Plateforme

27.04.2011 um 20:11 Uhr

Emotionslos

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Was ist nun der Grund, warum es so ruhig ist um IHN? Ganz einfach: ER trinkt mal wieder gar nicht mehr. Nicht nur Reduzierung, sondern von jetzt auf gleich nichts mehr.  Man wundert sich dann immer, dass es so einfach geht und wohl auch ohne Entzugserscheinungen. Kann ja nur heißen, entweder man verleugnet sie, weil es bei Mama halt besser ist oder es gibt keine, dann ist man auch nicht wirklich abhängig. Erstaunlich wie relativ einfach, es gibt wirklich Leute, die haben da echt schwer dran zu kämpfen, der Entzug geht. Zumal bei einem Menschen, der der  Hypochonder an sich ist. Wie gesagt, es war so was ähnliches zu erwarten: Reduzierung bis Abstinenz oder Entzug über Klinik, wobei das ja als zu anstrengend empfunden wird.

Ja, darum hört man nichts mehr. Da wird dann auch nichts mehr kommen. Wenn man sonst schon relativ wenig Emotionen anderen gegenüber hat, so sind sie dann jetzt ganz weg. Und die EX wird wieder wichtig. Ich traf sie heute zufällig. 

Und woher ich das weiß? Ich hatte eine SMS mit einem Spruch geschrieben und irgendwann eine Reaktion erhalten, die ich nicht verstanden und somit angerufen habe.

 

 

 

26.04.2011 um 20:38 Uhr

Single

von: Paulinchen   Kategorie: Gedanken

In Deutschland soll es ja jede Menge Singles geben. Freiwillig oder nicht. Jeder hat da so seine eigene Meinung. Die Einen sind bekennende Singles, die Anderen ständig auf der Suche.

Es gibt Singleberater, das Internet, Annoncen. Man kann, wenn man will also suchen, suchen, suchen. Ob man findet, wird sich herausstellen. Einfach finden es die Wenigsten, das Passende fehlt, irgendwie will der Funke nicht springen. Es gibt viele Gründe.

Ganz toll finde ich natürlich das Internet. Man kann sich dort problemlos kennen lernen. Sagt man. Man muss das Haus erst mal nicht verlassen. Klar es birgt Gefahren, man weiß nicht, mit wem man sich trifft. Und die Aussage gibt es immer wieder: „Ich würde nie was mit einem/einer aus dem Internet anfangen, die haben alle einen Knall.“ Wird jetzt so mancher sagen, genauso ist es. Denn: Es gibt so ein Land, das heißt Internet und da kommen die ganzen Verrückten her. Die sind nicht aus der realen Welt, die sind nicht von hier, sondern aus dem Internet.

Da wird viel gelogen im Internet. Auch klar. Das Bild ist nicht mehr das Neueste, bei den Kilo’s wird sowieso gemogelt, vllt. ist das Bild sogar aus dem Katalog. Und überhaupt kann ich viel schreiben, was gar nicht stimmt.

Anders natürlich in der richtigen Welt. Wenn man jemanden beim Tanzen kennen lernt, sieht man zwar die Optik und somit gibt es da kaum Mogelei, aber ansonsten sagt der/die natürlich immer die Wahrheit. Und wenn ich mit dem/der los ziehe, weiß ich auch 100ig, dass das nicht der letzte gesuchte Serienkiller ist.

Heute hab ich dann so einen Bericht über Workshops eines Singleberaters gelesen. Ganz interessant. Jeder kann was finden, denn es gibt genug. Männer und Frauen haben unterschiedliche Ansichten. Wenn Männer suchen, dann muss man ihnen zuhören, tut man das nicht, weil es halt uninteressant ist, fällt man durch. Zeigt man sein Interesse nicht deutlich, fällt man durch. Stimmt irgendwas nicht, z. B. die Haarfarbe, fällt man durch. Frauen sind da etwas gelassener. Das Internet ist die Plattform. Man kann sich, das würde ich sogar befürworten, gut kennen lernen. Man kann viel schreiben, vieles was man im „realen“ Leben nie sagen würde. Über Gott und die Welt. Man kann einen Menschen recht gut einschätzen lernen. Aber man soll sich recht schnell treffen, sonst wird es langweilig. Würde ich nicht unterschreiben. Sex gibt es erst nach dem 25. Date oder so, wenn man schon verliebt ist. Das stammt dann aus der Zeit, als Frauen sich noch hingaben und ihre Unschuld bewahren wollten und keinen Spaß an dem Ganzen hatten (haben durften).

