Mission Prinz

31.08.2008 um 18:40 Uhr

Und wieder...

Heute vor genau einem Jahr habe ich einem Mann mein Herz geschenkt. Klingt ziemlich pathetisch, ist aber so. War auch eine ziemlich große Sache für mich. Es hat sich damals auch genau so angefühlt - groß, wichtig, bedeutend. Obwohl es gar nicht so ablief: Wir lagen auf der Couch und haben zu romantischer Musik rumgeknutscht. Das ist das Tolle am Anfang einer Beziehung, dass man sowas noch macht. Wenn man dann später danach fragt, wird man blöd angeguckt. Zurück zum Thema... Wir hatten uns eine Woche nicht gesehen und unsere letzte Begegnung war etwas seltsam gewesen. Ich gebe zu, ich war vor ihm - nennen wir ihn J. - geflohen. Jetzt also auf ein Neues. Ich wollte alles wieder gut machen, vor allem, dass ich ihn eine Woche lang in Unsicherheit gelassen hatte. Wie beginnt man so ein wichtiges Gespräch? "Okay" sagte ich. Er hob seinen Blick mühsam von meinem Ausschnitt und fragte "Was, okay?". Und ich darauf: "Okay, wir können das machen. Zusammensein. So richtig, offiziell." Er hat sich seeehr gefreut. Klingt natürlich mehr, als hätte ich J. mein Auto verkauft, als mein Herz zu Füßen gelegt. Und an dieser Rede hatte ich eine Woche gebastelt! Naja, nicht an dieser. Meine Rede war eine kleine feine Rede zum Thema "Ich bin zwar beziehungsscheu, aber ich riskiere es jetzt einfach" gewesen. Rhetorisch und dramaturgisch ausgereift. Was am Ende rausgekommen ist, siehe oben. Wie immer in solchen Situationen, fällt einem dann wieder nix mehr ein. Die Botschaft ist trotzdem angekommen. Im Übrigen hatte ich nicht nur an der Rede eine Woche gefeilt, sondern auch eine Woche lang darüber nachgedacht, ob ich das Wagnis überhaupt eingehen soll. Ich hatte mich mit meiner besten Freundin besprochen - die praktischerweise auch eine gute Freundin von J. ist und mir deshalb eine gute Ratgeberin sein konnte, innerlich Pro- und Contra-Listen erstellt, das ganze Programm. Und mich schließlich für J. entschieden. Was, selbst im Nachhinein betrachtet, eine gute Entscheidung war. Auch wenn er knappe sieben Monate später auf meinem armen Herz rumgetrampelt ist und es nicht mehr wollte. Das nur der Vollständigkeit halber. 

Tja, das war vor einem Jahr. Damit sollte das Thema jetzt abgeschlossen sein. So retrospektiv betrachtet ist das alles sogar ziemlich lustig. Irgendwie.

Jetzt aber, um das Ganze hier mal wieder in unterhaltsamere Bahnen zu lenken, was richtig Lustiges. Eine Episode aus der Rubrik "Die blödesten Anmachen der Welt":

