Plateforme

28.07.2008 um 00:40 Uhr

Ende

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Es gibt Nachrichten, die hauen einen erst mal vom Stuhl. Keine Ahnung, warum es einem so nahe geht, aber es ist einfach so.

Schon seit vielen Jahren bin ich online. Ich habe viele Menschen virtuell und real getroffen. Einige Spinner waren darunter, aber es waren auch Menschen darunter, die einen berührten, mit denen man sich verbunden fühlte, mit denen man lachen, weinen und was auch immer konnte. Solche Menschen trifft man nicht so häufig im Leben.

Den Begriff Globalisierung hören wir fast täglich. Trotz dieser grenzenlosen Freiheit sind wir aber nicht in der Lage, mal eben einige hundert Kilometer zu überwinden. Ursachen dafür gibt es viele.

Darüber zu schwadronieren ist müßig. Online-Kontakte sind schnelllebiger als andere. Das ist alles eine Tatsache. Genau wie die Tatsache, dass man sich nie wirklich kennt.

Darum ist es für mich umso schwieriger, zu verstehen, dass nach mehr als 7 Jahren dieser Kontakt nun vorbei sein soll. Über 8 Jahre haben wir uns geschrieben, wir haben öfter telefoniert (vor allem in der ersten Zeit), wir haben uns einmal getroffen.

Es ist eigenartig, wie das Ganze zu stande kam. Ich war lange Zeit offline, hatte wenig Interesse und Gelegenheit, zu chatten oder zu mailen. Natürlich litt auch dieser Kontakt darunter. Und nun, da ich mich bei ihm wieder meldete, kommt nach einigen Mails hin und her die Nachricht: Ich werde alle Verbindungen abbrechen. Muß zu mir selber finden. Durch eine harmlose SMS bekam meine Frau alles raus...

Ich weiß nicht, wie harmlos die SMS war. Ich weiß auch nicht, was alles bedeutet. Heißt alles, dass sie weiß, dass es die eine oder andere Affäre seinerseits gab? Es spielt auch keine Rolle.

Schon viel wurde über Monogamie geschrieben. Dieses Thema des Fremdgehens füllt Bücher, füllt Blogs. Was soll man dazu sagen? Soll man ihr sagen, dass alles harmlos war? Soll man ihm sagen, dass die Affären Fehler waren? Im Grunde prägt die Zeit den Menschen. Menschen, die einen umgeben, prägen einen. Ist es dann immer noch ein Fehler?

War unser kurzes Techtelmechtel ein Fehler? War es ein Fehler, dass wir trotz oder gerade wegen des Techtlemechtels eine freundschaftliche Beziehung hatten (online)? War es ein Fehler, dass er mir durch eine schwere Zeit geholfen hat? War es ein Fehler, dass ich ihm gezeigt habe, dass man sein Leben genießen soll?

Offene Beziehungen, ich kenne einige. Im Grunde funktionieren sie auch nicht. Irgendwie kommt die Eifersucht durch, irgendwann. Man hört ihn sagen: Meine Frau fährt in Urlaub, sie hat einen ganzen Karton Kondome eingepackt. Erfreut klingt das nicht. Man hört ihn sagen, meine Frau hat mit unserem „Pärchen“ sich heimlich getroffen. Gleichzeitig bekennt er, dass er sich mit der Dame daraus getroffen hat.

Es ist schizoid zu glauben, offene Beziehungen funktionieren. Es ist aber genauso schizoid zu glauben, es gibt eine ewige Treue.

Den goldenen Mittelweg hat noch niemand gefunden.

Ich bedauere es zu tiefst, wenn dieser Kontakt nun den Bach runtergeht. Dass er seit Jahren nur noch in regelmäßigen Mails bestand, spielt dabei keine Rolle. Wir haben uns viel geschrieben, über uns, über Belangloses. Es ist schade, wenn es vorbei sein sollte. Es hat mir und sicher auch ihm, immer gut getan.