Fakt ist wohl, dass die Ansprüche gestiegen sind. Frau will einen Mann, mit dem sie reden, einkaufen, was unternehmen und guten Sex haben kann. Nur so viele Männer verkraftet Frau dann wohl selten. Und Mann will genau die Frau, die halt schlank, groß, tierlieb, häuslich und was auch nicht sonst so alles ist. Mann kann mit so vielen Frauen dann auch nicht.

Nicht einfach. Deshalb werden wir zum Singleland werden. Ist das schlecht? Das muss jeder für sich beantworten. Alles hat Vor- und Nachteile. Man ist unabhängig, aber im Zweifel auch allein. Nur kann man auch zu zweit allein sein….

Wenn sich Single dann so die bekannten Beziehungen anguckt, dann wird ihm schnell bewusst, dass will man auch nicht. Die wenigsten Beziehungen klappen wirklich, so wie man das heute möchte.

 

26.04.2011 um 20:17 Uhr

Belanglose SMS

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Denke gerade darüber nach, ob ich nicht die Lottozahlen oder das Wetter vorhersagen sollte. Vllt. hätte ich damit ja auch Erfolg und könnte davon profitieren (finanziell mein ich).

Wie dem auch sei, es gibt gerade keine belanglosen SMS mehr. Die wurden eingestellt. Mittags kam noch so eine ganz nichts sagende, was es dann zu essen gibt und dann war Schluss. Gestern.

Irgendwie war es ja vorauszusehen. Ich kenne das schon, warum schreibst ihr noch, lass es doch, ihr seit getrennt. Sie wird sich schon melden. Das ist alles fast richtig. Natürlich muss man überhaupt nicht miteinander schreiben. Mit dem Melden ist das etwas anders. Natürlich versuch ich, es nicht zu tun. Warum auch? Das Dumme an der Sache ist, und das schrieb ich ja neulich schon, man macht sich so seine Gedanken. Was macht er, wie geht’s ihm, ist er krank, irgendwo anders?

Weil man sich diese Gedanken macht, kann es durchaus sein, dass man nachfragt. Alles möglich. Nicht dumm der Gedanke der Anderen, auf die Weise jedenfalls.

 

25.04.2011 um 19:53 Uhr

Neues?

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Als ich Ostersamstag sah, dass das Auto bei ihm vor der Tür steht, war ich mehr als nur geschockt und enttäuscht. Warum? Aber auf diese Frage gibt es nicht wirklich eine Antwort. Von ihr hab ich sie nicht erhalten, bisher. Und ich frage auch nicht mehr danach. Es geht mich nichts an. Sie hat gesagt, das Leben geht weiter. Sie hat sich Neues gesucht. Warum sie zu ihm fährt, hat sie nicht beantwortet. Zumal ich wahrscheinlich an ihrer Stelle damit ein Problem hätte, Loyalität ist mir wichtig. Aber das ist alles nicht wirklich wichtig. Denn die Dinge lassen sich nun mal nicht mehr ändern.

Es wird nicht einfach werden, jemanden zu finden, der Nessi’s Platz einnimmt. Nessi gehörte irgendwie zur Familie, Paulchen nannte sie oft zweite Mutti. Genauso schwer oder sogar noch schwerer wird es werden, der seinen Platz einnimmt. Dass ER weg ist, damit hat Paulchen gar kein Problem. Er möchte, dass ich mich mit ihr vertrage. Gut gebrüllt….!

Dessen bin ich mir voll und ganz bewusst, es wird schwer. Trotzdem muss man weiter sehen. Man braucht Neues. Da hat Nessi recht.

So denk ich mir das auch und so war ich dann kurz entschlossen bei einem Pärchen, dass ich über Internet kenne. Sie wohnen im Ort, sind Holländer und auf der Suche nach einem Freundeskreis. Das ist hier nicht ganz so einfach, die Leute sind stur und lassen einen nicht so schnell rein. Nicht zuletzt, wenn man nicht so ganz dem klassischen Schema entspricht. In vielen Dingen ist man hier doch sehr konservativ.

