Projekt 62

16.05.2012 um 22:01 Uhr

Facing the obvious

Stimmung: es wird

Gut... ich bin aus dem Zucker Experiment ausgestiegen. Und ja... es nervt mich, hier schon wieder von einer Niederlage zu schreiben. Und ja... es gab ausreichend Ausreden. Vielleicht hätte ich es noch irgendwie einen Umweg um den sau leckeren Kuchen machen können, aber einen Streit mit dem Pferdeflüsterer zu überstehen ohne Zucker, das war dann doch etwas viel. Habe ich auch nicht versucht. Und dann gemeinsamen Urlaub in Berlin und einen Grillabend...???

 

Ich bin zum Schluss gekommen, dass ich wohl doch nicht so richtig abhängig bin. Aber wenn man die ganze Zeit darüber nachdenkt, hat man irgendwie auch ein Problem. Und wenn man absichtlich keinen Zucker essen will, muss man zwangsläufig immer darüber nachdenken. Das ist so als würde man sich vornehmen nicht an den Rosa Elefanten zu denken... und was tut man dann?

 

Außerdem habe ich festgestellt, dass das Problem nicht beim Zucker sondern bei der Beschäftigung ist oder bei der Beruhigung der Nerven oder beim Genuss oder irgendwas anderem. Ich kann auch schwer nein sagen, wenn andere essen. Aber ich kann mich genauso gut statt mit Schokolade mit ner Tüte Chips vor den Fernseher setzen. Oder Unmengen Nüssen. Aber ich fand nicht, dass das eine Lösung ist. Dann lieber 1-2 Stücke Schoki und gut. Man soll dem Körper ja auch geben, worauf er Appetit hat. Ist ja nicht so, als würde ich die Schoki Tafelweise in mich hineinstopfen.

 

Letztens nach dem Grillabend habe ich mich wirklich geärgert, dass ich so viel gegessen habe. Mir war so spei übel und ich hatte so ein Völlegefühl, dass ich mit zwischendurch gewünscht hätte, mir einen Finger in den Hals zu stecken. Aber wenn ich DAS anfange ist alles vorbei. Dann habe ich wirklich eine ernsthafte Essenstörung. Das geht nicht. Das ist das alles nicht wert. Und mir hat der Gedanke Angst gemacht.

 

Etwas hat der Zuckerverzicht und die letzten Wochen dann doch gebracht. Ich esse wieder viel bewusster und versuche den Sattpunkt zu erwischen. Große Mengen Süßes führen jetzt auch dazu, dass mir schnell schlecht ist. Und ich kann mich wieder an meinen Plan halten. Die letzten Tage habe ich konsequent weniger gesessen als mein Grundumsatz war. Natürlich nicht zu wenig und jetzt geht es wieder mit dem Gewicht runter. Vielleicht hilft es auch, dass ich den Pferdeflüsterer mit der Buchführerei angesteckt habe. Aber so macht es auch wirklich Spaß.

 

Auch das mit dem Sport funktioniert jetzt ganz gut. Es ist schon die zweite Woche, wo ich fast jeden Tag eine Sporteinheit untergebracht habe. Den einen Tag Radfahren, den nächsten Gymnastik, dann mal Badminton oder Pilates und dann noch mal Gymnastik. Es fällt mir auch gerade nicht so schwer. Die Sache mit dem Sport ist ja auch wirklich gemein. Wenn ich wenig Sport mache, ist er sehr anstrengend und weil es anstrengend ist, mache ich keinen Sport. Mittlerweile wird es besser. Ich bin noch lange nicht bei meiner alten Form, aber es wird besser.

 

Essen aus Frustration ist immer noch ein Problem. Ich versuche nicht mehr frustriert zu sein, weil ich dick bin und zu essen, weil ich frustriert bin. Obwohl mir das wirklich schwer fällt. Wenn ich mich im Spiegel sehe, fühle ich mich eben dick. Und unsexy. Und frustriert. Und da kann der Pferdeflüsterer 1000x sagen, dass er mich trotzdem liebt und mit mir S*ex haben will. Ist halt mein Gefühl. Shopping ist auch doof. Erstens will ich keine Sachen kaufen, die ich vllt in einem halben Jahr nicht mehr anziehen kann und zweitens finde ich gerade sowieso alles doof an mir. Da ist es dann auch egal. Andererseits fühlt man sich auch gleich weniger frustriert, wenn man großartig aussieht. Ich sollte das noch mal überdenken.

 

Und ich habe ein neues Mantra gefunden, was mir hilft. Früher war es. „Wer erfolgreich sein will, der muss auch erfolgreich aussehen und ich will erfolgreich sein." Aber weil sich meine Einstellung zum Erfolg geändert hat, hat der Satz nicht mehr funktioniert. Jetzt ist es: „Ich will langfristig gesund und fit sein. Ich will mit meinem Körper gut umgehen. Und am Jahresende, will ich wieder in meine vielen schönen Sachen reinpassen."

 

Weil ich hier schon so viele Versuche vorgenommen habe, die alle nach und nach gescheitert sind oder die ich aufgegeben habe, versuche ich die Sache realistisch zu betrachten. Im Grunde versuche ich mich damit abzufinden, dass ich vermutlich ewig Ernährungstagebuch führen muss. Aber weil „ewig" jetzt so lange scheint, habe ich mir erstmal einen Monat vorgenommen. Einen Monat, in dem ich ein wenig Verzicht übe und Sport treibe. Wenn der um ist, kann ich mal ne Bestandsaufnahme machen und überlegen, ob es wirklich so schwer war oder ob ich nicht weitermachen kann.

 

Ein Monat schaffe ich.

24.04.2012 um 12:37 Uhr

Tag 7 ohne Zucker - kaum noch ein Gedanke

Stimmung: eigentlich gut

Ich verschwende schon kaum noch einen Gedanken daran, dass ich keinen Zucker esse. Ich vergesse meinen täglichen Dialog mit meinem inneren Mentor, weil es da für mich einfach nichts zu reden gibt. Ich esse keinen Zucker und es macht mir nichts aus. Nicht mal am Wochenende, als der Pferdeflüsterer da war oder bei dem Abend mit den Mädels, wo ich tapfer auf die gebackene Banane mit Honig verzichtet habe. Auch nicht, als ich meine Tage bekommen habe und mich den ganzen Sonntag scheiße gefühlt habe. Gut.. wir waren auch nicht Kaffee trinken oder Eis essen, wo es üblicherweise schwierig wird. Der Pferdeflüsterer hat auch nicht seine gewohnten Süßberge mitgebracht, also war es eigentlich ganz leicht.


Gut... einen kleinen Nebeneffekt gibt es. Offenbar habe ich mir schnell eine Ersatzbefriedigung gesucht: Ich esse Nüsse. Gut, Nüsse sind ja nicht so wahnsinnig ungesund. Sie enthalten viel ungesättigte Fettsäuren und regen die Verdauung an. Und nein.. ich muss auch nicht Unmengen davon essen. Meist wird mir nach ein paar schon schlecht. Aber Abends vor dem Fernseher zu sitzen und gar nichts zu essen fällt mir schon schwer.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich Cola Light nicht vertrage. Ich konnte die Nacht kaum schlafen und hatte nach dem vielen Süßstoff auch eher Kreislaufprobleme. Und neulich als ich meinen Balkon bepflanzt habe, hat ein merkwürdiger Erschöpfungszustand nach 20min eingesetzt. Balkon bepflanzen sollte meine Zeit der Fülle werden. Also eine Fülle bunter Blumen. Aber nach dem ersten Kasten war ich so kaputt, dass ich erstmal eine Pause machen musste. Nach dem zweiten auch und das Aufräumen hat mir dann den Rest gegeben. Das fand ich schon merkwürdig.