Was ich ihr raten würde, weiß ich. Was ich ihm raten würde auch. Ich habe es mir in der Antwortmail verkniffen, ich habe nur darum gebeten, sich dieses Ende zu überlegen. Es wäre schade.

Zurück bleibt eine Gefühl der Traurigkeit, ein Gefühl, einen weit entfernten Freund verloren zu haben. Dieses Gefühl ist immer wieder bedrückend und überschattet im Moment alles....

25.07.2008 um 00:33 Uhr

Endlich

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Endlich ist es geschafft. Ein paar Tage frei. Die Kids fahren an die polnische Ostsee. Und danach ist auch mehr oder weniger Ruhe angesagt, die meisten Kinder fahren nach Hause. Es könnte relativ ruhig werden. Der Dienstplan ist, was meine Wenigkeit betrifft, relativ dürftig. Man hat es sich verdient. Die letzten Tage waren durchwachsen.

Ein jährlich wiederkehrendes Ereignis ist auch überstanden. Ruhig war es. Das war so gewollt. Nessi hat sich kurz auf einen Kaffee eingestellt. Ansonsten klingelte mehrmals das Telefon, das Handy simste (auch mein Date war darunter – man war erstaunt). Alle haben sich gemeldet, von denen man es erwartet hatte.

Auf Arbeit war dann, wenn auch erst heute, ein Blumenstrauß und ein Buch als Geschenk verpackt auf dem Tisch. Carsten hat das alleine im Auftrag erstanden. Das können viele Erwachsene nicht.

Eine Überraschung gab es im Postkasten. Ein kleines Paket von einem guten Freund. Mit einer Bemerkung, die einem zu denken gegen kann: .... „Und damit Dir der Pfeffer im ... nicht ausgeht. Eine kleine Überraschung....“

Mein Vater meldet sich die nächsten Tage, hat er gesagt. Ihm geht es nicht so gut. Klagt seit ein paar Tagen über Herzschmerzen. Und die Hausärztin wollte so gar nicht ohne Termin. Nun, leider kann man seine Krankheiten nicht terminlich planen und sich im Vorfeld prophylaktisch Termine geben lassen.

Jetzt gilt es die freien Tage zu genießen. Dafür kann man sich doch wirklich mal bemühen....


21.07.2008 um 23:17 Uhr

Verregnet

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Verregnet ist es, kühl. Mit Sommer hat das gerade so überhaupt nichts zu tun. Vielleicht ist das der Grund, warum man selbst so unzufrieden ist. Einfach ist es auf alle Fälle, die eigenen Unzulänglichkeiten auf das Wetter zu schieben.

Ich hab das irgendwann schon mal gesagt, die Kinder bei uns können ihre eigene Frustration auf ihre Eltern schieben, auf das Heim. Wir haben es da ungleich schwerer, wer ist schon verantwortlich für die eigene Frustration – wir selbst.

Und was fängt man mit dieser Erkenntnis an? Was macht man mit dieser Erkenntnis und wie lebt man sie aus? Wie wird man zufriedener?

Gute Fragen. Nächste.

Das wüßte wohl so mancher gern. Ich im Übrigen auch. Und weil man darauf keine Antwort findet, macht man Dinge, die überhaupt nicht gut sind.

Frau färbt sich die Haare, was noch das kleinere Übel ist bzw. gar keines. Aber Frau ist dann irgendwann mit sich so frustriert, dass sie, wie es jemand so schick formulierte, sich verstümmelt. Ich konnte über diese Aussage nicht wirklich lachen. War es nun Frust über sich, über die eigene Attraktivität, die dann ja in aus einem gestörten Selbstbild kommt, keine Ahnung. Irgendwer mußte dran glauben, die langen Haare glaubten dran. Übrigens nicht zum ersten Mal die letzten Jahre. Eigentlich war ich froh, dass sie wieder gewachsen waren, aber dann doch irgendwie unzufrieden und dann weg damit.

Nun zufriedener? Im Grunde nicht wirklich. Aber man kann es nicht rückgängig machen.

