Stimmung: motiviert
So... nun gibt es hier nun auch mal wieder ein Update. Ich habe wieder zugenommen. Ich mache wieder Diät. Ich fange wieder ganz von vorne an. Ich habe wieder den Vorsatz gefasst dieses Jahr schlank zu werden.
Es klingt so, als hätte ich das alles schon mal geschrieben. Als wäre das alles nichts neues. Und es fühlt sich auch nicht so an. Wobei sich schon einiges geändert hat. (Deswegen wollte ich auch warten, bis ich hier mal wieder etwas veröffentliche)
Nachdem ich letztes Jahr geschafft hatte, ein paar Kilos abzunehmen, kam erst die Frustration, dass es mit WW nicht mehr so richtig funktionieren will (+1kg), dann der Urlaub (+3kg), dann der Stress auf der Arbeit (+3kg) und schließlich Weihnachten (+2kg). Tja.. und jetzt stehe ich da, wiege mehr als je zuvor.
Auch wenn das WW-Prinzip im Prinzip gut funktioniert, hat sich bei mir psychologisch der totale Fehler eingeschlichen. Meist hab ich den Tag über Dinge mit wenig Kalorien = wenig Punkten gegessen. Also Salat, Gemüse und noch mehr Salat. Ich habe zu Light-Käse gegriffen, obwohl ich ihn ekelhaft finde und Obst statt Schokolade gegessen. Und wenn ich es dann zufällig geschafft habe, am Ende des Tages noch Punkte übrig zu haben dann habe ich sie nicht gespart, sondern verprasst. Oh ich habe noch 5 Punkte, dann kann ich ja noch 4 Stücke Schokolade essen. Egal ob ich darauf Appetit hatte oder nicht. Und vorm Urlaub fing es an, dass ich keine Lust mehr hatte. Keine Lust mehr auf Lightkäse, auf Diät-Wurst, auf Putenaufschnitt und aufs Verzichten, wenn der Pferdeflüsterer schon fast heimlich die Chipstüte aufgemacht hat. Also fing ich an mir solche Dinge zu gönnen. Erst nur ein bißchen - schließlich blieb ich immer in den Punkten. Aber es funktionierte nicht mehr so richtig. Das Abnehmen wollte nicht funktionieren. Und so gab ich es irgendwann auf.
Dann sind wir in den Urlaub gefahren. Der erste Teil im Elbsandstein war auch noch im Rahmen. Da sind wir viel gelaufen und ich habe gekocht. Der zweite Teil im Erzgebirge war geprägt von einer andauernden Langeweile, ständigem Restaurantessen kaufen von Knabberkram und rumhängen. Und weil ich ja Urlaub hatte, wollte ich mich nicht zusammenreißen. Ich war es leid.
Und dann kam der Stress auf der Arbeit. Wenn man jeden Tag bis 22h auf der Arbeit rumhängt, sich zum Abend schnell einen Baguette bestellt und einfach keine Energie mehr zu gar nichts hat, besonders nicht zu Sport, braucht man sich nicht wundern, wenn es immer mehr auf der Waage wird. Ich hatte auch keine Energie mich einzuschränken, oder mich zusammenzureißen. Ich mochte einfach nicht.
Als ob das alles schon nicht genug gewesen wäre, kam auch noch die fiese Weihnachtszeit mit ihren Lebkuchen und anderen Leckereien, die man das ganze Jahr nicht bekommt und sie deswegen unbedingt wieder einmal probieren muss... und das Weihnachtsessen und Weihnachtsfeiern und Geburtstag und und und.
Im Grunde wurde es mir dann schon Ende des Jahres zu bunt. Ich versuchte mich mit den Weihnachtsleckereien einzuschränken und ich machte noch mehrere Anläufe doch wieder mit WW aktiv zu werden. Das ist ein wenig sinnlos, wenn man für sich schon festgestellt hat, dass es irgendwie nicht das richtige ist.
Also tat ich das, was ich immer tue: Ich fing an zu recherchieren. Ich bestellte Bücher. Ich las Webseiten. Diesmal traf ich aber auf eine wirklich tolle Webseite (http://www.die-abnehmschule.de/). Sie öffnete mir in vielen Punkten die Augen. Eigentlich Dinge, die ich ohnehin schon wissen müsste... Aber manchmal muss man eben auch mit Wahrheit mal so richtig schmerzhaft konfrontiert werden.