Aber was mir gerade wirklich mächtig auf den Keks geht, sind die dünnen Frauen mit ihren Luxus-Problemen. „Achja... ich bin schon in Idealbereich, aber ich will unbedingt noch 3kg abnehmen. Und och mist... irgendwie klappt es mit der Motivation und der Konsequenz nicht." Heititei. Wenn man min 10kg abnehmen MUSS, aber 20 besser wären, dann hat man ein Problem. Und ja...es ist verdammt schwierig. Weil man eben den riesigen Berg vor sich sieht. Und weil ein Kilo eben kaum was ausmacht. Man merkt das Kilo auch noch nicht an den Hosen. Erst nach 5-6 Kilo hat man einen spürbaren Erfolg. Aber da erstmal hinzukommen ist halt sau schwierig. Vor allem wenn man sich überlegt, dass das mit den 20 Kilo schon so ein Jahresprojekt ist. Wer kann denn ein Jahr lang konsequent bleiben? 2 Wochen kriegt jeder mal so hin. Und jedes Motivationsdefizit führt zu einem Jojo-Effekt, der nicht nur die geschafften Kilos kaputt macht, sondern einen vor weitere 2 Kilos stellt, die zusätzlich runter müssen.


Da ist es schon fast einfach gar nicht erst anzufangen. Aber ich fühle mich gerade so unwohl in meiner Haut. Kaum Klamotten, die passen, einen leicht vorgewölbten Bauch, was ich sonst nie hatte, einen dicken Po, der nicht neu ist, ein Doppelkinn und so viel Oberweite, dass es mir wirklich zu viel ist. Jaja.. ich habe irgendwie noch Glück. Die Natur hat es mit mir nicht schlecht gemeint. Ich habe immer noch Taille und immer noch mehr Busen als Bauch und irgendwie wirkt es trotz 20kg zu viel immer noch harmonisch. Ein bißchen weiblich aber noch nicht richtig dick. ABER ICH MAG ES NICHT MEHR. Ich fühle mich nicht mehr sexy und offenbar gehört es zu meiner Persönlichkeit dazu sexy zu sein.


Mir geht der ganze Spaß dahin. Mich sexy auf der Tanzfläche räkeln wirkt nun eher lächerlich. Mit Männern flirten funktioniert nur so mäßig, selbst meinen Freund zu verführen, klappt nur so halbherzig. Weil mir eben selbst der Glaube fehlt, attraktiv zu sein. Ich weiß es muss sich was ändern. Am liebsten schnell. Aber schnell geht es eben nicht. Und das ist das schlimmste.

19.04.2012 um 11:51 Uhr

Tag 3 ohne Zucker – noch gibt es keine Probleme

Stimmung: gut.

Gestern kam nun das bestellte Buch und nun ging es richtig los. Obwohl ich gestehen muss, dass mir schon etwas mulmig war, als ich den Vertrag mit mir selbst unterschrieben haben (Ich verpflichte mich 12 Wochen auf zuckerhaltige Lebensmittel zu verzichten...).

 

Es ist gut, dass es ein Programm dazu gibt, was einen doch ziemlich anleitet. Mich bei der Stange hält. Ich glaube ich würde sonst einfach nicht den Willen aufbringen, mich mit dem Thema weiter zu beschäftigen. Ich würde sonst einfach auf die Stimme hören, die sagt, dass die ganze Aktion doch alles viel zu übertrieben ist. „Kompletter Zuckerverzicht - pa! Ist lieber mal ein Stück Schokolade. Dann vergeht der Wahn schnell."

 

Mir kommt das Buch in vielen Dingen sehr entgegen. Es gibt laufende und Wochenaufgaben. Man verpflichtet sich zum Beispiel jeden Tag über die Gefühle und so zu schreiben, die während der Zeit aufkommen, um „Kontakt zum inneren Mentor" aufzunehmen, eine Stunde in der Woche nur für sich einzuplanen (Zeit der Fülle) und etwas wirklich schönes zu machen und dann jede Woche mit einer, speziell die Sucht betreffenden, Aufgabe zu beschäftigen, wie bei den AA. Wie gesagt, mir kommt das sehr entgegen. Ich habe damals schon gelernt, was mein innerer Mentor ist und ich weiß es zu schätzen, dass ich sie schon für die Lösung vieler Probleme nutzen konnte. Mir macht schreiben auch nichts, auch wenn die Ebene etwas anders ist, als im Tagebuch oder Blog.

 

Ich dachte, ich fang mal schnell an, bevor ich den Mut verliere. Es geht nun also im Schritt eins darum, zu erkennen, dass man der Sucht machtlos gegenübersteht. Gut, da gibt es schon das erste Problem. So süchtig bin ich gar nicht. Es gibt super viele Situationen in denen kann ich sehr wohl kontrollieren, was ich esse und wie viel. Ich muss keine Tafel komplett leer essen. Es gibt genügend Tage, da reichen 1-2 Stücke.

 

Aber es gibt andere Situationen, z.B. wenn ich traurig oder einsam bin, dann schaffe ich es nicht. Oder es ist einfach stumpf eine Gelegenheit da und ich esse mit weil es alle tun und weil es gerade in Unmengen auf dem Tisch steht. Ohne mich kontrollieren zu können. Oder die gemeine Neugierde, weil irgendjemand was neues auf den Markt gebracht hat und ich unbedingt wissen muss, wie es schmeckt. Genauso wie vor Weihnachten, wenn ich die vielen Dinge schon ein Jahr nicht gegessen habe, muss ich testen, ob sie immer noch so lecker sind wie damals. Ganz gemein ist auch dieses unterschwellige Summen. Diese stete Wiederholung von einer bestimmten Sache. Im Moment sind es Campingbrötchen oder Wecken (k.A. ob ihr die kennt. Das sind Hefe-Teilchen auf denen die gleiche Zucker-Butter Masse drauf ist, wie auf Butterkuchen). Jetzt gibt es eben dieses Mantra im Kopf: ich will Wecken, ich will Wecken, ich will Wecken! Wecken! Wecken! Wecken! Wie so ein Anfeuern beim Fußballspiel. Erst ist es nur ein Flüstern, dann wird es immer lauter, bis ich es nicht mehr überhören kann.

 

Wenn ich in solchen Situationen nachgebe, dann fühle ich mich schlecht. Wenn ich die Kontrolle verliere, mache ich mir hinterher Vorwürfe. Es gibt dann sogar Tage, an denen hasse ich mich dafür. Und genau darum geht es ja. Es geht nicht darum, dass ich es kontrollieren kann, wenn es mir gut geht, sondern darum, dass ich es nicht kann, wenn es mir nicht gut geht. Dass ich eine Lösung finde, wie ich anderes mit diesen Situationen fertig werden kann. Dass ich auch mal traurig sein kann, ohne zur Schokolade greifen zu müssen. In diesen Situationen bin ich machtlos. Und ich kann verstehen, dass es hilfreich ist, gar keinen Zucker zu essen. Schließlich ist es doch irgendwie leichter nichts zu essen, als sich zu kontrollieren und es zu rationieren. Das habe ich schon früher gemerkt.

 

Also ich bin super motiviert (Leser hier wissen, dass das nichts neues ist. Erst wenn ich es wirklich mal mehrere Wochen durchziehe, darf man beeindruckt sein.) Obwohl ich schon gedacht habe, dass ich es mir ein wenig zu leicht gemacht habe. Es ist Frühling! Es ist schön draußen. Natürlich geht es mir gut. Und dann ist bald Sommer, da habe ich sowieso kaum Lust auf was Süßes. Außer auf Wassermelonen und Eis. Und Wassermelonen sind ja erlaubt. Im Herbst/Winter ist es hart. Da habe ich immer so mit mir zu kämpfen. Da bin ich ständig deprimiert und muss meinen Schmerz mit Schokolade versüßen. Da wäre es anstrengend. Aber jetzt... Jetzt ist das ein Klacks! Ha!