Wie dem auch sei, auch das habe ich vorher gewußt, das Wochenende war nicht so, wie ich es mir erwünscht hatte. Nessi war nicht da, sie hatte dieses Mal etwas Anderes vor. Was für mich Anlass gewesen wäre, mal etwas für mich zu machen. Und bitte schön, was soll das sein?!

Zum Einen hab ich Paulchen besucht. Das war sehr schön. Wir haben uns lange unterhalten. Darüber gibt es nichts weiter zu berichten. Samstag verlief dann mehr oder wenige im Sande. Auch nicht schlecht. Der Sonntag war dann schon etwas anders. Erst diese unsägliche Haare-ab-Aktion, dann der Anruf von Paulchen, dass er dringend Nudeln brauchte. Die brachte ich ihm und verabredete mich, versprochen war es schon für den Samstag, mit einem Bekannten. Soweit so gut.

Auf dem Weg dorthin traf ich dann jemanden, den ich schon lange nicht mehr gesehen hatte. Jemanden, für den ich schon vor Jahren eine ziemliche Affinität entwickelt hatte. Eine animalische Anziehungskraft. Daraus ist damals nichts geworden. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Er wußte von meinem Begehren, sehr wohl. Er war wohl selbst nicht so ganz abgeneigt, hatte eine Freundin. Irgendwie habe, vor allem ich, immer wieder die Kurve gekriegt. Oh ja, er sieht verdammt gut aus. Der große Aufreißertyp war er nicht, zumindestens nicht im nüchternen Zustand. Und genau da lag wohl der Hase im Pfeffer. Er trank einfach zu viel. Ich brauche wirklich niemandem in meinem Leben, der auch noch suchtkrank oder zumindestens gefährdet ist. - Florence Nightingale-Syndrom. Nützte aber alles nichts, die Anziehungskraft war stark.

Und nun lief mir dieser Mensch über den Weg. Natürlich nicht nüchtern. Und er sagte den Satz, den er in einem anderen Zustand nie ausgesprochen hätte, ob wir heute abend miteinander schlafen. Boah.

17 bin ich keine mehr. Ich habe widerstanden, es fiel nicht so ganz leicht. Ob ich das noch mal könnte? Die Aussage war konkret, nüchtern ja....

Darüber nachgedacht habe ich die ganze Nacht. Womit man sich so rumschlagen muß?!

Heute ist dann etwas passiert, was mir zumindetens half, darüber nicht mehr so toll nachzudenken. Schon vergangene Woche hatte ich eine Mail von Harry, ob wir uns nicht mal sehen könnten. Ich bejahte das für den Montag. Er war da.

Er kam und sagte: „Man siehst Du gut aus!“

Das ging doch runter wie Öl.

Es waren entspannte Stunden.

Die Erkenntnis des Tages: Man sollte seinem Beuteschema halt nicht so sehr untreu werden. Hat mich auch mein letztes Single-Date enttäuscht (vllt. ist er gar keiner), so gelangte ich doch wieder die Überzeugung: Mit jüngeren Männern wird das nichts. Für mich liegt es darin begründet, sie wissen eine Frau nicht zu schätzen. Reifere Männer schon eher. Vielleicht ist das allgemein falsch, für mich hat es sich schon mehr als einmal als Wahrheit heraus gestellt.

Im TV läuft gerade eine Beitrag über Geliebte/Geliebter. Interessant ist, auch wenn ich das schon vorher sehr genau wußte, wie viele genau so leben. Offene Beziehungen. Heimliche Affären. Das Leid oder der Segen Geliebte/r zu sein. Wie schwer das ist, wie einfach. Nichts ist schwarz-weiß. Nichts währt ewig. Und Sex ist manchmal einfach nur Sex.

16.07.2008 um 23:20 Uhr

Altes und Neues

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Nichts ist so uninteressant, so unwichtig, so unspektakulär wie die Nachrichten von gestern, sagt die Journaille. Wahrscheinlich stimmt das, letzten Endes ist man zu der Erkenntnis selbst schon gelangt, was vergangene Woche oder noch gestern absolut akut war, das ist heute schon Schnee von gestern.

