Plateforme

31.08.2010 um 00:40 Uhr

Wahrheit

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Wahrheit ist individuell.

Wahrheit ist subjektiv.

31.08.2010 um 00:39 Uhr

Illusion

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Eine Illusion, die sich irgendwann mal der Wahrheit stellen muß, verblasst.
Eine Illusion, die nie die Chance dazu hat, wird eher stärker.

31.08.2010 um 00:34 Uhr

Das Ende mal wieder

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Schon lange habe ich nichts mehr geschrieben und ärgere mich darüber. Tagebuch führen und schreiben zeigt einem auch, was so passiert ist. Ist interessant später zu lesen. Manchmal erkennt man auch, dass sich nicht wirklich viel geändert hat.

Ich habe auch nur sporadisch und oft erst viel später Kalendereinträge gemacht. So wird viel aus den letzten Monaten in Vergessenheit geraten, die Datumsangaben zu einzelnen Ereignissen sowieso.

Ich möchte mal so ein paar Sachen beschreiben aus der jüngeren Vergangenheit: 

In den letzten 14, so ca., wollte ich unbedingt wissen, ob ER auf mich zugehen kann. Das hatte folgenden Hintergrund:

Ich habe schon lange beobachtet und auch kritisiert, dass ER mit Nessi ganz anders umgeht. An einem Sonntag küsste er sie plötzlich. Nun das ist nicht weiter schlimm, nur ist es das, was ich schon seit langem vermisst habe. Es gab keine Küsse mehr. Also fasste ich für mich den Entschluss, wie lange dauert es, bis er auf Dich zugeht. Wir sprachen miteinander. Das schon, aber ansonsten passierte gar nichts. Wir machten alles mehr oder weniger wie immer. Wir legten uns ins Bett und anstatt ihn zu streicheln oder in den Arm zu nehmen, machte ich gar nichts. Und dabei blieb es dann auch. So ging das eine reichliche Woche, bis ich dann irgendwann mal fragte, wie das denn so weitergehen soll. Ihm ist wohl nicht wirklich aufgefallen, dass das so ist. Oder doch? 

Nun ist das ganz einfach. Es geht ihm nicht besonders gut. Er hat mit seinem Alkohol zu kämpfen und mit den daraus resultierenden Erkrankungen. Es geht ihm oft nicht gut, also braucht er so seine Streicheleinheiten. Aber brauch ich sie nicht auch?

Nun gut.

Hat sich was geändert? Danach, nein nicht wirklich. 

Ich erhielt bekanntlich meine Kündigung und musste sie zum Amt bringen. Er begleitete mich erstaunlicherweise. An und für sich wollte er nur eine Speicherkarte für sich holen, aber er ging dann doch bis zum Amt mit mir. Unterwegs trafen wir dann, ich hätte darauf verzichten können, meinen Ex, der nicht wirklich begeistert aussah.

Nach dem Amt, das war so ein Spontaneinfall von ihm, gingen wir noch am Wohnungsamt vorbei und holten ein Angebot für ihn. Wir trafen Nessi und gingen spontan zu ihr zum Kaffee. Dabei blieb es nicht, ich trank zuviel, Nessi trank zuviel. Wir blieben da. Und da ich zuviel trank, sagte ich ihm auch so einige Dinge. Nicht das erste Mal in letzter Zeit. Wir blieben zwei Nächte bei Nessi, die wir auch getrennt voneinander verbrachten. Die erste Nacht legte ich mich irgendwo hin, ich hatte zuviel getrunken, die zweite Nacht beschloss ich im Wohnzimmer zu verbringen, weil es mir nicht gut ging. Nessi und ER schliefen im Schlafzimmer. Es lief nichts zwischen ihnen, das weiß ich. Ich hätte es sicher gehört. Es wäre auch nicht so schlimm gewesen, eine Dreiecksbeziehung funktioniert so. Natürlich hat er es anders dargestellt. Das sind so die kleinen Spiele, die er gern spielt und mich dann wieder nerven. 

Als wir von Nessi losgingen, gingen wir noch bei einer Bekannten von ihm vorbei. Ich wollte das nicht, hatte aber nicht die Wahl, er klingelte einfach. Den Nachmittag verbrachten wir bei seiner Mutter.

