist. Meine Situation hat sich insofern geändert, dass ich nun nicht mehr unbedingt um meine eigene Haut Angst haben muss. Was zwar nicht so ganz den Tatsachen entspricht, wenn man bedenkt, dass der kleine Carsten (10) in der vergangenen Woche erst ganz spektakulär den Aufstand geprobt hat und seine Lehrerin geschlagen hat. Großer Bahnhof mit Polizei, Notarzt, Rettungswagen, Amtsarzt. Infolge dessen, kam er zur Krisenintervention für einen Tag  in die Klinik und ist ab Dienstag dieser Woche in klinischer Behandlung.

Der neue Kollege ist auch eingestiegen und als Heilpädagoge oder auch als neuer Besen, das kann man sehen, wie man will, entwickelt er neue Ideen und Konzepte. Hat für sich wohl den Anspruch, alles ändern zu wollen, vor allem die Kinder ändern zu wollen, mit Sport zu motivieren. Meine Sympathie dafür hält sich in Grenzen, ich stehe mehr auf Menschen mit Humor und Abstand. Sympathie ist sowieso das falsche Wort, aber das nur am Rande. Ein anderes Wort wurde absichtlich nicht gewählt.

Und was gab es noch? Ich habe mit meinem Vater gesprochen, er war auch sehr erstaunt, wohl sogar positiv, wenn ich das richtig heraus gehört habe, dass ich ihm mein Beileid ausgesprochen habe. Er möchte sich irgendwann mal mit mir in Verbindung setzen und wörtlich „sein Ableben vorbereiten“. Letzteres fand ich eher erschreckend. Ob wir nun ins Gespräch kommen und wie das aussehen wird, wird sich zeigen.

Meiner Mutter selbst geht es wohl ganz gut. Auch mit ihr hatte ich ein kurzes Telefonat.

Gesundheitlich gibt es auch noch etwas Neues, wenn man dann unbedingt so will. Ich werde am Montag zum Vorgespräch für einen ambulanten Eingriff gehen. Dieser soll dann am Freitag statt finden, so dass ich ohnehin für einige Tage, wie lange es dauert, entzieht sich meiner Kenntnis, auf Arbeit ausfallen werde.

Ich habe mich nun doch dazu entschlossen, diesen Eingriff vornehmen zu lassen, obwohl nicht genau fest steht, ob es ein Erfolg werden wird. Aber in letzter Zeit hatte ich bekanntlich massive Probleme, so dass ich davon schon genervt war. Konkret: Auf ständige Blutungen kann Frau verzichten.

Sexualleben gab es, man kann es sich denken, deswegen natürlich nicht. Zeit war auch nie vorhanden, wenn Frau mal frei hatte, hatte sie genug anderes zu erledigen, so dass daran überhaupt nicht zu denken war. Momentan wüßte ich wirklich nicht wann, wo, wer oder so. Auch nervend.

Was die Freizeitgestaltung ansonsten betrifft, kann ich mich nicht beklagen. Langeweile kam nicht auf. Wir waren zu einem wunderschönen Konzert und gehen auch diese Woche wieder (Regionalbands). Das letzte Konzert hatte eine Rammsteinshow, die dem Original ziemlich entgegen kam. Auch wenn man vielleicht nicht unbedingt Fan davon ist.

Alles in allem: Es ist und bleibt durchwachsen!

16.02.2008 um 02:40 Uhr

Lange her

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist mal wieder zu lange her, dass ich dieses Ding hier eingeschaltet habe. Von Internet- oder Computersucht kann man wirklich nicht (mehr) reden. Wobei das vollkommen egal ist. Wenn der Grund zeitiges „Ins-Bett-Gehen“ gewesen sein sollte, was ja nachvollziehbar wäre, ok, aber das hat nicht wirklich geklappt.  Geschlafen habe ich immer schlecht, vor allem im Bett, auf der Couch vorher ging es immer phantastisch.

Der Tradition folgend oder der Logik, wie man will, darf, kann, sollte  man am Anfang beginnen (herrlich, wenn man mal wieder sein eigenes Deutsch gebrauchen kann, ohne sich zu verbiegen, ohne sich zu rechtfertigen und vor allem, ohne sich erklären zu müssen). Das letzte Mal, also nicht dieses, das ist sogar schon länger her, war dann im „Urlaub“, den ich wirklich genossen habe. Gebe ich gerne zu. Von dieser so üblichen To-Do-Liste habe ich eigentlich auch alles abgearbeitet. Stand schon nicht viel drauf, man will sich ja nicht überschlagen. Wie dem auch sei, Termin für die Rentenklärung wurde gemacht (Mo, der 18. Febr.), beim Arzt war ich auch, was zu nichts geführt hat, denn die Dame hatte erst Urlaub und ganz so einfach, wie es die Kasse erklärte, ist es nun auch nicht,  und natürlich habe ich diesen Besuch gemacht, Dany.