Auf dieser Seite hieß es, dass man, um ein Kilo Fett abzunehmen 7000 kcal einsparen müsste. Das kann man einerseits durch Bewegung machen und anderseits, weil man weniger ist als seinen Grundumsatz. Der liegt in der Regel um 2000 kcal. Klar... nichts neues Wenn man aber zu wenig ist, dann denkt der Körper, es ist eine Notsituation und hält wie doof an seinem Fett fest und man verliert, wenn überhaupt, Eiweiß (Muskelmasse) oder Wasser. Diät ist also nicht empfehlenswert. Ernährungsumstellung heißt das Zauberwort. Wie das nun genau funktioniert, wollten sie auf der Webseite nicht verraten, sondern einen Email-Workshop verkaufen, der im Grunde genauso teuer ist, wie WW. Trotzdem ist die Seite sehr informativ. Dort steht zum Beispiel: wenn man es max. schafft 3500kg in der Woche einzusparen, kann man 500g/Woche abnehmen. Schneller ist sowieso ungesund. Das heißt aber auch, dass man um 20kg abzunehmen, muss man 40 Wochen lang 500g abnehmen. Das ist mit Diät sowieso nicht durchzuhalten. Das heißt es ist also eine Frage der Technik und der Motivation. Zur Technik schreiben sie wie gesagt ja nichts, aber zur Motivation (auf ner Unterseite) schon eine Menge.
Stichwort Motivation: um 40 Wochen und länger durchzuhalten, muss man sich im Klaren sein, dass es keine Hau-Ruck-Aktion sein kann. Man muss sich dessen bewusst sein, dass man einige Dinge und Gewohnheiten wirklich für immer ändern muss. Und man muss zusehen, dass man eine Motivation findet, die von innen herauskommt und nicht durch äußere Anreiße gesteuert wird. Wenn man Sport macht, weil es einem Spaß macht, hält man es länger durch, als wenn man es nur tut, so lange es einen positiven Effekt auf der Waage gibt. Ich habe also viel über meine Motivation nachgedacht. Und ich will mich einfach fit fühlen. Ich will mich wohl in meiner Haut fühlen. Ich will Dinge essen, weil sie mir gut tun. Ich will mich wohl in meinem Körper fühlen. Ich will Sport machen wegen dem tollen Körpergefühl, was sich dann einstellt. Wenn ich dann abnehme gut... Wenn nicht, freue ich mich über das wieder gewonnene Gefühl. Darum geht es. Nicht um eine bestimmte Kleidergröße oder ein Gewicht auf der Waage. Es geht ums wohlfühlen.
Gut Motivation gefunden. Und was jetzt? Ein Hinweis gab es eben auf dieser Seite: Glutamat als Verhinderer des Sattseins. Es gab auf der Seite einige interessante Infos, aber mir reichte das noch nicht. Also bestellte ich mir: „Der Gefräßig-Macher: Wie uns Glutamat zu Kopfe steigt und warum wir immer dicker werden." Ein wirklich interessantes Buch. Es geht da um verschiedene Chemische Stoffe in unserem Körper, die das Sattsein beeinflussen. Da gibt es z. b. einen Stoff, der im Fett produziert wird und der uns eher mitteilt, dass wir satt sind. Wenn wir viel Fett haben, sollten wir also schneller satt sein. Aber Glutamat, der gemeine Stoff, setzt sich einfach irgendwo dazwischen und so kommt das Satt-Dingen nicht im Hirn an. Das Buch ist wirklich lesenswert, hier steht nur ein Mini-Ausschnitt. Zwar ist es ein wenig wissenschaftlich angehaucht, aber trotzdem sehr verständlich. Neben den Infos über das Glutamat, was ich danach fast völlig aus dem Speiseplan verdrängt habe, wo es eben ging, gab es auch noch die Info über die Energiedichte.
Davon hatte ich vorher noch nie gehört. Dabei ist es völlig klar. Das ist die Menge an enthaltener Energie (kcal) auf 100g. Also ganz einfach. Es gibt nämlich noch einen Mechanismus, der steuert, ob wir satt sind: die Essensmenge. Wenn der Magen voll ist, dann sind wir satt. Ganz einfach eigentlich. Außer es spukt zuviel Glutamat in unserem Körper rum und wir bekommen es nicht mit, dass wir satt sind. Oder wir essen zu schnell, dann kommt der Reiz zu spät an. Aber dazu gab es in dem Buch zu wenig Infos. Also bestellte ich mir noch ein Buch: „Satt essen und abnehmen: Individuelle Ernährungsumstellung ohne Diät."