Das Pärchen ist sehr sympathisch. Er hat hier ein Grundstück preiswert erworben, dass ich aus meiner Jugend bzw. Kindheit kannte, die „Station Junger Naturforscher“. Das stand auch seit der Wende leer, und so sieht es auch aus. Sie bauen es nun schon seit einiger Zeit um, viel sichtbar ist noch nicht. Der Urwald wurde gerodet, das Haus entkernt. Aber es ist noch ganz viel zu tun. Es wird alles allein gemacht und soll natürlich sehr preiswert sein. Keine Luxussanierung. Sie leben ein bissel spartanisch, wenn man das Bad betrachtet.

Ich bewundere sie, ein Haufen Arbeit, den sie voller Idealismus selbst machen. Geplant sind Ferienwohnungen oder auch ein Verkauf. Ob der Plan aufgeht, wird man sehen. Und vielleicht ziehen sie dann weiter.

Sie arbeitet mit. Zusammen sind sie erst seit etwas über einem Jahr, haben sich zufällig kennen und lieben gelernt.

Finanziert wird das Ganze wohl über ihn. Er arbeitet ab und an in Holland und verdient das Geld, was er dann wieder in das Grundstück steckt. Er macht so was nicht zum ersten Mal.

Zu diesem Paar kam später auch noch ein junger Mann, den sie auch über Netz kennen lernten. Wie gesagt, sie suchen Freunde. Er war recht sympathisch, hat für meine Begriffe zu viel erzählt, aber das mag wohl die Aufregung gewesen sein. Er war ziemlich an der Dame interessiert und, wie ich zwischenzeitlich per Mail von ihm erfahren habe, lief da auch nächtens noch was. Okay so.

Wir waren zu viert tanzen. Das war natürlich sehr lustig. Zumal wir die Einzigsten in der Disco waren. Ich bin dann nach Hause gefahren, sollte mich die nächsten Tage wieder melden, aber gestern war mir aus o. g. Gründen nicht wirklich danach und heute hielt ich für unangebracht, da sie morgen für einige Zeit nach Holland will.

Es war ein sehr lustiger Abend, es bleibt abzuwarten, ob sich da was entwickelt. Interessiert sind alle Parteien. Man wird also sehen.

 

25.04.2011 um 19:32 Uhr

Keine Briefe

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Was vielleicht auffällt, ich habe lange keine Briefe mehr geschrieben, weder an IHN noch an SIE.

Was sollte ich auch schreiben, es ist alles schon mehr als einmal gesagt bzw. geschrieben worden.

Geändert hat sich diesbezüglich nicht viel. Nessi fährt weiter zu ihm zum Kaffee, sie hören Musik. Seine Mutter spricht schlecht über mich. Der Lebensgefährte seiner Mutter und sein Bruder wollen beide nicht mehr zur Mutti fahren, solange er so trinkt. Wobei der Lebensgefährte hat es sich wohl wieder überlegt.

Und ER trinkt auch weniger. Wundern muss einen das nicht. Ein kalter Entzug ist bei Mutti schwer. Sie wird aber immer darauf hinwirken, dass er weniger trinkt und hält den Stoff auch unter Verschluss, was mir nie wirklich geglückt ist, er hat es immer gefunden und hatte hier auch immer schnell die Möglichkeit, etwas zu holen. Das ist bei Mutti nicht ganz so einfach. Aber und das ist wohl der eigentliche Grund, es stört ihn doch gewaltig, dass er von Mutti nicht so ohne weiteres wegkommt. Mal in die Stadt gehen, geht nicht so einfach. Und das möchte man schon. Hier war das nicht so  wichtig, wir kamen ab und an schon gemeinsam weg, die Wege waren auch kürzer. Bei Mutti ist es halt langweilig.