Hatte mich ja doch etwas gefürchtet davor. Überlege noch, ob dieses das richtige Verb ist. Ist aber egal, so ungefähr kommt es hin. War aber ganz unnütz. Dany war gut drauf, ihr geht es gut. Sie hat sich sehr gut mir „ihrer“ Taxifahrerin angefreundet, was mich, zumindestens konnte ich mich nicht ganz des Eindrucks erwehren, überflüssig macht. Der Abend war ganz lustig. Frau hat mal wieder geflirtet oder besser gesagt mit sich flirten lassen. Ein Resultat hatte dieser Flirt dann nicht. Jedenfalls nicht so, wie ich dann doch hätte mir vorstellen können. Die Hormone, was soll es auch anderes sein, oder? Egal, auch dieses Jahr habe ich mich jungfräulich gewehrt. Oder so.

Wenn doch mal die Herren der Schöpfung verstehen würden, dass Frauen selten, - gut, ich spreche in der Mehrzahl, weil ich mal wieder davon ausgehe, es geht Frauen öfter so, - auf öffentliche Bekundungen stehen. Etwas Diskretion ist angesagt. Oder ist das so schwer?

Und die Woche? Was soll man dazu schon sagen? Also gestern hätte ich einen tief depressiven Eintrag verfasst, glücklicherweise zog es mich ins Bett. Allein wegen der Zeit, geschlafen habe ich dann doch erst ewig später. Heute sehe ich das Ganze schon etwas gelassener. Es ist wie es ist.

Gründe für den depressiven Tag gab es einige. Nun auf Arbeit habe ich mich geärgert, was sich dann, als ich nach Hause kam, fortsetzte, als ich den AB abhörte. Paulchen hat den Termin für morgen abgesagt, weil sein Vater am Freitag erscheint. Toll. Was ich gedachte habe, kann man sich an 10 Fingern abzählen, wenn man nur 5 hat, würde das auch reichen. Es ist offensichtlich.

Eine andere Nachricht gab es auch noch. Als ich am Dienstag so in der Zeitung blättere, -  Scheiß-Angewohnheit ab einem gewissen Alter liest man wohl doch immer die Todesnachrichten, -  entdecke ich, dass meines Vaters Frau verstorben ist. Ich wußte, dass sie krank ist. Erfuhr ich ja mal im Wartezimmer des Psychologen. Die Todesanzeige war schon die Danksagung, die Beerdigung war demnach schon. Und ich wunderte mich noch, dass mich einige ehemalige Kollegen meinerseits und auch meines Vaters so eigenartig von oben herab gegrüßt hatten. Ich dachte mir noch: „Die waren auch mal freundlicher, im Grunde sogar flirtfreudiger.“ Heute ist mir nun klar, was die dachten: Da geht die nicht mal zur Beerdigung. Ich wußte es doch nicht. Und nun? Hätte er gewollt, hätte er mich angerufen, oder? Aber das macht man wohl  auch nicht. Dilemma. Ich hatte mir dann überlegt, dass ich mal anrufe. Habe ich im Übrigen getan, aber außer dieses T-Net-Box ging nichts an den Apparat. Abends ist es recht sinnlos anzurufen. Mein Vater ist im Gegensatz zu mir keine Nachteule, er geht eher mit den Hühnern zu Bett und steht auch so auf.

Weil wir gerade bei den Anrufen sind, zum Einen hat sich Ronald gemeldet. Er hätte mich gern besucht, aber wie immer war ich auf Arbeit. Zum Anderen, das ist schon eigenartig, ruft mich seit Tagen eine D2-Nummer an, ich kenne die Nummer nicht. Ich weiß also wirklich nicht, wer es sein sollte. Man denkt sich ja erst nichts dabei, aber wenn es jemand tagelang versucht. Gestern abend habe ich dann die Nummer einfach mal gewählt und was passierte – nichts, es ging keiner an den Apparat. Dafür rief der/die/das dann heute später an. Ich war natürlich wieder auf Arbeit!