 

Obwohl es gestern im Supermarkt schon schwierig war. Ich stehe also vor dem Joghurt Regal und mich springt die Packung mit dem Griechischen Joghurt mit Honig an. Der ist ja sowas von lecker... Und eigentlich wäre das auch kein Problem. Der Joghurt wäre nicht das, was ich essen würde, wenn ich traurig oder einsam wäre um meinen Frust zu mildern. Honig ist harmlos. Honig kann ich kontrollieren.

 

Ich habe ja aus dem Buch gelernt, dass es unterschiedliche Stufen gibt. Es gibt auch tatsächlich solche Menschen, die so sehr abhängig sind, dass sie noch nicht mal weißes Mehl essen können, ohne wieder in das Nasch-Verhalten zurückzufallen, weil sich das in Zucker zersetzt. Menschen die heimlich naschen, die innerhalb kurzer Zeit haufenweise Kram in sich hineinschlingen. Die versucht haben, aufzuhören und es einfach nicht hinbekommen. Die wirklich darunter leiden. So ist das ja bei mir nicht. Ich habe nicht diesen ganz schlimmen Leidensdruck. Vermutlich könnte ich prima Joghurt mit Honig essen, ohne dass etwas passiert. Aber ich habe gedacht, ich würde mich dabei selbst betrügen. Vor allen wäre dann der Weg nicht mehr weit zum Brötchen mit Honig und dann zum Brötchen mit Marmelade und Marmelade ist mit Sicherheit böse. Da ist wirklich Industriezucker drin. Also habe ich es gelassen. Ich habe es nicht gekauft. Auch nicht die Variante ohne Honig. Die hat nicht ganz den gleichen Kick. Sie enthält einfach nur viel Fett.

 

Die nächste Hürde kam dann an der Kasse weil dort Yes-Törtchen standen. Die waren auch etwas gefährlich, schließlich hatte ich sie schon ewig nicht. Aber auch die habe ich stehen lassen.

 

Ich bin nun also schon den 3. Tag ohne. Ich trinke meine 2 Tassen Kaffee mit Süßstoff täglich und habe keine besonderen Entzugserscheinungen, aber auch noch keinen positiven Effekt davon, keinen Zucker gegessen zu haben. Allerdings sah ich mich auch noch nicht mit einer Notsituation konfrontiert. Eine, bei der ich mich hinterher schlecht fühlen würde, wenn ich nachgeben würde. Trotzdem habe ich angefangen mich mit der „ich will Wecken"-Stimme auseinander zu setzen. Die scheint momentan am gefährlichsten zu sein.

18.04.2012 um 11:48 Uhr

Tag 2 ohne Zucker

Stimmung: leicht panisch

Das war ja eine verdammt tolle Idee von mir mal eine Zeitlang keinen Zucker zu essen. Ich habe mir jetzt das Buch „Frei von Zuckersucht - Ein 10-Schritte-Programm" bestellt und bin nun fest entschlossen, das auch durchzuziehen. (die ersten Kapitel gab es schon im Netz) Eigentlich könnte heute schon Tag 3 sein, aber ich bin mir nicht sicher ob das Schokomüsli am Montag abend zählt. Aber irgendwas muss man ja essen und wenn ich morgens beim Pferdeflüsterer bin, gibt es auch nichts anderes.

 

Fakt ist dass ich nun seit gestern (seit diesem Entschluss) mein Kopf scheinbar um nichts anderes kreist: Keine Schokolade, keine Bäckerteilchen, keine Moncherie, keine Yogurette, kein Eis, kein Kuchen, kein Kakau... und das für 12 Wochen? (So lange dauert angeblich das Programm) Wenn man sich das so überlegt, ist das schon verdammt Angsteinflößend. Aber ich werde nicht auf meinen gesüßten Kaffee verzichten. Das ist doch nun wirklich zu viel verlangt. Vor allem, weil ich seit Jahren Süßstoff statt Zucker nehme. Und ich verzichte auch nicht auf Obst. Irgendwo müssen ja die Vitamine herkommen. Es ist ja nicht so, als wäre der Verzicht nicht schon Folter genug, da muss man es ja nicht übertreiben.

 

12 Wochen klingen nach einer verdammt langen Zeit. Das ist Folter. Warum muss ich immer so tolle Ideen haben? Warum tue ich mir das an? Warum? Jedenfalls sitze ich nun hier und habe Panik. So lange Zeit, keine Schoki, kein Eis, kein Kuchen, kein Nachtisch...? Und heute Morgen stand ich auf und dachte ich krieg meine Periode. Und die Vorstellung den ersten Tag ohne Schoki-Trost zu überleben? Wie soll das denn gehen?

 

Aber offenbar kann man auch ohne Zucker überleben. Zumindest konnten sie das vor zig Jahren. Da gab es den Zucker in dieser Form nicht und es ging auch. Ich werde also überleben. Es gibt ja genügend andere Dinge die man essen kann.

 

Wenn ich mir vorstellen müsste, 12 Wochen ohne Alkohol zu überleben, wäre das für mich kein Problem. Ich trinke auch so super selten. Halt mal ein Glas Wein oder einen Cocktail oder einen Whisky mit Freunden. Es kommt auch so manchmal vor, dass ich ein Viertel Jahr nichts trinke. Und seitdem ich weiß, dass in Alkohol haufenweise Kalorien drin stecken, mit denen der Körper nichts, aber auch gar nichts anfangen kann, außer Fett anzusetzen, ist es noch weniger geworden. Aber ohne Zucker überleben? Das scheint für mich unvorstellbar. Es ist ja nicht so als wäre ich körperlich davon abhängig, aber es ist offenbar tatsächlich eine Art psychische Abhängigkeit. Ich brauche Zucker in bestimmten Situationen. Und diese Situationen ohne Zucker zu meistern, macht mir Angst. Aber falls ich das dann aber tatsächlich durchziehe, habe ich für mein Leben dauerhaft etwas erreicht. Das geht nicht ohne ernsthaft Erkenntnisse und Umstellungen. Dann kann ich wirklich stolz auf mich sein.

 

Aber nun zu einem anderen Thema: ich war gestern Badminton spielen. Und wir haben den einen Kollegen ausgetauscht und es war irgendwie super anstrengend. Viel anstrengender als sonst. Vielleicht lag es an dem neuen oder weil so lange Pause war oder weil ich in der letzten Zeit so selten Sport gemacht habe (also richtigen). Jedenfalls bin ich heute total fertig. Ich fühle mich völlig steif. Nicht so direkt Muskelkater, einfach nur steif und unflexibel.

 

Ich kann mir im Moment kaum vorstellen, dass das mal anders war. Dass ich mich mal nach Sport gut und lebendig gefühlt habe. Dass ich gern Sport gemacht habe. Das scheint auch gerade das Hauptproblem zu sein, dass ich mich nach Sport nicht gut fühle. Das ist nicht so richtig die Motivation mehr Sport zu machen. Ich hoffe das kommt noch mal wieder.

17.04.2012 um 13:47 Uhr

Motivationsprobleme und Zuckersucht

Achja... ich schon wieder. Ich kämpfe immer noch mit der Motivation. Die Oster-Wochen waren anstrengend. Ich hatte viel Kuchen und viel Chips und viel Kuchen und viel Chips. Überraschend ist, dass ich nur 600g zugenommen habe. Aber trotzdem ist es immer noch zu viel.

Allerdings ist es mir gestern ein wenig wie Schuppen von den Augen gefallen. Mein Gewicht ist tatsächlich ein ernsthaftes Problem. Ich meine abgesehen davon, dass es gesundheitlich nicht wirklich so toll ist, wenn man 20kg Übergewicht hat.