Wir schreiben ab und an, belangloses Zeug. Wir haben auch mal kurz telefoniert. Gestern, was mir schwer fiel, war er hier und holte sein Fahrrad. Ich übergab ihn noch so einige Sachen: Shorts, Kerzenständer, Sohlen. Es fiel mir schwer, ihn gehen zu lassen. Hab ihn auch noch mal in Arm genommen. Und ja er war auch nicht so ganz gelassen, es fiel ihm wohl auch nicht so ganz leicht. Keine Ahnung, ob dem so ist. Aber des Menschen Wille. Das hab ich auch so gesagt. Und das wiederum ist ihm ziemlich egal.

Nessi war Ostersamstag auch wieder bei ihm. Ich hab sie schon lange nicht mehr gesehen. Auch das ist halt so, auch hier kann man sagen, des Menschen Wille. Natürlich tut es weh, schon lange. Ich muss mich damit abfinden. Ihre Gedankengänge versteh ich nicht. Will sie ihm helfen, sucht sie weiter die Freundschaft, denkt sie, irgendwann geht es weiter mit uns. Keine Ahnung. Ich muss das auch nicht wissen. Ihre Oster-SMS war in alter Lesart, geschrieben wie früher. Interpretier das wer will. Ich will es nicht.

Heute ist es ziemlich ruhig um ihn. Er schreibt seit Mittag nicht. Vllt. ist sie wieder dort. Dieses Mal bin ich nicht vorbei gegangen so wie am Ostersamstag. Ich wollt es bestätigt  wissen.

Und gestern Abend, als er dann wieder fuhr mit seinem Fahrrad, bin ich noch bei Nessi vorbei. Das Auto stand draußen. Ihr Anschluss war besetzt, ich hätte eh nicht mit ihr reden wollen. Sie hatte ihm, er hat mir die SMS gezeigt, geschrieben, dass sie abends wieder zur Verfügung steht.

Meine Art von Therapie. Zu lernen, dass es diese Möglichkeit nicht mehr gibt: Nessi.

Und was ihn betrifft, er hat gesehen, dass es mir nicht leicht fiel. Er weiß auch so ungefähr, warum es nicht geht. Natürlich bin ich schuld. Irgendwer muss es ja sein. Wie dem auch sei: Es gibt keine Chance mehr. Ich werde Nessi nicht mehr anrufen. Das hab ich mir zumindest vorgenommen, wie ich es halten werde, wird man sehen. Ich werde mehr oder weniger auf seine belanglosen SMS antworten, sofern sie kommen. Das gibt mir zumindest die Bestätigung, dass es ihn noch gibt. In jeder Hinsicht. Aber mehr? Kaffee trinken? Das halte ich für keine gute Idee. Dazu hat er auch Nessi, die, ich möchte es noch mal bemerken, mal meine Freundin war. Und die vor nicht allzu langer Zeit noch gesagt hat, so würde es nicht kommen. Und ich möchte ihn nicht wirklich sehen, es fällt mir schwer. Ich vermisse ihn trotz allem. Ich vermisse seine Nähe. Und ich vermisse Nessi, die Gespräche, die Unternehmungen.

Ich bin schuld. Ich sehe es ein. Es war ein Fehler zu denken, es funktioniert. Man hätte schlauer sein müssen. Sie war zu sehr an mich gebunden, als dass sie mich mit ihm teilt. Er ist viel zu manipulativ, um nicht seine Spielchen zu spielen. Und will natürlich vor allem die Hauptrolle spielen. Seine Ex und ihre Freundin? Auch die reden kein Wort mehr miteinander. Als Beispiel. Und vielleicht hat sich der Eine auch in den Anderen verguckt. Charmant kann er sein, Nessi ist sehr hilfreich. Was auch immer. So ist es!

 

 

 

17.04.2011 um 20:15 Uhr

Weiter

von: Paulinchen   Kategorie: Tagebuch

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich Zeit und Muse hatte, Tagebuch zu schreiben. Das hatte natürlich seine Gründe. Und jetzt ist es so, dass ich gar nicht weiß, was ich schreiben will. Wie ich Gefühle und Ereignisse oder viel mehr Nicht-Ereignisse in Worte fassen soll.