Das Resultat dieser unwichtigen Nachrichten von vergangener Woche ist aber trotzdem oder gerade deswegen, die Tatsache, dass ich alles andere als Bock habe morgen auf Arbeit zu gehen. Ich mag momentan keine Kinder, sie sind mir ein Greuel. Die Unlust kann man gar nicht beschreiben, noch in Worte fassen. Um diese Haltung zu verstehen, muß man wahrscheinlich doch wissen, was alles so vorgefallen ist.

Wie dem auch sei, es ist so viel vorgefallen, dass man das in zwei Sätzen nicht sagen kann. Schwierig ist es vor allem deshalb, weil die genauen Gedankengänge nicht mehr so ohne weiteres nachvollziebar sind. Der Mensch ist schnell bereit, Dinge zu vergessen und zu verdrängen, darüber hinweg zu sehen und – und das ist das Wichtigste -sich das irgendwie schön zu reden.

Ist natürlich nicht die schlechteste Eigenschaft, würden wir doch nahezu verrückt werden, würden wir ständig an allem herumknabbern und über Sinn und Unsinn sinnieren.

Vielleicht liegt es an den freien Tagen. Ich habe sie mehr oder weniger genossen. Schon Montag kam der Feierabend relativ unerwartet und zeitig, da die Kinderzahl in der Gruppe auf 2 geschrumpft ist, die nicht unbedingt auch 2 Erwachsene um sich haben müssen.

So bekam ich am Montag noch unerwartet Besuch und durfte eine Massage genießen. Es war wirklich unerwartet, da schon gut 4 Jahre darüber gesprochen wird, mich mal besuchen zu wollen.

Der Dienstag und vor allem der Mittwoch entsprachen dann alles andere als meinen Erwartungen. Hatte ich doch gedacht, vor allem gehofft, mein letztes „Date“ würde sich mal blicken lassen. Der hatte aber offensichtlich etwas Besseres zu tun, so dass ich weder eine konkrete Nachricht auf meine Mail, noch auf meinen Anruf erhielt, lediglich irgendwann mal die SMS „Am Montag melde ich mich, versprochen“.

Nun dieses Versprechen ist schon jetzt für mich Geschichte, auch wenn man das jetzt wieder als Pessimismus bezeichnen kann. Habe auch die Handy-Nr. gelöscht, die Telefon-Nr. aus dem Speicher entfernt. Das ist nicht die Folge einer Verliebtheit, sondern gekränkte Eitelkeit.

Ich habe hier einiges über die Promiskuität der Frauen gelesen. Ich hasse dieses Wort, was sagt das eigentlich aus? Wer um Himmels Willen ist promiskuativ? Selbst wenn man das unterstellen mag, wenn Frauen mehrgleisig fahren (und natürlich auch Männer), dann erwartet man doch, auch wenn das unlogisch klingt, die erste Geige zu spielen. Vielleicht verstehen Männer wirklich nicht, dass man trotzdem auf die eine oder andere Nachricht hofft, zumindestens als Antwort, oder auf einen Anruf. Die Erwartungen waren dann doch zu hoch, hatte ich doch gehofft, vielleicht mal ein Wochenende so zu verbringen.

Mir hat mal jemand gesagt, es war ein Mann, dass Männer sich nur so lange bemühen, wie sie müssen. Ggf. ist das gar kein männliches Extrem, würde auch auf Frauen zu treffen. Frauen bemühen sich dann auch nur so lange, wie sie müssen.