Es war letztes Wochenende. Meine Cousine hat ihre Hochzeit nachgefeiert. Womit rechnet man bei einer Familienfeier am allerwenigsten? Jemanden kennenzulernen. Ich habe mich trotzdem, wie man so sagt, schön gemacht. Ich sah' auch echt klasse aus - das volle Programm: elegantes Kleid, Haare hochgesteckt, dezent geschminkt. Ganz passabel. (Sooo eitel bin ich dann auch nicht. Aber ich war mit meinem Spiegelbild ganz zufrieden.) Unter den Gästen befand sich ein (!!!) Single-Mann mit dem ich nicht verwandt bin - der Onkel der Braut, R.. Onkel klingt so alt... er mag wohl Mitte dreißig sein, ein Nachzügler. Ich kenne R. seit ich denken kann, da er bei jedem Geburtstag meiner Cousinen anwesend war. Ich hatte ihn in allen peinlichen Phasen der Pubertät gesehen und er mich. Es gab für mich nichts asexuelleres als R. Er saß auch den ganzen Abend brav neben seinen Eltern und hat das Geschehen beobachtet. Als sich langsam Aufbruchstimmung verbreitete, ging er dann zum Angriff über. Ich unterhielt mich gerade mit meiner Cousine nebst Gatten, als R. "angeschlendert" kam. Und sich ins Gespräch einmischte. Dreist riss er das Gespräch an sich, unterhielt sich zunächst mit der Braut um dann ganz allmählich auf mich umzuschwenken. Er ging ganz elegant vor, stieg mit folgendem Satz ein: "Und? Wie ist es bei dir so mit Männern?" Hä? Nochmal hä? Was soll das? Wir kennen uns kaum! Ich druckste also etwas rum, gestand, dass es da niemanden gibt, momentan. Er, sofort ermutigt, teilte mir ganz plump mit, dass ich was für ihn wäre, wenn ich nicht so jung wäre. Ich musste lachen. Sehr unsensibel, ich weiß. Fand er wohl auch, und fragte, warum. Ob er denn nichts für mich sei. Ich rettete mich in Arroganz. Natürlich ironisch gemeint sagte ich: "Mein letzter Freund war Tierarzt. Darunter mach' ich's nicht mehr." Ein Brüller, oder? War natürlich scherzhaft gemeint, um dem penetranten Kerl durch die Blume zu sagen, dass er allein vom Niveau nicht mein Typ ist. Er war beleidigt und zog ab. Später erfuhr ich, dass er danach direkt zu meiner Schwester ging - die jünger ist als ich! Mit ihr wechselte er drei harmlose Sätze, dann kam die Knallereröffnung: "Und? Wie ist es bei dir so mit Männern?" Sie druckste ebenfalls rum, er erwähnte, dass er mit mir auch schon darüber gesprochen habe (?), meine Schwester floh. Was für ein notgeiler (Entschuldigung!) Arsch! Ein Wunder, dass er es danach nicht bei unseren noch jüngeren Cousinen versucht hat!

Und mit dieser Story, über die ich mich eine Woche später immer noch totlachen könnte, verabschiede ich mich für heute. Anziehen, Tasche packen, ab zum Sport.

 

30.08.2008 um 18:38 Uhr

Herzschmerz und so weiter

Wahnsinn! Mein erster Kommentar! Was beweist, dass es tatsächlich jemanden gibt, der sich meine geistigen Ergüsse durchliest. Hut ab, du bist mutig... und ich will meinen einen Leser natürlich nicht verschrecken. Trotzdem ein kleiner Kommentar zu deinem Kommentar: Natürlich sollte man den Augenblick genießen und im Jetzt leben. Die Vergangenheit immer wieder zu analysieren bringt nichts. Aber eine zeitlang muss man sich auch suhlen dürfen. Und, ich glaube eigentlich nicht, dass Menschen sich ändern. Und Worte sind eben nicht nur Worte. Nicht für mich. Trotzdem habe ich demjenigen diese Worte verziehen. Ich denke, in dem Moment, hat er es ernst gemeint. Und was das andere angeht: ICH habe ein tiefergehendes Thema begonnen. Und als Antwort ein Bussi bekommen. Und dann noch eins. Soviel dazu. Vielleicht fällt dem Herrn ja nichts mehr ein.

Aber es stimmt natürlich, ich habe mich gestern etwas gehen lassen. Aber man möge es mir verzeihen - immerhin wäre morgen unser erster Jahrestag gewesen. Und das ist so ein Ereignis... Ist ja auch egal. Eigentlich bin ich ja auch darüber weg, doch manchmal kommt es eben noch hoch, alles. Ich denke, bis sowas nicht mehr vorkommt, dauert es noch eine ganze Weile. Aber immerhin bin ich auf dem besten Weg, schließlich suche ich ganz ernsthaft nach einem neuen Mann. Ich glaube nämlich wirklich langsam, dass nur ein neuer Partner einen die alte Liebe vergessen lässt. Und ich bin sowas von bereit dafür! Und habe gleichzeitig natürlich eine Riesenangst davor, wieder jemanden so nah an mich ranzulassen. Und davor, wieder dieselben Fehler zu machen. Aber das ist es wahrscheinlich, was die Liebe ausmacht: Würde sie uns so begeistern, mitreißen, glücklich machen, wenn sie nicht ein so großes Risiko wäre?