Wenn ich im Sommer wenigstens einen Teil meiner hübschen Klamotten anziehen will, muss ich bis zum Sommer min. 10 kg abnehmen. Wenn ich aber wirklich konsequent bin, schaffe ich gerade mal 500g in einer Woche. Das heißt ich kann die 10 kg in 20 Wochen schaffen. Das sind aber 5 Monate. Jetzt haben wir aber schon fast Mai. Das heißt ich könnte, wenn alles gut läuft, frühestens im Oktober meine Sommersachen anziehen - und das ist ziemlich blöd. Oder ernüchternd.

Ich muss mich also irgendwie damit abfinden, doch für den Sommer neue Sachen kaufen zu müssen. Zu blöd, dass mir auch im Laden gerade wenig so passt, dass ich mich wohlfühle. Ich habe auch keine Lust Klamotten zu kaufen, die ich später nicht mehr anziehen kann, weil ich dann ja wieder schlank bin. Aber ich habe ja wirklich nicht vor, so dick zu bleiben. Allerdings ist wohlfühlen in Klamotten gerade ohnehin rar. Vielleicht, weil ich mich gerade sowieso nicht so richtig wohl im Körper fühle.. Dann ist es auch egal, was man anhat.

Also doch konsequent sein. Wenigstens so viel, um Klamotten zu finden die nicht so ganz daneben sind. Oder um nach dem Winter nicht noch mehr zu wiegen als jetzt. Vielleicht kriege ich es ja auch irgendwie hin, mein Gewicht über den Winter zu halten. Das wäre schon irgendwie super. (Schon krass, jetzt schon an den Winter zu denken...)

Kommen wir zu dem nächsten Problem: Dem Sport. Früher, als ich noch weniger gewogen habe, habe ich auch gern Sport gemacht. Im Moment ist das so super anstrengend, dass ich mich kaum dazu aufraffen kann. Und dann fehlt immer noch die Regelmäßigkeit. Aber ein bißchen ist wenigstens besser als gar nichts. Und so freue ich mich darüber, dass ich eine Freundin habe, mit der ich nun Mittwochsabends immer zum Pilates gehe und dienstags findet ab dieser Woche immer Badminton mit den Kollegen statt. Und eigentlich ist angedacht donnerstags mit meiner Freundin noch mal zum Zumba zu gehen, aber das haben wir noch nicht geschafft. Wir waren nach dem Pilateskurs am Mittwoch immer zu faul. Das wäre ja auch nicht schlimm, wenn ich es denn wenigstens sonst noch mal mit dem Sport hinbekommen würde.

Und jetzt kommen schon wieder die Mega-Ausflüchte: Ich habe ja keine Zeit... und dieses Wohn-hinundher mit dem Pferdeflüsterer bietet keine Regelmäßigkeit... und es ist immer so kalt und regnerisch... und so... blabla. Ja... es stimmt, ich habe wirklich keine Ahnung, wie ich Sport in die Wochenenden mit dem Pferdeflüsterer integrieren soll. Schließlich bringt es nichts, wenn man sich etwas vornimmt, was einfach nicht funktionieren kann. Und ich raffe mich nicht alleine zum wlaken oder joggen auf, wenn er da ist. Und nein... ich habe keine Lust alleine bei ihm durch den Wald zu rennen. Aber ehrlich gesagt, nehme ich die Sache mit dem Sport auch nicht ernst genug. Ich könnte, wenn ich wollte. Auf dem Sofa sitzen ist doch irgendwie viel toller. Serien gucken. Rumhängen. Nichts tun. Ist doch auch Mist, wenn der Partner ständig müde ist und auf dem Sofa rumhängt. Sich dann noch aufzuraffen, ist sau schwer.

Aber jetzt wo das Wetter langsam wieder besser wird, können wir auch wieder etwas mehr Radfahren. Und vielleicht können wir auch noch mal Schwimmen gehen. Gemeinsam. Dann ist es auch etwas einfacher. Und er muss am Wochenende auch gerade nicht soo viel arbeiten, wenn er arbeiten muss, also ist er auch nicht permanent kaputt und müde.

Kommen wir nun zu dem letzten Problem, was mir immer noch im Weg steht: Die Konsequenz. Also ich habe festgestellt, es geht kein Weg um das Tagebuch drum herum, wenn es annähernd schnell gehen soll. Aber ich habe einige gute Tage, an denen ich weniger Energie esse, als ich brauche und an denen finde ich Aufschreiben überflüssig und lästig. Und an den schwierigen Tagen, an denen es nötig wäre, fällt es mir sau schwer, über die ganzen Extras, die über den Tag anfallen, auch noch Buch zu führen.

Das würde ja bedeuten ich müsste mich der Realität stellen. Ich würde es schwarz auf weiß sehen, was ich alles gegessen habe. Dann würde ich mich wieder schlecht fühlen und mir Vorwürfe machen, weil ich nicht im Plan war. Und dann fällt es mir am nächsten Tag auch wieder schwer im Rahmen zu bleiben.

Und dann gibt es ja auch immer noch die Tage an denen es mir egal ist - weil es mir nicht so gut geht. Und dann gibt es die Tage, da bin ich so demotiviert, weil noch so viel vor mir liegt, dass ich aus lauter Frust, erstmal ein Stück Schoki brauche. Nicht zu vergessen, die Tage, an der Pferdeflüsterer mit irgendwelchen Dingen neben mir sitzt und ich einfach keine Kraft aufbringe oder Lust habe „nein" zu sagen. Oder es unbewusst einfach passiert.

Es wäre natürlich toll, wenn ich für alle diese Tage eine Lösung parat hätte. Aber die habe ich nicht. Ich kann nur versuchen immer einen Tag nach dem anderen zu gehen. Wie ein Abhängiger. Wie ein Zucker-Junkie. Ehrlich gesagt fühlt es sich an manchem Tagen auch wirklich so an. Als wäre ich auf irgendeiner Droge und könnte zu ihr nicht nein sagen. Vielleicht ist es ja auch so. Vielleicht ist Zucker meine Droge und ich darf einfach gar keinen mehr essen. So machen es ja die Alkoholabhängigen. Sie lassen diesen Teil „einfach" weg. Aber man muss essen. Und komplett auf Zucker zu verzichten ist doch ein wenig radikal und kaum möglich.

Ich weiß jedenfalls schon aus Erfahrung, dass wenn man es schafft, kaum Zucker zu essen, ihn dann auch nicht mehr so braucht. Man findet dann andere Möglichkeiten mit dem Leben klar zu kommen, außer seinen Frust mit Schokolade zu ertränken. Das Problem ist nur, dass man immer wieder ganz leicht in alte Muster reinfällt, wenn der Konsum wieder ansteigt. Aber gibt es sowas? Zucker-Junkies? Zucker-Suchtgruppen? Und bin ich wirklich süchtig?

Ich habe mal ein wenig recherchiert und nein... ich glaube nicht, dass ich wirklich krankhaft süchtig bin. Es gibt Situationen in denen ich Schokolade zur Belohnung brauche. Aber ich glaube nicht, dass es wirklich eine ausgeprägte Sucht ist. Ich mach es nicht heimlich, ich lege keine Verstecke an, ich denke nicht permanent darüber nach, wie ich die Sucht befriedigen kann... Aber es fällt mir manchmal schwer zu rationieren und nur ein Stück, statt einer Tafel zu essen, manchmal mache ich mir hinterher selbst Vorwürfe, weil ich so schwach war, ich weiß immer wo es etwas zu kaufen gibt, selbst wenn Geschäfte zu haben und wir legen uns für das Wochenende einen Vorrat an Süßigkeiten an.