Ich habe damals schon darüber nachgedacht. Es mag ein Körnchen Wahrheit darin stecken. Schon oft ist es vorgekommen, dass Kontakte dann spärlicher wurden, war es vorher noch ein täglicher Anruf, tägliche Mails, SMS, so ließ das plötzlich nach. Als Frau darf man das nicht mal kritisieren, es wird mit Zeitmangel und was auch immer begründet und endet schnell in dem Ausspruch: „Was Du so erwartest....“. Anscheinend ist es wirklich zu viel verlangt. Ich habe das immer anders gesehen und werde mich wohl diesbezüglich nicht ändern. Ich erwarte schon von Zeit zu Zeit mal eine kurze Nachricht, eine kurze Mail, einen kurzen Anruf. Qualität statt Quantität.

Man kann darüber grübeln, warum und wieso, sah es anfangs doch so rosig aus. Mag auch sein, dass es gar nicht so empfunden wird, da Mann gar nicht auf die Idee kommt. Ist aber vollkommen egal, die gekränkte Eitelkeit der Dame wiegt schwer.

Zum nächsten Thema: Paulchen. Er ist wieder in der Stadt. Seit Samstag. Anders als er erwartet, gehofft und ihm versprochen wurde, wird sich aber eine Verzögerung von einem halben Jahr ergeben. Er wird nicht in die Hauptgruppe seiner Station aufgenommen, erst in einem halben Jahr. Natürlich war er sauer, auch wenn er – Zweckpessimisums – es irgendwie erwartet hatte.

Für mich bedeutet das aber auch, dass ich noch ein halbes Jahr länger Zeit habe, mich dem wieder zu stellen. Die Hoffnung zu haben und die Angst zu haben.

Es ist halt nicht alles schwarz-weiß.

16.07.2008 um 00:03 Uhr

Zweckpessimismus

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Zweckpessimismus ist die Form des Optimismus, alles negativ zu sehen und doch zu hoffen, es wird alles gut. Man erwartet es einfach. Ist sollte man mit seiner negativen Grundeinstellung doch recht behalten haben, ist man schockiert, irritiert, traurig, aggressiv. Was auch immer. Man hat immer die Möglichkeit vor sich und anderen, den Schein zu wahren: Ich habe es ja nicht anders erwartet.

Eine ganz einfache Möglichkei sich das Leben, so hinzubiegen wie man es gerne möchte.

Aber so einfach ist das halt nicht. Das Leben ist hart aber ungerecht. So ist das mit allen Erkenntnissen und auch mit der, dass selbst wenn man doch wußte, es kommt so, man doch hoffte, es kommt ganz anders. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Ob man sein Schäfchen dazu beigetragen, dass es so lief, wie es lief, steht noch auf einem ganz anderen Blatt. Wenn dem so ist, dann hat man unbewußt vielleicht dazu beigetragen, dass die negative Grundstimmung überwiegen konnte.

Ich glaube, es gibt nur ganz wenige Menschen, die im tiefsten Herzen Optimisten oder Pessimisten sind. Die meisten reden sich gern etwas schlecht oder gern etwas gut, immer haarscharf an der Realitätsgrenze vorbei. Wenn man von sich behaupten kann, man sieht die Dinge realistisch, das hätte doch was.

Die Realität ist grausam. Das Leben sollte einen doch überraschen, es sollte doch lebenswert sein.

Nicht ganz so einfach die Erkenntnis. Dabei ist sie doch nicht etwa neu. Sie ist so alt wie das Leben selbst. Und so ein- bis 42mal hat man diese Erkenntnis im Leben selbst schon einmal gehabt.

Ich mag Optimisten nicht, die immer himmelhochjauchzend das Gefühl verbreiten, alles ist wunderbar, die Welt ist gut, die Menschen sind edel. Die immer der Meinung sind, jeder ist seines Glückes Schmied und wer Unglück hat, muß das schon selbst verbockt haben, es verdient haben, ob durch göttliche Fügung oder charakterhaft bedingt. Die der Meinung sind, das alles kann mir nicht passieren. Die manchmal, aber wirklich auch nur manchmal, dann im Laufe der Zeit erfahren müssen, es ist nicht so. Die dann ggf. vor einem Scherbenhaufen stehen, die unglücklich sind, alle und jeden dafür verantwortlich machen. Unglück, Krankheit, Schicksalsschläge – davor kann man sich nicht unbedingt versichern.