Ganz nebenbei ist mir gestern auch aufgefallen, welche Vorteile das Single-Dasein hat - im Gegensatz zum Zusammenleben. Als kleiner Trost für alle, die das Alleinwohnen eigentlich auch satt haben: Wie schön ist es doch, sein Fernsehprogramm selbst bestimmen zu können. Sich nicht nach jemandem richten zu müssen und deshalb die Lieblingsserie zu verpassen. Und wenn man müde ist, kann man ins Bett gehen - und schlafen. Man wird nicht durch einen bis in die Morgenstunden langweilige Western guckenden oder Computer spielenden Mann daran gehindert. Natürlich, man liebt diesen Mann zwar, aber neben einem im Bett, zum ankuscheln, wäre er einem doch lieber als auf der Couch oder am Schreibtisch. Aber man traut sich nicht, etwas zu sagen, weil man wegen so einer Kleinigkeit keinen Streit anfangen möchte. Also setzt man auf Verführung... Aber er widersteht den nackten Tatsachen oder guckt gar nicht erst hin. Und man wird noch frustrierter und weint sich in den Schlaf, weil man überzeugt ist, der Mann würde einen nicht mehr begehren. Und das ist nun der Super-Gau. Irgendwann, wenn der andere endlich schläft, schleicht man sich auf die Couch, weil man ihm nur auf diese Art und Weise zeigen kann, dass etwas nicht stimmt. Und er ist sauer, als er es am nächsten Morgen bemerkt. Und man schweigt sich an, frühstückt nicht gemeinsam, er geht zur Arbeit und man bleibt heulend zurück... Wenn man Glück hat, folgt abends die große Versöhnung (inklusive Versöhnungssex)... oder man wird gebeten, wieder auszuziehen. Soviel dazu. Und ein Hoch auf das Alleinwohnen! Es ist doch toll, sein eigenes Reich zu haben, wo man uneingeschränkte Königin ist! Wo man nicht ständig aufpassen muss, ja nichts falsch zu machen. Man sollte das mehr genießen, für später, wenn es nicht mehr so ist! Und das tue ich jetzt... und wasche nicht ab! Ich wünsche mir ein schönes Wochenende und packe jetzt meine Sporttasche... muss mal wieder Glückshormone tanken. Und heute abend werde ich dann auf Teufel komm raus mit meinen Kollegen flirten. Schließlich muss ich das üben!

 

29.08.2008 um 18:37 Uhr

Unzuverlässige kleine Biester...

Mit den Glückshormonen ist das so eine Sache. Das sind ganz schön unzuverlässige kleine Biester. Gerade waren sie noch da (dank einer Stunde Sport), und schon sind sie wieder weg. Da reicht irgendeine, eigentlich bedeutungslose, Kleinigkeit und schon ist man (bzw. frau) wieder drin, im Strudel aus Selbstzweifeln, Fragen, Trauer und Wut. Und damit bin ich wieder bei meiner Grundsatzfrage: Warum sagen Menschen (Männer) die magischen drei Worte, auch wenn sie sie gar nicht empfinden? Und magisch sind sie wirklich... Erklärung Nummer eins: Um die Frau ins Bett zu locken. Aber mal ehrlich: Welche Frau braucht eine Liebeserklärung um mit einem Mann ins Bett zu gehen? Wenn der Rest stimmt, bringt einen DAS doch nicht dazu! Außerdem ist diese Sex-Sache doch schon längst kein Thema mehr, wenn man soweit ist, die drei Worte zu sagen. Zu dem Zeitpunkt sollte man doch schon sehr oft und gern miteinander ***. Erklärung Nummer zwei: Man(n) wird direkt gefragt. Ich gebe zu, ich hätte auch nicht den Mut, auf die Frage "Liebst du mich?" mit "Nein." zu antworten. Nicht wenn ich den Menschen mag. Da würde sogar ich lügen. Traurig, aber wahr. Da ist es noch einfacher, auf ein "Ich liebe dich." mit Schweigen zu reagieren, statt mit "Ich dich auch.". Also, warum begnügt sich so ein Mann nicht mit Schweigen? Das wäre für die Frau wenigstens eine klare Ansage. Warum aber sagt ein Mann "Ich liebe dich" völlig ohne Grund? Da müßte frau doch davon ausgehen, dass er es ernst meint. In meinen Augen kann sie das, völlig zu Recht. Ein total unmotiviertes "Ich liebe dich" ist am ehrlichsten. Und dann muss frau sich ein paar Monate später trotzdem von ihm anhören, er hätte sie nie geliebt. Wo ist denn da die Logik? Verstehe einer die Männer!