Am letzten Freitag (27.8.) kam dann wie immer Nessi zu uns. Sie hatte mir mehrfach gesagt, sie wolle nicht mehr, sie könne nicht mehr. Sie komme nicht. Ich habe das zwar immer dementiert, aber irgendwann zu ihm gesagt, Nessi kommt nicht. Damit war er nun nicht so einverstanden und schrieb ihr. Plötzlich rief sie an und fragte mich, ob sie wirklich nicht kommen soll. Für mich stände das laut seiner Aussage ja fest. Sie wollte dann natürlich doch kommen. Ich frage mich dann immer, warum. ER?

Ich weiß es nicht wirklich. Der Abend war recht lustig. Sex gab es keinen, er legte sich ziemlich zeitig hin und hat wie immer darauf gewartet, dass er beglückt wird. Wer hat dazu schon immer Lust? Mir ist aufgefallen, wie so oft, wenn ich das Zimmer verließ, fing er an zu tuscheln. 

Ach ja Freitag, wir besichtigten noch die Wohnung. Wenn das Amt zustimmen würde und sie dann noch frei ist, würde er sie gern haben. Was dann bedeutet, am Dienstag müssen noch zwei weitere Angebote geholt werden, weil ja drei beim Amt eingereicht werden müssen. Diese müssen dann dorthin gebracht werden. Außerdem müssen verschiedene Anträge gestellt werden. Der ganze Umzug, die Renovierung, das Besorgen von Möbel kommen dann ggf. noch dazu.

Am Samstag lief es dann nicht viel besser. Wir verbrachten den Freitag schon mehr oder weniger im Liegen, weil es ihm nicht so gut ging. Am Samstag war es nicht anders. Er wollte liegen, Nessi auch. Ich war viel zu unruhig. Und irgendwann machte sie dann ihre Fahrschulvorbereitung und er forderte sie auf, doch seine Speicherkarten auf den Rechner zu laden und dann die Musik auf die neue, gekaufte zu laden. Ich hätte das auch tun können, vor allem ist es ja mein Rechner. Aber auf die Idee kam er natürlich nicht. Genau wie ich neuerdings seinen Stoff nicht mehr holen soll. Manchmal geht es sogar selbst oder Nessi bringt heimlich was mit. Ich soll das dann nicht wissen und weiß es doch, weil ich fähig bin, 1 und 1 zusammenzuzählen. Spiele halt. Der Hintergrund? 

ER bekommt 359,00 Euro Hartz. Das reicht grad so für seinen Stoff, ggf. noch für Telefonkarten, nicht ganz für Tabak. So lebt er mehr oder weniger auf meine Kosten. Denkt aber immer noch, ich könnte ihn irgendwie übervorteilen. So z. B., wenn ich 50,00 Euro von ihm bekomme / nehme und 4 Flaschen Stoff kaufe und ihm das Restgeld nicht wiedergebe, fragt er danach, obwohl ich ja am anderen Tag oder spätestens am übernächsten wieder losgehe.

Auch das ist natürlich ein Punkt. 

Die ganze Speicherkartensache hat mich so genervt, dass ich mich verzogen habe. Diese Spiele, und das ist nur die Spitze des Eisberges, nerven mich so, dass ich seine Sachen zusammengepackt habe. Nessi hat es übrigens nicht hinbekommen, was mir natürlich ganz angenehm war. Er hat seine Sachen gesehen und ist dann auch gegangen.

Gegen 21.00 Uhr am Samstag klingelte dann das Telefon. Er war dran und fragte nach Nessi. Er fragte dann Nessi, ob er rum kommen kann. Ist das eigentlich meine Wohnung? Er erschien mit mehreren Taschen, um den Rest abzuholen. Packte alles schnell zusammen, wir hatten noch ein paar Wortgefechte. Kurze, weil ich diese Diskussionsbasis nicht mag. Und er ging nicht. Er unterhielt sich mit Nessi, sprach auch mit mir. Er trank seinen Stoff. Er zeigte ihr was am Handy, weil sie bisher nicht wusste, wie sie lange Videos aufnehmen kann. Wir kamen dann auf Videos. Von uns existieren sehr lustige Duschvideos, die ich schon vor einigen Wochen auf meinen Rechner geladen habe. Nessi wollte mal probieren, ob sie die dann bei sich sehen kann. Geht übrigens nicht. Wir sahen uns, ich schaute meist weg, noch die Videos an, was sehr lustig war und ihm sichtlich gefiel. Er blieb über Nacht, legte sich zu Nessi, weil ich mich natürlich ins Schlafzimmer verzog. Er ließ sich dort nicht sehen!