Ich mag aber auch Pessimisten nicht, die genau das Gegenteil verbreiten. Die alles schlecht sehen, die alle für ihr Schicksal verantwortlich machen, die aufgeben. Die der Meinung sind, egal was ich tue und denke, es wird eh schlecht.

Mir ist das alles suspekt. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwo in der Mitte. Das Leben ist vielleicht ausgewogen, vielleicht nicht. Glück ist halt manchmal doch nur die Abwesenheit von Unglück. Die Fähigkeit das Glück in kleinen Dingen zu sehen.

Es ist schön, wenn man die Fähigkeit hat, die Dinge real zu sehen. Das bedeutet nicht immer, dass es einem gefällt, das bedeutet nicht immer, dass es schön ist. Realität ist mir immer noch wichtiger, als das pure Festhalten an optimistischen Grundtendenzen, alles himmelhochjauchend oder im Gegenteil zu Tode betrübt. Die Fähigkeit, die Dinge so zu sehen, wie sie sind und das Beste daraus zu machen. Das ist auch kein Zweckpessimismus. Das ist Realität. Vielleicht kann man das nur selten, vielleicht nie. Diese Aussage bezeichnet der Eine oder Andere aber schon wieder als zynisch.

Wir müssen es nicht anderen Recht machen. Wir müssen selbst mit dem, was wirdenken fühlen und tun einverstanden sein und sind auch nur uns selbst verpflichtet. Vielleicht ist das die Erkenntnis des Tages und die hat dann gar nichts mit Pessimimus, Optimismus, Zynismus zu tun. Sie ist einfach nur real.


10.07.2008 um 23:34 Uhr

Unstrukturiert

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Zur Zeit bin ich vollkommen unstrukturiert. Nicht, dass ich ansonsten ein planvoller Mensch bin. Denn merke: Wer plant, plant zweimal. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Schieben wir es einfach mal aufs Wetter. Machen die Meisten. Irgendwer muß bekanntlich schuld sein und dieses kann sich nicht wehren.

So richtig kaputt. Müde. Auch auf Arbeit und da Ferien sind, gibt es da auch nicht so viel zu tun. Sprich die Struktur der Schultage fehlt. Einfach nur rumgammeln, mag schön sein, ist aber für die Kids Gift und alleine beschäftigen geht so überhaupt nicht.

Es gäbe soviel zu hinterfragen.Soviel zu bemerken. Da wäre, so habe ich es eben gelesen, der Skandalroman „Feuchtgebiete“. Dazu könnte und wollte ich (eigentlich) auch so einiges sagen. Da gäbe es das leidige Thema Zweckpessimismus. Mir fällt da so einiges ein. So einige Fragen wie: Was fällt eigentlich unter sexueller Belästigung? Was sind Profilneurosen? Und wann darf sich Frau geschmeichelt fühlen bzw. darf sie genert sein? Wie reagiert sie?

Momentan fehlen nicht nur die Worte, alles ist irgendwie zu viel. Überhaupt, was Frau momentan macht, macht sie zweimal. Gestern wurden erst die Arbeitsschlüssel vergessen, was man erst unten merkte und dann noch mal die 42 Stufen hoch und runter mußte. Auf Arbeit fehlte das Nikotin, Geld hatte man natürlich keines dabei. Später ging man zum Arzt, war sich im Grunde sicher, wo er ist (mit einem Kind) und stellte auf den Weg dorthin fest, dass es dann doch nicht so war. Der Arzt wurde zwar gefunden, aber auch dort stellte man fest, man hätte sich vorbereiten können. Wenn man mit dem eigenen Kind zum Arzt geht, wird man sich grade noch so an Adressen, Telefon-Nummern etc. erinnern, aber mit einem anderen Kind. Blamabel. Gut, dass es heute der Psychologin nicht anders erging. Später vergaß man die Krankenkassenkarte des Kindes auszupacken, so dass man heute morgen angerufen wurde, wo die denn sei. Schließlich müsse noch eine Überweisung für die psychiatrische Ambulanz besorgt werden. Das machte Frau dann selbst, es konnte ja nun niemand.