Dieses ständige „auf Arbeit sein“ wird sich demnächst ändern. Ab März werde ich dann weniger arbeiten. Freude? So kann man das nicht sagen. Aber da es mir momentan zu mühsam ist, das für mich noch einmal zu artikulieren und die Geschichten, die zwischenzeitlich natürlich passiert sind, lasse ich es einfach weg. Fakt ist, ich war gestern sauer, depressiv und überhaupt nicht zufrieden. Und im Grunde lässt es sich auf einen einfachen Nenner bringen: Du bist Deutschland. (Und falls es jemand nicht aus den Zeilen heraus liest, es ist sehr zynisch gemeint).

08.02.2008 um 02:12 Uhr

Coitus interruptus, Technik und anderes

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Nun bin ich einmal auf, wach, hab mich geärgert, also kann ich hier auch noch ein bißchen Luft ablassen und Blödsinn schreiben. Wie immer also. Geärgert nicht über Blogigo, nö darüber ärgere ich mich nicht. Aber über diesen Sch.... Messi, erst konnte ich mich nicht anmelden und dann bricht das Dingens beim schönsten Chat zusammen, sozusagen Coitus interruptus oder so. Dann ruft Toti auch noch an und meint, ich brauche dringend einen neuen Rechner. Auf die Idee bin ich ja nun noch gar nicht gekommen, ehrlich!

Überhaupt dieser Sarkasmus in letzter Zeit, da behaupte noch mal einer, ich wäre es. Ich bin nahezu brav dagegen. Gestern behauptete Peti das auch von mir. Nicht immer könne sie mit meinem Humor umgehen, schwarze Nacht sozusagen. Gleichzeitig bemerkt sie dann, dass die Frau vergangene Woche, die beim Geburtstagsspiel von Radio SAW gewonnen hat, eigentlich hätte ja gar nicht spielen dürfen. Welcher HartzIVler hat schon Geld für einen Anruf, der 0,50 Euro kostet. Das dürfe nicht sein. Und überhaupt hat sie ja nichts davon, das Amt, das davon erfahren hat, in den Zeitungen war es ja auch, hat gleich einen Bescheid geschickt, wie lange sie nun kein Geld bekommt. Da könne man doch der schwer arbeitenden Bevölkerung das Geld gönnen. Hätte ich dergleichen gesagt, hätte man mir gleich wieder Zynismus unterstellt. Ich habe es allerdings nur gedacht. Und überhaupt kennen wir uns dieses Jahr 30 Jahre, keine Ehe hat bisher solange gehalten, wir werden es auch nicht mehr schaffen. Eigentlich müßten wir das doch feiern. Gute Idee oder?

Wie dem auch sei. Ich hatte die Woche frei und habe es, wie ich es vor hatte, auch genossen. Viel geschlafen, gelesen, ein bißchen geputzt, kleiner Stadtbummel. Alles, was so das Frauenherz begeht - bis auf eins, aber lassen wir das.

Heute war ich jedenfalls auf Arbeit.  Ich hatte es Andy versprochen, es ist ja heute sein letzter Tag in der Gruppe. Die Bushido-CDs hatte ich dabei, worüber er sich auch gefreut hat. Pädagogisch ist das nicht, aber den Anspruch habe ich ja für mich nie erhoben. Wir hatten (bisher) auch keine Probleme miteinander, wenn man mal von dem Hammer absieht. Gefeiert wurde nicht. In den letzten Tagen hat er sich noch so einige Dinge geleistet, ein Fahrrad von einem andern verkauft (der das noch gar nicht weiß, weil er zu Hause ist) und meiner Lieblingskollegin gestern buchstäblich eine auf die Nase gegeben. Meine Schadenfreude hält sich in Grenzen, selbst ihr hab ich das nicht gewünscht. Einen wirklichen Grund gab es nicht. Und meine liebe Nessi, der ich davon erzählt habe, meinte kategorisch: Recht geschieht ihr, dieser eingebildeten....... Ich lasse den genauen Wortlaut lieber weg, nett war das nicht und das von der lieben Nessi. Wie ich gerade sagte und mir unterstellt man laufend Boshaftigkeiten. Die liebste Kollegin hat dann wirklich Eindruck auf Nessi gemacht, dabei hat sie sie nur 2 Stunden erlebt. Nessi ist sonst bekanntlich so liebenswürdig und nett zu allen. Da kann man sich vorstellen, wie sie die Dame erlebt hat. Was ich von ihr denke, lassen wir mal außen vor. Fakt ist, noch am Donnerstag meinte sie, wenn er sie anfaßt, tritt sie ihn zusammen. So war es dann wohl doch nicht. Man ist viel zu perplex, um sich zu wehren und muß dazu auch erst mal kommen. Dass ich das Ganze irgendwie erwartet habe, kann ich hier getrost sagen. Bin froh, dass ich keinen Dienst hatte. Wie ich hätte einwirken können, kann man gar nicht sagen. Ich weiß schon, warum ich gerne frei genommen habe. Geplant war das ja nicht so.