Ich habe grade „alte“ Tagebucheinträge gelesen. Und war erstaunt und schockiert, was so in den letzten 1,5 Jahren passiert ist. Eine für mich bis dato ganz neue Welt

Leider muss ich feststellen, dass sich im Grunde in den letzten 1,5 Jahren gar nichts ereignet hat. Alles, was damals so mehr oder weniger geschrieben wurde, ist auch heute noch aktuell. Die Gedanken darum, wie ER wieder in mein Leben trat, wie es sich entwickelte, wie ich darüber erschüttert war.

Ich war von Anfang an der Meinung, es wird nichts. Es passt nicht. Es ist ein Fehler.

Gut, nun kann man natürlich sagen, genau das war der Fehler. Du hast es im Grunde so gewollt, es vielleicht forciert. Mag sein.

Man könnte den Vorwurf erheben, man hat sich nicht genug eingelassen.

Und genau das ist es halt nicht. Ich bin eher der Meinung, man hat sich zu viel eingelassen.

Was ist nun am 8. Januar dieses Jahres passiert?

In der Nacht erhielt ich von Nessi die Info, dass ER wieder trinkt. Wie ist es dazu gekommen ist, ist nicht so ganz klar. Er hat es lange Zeit auf Nessi geschoben, da sie die Flaschen nicht richtig versteckt bzw. das Versteck mal sozusagen verraten hat. Das ist eine Ausrede meiner Meinung nach. Wenn man hätte nicht wollen, hätte man nicht gemusst. Und es hätte immer die Möglichkeit gegeben, sich woanders was zu besorgen.

Aber egal. Am 8. Jan. nachts war also klar: Er trinkt wieder. Ich hatte Stunden noch vorher geschrieben, dass er es nun schon 4 Wochen trocken ist. Erstaunt hat es mich nicht. Vielmehr hatte ich schon bei unserem Gespräch, er stand ja ein paar Minuten neben mir, das Gefühl, dass er nach Alkohol riecht. Hatte es aber so abgetan, als ob ich mich geirrt hätte.

Nun war Nessi recht geheilt. Zumal er sich die Stunden später natürlich auch recht unmöglich aufführte. Er holte noch mal Nachschub, fiel um und war nicht gerade nett zu ihr. Ich bekam dann früh auch einige SMS, wir telefonierten miteinander. Er meinte, sie wäre sauer usw. usw. Er fühlt sich nicht mehr wohl und würde wohl gehen. Nessi informierte mich, dass er sich ein Taxi bestellt hat und zu seiner Mutter will. Was mich zum Samstag natürlich mehr als nur gewundert hätte. Zu mir hat er nur geschrieben, dass er gehen will, aber nicht so recht wohin.

Ich war eigentlich mit Dany verabredet und wollte dieses auch wahrnehmen. Allerdings entschied ich mich dann um und ging zu Nessi. Zwischenzeitlich muss er wohl mehrere Male geklingelt haben. Ich war nicht da. Rief ihn aber an, weil ich mir ja doch Gedanken machte, wo er ist. Er wollte schon zu mir. Da ich nicht da war, ging er zu seiner alten Bekannten Sonja (ich weiß nicht, wie ich sie früher genannt habe oder ob überhaupt). Jedenfalls diese Saufkumpanin, die aber seit Wochen schon nicht mehr zu Hause war. Ich wusste das mehr oder weniger von Peti, die ja in einem ähnlichen Bereich arbeitet. Er ging trotzdem hin, hatte ja einen Schlüssel. Korrekt ist das sicher nicht.

Ich war dann bei Nessi. Es gingen mehrere SMS hin und her. Nessi und ich packten seine Sachen zusammen, sie wollte das nicht mehr. Ob sie das wirklich jemals gewollt hat, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich hatte mehr als nur einmal den Eindruck, dass sie nie mit dieser Situation glücklich war. Zugegeben hat sie das nie. Wir gingen gemeinsam essen. ER drehte ihr gegenüber am Rad., er wollte dann ganz plötzlich seine Sachen. Jetzt sofort. Sonst bestellt er einen Schlüsseldienst, lässt sich aufschließen, damit er seine Sachen holen kann. Das dies wahrscheinlich nicht so einfach ist, nicht mal rechtens, steht auf einem ganz anderen Blatt. Nessi hatte Angst, obwohl ich ihr sagte, das würde er wohl nicht tun, wie auch. Jedenfalls überredete sie mich, dass ich zu ihr ginge, um ihm seine Sachen zu übergeben.