Laut meinen Recherchen, stecke ich irgendwo zwischen Phase 1 (Süßes fehlt einem, in bestimmten Situationen und wird zum Frustabbau benutzt) und 2 (Kontrollverlust, weil man mehr isst als man eigentlich wollte und danach mit Scharmgefühlen zu kämpfen hat). Ja das ist auch schon vorgekommen, aber selten. Und nein, ich bin noch nicht in einer chronischen Phase, wo der Zuckerkonsum mein Leben bestimmt. Puh... Ist vielleicht noch nicht zu spät.

Sicher weiß ich es aber nur, wenn ich wirklich mal eine Zeitlang versuche auf industriell gefertigten Zucker zu verzichten. Weniger Zucker zu essen, ist sicherlich nicht schlecht. Vielleicht sollte ich es ein wenig ernster nehmen, damit es nicht zu einer Sucht wird.

Ich bin gerade drauf und dran, mir ein Buch über Zuckersucht zu kaufen und das Programm durchzuziehen. Aber es macht mir schon Angst. Was, wenn ich es doch nicht schaffe? Wenn ich nicht süchtig bin, krieg ich das hin. Aber was wenn doch? Dann wird es eine verdammt anstrengende Zeit. Kann man überhaupt auf jeden Zucker verzichten? Der ist doch überall. Will ich das überhaupt?

18.03.2012 um 14:52 Uhr

Ein Licht am Horizont

Stimmung: ziemlich gut

So... ich habe wieder angefangen WW-Punkte zu zählen. Aber ich gehe da ein wenig anders heran, als beim letzten Mal. Ich glaube die Erkenntnis von neulich, nicht mehr die Fülle an den Hüften sondern überall sonst in meinem Leben zu haben, hat offenbar bei mir einen Knoten gelöst. Seit neustem will ich Sport machen. Ich habe Lust morgens aufzustehen und schwimmen zu gehen. Oder ich schiebe Gymnastik ein. Diese Woche war wirklich super. Ich war total motiviert. Ich habe wohl ein neues Mantra, das mich beim Abnehmen unterstützt. Immer wenn ich zur Schoki greife, frage ich mich, ob mich das bei meinem Ziel unterstützt, keine Fülle mehr auf den Hüften haben zu wollen und ob das nun wirklich sein muss. Und der herannahende Frühling tut sein übriges. Draußen sein macht plötzlich wieder Spaß.

 

Die letzte Woche war auf der Messe ok. Ich habe wenigstens nicht wieder 2kg zugenommen, sondern das Gewicht gehalten. Das ist besser als die letzten Jahre. Und jetzt habe ich neuen Schwung.

 

Deswegen habe ich auch wieder angefangen Punkte zu zählen. Ich habe für mich eingesehen, dass ich ohne Mitschreiben meines Essens immer wieder in alte Verhaltensweise zurückfalle. Es geht um die Umstellung. Um das Erlernen einer anderen Ernährung. Das geht nicht so schnell. Das braucht Zeit. Gewohnheiten müssen sich umstellen und das sollen sie nicht nur für die Zeit der Diät, sondern für immer. Ich muss also mitschreiben und dann kann ich das auch bei WW machen. Da zahle ich immer noch. Ich kann dann auch, wenn ich mag noch mal zum Treffen gehen.

 

Aber ich habe in der letzten Zeit viel gelernt. Nachdem ich auch über das Kalorie/Gewicht-Verhältnis nachgedacht habe, habe ich festgestellt, dass die Lebensmittel, die ein besonders günstiges Verhältnis haben (also unter 1,7 cal/g) sind auch bei WW die Lebensmittel, die zum sattessen geeignet sind. Aber ich werde mich von den Punkten nicht mehr so geißeln lassen. Ich werde nicht mehr Dinge essen, weil ich noch Punkte habe. Das wird das schwerste sein. Das ist mir heute gerade aufgefallen.

 

Ich stand vorm M-Doof und wollte Eis. Und dann dachte ich, dass ich es mir leisten kann, weil ich mein Wochenbudget noch nicht gegessen habe. Und das ist der Anfang vom Ende. Das muss ich noch üben. Ich habe dann trotzdem das Eis gegessen. Aber eben weil ich wirklich eins wollte.

 

Und für die nächsten Tage habe ich auch eine andere Motivation. Wir sind zu einer festlichen Gelegenheit eingeladen und ich will gutaussehen. Und dann gibt es ja auch noch den Sommer. Und vielleicht tolle Fotos, die man dann machen kann. Also keine Fülle mehr auf den Hüften.

29.02.2012 um 17:26 Uhr

In Hülle und Fülle

Stimmung: Mist

Sooo... es ist amtlich... ohne schriftliche Dokumentation klappt es nicht. Das ganze Kilo wieder drauf. Ich sehe es wohl mittlerweile ein, dass zwei Wochen Buch zu führen es nicht unbedingt bringt. Ich bin am Montag schon wieder lang hingeschlagen, als ich schon wieder klamm heimlich 3000 Kcal gegessen habe. Aber echt... wer rechnet denn schon damit, dass so ein bißchen Quark so eine Bombe ist. Dabei sagen sie doch auch, dass da Magerjoghurt und Magerquark drin ist. Und ebensoviel Sahne. Und Dieses leckere (ziemlich süße) Kischzeug. So lecker ist es. Aber wenn es mich so zurückwirft, will ich es glaube ich nicht mehr essen. Das geht doch auch genauso lecker und mit weniger Kalorien.

 

Jetzt habe ich sogar das Problem, dass ich noch dicker bin als vor 4 Jahren. Damals habe ich es geschafft bis 65 kg runterzukommen und habe dann alles wieder zugenommen. Und jetzt passen mir nicht mal mehr die Klamotten von damals. Naja... gut.. sie passen irgendwie schon. Aber will ich die anziehen? Nein! Verdammt. Und ich muss. Weil alles andere zu klein ist. Und ich will einfach keine neuen Klamotten kaufen und damit zugeben, dass ich dick bin. Da waren mir schon die beiden Hosen neulich echt genug. Mir geht die Einseitigkeit meiner momentanen Auswahl ziemlich auf den Keks. Und dass demnächst Messe ist und meine Hosenanzüge eher knapp sind. Mist.

 

Und Gewichtstechnisch tut sich mal so überhaupt nicht das richtige. Ich will eine verdammte gute Fee, die alles in einer Nacht wegzaubert. Einfach so. Auf 62kg. Das wäre doch toll. Leider gibt es sie nicht. Also muss man Verzicht üben. Selbst wenn man sich einredet dass man nur seine Ernährung umstellt. Im Endeffekt heißt es, dass man auf die vielen tollen Kalorienbomben verzichten muss. Man... wenn ich überlege, wie lange ich schon keine Croissants mehr gegessen habe. Oder Windbeutel. Oder Sahnesaucen. Und trotzdem ist es nicht genug. Man muss sich noch mehr einschränken. Das ist doch Mist.

 

Und dann fehlt mit trotzdem immer noch die Motivation. Ich kann mich einfach zu selten dazu überreden statt zur Schokolade zum Obst zu greifen. Dabei hat das doch schon mal super funktioniert. Da hatte ich dieses Mantra im Kopf: „Ich will 62kg wiegen. Ich will 62kg wiegen. Ich will 62kg wiegen. Ich will 62kg wiegen. Ich will 62kg wiegen. Ich will 62kg wiegen." Damals hat es gereicht. Damals habe ich mich immer wenn der Griff zur Schokolade ging daran erinnert. Und mich automatisch richtig entschieden. Und dann hatte ich abgenommen. Erst 5kg, dann 10kg.. und dann wollte ich den Diäterflog nicht gefährden und habe weiter zum Obst gegriffen.