Da stand es alles drin. Man fängt also erstmal an mitzuschreiben, was man alles isst. Ganz wichtig ist dabei auch die Menge. Dann findet man heraus wie viel Kcal das immer so sind. Dann sucht man sich die weniger optimalen Lebensmittel aus seiner List raus und ersetzt sie durch eine ebenso schmackhafte Alternative, die das gleiche Gewicht, aber weniger Kcal. hat. Und so wird man satt und nimmt automatisch ab. Da Buch enthält auch viele Substitutions-Tipps. Es geht auch gar nicht darum nie wieder Schokolade zu essen. Es geht darum bspw. Schokolade mit einem Apfel zu kombinieren. Dann hat man den Schokoladengeschmack, isst sich daran aber nicht satt. Man überlistet den Körper dann einfach.
Es ist so: Im Schnitt isst jeder Mensch zwischen 1200 und 1400 g Lebensmittel am Tag und fühlt sich dann satt. Man hat einen Grundumsatz von ca. 2000kcal. Wenn man da ein wenig einspart (sagen wir mal 300) muss man zusehen, dass man über den Tag eine Energiebilanz von 1,5-1,7 (kcal/g) erreicht.
Ich fing also an Buch zu führen. Das ist gar nicht so einfach. Schon ziemlich wissenschaftlich. Man überschätzt Mengen am Anfang, kennt die kcal nicht... Ich fand noch eine nützliche Seite, die mir zumindest ermöglichte die kcal. Im Auge zu behalten und auch noch ne App bot: (fddb.info)
Ich stellte fest, dass ich tendenziell eher 1700g am Tag aß und auch tendenziell eher 3000 kcal verbrauchte. Kein Wunder also, dass ich zunahm. Also nahm ich mir meine Übeltäter vor und tauschte sie nach und nach gegen etwas anderes aus, was ich genauso gern esse. Das Buch gab dazu auch viele Tipps. Ich esse nun wieder deutlich mehr Quark auf meinem Brötchen, statt Käse. Und wenn ich doch Appetit auf Käse habe, dann ergänze ich es eben mit nem großen Stück Gurke und belasse es bei einer Scheibe. Ich nehme mir in der Kantine nun immer noch einen Salat mit und trinke nachmittags einen schönen Tee mit nem Apfel. Wenn ich mittags üppig gegessen habe, dann esse ich Abends eher eine Gemüsepfanne. Als Nachtisch entscheide ich mich eher für Pudding als für Mouse. Und natürlich achte ich verstärkt darauf, wirklich satt zu sein. Ich versuche auch nicht mehr zwischendrin zu schnökern, sondern Schokolade nach Hauptmalzeiten zu essen. Außerdem gönne ich mir jeden Tag eine kleine Sünde. Ich integriere Sport so weit ich es eben kann. Ich versuche auf 3x die Woche zu kommen. Mir ist auch aufgefallen, dass ich sowieso gern Dinge esse, die eine geringe Energiedichte haben. Und ich versuche den Fettanteil der gesamten Nahrung nicht über dem Eiweiß-Anteil liegen zu lassen.
Und nun habe ich schon fast ein Kilo abgenommen. Das klingt nicht nach viel, aber für mich ist das schon ein Erfolg. Vor allem, weil ich es seit Dezember versuche und nichts passiert ist. Ich esse auch nicht mehr 1700g am Tag sondern nur noch 1400g. Offenbar hat sich das ganz von allein reduziert, weil ich darauf geachtet habe, wann ich satt bin. Je weniger man isst, desto mehr Kcal-Spielraum hat man. Ich muss mich überhaupt nicht einschränken um auf unter 2000 kcal zu kommen. Ich wähle eben anders. Wenn es mal weniger als 2000 ist, freue ich mich und wenn es mehr ist, versuche ich mich nicht darüber zu ärgern. Ich will ja nicht für immer kcal-zählen. Ich will ja meine Ernährung umstellen. Keine Ahnung wie lange ich das kontrollieren muss, bis ich sicher bin, dass es eine dauerhafte Umstellung ist. Ich habe jetzt schon festgestellt, dass ich mich schon oft von vornherein für das richtige entschieden habe und hinterher hat die genaue Aufrechnung mir Recht gegeben hat.