So, genug philosophiert. Die Waschmaschine ist fertig. Und ich sollte eigentlich andere Dinge tun. Heute sind die Handwerker nicht da, die Ruhe sollte ich nutzen. Sollte... ist ein schönes Wort...

Ach so, die Männer: das hat ganz gut angefangen, hier drin. Aber jetzt lässt es etwas nach. "Bussis" sind ja schön und gut, tragen aber nicht gerade dazu bei, sich etwas kennenzulernen. Und das ist doch der Sinn der Sache, oder? Was soll mir so ein Bussi denn sagen?

28.08.2008 um 18:36 Uhr

unausgeschlafen...

So, um noch mal auf das Thema von gestern zurückzukommen, ich hasse Handwerker. Jedenfalls wenn sie mich punkt sieben wecken. In meinem Haus werden nämlich gerade die Fenster ausgewechselt, und die Herren legen jeden Morgen um sieben mit ihren Bohrern los. Wenn man bis neun schlafen könnte ist das sehr ärgerlich. Was würde ich jetzt für einen Freund geben, bei dem ich einfach mal übernachten könnte. Und ausschlafen. Ohne Lärm früh. Ein Traum... 

Tja, jetzt bin ich unausgeschlafen und unmotiviert. Dabei wollte ich heute vormittag endlich mal wieder ein bißchen was schreiben, an meiner Abschlussarbeit. Aber jetzt sieht das schon wieder nicht so gut aus. Na mal sehen, vielleicht wird's ja noch was.

Nachmittags gehe ich dann mit meiner Schwester zum...tatata... SPORT! Ja, für alle Kritiker: ich mache manchmal Sport! Heute zum Beispiel. (Natürlich weiß ich jetzt schon, dass ich mich nur eine Stunde auf dem Stepper quälen werde um mich dann guten Gewissens in der Dampfsauna zu parken...) Und da mein Gratis-Gutschein für die Mucki-Bude zehn Tage gültig ist, werde ich dieses Ritual bestimmt noch zweimal wiederholen - mindestens. Und mich über die ganzen Glückshormone freuen, die der Sport in meinen Körper schießt. Diesen angenehmen Nebeneffekt hatte ich ganz vergessen. Jetzt weiß ich, warum Männer, die solo sind, oft so supersportlich sind. Sexersatz, nix anderes ist das doch. Und sobald sie eine Freundin haben, wird der Sport vernachlässigt... Was aber nicht weiter schlimm ist, wenn die gewonnene Zeit in die Freundin investiert wird ; ) Soweit zumindest meine Erfahrung.

Ich glaube, ich merke die Glückshormone jetzt schon... Mist nur, dass zwischen mir und ihnen noch eine Stunde schwitzen steht. Und davor wenigstens ein Kapitel aus "A Great and Noble Scheme" bearbeitet werden möchte. Sonst habe ich mir weder Sport noch Glück verdient. So funktioniert das bei mir nämlich: alles über Belohnungen. Wie bei einem Hund : )  Das lassen wir jetzt einfach mal so stehen...

 