 

Die reden immer alle davon, das eine Motivation nicht durch die verlorenen Kilos kommen sollte, sondern durch das Abnehmen als solches. Abnehmen macht Spaß. Ernährungsumstellung ist toll. So eine gequirlte Scheiße. Nichts macht Spaß. Es ist eine einzige Quälerei. Jeden Tag aufs Neue. Jeden Tag eine neue fucking Überwindung und jeden Tag ein fucking neuer Kampf gegen die Schokolade und für das Obst. Und jeden verdammten Tag kommt das fucking schlechte Gewissen, weil es schon wieder nicht funktioniert hat.

 

Und diese blöde Tante in dem Choachingbuch redet von Dankbarkeit. Dass man sich mal einen Tag nehmen sollte und für Dinge dankbar sein. Ich will aber nicht dafür dankbar sein, dass ich Obst habe. Und dafür dass ich überhaupt noch in einem normalen Klamottenladen einkaufen kann. Und dafür dass ich einen tollen Freund habe. Ok...  ja.. ich bin dankbar. Und ja.. es hilft nicht ständig wütend auf die Welt zu sein. Und sich nicht ständig mit ungesundem vollstopfen zu müssen, weil man sich schon schlecht genug fühlt. Dankbar zu sein, was man hat hilft tatsächlich, dass ich mich nicht mehr so mies fühle. Und ich sehe dann auch nicht alles so schwarz.

 

Ich habe letztens so überlegt, als ich meinen Kontostand angesehen habe, dass ich gern die Fülle auch mal in anderen Lebensbereichen hätte. Wenn ich immer nur Fülle durch Vielfalt beim Essen habe und nicht in anderen Lebensbereichen, kann das mit dem Abnehmen auch irgendwie schlecht funktionieren. Aber wie verlagere ich Fülle von dem einen auf andere Lebensbereiche? Vielleicht auf das Konto? Da würde mir Fülle gut gefallen. Viel besser als Fülle an den Hüften. Ach Mist. Alles doof.

 

Und es geht mir auf den Keks, dass ich hier immer das selbe schreibe.

17.02.2012 um 13:12 Uhr

Es ist alles ein einziger Kampf

Stimmung: leicht gestresst

Die letzte Woche war abnehmtechnisch Mist. Die Arbeit hat mich schon wieder total geschlaucht und ich konnte mich dann Abends einfach nicht zusammenreißen oder mir das Naschen verkneifen. Das Wochenende war nun auch nicht besser weil meine Mutter da war und ich mein Portemonnaie verloren habe. Da war ich auch nicht in der Verfassung auf Schokolade zu verzichten. Ist schon toll, wenn man sein Leben als Ausrede benutzen kann, um nicht konsequent zu sein. Das einzig Gute war, dass es sich dann zunehmtechnisch doch nicht so schlimm ausgewirkt hat. Es waren nur 0.2kg mehr als letzte Woche Also immer noch fast ein Kilo weg. Aber offenbar kann ich einfach nicht sinnvoll essen, wenn es mir nicht gut geht.

 

Diese Erkenntnis ist einerseits gut und andererseits schlecht. Es ist gut zu wissen, dass ich mich grundsätzlich für das richtige Essen entscheide, wenn es mir gut geht und alles im Lot ist. Es ist gut zu wissen, dass meine emotionale Verfassung sich sofort auf mein Essverhalten auswirkt. Schlecht ist, dass ich im Grunde nicht weiß, wie ich das abstellen kann.

 

Noch nicht. 

 

Ein Buch hatte ich mir bestellt und es noch nicht gelesen: „Coach dich schlank". Das Lesen geht natürlich nicht so schnell, schließlich muss ich zwischendurch nachdenken. Aber im Grunde wird schnell klar, dass ich mein Leben irgendwie anders gestalten muss, damit ich auch wirklich abnehmen kann. Und jetzt wird es schwierig den Abnehmblog von meinem Hauptblog zu trennen. Denn ich muss irgendwo davon erzählen, was ich für Erkenntnisse habe, aber die gehören irgendwie eher in den Hauptblog. Ich habe mich aber entschieden es hier zu machen. Schließlich geht es unterm Strich doch ums Abnehmen.

 

Also die erste Aufgabe aus dem Buch ist eine Art Bestandsaufnahme. Man soll sich mal seine Lebensbereiche ansehen und bestimmen wie zufrieden man auf einer Skala von 1-10 mit ihnen ist und wie wichtig dieser Bereich für einen ist (1-10). Klar. Ganz einfach. Dachte ich. Aber dann stellte ich fest, dass ich eigentlich mit überhaupt keinem Lebensbereich so richtig zufrieden bin.

 

Ich dachte ja immer ich mache genau den Job den ich machen will. Ich habe super viel Freiräume und kann mir meinen Bereich selbst gestalten. Ich mag meine Kollegen, werde respektiert, um Rat gefragt und habe einen guten Draht zu den Chefs. Ich kann kreativ sein UND logisch denken und die neuen Aufgaben im Projektmanagement machen mir unglaublich viel Spaß. Aber dann weiß ich wieder nicht, was ich denn nach dem Projekt tun soll. Nach der nächsten Messe. Irgendwie habe ich dafür noch gar nichts. Und so war es immer. Ich habe das Gefühl, dass mein Platz dort nicht sicher ist. Nächste Woche könnte ihnen schon auffallen, dass sie mich doch nicht brauchen. Es gibt keine Langfristigkeit. Also mache ich mich extrem nützlich. Bin vielseitig, kooperativ und teamfähig. Habe ständig gute Ideen und versuche sie umzusetzen. Und ich übernehme immer mehr Bereiche damit ich nicht so schnell austauschbar bin. Nein ich verdränge niemanden. Ich nehme nur den Chefs viel Arbeit ab, weil sie dafür ohnehin keine Zeit haben. Aber ich kämpfe. Jeden Tag. Für Entscheidungen, für meine Ideen, das Einhalten von Deadlines und für meinen Platz. Was mich das allein an Überzeugungskraft gekostet hat, dass einer der GF einen Vortrag auf der nächsten Messe hält....! Und abends komme ich nach Hause und mag nicht mehr kämpfen.

 

Und trotzdem tue ich es. In meiner Beziehung kämpfe ich auch. Dafür, dass wir die Basis schaffen endlich zusammenziehen zu können, dass der Pferdeflüsterer anderen auch mal eine zweite Chance gibt, dass er mal vom Sofa hochkommt, dass er an sich arbeitet, wenn er mit seinen Kollegen klar kommen will. Und ich kämpfe dafür, dass ich einen Platz in seinem Leben bekomme.

 

Dann kämpfe ich darum, dass sich meine finanzielle Situation bessert, dass ich endlich wieder Golf spielen kann, dass der Freundeskreis nicht auseinanderbricht...

 

Und ich wundere mich nun, warum ich mich nicht mehr für mich und meine Fitness und für mein Wohlbefinden stark machen kann? Es sind gefühlt zu viele Fronten an denen ich Kämpfe ausfechte. Und die Beziehung und mein Job wiegen dabei viel zu schwerer. Außerdem ist „ein Platz haben" wohl auch ein Thema in beiden Bereichen. Ich brauche also einen Platz und dann kann ich aufhören um einen zu kämpfen. Vielleicht ist „kämpfen" auch das falsche Wort. Es ist eher ein „für etwas einsetzen".

 

Aber was ist, wenn ich schon einen Platz habe und ihn nur noch nicht wahrnehme? Vielleicht muss ich mich gar nicht mehr für alles und alle einsetzen? Vielleicht gibt es ja auch einen einfachen Weg? Vielleicht kann ich zunächst erstmal die vielen Fronten verringern!

08.02.2012 um 18:47 Uhr

Der (neue) Weg zum Glück

Stimmung: motiviert

So... nun gibt es hier nun auch mal wieder ein Update. Ich habe wieder zugenommen. Ich mache wieder Diät. Ich fange wieder ganz von vorne an. Ich habe wieder den Vorsatz gefasst dieses Jahr schlank zu werden.