So hatte er sich das nicht vorgestellt. Er dachte wohl, sie taucht auf oder wir, er kann stundenslang packen, um dann doch zu bleiben. Wie so oft. Ich achtete schon darauf, dass er seine Sachen nahm. Das dauerte allerdings, er wollte noch in alle Schränke gucken, was ich für vermessen hielt, und es verweigerte.

Irgendwann bestellt er sich dann doch ein Taxi, lud ein paar seiner Sachen ein. Und wohin nun? Ja, ich hatte es Nessi vorher gesagt, ich würde ihn dann meinen Schlüssel geben. So tat ich.

Ich ging wieder ins Restaurant zu Nessi. Sie wartete schon lange. Eigentlich wollte ich dort übernachten. Aber Nessi wollte die Sachen loswerden, er wollte meinen Schlüssel in Briefkasten werfen und gehen. Prima Leistung, wie wäre ich dann rein gekommen? Also fuhren wir gemeinsam mit dem Taxi zu mir, nahmen die restlichen Sachen mit. Er war erstaunt, dass Nessi auftauchte. Sie lud aber nur die Sachen ab und ging wieder. So sollte es auch bleiben.

Nun war er wieder hier. Natürlich war ich glücklich irgendwie. Es gab dieses Gefühl der Nähe. Nessi fehlte mir klar. Ihm, den Eindruck hatte ich nie. Im Gegenteil, er machte sie ziemlich runter. Auch seine Mutter rief mal an, wollte fragen was vorgefallen ist. Ich sagte nur, sie würde ihre Gründe haben.

Die Zeit war durchwachsen. Die erste Zeit war es nur die Nähe, er erzählte viel über Nessi und über all die anderen Sachen. Er trank sehr schnell wieder viel und war in ganz unterschiedlichen Gemütszuständen. Von einer Minute auf die andere konnte sich das ändern. Er hat sich manchmal ganz unmöglich aufgefühlt. Ich erinnere mich an den gemeinsamen Hosenkauf, bei dem er, wäre ich nicht dabei gewesen, sicher des Geschäftes verwiesen worden wäre. Dann kam eine andere Zeit mit fast 24 Stunden Sex, sozusagen rund um die Uhr, wenn es denn gehen würde. Danach wieder die Abstinenz.

Und sehr schnell spielte Nessi wieder eine große Rolle. Sie wollte erst nicht, macht mir Vorwürfe, dass sie so außen vor ist usw. Aber es dauerte nicht lange, und sie redeten praktisch rund um die Uhr miteinander. Es war das alte Lied. Ich nahm es hin, wir redeten manchmal. Im Grunde interessierte mich das nicht tolle. Ab und an rief ich sie mal von unterwegs an. Dann war es faktisch wie früher. Auch da das alte Lied.

Es gab die alten und neuen Konflikte zwischen mir und ihm. Manchmal kann ich seine Unstimmigkeiten selbst nicht nachvollziehen. Ich weiß es einfach nicht. Ob es um das TV-Programm geht, um unbedachte Äußerungen, keine Ahnung, angebliche heimliche Telefonate. Nun ja, da ist wohl jemand anders für zuständig.

Natürlich störte mich das alles irgendwann oder auch gleich. Ich habe es schon immer gesagt, er braucht 150%ige Aufmerksamkeit. Da bleibt keine Zeit für dich selbst. Sei es ein Buch lesen, in Ruhe fernsehen, spazieren gehen, was unternehmen. Das ging bald alles gar nicht. Mit ihm ging es nur anfangs etwas, später war er dazu, trank immer mehr, nicht in der Lage. Seine Mutter war ungehalten, ich würde nicht richtig mit ihm umgehen. Was auch immer sie sich darunter vorstellt. Denn schließlich hat er bei Nessi auch einen kalten Entzug gemacht. Wozu ich auch nicht wirklich Lust hatte, weiß ich doch, wie gefährlich das sein kann.