27.08.2008 um 18:34 Uhr

Zweiter Tag

Wow! Erst einen Tag dabei und schon so viel positive Resonanz! Und alle wirken richtig nett (Soweit man das hier einschätzen kann) und erstaunlich "normal"! Es gibt also doch Single-Akademiker! Da ich bisher nur von Bauarbeitern und Kfz-Mechanikern angebaggert wurde, habe ich das immer für ein Gerücht gehalten. Wahrscheinlich sind diese Kerle einfach nur mutiger als Studierte... Das macht es uns AkademikerINNEN aber ganz schön schwer! Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck entsteht, ich habe nichts gegen nicht-Studierte. Ich komme sogar aus einer überwiegend nicht-akademischen Familie und liebe die alle sehr. Auch nicht-studierte Freunde, alles ganz wunderbare Menschen. Aber was eine Partnerschaft angeht... da habe ich schon so meine Standesdünkel. Ich denke einfach, dass eine gemeinsame Basis ganz wichtig ist für eine Beziehung. Zumindest dann, wenn sie sich nicht auf's Bett beschränken soll. Und ein ähnliches Bildungsniveau ist besonders wichtig. Abitur ist das Mindeste. Oh, das hört sich jetzt ganz schön elitär an... Nein, ich bin wirklich keine Vorzeige-Akademikerin. Sogenannte anspruchsvolle Kunst-Filme schrecken mich ab, der Besuch von Galerien zählt für mich nicht gerade unter "Freizeit-Vergnügen" und ich höre weder Deutschlandfunk noch Inforadio. Und "anspruchsvoller" Literatur stehe ich auch meistens kritisch gegenüber. Schließlich lese ich zum VERGNÜGEN! Stattdessen kann ich mich über Mario Barth totlachen und sehe mir gern auch mal einen sinnlosen Actionfilm an. Hauptsache lustig und eine kleine Lovestory. Sicher gibt es irgendwo den Tischler, der eine ganze Bibliothek zu Hause hat - und alles gelesen! Aber der ist mir eben noch nicht begegnet. Wahrscheinlich ist mein Bild von Nicht-Akademikern zu sehr vom Fernsehen geprägt, und ich lasse mich auch gern vom Gegenteil überzeugen... Aber so ein paar Grundsätze in der Partnerwahl können doch nicht schaden, oder? Mein letzter Freund war Tierarzt, arbeitet in der Forschung, macht seinen Doktor. Ein Ass auf seinem Fachgebiet, eine Niete auf meinem (Literatur, Schreiben, Sprachen). Und genau die richtige Mischung. Weil wir eben intellektuell auf einer Ebene waren, und trotzdem stundenlang rumalbern konnten.

Oje, wahrscheinlich mache ich mir gerade ganz viele Feinde. Aber zum Glück weiß ich, dass ich nicht die Einzige bin, die so denkt. Ich habe schon mit einigen Freundinnen über dieses Thema gesprochen, und alle sehen das genauso. Auch Männer, die ich gefragt habe. Deshalb gibt es ja auch solche Partner-Such-Portale extra für Studis!

Ich denke, das reicht für heute. Hoffentlich fühlt sich niemand angegriffen, durch das, was ich so von mir gebe. Sind auch nur so Gedanken.

26.08.2008 um 18:32 Uhr

Erster Tag

So. Ich habe ein Profil angelegt. Schon ein komisches Gefühl, sich so ganz offiziell auf den Markt zu schmeißen. Fühlt sich an wie ein Stigma: Ich bin Single. Vielleicht sollte ich anfangen, diesen Zustand positiver zu sehen... Immerhin ist es bestimmt besser, allein zu sein, als in einer unglücklichen Beziehung festzustecken. Ich habe noch alle Möglichkeiten, alles ist offen und spannend. Ich bin gespannt, was ich hier für Menschen kennenlernen werde. Ob ich überhaupt jemanden kennenlerne. Vielleicht ist das hier auch reine Zeitverschwendung... Vor allem, da ich jetzt gerade eigentlich an meiner Arbeit schreiben sollte. Stattdessen erzähle ich - wem eigentlich? - , dass ich es satt habe, allein zu sein. Oje, das klingt ziemlich verzweifelt. Nein, eigentlich komme ich auch gut allein zurecht. Aber manchmal wäre es schon schön, jemanden zu haben - zum Reden, zum Kuscheln, zum Schlafen,... Nach einer sehr intensiven Beziehung kann ich doch sagen: ich bin ein Beziehungstier. Ich genieße die Vertrautheit und das Zusammensein mit jemandem, den ich liebe. Freunde, und sind sie einem auch noch so nah, können das einfach nicht ersetzen. Jedenfalls nicht auf lange Sicht. Und je älter man wird, desto mehr Angst hat man, vielleicht für immer allein zu bleiben. 

Na klasse, jetzt habe ich den Vormittag wiedermal sinnlos rumgebracht. Schöne neue Internet-Zeit...