 

Es klingt so, als hätte ich das alles schon mal geschrieben. Als wäre das alles nichts neues. Und es fühlt sich auch nicht so an. Wobei sich schon einiges geändert hat. (Deswegen wollte ich auch warten, bis ich hier mal wieder etwas veröffentliche)

 

Nachdem ich letztes Jahr geschafft hatte, ein paar Kilos abzunehmen, kam erst die Frustration, dass es mit WW nicht mehr so richtig funktionieren will (+1kg), dann der Urlaub (+3kg), dann der Stress auf der Arbeit (+3kg) und schließlich Weihnachten (+2kg). Tja.. und jetzt stehe ich da, wiege mehr als je zuvor.

 

Auch wenn das WW-Prinzip im Prinzip gut funktioniert, hat sich bei mir psychologisch der totale Fehler eingeschlichen. Meist hab ich den Tag über Dinge mit wenig Kalorien = wenig Punkten gegessen. Also Salat, Gemüse und noch mehr Salat. Ich habe zu Light-Käse gegriffen, obwohl ich ihn ekelhaft finde und Obst statt Schokolade gegessen. Und wenn ich es dann zufällig geschafft habe, am Ende des Tages noch Punkte übrig zu haben dann habe ich sie nicht gespart, sondern verprasst. Oh ich habe noch 5 Punkte, dann kann ich ja noch 4 Stücke Schokolade essen. Egal ob ich darauf Appetit hatte oder nicht. Und vorm Urlaub fing es an, dass ich keine Lust mehr hatte. Keine Lust mehr auf Lightkäse, auf Diät-Wurst, auf Putenaufschnitt und aufs Verzichten, wenn der Pferdeflüsterer schon fast heimlich die Chipstüte aufgemacht hat. Also fing ich an mir solche Dinge zu gönnen. Erst nur ein bißchen - schließlich blieb ich immer in den Punkten. Aber es funktionierte nicht mehr so richtig. Das Abnehmen wollte nicht funktionieren. Und so gab ich es irgendwann auf.

 

Dann sind wir in den Urlaub gefahren. Der erste Teil im Elbsandstein war auch noch im Rahmen. Da sind wir viel gelaufen und ich habe gekocht. Der zweite Teil im Erzgebirge war geprägt von einer andauernden Langeweile, ständigem Restaurantessen kaufen von Knabberkram und rumhängen. Und weil ich ja Urlaub hatte, wollte ich mich nicht zusammenreißen. Ich war es leid.

 

Und dann kam der Stress auf der Arbeit. Wenn man jeden Tag bis 22h auf der Arbeit rumhängt, sich zum Abend schnell einen Baguette bestellt und einfach keine Energie mehr zu gar nichts hat, besonders nicht zu Sport, braucht man sich nicht wundern, wenn es immer mehr auf der Waage wird. Ich hatte auch keine Energie mich einzuschränken, oder mich zusammenzureißen. Ich mochte einfach nicht.

 

Als ob das alles schon nicht genug gewesen wäre, kam auch noch die fiese Weihnachtszeit mit ihren Lebkuchen und anderen Leckereien, die man das ganze Jahr nicht bekommt und sie deswegen unbedingt wieder einmal probieren muss... und das Weihnachtsessen und Weihnachtsfeiern und Geburtstag und und und.

 

Im Grunde wurde es mir dann schon Ende des Jahres zu bunt. Ich versuchte mich mit den Weihnachtsleckereien einzuschränken und ich machte noch mehrere Anläufe doch wieder mit WW aktiv zu werden. Das ist ein wenig sinnlos, wenn man für sich schon festgestellt hat, dass es irgendwie nicht das richtige ist.

 

Also tat ich das, was ich immer tue: Ich fing an zu recherchieren. Ich bestellte Bücher. Ich las Webseiten. Diesmal traf ich aber auf eine wirklich tolle Webseite (http://www.die-abnehmschule.de/). Sie öffnete mir in vielen Punkten die Augen. Eigentlich Dinge, die ich ohnehin schon wissen müsste... Aber manchmal muss man eben auch mit Wahrheit mal so richtig schmerzhaft konfrontiert werden.

 

Auf dieser Seite hieß es, dass man, um ein Kilo Fett abzunehmen 7000 kcal einsparen müsste. Das kann man einerseits durch Bewegung machen und anderseits, weil man weniger ist als seinen Grundumsatz. Der liegt in der Regel um 2000 kcal. Klar... nichts neues Wenn man aber zu wenig ist, dann denkt der Körper, es ist eine Notsituation und hält wie doof an seinem Fett fest und man verliert, wenn überhaupt, Eiweiß (Muskelmasse) oder Wasser. Diät ist also nicht empfehlenswert. Ernährungsumstellung heißt das Zauberwort. Wie das nun genau funktioniert, wollten sie auf der Webseite nicht verraten, sondern einen Email-Workshop verkaufen, der im Grunde genauso teuer ist, wie WW. Trotzdem ist die Seite sehr informativ. Dort steht zum Beispiel: wenn man es max. schafft 3500kg in der Woche einzusparen, kann man 500g/Woche abnehmen. Schneller ist sowieso ungesund. Das heißt aber auch, dass man um 20kg abzunehmen, muss man 40 Wochen lang 500g abnehmen. Das ist mit Diät sowieso nicht durchzuhalten. Das heißt es ist also eine Frage der Technik und der Motivation. Zur Technik schreiben sie wie gesagt ja nichts, aber zur Motivation (auf ner Unterseite) schon eine Menge.

 

Stichwort Motivation: um 40 Wochen und länger durchzuhalten, muss man sich im Klaren sein, dass es keine Hau-Ruck-Aktion sein kann. Man muss sich dessen bewusst sein, dass man einige Dinge und Gewohnheiten wirklich für immer ändern muss. Und man muss zusehen, dass man eine Motivation findet, die von innen herauskommt und nicht durch äußere Anreiße gesteuert wird. Wenn man Sport macht, weil es einem Spaß macht, hält man es länger durch, als wenn man es nur tut, so lange es einen positiven Effekt auf der Waage gibt. Ich habe also viel über meine Motivation nachgedacht. Und ich will mich einfach fit fühlen. Ich will mich wohl in meiner Haut fühlen. Ich will Dinge essen, weil sie mir gut tun. Ich will mich wohl in meinem Körper fühlen. Ich will Sport machen wegen dem tollen Körpergefühl, was sich dann einstellt. Wenn ich dann abnehme gut... Wenn nicht, freue ich mich über das wieder gewonnene Gefühl. Darum geht es. Nicht um eine bestimmte Kleidergröße oder ein Gewicht auf der Waage. Es geht ums wohlfühlen.

 

Gut Motivation gefunden. Und was jetzt? Ein Hinweis gab es eben auf dieser Seite: Glutamat als Verhinderer des Sattseins. Es gab auf der Seite einige interessante Infos, aber mir reichte das noch nicht. Also bestellte ich mir: „Der Gefräßig-Macher: Wie uns Glutamat zu Kopfe steigt und warum wir immer dicker werden." Ein wirklich interessantes Buch. Es geht da um verschiedene Chemische Stoffe in unserem Körper, die das Sattsein beeinflussen. Da gibt es z. b. einen Stoff, der im Fett produziert wird und der uns eher mitteilt, dass wir satt sind. Wenn wir viel Fett haben, sollten wir also schneller satt sein. Aber Glutamat, der gemeine Stoff, setzt sich einfach irgendwo dazwischen und so kommt das Satt-Dingen nicht im Hirn an. Das Buch ist wirklich lesenswert, hier steht nur ein Mini-Ausschnitt. Zwar ist es ein wenig wissenschaftlich angehaucht, aber trotzdem sehr verständlich. Neben den Infos über das Glutamat, was ich danach fast völlig aus dem Speiseplan verdrängt habe, wo es eben ging, gab es auch noch die Info über die Energiedichte.