Und er ging auch vormittags nicht, wir frühstückten gemeinsam, und es war fast wie immer, er telefonierte mit einigen Leuten, alles wie immer. Aber mit mir sprach er nicht weiter. Nur belanglos. Mal irgendwas sagen? Fragen? Mal auf mich zugehen? Nein.

Irgendwann zog er sich an und wollte neuen Stoff und holen und dann wiederkommen. Ich fragte ihn höflich, ob er nicht seine Sachen mitnehmen will. Das wollte er nicht, er will nur Stoff. Usw. Er nahm sie dann doch mit, ich bestand darauf, ich wollte ihn noch richtig verabschieden, das wollte er nicht. So ging er am Sonntag. 

Irgendwann rief seine Mutter an, die von mir so enttäuscht ist (weiß ich u. a. von Nessi) und sowieso der Meinung ist, ich müsse mich zwischen den Beiden entscheiden, obwohl er ja mehr an diesem Dreieck hängt als ich, und ich wusste nicht, wo er ist. Später rief er dann Nessi über Handy an, sagte wo er ist und dass er dann später nach Hause geht. Fragte nach mir, ob ich denn das aufgerissene Kondomtütchen gefunden habe und wie ich reagierte. Etc. Ich habe dieses Tütchen gefunden, aber ich kenne seine Spiele. Heute hat er auch Nessi kontaktiert, er ist wohl bei seiner Mutter und hat nach mir gefragt, ob ich dann mit ihr schon gesprochen habe. Mehr weiß ich nicht, ich hab nicht näher gefragt. Ich will Nessi nicht wieder in diese Situation bringen, sie hatte sich schon das letzte Mal beklagt. Obwohl sie eigentlich meine Freundin ist, kann ich mit ihr nicht mehr reden. Das übernimmt ja ER.

So ist die Situation noch immer. Er wartet darauf, dass ich ihn kontaktiere. Das ist er von seinen Exen gewohnt, auch wenn es nur um belanglose Sachen geht oder um das allgemeine Diskutieren der Beziehung, so wurde das immer gehandhabt. Es gibt nicht viel zu diskutieren. Natürlich muss er sich nicht melden, ich habe ihm nahe gelegt zu gehen, also wäre es schon aus der Sicht an mir, mich zu melden. Aber muss ich das wirklich? Will ich das?`

Es fällt mir sehr schwer, es nicht zu tun. Bis jetzt bin ich standhaft, ich weiß genau, dass es nicht wirklich was bringt. Es ändert nichts. Nessi hat mal wieder angekündigt, sich dann zurückzuziehen. Was auch nicht hilfreich ist, sicher aus ihrer Sicht nachvollziehbar. Sie hat nicht nach meinem Befinden gefragt, ich ihr nichts gesagt. Mein Blutdruck war hoch, zu hoch mal wieder, obwohl er sich am Wochenende mal etwas beruhigt hatte. 

Ich hätte heute zum Arzt gehen können, mein Krankenschein ging bis heute. Da ich aber noch Resturlaub habe, nehme ich den. Zum 3. 9. bin ich eh gekündigt. Ich kann dann immer noch mal zum Arzt gehen.

30.08.2010 um 23:05 Uhr

Mal wieder ER

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

Wieder sind wir bei diesem alten Thema. Nach Monaten wieder. Ist in den Monaten was passiert? Wenn  man es wörtlich betrachtet eigentlich nicht.

Ich habe neulich in einem Film gehört: Beziehungen funktionieren nur, wenn sie auf Lug und Betrug aufgebaut sind.

Darüber kann man nachdenken.

Wahrscheinlich ist es genauso. So hat jeder seine Illusion. Dumm ist nur, wenn man den Betrug erkennt.

Seit April war ER mehr oder weniger bei mir. Sie hatte einen Neuen, hatte die Nase voll. Oder was auch immer. Jedenfalls war erst einmal oder ist die Beziehung beendet. Also tauchte er bei mir auf und blieb mehr oder weniger. Die ersten Tage ging er noch regelmäßig, bevor ich zur Arbeit ging, zu seiner Mutter. Danach fiel das auch flach. Er konnte auch nicht. Er wollte vllt. auch nicht. Wie dem auch sei. Er blieb halt da.