Man kann also sagen, es war wie immer. Ich sehe mich, das ist mir gerade beim Lesen alter Einträge aufgefallen, nun in der Rolle von Cindy. Die war ja auch unmöglich, wurde als „Nutte“ und was nicht alles bezeichnet. Ich will darüber jetzt nicht urteilen, ich kenne die Frau zu wenig, etwas einfach strukturiert erscheint / erschien sie mir schon. Als Nutte wird man mich wohl nicht bezeichnen, aber ansonsten tauge ich nicht mehr viel in den Augen seiner Mutter und des Lebensgefährten.

Dazu kommt natürlich noch der finanzielle Aspekt. Anfangs hat er sich noch bemüht, wenigstens ab und zu was beizusteuern. Zum Ende war das nicht mehr möglich. Wie er zu Nessi sagte, er brauche sein Geld für Stoff, Tabak und Telefonkarten. Telefonkarten sind sehr wichtig, schließlich telefoniert und simmst man fast den ganzen Tag. Sofern sich denn jemand findet, der dort mitmacht. Meistens war es nur Nessi.

Nach ihrer Aussage ist das aber nicht ganz so

Paulchen hatte ein Zahnproblem, er brauchte einen neuen Zahn. So was interessiert natürlich ihn nicht. Wenn andere Probleme haben, das ist uninteressant, man ist dazu da, seinen zuzuhören. Das macht selten Spaß. Und so hört man oft nicht hin, zieht sich zurück. Die letzten Tage haben wir auch getrennt geschlafen. Ich ließ ihn telefonieren, gucken im TV, was er wollte. Ich zog mich zurück. Störte ihn wohl nicht sonderlich. Da Paulchen einen neuen Zahn brauchte, kostete das natürlich Geld, nicht wenig, und ich war in diesem Monat mehr als nur knapp bei Kasse. Der Kühlschrank war leer, der Gefrierschrank auch. Da gab es dann schon mal nur Nudeln, und da er die nicht mag und man das niemanden anbieten will, aß ich dann halt allein. Was ihn dazu bewegte, sich mehrfach für sich (!) Essen zu bestellen.

Das muss man sich natürlich genau auf der Zunge zergehen lassen, er bestellt für sich essen, und es war relativ egal, dass der Kühlschrank leer blieb. Das Geld für Einkäufe in den Kühlschrank gesteckt, wäre logischer gewesen.

Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte ich dann genug. Nach dem ich herausfand, dass er sich zum Mittag, ich versuche es ja gerade mal wieder mit ein bisschen Arbeit (befristet natürlich, aber ich  musste ja raus), hatte ich die Nase voll und forderte ihn auf, seine Sachen zu packen. Seine Reaktion war klar, wie schon vorher immer, ich solle mich beruhigen, eine Tafel Schokolade essen, dann geht es mir besser. Die war aber nicht mal da! Also packte ich die Sachen und forderte ihn auf, bis zum nächsten Tag zu gehen.

Er telefonierte mit Nessi, mit seiner Mutter. Setzte die davon in Kenntnis. Er wusste nicht wirklich warum und auch Nessi meinte, die Wogen gehen mal grade wieder hoch. Aber ich war ganz ruhig, ganz gelassen. Nichts hysterisch. So was ist natürlich wichtig, erst mal alle informieren. Wie ihm, dem Armen doch so mitgespielt wird.

Als ich am anderen Tag von Arbeit kam, war er natürlich noch da und telefonierte, was auch sonst. Er gab mir die Dame dann, eine alte Bekannte aus Bayern von ihm, die dann doch ganz schockiert war, dass ich ihn rauswerfen würde, ob das dann nötig sei usw. usw.

Er bestellte sich ein Taxi. Rief aber dann doch Mutti an, die ihn dann mit ihrem Lebensgefährten abholte. Als dieser die Sachen holte, ließ er noch ziemlich vom Leder über mich, wie verantwortungslos ich wäre, wie niveaulos (den genauen Wortlaut kenne ich nicht mehr), er würde nicht mal mehr „Guten Tag“ zu mir sagen, Dummheit müsse bestraft werden usw.

Ich hörte diese. Zu Letzterem kann ich ihm ja nur beipflichten.

Er klingelte dann noch zweimal, während seine Mutter und deren Lebensgefährte einkaufen waren, und wollte hoch. Er war dann vollkommen abgefüllt, fiel auch um.

Das war dann mal wieder das Ende.