Und weil diese Dame erst sein kurzem im Netz, so ungefähr seit dem letzten Jahrhundert, ist, hat sie heute dann auch noch den absoluten Anfänger-Fehler begangen und einfach eine Datei aus dem Messi runtergeladen, man hätte ja nachfragen können, aber warum. Wie blöd kann man eigentlich sein?

Wie war das mit den Zitaten? Man darf sie nicht einfach so nennen, auch wenn man den Autor benennt, sondern muß seinen Senf dazu geben. Interessant. Hält sich zwar kaum jemand daran, aber okay. Die Frage stellt sich, was ist eigentlich mit den gestandenen Autoren, Dichtern, Philosophen, die ständig irgendwo zitiert werden und schon seit ein paar Tagen tot sind?

Deshalb:

Automation ist doch nur der Versuch des Mannes, die Arbeit so leicht zu machen, dass die Frau sie tun kann.

Der nützlichste Sinn für Humor ist der, der einem rechtzeitig zeigt, worüber man besser nicht lachen sollte.

(Evelyn Sanders in „Radau im Reihenhaus“)

Paßt immer und überall und bildet das Schlusswort heute.

 

05.07.2008 um 01:32 Uhr

Ansichtskarte

von: Paulinchen   Kategorie: Kurios

Karten schreiben ist gar nicht so einfach, was schreibt man da drauf? Sind immer die gleichen Platitüden, aber heute habe ich eine gelesen, die war einfach nur geil:

 

Liebe(r) Claudia, Sven, Susanne, Susanne, Daniela, Jutta,  Anton, Mario, Chris, Joseph und Nino!

 

Alles schön!

Bis bald!

 

August + Familie 

05.07.2008 um 00:45 Uhr

Wahrnehmungen

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Da war Frau wohl wirklich mächtig schlecht drauf, hat an ihrer eigenen Wahrnehmung gezweifelt. Das ist nicht gut. Und häufig gar nicht nötig.

Da meldet sich jemand mal zwei Tage nicht und schon fängt Frau an, sich irgendwas auszumalen. Vor allem, sie ist doch selber immer diejenige, die nicht zu sehr eingesperrt werden will, nicht gegängelt werden. Würde das ja auch nie tun und sich beschweren, wenn es jemand tut. Da soll Mann es noch richtig machen können?

Egal. Diese wirklich schlimmen Befürchtungen sind (vorerst – diese kleine Einschränkung muß sein) nicht eingetreten.

Natürlich hat er sich wieder gemeldet. Warum auch nicht. Schließlich gab es einen Grund, warum ich dieses Treffen abgesagt hatte. Einen verständlichen Grund.

Er war da. Gestern. Man darf hier ja wegen des Jugendschutzes nicht ins Detail gehen, aber ....... Frau kann es nicht bereuen. Dazu war es einfach zu gut. Diese Aussage will auch etwas heißen. Man ist sich einig, dass dies dringender Wiederholungen bedarf. Die Spielregeln sind festgesetzt, es geht – wie ich immer sage, im Leben dreht sich alles um Sex oder Geld – nur um Sex. Wir sind uns sympathisch, wir können uns gut unterhalten. Wir haben hervorragenden Sex, ich wiederhole mich, ich weiß. Und alles andere wird sich ergeben oder nicht.

Momentan bin ich in diesem Punkt zufrieden. Fast jedenfalls. Denn irgendwie fehlt einem die Zeit für viele Wiederholungen. Aber was gut ist, soll man vielleicht nicht zu oft haben. Dann wird es langweilig und abgedroschen, also lassen wir es dabei.

 

05.07.2008 um 00:19 Uhr

Richtiger Sex

von: Paulinchen   Kategorie: Zitate

Sex ist nur schmutzig, wenn er richtig gemacht wird.

 (Woody Allen)