Das war schon eine andere Situation. Sozusagen immer zusammen. Ich ging früh auf Arbeit, er blieb liegen und war noch da, wenn ich erschien. So richtig toll fand ich die Situation nicht. Wer mag schon das Bild an und für sich? Wenn ER auf der Couch liegt und TV sieht. Um sich herum Chaos. Oder noch besser, irgendwelche zweifelhaften Gestalten sind auch da. Wir haben zwischendurch telefoniert, gesimst (jawohl ich auch!).

Und die Arbeit? Die machte wenig Spaß. Immer wieder. Irgendwann wurde ich krank, weil mir das alles über den Kopf wuchs. Änderte aber nicht wirklich was an der Situation. Nun war ich zwar zu Hause, aber was sollte man schon machen? Es dauerte nicht lange, da gingen wir uns auf die Nerven. 24 Stunden zusammen zu sein, ist nur für wirklich Frisch-Verliebte ein Vergnügen. Oder auch selbst da nicht.

Die Situation wurde für mich immer unerträglicher. Ich vermisste mein altes, ungezwungenes Leben und hoffte doch nur, von ihm etwas Bestätigung. Die nie kam.

Ich habe ihn vor zwei Tagen zum zweiten Mal rausgeschmissen. Was nicht so ganz stimmt, denn versucht hatte ich es schon öfter. Immer zum Wochenende. Wenn mir die Situation besonders auf den Keks ging. Meistens ging er einfach nicht, und ich hatte nicht die Kraft und den Selbsterhaltungstrieb und Willen es durchzusetzen.

Das erste Mal, als er ging, war am 8. August. Ich weiß gar nicht mehr genau, was mein Aufhänger war. Ich weiß nur noch, ich sagte, wir müssen reden und dann beendete ich es gleich, am Besten du gehst. Das tat er auch. Am 9. war ich begreiflicherweise unfähig dazu auf Arbeit zu gehen. Ich hätte meinen Zustand niemandem zumuten können. Also bin ich zum Arzt, mal wieder und bekam natürlich auch den Krankenschein. Schließlich war mein Blutdruck so hoch, dass ich selber erschrocken war.

Und dann schrieb ich ihm eine SMS. Warum? Ich hab keine Ahnung. Ich vermisste ihn plötzlich, und so passierte es halt. Er war bei seiner Mutter, reagierte recht ungehalten auf die SMS. Schließlich wäre ich selber schuld, was meinen Blutdruck betrifft. Später telefonierten wir, seine Mutter lud mich zum Kaffee ein, ich blieb über Nacht. Und am anderen Tag gingen wir wieder zu mir.

Zwischenzeitlich hab ich meine Kündigung erhalten. Sicher ärgert mich das etwas, aber ich hatte es erwartet und versteh es auch. Ich war in letzter Zeit zu oft krank, sowieso meist mit meinen Gedanken woanders, und vor allem pass ich dort nicht rein. Ich habe es praktisch so gewollt, habe zugesagt, dass man mich kündigt. Dies hatte auch kurzfristig eine Verbesserung meines Gesundheitszustandes zur Folge. Kurzfristig.

Denn schließlich war die ungeliebte Arbeit nicht das einzige Problem. Das andere Problem war ER.

Es ist müßig, Beziehungen zu beschreiben. Ich kenne kaum Beziehungen, die wirklich laufen. Meistens ist das alles mehr schlecht als recht. Sie leben alle irgendwie vor sich hin. Glück ist die Abwesenheit von Unglück, also sind sie weitestgehend auch glücklich.

Beziehungen beruhen, wenn man das denn so definieren will / soll / kann / möchte, auf gegenseitiges Geben und Nehmen. Auf Vertrauen, Loyalität, Ehrlichkeit, Toleranz. Es gibt vieles, was dazu gehört, was selten wirklich dazu gehört und selten von Beiden so gesehen wird. Schließlich ist alles eine subjektive Sicht auf die Dinge.

Jeder hat so seine Idealvorstellung davon. Kaum jemand wird diese Idealvorstellung je leben können. Wir sind alle zu verschieden.

Und so sind nicht wenige Beziehungen zum Scheitern verurteilt. Oder man lebt halt irgendwie weiter. Das ist eine Entscheidung, die auch jeder für sich treffen muss.

Ich habe mich nie mit solchen halben Sachen zufrieden geben wollen. Und ich habe immer behauptet und beteuert, ich bin gern Single. Das Singledasein bietet eine Menge Vorteile. Vor allem aber den, dass man sich nicht mit den Problemen des Partners und mit den Problemen, die ER/SIE verursacht herumschlagen muss.