 

Davon hatte ich vorher noch nie gehört. Dabei ist es völlig klar. Das ist die Menge an enthaltener Energie (kcal) auf 100g. Also ganz einfach. Es gibt nämlich noch einen Mechanismus, der steuert, ob wir satt sind: die Essensmenge. Wenn der Magen voll ist, dann sind wir satt. Ganz einfach eigentlich. Außer es spukt zuviel Glutamat in unserem Körper rum und wir bekommen es nicht mit, dass wir satt sind. Oder wir essen zu schnell, dann kommt der Reiz zu spät an. Aber dazu gab es in dem Buch zu wenig Infos. Also bestellte ich mir noch ein Buch: „Satt essen und abnehmen: Individuelle Ernährungsumstellung ohne Diät."

 

Da stand es alles drin. Man fängt also erstmal an mitzuschreiben, was man alles isst. Ganz wichtig ist dabei auch die Menge. Dann findet man heraus wie viel Kcal das immer so sind. Dann sucht man sich die weniger optimalen Lebensmittel aus seiner List raus und ersetzt sie durch eine ebenso schmackhafte Alternative, die das gleiche Gewicht, aber weniger Kcal. hat. Und so wird man satt und nimmt automatisch ab. Da Buch enthält auch viele Substitutions-Tipps. Es geht auch gar nicht darum nie wieder Schokolade zu essen. Es geht darum bspw. Schokolade mit einem Apfel zu kombinieren. Dann hat man den Schokoladengeschmack, isst sich daran aber nicht satt. Man überlistet den Körper dann einfach.

 

Es ist so: Im Schnitt isst jeder Mensch zwischen 1200 und 1400 g Lebensmittel am Tag und fühlt sich dann satt. Man hat einen Grundumsatz von ca. 2000kcal. Wenn man da ein wenig einspart (sagen wir mal 300) muss man zusehen, dass man über den Tag eine Energiebilanz von 1,5-1,7 (kcal/g) erreicht.

 

Ich fing also an Buch zu führen. Das ist gar nicht so einfach. Schon ziemlich wissenschaftlich. Man überschätzt Mengen am Anfang, kennt die kcal nicht... Ich fand noch eine nützliche Seite, die mir zumindest ermöglichte die kcal. Im Auge zu behalten und auch noch ne App bot: (fddb.info)

 

Ich stellte fest, dass ich tendenziell eher 1700g am Tag aß und auch tendenziell eher 3000 kcal verbrauchte. Kein Wunder also, dass ich zunahm. Also nahm ich mir meine Übeltäter vor und tauschte sie nach und nach gegen etwas anderes aus, was ich genauso gern esse. Das Buch gab dazu auch viele Tipps. Ich esse nun wieder deutlich mehr Quark auf meinem Brötchen, statt Käse. Und wenn ich doch Appetit auf Käse habe, dann ergänze ich es eben mit nem großen Stück Gurke und belasse es bei einer Scheibe. Ich nehme mir in der Kantine nun immer noch einen Salat mit und trinke nachmittags einen schönen Tee mit nem Apfel. Wenn ich mittags üppig gegessen habe, dann esse ich Abends eher eine Gemüsepfanne. Als Nachtisch entscheide ich mich eher für Pudding als für Mouse. Und natürlich achte ich verstärkt darauf, wirklich satt zu sein. Ich versuche auch nicht mehr zwischendrin zu schnökern, sondern Schokolade nach Hauptmalzeiten zu essen. Außerdem gönne ich mir jeden Tag eine kleine Sünde. Ich integriere Sport so weit ich es eben kann. Ich versuche auf 3x die Woche zu kommen. Mir ist auch aufgefallen, dass ich sowieso gern Dinge esse, die eine geringe Energiedichte haben. Und ich versuche den Fettanteil der gesamten Nahrung nicht über dem Eiweiß-Anteil liegen zu lassen.

 

Und nun habe ich schon fast ein Kilo abgenommen. Das klingt nicht nach viel, aber für mich ist das schon ein Erfolg. Vor allem, weil ich es seit Dezember versuche und nichts passiert ist. Ich esse auch nicht mehr 1700g am Tag sondern nur noch 1400g. Offenbar hat sich das ganz von allein reduziert, weil ich darauf geachtet habe, wann ich satt bin. Je weniger man isst, desto mehr Kcal-Spielraum hat man. Ich muss mich überhaupt nicht einschränken um auf unter 2000 kcal zu kommen. Ich wähle eben anders. Wenn es mal weniger als 2000 ist, freue ich mich und wenn es mehr ist, versuche ich mich nicht darüber zu ärgern. Ich will ja nicht für immer kcal-zählen. Ich will ja meine Ernährung umstellen. Keine Ahnung wie lange ich das kontrollieren muss, bis ich sicher bin, dass es eine dauerhafte Umstellung ist. Ich habe jetzt schon festgestellt, dass ich mich schon oft von vornherein für das richtige entschieden habe und hinterher hat die genaue Aufrechnung mir Recht gegeben hat.

31.12.2011 um 17:19 Uhr

Ein neuer Start

Stimmung: motiviert

Es ist mal wieder so weit, ich starte einen neuen Versuch meinen zu hohen Gewicht entgegen zu treten. OK, ich formuliere es um. Ich versuche es nicht - ich mache es einfach: ich nehme ab. Ich habe nun schon viel zu viel Zeit damit verschwendet, es zu versuchen und das möchte ich nicht mehr. Wer es nur versucht, macht es nicht wirklich.

Diesmal fühle ich mich auch anders vorbereitet. Ich habe viel übers Abnehmen gelesen und habe eine wirkliche Motivation: ich will aktiv und gesund sein. Ich will mich mehr um meinen Körper kümmern, ihn wieder lieben und ihm Gutes tun. Ich will mich nicht mehr nach Tabellen ernähren oder Diäten folgen - ich will einfach das richtige essen. Das was meinem Körper gut tut.

Im Grunde war der Auslöser die letzten Wochen auf der Arbeit, während des stressigen Projektes. Während der Zeit habe ich viel gearbeitet. Ich bin aufgestanden, zur Arbeit gegangen und kam abends spat nach Hause und habe irgendwas gegessen. Irgendwas, das schnell ging. Irgendwas, bei dem ich mich nicht groß kümmern musste. (Also im Grunde viel Fast-Food und süßes und Chips). Weil ich oft so spät nach Hause kam, bin ich meist total erschöpft auf dem Sofa versunken und hatte keine Energie mehr für Sport oder etwas anderes. Ich habe im Grunde nicht gelebt, ich habe existiert. Und natürlich habe ich auch zugenommen. Außerdem habe ich mich nicht wohl gefühlt.

Ich habe viel darüber nach gedacht und bin zum Schluß gekommen, dass das so nicht weitergehen kann. Ich kann doch nicht jedes Mal, wenn es auf der Arbeit stressig läuft 7kg zunehmen. Vor allem wo ich doch weiß, dass mir das Abnehmen so schwer fällt. Und ich weiß, das wieder eine stressige Zeit kommen wird, aber diesmal will ich gewabnet sein. Es muss doch Mechanismen geben, die mir solche stressigen Zeiten durchstehen helfen, ohne gleich dick zu werden.

Ich glaube der Schlüssel liegt nicht in einem Tipp, sondern in der Kombination vieler Bausteine. 

Ich werde Schritt für Schritt vorgehen und erstmal meine Ernährung analysieren und sie dann immer Schritt für Schritt anpassen. Ich werde auch immer mehr sportliche Aktivitäten in meinem Alltag einbinden und vor allem werde ich mir "Fehltritte" verzeihen.  

Der erste Schritt ist es Glutamat und Industriegefertigte Lebensmittel aus meinem Ernährungverlauf zu verbannen. Aber dazu später etwas mehr.