Natürlich schrieb er ab und an. Belangloses. Wir telefonierten neulich auch, auch belanglos. Es ging um sein Fahrrad, das noch hier ist, was noch geholt werden muss und ob dann noch eine gemeinsame Zigarette drin wäre. Dies lehnte ich ab. Das liegen gebliebene Adressbuch, worum es auch mal ging, holte er dann letzten Mittwoch mit Nessi übrigens. Sie war dort zum Kaffee, fuhr ihn auf die Kasse und dann halt auch hierher.

Ich war recht sauer, schockiert, enttäuscht.

Ich packte auch in den Beutel mit seinem Adressbuch ihre Schuhe ein.

Gestern Abend wollte ich sie dann besuchen. Ja, es hat etwas Inkonsequentes, aber in Anbetracht, was wir alles erlebt haben, gemacht , unternommen, gedacht und empfunden haben, und auch Paulchen noch mal fragte, ob mit Nessi alles okay wäre, hielt ich das für richtig. Sie war nicht da. Da ich auf die SMS an sie, dass ich vor ihrer Tür stehe, sofort eine von ihm erhielt, wo denn Nessi sei, er könne sie nicht erreichen und ob wir uns abends sehen, war mir das sofort klar, wo sie war. Sie war dort zum Kaffee, hat sie mir auch später bestätigt.

Wir haben noch mal telefoniert. Aber es wird keine Einigung geben. Sie wird sich wohl weiter um ihn kümmern, so was braucht er auch, für uns und unsere Freundschaft oder was auch immer, sieht sie wohl kaum Chancen. Hat sie nicht so konkret gesagt, aber doch im Hinblick, dass viel passiert ist und dass es nun nicht mehr so geht.

Heute bekam ich dann übrigens früh schon eine SMS von ihm, dass Nessi noch nächtens mit dem Taxi hochgefahren sei, und ob ich die Busverbindungen raussuchen könnte. Sie konnte ja nicht mehr fahren, als wir telten trank sie Grog, also fuhr sie mit dem Taxi. Ich reagierte nicht, später kam dann die SMS, sie wäre nun mit dem Taxi los.

Ob das so ist, habe ich keine Ahnung. Normalerweise wollte sie sich hinlegen, sie ist erkältet. Aber möglich, das hat man ja gesehen, ist alles.

Da ich gerade hier gelesen habe, wollte ich ihr mal ein paar Gedanken mitteilen, der Anschluss ist besetzt, wie immer also, auf SMS keine Reaktion. Nun ja….

So ist das Ende, das Ende eine Ära. Natürlich bin ich traurig. Traurig über das Ende mit Nessi, die lange eine gute Freundin war. Natürlich bin ich enttäuscht, dass sie es nicht mehr sein wollte, seit langer Zeit. Das ist alles bekannt. Ich bin auch traurig, dass es mit ihm nicht funktioniert hat. Es und das wird sich nicht ändern o, er fehlt. Es gibt nur wenige Menschen, die mir das Gefühl vermitteln, Nähe zu spüren. Das klingt sicherlich abstrus angesichts der Dinge, die ich so alles aufgezählt habe, aber dem ist nun einmal so. Ich habe das schon am 30. Okt. 2009 geschrieben. Und auch da hab ich mir schon nicht vorstellen können, gerade, weil wir uns lange kennen, dass es funktioniert.

Wenn jemand denkt, ich gebe ihm die alleinige Schuld, der irrt gewaltig. Nein, das kann man nicht. Ich habe mich genau auf das eingelassen. Auf dieses Chaos. Und ich weiß auch, dass ich nicht so ganz einfach bin, freiheitsliebend, die immer mal ihre Ruhe braucht usw. Das geht anderen auch so. Das geht allerdings bei ihm nicht.

Natürlich bin ich traurig, ich weiß nicht, wo er ist, irgendwann wird genau das mich stören, wie geht es ihm. Geht es ihm gut? Es geht ihm in der Regel immer gut. Ob wir noch mal 3 Worte miteinander wechseln können, keine Ahnung. Es ist schade, man kennt sich solange, so gut.

Und es ist noch aus vielen anderen Dingen schade… Aber das waren nun genug Worte erst einmal.