Ansonsten war die Gruppe ziemlich leer, die Meisten sind zu Hause. Ändern wird sich, dass Ende des Monats ein Kollege aus einer Jugendgruppe anfangen wird. Für ihn ist es eine Herausforderung und eine Perspektive, da die Beschäftigung in der Jugendgruppe nur befristet war. Er ist auch Boxtrainer, die Kids kennen und respektieren ihn auch.  Ob ich das dann auch so sehe, wird sich zeigen. Für die zweite zu besetzende Stelle laufen noch Vorstellungsgespräche.

Morgen bzw. heute hat Dany Geburtstag. Das sollte im Grunde auch mein einzigster, geplanter freier Tag in dieser Woche sein. Hat sich halt anders ergeben, worüber ich nicht böse war und bin. Bin gespannt, ob und wie sie reagiert, wenn ich morgen vor der Tür stehe. Letztens war sie ja ziemlich böse auf mich, weil ich mich um sie nicht genügend kümmere.  

02.02.2008 um 01:11 Uhr

Feierabend

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Vorfreude ist die schönste Freude. Ich habe eine ganze Woche frei. Man mag es überhaupt nicht glauben. Zur Vorstimmung auf diese freie Woche habe ich heute nur knapp 4 Stunden gearbeitet. Mein lieber Kollege hat mich freundlich aufgefordert, nach Hause zu gehen. Nein, ganz so war es nicht. Er machte mir den Vorschlag, und ich habe bereitwillig zugestimmt. Muß ihm irgendwann mal die Frage stellen, was er eigentlich so treibt, wenn er mich nach Hause schickt.  Freitags ist aber wirklich nicht viel zu tun, Ferien sind auch noch. Einige Kinder sind bei ihren heiß geliebten Eltern. Andere verzichten lieber auf die Anwesenheit ihrer Kinder. Auch das kann man teilweise verstehen.

Da Frau so zeitig Feierabend hatte, hat sie sich einen kleinen Stadtbummel gegönnt. Für Paulchen ein paar Zeitschriften erstanden. Und, um das Klischee zu bedienen, kaufte ich mir ein paar Schuhe. Da lacht das Herz. So schnell ist Frau zufrieden zu stellen. Ansonsten war die Ausbeute gering, mir bleibt aber noch eine freie Woche, um mir endlich zu überlegen, ob es nicht doch Zeit für eine neue Brille wird. Telefonrechnung bezahlt, online ein paar CD's für Paulchen erstanden und für das eigene Gemüt noch zwei Houellebecq.

Eine Ex-Kollegin und Nachbarin konnte mir im Treppenhaus auch nicht die Laune verderben, als sie mir erklärte, es ginge ihr nicht gut. Oder geht es mir gut. Schließlich kann es einem in der Gesellschaft nicht gut gehen. Frage mich, warum die so mieß drauf ist. An Arbeitsmangel liegt es bei ihr allerdings nicht.

Was den gestrigen Tag betrifft, so bestand er gestern in einen 12- Stunden-Tag. Da fällt man nur ins Bett. Meine Lieblingskollegin hatte Dienst, die kleinen Monster waren sehr grenzwertig. Es war ein paar Mal kurz vor der Eskalation. Da konnte ich doch nicht gehen. Gekonnt hätte ich, aber bring ich dann doch nicht fertig.

Wie dem auch sei, heute geht mich das alles nichts an. Das bleibt auch eine Woche so. Gespannt bin ich, ob Andy nun, wie geplant, nächste Woche in eine andere Gruppe geht. Er lehnt die Jugendgruppe ab. Wundert mich nicht, habe ich schon vor Wochen gesagt. Jetzt hat er es wohl auch selbst erkannt, dass das ganze Getue, er will raus, nichts mit der Gruppe zu tun hat, sondern mit dem Wunsch, nach was, nach Beziehung, nach Bindung. Ich will darüber jetzt nicht ausführlich spekulieren.  Fakt ist, für alle anderen wäre es besser.

Alles egal: Ich habe eine Woche frei. Verdient. Ich werde, es genießen.