Einfach war ich nie und bin ich nicht. Ich bin gerne kompliziert. Ich stehe auch zu meinen Fehlern. Ich war nie besonders eifersüchtig, kontrollsüchtig oder paranoid. All das hat sich aber geändert. Ich bin nicht mehr ich selbst. Das ist etwas, was mich am Meisten stört. Wenn man Dinge an sich entdeckt, die mehr oder weniger neu sind, und auch andere entdecken und darüber erstaunt bis entsetzt sind, merkt man doch: Es läuft etwas falsch.

Mein Ex hat sich immer beschwert, dass er sich mit mir nicht streiten kann. Das hat sich nicht so sehr geändert. Ich bin kein streitsüchtiger Mensch und worüber lohnt es sich zu streiten? Was bringt es, wenn man sich Dinge an den Kopf wirft. Er hat meine Gelassenheit kritisiert, wie ich mich zurückziehe. Mein Desinteresse usw..

Gelassen bin ich schon lange nicht mehr. Das zeigt der zu hohe Blutdruck. Ich bin paranoid, infantil und auch eifersüchtig. Ich bin unsicher.

Wann habe ich denn nur mein Selbstvertauen, mein Selbstbewusstsein verloren? Es liegt sicherlich nicht nur an IHN. Das wäre zu einfach.

Ich habe mich auf ihn eingelassen. Ich habe mein Leben vollkommen aufgegeben und war nicht wirklich glücklich damit. Ich kann nicht mit ihm und nicht ohne ihn.

Was stört mich denn nun so sehr? Natürlich wir haben gar keine Gemeinsamkeiten. Wir sind unterschiedlich. Das Einzigste, was uns vielleicht verbindet, ist ein ähnlicher Humor. Wir können Spaß miteinander haben. Und der Sex? Der kann schön sein, ist auch schön, aber für meine Begriffe ist er viel zu egoistisch.

Ich kann es gar nicht beschreiben, was es im Einzelnen ist. Das Schlimme ist, er ignoriert mich weitestgehend. Selbst bemerkt er das gar nicht. So die kleinen Gesten, die fehlen mir. Nessi spielt eine viel zu große Rolle in seinem Wortschatz. Er kontaktiert sie täglich, telefoniert mit ihr, flüstert mit ihr. Es sind nicht wirkliche Geheimnisse, meist weiß ich das auch, was er ihr erzählt. Aber die Situation stört. Und sie ist ungehalten. Ungehalten zu mir, weil dieser ganze Kinderkram auf den Keks geht. Zu ihm ist sie es weniger.

Er ist anders zu ihr als zu mir. Nun liegt das vllt. auf der Hand. Sie reagiert anders auf ihn als ich. Schließlich ist sie nicht 7 Tage die Woche 24 Stunden mit ihm zusammen. Da ist man lustiger drauf. Mag sein.

Er fäßt sie auch anders an. Alles, was ich vermisse, mal ein Kuss zwischendurch. Nun Nessi bekommt ihn.

Es kommt gar nichts zurück. Natürlich hatten wir viel Spaß in den letzten Wochen. Aber auch viel das Gegenteil. Es drehte sich viel um den Alkohol und das ganze Thema, um seinen Gesundheitszustand. Es ist alles nicht so einfach.

Ich hatte schon, als er noch mit IHR zusammen war, das Gefühl, er wäre nur mit mir zusammen, weil es so einfach ist. Ich bin da, ich kümmere mich, ich kümmere mich um das Behördliche, ich helfe ihm. Dazu bin ich besser geeignet als SIE. Das hat man oft genug gemerkt.

Ich bin mir ziemlich sicher, er ist nur hier, weil eben keine andere da ist. Er will nicht bei seiner Mutter sein. Ich helfe ihm bei diesen Dingen, und im Zweifelsfall haben wir auch mal Spaß. Nessi gibt es auch noch. Das gefällt ihm.

Nessi selbst hängt an ihn. Er kann auch charmant und hilfsbereit sein. Sie versteht schon, warum ich ihn so liebe, begehre. Sie reden viel und oft miteinander. Andererseits beteuert sie mir, dass ich wichtiger bin. Dass sie sich zurückziehen wird, wenn wir wieder zusammen sind. Diese Drohung gibt es schon seit langem. Wahr gemacht, hat sie sie bis heute nicht. ER will das auch gar nicht. Und ich? Es ändert nichts an der Situation.

Ich bin das alles leid.